From e06681d522b563be7485821a27f28af1d0d70844 Mon Sep 17 00:00:00 2001
From: Thomas
Ob das gelingt, zeigt die = g('netzfrequenz', 'Netzfrequenz') ?>: - Im europäischen = g('verbundnetz', 'Verbundnetz') ?> schwingt der - Wechselstrom 50-mal pro Sekunde – 50 = g('hertz', 'Hertz') ?>. - Wird mehr verbraucht als erzeugt, sinkt die - Frequenz; wird zu viel erzeugt, steigt sie. Schon Abweichungen von - wenigen Zehntel-Hertz sind kritisch. Am 8. Jänner 2021 riss eine - Störung in Kroatien das europäische Netz in zwei Teile – die Frequenz - fiel auf 49,74 Hz, und nur automatische Schutzmaßnahmen - verhinderten Schlimmeres. [4]
-Dazu kommt: Der Verbrauch schwankt im Tagesrhythmus – das - = g('lastprofil', 'Lastprofil') ?>. Nachts ist er niedrig, am Morgen - steigt er (Duschen, Kochen, Betriebe starten), und am Abend kommt die - größte Spitze, wenn Familien heimkommen, kochen und Bildschirme - einschalten.
+Ob das gelingt, verrät die = g('netzfrequenz', 'Netzfrequenz') ?>. + Fast alle Länder Europas hängen an einem einzigen, gemeinsamen Netz – + dem = g('verbundnetz', 'Verbundnetz') ?>. Darin fließt der Strom als + Wechselstrom: Er wechselt 50-mal pro Sekunde die Richtung. Das nennt man + 50 = g('hertz', 'Hertz') ?>. Wird mehr Strom verbraucht als + erzeugt, wird dieser Takt langsamer – die Frequenz sinkt. Wird zu viel + erzeugt, steigt sie. Schon kleine Abweichungen sind gefährlich.
+Wie gefährlich, zeigte der 8. Jänner 2021. Eine Störung in Kroatien + riss das europäische Netz in zwei Teile. Die Frequenz fiel auf + 49,74 Hz. Nur automatische Notschalter verhinderten Schlimmeres. + [4]
+Dazu kommt: Der Verbrauch ist nicht immer gleich hoch. Er schwankt + über den Tag – das nennt man = g('lastprofil', 'Lastprofil') ?>. Nachts + brauchen wir wenig Strom. Am Morgen steigt der Bedarf: Alle duschen, + kochen, und die Betriebe starten. Am Abend kommt die größte Spitze. Dann + kommen die Familien heim, kochen und schalten Bildschirme ein.
Deutschland hat weniger Gebirge, dafür windreiche Küsten: Dort ist +
Deutschland hat weniger Gebirge, dafür windreiche Küsten. Dort ist die = g('windenergie', 'Windkraft') ?> mit 31,5 % die wichtigste - Stromquelle, gefolgt von Kohle und = g('photovoltaik', 'Photovoltaik') ?>; - insgesamt stammten 2024 59,4 % aus erneuerbaren Quellen. - [2] Die Schweiz ähnelt Österreich: Etwa - 60 % Wasserkraft, dazu aber gut 28 % aus - = g('kernenergie', 'Kernkraftwerken') ?>. - [3]
+ Stromquelle. Danach kommen Kohle und + = g('photovoltaik', 'Photovoltaik') ?>. Insgesamt stammten 2024 + 59,4 % des Stroms aus erneuerbaren Quellen. + [2] +Die Schweiz ähnelt Österreich: etwa 60 % Wasserkraft. Dazu + kommen aber gut 28 % aus + = g('kernenergie', 'Kernkraftwerken') ?>. [3]
Der Strommix ist also Erdkunde pur: Berge und Niederschlag machen Wasserkraft möglich, flaches windiges Land begünstigt Windräder, sonnenreiche Dächer die Photovoltaik.
@@ -300,10 +304,11 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';Richtig ernst wird es bei einer = g('dunkelflaute', 'Dunkelflaute') ?>: - tagelang Hochnebel, kaum Wind. Anfang November 2024 lieferten Wind und - Sonne in Deutschland an einem Abend zeitweise nur noch rund 0,15 % - des Strombedarfs – der Preis an der = g('stromboerse', 'Strombörse') ?>, - wo Strom für jede Stunde des nächsten Tages gehandelt wird, schoss von - durchschnittlich 79 € auf über 800 € pro Megawattstunde. - [5]
+Richtig ernst wird es bei einer = g('dunkelflaute', 'Dunkelflaute') ?>. + Dann liegt tagelang Hochnebel über dem Land, und es weht kaum Wind. Anfang + November 2024 passierte das in Deutschland. An einem Abend lieferten Wind + und Sonne zusammen nur noch rund 0,15 % des Strombedarfs.
+Das treibt den Preis. Strom wird an einer Börse gehandelt – der + = g('stromboerse', 'Strombörse') ?>. Dort kauft man Strom für jede + Stunde des nächsten Tages im Voraus. In dieser Nacht schoss der Preis in + die Höhe: von durchschnittlich 79 € auf über 800 € pro + Megawattstunde. [5]
Auch die Jahreszeiten mischen mit: Im Winter ist der Verbrauch am höchsten (Heizen, Licht), die Sonnenausbeute aber am niedrigsten. Je mehr ein Land auf Wetterstrom setzt, desto wichtiger werden @@ -471,8 +478,10 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php'; = g('lageenergie', 'Höhenenergie') ?> im Bergsee. Wird Strom gebraucht, rauscht das Wasser durch Druckrohre zurück ins Tal und treibt = g('turbine', 'Turbinen') ?> an. Ein Pumpspeicher ist - in weniger als zwei Minuten auf voller Leistung – deshalb ist er - die wichtigste = g('regelreserve', 'Regelreserve') ?> im Netz.
