Buch (4 Kapitel): Sek-I-Sprache — Schachtelsätze auf, Jargon erklärt, Begriffe verlinkt

tourismustal, tourismusregion, weltkueche, energiemanager: Nominalstil/Passiv → Aktiv,
jeder Fachbegriff eingeführt + per g() verlinkt (Achillesferse/Dumping-Preis/Dunkelflaute-
Schachtelsätze etc. entschärft). Fakten/Quellen/Struktur/Fotos unverändert.

Co-Authored-By: Claude Fable 5 <noreply@anthropic.com>
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+74 -62
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@@ -87,10 +87,11 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<div class="b-box b-merke"><b>Darum geht es in diesem Kapitel:</b>
Strom lässt sich anders als Holz oder Öl kaum lagern. Du lernst, warum im
<?= g('stromnetz', 'Stromnetz') ?> Erzeugung und Verbrauch in jeder Sekunde
übereinstimmen müssen, woher der Strom in Österreich, Deutschland und der
Schweiz kommt, wie das Wetter über <?= g('photovoltaik', 'Sonnen-') ?> und
<?= g('windenergie', 'Windstrom') ?> bestimmt und warum
<?= g('stromnetz', 'Stromnetz') ?> in jeder Sekunde genau so viel Strom
erzeugt werden muss, wie gerade verbraucht wird. Du erfährst, woher der Strom
in Österreich, Deutschland und der Schweiz kommt. Du siehst, wie das Wetter
den <?= g('photovoltaik', 'Sonnen-') ?> und
<?= g('windenergie', 'Windstrom') ?> steuert. Und du lernst, warum
<?= g('pumpspeicher', 'Pumpspeicherkraftwerke') ?> in den Alpen die
„grünen Batterien" Europas sind.</div>
@@ -181,20 +182,22 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
irgendwo erzeugt. Deshalb gilt im <?= g('stromnetz', 'Stromnetz') ?> die
eiserne Regel: <b>Erzeugung und Verbrauch müssen in jeder Sekunde genau
übereinstimmen.</b></p>
<p>Ob das gelingt, zeigt die <?= g('netzfrequenz', 'Netzfrequenz') ?>:
Im europäischen <?= g('verbundnetz', 'Verbundnetz') ?> schwingt der
Wechselstrom 50-mal pro Sekunde <b>50 <?= g('hertz', 'Hertz') ?></b>.
Wird mehr verbraucht als erzeugt, sinkt die
Frequenz; wird zu viel erzeugt, steigt sie. Schon Abweichungen von
wenigen Zehntel-Hertz sind kritisch. Am 8. Jänner 2021 riss eine
Störung in Kroatien das europäische Netz in zwei Teile die Frequenz
fiel auf <b>49,74 Hz</b>, und nur automatische Schutzmaßnahmen
verhinderten Schlimmeres. <span class="q">[4]</span></p>
<p>Dazu kommt: Der Verbrauch schwankt im Tagesrhythmus das
<?= g('lastprofil', 'Lastprofil') ?>. Nachts ist er niedrig, am Morgen
steigt er (Duschen, Kochen, Betriebe starten), und am Abend kommt die
größte Spitze, wenn Familien heimkommen, kochen und Bildschirme
einschalten.</p>
<p>Ob das gelingt, verrät die <?= g('netzfrequenz', 'Netzfrequenz') ?>.
Fast alle Länder Europas hängen an einem einzigen, gemeinsamen Netz
dem <?= g('verbundnetz', 'Verbundnetz') ?>. Darin fließt der Strom als
Wechselstrom: Er wechselt 50-mal pro Sekunde die Richtung. Das nennt man
<b>50 <?= g('hertz', 'Hertz') ?></b>. Wird mehr Strom verbraucht als
erzeugt, wird dieser Takt langsamer die Frequenz sinkt. Wird zu viel
erzeugt, steigt sie. Schon kleine Abweichungen sind gefährlich.</p>
<p>Wie gefährlich, zeigte der 8. Jänner 2021. Eine Störung in Kroatien
riss das europäische Netz in zwei Teile. Die Frequenz fiel auf
<b>49,74 Hz</b>. Nur automatische Notschalter verhinderten Schlimmeres.
<span class="q">[4]</span></p>
<p>Dazu kommt: Der Verbrauch ist nicht immer gleich hoch. Er schwankt
über den Tag das nennt man <?= g('lastprofil', 'Lastprofil') ?>. Nachts
brauchen wir wenig Strom. Am Morgen steigt der Bedarf: Alle duschen,
kochen, und die Betriebe starten. Am Abend kommt die größte Spitze. Dann
kommen die Familien heim, kochen und schalten Bildschirme ein.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('gleichgewicht-smartmeter',
@@ -274,14 +277,15 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
dazu etwa 20 % aus Wind- und Sonnenkraft. Insgesamt waren 2024 rund
87 % der Erzeugung <?= g('erneuerbar', 'erneuerbar') ?> ein
europäischer Spitzenwert. <span class="q">[1]</span></p>
<p>Deutschland hat weniger Gebirge, dafür windreiche Küsten: Dort ist
<p>Deutschland hat weniger Gebirge, dafür windreiche Küsten. Dort ist
die <?= g('windenergie', 'Windkraft') ?> mit 31,5 % die wichtigste
Stromquelle, gefolgt von Kohle und <?= g('photovoltaik', 'Photovoltaik') ?>;
insgesamt stammten 2024 <b>59,4 %</b> aus erneuerbaren Quellen.
<span class="q">[2]</span> Die Schweiz ähnelt Österreich: Etwa
<b>60 % Wasserkraft</b>, dazu aber gut 28 % aus
<?= g('kernenergie', 'Kernkraftwerken') ?>.
<span class="q">[3]</span></p>
Stromquelle. Danach kommen Kohle und
<?= g('photovoltaik', 'Photovoltaik') ?>. Insgesamt stammten 2024
<b>59,4 %</b> des Stroms aus erneuerbaren Quellen.
<span class="q">[2]</span></p>
<p>Die Schweiz ähnelt Österreich: etwa <b>60 % Wasserkraft</b>. Dazu
kommen aber gut 28 % aus
<?= g('kernenergie', 'Kernkraftwerken') ?>. <span class="q">[3]</span></p>
<p>Der Strommix ist also Erdkunde pur: Berge und Niederschlag machen
Wasserkraft möglich, flaches windiges Land begünstigt Windräder,
sonnenreiche Dächer die Photovoltaik.</p>
@@ -300,10 +304,11 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Der Balkengraph über
deinem Plan zeigt für jeden 3-Stunden-Block zwei Werte: <b>Strombedarf</b>
(rot) und <b>Solar/Wind verfügbar</b> (gelb). Dein Pumpspeicher ist das
Zünglein an der Waage: Liefert das Wetter mehr, als gebraucht wird, pumpst
du den Überschuss als Wasser nach oben fehlt Strom, lässt du ihn durch die
<?= g('turbine', 'Turbinen') ?> wieder herunter (<?= g('lastausgleich', 'Lastausgleich') ?>).</div>
(rot) und <b>Solar/Wind verfügbar</b> (gelb). Dein Pumpspeicher gleicht den
Unterschied aus. Liefert das Wetter mehr Strom, als gebraucht wird, pumpst
du den Überschuss als Wasser nach oben. Fehlt Strom, lässt du das Wasser
durch die <?= g('turbine', 'Turbinen') ?> wieder herunter. Dieses Ausgleichen
nennt man <?= g('lastausgleich', 'Lastausgleich') ?>.</div>
<div class="b-box b-aufgaben"><b>✏️ Aufgaben:</b>
<ol>
<li><span class="b-stufe leicht">A</span>Nenne die wichtigste Stromquelle
@@ -376,13 +381,15 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<b>am Abend</b>. Diese Lücke zwischen Bedarf und Wetterstrom die
<?= g('residuallast', 'Residuallast') ?> müssen andere Kraftwerke und
Speicher füllen.</p>
<p>Richtig ernst wird es bei einer <?= g('dunkelflaute', 'Dunkelflaute') ?>:
tagelang Hochnebel, kaum Wind. Anfang November 2024 lieferten Wind und
Sonne in Deutschland an einem Abend zeitweise nur noch <b>rund 0,15 %</b>
des Strombedarfs der Preis an der <?= g('stromboerse', 'Strombörse') ?>,
wo Strom für jede Stunde des nächsten Tages gehandelt wird, schoss von
durchschnittlich 79 € auf über <b>800 € pro Megawattstunde</b>.
<span class="q">[5]</span></p>
<p>Richtig ernst wird es bei einer <?= g('dunkelflaute', 'Dunkelflaute') ?>.
Dann liegt tagelang Hochnebel über dem Land, und es weht kaum Wind. Anfang
November 2024 passierte das in Deutschland. An einem Abend lieferten Wind
und Sonne zusammen nur noch <b>rund 0,15 %</b> des Strombedarfs.</p>
<p>Das treibt den Preis. Strom wird an einer Börse gehandelt der
<?= g('stromboerse', 'Strombörse') ?>. Dort kauft man Strom für jede
Stunde des nächsten Tages im Voraus. In dieser Nacht schoss der Preis in
die Höhe: von durchschnittlich 79 € auf über <b>800 € pro
Megawattstunde</b>. <span class="q">[5]</span></p>
<p>Auch die Jahreszeiten mischen mit: Im Winter ist der Verbrauch am
höchsten (Heizen, Licht), die Sonnenausbeute aber am niedrigsten. Je
mehr ein Land auf Wetterstrom setzt, desto wichtiger werden
@@ -471,8 +478,10 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<?= g('lageenergie', 'Höhenenergie') ?> im Bergsee. Wird
<b>Strom gebraucht</b>, rauscht das Wasser durch Druckrohre zurück ins
Tal und treibt <?= g('turbine', 'Turbinen') ?> an. Ein Pumpspeicher ist
in <b>weniger als zwei Minuten</b> auf voller Leistung deshalb ist er
die wichtigste <?= g('regelreserve', 'Regelreserve') ?> im Netz.</p>
in <b>weniger als zwei Minuten</b> auf voller Leistung. Fehlt plötzlich
Strom, springt er also sofort ein. Genau diese schnelle Notreserve nennt
man <?= g('regelreserve', 'Regelreserve') ?> und dabei ist der
Pumpspeicher der wichtigste Helfer im Netz.</p>
<p>Gratis ist das nicht: Der <?= g('wirkungsgrad', 'Wirkungsgrad') ?>
über den ganzen Kreislauf liegt bei <b>75 bis 80 %</b> von 100 kWh,
die du zum Pumpen einsetzt, kommen also rund 80 zurück.
