Buch ↔ Glossar verbunden: 80 neue Glossar-Einträge, ~390 Tooltips, Rückverlinkung

- 13 Kapitel: alle Fachbegriffe per g()-Tooltip verlinkt, fehlende Begriffe als
  vollwertige Glossar-Einträge angelegt (short/text + Leichte-Sprache-Felder,
  glossar:-Querverweise, ohne Bild — Bild-Batch folgt)
- Modul-Mappings vervollständigt: jeder Buch-Begriff erscheint auf glossar?module=<sim>
  (kofferdetektiv erstmals gemappt, 31 Begriffe; klima auf beide module_ids)
- Ergänzende Erklärsätze im Buch, wo Begriffe bisher nur genannt wurden
- glossar.php: Chip „📖 Zum Schulbuch-Kapitel" bei aktivem Modul-Filter (BUCH_LINK-Map,
  klima-3d → buch-klima)
- SQL idempotent (INSERT IGNORE, Mappings per key_slug-Subquery, keine harten IDs):
  App/Don_t_Deploy/2026-07-15-buch-glossar-*.sql

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+14 -7
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@@ -478,7 +478,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<h2>4 · Busreisen in Europa: Wer fährt warum mit dem Bus?</h2>
<div class="b-cols">
<div>
<p>Der Fernbus ist das Comeback des Jahrzehnts im europäischen Verkehr:
<p>Der <?= g('fernbus', 'Fernbus') ?> ist das Comeback des Jahrzehnts im europäischen Verkehr:
Seit der Marktöffnung in Deutschland 2013 ist ein dichtes Netz
entstanden Marktführer Flix verbindet heute nach eigenen Angaben über
8.000 Ziele in mehr als 40 Ländern <span class="q">[6]</span>. Allein in
@@ -492,8 +492,12 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<p>Und das Klima? Hier überrascht der Bus: Weil sich viele Menschen ein
Fahrzeug teilen, sind seine <?= g('emissionen', 'Emissionen') ?> pro
Person winzig. Ein Fernbus verursacht rund <b>30 g Treibhausgase pro
Personenkilometer</b> ein durchschnittlich besetztes Auto 164 g, ein
Inlandsflug sogar 290 g. Nur der Fernzug liegt mit 26 g noch knapp
<?= g('personenkilometer', 'Personenkilometer') ?></b> ein
durchschnittlich besetztes Auto 164 g, ein Inlandsflug sogar 290 g.
Ein Personenkilometer bedeutet dabei: Eine Person legt einen Kilometer
zurück erst diese Einheit macht Verkehrsmittel fair vergleichbar,
weil sich die Abgase eines Fahrzeugs auf alle Mitfahrenden verteilen.
Nur der Fernzug liegt mit 26 g noch knapp
darunter <span class="q">[1]</span>. Für den Klimaschutz ist der
volle Reisebus also ein Spitzenreiter ein wichtiges Argument in der
Debatte um <?= g('klimawandel', 'Klimawandel') ?> und
@@ -592,13 +596,14 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
den Pass zeigt, ist historisch gesehen eine Sensation. Möglich macht es
der <?= g('schengen', 'Schengen-Raum') ?>: 29 Staaten 25 EU-Länder
plus Norwegen, Island, Liechtenstein und die Schweiz haben ihre
Personenkontrollen an den Binnengrenzen abgeschafft. Seit
Personenkontrollen an den <?= g('binnengrenze', 'Binnengrenzen') ?>
abgeschafft. Seit
1. Jänner 2025 sind auch Bulgarien und Rumänien Vollmitglieder.
Kontrolliert wird dafür an der
<?= g('eu-aussengrenze', 'EU-Außengrenze') ?> und beim
<?= g('zoll', 'Zoll') ?> gelten eigene Regeln: Die Schweiz gehört zwar
zu Schengen, aber nicht zur EU-Zollunion, deshalb gibt es dort
Warenkontrollen. <span class="q">[2]</span></p>
zu Schengen, aber nicht zur <?= g('zollunion', 'EU-Zollunion') ?>,
deshalb gibt es dort Warenkontrollen. <span class="q">[2]</span></p>
<p>Ein zweites Nadelöhr des europäischen Reiseraums ist die Natur
selbst: die Alpen. Der Verkehr bündelt sich an wenigen Übergängen
allen voran der <?= g('brennerkorridor', 'Brenner') ?>, mit 1.370 m der
@@ -607,7 +612,9 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
darüber fast dreimal so viele wie über alle vier Schweizer
Alpenübergänge zusammen <span class="q">[7]</span>. Wo sich so viel
Verkehr bündelt, entstehen Stau, Lärm und Abgase und der Streit
darüber, wie viel Transit eine Region verträgt.</p>
darüber, wie viel <?= g('transitverkehr', 'Transit') ?> eine Region
verträgt: also Verkehr, der Tirol nur durchquert, weil Start und Ziel
in anderen Ländern liegen.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('grenzuebergang-schild',
+20 -10
View File
@@ -180,8 +180,9 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
eiserne Regel: <b>Erzeugung und Verbrauch müssen in jeder Sekunde genau
übereinstimmen.</b></p>
<p>Ob das gelingt, zeigt die <?= g('netzfrequenz', 'Netzfrequenz') ?>:
Im europäischen Verbundnetz schwingt der Wechselstrom 50-mal pro
Sekunde <b>50 Hertz</b>. Wird mehr verbraucht als erzeugt, sinkt die
Im europäischen <?= g('verbundnetz', 'Verbundnetz') ?> schwingt der
Wechselstrom 50-mal pro Sekunde <b>50 <?= g('hertz', 'Hertz') ?></b>.
Wird mehr verbraucht als erzeugt, sinkt die
Frequenz; wird zu viel erzeugt, steigt sie. Schon Abweichungen von
wenigen Zehntel-Hertz sind kritisch. Am 8. Jänner 2021 riss eine
Störung in Kroatien das europäische Netz in zwei Teile die Frequenz
@@ -212,7 +213,8 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
Kraftwerks-Querschnitt sitzt der <b>Netzfrequenz-Tacho</b>: Sollwert
50,00 Hz, Toleranz ±0,2 Hz. Sobald du „Tag starten" drückst, läuft dein Plan
Block für Block ab ist ein Block <b>ausgeglichen</b> (Lücke oder Überschuss
kleiner als 0,5 GWh), bleibt der Zeiger im grünen Bereich. Der
kleiner als 0,5 <?= g('gigawattstunde', 'GWh') ?>), bleibt der Zeiger im
grünen Bereich. Der
📈 <b>Frequenzverlauf</b> darunter zeichnet alle 8 Blöcke mit: An ihm siehst
du hinterher genau, in welchem Block dein Netz gewackelt hat.</div>
<?php if ($LEHRER): ?>
@@ -275,7 +277,8 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
Stromquelle, gefolgt von Kohle und <?= g('photovoltaik', 'Photovoltaik') ?>;
insgesamt stammten 2024 <b>59,4 %</b> aus erneuerbaren Quellen.