+ in weniger als zwei Minuten auf voller Leistung. Fehlt plötzlich + Strom, springt er also sofort ein. Genau diese schnelle Notreserve nennt + man = g('regelreserve', 'Regelreserve') ?> – und dabei ist der + Pumpspeicher der wichtigste Helfer im Netz.Gratis ist das nicht: Der = g('wirkungsgrad', 'Wirkungsgrad') ?> über den ganzen Kreislauf liegt bei 75 bis 80 % – von 100 kWh, die du zum Pumpen einsetzt, kommen also rund 80 zurück. @@ -493,7 +502,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php'; Obervermuntwerk II: 360 MW [7] · Lünerseewerk II (geplant): ~1.000 MW, ~1.300 m Fallhöhe, 2,65 Mrd. € [8] · - Wirkungsgrad Pumpspeicher: 75–80 % [9]
Ein Teil des Strombedarfs ist rund um die Uhr da: Kühlhäuser, Krankenhäuser, Server, Industrieöfen – die - = g('grundlast', 'Grundlast') ?>. Darüber wellt sich der Tagesgang - bis zur = g('spitzenlast', 'Spitzenlast') ?> am Abend. Für jede Ebene - gibt es Spezialisten: - = g('laufwasserkraftwerk', 'Laufwasserkraftwerke') ?> – sie nutzen die - stetige Strömung eines Flusses und laufen Tag und Nacht durch – tragen - die Grundlast, schnelle Pumpspeicher- und Gaskraftwerke fangen die - Spitzen und Prognosefehler ab. Koordiniert wird das Ganze vom - = g('netzbetreiber', 'Netzbetreiber') ?>: In Österreich überwacht die - Austrian Power Grid (APG) das Übertragungsnetz rund um die Uhr.
-Reicht das nicht, greift der Notfallplan: Bei fallender Frequenz - werden zuerst Reserven aktiviert, dann ganze Regionen gezielt - abgeschaltet – der = g('lastabwurf', 'Lastabwurf') ?>. Er ist die - letzte Bremse vor dem = g('blackout', 'Blackout') ?>, dem - großflächigen, tagelangen Stromausfall. Österreich bereitet sich - ernsthaft darauf vor: Bundesheer und Zivilschutz empfehlen jedem - Haushalt einen Vorrat – Trinkwasser (etwa 2 Liter pro Person und Tag), - haltbare Lebensmittel und Medikamente für rund zwei Wochen, dazu - Taschenlampe, Kerzen, Batterieradio und etwas Bargeld. - [11]
-Und du? Wer Strom spart – Standby ausschalten, effiziente Geräte, - Wäsche zur Mittagszeit statt zur Abendspitze –, entlastet nicht nur die - eigene Stromrechnung, sondern auch das Netz. Genau dann Strom zu - verbrauchen, wenn viel da ist, wird in Zukunft immer wichtiger.
+ = g('grundlast', 'Grundlast') ?>. Darüber steigt der Bedarf über den + Tag an, bis zur = g('spitzenlast', 'Spitzenlast') ?> am Abend. Für jede + Aufgabe gibt es eigene Kraftwerke. Die Grundlast tragen zum Beispiel + = g('laufwasserkraftwerk', 'Laufwasserkraftwerke') ?>. Sie nutzen die + stetige Strömung eines Flusses und laufen Tag und Nacht durch. Für die + kurzen Spitzen am Abend braucht man schnelle Kraftwerke. Pumpspeicher und + Gaskraftwerke springen dann in wenigen Minuten ein. +Wer behält bei all dem den Überblick? Das ist die Aufgabe der + = g('netzbetreiber', 'Netzbetreiber') ?>. In Österreich überwacht die + Firma Austrian Power Grid (APG) das große Stromnetz – rund um die Uhr.
+Reicht die Reserve einmal nicht, kommt der Notfallplan. Fällt die + Frequenz, schalten die Netzbetreiber zuerst zusätzliche Reserven dazu. + Hilft auch das nicht, schalten sie ganze Regionen gezielt für kurze Zeit + ab. Das nennt man = g('lastabwurf', 'Lastabwurf') ?>. Er ist die letzte + Bremse vor dem = g('blackout', 'Blackout') ?> – einem + großflächigen Stromausfall, der Tage dauern kann.
+Österreich bereitet sich ernsthaft darauf vor. Bundesheer und + Zivilschutz empfehlen jedem Haushalt einen Vorrat. Dazu gehören: + Trinkwasser (etwa 2 Liter pro Person und Tag), haltbare Lebensmittel und + Medikamente für rund zwei Wochen. Dazu Taschenlampe, Kerzen, ein + Batterieradio und etwas Bargeld. [11]
+Und du? Auch du kannst helfen. Wer Strom spart, entlastet nicht nur + die eigene Stromrechnung, sondern auch das Netz. Schalte Geräte ganz aus + statt in den Standby. Wasch die Wäsche lieber zu Mittag als zur + Abendspitze. Strom genau dann zu verbrauchen, wenn viel davon da ist, + wird in Zukunft immer wichtiger.
Warum drängen sich an manchen Orten die Gäste, während - andere leer bleiben – und wie lenkt eine Region ihre Besucherströme so, - dass Gäste, Einheimische und Natur gewinnen?
+Warum drängen sich an manchen Orten alle Gäste, + während andere leer bleiben? Und wie führt eine Region ihre Gäste so, + dass alle gewinnen – Gäste, Einheimische und die Natur?
= buchBild('opener-ausflugsziel-andrang', 'Beliebtes Ausflugsziel mit sichtbarem Andrang: viele Menschen auf einem Wanderweg oder an einem Aussichtspunkt (z. B. Karren-Kante Dornbirn, Pfänder oder Rappenlochschlucht an einem Schönwettertag).', 'Alle wollen zum selben Platz: Besucherströme an einem Aussichtspunkt. Wer sie versteht, kann sie lenken.') ?>Gäste verteilen sich nicht gleichmäßig – sie folgen Sehenswürdigkeiten, - Wegen und Empfehlungen aus dem Internet. So entstehen Besucherströme: - vorhersagbare Bewegungen vieler Menschen durch einen Raum. Wo sich die - Ströme stauen, kippt der = g('tourismus', 'Tourismus') ?> ins Gegenteil: - = g('uebertourismus', 'Übertourismus') ?> verstopft Gassen und Straßen, - verärgert Einheimische und zerstört genau das Erlebnis, für das die Gäste - gekommen sind.