@@ -493,7 +502,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
Obervermuntwerk II: <b>360 MW</b> <span class="q">[7]</span> ·
Lünerseewerk II (geplant): <b>~1.000 MW</b>, ~1.300 m Fallhöhe,
2,65 Mrd. € <span class="q">[8]</span> ·
Wirkungsgrad Pumpspeicher: <b>7580 %</b> <span class="q">[9]</span></div>
Wirkungsgrad Pumpspeicher: <b>75 80 %</b> <span class="q">[9]</span></div>
</div>
</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Der Querschnitt zeigt
@@ -574,29 +583,32 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<div>
<p>Ein Teil des Strombedarfs ist rund um die Uhr da: Kühlhäuser,
Krankenhäuser, Server, Industrieöfen die
<?= g('grundlast', 'Grundlast') ?>. Darüber wellt sich der Tagesgang
bis zur <?= g('spitzenlast', 'Spitzenlast') ?> am Abend. Für jede Ebene
gibt es Spezialisten:
<?= g('laufwasserkraftwerk', 'Laufwasserkraftwerke') ?> sie nutzen die
stetige Strömung eines Flusses und laufen Tag und Nacht durch tragen
die Grundlast, schnelle Pumpspeicher- und Gaskraftwerke fangen die
Spitzen und Prognosefehler ab. Koordiniert wird das Ganze vom
<?= g('netzbetreiber', 'Netzbetreiber') ?>: In Österreich überwacht die
Austrian Power Grid (APG) das Übertragungsnetz rund um die Uhr.</p>
<p>Reicht das nicht, greift der Notfallplan: Bei fallender Frequenz
werden zuerst Reserven aktiviert, dann ganze Regionen gezielt
abgeschaltet der <?= g('lastabwurf', 'Lastabwurf') ?>. Er ist die
letzte Bremse vor dem <?= g('blackout', 'Blackout') ?>, dem
großflächigen, tagelangen Stromausfall. Österreich bereitet sich
ernsthaft darauf vor: Bundesheer und Zivilschutz empfehlen jedem
Haushalt einen Vorrat Trinkwasser (etwa 2 Liter pro Person und Tag),
haltbare Lebensmittel und Medikamente für rund zwei Wochen, dazu
Taschenlampe, Kerzen, Batterieradio und etwas Bargeld.
<span class="q">[11]</span></p>
<p>Und du? Wer Strom spart Standby ausschalten, effiziente Geräte,
Wäsche zur Mittagszeit statt zur Abendspitze , entlastet nicht nur die
eigene Stromrechnung, sondern auch das Netz. Genau dann Strom zu
verbrauchen, wenn viel da ist, wird in Zukunft immer wichtiger.</p>
<?= g('grundlast', 'Grundlast') ?>. Darüber steigt der Bedarf über den
Tag an, bis zur <?= g('spitzenlast', 'Spitzenlast') ?> am Abend. Für jede
Aufgabe gibt es eigene Kraftwerke. Die Grundlast tragen zum Beispiel
<?= g('laufwasserkraftwerk', 'Laufwasserkraftwerke') ?>. Sie nutzen die
stetige Strömung eines Flusses und laufen Tag und Nacht durch. Für die
kurzen Spitzen am Abend braucht man schnelle Kraftwerke. Pumpspeicher und
Gaskraftwerke springen dann in wenigen Minuten ein.</p>
<p>Wer behält bei all dem den Überblick? Das ist die Aufgabe der
<?= g('netzbetreiber', 'Netzbetreiber') ?>. In Österreich überwacht die
Firma Austrian Power Grid (APG) das große Stromnetz rund um die Uhr.</p>
<p>Reicht die Reserve einmal nicht, kommt der Notfallplan. Fällt die
Frequenz, schalten die Netzbetreiber zuerst zusätzliche Reserven dazu.
Hilft auch das nicht, schalten sie ganze Regionen gezielt für kurze Zeit
ab. Das nennt man <?= g('lastabwurf', 'Lastabwurf') ?>. Er ist die letzte
Bremse vor dem <?= g('blackout', 'Blackout') ?> einem
großflächigen Stromausfall, der Tage dauern kann.</p>
<p>Österreich bereitet sich ernsthaft darauf vor. Bundesheer und
Zivilschutz empfehlen jedem Haushalt einen Vorrat. Dazu gehören:
Trinkwasser (etwa 2 Liter pro Person und Tag), haltbare Lebensmittel und
Medikamente für rund zwei Wochen. Dazu Taschenlampe, Kerzen, ein
Batterieradio und etwas Bargeld. <span class="q">[11]</span></p>
<p>Und du? Auch du kannst helfen. Wer Strom spart, entlastet nicht nur
die eigene Stromrechnung, sondern auch das Netz. Schalte Geräte ganz aus
statt in den Standby. Wasch die Wäsche lieber zu Mittag als zur
Abendspitze. Strom genau dann zu verbrauchen, wenn viel davon da ist,
wird in Zukunft immer wichtiger.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('blackout-notvorrat',
+174 -160
View File
@@ -74,22 +74,24 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
'So viele Autos! Viele Gäste sind gut. Zu viele Autos sind ein Problem.', true) ?>
<?php else: ?>
<p class="b-leitfrage">Warum drängen sich an manchen Orten die Gäste, während
andere leer bleiben und wie lenkt eine Region ihre Besucherströme so,
dass Gäste, Einheimische und Natur gewinnen?</p>
<p class="b-leitfrage">Warum drängen sich an manchen Orten alle Gäste,
während andere leer bleiben? Und wie führt eine Region ihre Gäste so,
dass alle gewinnen Gäste, Einheimische und die Natur?</p>
<?= buchBild('opener-ausflugsziel-andrang',
'Beliebtes Ausflugsziel mit sichtbarem Andrang: viele Menschen auf einem Wanderweg oder an einem Aussichtspunkt (z. B. Karren-Kante Dornbirn, Pfänder oder Rappenlochschlucht an einem Schönwettertag).',
'Alle wollen zum selben Platz: Besucherströme an einem Aussichtspunkt. Wer sie versteht, kann sie lenken.') ?>
<div class="b-box b-merke"><b>Darum geht es in diesem Kapitel:</b>
Gäste bewegen sich nicht zufällig durch eine Region sie folgen Wegen,
Straßen und Attraktionen. Du lernst, wie <?= g('besucherlenkung', 'Besucherlenkung') ?>
funktioniert, warum der <?= g('standortfaktor', 'Standort') ?> am Weg über
Erfolg und Misserfolg entscheidet, welche Zielgruppen wie anreisen
(zu Fuß, Rad, Bus, Auto), wie <?= g('wertschoepfung', 'Wertschöpfung') ?>
entlang einer Route entsteht und wie eine Region den Zielkonflikt
zwischen Verkehr, Wirtschaft und Umwelt löst.</div>
Gäste laufen nicht kreuz und quer. Sie folgen Wegen, Straßen und
Sehenswürdigkeiten. Du lernst, wie man diese Ströme lenkt. Das nennt man
<?= g('besucherlenkung', 'Besucherlenkung') ?>. Du siehst, warum der
<?= g('standortfaktor', 'Standort') ?> am Weg über Erfolg oder Misserfolg
entscheidet. Du erfährst, wie die Gäste anreisen zu Fuß, mit dem Rad, dem
Bus oder dem Auto. Du verstehst, wie eine Region mit ihren Gästen Geld
verdient. Das nennt man <?= g('wertschoepfung', 'Wertschöpfung') ?>. Und du
lernst, wie eine Region Verkehr, Wirtschaft und Umwelt unter einen Hut
bringt.</div>
<div class="b-chips">
<span class="b-chip">AT · GW 3.53.8</span>
@@ -101,15 +103,15 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 So arbeitest du mit der Simulation:</b>
Du entwickelst eine Ausflugsregion über <b>8 Gästewellen</b> und vier
Jahreszeiten. Zuerst wählst du eine von fünf Wegkarten von der
<b>Talschleife</b> bis zur <b>Passstraße</b>. Die Gäste ziehen als Gruppen
sichtbar über die Wege; deine Gebäude wirken <b>nur auf Gäste in
Reichweite</b>. Zwischen den Wellen baust du in der Baupause, „Nächste Welle
rufen" bringt einen Bonus. Du startest mit 500 € Gemeindebudget. Am Ende
zählt vierfach: Ø-Bewertung ≥ 3,5 Sterne, Wertschöpfung ≥ 2.500 €,
Umweltwert ≥ 45 und keine Schulden unter 1.000 € der Endbericht zeigt
dein Regionsprofil.</div>
Du baust eine Ausflugsregion auf über <b>8 Gästewellen</b> und vier
Jahreszeiten. Zuerst wählst du eine von fünf Wegkarten. Sie reichen von der
<b>Talschleife</b> bis zur <b>Passstraße</b>. Die Gäste ziehen sichtbar in
Gruppen über die Wege. Deine Gebäude wirken nur auf Gäste, die nah genug
vorbeikommen. Zwischen den Wellen ist Baupause. Dann baust du in Ruhe. Der
Knopf „Nächste Welle rufen" bringt dir einen Bonus. Du startest mit 500 €
aus der Gemeindekasse. Am Ende zählen vier Ziele: im Schnitt ≥ 3,5 Sterne,
Wertschöpfung ≥ 2.500 €, Umweltwert ≥ 45 und keine Schulden unter 1.000 €.