<span class="q">[2]</span> Die Schweiz ähnelt Österreich: Etwa
<b>60 % Wasserkraft</b>, dazu aber gut 28 % aus Kernkraftwerken.
<b>60 % Wasserkraft</b>, dazu aber gut 28 % aus
<?= g('kernenergie', 'Kernkraftwerken') ?>.
<span class="q">[3]</span></p>
<p>Der Strommix ist also Erdkunde pur: Berge und Niederschlag machen
Wasserkraft möglich, flaches windiges Land begünstigt Windräder,
@@ -374,8 +377,10 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<p>Richtig ernst wird es bei einer <?= g('dunkelflaute', 'Dunkelflaute') ?>:
tagelang Hochnebel, kaum Wind. Anfang November 2024 lieferten Wind und
Sonne in Deutschland an einem Abend zeitweise nur noch <b>rund 0,15 %</b>
des Strombedarfs der Börsenpreis schoss von durchschnittlich 79 € auf
über <b>800 € pro Megawattstunde</b>. <span class="q">[5]</span></p>
des Strombedarfs der Preis an der <?= g('stromboerse', 'Strombörse') ?>,
wo Strom für jede Stunde des nächsten Tages gehandelt wird, schoss von
durchschnittlich 79 € auf über <b>800 € pro Megawattstunde</b>.
<span class="q">[5]</span></p>
<p>Auch die Jahreszeiten mischen mit: Im Winter ist der Verbrauch am
höchsten (Heizen, Licht), die Sonnenausbeute aber am niedrigsten. Je
mehr ein Land auf Wetterstrom setzt, desto wichtiger werden
@@ -460,7 +465,8 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
Höhenunterschied. Ein <?= g('pumpspeicher', 'Pumpspeicherkraftwerk') ?>
hat zwei Becken: eines im Tal, eines hunderte Meter höher am Berg. Gibt
es <b>Stromüberschuss</b> (etwa zur Solar-Mittagsspitze), pumpt es Wasser
nach oben die Energie steckt jetzt als Höhenenergie im Bergsee. Wird
nach oben die Energie steckt jetzt als
<?= g('lageenergie', 'Höhenenergie') ?> im Bergsee. Wird
<b>Strom gebraucht</b>, rauscht das Wasser durch Druckrohre zurück ins
Tal und treibt <?= g('turbine', 'Turbinen') ?> an. Ein Pumpspeicher ist
in <b>weniger als zwei Minuten</b> auf voller Leistung deshalb ist er
@@ -568,9 +574,13 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
Krankenhäuser, Server, Industrieöfen die
<?= g('grundlast', 'Grundlast') ?>. Darüber wellt sich der Tagesgang
bis zur <?= g('spitzenlast', 'Spitzenlast') ?> am Abend. Für jede Ebene
gibt es Spezialisten: Laufwasser- und andere Dauerläufer tragen die
Grundlast, schnelle Pumpspeicher- und Gaskraftwerke fangen die Spitzen
und Prognosefehler ab.</p>
gibt es Spezialisten:
<?= g('laufwasserkraftwerk', 'Laufwasserkraftwerke') ?> sie nutzen die
stetige Strömung eines Flusses und laufen Tag und Nacht durch tragen
die Grundlast, schnelle Pumpspeicher- und Gaskraftwerke fangen die
Spitzen und Prognosefehler ab. Koordiniert wird das Ganze vom
<?= g('netzbetreiber', 'Netzbetreiber') ?>: In Österreich überwacht die
Austrian Power Grid (APG) das Übertragungsnetz rund um die Uhr.</p>
<p>Reicht das nicht, greift der Notfallplan: Bei fallender Frequenz
werden zuerst Reserven aktiviert, dann ganze Regionen gezielt
abgeschaltet der <?= g('lastabwurf', 'Lastabwurf') ?>. Er ist die
+8 -5
View File
@@ -177,7 +177,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<b>450 Millionen Menschen</b> und 24 Amtssprachen <span class="q">[1]</span>.
Sie ist kein Bundesstaat wie die USA jedes Mitglied bleibt ein eigener
Staat. Aber die Mitglieder haben vereinbart, bestimmte Dinge gemeinsam zu
regeln: vor allem den <b>Binnenmarkt</b> mit seinen vier Grundfreiheiten
regeln: vor allem den <b><?= g('binnenmarkt', 'Binnenmarkt') ?></b> mit seinen vier Grundfreiheiten
(Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital bewegen sich frei über die
Grenzen). Du spürst die EU täglich, oft ohne es zu merken: kein Aufpreis
fürs Handy im EU-Ausland (Roaming), der Euro in 20 Ländern, Auslandsjahre
@@ -185,7 +185,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<p><b>Österreich</b> stimmte am 12. Juni 1994 in einer Volksabstimmung mit
66,6 % für den Beitritt und ist seit dem 1. Jänner 1995 Mitglied
<span class="q">[2]</span>. Die <b>Schweiz</b> ging einen anderen Weg: 1992
lehnte das Stimmvolk den Europäischen Wirtschaftsraum knapp ab (50,3 %
lehnte das Stimmvolk den <?= g('ewr', 'Europäischen Wirtschaftsraum') ?> knapp ab (50,3 %
Nein) seither regelt sie ihr Verhältnis zur EU über mehr als
100 <b>bilaterale Verträge</b> <span class="q">[3]</span>. Das winzige
<b>Liechtenstein</b> ist seit 1995 im EWR und macht damit beim Binnenmarkt
@@ -193,7 +193,10 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<p>Wichtig: Die EU darf nur regeln, wofür ihr die Staaten die
<?= g('eu-zustaendigkeit', 'Zuständigkeit') ?> übertragen haben. Handel,
Verbraucherschutz oder Umweltstandards ja. Schule, Steuersätze, Familie
oder Militär das bleibt Sache der Mitgliedstaaten.</p>
oder Militär das bleibt Sache der Mitgliedstaaten. Dahinter steht das
Prinzip der <?= g('subsidiaritaet', 'Subsidiarität') ?>: Die EU soll nur
regeln, was sie besser lösen kann als die Länder selbst alles andere
wird möglichst nah bei den Menschen entschieden.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('grenze-schweiz',
@@ -380,7 +383,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
Vorschlag vor, dann beraten Parlament und Ministerrat beide dürfen
ändern, beide müssen am Ende zustimmen. Können sie sich nicht einigen,
treffen sich Verhandler:innen beider Seiten mit der Kommission zum
<b>Trilog</b>, einer informellen Kompromissrunde. Es gibt bis zu drei
<b><?= g('trilog', 'Trilog') ?></b>, einer informellen Kompromissrunde. Es gibt bis zu drei
„Lesungen" scheitern alle, ist der Vorschlag gescheitert. Das fertige
Gesetz ist entweder eine <b>Verordnung</b> (gilt sofort überall gleich)
oder eine <b>Richtlinie</b> (jedes Land baut sie in eigene Gesetze um)
@@ -589,7 +592,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<p>Wo Gesetze für 450 Millionen Menschen entstehen, wird um Einfluss
gerungen. <?= g('lobbyismus', 'Lobbyismus') ?> die organisierte
Einflussnahme auf Politik ist in der EU legal, aber registrierungspflichtig:
Im <b>Transparenzregister</b> sind über <b>12.000
Im <b><?= g('transparenzregister', 'Transparenzregister') ?></b> sind über <b>12.000
Interessenvertretungen</b> eingetragen <span class="q">[11]</span>, von
Apple und Bayer bis zu Greenpeace und Verbraucherschützer:innen. Lobby ist
also nicht automatisch „böse" aber die Kräfte sind ungleich verteilt.