-Das bekannteste Beispiel Österreichs ist Hallstatt: 740 - Einwohner:innen – aber gut 1,2 Millionen Tagesgäste im Jahr. Die Gemeinde - steuert dagegen: Seit 2019 dürfen höchstens 54 Reisebusse pro Tag - kommen, und die Veranstalter müssen ihren Zeit-Slot vorab buchen. 15 - Beschäftigte kümmern sich nur um Busse, Autos und Verkehr. - [1]
-= g('besucherlenkung', 'Besucherlenkung') ?> hat viele - = g('lenkungsinstrumente', 'Werkzeuge') ?>: - Information (Beschilderung, Apps, Live-Auslastung), - Reservierung (Slots, Tickets), Preise (Eintritt, Parkgebühr, - = g('angebot-nachfrage', 'Nachfrage') ?> über den Preis steuern), - Sperren (Fahrverbote, Zufahrtszeiten) – und als freundlichstes - Werkzeug: attraktive Alternativen schaffen, damit sich die Ströme - von selbst verteilen.
+Stell dir vor, alle wollen zum selben schönen Aussichtspunkt. + Gäste verteilen sich nämlich nicht gleichmäßig. Sie folgen berühmten + Orten, Wegen und Tipps aus dem Internet. So entstehen + Besucherströme. Das sind Bewegungen vieler Menschen, die man + vorhersagen kann. Doch wo sich zu viele Gäste stauen, kippt der + = g('tourismus', 'Tourismus') ?> ins Gegenteil. Dann spricht man von + = g('uebertourismus', 'Übertourismus') ?>: zu viele Gäste für einen Ort. + Die Gassen sind verstopft. Die Einheimischen ärgern sich. Und das schöne + Erlebnis ist kaputt – genau das, wofür die Gäste gekommen sind.
+Das bekannteste Beispiel in Österreich ist Hallstatt. Im Dorf + leben nur 740 Menschen. Aber jedes Jahr kommen gut 1,2 Millionen + Tagesgäste. Die Gemeinde steuert dagegen. Seit 2019 dürfen pro Tag + höchstens 54 Reisebusse ins Dorf. Jeder Busfahrer muss vorher eine + feste Ankunftszeit buchen. 15 Angestellte kümmern sich nur um Busse, + Autos und Verkehr. [1]
+Für die = g('besucherlenkung', 'Besucherlenkung') ?> gibt es viele + = g('lenkungsinstrumente', 'Werkzeuge') ?>. Man kann informieren: + mit Schildern, Apps und Anzeigen, wo gerade viel los ist. Man kann + Plätze reservieren lassen: mit festen Zeiten und Tickets. Man kann + über den Preis steuern: Eintritt oder Parkgebühr machen einen Ort + teurer, dann kommen weniger Gäste – so wirkt der Preis auf die + = g('angebot-nachfrage', 'Nachfrage') ?>. Man kann sperren: mit + Fahrverboten oder festen Zufahrtszeiten. Am freundlichsten aber ist ein + anderes Werkzeug: schöne Alternativen anbieten. Dann verteilen sich + die Gäste von selbst.
In der Stadt zahlen Geschäfte in der Fußgängerzone die höchsten Mieten – - für die „1a-Lage". Der Grund heißt = g('frequenz', 'Frequenz') ?>: die Zahl der Menschen, - die vorbeikommen. Jeder Meter Abstand vom Strom kostet Kundschaft, denn - kaum jemand macht einen Umweg für ein Angebot, das er nicht kennt. Was - für die Einkaufsstraße gilt, gilt genauso für die Tourismusregion: Der +
Denk an eine Einkaufsstraße in der Stadt. In der Fußgängerzone sind + die Mieten am höchsten. Warum? Weil dort die meisten Menschen vorbeigehen. + Diese Zahl der Vorbeigehenden nennt man + = g('frequenz', 'Frequenz') ?>. Jeder Meter Abstand vom Strom + kostet Kundschaft. Denn kaum jemand macht einen Umweg für ein Angebot, + das er nicht kennt. In einer Tourismusregion ist es genauso. Der wichtigste = g('standortfaktor', 'Standortfaktor') ?> ist die Lage am Weg.
-Das ist keine neue Erkenntnis. Schon an mittelalterlichen Handels- und - Passrouten reihten sich Gasthöfe, Herbergen und Schmieden – wer den Strom - der Reisenden bediente, verdiente. Heute wiederholt sich das Muster am - Radweg (Kiosk, Radwerkstatt), am Wanderweg (Jausenstation, Alpe) und an - der Ausflugsstraße (Gasthof mit Parkplatz).
-Zur Lage kommt die = g('kapazitaet', 'Kapazität') ?>: Auch das bestgelegene Café kann - nur eine begrenzte Zahl von Gästen gleichzeitig bedienen. Und Angebote - verstärken sich gegenseitig: Wo Spielplatz, Eisdiele und WC - beieinanderliegen, bleiben Familien länger als bei jedem Angebot allein – - Fachleute sprechen von = g('kopplungseffekt', 'Kopplungseffekten') ?>.
+Das war schon immer so. Schon vor 500 Jahren standen an den Handels- + und Passwegen Gasthöfe, Herbergen und Schmieden. Wer die Reisenden + bediente, verdiente Geld. Heute ist es dasselbe Muster: ein Kiosk am + Radweg, eine Jausenstation am Wanderweg, ein Gasthof mit Parkplatz an der + Ausflugsstraße.