Der Endbericht zeigt dir dann dein Regionsprofil.</div>
<?= buchBild('opener-parkplatz-voll',
'Voller Wanderparkplatz oder Parkplatz an einem Ausflugsziel an einem Schönwettertag (z. B. Bödele, Ebnit, Furkajoch).',
@@ -176,27 +178,31 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<h2>1 · Besucherströme: Wenn alle zum selben Ort wollen</h2>
<div class="b-cols">
<div>
<p>Gäste verteilen sich nicht gleichmäßig sie folgen Sehenswürdigkeiten,
Wegen und Empfehlungen aus dem Internet. So entstehen <b>Besucherströme</b>:
vorhersagbare Bewegungen vieler Menschen durch einen Raum. Wo sich die
Ströme stauen, kippt der <?= g('tourismus', 'Tourismus') ?> ins Gegenteil:
<?= g('uebertourismus', 'Übertourismus') ?> verstopft Gassen und Straßen,
verärgert Einheimische und zerstört genau das Erlebnis, für das die Gäste
gekommen sind.</p>
<p>Das bekannteste Beispiel Österreichs ist <b>Hallstatt</b>: 740
Einwohner:innen aber gut 1,2 Millionen Tagesgäste im Jahr. Die Gemeinde
steuert dagegen: Seit 2019 dürfen <b>höchstens 54 Reisebusse pro Tag</b>
kommen, und die Veranstalter müssen ihren Zeit-Slot vorab buchen. 15
Beschäftigte kümmern sich nur um Busse, Autos und Verkehr.
<span class="q">[1]</span></p>
<p><?= g('besucherlenkung', 'Besucherlenkung') ?> hat viele
<?= g('lenkungsinstrumente', 'Werkzeuge') ?>:
<b>Information</b> (Beschilderung, Apps, Live-Auslastung),
<b>Reservierung</b> (Slots, Tickets), <b>Preise</b> (Eintritt, Parkgebühr,
<?= g('angebot-nachfrage', 'Nachfrage') ?> über den Preis steuern),
<b>Sperren</b> (Fahrverbote, Zufahrtszeiten) und als freundlichstes
Werkzeug: <b>attraktive Alternativen</b> schaffen, damit sich die Ströme
von selbst verteilen.</p>
<p>Stell dir vor, alle wollen zum selben schönen Aussichtspunkt.
Gäste verteilen sich nämlich nicht gleichmäßig. Sie folgen berühmten
Orten, Wegen und Tipps aus dem Internet. So entstehen
<b>Besucherströme</b>. Das sind Bewegungen vieler Menschen, die man
vorhersagen kann. Doch wo sich zu viele Gäste stauen, kippt der
<?= g('tourismus', 'Tourismus') ?> ins Gegenteil. Dann spricht man von
<?= g('uebertourismus', 'Übertourismus') ?>: zu viele Gäste für einen Ort.
Die Gassen sind verstopft. Die Einheimischen ärgern sich. Und das schöne
Erlebnis ist kaputt genau das, wofür die Gäste gekommen sind.</p>
<p>Das bekannteste Beispiel in Österreich ist <b>Hallstatt</b>. Im Dorf
leben nur 740 Menschen. Aber jedes Jahr kommen gut 1,2 Millionen
Tagesgäste. Die Gemeinde steuert dagegen. Seit 2019 dürfen pro Tag
<b>höchstens 54 Reisebusse</b> ins Dorf. Jeder Busfahrer muss vorher eine
feste Ankunftszeit buchen. 15 Angestellte kümmern sich nur um Busse,
Autos und Verkehr. <span class="q">[1]</span></p>
<p>Für die <?= g('besucherlenkung', 'Besucherlenkung') ?> gibt es viele
<?= g('lenkungsinstrumente', 'Werkzeuge') ?>. Man kann <b>informieren</b>:
mit Schildern, Apps und Anzeigen, wo gerade viel los ist. Man kann
<b>Plätze reservieren</b> lassen: mit festen Zeiten und Tickets. Man kann
über den <b>Preis</b> steuern: Eintritt oder Parkgebühr machen einen Ort
teurer, dann kommen weniger Gäste so wirkt der Preis auf die
<?= g('angebot-nachfrage', 'Nachfrage') ?>. Man kann <b>sperren</b>: mit
Fahrverboten oder festen Zufahrtszeiten. Am freundlichsten aber ist ein
anderes Werkzeug: <b>schöne Alternativen</b> anbieten. Dann verteilen sich
die Gäste von selbst.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('lenkung-wegweiser',
@@ -210,12 +216,13 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
sind befreit <span class="q">[2]</span></div>
</div>
</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Deine Gäste ziehen als
Gruppen sichtbar über die Wege der Karte. Öffne das 📊 <b>Statistik-Overlay</b>:
Eine <b>Heatmap</b> zeigt, wo die Ströme wirklich verlaufen und wo dein
Angebot ins Leere läuft. Am Ende fließt dein <b>Lenkungs-Wert</b> mit 10 %
in die Gesamtnote ein: der Anteil der Gäste, die <i>nicht</i> mit dem Auto
anreisen (eine Bushaltestelle bringt +10 Punkte extra).</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Deine Gäste ziehen
sichtbar in Gruppen über die Wege. Öffne das 📊 <b>Statistik-Fenster</b>.
Dort zeigt dir eine bunte Karte (die <b>Heatmap</b>), wo die Ströme wirklich
langgehen. So siehst du auch, wo dein Angebot ins Leere läuft. Am Ende zählt
dein <b>Lenkungs-Wert</b> mit 10 % in die Gesamtnote. Er misst, wie viele
Gäste <i>ohne</i> Auto anreisen. Eine Bushaltestelle bringt dir dabei +10
Punkte extra.</div>
<div class="b-box b-aufgaben"><b>✏️ Aufgaben:</b>
<ol>
<li><span class="b-stufe leicht">A</span>Nenne drei Werkzeuge der
@@ -284,43 +291,45 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<h2>2 · Standort am Weg: Warum die Lage über alles entscheidet</h2>
<div class="b-cols">
<div>
<p>In der Stadt zahlen Geschäfte in der Fußgängerzone die höchsten Mieten
für die „1a-Lage". Der Grund heißt <b><?= g('frequenz', 'Frequenz') ?></b>: die Zahl der Menschen,
die vorbeikommen. Jeder Meter Abstand vom Strom kostet Kundschaft, denn
kaum jemand macht einen Umweg für ein Angebot, das er nicht kennt. Was
für die Einkaufsstraße gilt, gilt genauso für die Tourismusregion: Der
<p>Denk an eine Einkaufsstraße in der Stadt. In der Fußgängerzone sind
die Mieten am höchsten. Warum? Weil dort die meisten Menschen vorbeigehen.
Diese Zahl der Vorbeigehenden nennt man
<b><?= g('frequenz', 'Frequenz') ?></b>. Jeder Meter Abstand vom Strom
kostet Kundschaft. Denn kaum jemand macht einen Umweg für ein Angebot,
das er nicht kennt. In einer Tourismusregion ist es genauso. Der
wichtigste <?= g('standortfaktor', 'Standortfaktor') ?> ist die
<b>Lage am Weg</b>.</p>
<p>Das ist keine neue Erkenntnis. Schon an mittelalterlichen Handels- und
Passrouten reihten sich Gasthöfe, Herbergen und Schmieden wer den Strom
der Reisenden bediente, verdiente. Heute wiederholt sich das Muster am
Radweg (Kiosk, Radwerkstatt), am Wanderweg (Jausenstation, Alpe) und an
der Ausflugsstraße (Gasthof mit Parkplatz).</p>
<p>Zur Lage kommt die <b><?= g('kapazitaet', 'Kapazität') ?></b>: Auch das bestgelegene Café kann
nur eine begrenzte Zahl von Gästen gleichzeitig bedienen. Und Angebote
verstärken sich <b>gegenseitig</b>: Wo Spielplatz, Eisdiele und WC
beieinanderliegen, bleiben Familien länger als bei jedem Angebot allein
Fachleute sprechen von <?= g('kopplungseffekt', 'Kopplungseffekten') ?>.</p>
<p>Das war schon immer so. Schon vor 500 Jahren standen an den Handels-
und Passwegen Gasthöfe, Herbergen und Schmieden. Wer die Reisenden
bediente, verdiente Geld. Heute ist es dasselbe Muster: ein Kiosk am
Radweg, eine Jausenstation am Wanderweg, ein Gasthof mit Parkplatz an der
Ausflugsstraße.</p>
<p>Zur Lage kommt die <b><?= g('kapazitaet', 'Kapazität') ?></b>. Damit
meint man, wie viele Gäste ein Angebot auf einmal schafft. Auch das beste
Café kann nur so viele Menschen bedienen, wie Platz haben. Und Angebote
helfen sich <b>gegenseitig</b>. Wo Spielplatz, Eisdiele und WC nah
beieinander liegen, bleiben Familien länger als bei einem Angebot allein.