+11 -9
View File
@@ -259,19 +259,19 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<div class="b-cols">
<div>
<p>Warum baut niemand Bananen in Norwegen an? Die Antwort heißt
<b>Anbaugrenze</b>. Jede Nutzpflanze hat Ansprüche, die erfüllt sein müssen
<?= g('anbaugrenze', 'Anbaugrenze') ?>. Jede Nutzpflanze hat Ansprüche, die erfüllt sein müssen
wird eine Grenze überschritten, misslingt die Ernte, egal wie fleißig man
arbeitet. Drei Grenzen sind besonders wichtig.</p>
<p><b>Frost:</b> Die Banane braucht ganzjährig Wärme über 15 °C. In der ersten
Frostnacht platzen ihre wassergefüllten Zellen die Staude stirbt. Deshalb
endet der Bananenanbau dort, wo Winterfrost auftritt.
<b>Vegetationsperiode:</b> Das ist die Zeit im Jahr, in der es warm genug zum
<b><?= g('vegetationsperiode', 'Vegetationsperiode') ?>:</b> Das ist die Zeit im Jahr, in der es warm genug zum
Wachsen ist. Im Norden ist der Sommer zu kurz, damit Reis oder Mais reifen
können die Pflanze kommt nicht zur Ernte.
<b>Höhengrenze:</b> Am Berg wird es je 100 Höhenmeter etwa 0,6 °C kälter. Die
Klimazonen wiederholen sich als <?= g('hoehenstufe', 'Höhenstufen') ?> von
unten nach oben ganz oben herrscht Kälte wie am Pol. Über der
<b>Waldgrenze</b> (in den Alpen rund 1.8002.200 m) wächst kein Wald mehr,
<?= g('waldgrenze', 'Waldgrenze') ?> (in den Alpen rund 1.8002.200 m) wächst kein Wald mehr,
darüber endet auch der Ackerbau.</p>
<p>Genau deshalb funktioniert der <?= g('welthandel', 'Welthandel') ?>: Was
hier nicht wächst, kommt von dort, wo es die passende Klimazone gibt. Bananen,
@@ -362,7 +362,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<div class="b-cols">
<div>
<p>Weil jede Pflanze ihre Zone braucht, ordnet sich die Weltlandwirtschaft in
<b>Anbaugürtel</b> Bänder rund um die Erde, in denen dieselbe Kultur
<?= g('anbauguertel', 'Anbaugürtel') ?> Bänder rund um die Erde, in denen dieselbe Kultur
dominiert. Ein Blick auf die Weltkarte, den man im Kopf haben sollte:</p>
<p><b>Weizen</b> das wichtigste Brotgetreide mag gemäßigte Zonen mit Sommer
und Winter: der US-Weizengürtel, die Ukraine („Kornkammer Europas"), Mitteleuropa.
@@ -469,7 +469,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
Tundra nutzbar. Jedes Tier hat dabei seine Klimazone: das <b>Rentier</b> die
kalte Tundra und Taiga, das <b>Kamel</b> die heiße Wüste, das Rind die
saftigen Wiesen der gemäßigten Zone.</p>
<p>Ein Musterbeispiel im D-A-CH-Raum ist die <b>Alm- bzw. Alpwirtschaft</b>:
<p>Ein Musterbeispiel im D-A-CH-Raum ist die <?= g('almwirtschaft', 'Alm- bzw. Alpwirtschaft') ?>:
Im Sommer treibt man das Vieh auf die hochgelegenen Almweiden über der
Waldgrenze. Das schont die Talwiesen (dort wächst das Winterheu), nutzt das
Bergfutter und hält die Kulturlandschaft offen ohne Beweidung würde vieles
@@ -567,7 +567,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
kalt war: In Südengland ist eine ernstzunehmende Weinregion entstanden. Doch
der Wandel bringt vor allem Risiken: Hitze und <b>Dürre</b> lassen Ernten
verdorren, Wetterextreme werden häufiger, und wo Wasser fehlt, droht
Wüstenbildung. Für die <b>Welternährung</b> ist das gefährlich schon heute
Wüstenbildung. Für die <?= g('welternaehrung', 'Welternährung') ?> ist das gefährlich schon heute
hungern hunderte Millionen Menschen.</p>
<p>Auch <i>wie</i> wir anbauen, zählt. <?= g('monokultur', 'Monokulturen') ?>
sind effizient, aber anfällig für <?= g('bodenmuedigkeit', 'Bodenmüdigkeit') ?>
@@ -577,9 +577,11 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
europaweit führend.</p>
<p>Und schließlich der Boden selbst: Fruchtbarer Ackerboden ist nicht
vermehrbar. Wird er zubetoniert für Straßen, Hallen, Parkplätze , ist er
für immer verloren. Diese <b>Bodenversiegelung</b> ist gerade im dicht
besiedelten Österreich ein großes Thema für die
<?= g('nachhaltigkeit', 'Nachhaltigkeit') ?>.</p>
für immer verloren. Diese <?= g('bodenversiegelung', 'Bodenversiegelung') ?>
ist gerade im dicht besiedelten Österreich ein großes Thema für die
<?= g('nachhaltigkeit', 'Nachhaltigkeit') ?>. Sie ist doppelt folgenschwer:
Versiegelter Boden kann auch kein Regenwasser mehr aufnehmen, was bei
Starkregen Überschwemmungen verstärkt.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('klimawandel-baustelle-acker',
+13 -9
View File
@@ -189,8 +189,9 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<p>Jeder Fluss sammelt das Wasser einer ganzen Landschaft: Alles, was in
seinem <?= g('einzugsgebiet', 'Einzugsgebiet') ?> regnet oder schmilzt,
läuft früher oder später in seinem Bett zusammen. Wie viel Wasser gerade
unterwegs ist, zeigt der <b>Pegel</b> eine Messstelle, die den
Wasserstand rund um die Uhr aufzeichnet.</p>
unterwegs ist, zeigt der <b><?= g('pegel', 'Pegel') ?></b> eine
Messstelle, die den Wasserstand rund um die Uhr aufzeichnet. Steigt er
über festgelegte Marken, lösen die Behörden Warnstufen aus.</p>
<p><?= g('ueberflutung', 'Hochwasser') ?> entsteht, wenn mehr Wasser
ankommt, als das Flussbett fassen kann. Dazu braucht es meist drei
Zutaten: <b>(1) viel Regen oder Schneeschmelze</b>, <b>(2) Böden, die
@@ -279,12 +280,13 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<div>
<p>Die klassische Antwort auf Hochwasser ist Technik: <b>Dämme</b> und
Deiche halten das Wasser im Bett, <b>Schutzmauern</b> sichern Ortskerne,
<b>Rückhaltebecken</b> fangen die Flutwelle oben im Tal ab, bevor sie
die Siedlungen erreicht. Dieser <?= g('hochwasserschutz', 'Hochwasserschutz') ?>
<b><?= g('rueckhaltebecken', 'Rückhaltebecken') ?></b> fangen die
Flutwelle oben im Tal ab, bevor sie die Siedlungen erreicht, und geben
das Wasser später gedrosselt wieder ab. Dieser <?= g('hochwasserschutz', 'Hochwasserschutz') ?>
hat ganze Talböden erst besiedelbar gemacht.</p>
<p>Aber Technik hat Grenzen. <b>Erstens:</b> Jeder Damm ist nur für ein
bestimmtes Hochwasser bemessen kommt ein größeres, wird er überströmt
oder bricht. Es bleibt immer ein <b>Restrisiko</b>. <b>Zweitens:</b> Was
oder bricht. Es bleibt immer ein <b><?= g('restrisiko', 'Restrisiko') ?></b>. <b>Zweitens:</b> Was
der Damm hier zurückhält, kommt flussabwärts umso geballter an Schutz
kann das Problem auch <b>verlagern</b>. <b>Drittens:</b> Hinter Dämmen
fühlen sich Menschen sicher und bauen immer näher ans Wasser wenn der
@@ -386,7 +388,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<div class="b-cols">
<div>
<p>Die zweite Antwort auf Hochwasser ist keine Mauer, sondern Fläche.