+Zur Lage kommt die = g('kapazitaet', 'Kapazität') ?>. Damit + meint man, wie viele Gäste ein Angebot auf einmal schafft. Auch das beste + Café kann nur so viele Menschen bedienen, wie Platz haben. Und Angebote + helfen sich gegenseitig. Wo Spielplatz, Eisdiele und WC nah + beieinander liegen, bleiben Familien länger als bei einem Angebot allein. + Fachleute nennen das = g('kopplungseffekt', 'Kopplungseffekt') ?>: Ein + Angebot zieht die anderen mit.
„Die Gäste" gibt es nicht. Der Tourismus unterscheidet - Zielgruppen – Gruppen mit ähnlichen Wünschen, ähnlichem Budget und - ähnlicher Anreise: Familien (Auto; brauchen Spielplatz, WC, kurze Wege), - Wandergruppen (zu Fuß; Natur, Aussicht, Einkehr), Radfahrer:innen - (Radweg; schnell unterwegs, kurze Stopps, Werkstatt), Busreisegruppen - (Bus; Programm, Souvenirs – und zwingend ein Busparkplatz), dazu - Seniorengruppen, Schulklassen und anspruchsvolle Paare. Wer alle - gleichzeitig ansprechen will, spricht am Ende niemanden richtig an – - erfolgreiche Regionen wählen Schwerpunkte - (= g('diversifizierung', 'und verbreitern sie bewusst') ?>).
-Zur Zielgruppe gehört ihr Verkehrsmittel: Rund 75 % der - Übernachtungsgäste in Österreich reisen mit dem Pkw an, nur 11 % - mit der Bahn und 7 % mit dem Flugzeug. [3] - Diese Aufteilung der Wege auf die Verkehrsmittel nennt man - = g('modal-split', 'Modal Split') ?> – an ihr liest eine Region ab, - wie autolastig ihr Tourismus ist. - Für eine Region heißt das: Wer nur Parkplätze baut, holt noch mehr Autos - ins Tal – wer Bahn, Bus und Radweg stärkt, erschließt neue Gäste - ohne neuen Autoverkehr.
-Gerade der Radtourismus ist ein Wirtschaftsfaktor geworden: - Die österreichische Radwirtschaft erwirtschaftet rund 2,9 Milliarden € - Wertschöpfung und beschäftigt etwa 46.000 Menschen – zwei Drittel - der direkt Beschäftigten arbeiten im Radtourismus. +
„Die Gäste" gibt es nicht. Jede Gruppe hat andere Wünsche. Fachleute + teilen die Gäste darum in Zielgruppen ein. Das sind Gruppen mit + ähnlichen Wünschen, ähnlichem Geld und ähnlicher Anreise. Familien kommen + mit dem Auto und brauchen Spielplatz, WC und kurze Wege. Wandergruppen + kommen zu Fuß und wollen Natur, Aussicht und eine Einkehr. Radfahrer:innen + sind schnell, machen kurze Stopps und brauchen eine Werkstatt. Busgruppen + wollen ein Programm und Andenken – und unbedingt einen Busparkplatz. Dazu + kommen Seniorengruppen, Schulklassen und anspruchsvolle Paare. Wer allen + zugleich gefallen will, gefällt am Ende niemandem richtig. Kluge Regionen + wählen darum Schwerpunkte und bauen sie + = g('diversifizierung', 'nach und nach breiter aus') ?>.
+Zu jeder Zielgruppe gehört ihr Verkehrsmittel. In Österreich + kommen rund 75 von 100 Übernachtungsgästen mit dem Auto. Nur 11 + kommen mit der Bahn und 7 mit dem Flugzeug. [3] + Wie sich die Gäste auf die Verkehrsmittel verteilen, nennt man + = g('modal-split', 'Modal Split') ?>. Daran erkennt eine Region, wie + stark ihr Tourismus vom Auto abhängt. Das ist wichtig: Wer nur Parkplätze + baut, holt noch mehr Autos ins Tal. Wer Bahn, Bus und Radweg stärkt, holt + neue Gäste ohne mehr Autoverkehr.
+Gerade das Reisen mit dem Rad bringt heute viel Geld. Die + österreichische Radwirtschaft schafft rund 2,9 Milliarden € + Wertschöpfung. Sie gibt etwa 46.000 Menschen Arbeit. Zwei von drei + dieser Menschen arbeiten für den Radtourismus. [4]
Jeder Halt eines Gastes ist ein kleines Geschäft: Eis, Mittagessen, - Eintritt, Souvenir. Die Summe all dieser Ausgaben ist die - = g('wertschoepfung', 'Wertschöpfung') ?> – sie wird zu Löhnen, - Pachten und Einkommen in der Region und sichert Arbeitsplätze weit über - die Gastronomie hinaus (Bäckerei, Bauernhof, Handwerk). Zum Vergleich: - Ein Übernachtungsgast gibt in Österreich im Winter rund +
Jeder Halt eines Gastes ist ein kleines Geschäft: ein Eis, ein + Mittagessen, ein Eintritt, ein Andenken. Alle diese Ausgaben zusammen + nennt man = g('wertschoepfung', 'Wertschöpfung') ?>. Aus diesem Geld + werden Löhne und Einkommen in der Region. Es sichert nicht nur Jobs in den + Gasthäusern. Auch Bäckerei, Bauernhof und Handwerk leben mit. Zum + Vergleich: Ein Übernachtungsgast gibt in Österreich im Winter rund = g('tagesausgaben', '193 € pro Tag') ?> aus, im Sommer 156 €. [5]
-Die wichtigste Stellschraube ist die Aufenthaltsdauer: Wer nur - durchfährt, gibt fast nichts aus. Deshalb versuchen Regionen, Gäste zu - „bremsen" – mit Cafés, Märkten, Museen und Erlebnissen, die zum Bleiben - einladen. Jede zusätzliche Stunde vor Ort bedeutet zusätzlichen Umsatz. - Aus demselben Grund sind Übernachtungsgäste wertvoller als - = g('tagesgast', 'Tagesgäste') ?>: - Sie lassen Abendessen, Frühstück und = g('naechtigung', 'Nächtigung') ?> - da.