Fachleute nennen das <?= g('kopplungseffekt', 'Kopplungseffekt') ?>: Ein
Angebot zieht die anderen mit.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('standort-jausenstation',
'Jausenstation, Kiosk oder Alpwirtschaft direkt an einem gut begangenen Wanderweg (z. B. Alpe am Pfänder-Rundweg oder im Bregenzerwald), gern mit vorbeigehenden Gästen.',
'Frequenz ist alles: Diese Einkehr liegt direkt am Weg jede Wandergruppe kommt an ihr vorbei.') ?>
<div class="b-box b-merke"><b>Merke:</b> Frequenz = die Zahl der
Vorbeikommenden. Ein Standort am Besucherstrom bekommt Kundschaft
„gratis" ein Standort abseits muss sie teuer anlocken. Reichweite
und Kapazität begrenzen jedes Angebot.</div>
<div class="b-box b-merke"><b>Merke:</b> Frequenz heißt: wie viele
Menschen vorbeikommen. Ein Standort am Strom bekommt Kundschaft fast
geschenkt. Ein Standort abseits muss sie teuer anlocken. Reichweite und
Kapazität setzen jedem Angebot eine Grenze.</div>
</div>
</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Beim Bauen zeigt die
Vorschau einen Kreis die <b>Reichweite</b>. Nur Gäste innerhalb des Kreises
nutzen dein Gebäude, und jedes Gebäude bedient nur eine begrenzte Zahl
(<b>Kapazität</b>) der nächstgelegenen Gäste. Radfahrer:innen sind mehr als
doppelt so schnell wie Spaziergänger:innen Angebote für sie wirken nur
<b>direkt am Radweg</b>. Die ️ <b>Tourismusinfo</b> verstärkt alle
Attraktionen in ihrer Nähe (bis +32 %), und passende Nachbarn bilden
<b>Synergien</b>: Spielplatz + Eisdiele +22 %, Café + Marktstand +18 %,
Skilift + Almhütte +25 %.</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Beim Bauen siehst du
einen Kreis. Das ist die <b>Reichweite</b>. Nur Gäste in diesem Kreis nutzen
dein Gebäude. Und jedes Gebäude schafft nur eine bestimmte Zahl von Gästen.
Das ist die <b>Kapazität</b>. Radfahrer:innen sind mehr als doppelt so
schnell wie Menschen zu Fuß. Angebote für sie wirken darum nur <b>direkt am
Radweg</b>. Die ️ <b>Tourismusinfo</b> macht alle Attraktionen in der Nähe
stärker (bis +32 %). Und passende Nachbarn helfen sich gegenseitig: Spielplatz
+ Eisdiele +22 %, Café + Marktstand +18 %, Skilift + Almhütte +25 %.</div>
<?php if ($LEHRER): ?>
<div class="b-box b-lehrer"><b>💡 Didaktischer Hinweis:</b> Lassen Sie
Standortentscheidungen <i>vorab begründen</i> („Warum dorthin?") und danach
@@ -355,7 +364,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
Viele Orte wollen das ändern.<br>
Denn viele Autos machen Lärm und Abgase.</p>
<?= buchBild('zielgruppen-radweg',
'Rad-Fahrer auf einem Rad-Weg, zum Beispiel am Boden-See.',
'Rad-Fahrer auf einem Rad-Weg, zum Beispiel am Bodensee.',
'Diese Gäste kommen mit dem Rad. Sie brauchen: einen guten Weg, ein Café und eine Werkstatt.') ?>
<div class="b-box b-merke"><b>Merke:</b><br>
Jede Gäste-Gruppe hat eigene Wünsche.<br>
@@ -379,29 +388,29 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<h2>3 · Zielgruppen und ihre Mobilität: Wer kommt wie an?</h2>
<div class="b-cols">
<div>
<p>„Die Gäste" gibt es nicht. Der Tourismus unterscheidet
<b>Zielgruppen</b> Gruppen mit ähnlichen Wünschen, ähnlichem Budget und
ähnlicher Anreise: Familien (Auto; brauchen Spielplatz, WC, kurze Wege),
Wandergruppen (zu Fuß; Natur, Aussicht, Einkehr), Radfahrer:innen
(Radweg; schnell unterwegs, kurze Stopps, Werkstatt), Busreisegruppen
(Bus; Programm, Souvenirs und zwingend ein Busparkplatz), dazu
Seniorengruppen, Schulklassen und anspruchsvolle Paare. Wer alle
gleichzeitig ansprechen will, spricht am Ende niemanden richtig an
erfolgreiche Regionen wählen Schwerpunkte
(<?= g('diversifizierung', 'und verbreitern sie bewusst') ?>).</p>
<p>Zur Zielgruppe gehört ihr <b>Verkehrsmittel</b>: Rund <b>75 % der
Übernachtungsgäste</b> in Österreich reisen mit dem Pkw an, nur 11 %
mit der Bahn und 7 % mit dem Flugzeug. <span class="q">[3]</span>
Diese Aufteilung der Wege auf die Verkehrsmittel nennt man
<?= g('modal-split', 'Modal Split') ?> an ihr liest eine Region ab,
wie autolastig ihr Tourismus ist.
Für eine Region heißt das: Wer nur Parkplätze baut, holt noch mehr Autos
ins Tal wer Bahn, Bus und Radweg stärkt, erschließt neue Gäste
<i>ohne</i> neuen Autoverkehr.</p>
<p>Gerade der <b>Radtourismus</b> ist ein Wirtschaftsfaktor geworden:
Die österreichische Radwirtschaft erwirtschaftet rund <b>2,9 Milliarden €
Wertschöpfung</b> und beschäftigt etwa 46.000 Menschen zwei Drittel
der direkt Beschäftigten arbeiten im Radtourismus.
<p>„Die Gäste" gibt es nicht. Jede Gruppe hat andere Wünsche. Fachleute
teilen die Gäste darum in <b>Zielgruppen</b> ein. Das sind Gruppen mit
ähnlichen Wünschen, ähnlichem Geld und ähnlicher Anreise. Familien kommen
mit dem Auto und brauchen Spielplatz, WC und kurze Wege. Wandergruppen
kommen zu Fuß und wollen Natur, Aussicht und eine Einkehr. Radfahrer:innen
sind schnell, machen kurze Stopps und brauchen eine Werkstatt. Busgruppen
wollen ein Programm und Andenken und unbedingt einen Busparkplatz. Dazu
kommen Seniorengruppen, Schulklassen und anspruchsvolle Paare. Wer allen
zugleich gefallen will, gefällt am Ende niemandem richtig. Kluge Regionen
wählen darum Schwerpunkte und bauen sie
<?= g('diversifizierung', 'nach und nach breiter aus') ?>.</p>
<p>Zu jeder Zielgruppe gehört ihr <b>Verkehrsmittel</b>. In Österreich
kommen rund <b>75 von 100 Übernachtungsgästen</b> mit dem Auto. Nur 11
kommen mit der Bahn und 7 mit dem Flugzeug. <span class="q">[3]</span>
Wie sich die Gäste auf die Verkehrsmittel verteilen, nennt man
<?= g('modal-split', 'Modal Split') ?>. Daran erkennt eine Region, wie
stark ihr Tourismus vom Auto abhängt. Das ist wichtig: Wer nur Parkplätze
baut, holt noch mehr Autos ins Tal. Wer Bahn, Bus und Radweg stärkt, holt
neue Gäste <i>ohne</i> mehr Autoverkehr.</p>
<p>Gerade das Reisen mit dem Rad bringt heute viel Geld. Die
österreichische Radwirtschaft schafft rund <b>2,9 Milliarden €
Wertschöpfung</b>. Sie gibt etwa 46.000 Menschen Arbeit. Zwei von drei
dieser Menschen arbeiten für den Radtourismus.
<span class="q">[4]</span></p>
</div>
<div>
@@ -416,12 +425,13 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
</div>
</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Neun Zielgruppen kommen
über <b>drei Startpunkte</b>: Straße West (Auto und Bus), Radweg Nord,
Fußweg Süd. Jede Gruppe hat eigenes Tempo, Budget und Zufriedenheitsziel
von der Schulklasse (≈ 25 € Budget) bis zum wohlhabenden Paar (≈ 200 €, aber
nur bei einem Wirtshaus der Stufe 4+ zufrieden). Tippe eine Gruppe an, um
ihre Interessen zu sehen. Und Achtung bei Welle 5: <b>Busgruppen ohne
Parkplatz fahren einfach weiter</b> der Feed meldet es dir gnadenlos.</div>
über <b>drei Startpunkte</b>: Straße West (Auto und Bus), Radweg Nord und
Fußweg Süd. Jede Gruppe hat ihr eigenes Tempo, ihr eigenes Budget und ihr
eigenes Ziel. Die Schulklasse hat nur etwa 25 € dabei. Das reiche Paar hat
rund 200 € ist aber nur bei einem Wirtshaus der Stufe 4 oder höher
zufrieden. Tippe eine Gruppe an, dann siehst du ihre Wünsche. Und pass in
Welle 5 auf: <b>Busgruppen ohne Parkplatz fahren einfach weiter.</b> Der Feed
meldet dir das schonungslos.</div>
<div class="b-box b-aufgaben"><b>✏️ Aufgaben:</b>
<ol>
<li><span class="b-stufe leicht">A</span>Lege eine Tabelle an:
@@ -491,27 +501,26 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<h2>4 · Wertschöpfung entlang der Route: Aufenthalt ist Geld</h2>
<div class="b-cols">
<div>
<p>Jeder Halt eines Gastes ist ein kleines Geschäft: Eis, Mittagessen,
Eintritt, Souvenir. Die Summe all dieser Ausgaben ist die
<?= g('wertschoepfung', 'Wertschöpfung') ?> sie wird zu Löhnen,
Pachten und Einkommen in der Region und sichert Arbeitsplätze weit über
die Gastronomie hinaus (Bäckerei, Bauernhof, Handwerk). Zum Vergleich:
Ein Übernachtungsgast gibt in Österreich im Winter rund
<p>Jeder Halt eines Gastes ist ein kleines Geschäft: ein Eis, ein
Mittagessen, ein Eintritt, ein Andenken. Alle diese Ausgaben zusammen
nennt man <?= g('wertschoepfung', 'Wertschöpfung') ?>. Aus diesem Geld
werden Löhne und Einkommen in der Region. Es sichert nicht nur Jobs in den
Gasthäusern. Auch Bäckerei, Bauernhof und Handwerk leben mit. Zum
Vergleich: Ein Übernachtungsgast gibt in Österreich im Winter rund
<?= g('tagesausgaben', '193 € pro Tag') ?> aus, im Sommer 156 €.