Natürliche Flusslandschaften haben eingebaute Puffer: <b>Auen</b>
Natürliche Flusslandschaften haben eingebaute Puffer: <b><?= g('aue', 'Auen') ?></b>
die flachen Wälder und Wiesen entlang des Flusses laufen bei
Hochwasser voll wie ein Schwamm, halten das Wasser zurück und geben es
langsam wieder ab. Diesen Effekt nennt man
@@ -603,9 +605,10 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<div class="b-cols">
<div>
<p>Der billigste Hochwasserschutz ist, gar nicht erst im Weg des Wassers
zu bauen. Dafür gibt es die <b>Raumplanung</b>: Gefahrenzonenpläne
zu bauen. Dafür gibt es die <b>Raumplanung</b>:
<?= g('gefahrenzonenplan', 'Gefahrenzonenpläne') ?>
weisen aus, wo Hochwasser wie oft zu erwarten ist. Maßstab ist meist das
<b>HQ100</b> ein Hochwasser, das in jedem einzelnen Jahr mit einer
<b><?= g('hq100', 'HQ100') ?></b> ein Hochwasser, das in jedem einzelnen Jahr mit einer
Wahrscheinlichkeit von 1 : 100 erreicht oder überschritten wird.
Achtung, beliebter Denkfehler: Das heißt <i>nicht</i> „kommt nur alle
100 Jahre" es kann auch zweimal in einem Jahrzehnt kommen.
@@ -619,7 +622,8 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
Katastrophenfonds ersetzt nach Ermessen meist nur einen Teil des
Schadens. Die Frage „Wer zahlt?" wird nach jedem großen Hochwasser neu
diskutiert.</p>
<p>Dazu kommt die <b>Versiegelung</b>: Verbaute Böden nehmen kein Wasser
<p>Dazu kommt die <b><?= g('bodenversiegelung', 'Versiegelung') ?></b>:
Verbaute Böden nehmen kein Wasser
auf jeder neue Parkplatz schickt seinen Regen ungebremst in den
nächsten Bach. Hochwasserschutz beginnt deshalb nicht am Damm, sondern
bei jeder einzelnen Flächenwidmung.</p>
+18 -10
View File
@@ -85,8 +85,9 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
Erde eindeutig benennt, wie <?= g('hoehenlinie', 'Höhenlinien') ?> und
<?= g('hoehenstufe', 'Höhenstufen') ?> das Gebirge auf der Karte lesbar
machen, wie man aus <?= g('massstab', 'Maßstab') ?>, Entfernung und
Geschwindigkeit die Flugzeit berechnet und wie die Flugrettung in
Österreich, Deutschland und der Schweiz organisiert ist.</div>
Geschwindigkeit die Flugzeit berechnet und wie die
<?= g('flugrettung', 'Flugrettung') ?> in Österreich, Deutschland und der
Schweiz organisiert ist.</div>
<div class="b-chips">
<span class="b-chip">AT · GW 1.3 &amp; 1.6</span>
@@ -269,7 +270,8 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
Temperatur im Schnitt um rund <b>0,65 °C</b> ein Berg trägt also
mehrere <?= g('klimazone', 'Klimazonen') ?> übereinander. Diese
<?= g('hoehenstufe', 'Höhenstufen') ?> prägen die Alpen: unten Siedlungen
und Obstwiesen, darüber der Bergwald, ab der <b>Waldgrenze</b> (je nach
und Obstwiesen, darüber der Bergwald, ab der
<?= g('waldgrenze', 'Waldgrenze') ?> (je nach
Lage etwa 1.700 bis 2.200 m) nur noch Almen und Matten, ganz oben Fels,
Schnee und Eis (<b>nivale Stufe</b>).</p>
<p>Für die Flugrettung sind Höhenstufen Alltag: Ein Einsatz an der
@@ -366,11 +368,12 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
Richtung? Wie lange?</b> Die Entfernung liest man über den
<?= g('massstab', 'Maßstab') ?> von der Karte ab: Bei 1 : 50.000
entspricht 1 cm auf der Karte 50.000 cm in der Natur also 500 m.