-Aber Vorsicht vor der Abzock-Falle: Wer Gäste nur „melkt", verliert - sie. Umsatz ist die Folge von Zufriedenheit – unzufriedene Gäste - geben wenig aus, kommen nicht wieder und warnen andere. Im Zeitalter der - Online-Bewertungen ist der Ruf einer Region ihr wertvollstes - Kapital: Die Sterne von heute sind die Gäste von morgen.
+Am wichtigsten ist die Zeit, die ein Gast bleibt. Wer nur durchfährt, + gibt fast nichts aus. Darum versuchen Regionen, ihre Gäste zu „bremsen". + Cafés, Märkte, Museen und Erlebnisse laden zum Bleiben ein. Jede Stunde + mehr vor Ort bringt mehr Umsatz. Aus demselben Grund sind + Übernachtungsgäste wertvoller als = g('tagesgast', 'Tagesgäste') ?>. Sie + lassen auch Geld für Abendessen, Frühstück und + = g('naechtigung', 'Nächtigung') ?> da.
+Aber Vorsicht: Wer die Gäste nur abzockt, verliert sie. Umsatz kommt + immer erst nach der Zufriedenheit. Unzufriedene Gäste geben wenig aus. Sie + kommen nicht wieder und warnen andere. Heute schreibt jeder Gast eine + Bewertung ins Internet. Darum ist der gute Ruf das wertvollste Gut + einer Region: Die guten Sterne von heute sind die Gäste von morgen.
Ein Beispiel aus Vorarlberg:
- Die Straße zum Formarin-See bei Lech ist tagsüber gesperrt.
+ Die Straße zum Formarinsee bei Lech ist tagsüber gesperrt.
Am Mittwoch sogar den ganzen Tag.
Die Gäste fahren mit dem Wander-Bus.
So bleibt das Berg-Tal ruhig und schön.
Der Verkehr ist die Achillesferse des Tourismus: In Österreich - verursacht er über 90 % der CO₂-Emissionen des Tourismus, und - allein an den reisestarken Sommerwochenenden 2024 gab es 572 Staus. - [3] Gleichzeitig braucht die Region ihre - Gäste. Das ist ein klassischer - = g('raumnutzungskonflikt', 'Zielkonflikt' ) ?>: Mehr Parkplätze bringen - mehr Gäste – aber auch mehr Lärm, Abgase und verbaute Fläche, die genau - die Landschaft schmälern, für die alle kommen.
-Die Antwort vieler Regionen heißt = g('sanfter-tourismus', 'sanfte Mobilität') ?>: - Anreise und Wege vor Ort mit Bus, Bahn und Rad statt mit dem Auto. - Vorarlberg zeigt, wie das geht: Die Straße zum Formarinsee bei - Lech ist im Sommer tagsüber für Privatautos gesperrt (mittwochs sogar - ganztägig), die Zufahrt kostet 25 € Maut – der Wanderbus (Linie - 707) bringt die Gäste bequem hinauf. [6] - Sperre, Preis und attraktive Alternative greifen ineinander.
-= g('nachhaltigkeit', 'Nachhaltiger') ?> Tourismus hält am Ende drei - Dinge zugleich im Blick: Wirtschaft (Einkommen), Umwelt - (Landschaft, Klima) und Menschen (Gäste UND Einheimische). Eine - Region, die eines davon opfert, verliert langfristig alle drei.
+Die größte Schwachstelle des Tourismus ist der Verkehr. In Österreich + stammen über 90 % vom klimaschädlichen CO₂ des Tourismus aus dem + Verkehr. Allein an den vollen Sommerwochenenden 2024 gab es 572 Staus. + [3] Und doch braucht die Region ihre Gäste. + Hier stoßen zwei Ziele zusammen. So etwas nennt man + = g('raumnutzungskonflikt', 'Zielkonflikt' ) ?>. Mehr Parkplätze bringen + mehr Gäste. Aber sie bringen auch mehr Lärm, mehr Abgase und mehr verbaute + Fläche. Und das zerstört genau die schöne Landschaft, für die alle + kommen.
+Viele Regionen antworten mit + = g('sanfter-tourismus', 'sanfter Mobilität') ?>. Das heißt: Die Gäste + reisen mit Bus, Bahn und Rad an statt mit dem Auto. Auch vor Ort fahren + sie umweltfreundlich. Vorarlberg macht es vor. Die Straße zum + Formarinsee bei Lech ist im Sommer tagsüber für Privatautos + gesperrt, am Mittwoch sogar den ganzen Tag. Wer trotzdem hinauffahren + darf, zahlt 25 € Maut. Dafür bringt der Wanderbus (Linie 707) die + Gäste bequem auf den Berg. [6] Sperre, Preis und + eine gute Alternative greifen hier ineinander.
+= g('nachhaltigkeit', 'Nachhaltiger') ?> Tourismus achtet am Ende auf + drei Dinge zugleich: auf die Wirtschaft (das Einkommen), auf die + Umwelt (Landschaft und Klima) und auf die Menschen (die + Gäste und die Einheimischen). Eine Region, die eines davon opfert, + verliert auf Dauer alle drei.
Kein Betrieb steht zufällig dort, wo er steht. Ob sich ein Gasthaus, ein - Lift oder ein Hotel lohnt, entscheiden die Eigenschaften des Ortes – die - = g('standortfaktor', 'Standortfaktoren') ?>. Man unterscheidet - = g('harte-weiche-standortfaktoren', 'harte Faktoren') ?>, die man messen kann (Höhenlage, Schneesicherheit, - Erreichbarkeit, Wasser, Baugrund), und weiche Faktoren, die man - spürt (Landschaftsbild, Ruf, Sicherheit, Gastfreundschaft).