<span class="q">[5]</span></p>
<p>Die wichtigste Stellschraube ist die <b>Aufenthaltsdauer</b>: Wer nur
durchfährt, gibt fast nichts aus. Deshalb versuchen Regionen, Gäste zu
„bremsen" mit Cafés, Märkten, Museen und Erlebnissen, die zum Bleiben
einladen. Jede zusätzliche Stunde vor Ort bedeutet zusätzlichen Umsatz.
Aus demselben Grund sind Übernachtungsgäste wertvoller als
<?= g('tagesgast', 'Tagesgäste') ?>:
Sie lassen Abendessen, Frühstück und <?= g('naechtigung', 'Nächtigung') ?>
da.</p>
<p>Aber Vorsicht vor der Abzock-Falle: Wer Gäste nur „melkt", verliert
sie. Umsatz ist die <b>Folge</b> von Zufriedenheit unzufriedene Gäste
geben wenig aus, kommen nicht wieder und warnen andere. Im Zeitalter der
Online-Bewertungen ist der <b>Ruf</b> einer Region ihr wertvollstes
Kapital: Die Sterne von heute sind die Gäste von morgen.</p>
<p>Am wichtigsten ist die Zeit, die ein Gast bleibt. Wer nur durchfährt,
gibt fast nichts aus. Darum versuchen Regionen, ihre Gäste zu „bremsen".
Cafés, Märkte, Museen und Erlebnisse laden zum Bleiben ein. Jede Stunde
mehr vor Ort bringt mehr Umsatz. Aus demselben Grund sind
Übernachtungsgäste wertvoller als <?= g('tagesgast', 'Tagesgäste') ?>. Sie
lassen auch Geld für Abendessen, Frühstück und
<?= g('naechtigung', 'Nächtigung') ?> da.</p>
<p>Aber Vorsicht: Wer die Gäste nur abzockt, verliert sie. Umsatz kommt
immer erst nach der Zufriedenheit. Unzufriedene Gäste geben wenig aus. Sie
kommen nicht wieder und warnen andere. Heute schreibt jeder Gast eine
Bewertung ins Internet. Darum ist der gute <b>Ruf</b> das wertvollste Gut
einer Region: Die guten Sterne von heute sind die Gäste von morgen.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('wertschoepfung-marktstand',
@@ -525,15 +534,15 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
setzt Zufriedenheit voraus.</div>
</div>
</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Einnahmen sind die
<b>Folge</b> von Zufriedenheit: Nur zufriedene Gäste konsumieren, und mehr
als ihr Gruppenbudget geben sie nie aus. „Bremsen" verlängern den Aufenthalt
ein Café bremst je nach Ausbaustufe bis zu 30 %, Marktstand und Souvenirshop
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Erst kommt die
Zufriedenheit, dann das Geld. Nur zufriedene Gäste geben etwas aus. Und mehr
als ihr Budget geben sie nie aus. „Bremsen" halten die Gäste länger fest.
Ein Café bremst je nach Ausbaustufe bis zu 30 %. Marktstand und Souvenirshop
wirken ähnlich. Nach jeder Welle bewerten die Abgereisten deine Region im
<b>Social-Media-Feed</b>, und der Ruf bestimmt die nächste Welle:
Besucherfaktor = 0,7 + Ø-Sterne : 5. Wer unter 2 Sternen liegt, bekommt
weniger Gäste wer bei 5 liegt, fast das Doppelte. Ziel: <b>2.500 €
Wertschöpfung</b> bis zum Ende der 8. Welle.</div>
<b>Social-Media-Feed</b>. Dieser Ruf bestimmt die nächste Welle. Die Formel
lautet: Besucherfaktor = 0,7 + Ø-Sterne : 5. Wer unter 2 Sternen liegt,
bekommt weniger Gäste. Wer 5 Sterne hat, bekommt fast doppelt so viele. Dein
Ziel: <b>2.500 € Wertschöpfung</b> bis zum Ende der 8. Welle.</div>
<?php if ($LEHRER): ?>
<div class="b-box b-lehrer"><b>💡 Didaktischer Hinweis:</b> Der Feed ist Ihr
bestes Auswertungswerkzeug: Lassen Sie nach Welle 4 drei echte Feed-Einträge
@@ -560,7 +569,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
Und sie schadet der Natur fast gar nicht.<br>
Das nennt man: sanfte Mobilität.</p>
<p>Ein Beispiel aus Vorarlberg:<br>
Die Straße zum Formarin-See bei Lech ist tagsüber gesperrt.<br>
Die Straße zum Formarinsee bei Lech ist tagsüber gesperrt.<br>
Am Mittwoch sogar den ganzen Tag.<br>
Die Gäste fahren mit dem Wander-Bus.<br>
So bleibt das Berg-Tal ruhig und schön.</p>
@@ -588,25 +597,29 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<h2>5 · Sanfte Mobilität: Der Zielkonflikt Verkehr Umwelt Wirtschaft</h2>
<div class="b-cols">
<div>
<p>Der Verkehr ist die Achillesferse des Tourismus: In Österreich
verursacht er <b>über 90 % der CO₂-Emissionen des Tourismus</b>, und
allein an den reisestarken Sommerwochenenden 2024 gab es 572 Staus.
<span class="q">[3]</span> Gleichzeitig <i>braucht</i> die Region ihre
Gäste. Das ist ein klassischer
<?= g('raumnutzungskonflikt', 'Zielkonflikt' ) ?>: Mehr Parkplätze bringen
mehr Gäste aber auch mehr Lärm, Abgase und verbaute Fläche, die genau
die Landschaft schmälern, für die alle kommen.</p>
<p>Die Antwort vieler Regionen heißt <?= g('sanfter-tourismus', 'sanfte Mobilität') ?>:
Anreise und Wege vor Ort mit Bus, Bahn und Rad statt mit dem Auto.
Vorarlberg zeigt, wie das geht: Die Straße zum <b>Formarinsee</b> bei
Lech ist im Sommer tagsüber für Privatautos gesperrt (mittwochs sogar
ganztägig), die Zufahrt kostet 25 € Maut der <b>Wanderbus</b> (Linie
707) bringt die Gäste bequem hinauf. <span class="q">[6]</span>
Sperre, Preis und attraktive Alternative greifen ineinander.</p>
<p><?= g('nachhaltigkeit', 'Nachhaltiger') ?> Tourismus hält am Ende drei
Dinge zugleich im Blick: <b>Wirtschaft</b> (Einkommen), <b>Umwelt</b>
(Landschaft, Klima) und <b>Menschen</b> (Gäste UND Einheimische). Eine
Region, die eines davon opfert, verliert langfristig alle drei.</p>
<p>Die größte Schwachstelle des Tourismus ist der Verkehr. In Österreich
stammen <b>über 90 % vom klimaschädlichen CO₂ des Tourismus</b> aus dem
Verkehr. Allein an den vollen Sommerwochenenden 2024 gab es 572 Staus.
<span class="q">[3]</span> Und doch <i>braucht</i> die Region ihre Gäste.
Hier stoßen zwei Ziele zusammen. So etwas nennt man
<?= g('raumnutzungskonflikt', 'Zielkonflikt' ) ?>. Mehr Parkplätze bringen
mehr Gäste. Aber sie bringen auch mehr Lärm, mehr Abgase und mehr verbaute
Fläche. Und das zerstört genau die schöne Landschaft, für die alle
kommen.</p>
<p>Viele Regionen antworten mit
<?= g('sanfter-tourismus', 'sanfter Mobilität') ?>. Das heißt: Die Gäste
reisen mit Bus, Bahn und Rad an statt mit dem Auto. Auch vor Ort fahren
sie umweltfreundlich. Vorarlberg macht es vor. Die Straße zum
<b>Formarinsee</b> bei Lech ist im Sommer tagsüber für Privatautos
gesperrt, am Mittwoch sogar den ganzen Tag. Wer trotzdem hinauffahren
darf, zahlt 25 € Maut. Dafür bringt der <b>Wanderbus</b> (Linie 707) die
Gäste bequem auf den Berg. <span class="q">[6]</span> Sperre, Preis und
eine gute Alternative greifen hier ineinander.</p>
<p><?= g('nachhaltigkeit', 'Nachhaltiger') ?> Tourismus achtet am Ende auf
drei Dinge zugleich: auf die <b>Wirtschaft</b> (das Einkommen), auf die
<b>Umwelt</b> (Landschaft und Klima) und auf die <b>Menschen</b> (die
Gäste und die Einheimischen). Eine Region, die eines davon opfert,
verliert auf Dauer alle drei.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('mobilitaet-wanderbus',
@@ -620,15 +633,16 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
</div>
</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Der 🅿️ <b>Parkplatz</b>
bringt bis zu +35 % Auto- und Busgäste, kostet aber Umwelt (8 beim Bau) und
erzeugt <b>Verkehr</b>, auf den empfindliche Gruppen (Senioren, Familien,
Radfahrer:innen) mit schlechteren Bewertungen reagieren. Die 🚏
<b>Bushaltestelle</b> bringt Gruppen fast ohne Umweltkosten und verbessert
deinen Lenkungs-Wert. Das 🌿 <b>Naturschutzgebiet</b> hebt die Umwelt um +20
und verstärkt das Naturerlebnis sperrt aber die Bauplätze im Umkreis. Und
in Welle 4 klopft ein <b>Investor</b> an: 800 € sofort gegen Umwelt 10.