Ein Hubschrauber fliegt dabei <b>Luftlinie</b>, den direkten Weg
Ein Hubschrauber fliegt dabei <?= g('luftlinie', 'Luftlinie') ?>, den
direkten Weg
Straßen, Pässe und Serpentinen zählen für ihn nicht. Genau das
macht ihn im Gebirge unschlagbar schnell.</p>
<p>Die Richtung beschreibt man mit den Himmelsrichtungen der
Windrose zwischen den Haupt- und Nebenrichtungen (N, NO, O, SO, S,
<?= g('windrose', 'Windrose') ?> zwischen den Haupt- und Nebenrichtungen (N, NO, O, SO, S,
SW, W, NW) unterscheiden Profis noch feiner, etwa Nord-Nordost. Ein
<?= g('kompass', 'Kompass') ?> zeigt Norden an; in der Luftfahrt gibt
man den Kurs zusätzlich als Winkel von 0° bis 360° an.</p>
@@ -568,10 +571,14 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<h2>5 · Alpine Gefahren und Verantwortung: Wenn jede Minute zählt</h2>
<div class="b-cols">
<div>
<p>Das Gebirge verzeiht wenig Fehler. <b>Lawinen</b> fordern in
Österreich im 10-Jahres-Schnitt <b>16 Todesopfer pro Winter</b> wobei
die Winter stark schwanken: 2024/25 waren es acht, im Winter darauf
dreißig. Dazu kommen <b>Wetterumstürze</b>: Ein sonniger Bergtag kann
<p>Das Gebirge verzeiht wenig Fehler. <?= g('lawine', 'Lawinen') ?>
fordern in Österreich im 10-Jahres-Schnitt <b>16 Todesopfer pro
Winter</b> wobei die Winter stark schwanken: 2024/25 waren es acht, im
Winter darauf dreißig. Wie groß die Gefahr gerade ist, zeigt die
fünfstufige <?= g('lawinenwarnstufe', 'Lawinenwarnstufe') ?>: Die
Lawinenwarndienste geben sie im Winter täglich neu heraus und schon
Stufe 3 („erheblich") ist ernst zu nehmen, denn hier passieren die
meisten tödlichen Unfälle. Dazu kommen <b>Wetterumstürze</b>: Ein sonniger Bergtag kann
binnen einer Stunde in Nebel, Sturm oder Gewitter kippen gefährlich
für Wandernde, aber auch für den Hubschrauber selbst, denn bei
<?= g('gewitter-flug', 'Gewitter') ?>, dichtem Nebel oder
@@ -579,7 +586,8 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
ihre Grenzen.</p>
<p>Deshalb gilt am Berg: <b>Vorbeugen ist die halbe Rettung.</b>
Tourenplanung, Wetterbericht, passende Ausrüstung und das Wissen,
wie man alarmiert. In Österreich erreicht der <b>Alpinnotruf 140</b>
wie man einen <?= g('notruf', 'Notruf') ?> absetzt. In Österreich
erreicht der <b>Alpinnotruf 140</b>
direkt die Leitstellen der Bergrettung; der <b>Euronotruf 112</b>
funktioniert in ganz Europa und wählt sich notfalls in jedes verfügbare
Handynetz ein. In der Schweiz alarmiert man die Rega unter <b>1414</b>.</p>
+19 -11
View File
@@ -190,7 +190,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
Erdgas. Die <?= g('emissionen', 'Emissionen') ?> haben den CO₂-Gehalt
der Luft von rund 280 <?= g('ppm', 'ppm') ?> auf über 430 ppm getrieben.
Seit 1958 misst die Station Mauna Loa auf Hawaii diesen Anstieg Jahr für
Jahr — die berühmte <b>Keeling-Kurve</b> kennt nur eine Richtung: aufwärts.
Jahr — die berühmte <?= g('keeling-kurve', 'Keeling-Kurve') ?> kennt nur eine Richtung: aufwärts.
Die Folge: 2024 war das erste Kalenderjahr, das im Schnitt mehr als
1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau lag — der Zielmarke des
<?= g('pariser-abkommen', 'Pariser Klimaabkommens') ?>.</p>
@@ -271,7 +271,9 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<div>
<p>Dass das Meer steigt, hat <b>zwei Ursachen</b>. Erstens: Warmes
Wasser dehnt sich aus — die Ozeane nehmen den Großteil der zusätzlichen
Wärme auf und brauchen dadurch mehr Platz. Zweitens: Gletscher und die
Wärme auf und brauchen dadurch mehr Platz
(<?= g('waermeausdehnung', 'Wärmeausdehnung') ?>). Zweitens:
<?= g('gletscher', 'Gletscher') ?> und die
Eisschilde Grönlands und der Antarktis schmelzen, und das Schmelzwasser
fließt ins Meer. Seit 1901 ist der globale <?= g('meeresspiegel', 'Meeresspiegel') ?>
um rund <b>20 cm</b> gestiegen — und die Geschwindigkeit nimmt zu:
@@ -284,7 +286,8 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
unserem Nachbarn im Nordwesten — liegt gut ein Viertel des Landes
<i>unter</i> dem Meeresspiegel, samt Städten wie Amsterdam und Rotterdam.
Und die <?= g('klimafolgen', 'Folgen') ?> beginnen lange vor der Flut:
Salzwasser sickert ins Grundwasser, versalzt Brunnen und Felder
Salzwasser sickert ins Grundwasser und versalzt Brunnen und Felder
(<?= g('versalzung', 'Versalzung') ?>) —
Menschen müssen gehen, obwohl ihr Haus noch trocken steht
(<?= g('ueberflutung', 'Überflutung') ?> ist nur die letzte Stufe).</p>
</div>
@@ -303,7 +306,8 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Der Meeresspiegel
folgt der Temperatur — aber in zwei Anteilen: Ein Teil reagiert schnell,
ein Teil ist <b>„bereits beschlossen"</b> und kommt auch dann noch, wenn
du das CO₂ längst senkst (so wie die trägen Eisschilde in Wirklichkeit).
du das CO₂ längst senkst (so wie die trägen Eisschilde in Wirklichkeit
Fachleute nennen das die <?= g('klimatraegheit', 'Trägheit des Klimasystems') ?>).
Die <b>Geflutet-Anzeige</b> zeigt die Wirkung auf der Karte: Zuerst frisst
das Meer den Strand — <i>das verhindert auch der beste Deich nicht</i> —,
dann steigt das Wasser in die Häuser. Bleibt am Ende weniger als 40 %
@@ -492,7 +496,9 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<?= g('kuestenschutz', 'Küstenschutz') ?>. Das Musterland sind die
Niederlande: 26 % des Landes liegen unter dem Meeresspiegel, geschützt
von Deichen und den <b>Deltawerken</b>, dreizehn gewaltigen Sperrwerken
gegen Nordsee-Sturmfluten. Doch selbst sie sind nur auf rund 40 cm
gegen Nordsee-<?= g('sturmflut', 'Sturmfluten') ?> — dabei drückt tagelanger
Sturm das Meer weit über die normale Flut hinaus gegen das Land.
Doch selbst sie sind nur auf rund 40 cm
Anstieg ausgelegt und müssen nachgerüstet werden. <b>Naturbasiert
schützen:</b> <?= g('mangrove', 'Mangrovenwälder') ?> brechen Wellen,
halten mit ihren Wurzeln den Boden fest und binden nebenbei CO₂ —
@@ -502,8 +508,8 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
entstehen dann nur noch auf höherem Grund.</p>
<p>Auch im Binnenland heißt Anpassung bauen und planen: Flüsse bekommen
Dämme und Rückhalteräume — der Alpenrhein in Vorarlberg wird seit über
100 Jahren so gebändigt —, und Städte werden zur <b>„Schwammstadt"</b>
umgebaut: entsiegelte Flächen, Grünstreifen und Speicher saugen
100 Jahren so gebändigt —, und Städte werden zur
<?= g('schwammstadt', '„Schwammstadt"') ?> umgebaut: entsiegelte Flächen, Grünstreifen und Speicher saugen
Starkregen auf, statt ihn in die Kanalisation zu zwingen.</p>
</div>
<div>
@@ -588,9 +594,10 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<p>Klimaschutz kostet Geld — Windparks, Deiche und Aufforstung stehen
in jedem Budget. Aber <b>kein</b> Klimaschutz kostet mehr: Flutschäden,
Ernteausfälle, Hitzefolgen und immer teurerer Küstenschutz sind die
Rechnung, die später kommt. Ökonom:innen nennen das <b>Folgekosten</b> —
Rechnung, die später kommt. Ökonom:innen nennen das
<?= g('folgekosten', 'Folgekosten') ?> —
sie tauchen in keiner Betriebsrechnung auf, bezahlt werden sie trotzdem.