-Im Gebirge ist die Höhenlage der wichtigste harte Faktor: Je höher - eine Bahn liegt, desto länger hält der Schnee – dafür sind die Gäste weiter - weg von Gasthaus und Ortszentrum. Die Erreichbarkeit ist der zweite - Schlüssel: Ein Tal ohne gute Anreise bleibt leer, egal wie schön es ist. - Und manche = g('infrastruktur', 'Infrastruktur') ?> ist an Naturbedingungen - gebunden – eine = g('beschneiung', 'Beschneiungsanlage') ?> braucht Wasser, - also die Nähe zum Fluss.
+ Lift oder ein Hotel lohnt, entscheiden die Eigenschaften des Ortes. Man + nennt sie = g('standortfaktor', 'Standortfaktoren') ?>. Davon gibt es zwei + Arten. = g('harte-weiche-standortfaktoren', 'Harte Faktoren') ?> kann + man messen: die Höhenlage, die Schneesicherheit, die Erreichbarkeit, das + Wasser und den Baugrund. Weiche Faktoren spürt man eher: das schöne + Landschaftsbild, den guten Ruf, die Sicherheit und die Gastfreundschaft. +Im Gebirge ist die Höhenlage der wichtigste harte Faktor. Je höher + eine Bahn liegt, desto länger hält der Schnee. Dafür sind die Gäste weiter + weg vom Gasthaus und vom Ortszentrum. Auch die Erreichbarkeit zählt + viel: Ein Tal ohne gute Anreise bleibt leer, egal wie schön es ist. + Und manche = g('infrastruktur', 'Infrastruktur') ?> – also die feste + Grundausstattung eines Ortes – braucht besondere Bedingungen. Eine + = g('beschneiung', 'Beschneiungsanlage') ?> zum Beispiel braucht Wasser + und muss deshalb nahe am Fluss stehen.
Und wie entsteht der Preis? Auf Märkten treffen - = g('angebot-nachfrage', 'Angebot und Nachfrage') ?> aufeinander. Ein hoher - Skipass-Preis bringt mehr Geld pro Gast – aber weniger Gäste kommen - und die Zufriedenheit sinkt. Ein Dumping-Preis füllt die Pisten, lässt aber - Einnahmen liegen. Dazwischen liegt der Preis, der zur Nachfrage passt.
+Und wie entsteht der Preis? Auf einem Markt treffen sich + = g('angebot-nachfrage', 'Angebot und Nachfrage') ?>. Ein hoher + Skipass-Preis bringt mehr Geld pro Gast. Aber es kommen weniger Gäste, + und die Zufriedenheit sinkt. Ein sehr niedriger Preis füllt zwar die Pisten, + lässt aber viel Geld liegen. Dazwischen liegt der Preis, der zur Nachfrage + passt.
Alles, was Gäste vor Ort ausgeben, nennt man = g('wertschoepfung', 'Wertschöpfung') ?> – sie sichert Löhne und Einkommen im Tal. Wichtig: = g('tagesausgaben', 'Wintergäste geben mehr aus als Sommergäste') ?>.
@@ -357,11 +363,13 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php'; Zeit einen Namen: das = g('sommerloch', 'Sommerloch') ?>.Wie extrem das werden kann, zeigt Lech am Arlberg: 84 % aller = g('naechtigung', 'Nächtigungen') ?> fallen dort in den Winter – nur - 16 % in den Sommer. Ganz Österreich zeigt aber, dass es anders geht: Bei den - Nächtigungen hat der Sommer den Winter inzwischen überholt. Regionen - wie der Wilde Kaiser erreichen fast 1 : 1, Serfaus-Fiss-Ladis hat seine - Sommernächtigungen in zehn Jahren fast verdoppelt – mit konsequenten - Familien- und Sommerangeboten (= g('ganzjahrestourismus', 'Ganzjahrestourismus') ?>).
+ 16 % in den Sommer. Ganz Österreich zeigt aber, dass es anders geht. Bei den + Nächtigungen hat der Sommer den Winter inzwischen sogar überholt. + Regionen wie der Wilde Kaiser erreichen fast 1 : 1. Serfaus-Fiss-Ladis hat + seine Sommernächtigungen in zehn Jahren fast verdoppelt – mit vielen + Familien- und Sommerangeboten. Das Ziel dahinter heißt + = g('ganzjahrestourismus', 'Ganzjahrestourismus') ?>: Gäste das ganze Jahr, + nicht nur im Winter.Aber Achtung: Gleich viele Gäste heißt nicht gleich viel Geld. Für die Bergbahnen ersetzt ein fehlender Wintergast erst 1,3 bis 4,2 Sommergäste.
@@ -430,18 +438,19 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';Messdaten zeigen: In den Alpen schmilzt der Schnee 5 bis 9 Tage pro - Jahrzehnt früher; seit 1970 ist die Schneesaison rund einen Monat - kürzer geworden. Am härtesten trifft es Skigebiete unterhalb von - etwa 2.000 m.
-Regionen haben zwei Antworten. Kurzfristig hilft - = g('beschneiung', 'Beschneiung') ?>: Schneekanonen sichern die Saison, - brauchen aber viel Wasser, Energie – und Kälte. Langfristig hilft nur - = g('diversifizierung', 'Diversifizierung') ?>: mehrere Standbeine statt - eines. = g('sanfter-tourismus', 'Sanfter Sommertourismus') ?> (Wandern, - Rad), Familienangebote und Ausflugsziele machen das Tal unabhängiger vom - Schnee – die Umstellung dauert allerdings Jahre und ersetzt die - Winter-Wertschöpfung nur teilweise.
+Messdaten zeigen: In den Alpen schmilzt der Schnee 5 – 9 Tage pro + Jahrzehnt früher. Seit 1970 ist die Schneesaison rund einen Monat + kürzer geworden. Am härtesten trifft es Skigebiete unter etwa + 2.000 m.