Du entscheidest und der Endbericht zeigt, was daraus wurde: von der
🌍 „Nachhaltigen Modellregion" bis zur 🌧️ „Krisenregion".</div>
bringt bis zu +35 % Auto- und Busgäste. Aber er kostet Umwelt (8 beim Bau)
und macht <b>Verkehr</b>. Empfindliche Gruppen wie Senioren, Familien und
Radfahrer:innen geben dann schlechtere Bewertungen. Die 🚏
<b>Bushaltestelle</b> bringt Gruppen fast ohne Schaden für die Umwelt. Sie
hebt außerdem deinen Lenkungs-Wert. Das 🌿 <b>Naturschutzgebiet</b> verbessert
die Umwelt um +20 und macht das Naturerlebnis stärker. Dafür kannst du im
Umkreis nicht mehr bauen. Und in Welle 4 klopft ein <b>Investor</b> an: 800 €
sofort, aber die Umwelt sinkt um 10. Du entscheidest. Der Endbericht zeigt
dann, was daraus wurde von der 🌍 „Nachhaltigen Modellregion" bis zur
🌧️ „Krisenregion".</div>
<div class="b-box b-aufgaben"><b>✏️ Abschluss-Aufgaben:</b>
<ol>
<li><span class="b-stufe leicht">A</span>Vergleiche Parkplatz und
+72 -61
View File
@@ -82,12 +82,15 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
'Ein Alpental: Naturraum, Lebensraum und Wirtschaftsraum. Warth am Arlberg (Vorarlberg), Dezember 2025.') ?>
<div class="b-box b-merke"><b>Darum geht es in diesem Kapitel:</b>
Du lernst, wie <?= g('tourismus', 'Tourismus') ?> aus einem Tal einen
Wirtschaftsraum macht: welche <?= g('standortfaktor', 'Standortfaktoren') ?>
zählen, wie Preise durch <?= g('angebot-nachfrage', 'Angebot und Nachfrage') ?>
entstehen, warum <?= g('saisonalitaet', 'Saisonalität') ?> das große Risiko ist
und wie eine Region auf den Klimawandel reagieren kann, ohne Natur und Menschen
zu überfordern.</div>
Du lernst, wie aus einem stillen Tal ein Wirtschaftsraum wird ein Ort, an dem
viele Menschen mit dem <?= g('tourismus', 'Tourismus') ?> Geld verdienen.
Vier Fragen führen dich durch das Kapitel:
Welche <?= g('standortfaktor', 'Standortfaktoren') ?> entscheiden, wo man was baut?
Wie entsteht ein Preis aus <?= g('angebot-nachfrage', 'Angebot und Nachfrage') ?>?
Warum ist die <?= g('saisonalitaet', 'Saisonalität') ?> die starke Schwankung
zwischen Winter und Sommer das größte Risiko?
Und wie reagiert eine Region auf den <?= g('klimawandel', 'Klimawandel') ?>,
ohne Natur und Menschen zu überfordern?</div>
<div class="b-chips">
<span class="b-chip">AT · GW 3.53.8</span>
@@ -99,11 +102,11 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 So arbeitest du mit der Simulation:</b>
Du übernimmst 1975 die Entwicklung eines kleinen Alpentals. Alles beginnt mit
einem Gasthaus Lift, Hotel, Personal und Sommerangebote folgen Schritt für
Schritt. Drei Szenen erzählen die echte Geschichte des Alpentourismus:
Du übernimmst 1975 ein kleines Alpental. Alles beginnt mit einem Gasthaus.
Lift, Hotel, Personal und Sommerangebote folgen Schritt für Schritt. Drei
Szenen erzählen die echte Geschichte des Alpentourismus:
<b>Pionierzeit 1975 · Boom 2000 · Schneegrenze 2035</b>. Links siehst du deine
Kennzahlen, der 📋 Tagesbericht rechnet dir jede Bilanz vor, und der -Knopf
Kennzahlen. Der 📋 Tagesbericht rechnet dir jede Bilanz vor. Und der -Knopf
an jedem Bauwerk erklärt Wirkung, Kosten und Regeln <i>bevor</i> du baust.</div>
<?= buchBild('geschichte-1948',
@@ -166,18 +169,20 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<div class="b-cols">
<div>
<p>Kein Betrieb steht zufällig dort, wo er steht. Ob sich ein Gasthaus, ein
Lift oder ein Hotel lohnt, entscheiden die Eigenschaften des Ortes die
<?= g('standortfaktor', 'Standortfaktoren') ?>. Man unterscheidet
<b><?= g('harte-weiche-standortfaktoren', 'harte Faktoren') ?></b>, die man messen kann (Höhenlage, Schneesicherheit,
Erreichbarkeit, Wasser, Baugrund), und <b>weiche Faktoren</b>, die man
spürt (Landschaftsbild, Ruf, Sicherheit, Gastfreundschaft).</p>
<p>Im Gebirge ist die <b>Höhenlage</b> der wichtigste harte Faktor: Je höher
eine Bahn liegt, desto länger hält der Schnee dafür sind die Gäste weiter
weg von Gasthaus und Ortszentrum. Die <b>Erreichbarkeit</b> ist der zweite
Schlüssel: Ein Tal ohne gute Anreise bleibt leer, egal wie schön es ist.
Und manche <?= g('infrastruktur', 'Infrastruktur') ?> ist an Naturbedingungen
gebunden eine <?= g('beschneiung', 'Beschneiungsanlage') ?> braucht Wasser,
also die Nähe zum Fluss.</p>
Lift oder ein Hotel lohnt, entscheiden die Eigenschaften des Ortes. Man
nennt sie <?= g('standortfaktor', 'Standortfaktoren') ?>. Davon gibt es zwei
Arten. <b><?= g('harte-weiche-standortfaktoren', 'Harte Faktoren') ?></b> kann
man messen: die Höhenlage, die Schneesicherheit, die Erreichbarkeit, das
Wasser und den Baugrund. <b>Weiche Faktoren</b> spürt man eher: das schöne
Landschaftsbild, den guten Ruf, die Sicherheit und die Gastfreundschaft.</p>
<p>Im Gebirge ist die <b>Höhenlage</b> der wichtigste harte Faktor. Je höher
eine Bahn liegt, desto länger hält der Schnee. Dafür sind die Gäste weiter
weg vom Gasthaus und vom Ortszentrum. Auch die <b>Erreichbarkeit</b> zählt
viel: Ein Tal ohne gute Anreise bleibt leer, egal wie schön es ist.
Und manche <?= g('infrastruktur', 'Infrastruktur') ?> also die feste
Grundausstattung eines Ortes braucht besondere Bedingungen. Eine
<?= g('beschneiung', 'Beschneiungsanlage') ?> zum Beispiel braucht Wasser
und muss deshalb nahe am Fluss stehen.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('standort-lift-hang',
@@ -249,11 +254,12 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
Einnahmen</b>. Reißt ein Glied, verdient das ganze Tal weniger. Wenn mehr
Gäste kommen wollen, als der Bus bringen kann, hilft das beste Hotel nichts
der <b><?= g('engpass', 'Engpass') ?></b> bestimmt das Ergebnis.</p>
<p>Und wie entsteht der Preis? Auf rkten treffen
<?= g('angebot-nachfrage', 'Angebot und Nachfrage') ?> aufeinander. Ein hoher
Skipass-Preis bringt mehr Geld <i>pro Gast</i> aber weniger Gäste kommen
und die Zufriedenheit sinkt. Ein Dumping-Preis füllt die Pisten, lässt aber
Einnahmen liegen. Dazwischen liegt der Preis, der zur Nachfrage passt.</p>
<p>Und wie entsteht der Preis? Auf einem Markt treffen sich
<?= g('angebot-nachfrage', 'Angebot und Nachfrage') ?>. Ein hoher
Skipass-Preis bringt mehr Geld <i>pro Gast</i>. Aber es kommen weniger Gäste,
und die Zufriedenheit sinkt. Ein sehr niedriger Preis füllt zwar die Pisten,
lässt aber viel Geld liegen. Dazwischen liegt der Preis, der zur Nachfrage
passt.</p>
<p>Alles, was Gäste vor Ort ausgeben, nennt man
<?= g('wertschoepfung', 'Wertschöpfung') ?> sie sichert Löhne und
Einkommen im Tal. Wichtig: <?= g('tagesausgaben', 'Wintergäste geben mehr aus als Sommergäste') ?>.</p>
@@ -357,11 +363,13 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
Zeit einen Namen: das <?= g('sommerloch', 'Sommerloch') ?>.</p>
<p>Wie extrem das werden kann, zeigt Lech am Arlberg: <b>84 % aller
<?= g('naechtigung', 'Nächtigungen') ?> fallen dort in den Winter</b> nur
16 % in den Sommer. Ganz Österreich zeigt aber, dass es anders geht: Bei den
Nächtigungen hat der Sommer den Winter inzwischen <b>überholt</b>. Regionen
wie der Wilde Kaiser erreichen fast 1 : 1, Serfaus-Fiss-Ladis hat seine
Sommernächtigungen in zehn Jahren fast <b>verdoppelt</b> mit konsequenten
Familien- und Sommerangeboten (<?= g('ganzjahrestourismus', 'Ganzjahrestourismus') ?>).</p>
16 % in den Sommer. Ganz Österreich zeigt aber, dass es anders geht. Bei den
Nächtigungen hat der Sommer den Winter inzwischen sogar <b>überholt</b>.