Dazu kommen echte <b>Zielkonflikte</b>: Ein Kohlekraftwerk liefert
Dazu kommen echte <?= g('zielkonflikt', 'Zielkonflikte') ?>: Ein Kohlekraftwerk liefert
billigen Strom und ein Flughafen bringt Tourismus-Einnahmen — beides
heizt zugleich die Erde weiter auf. Und es gibt <b>Scheinlösungen</b>:
Geo-Engineering wie die „Wolken-Impfung" klingt nach Wundermittel,
@@ -602,8 +609,9 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<?= g('permafrost', 'Permafrosts') ?> —, läuft die Veränderung von
selbst weiter, auch wenn die Emissionen später sinken. Wie nah das ist,
zeigen die Alpen: Die Schweizer Gletscher verloren in nur zwei Jahren
ein Zehntel ihres Eises, und die Zahl der Hitzetage in Österreich hat
sich verdoppelt bis verdreifacht. Früh investieren ist deshalb nicht
ein Zehntel ihres Eises, und die Zahl der
<?= g('hitzetag', 'Hitzetage') ?> (Tage mit mindestens 30 °C) in
Österreich hat sich verdoppelt bis verdreifacht. Früh investieren ist deshalb nicht
nur ökologisch, sondern auch ökonomisch klüger —
<?= g('klimaneutralitaet', 'Klimaneutralität') ?> ist das Ziel, auf das
sich die Welt in Paris geeinigt hat.</p>
+11 -8
View File
@@ -178,10 +178,10 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<div class="b-cols">
<div>
<p>Menschen reisen, seit es Menschen gibt aber noch nie sind so viele
gereist wie heute. Die Gründe nennt man <b>Reisemotive</b>: Erholung
gereist wie heute. Die Gründe nennt man <b><?= g('reisemotiv', 'Reisemotive') ?></b>: Erholung
(Strand, Berge, Wellness), Neugier auf Kultur und Städte, Besuche bei
Familie und Freund:innen, Sport und Events und Geschäftsreisen. Aus
den Motiven entstehen Tourismusarten: vom Badeurlaub über den
den Motiven entstehen <?= g('tourismusarten', 'Tourismusarten') ?>: vom Badeurlaub über den
Städtetrip bis zur <?= g('pauschalreise', 'Pauschalreise') ?>, bei der
Flug, Hotel und Transfer als Paket gebucht werden.</p>
<p><?= g('tourismus', 'Tourismus') ?> ist längst eine Weltindustrie:
@@ -381,7 +381,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
eine <?= g('logistikkette', 'Transportkette') ?> mit vielen Gliedern.
Am <?= g('hub-flughafen', 'Hub-Flughafen') ?> („Drehkreuz") steigen
nicht nur Passagiere um, sondern auch ihr Gepäck: In Frankfurt sortiert
eine <b>81 Kilometer lange</b> Gepäckförderanlage bis zu
eine <b>81 Kilometer lange</b> <?= g('gepaeckfoerderanlage', 'Gepäckförderanlage') ?> bis zu
<b>125.000 Koffer pro Tag</b> vollautomatisch, mit bis zu 18 km/h.</p>
<p>Und trotzdem geht etwas schief: Weltweit kommen etwa
<b>6 von 1.000 Gepäckstücken</b> nicht planmäßig an meist, weil die
@@ -486,8 +486,8 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<?= g('emissionen', 'Emissionen') ?>. Die Forschung des DLR zeigt: Der
Luftverkehr ist für rund <b>3,5 % der bisherigen menschengemachten
Erwärmung</b> verantwortlich und nur ein Drittel davon stammt aus dem
CO₂ selbst. Zwei Drittel sind <b>Nicht-CO₂-Effekte</b>: vor allem
Kondensstreifen, die sich in großer Höhe zu Schleierwolken ausbreiten
CO₂ selbst. Zwei Drittel sind <b><?= g('nicht-co2-effekte', 'Nicht-CO₂-Effekte') ?></b>: vor allem
<?= g('kondensstreifen', 'Kondensstreifen') ?>, die sich in großer Höhe zu Schleierwolken ausbreiten
und wie eine zusätzliche Wärmedecke wirken
(<?= g('treibhauseffekt', 'Treibhauseffekt') ?>).</p>
<p>Der Vergleich der Verkehrsmittel ist deutlich: Ein Inlandsflug
@@ -496,8 +496,11 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
die <?= g('co2-flugverkehr', 'CO₂-Bilanz einer Reise') ?> zählt aber
auch die Distanz: Eine einzige Fernreise kann den ganzen übrigen
<?= g('co2-fussabdruck', 'CO₂-Fußabdruck') ?> eines Jahres übertreffen.
Deshalb lautet die wichtigste Faustregel: <b>Kurzstrecken auf die
Schiene verlagern</b> und Fernreisen seltener, dafür länger.</p>
Deshalb lautet die wichtigste Faustregel:
<b><?= g('kurzstreckenflug', 'Kurzstreckenflüge') ?> auf die Schiene
verlagern</b> und Fernreisen seltener, dafür länger. Als Kurzstrecke
gilt dabei ein Flug bis etwa 1.500 Kilometer innerhalb Europas also
die meisten Verbindungen.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('kondensstreifen-himmel',
@@ -600,7 +603,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
die Belastung verteilt sich.</p>
<p>Der größte Hebel ist die <?= g('mobilitaet', 'Mobilität') ?>: Für
Strecken innerhalb Europas ist die Bahn fast immer die klimafreundlichste
Wahl. Renaissance feiert dabei der <b>Nachtzug</b>: Die ÖBB betreiben mit
Wahl. Renaissance feiert dabei der <b><?= g('nachtzug', 'Nachtzug') ?></b>: Die ÖBB betreiben mit
dem Nightjet das größte Nachtzugnetz Europas über 25 Metropolen von
Hamburg bis Rom sind erreichbar, einige Züge halten sogar in Feldkirch.
Abends einsteigen, morgens mitten in der Stadt aufwachen: Reisezeit wird
+15 -9
View File
@@ -195,7 +195,10 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
passieren LKW, Züge und Schiffe die Grenzen ohne Zollkontrolle.