+Regionen haben darauf zwei Antworten. Für die nächsten Jahre hilft die + = g('beschneiung', 'Beschneiung') ?>: Schneekanonen sichern die Saison. + Sie brauchen aber viel Wasser, viel Strom – und vor allem Kälte. Auf lange + Sicht hilft nur = g('diversifizierung', 'Diversifizierung') ?>. Das heißt: + auf mehreren Standbeinen stehen statt nur auf einem. Ein + = g('sanfter-tourismus', 'sanfter Sommertourismus') ?> mit Wandern und + Radfahren, dazu Familienangebote und Ausflugsziele – all das macht das Tal + unabhängiger vom Schnee. Diese Umstellung dauert aber Jahre. Und sie ersetzt + das Winter-Einkommen nur zum Teil.
Fläche ist knapp. Jeder Lift bedeutet Rodung, jedes Hotel verbraucht - Wiese – und genau wegen dieser Landschaft kommen die Gäste. Diesen Streit - um den Raum nennt man = g('raumnutzungskonflikt', 'Raumnutzungskonflikt') ?>. - Wird er ignoriert, kippt der Erfolg: = g('uebertourismus', 'Übertourismus') ?> - verstopft Straßen, verärgert Einheimische und vertreibt am Ende genau die - Gäste, die Ruhe suchten.
-Es gibt Gegenmittel: = g('renaturierung', 'Renaturierung') ?> - (Aufforsten gibt der Natur Fläche zurück und macht Eingriffe rückgängig), - öko-effiziente Betriebe (Solar spart Kosten UND - schont die Natur – eine Investition, die sich doppelt rechnet) und - = g('soziale-verantwortung', 'soziale Verantwortung') ?>: Wer seinem - Personal gute Unterkünfte bietet, bekommt zufriedene Mitarbeiter:innen – - und die Gäste spüren den freundlicheren Service. Ein Win-win.
-Und wenn Betriebe wachsen? Vier kleine Gasthäuser zusammen leisten - viel – ein großes leistet dasselbe mit geringeren Kosten pro Gast, - weil feste Kosten wie Küche oder Heizung nur einmal anfallen. - Diesen Vorteil großer Betriebe nennt man = g('skaleneffekt', 'Skaleneffekt') ?>.
+Fläche ist knapp. Für jeden Lift muss man Wald roden, also Bäume fällen. + Jedes Hotel verbraucht eine Wiese. Und genau wegen dieser Landschaft kommen + die Gäste. Diesen Streit um den knappen Raum nennt man + = g('raumnutzungskonflikt', 'Raumnutzungskonflikt') ?>. Ignoriert man ihn, + kippt der Erfolg. Dann kommt der = g('uebertourismus', 'Übertourismus') ?>: + Zu viele Gäste verstopfen die Straßen, verärgern die Einheimischen und + vertreiben am Ende genau die Gäste, die Ruhe suchten.
+Dagegen gibt es Gegenmittel. Bei der + = g('renaturierung', 'Renaturierung') ?> pflanzt man neue Bäume und + gibt der Natur Fläche zurück. Öko-effiziente Betriebe nutzen zum + Beispiel Solarstrom: Das spart Kosten und schont die Natur zugleich. Und + = g('soziale-verantwortung', 'soziale Verantwortung') ?> heißt, gut für + die Menschen zu sorgen. Wer dem Personal gute Unterkünfte bietet, hat + zufriedene Mitarbeiter:innen – und die Gäste spüren den freundlicheren + Service.
+Und wenn Betriebe wachsen? Ein großer Betrieb arbeitet oft günstiger als + viele kleine. Der Grund: Feste Kosten wie Küche oder Heizung fallen nur + einmal an. Diesen Vorteil großer Betriebe nennt man + = g('skaleneffekt', 'Skaleneffekt') ?>.
Woher kommen die Zutaten auf deinem Teller – und welche - Spuren hinterlässt ihr Weg zu uns, beim Klima, im Geldbörsel und bei den - Menschen, die sie anbauen?
+Woher kommen die Zutaten auf deinem Teller? Und was + hinterlässt ihr weiter Weg – beim Klima, beim Preis und bei den Menschen, + die sie anbauen?
= buchBild('opener-fruehstueckstisch', 'Gedeckter Frühstückstisch von oben fotografiert: Brot, Butter, Honig, Kakao, Banane, Orangensaft, Müsli – Alltagsmotiv aus der eigenen Küche.', 'Ein ganz normales Frühstück – und eine kleine Weltreise: Kakao aus Westafrika, Banane aus Ecuador, Orangensaft aus Brasilien, Brot und Butter aus der Region.') ?>Wie viel ein Land selbst erzeugt, misst der - = g('selbstversorgungsgrad', 'Selbstversorgungsgrad') ?>: 100 % heißt, die eigene Erzeugung deckt - genau den eigenen Verbrauch. Österreich ist bei Milch weit darüber – - wir exportieren also – und bei Obst, Fisch oder Reis weit darunter. - Was fehlt, muss importiert werden: aus Nachbarländern, aus + = g('selbstversorgungsgrad', 'Selbstversorgungsgrad') ?>. + 100 % heißt: Ein Land erzeugt genau so viel, wie es verbraucht. Bei + Milch liegt Österreich weit darüber. Den Überschuss verkaufen wir ins + Ausland – das nennt man exportieren. Bei Obst, Fisch oder Reis + liegt Österreich weit darunter. Was hier fehlt, kaufen wir aus anderen + Ländern zu – das nennt man importieren: aus Nachbarländern, aus Südeuropa oder per Schiff aus Übersee.
Dass Vorarlberger Bäuer:innen keinen Kakao anbauen, liegt nicht am - Fleiß, sondern an der = g('klimazone', 'Klimazone') ?>: Die + Fleiß. Es liegt an der = g('klimazone', 'Klimazone') ?>. Die = g('kakao-bohne', 'Kakao-Bohne') ?> braucht das ganze Jahr über - Wärme, hohe Luftfeuchtigkeit und Schatten – solche Bedingungen gibt es + Wärme, hohe Luftfeuchtigkeit und Schatten. Solche Bedingungen gibt es nur im „Kakaogürtel" rund um den Äquator. Ähnlich wählerisch sind - Banane, Vanille, Pfeffer und Zimt: lauter tropische Kulturen, - oft angebaut auf großen = g('plantage', 'Plantagen') ?>.