Regionen wie der Wilde Kaiser erreichen fast 1 : 1. Serfaus-Fiss-Ladis hat
seine Sommernächtigungen in zehn Jahren fast <b>verdoppelt</b> mit vielen
Familien- und Sommerangeboten. Das Ziel dahinter heißt
<?= g('ganzjahrestourismus', 'Ganzjahrestourismus') ?>: Gäste das ganze Jahr,
nicht nur im Winter.</p>
<p>Aber Achtung: Gleich viele Gäste heißt nicht gleich viel Geld. Für die
Bergbahnen ersetzt <b>ein</b> fehlender Wintergast erst <b>1,3 bis 4,2
Sommergäste</b>.</p>
@@ -430,18 +438,19 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<h2>4 · Die Schneegrenze steigt: Anpassung oder Rückzug?</h2>
<div class="b-cols">
<div>
<p>Messdaten zeigen: In den Alpen schmilzt der Schnee <b>5 bis 9 Tage pro
Jahrzehnt früher</b>; seit 1970 ist die Schneesaison rund <b>einen Monat
kürzer</b> geworden. Am härtesten trifft es Skigebiete <b>unterhalb von
etwa 2.000 m</b>.</p>
<p>Regionen haben zwei Antworten. Kurzfristig hilft
<?= g('beschneiung', 'Beschneiung') ?>: Schneekanonen sichern die Saison,
brauchen aber viel Wasser, Energie und Kälte. Langfristig hilft nur
<?= g('diversifizierung', 'Diversifizierung') ?>: mehrere Standbeine statt
eines. <?= g('sanfter-tourismus', 'Sanfter Sommertourismus') ?> (Wandern,
Rad), Familienangebote und Ausflugsziele machen das Tal unabhängiger vom
Schnee die Umstellung dauert allerdings Jahre und ersetzt die
Winter-Wertschöpfung nur teilweise.</p>
<p>Messdaten zeigen: In den Alpen schmilzt der Schnee <b>5 9 Tage pro
Jahrzehnt früher</b>. Seit 1970 ist die Schneesaison rund <b>einen Monat
kürzer</b> geworden. Am härtesten trifft es Skigebiete <b>unter etwa
2.000 m</b>.</p>
<p>Regionen haben darauf zwei Antworten. Für die nächsten Jahre hilft die
<?= g('beschneiung', 'Beschneiung') ?>: Schneekanonen sichern die Saison.
Sie brauchen aber viel Wasser, viel Strom und vor allem Kälte. Auf lange
Sicht hilft nur <?= g('diversifizierung', 'Diversifizierung') ?>. Das heißt:
auf mehreren Standbeinen stehen statt nur auf einem. Ein
<?= g('sanfter-tourismus', 'sanfter Sommertourismus') ?> mit Wandern und
Radfahren, dazu Familienangebote und Ausflugsziele all das macht das Tal
unabhängiger vom Schnee. Diese Umstellung dauert aber Jahre. Und sie ersetzt
das Winter-Einkommen nur zum Teil.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('klimawandel-kunstschneeband',
@@ -518,23 +527,25 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<h2>5 · Wachstum, Natur und Menschen: Wer bekommt das Tal?</h2>
<div class="b-cols">
<div>
<p>Fläche ist knapp. Jeder Lift bedeutet Rodung, jedes Hotel verbraucht
Wiese und genau wegen dieser Landschaft kommen die Gäste. Diesen Streit
um den Raum nennt man <?= g('raumnutzungskonflikt', 'Raumnutzungskonflikt') ?>.
Wird er ignoriert, kippt der Erfolg: <?= g('uebertourismus', 'Übertourismus') ?>
verstopft Straßen, verärgert Einheimische und vertreibt am Ende genau die
Gäste, die Ruhe suchten.</p>
<p>Es gibt Gegenmittel: <b><?= g('renaturierung', 'Renaturierung') ?></b>
(Aufforsten gibt der Natur Fläche zurück und macht Eingriffe rückgängig),
<b>öko-effiziente Betriebe</b> (Solar spart Kosten UND
schont die Natur eine Investition, die sich doppelt rechnet) und
<?= g('soziale-verantwortung', 'soziale Verantwortung') ?>: Wer seinem
Personal gute Unterkünfte bietet, bekommt zufriedene Mitarbeiter:innen
und die Gäste spüren den freundlicheren Service. Ein Win-win.</p>
<p>Und wenn Betriebe wachsen? Vier kleine Gasthäuser zusammen leisten
viel <b>ein großes</b> leistet dasselbe mit geringeren Kosten pro Gast,
weil feste Kosten wie Küche oder Heizung nur einmal anfallen.
Diesen Vorteil großer Betriebe nennt man <b><?= g('skaleneffekt', 'Skaleneffekt') ?></b>.</p>
<p>Fläche ist knapp. Für jeden Lift muss man Wald roden, also Bäume fällen.
Jedes Hotel verbraucht eine Wiese. Und genau wegen dieser Landschaft kommen
die Gäste. Diesen Streit um den knappen Raum nennt man
<?= g('raumnutzungskonflikt', 'Raumnutzungskonflikt') ?>. Ignoriert man ihn,
kippt der Erfolg. Dann kommt der <?= g('uebertourismus', 'Übertourismus') ?>:
Zu viele Gäste verstopfen die Straßen, verärgern die Einheimischen und
vertreiben am Ende genau die Gäste, die Ruhe suchten.</p>
<p>Dagegen gibt es Gegenmittel. Bei der
<b><?= g('renaturierung', 'Renaturierung') ?></b> pflanzt man neue Bäume und
gibt der Natur Fläche zurück. <b>Öko-effiziente Betriebe</b> nutzen zum
Beispiel Solarstrom: Das spart Kosten und schont die Natur zugleich. Und
<?= g('soziale-verantwortung', 'soziale Verantwortung') ?> heißt, gut für
die Menschen zu sorgen. Wer dem Personal gute Unterkünfte bietet, hat
zufriedene Mitarbeiter:innen und die Gäste spüren den freundlicheren
Service.</p>
<p>Und wenn Betriebe wachsen? Ein großer Betrieb arbeitet oft günstiger als
viele kleine. Der Grund: Feste Kosten wie Küche oder Heizung fallen nur
einmal an. Diesen Vorteil großer Betriebe nennt man
<b><?= g('skaleneffekt', 'Skaleneffekt') ?></b>.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('zielkonflikt-baustelle-natur',
+67 -56
View File
@@ -73,22 +73,23 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
'Käse aus dem Bregenzer-Wald. Manches Essen kommt von ganz nah.', true) ?>
<?php else: ?>
<p class="b-leitfrage">Woher kommen die Zutaten auf deinem Teller und welche
Spuren hinterlässt ihr Weg zu uns, beim Klima, im Geldbörsel und bei den
Menschen, die sie anbauen?</p>
<p class="b-leitfrage">Woher kommen die Zutaten auf deinem Teller? Und was
hinterlässt ihr weiter Weg beim Klima, beim Preis und bei den Menschen,
die sie anbauen?</p>
<?= buchBild('opener-fruehstueckstisch',
'Gedeckter Frühstückstisch von oben fotografiert: Brot, Butter, Honig, Kakao, Banane, Orangensaft, Müsli Alltagsmotiv aus der eigenen Küche.',
'Ein ganz normales Frühstück und eine kleine Weltreise: Kakao aus Westafrika, Banane aus Ecuador, Orangensaft aus Brasilien, Brot und Butter aus der Region.') ?>
<div class="b-box b-merke"><b>Darum geht es in diesem Kapitel:</b>
Du lernst, warum dein Essen eine Weltreise hinter sich hat: welche
<?= g('klimazone', 'Klimazonen') ?> bestimmen, wo etwas wächst, wie der
<?= g('welthandel', 'Welthandel') ?> die Zutaten zu uns bringt, wer daran
wie viel verdient und wie du mit dem
Dein Essen hat oft eine Weltreise hinter sich. Du lernst, warum das so ist.
<?= g('klimazone', 'Klimazonen') ?> entscheiden, wo etwas wächst.
Der <?= g('welthandel', 'Welthandel') ?> bringt die Zutaten zu uns.
Du siehst auch, wer am Essen wie viel verdient.
Und du lernst, wie du selbst etwas bewegen kannst: mit dem
<?= g('co2-fussabdruck-lebensmittel', 'CO₂-Fußabdruck') ?> deines Tellers,
mit <?= g('saisonal-regional', 'saisonalem und regionalem') ?> Einkauf und
<?= g('fair-trade', 'Fair Trade') ?> selbst etwas bewegen kannst.</div>
mit <?= g('fair-trade', 'Fair Trade') ?>.</div>
<div class="b-chips">
<span class="b-chip">AT · GW 1.8 &amp; 1.9</span>
@@ -105,10 +106,10 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
🇦🇹🇩🇪🇨🇭 DACH · 🇪🇺 Europa · 🌍 Exotisch). Zu jedem Gericht bekommst du zuerst
das <b>echte Rezept</b> mit Schritten, Zubereitungszeit und Nährwerten. Dann
tippst du für jede <b>Welt-Zutat</b> (Pfeffer, Kakao, Reis …) auf der
Weltkarte an, aus welchem Land sie typischerweise zu uns kommt manche
Weltkarte an, aus welchem Land sie typischerweise zu uns kommt. Manche
Zutaten haben sogar zwei Hauptländer. Richtige Antworten bringen Punkte und
bis zu <b>10 Abzeichen</b>, und am Ende jedes Gerichts rechnet dir die
<b>Klimabilanz</b> vor, wie weit deine Zutaten gereist sind.</div>
bis zu <b>10 Abzeichen</b>. Am Ende jedes Gerichts zeigt dir die
<b>Klimabilanz</b>, wie weit deine Zutaten gereist sind.</div>
<?= buchBild('sennerei-kaese',
'Käselaibe in einer Sennerei, einem Käsekeller oder auf einem Marktstand (Bregenzerwald).',
@@ -183,10 +184,12 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<b>Herkunftsgeschichte</b> und die beginnt für dich am Regal: Bei
Obst und Gemüse muss das Herkunftsland angegeben sein.</p>
<p>Wie viel ein Land selbst erzeugt, misst der
<b><?= g('selbstversorgungsgrad', 'Selbstversorgungsgrad') ?></b>: 100 % heißt, die eigene Erzeugung deckt
genau den eigenen Verbrauch. Österreich ist bei Milch weit darüber
wir exportieren also und bei Obst, Fisch oder Reis weit darunter.
Was fehlt, muss <b>importiert</b> werden: aus Nachbarländern, aus
<b><?= g('selbstversorgungsgrad', 'Selbstversorgungsgrad') ?></b>.