Doch die Lastenverteilung ist einseitig: <b>78 % der Transportleistung
rollen auf der Straße</b>, nur 17 % auf der Schiene und 5 % auf
Binnengewässern Tendenz: noch mehr Straße. <span class="q">[1]</span></p>
Binnengewässern Tendenz: noch mehr Straße. <span class="q">[1]</span>
Diese Aufteilung der Güter auf die Verkehrsträger nennt man
<?= g('modal-split', 'Modal Split') ?> die wohl meistdiskutierte
Kennzahl der Verkehrspolitik.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('gueterzug-terminal-wolfurt',
@@ -279,7 +282,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
Triebfahrzeug konkurrenzlos effizient auf langen Strecken. Sein
Nachteil: Er braucht Gleise und ein <?= g('bahnterminal', 'Bahnterminal') ?>,
und jeder Wechsel des Verkehrsmittels kostet Zeit und Geld der
<?= g('umschlag', 'Umschlag') ?>. Das <b>Binnenschiff</b> schließlich
<?= g('umschlag', 'Umschlag') ?>. Das <b><?= g('binnenschiff', 'Binnenschiff') ?></b> schließlich
transportiert auf Rhein und Donau riesige Mengen langsam, aber günstig
ein einziger Schubverband ersetzt über hundert LKW-Ladungen.</p>
<p>Die Kunst liegt im Kombinieren: Beim
@@ -484,7 +487,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<p>Zwischen den Industrieräumen nördlich und südlich der Alpen liegt
eine 800 km lange Gebirgsmauer überquerbar nur an wenigen Pässen und
Tunneln. Güter, die Österreich oder die Schweiz nur <i>durchqueren</i>,
nennt man <b>Transitverkehr</b>. Der mit Abstand meistbelastete Übergang
nennt man <b><?= g('transitverkehr', 'Transitverkehr') ?></b>. Der mit Abstand meistbelastete Übergang
ist der <b>Brenner</b> (1.370 m) zwischen Tirol und Südtirol:
<b>2,46 Millionen LKW</b> rollten 2024 über die Brennerautobahn
fast dreimal so viele wie über <b>alle vier</b> Schweizer Alpenrouten
@@ -492,13 +495,15 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
im engen Wipptal bedeutet das Dauerbelastung durch Lärm und Abgase.</p>
<p>Die <b>Schweiz</b> zeigt seit den 1990ern einen anderen Weg: Per
Volksabstimmung beschloss sie, den Transit auf die Schiene zu verlagern
mit hohen LKW-Abgaben und den NEAT-Basistunneln. Der
mit hohen LKW-Abgaben und den NEAT-<?= g('basistunnel', 'Basistunneln') ?>.
Ein Basistunnel durchquert das Gebirge nicht oben am Pass, sondern flach
an seinem Fuß so kommen auch schwere Güterzüge ohne Steigung hindurch. Der
<b>Gotthard-Basistunnel</b> (57 km, eröffnet 2016) ist der längste
Eisenbahntunnel der Welt; rund <b>72 %</b> des alpenquerenden Güterverkehrs
der Schweiz fahren heute per Bahn. <span class="q">[9] [10]</span></p>
<p>Österreich steuert mit Blockabfertigung, Nachtfahr- und sektoralen
Fahrverboten dagegen und setzt auf die <b>Rollende Landstraße</b>
(der ganze LKW fährt auf dem Zug mit) sowie den
Fahrverboten dagegen und setzt auf die <b><?= g('rollende-landstrasse', 'Rollende Landstraße') ?></b>
(der ganze LKW fährt auf dem Zug mit, die Fahrer:innen ruhen im Begleitwagen) sowie den
<b>Brenner-Basistunnel</b>: 55 km von Innsbruck nach Franzensfeste,
mit der Umfahrung Innsbrucks 64 km die längste unterirdische
Bahnverbindung der Welt, geplant ab etwa 2032. <span class="q">[11]</span></p>
@@ -602,7 +607,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<div class="b-cols">
<div>
<p>Lagerhallen kosten Miete, gebundenes Geld und Personal. Deshalb
arbeiten Fabriken und Handel heute <b>just in time</b>: Die Ware kommt
arbeiten Fabriken und Handel heute <b><?= g('just-in-time', 'just in time') ?></b>: Die Ware kommt
genau dann an, wenn sie gebraucht wird das Lager fährt quasi auf der
Autobahn mit. Das spart Kosten, macht Lieferketten aber verwundbar:
Fällt ein Glied aus, steht binnen Tagen die Produktion.</p>
@@ -618,8 +623,9 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
Kilometer. <span class="q">[13]</span> Gute Disposition sucht deshalb
immer eine Rückladung. Und der Boom geht weiter: Allein in Deutschland
waren 2024 <b>4,29 Milliarden Paketsendungen</b> unterwegs der
Online-Handel verwandelt Wohnstraßen in die „letzte Meile" der
Logistik. <span class="q">[14]</span></p>
Online-Handel verwandelt Wohnstraßen in die „<?= g('letzte-meile', 'letzte Meile') ?>"
der Logistik den teuersten Abschnitt der ganzen Kette, weil hier jedes
Paket einzeln an eine Tür gebracht wird. <span class="q">[14]</span></p>
</div>
<div>
<?= buchBild('paket-zustellung',
+9 -5
View File
@@ -407,7 +407,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<b>z</b>unehmende Mond ist rechts beleuchtet, der <b>a</b>bnehmende
links.</p>
<p>Eine Besonderheit fällt seit Jahrtausenden auf: Wir sehen <b>immer
dieselbe Seite</b> des Mondes. Der Grund heißt <b>gebundene Rotation</b>
dieselbe Seite</b> des Mondes. Der Grund heißt <b><?= g('gebundene-rotation', 'gebundene Rotation') ?></b>
der Mond dreht sich in exakt derselben Zeit einmal um sich selbst, in
der er einmal um die Erde läuft. Die Gezeitenkräfte der Erde haben ihn
über Milliarden Jahre in diesen Takt gezwungen. Seine Rückseite hat erst
@@ -500,7 +500,10 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<p>Eine Finsternis ist reine Geometrie. Schiebt sich der <b>Mond</b>
genau zwischen Sonne und Erde (bei Neumond), fällt sein Schatten auf
einen kleinen Fleck der Erde: <?= g('sonnenfinsternis', 'Sonnenfinsternis') ?>
nur wer im Schattenstreifen steht, erlebt sie. Steht dagegen die
nur wer im Schattenstreifen steht, erlebt sie. Genau genommen hat der
Schatten zwei Zonen: Nur im schmalen <?= g('kernschatten', 'Kernschatten') ?>
wird die Finsternis total, im viel breiteren Halbschatten ringsherum
bleibt sie partiell. Steht dagegen die
<b>Erde</b> zwischen Sonne und Mond (bei Vollmond), wandert der Mond
durch den Erdschatten: <?= g('mondfinsternis', 'Mondfinsternis') ?>
sichtbar von der gesamten Nachtseite der Erde. Dabei wird der Mond nicht
@@ -623,16 +626,17 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
in <b>8 cm &middot; 107 ≈ 8,6 m</b> Entfernung, am anderen Ende des
Klassenzimmers.</p>
<p>Auch Zeit wird zum Maßstab: Licht, das Schnellste überhaupt
(300.000 km pro Sekunde), braucht von der Sonne <b>8 Minuten 20
(<?= g('lichtgeschwindigkeit', 'Lichtgeschwindigkeit') ?>:
300.000 km pro Sekunde), braucht von der Sonne <b>8 Minuten 20
Sekunden</b> bis zu uns vom Mond nur 1,3 Sekunden
(<b>384.400 : 300.000 ≈ 1,3</b>). <span class="q">[6]</span> Wir sehen
die Sonne also immer so, wie sie vor 8 Minuten war.</p>
<p>Am besten <i>erlebt</i> man Größenordnungen zu Fuß: Auf
<b>Planetenwegen</b> ist das Sonnensystem meist 1 : 1 Milliarde
<b><?= g('planetenweg', 'Planetenwegen') ?></b> ist das Sonnensystem meist 1 : 1 Milliarde
verkleinert ein Schritt entspricht etwa der doppelten Distanz
ErdeMond. Und wer die Sterne dahinter sehen will, braucht vor allem
eines: <b>Dunkelheit</b>. Kunstlicht überstrahlt den Nachthimmel
(„Lichtverschmutzung") in Sternenparks wie Attersee-Traunsee wird
(„<?= g('lichtverschmutzung', 'Lichtverschmutzung') ?>") in Sternenparks wie Attersee-Traunsee wird
der dunkle Himmel deshalb gezielt geschützt. <span class="q">[8]</span></p>
</div>
<div>
+10 -5
View File
@@ -187,7 +187,8 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
kommen, und die Veranstalter müssen ihren Zeit-Slot vorab buchen. 15
Beschäftigte kümmern sich nur um Busse, Autos und Verkehr.