+ Banane, Vanille, Pfeffer und Zimt. Das sind alles tropische + Kulturen – Pflanzen also, die nur in den heißen Tropen wachsen. + Angebaut werden sie oft auf großen + = g('plantage', 'Plantagen') ?>.Reis wiederum liebt Wärme und viel Wasser. In Süd- und Südostasien liefert der = g('monsun', 'Monsun') ?> beides: Der Sommer-Monsun bringt gewaltige Regenmengen, die die Reisfelder fluten. Rund 90 % der Welternte wachsen deshalb in Asien. - [2] Unsere gemäßigte Zone ist dafür das - Revier von Weizen, Roggen, Erdäpfeln und Äpfeln – und für Pasta wächst - der = g('hartweizen', 'Hartweizen') ?> am liebsten dort, wo es - trockener und heißer ist, etwa in Italien oder Kanada. Übrigens hängt - fast jede dieser Kulturen an einem unscheinbaren Helfer: Ohne - = g('bestaeubung', 'Bestäubung') ?> durch Insekten gäbe es weder + [2] Bei uns ist das Klima gemäßigt – nicht zu + heiß und nicht zu kalt, mit Sommer und Winter. Diese gemäßigte + Zone ist das Revier von Weizen, Roggen, Erdäpfeln und Äpfeln. Für + Pasta braucht man = g('hartweizen', 'Hartweizen') ?>. Der mag es + trockener und heißer und wächst am liebsten in Italien oder Kanada. + Übrigens hängt fast jede dieser Pflanzen an einem unscheinbaren Helfer: + Ohne = g('bestaeubung', 'Bestäubung') ?> durch Insekten gäbe es weder Kakaofrucht noch Apfel.
Zwischen Ernte und Regal liegt eine lange Kette: Anbau → Ernte → - Transport → Verarbeitung → Handel. Am Beispiel Kakao: Fast die Hälfte - der Welternte – bei rund 4,7 Mio. Tonnen pro Jahr – wächst in nur - zwei Ländern, Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste) und Ghana. - [3] Millionen Kleinbauern-Familien leben dort vom - Kakao, oft in = g('monokultur', 'Monokultur') ?>. Containerschiffe - bringen die Bohnen nach Europa, verarbeitet wird meist erst hier – auch - die Schweiz, Deutschland und Österreich verdienen also an Schokolade - kräftig mit.
-Wie das Geld entlang dieser - = g('wertschoepfungskette', 'Wertschöpfungskette') ?> verteilt ist, - überrascht viele: Von einem Euro, den wir für Schokolade ausgeben, - erreichen nur etwa 8 Cent die Kakaobauern-Familien – der Rest - bleibt bei Verarbeitung, Marke und Handel. [4] - Wer den Anbau fairer machen will, greift zu - = g('fair-trade', 'Fair Trade') ?>: garantierte Mindestpreise plus - Prämie für die Gemeinschaft – mehr dazu auf Seite 5.
+ Transport → Verarbeitung → Handel. Nimm den Kakao als Beispiel. Fast + die Hälfte der Welternte – rund 4,7 Mio. Tonnen pro Jahr – + wächst in nur zwei Ländern: Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste) und + Ghana. [3] Millionen Kleinbauern-Familien + leben dort vom Kakao. Oft bauen sie nur diese eine Pflanze an. Das + nennt man = g('monokultur', 'Monokultur') ?>. Große Schiffe bringen + die Bohnen dann nach Europa. Verarbeitet werden sie meist erst hier. + Auch die Schweiz, Deutschland und Österreich verdienen an der + Schokolade also kräftig mit. +Auf jeder Station dieser Kette wird die Ware wertvoller. Deshalb + heißt sie = g('wertschoepfungskette', 'Wertschöpfungskette') ?>. + Wie das Geld auf ihr verteilt ist, überrascht viele. Von einem Euro, + den wir für Schokolade zahlen, kommen nur etwa 8 Cent bei den + Kakaobauern-Familien an. Der Rest bleibt bei Verarbeitung, Marke und + Handel. [4] Wer den Anbau fairer machen will, + greift zu = g('fair-trade', 'Fair Trade') ?>: garantierte + Mindestpreise plus eine Prämie für die Gemeinschaft. Mehr dazu auf + Seite 5.
Beim Transport zählt vor allem das Wie: Fast 60 % der Lebensmittel-Transportkilometer laufen über das Schiff, nur 0,16 % über @@ -592,13 +602,14 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php'; Siegel wie Fairtrade garantieren Mindestpreise und eine Prämie für Schulen, Brunnen oder Werkzeug – ein direkter Hebel gegen die 8-Cent-Bilanz von Seite 3. Und ein dritter Hebel kostet gar nichts: - weniger wegwerfen. Wenn essbare Lebensmittel im Müll landen, - sprechen Fachleute von - = g('lebensmittelverschwendung', 'Lebensmittelverschwendung') ?> – und - die ist enorm: Österreichs Haushalte entsorgen pro Jahr rund - 635.000 Tonnen Lebensmittel, etwa 70 kg pro Person – mehr - als die Hälfte davon wäre vermeidbar. [8] Essen, - das im Müll landet, hat seine ganze Weltreise umsonst gemacht.
+ weniger wegwerfen. Wenn noch essbare Lebensmittel im Müll landen, + nennt man das + = g('lebensmittelverschwendung', 'Lebensmittelverschwendung') ?>. Und + die ist enorm. Österreichs Haushalte werfen pro Jahr rund + 635.000 Tonnen Lebensmittel weg – etwa 70 kg pro Person. + Mehr als die Hälfte davon wäre noch gut gewesen. + [8] Essen im Müll hat seine ganze Weltreise + umsonst gemacht.