100 % heißt: Ein Land erzeugt genau so viel, wie es verbraucht. Bei
Milch liegt Österreich weit darüber. Den Überschuss verkaufen wir ins
Ausland das nennt man <b>exportieren</b>. Bei Obst, Fisch oder Reis
liegt Österreich weit darunter. Was hier fehlt, kaufen wir aus anderen
Ländern zu das nennt man <b>importieren</b>: aus Nachbarländern, aus
Südeuropa oder per Schiff aus Übersee.</p>
</div>
<div>
@@ -279,33 +282,36 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<div class="b-cols">
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<p>Dass Vorarlberger Bäuer:innen keinen Kakao anbauen, liegt nicht am
Fleiß, sondern an der <?= g('klimazone', 'Klimazone') ?>: Die
Fleiß. Es liegt an der <?= g('klimazone', 'Klimazone') ?>. Die
<?= g('kakao-bohne', 'Kakao-Bohne') ?> braucht das ganze Jahr über
Wärme, hohe Luftfeuchtigkeit und Schatten solche Bedingungen gibt es
Wärme, hohe Luftfeuchtigkeit und Schatten. Solche Bedingungen gibt es
nur im „Kakaogürtel" rund um den Äquator. Ähnlich wählerisch sind
Banane, Vanille, Pfeffer und Zimt: lauter <b>tropische Kulturen</b>,
oft angebaut auf großen <?= g('plantage', 'Plantagen') ?>.</p>
Banane, Vanille, Pfeffer und Zimt. Das sind alles <b>tropische
Kulturen</b> Pflanzen also, die nur in den heißen Tropen wachsen.
Angebaut werden sie oft auf großen
<?= g('plantage', 'Plantagen') ?>.</p>
<p>Reis wiederum liebt Wärme <i>und</i> viel Wasser. In Süd- und
Südostasien liefert der <?= g('monsun', 'Monsun') ?> beides: Der
Sommer-Monsun bringt gewaltige Regenmengen, die die Reisfelder fluten.
Rund <b>90 % der Welternte</b> wachsen deshalb in Asien.
<span class="q">[2]</span> Unsere <b>gemäßigte Zone</b> ist dafür das
Revier von Weizen, Roggen, Erdäpfeln und Äpfeln und für Pasta wächst
der <?= g('hartweizen', 'Hartweizen') ?> am liebsten dort, wo es
trockener und heißer ist, etwa in Italien oder Kanada. Übrigens hängt
fast jede dieser Kulturen an einem unscheinbaren Helfer: Ohne
<?= g('bestaeubung', 'Bestäubung') ?> durch Insekten gäbe es weder
<span class="q">[2]</span> Bei uns ist das Klima gemäßigt nicht zu
heiß und nicht zu kalt, mit Sommer und Winter. Diese <b>gemäßigte
Zone</b> ist das Revier von Weizen, Roggen, Erdäpfeln und Äpfeln. Für
Pasta braucht man <?= g('hartweizen', 'Hartweizen') ?>. Der mag es
trockener und heißer und wächst am liebsten in Italien oder Kanada.
Übrigens hängt fast jede dieser Pflanzen an einem unscheinbaren Helfer:
Ohne <?= g('bestaeubung', 'Bestäubung') ?> durch Insekten gäbe es weder
Kakaofrucht noch Apfel.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('gewuerzregal-tropen',
'Eigenes Gewürzregal oder Speisekammer, nah fotografiert: Pfeffermühle, Zimtstangen, Vanilleschote, Kakaopulver.',
'Tropen im Küchenkasten: Pfeffer (Vietnam), Zimt (Sri Lanka), Vanille (Madagaskar), Kakao (Westafrika) kein einziges dieser Gewürze wächst in Europa.') ?>
<div class="b-box b-merke"><b>Merke:</b> Klimazonen bestimmen die
<b>Anbaugrenzen</b>: Tropische Kulturen wie Kakao, Banane oder Vanille
können bei uns nicht wachsen. Ohne Welthandel gäbe es hier weder
Schokolade noch Reis ohne heimische Landwirtschaft weder Brot noch
Milch.</div>
<div class="b-box b-merke"><b>Merke:</b> Das Klima setzt jeder Pflanze
eine <?= g('anbaugrenze', 'Anbaugrenze') ?>. Tropische Pflanzen wie
Kakao, Banane oder Vanille können bei uns nicht wachsen. Ohne Welthandel
gäbe es hier also weder Schokolade noch Reis. Ohne heimische
Landwirtschaft gäbe es weder Brot noch Milch.</div>
</div>
</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Die „falschen" Länder
@@ -367,22 +373,24 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<div class="b-cols">
<div>
<p>Zwischen Ernte und Regal liegt eine lange Kette: Anbau → Ernte →
Transport → Verarbeitung → Handel. Am Beispiel Kakao: Fast die Hälfte
der Welternte bei rund <b>4,7 Mio. Tonnen</b> pro Jahr wächst in nur
zwei Ländern, <b>Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste) und Ghana</b>.
<span class="q">[3]</span> Millionen Kleinbauern-Familien leben dort vom
Kakao, oft in <?= g('monokultur', 'Monokultur') ?>. Containerschiffe
bringen die Bohnen nach Europa, verarbeitet wird meist erst hier auch
die Schweiz, Deutschland und Österreich verdienen also an Schokolade
kräftig mit.</p>
<p>Wie das Geld entlang dieser
<b><?= g('wertschoepfungskette', 'Wertschöpfungskette') ?></b> verteilt ist,
überrascht viele: Von einem Euro, den wir für Schokolade ausgeben,
erreichen nur etwa <b>8 Cent</b> die Kakaobauern-Familien der Rest
bleibt bei Verarbeitung, Marke und Handel. <span class="q">[4]</span>
Wer den Anbau fairer machen will, greift zu
<?= g('fair-trade', 'Fair Trade') ?>: garantierte Mindestpreise plus
Prämie für die Gemeinschaft mehr dazu auf Seite 5.</p>
Transport → Verarbeitung → Handel. Nimm den Kakao als Beispiel. Fast
die Hälfte der Welternte rund <b>4,7 Mio. Tonnen</b> pro Jahr
wächst in nur zwei Ländern: <b>Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste) und
Ghana</b>. <span class="q">[3]</span> Millionen Kleinbauern-Familien
leben dort vom Kakao. Oft bauen sie nur diese eine Pflanze an. Das
nennt man <?= g('monokultur', 'Monokultur') ?>. Große Schiffe bringen
die Bohnen dann nach Europa. Verarbeitet werden sie meist erst hier.
Auch die Schweiz, Deutschland und Österreich verdienen an der
Schokolade also kräftig mit.</p>
<p>Auf jeder Station dieser Kette wird die Ware wertvoller. Deshalb
heißt sie <b><?= g('wertschoepfungskette', 'Wertschöpfungskette') ?></b>.
Wie das Geld auf ihr verteilt ist, überrascht viele. Von einem Euro,
den wir für Schokolade zahlen, kommen nur etwa <b>8 Cent</b> bei den
Kakaobauern-Familien an. Der Rest bleibt bei Verarbeitung, Marke und
Handel. <span class="q">[4]</span> Wer den Anbau fairer machen will,
greift zu <?= g('fair-trade', 'Fair Trade') ?>: garantierte
Mindestpreise plus eine Prämie für die Gemeinschaft. Mehr dazu auf
Seite 5.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('wolfurt-container',
@@ -476,9 +484,11 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
im Schnitt weniger als 10 %</b> des
<?= g('co2-fussabdruck-lebensmittel', 'CO₂-Fußabdrucks') ?> von
Lebensmitteln aus. <span class="q">[5]</span> Entscheidend ist die
<b>Erzeugung</b>: 1 kg Rindfleisch verursacht rund <b>60 kg</b>
Treibhausgase, 1 kg Linsen oder Erbsen <b>weniger als 1 kg</b>. Ein
Rindsgulasch aus der Region kann das Klima also stärker belasten als
<b>Erzeugung</b>, also wie ein Lebensmittel wächst oder gehalten wird.
1 kg Rindfleisch verursacht rund <b>60 kg</b>
<?= g('treibhausgas', 'Treibhausgase') ?> das sind Gase, die die Erde
aufheizen. 1 kg Linsen oder Erbsen verursacht <b>weniger als 1 kg</b>.
Ein Rindsgulasch aus der Region kann das Klima also stärker belasten als
ein Linsencurry mit Gewürzen aus Übersee.</p>
<p>Beim Transport zählt vor allem das <b>Wie</b>: Fast 60 % der
Lebensmittel-Transportkilometer laufen über das Schiff, nur 0,16 % über
@@ -592,13 +602,14 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
Siegel wie Fairtrade garantieren Mindestpreise und eine Prämie für
Schulen, Brunnen oder Werkzeug ein direkter Hebel gegen die 8-Cent-Bilanz
von Seite 3. Und ein dritter Hebel kostet gar nichts:
<b>weniger wegwerfen</b>. Wenn essbare Lebensmittel im Müll landen,
sprechen Fachleute von
<?= g('lebensmittelverschwendung', 'Lebensmittelverschwendung') ?> und
die ist enorm: Österreichs Haushalte entsorgen pro Jahr rund
<b>635.000 Tonnen</b> Lebensmittel, etwa <b>70 kg pro Person</b> mehr
als die Hälfte davon wäre vermeidbar. <span class="q">[8]</span> Essen,
das im Müll landet, hat seine ganze Weltreise umsonst gemacht.</p>
<b>weniger wegwerfen</b>. Wenn noch essbare Lebensmittel im Müll landen,
nennt man das
<?= g('lebensmittelverschwendung', 'Lebensmittelverschwendung') ?>. Und
die ist enorm. Österreichs Haushalte werfen pro Jahr rund
<b>635.000 Tonnen</b> Lebensmittel weg etwa <b>70 kg pro Person</b>.
Mehr als die Hälfte davon wäre noch gut gewesen.
<span class="q">[8]</span> Essen im Müll hat seine ganze Weltreise
umsonst gemacht.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('fairtrade-siegel',