<span class="q">[1]</span></p>
<p><?= g('besucherlenkung', 'Besucherlenkung') ?> hat viele Werkzeuge:
<p><?= g('besucherlenkung', 'Besucherlenkung') ?> hat viele
<?= g('lenkungsinstrumente', 'Werkzeuge') ?>:
<b>Information</b> (Beschilderung, Apps, Live-Auslastung),
<b>Reservierung</b> (Slots, Tickets), <b>Preise</b> (Eintritt, Parkgebühr,
<?= g('angebot-nachfrage', 'Nachfrage') ?> über den Preis steuern),
@@ -282,7 +283,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<div class="b-cols">
<div>
<p>In der Stadt zahlen Geschäfte in der Fußgängerzone die höchsten Mieten
für die „1a-Lage". Der Grund heißt <b>Frequenz</b>: die Zahl der Menschen,
für die „1a-Lage". Der Grund heißt <b><?= g('frequenz', 'Frequenz') ?></b>: die Zahl der Menschen,
die vorbeikommen. Jeder Meter Abstand vom Strom kostet Kundschaft, denn
kaum jemand macht einen Umweg für ein Angebot, das er nicht kennt. Was
für die Einkaufsstraße gilt, gilt genauso für die Tourismusregion: Der
@@ -293,11 +294,11 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
der Reisenden bediente, verdiente. Heute wiederholt sich das Muster am
Radweg (Kiosk, Radwerkstatt), am Wanderweg (Jausenstation, Alpe) und an
der Ausflugsstraße (Gasthof mit Parkplatz).</p>
<p>Zur Lage kommt die <b>Kapazität</b>: Auch das bestgelegene Café kann
<p>Zur Lage kommt die <b><?= g('kapazitaet', 'Kapazität') ?></b>: Auch das bestgelegene Café kann
nur eine begrenzte Zahl von Gästen gleichzeitig bedienen. Und Angebote
verstärken sich <b>gegenseitig</b>: Wo Spielplatz, Eisdiele und WC
beieinanderliegen, bleiben Familien länger als bei jedem Angebot allein
Fachleute sprechen von Kopplungseffekten.</p>
Fachleute sprechen von <?= g('kopplungseffekt', 'Kopplungseffekten') ?>.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('standort-jausenstation',
@@ -389,6 +390,9 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<p>Zur Zielgruppe gehört ihr <b>Verkehrsmittel</b>: Rund <b>75 % der
Übernachtungsgäste</b> in Österreich reisen mit dem Pkw an, nur 11 %
mit der Bahn und 7 % mit dem Flugzeug. <span class="q">[3]</span>
Diese Aufteilung der Wege auf die Verkehrsmittel nennt man
<?= g('modal-split', 'Modal Split') ?> an ihr liest eine Region ab,
wie autolastig ihr Tourismus ist.
Für eine Region heißt das: Wer nur Parkplätze baut, holt noch mehr Autos
ins Tal wer Bahn, Bus und Radweg stärkt, erschließt neue Gäste
<i>ohne</i> neuen Autoverkehr.</p>
@@ -497,7 +501,8 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
durchfährt, gibt fast nichts aus. Deshalb versuchen Regionen, Gäste zu
„bremsen" mit Cafés, Märkten, Museen und Erlebnissen, die zum Bleiben
einladen. Jede zusätzliche Stunde vor Ort bedeutet zusätzlichen Umsatz.
Aus demselben Grund sind Übernachtungsgäste wertvoller als Tagesgäste:
Aus demselben Grund sind Übernachtungsgäste wertvoller als
<?= g('tagesgast', 'Tagesgäste') ?>:
Sie lassen Abendessen, Frühstück und <?= g('naechtigung', 'Nächtigung') ?>
da.</p>
<p>Aber Vorsicht vor der Abzock-Falle: Wer Gäste nur „melkt", verliert
+12 -8
View File
@@ -166,7 +166,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<p>Kein Betrieb steht zufällig dort, wo er steht. Ob sich ein Gasthaus, ein
Lift oder ein Hotel lohnt, entscheiden die Eigenschaften des Ortes die
<?= g('standortfaktor', 'Standortfaktoren') ?>. Man unterscheidet
<b>harte Faktoren</b>, die man messen kann (Höhenlage, Schneesicherheit,
<b><?= g('harte-weiche-standortfaktoren', 'harte Faktoren') ?></b>, die man messen kann (Höhenlage, Schneesicherheit,
Erreichbarkeit, Wasser, Baugrund), und <b>weiche Faktoren</b>, die man
spürt (Landschaftsbild, Ruf, Sicherheit, Gastfreundschaft).</p>
<p>Im Gebirge ist die <b>Höhenlage</b> der wichtigste harte Faktor: Je höher
@@ -246,7 +246,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<p>Tourismus ist eine Kette: <b>Anreise → Kapazität → Betten → Personal →
Einnahmen</b>. Reißt ein Glied, verdient das ganze Tal weniger. Wenn mehr
Gäste kommen wollen, als der Bus bringen kann, hilft das beste Hotel nichts
der <b>Engpass</b> bestimmt das Ergebnis.</p>
der <b><?= g('engpass', 'Engpass') ?></b> bestimmt das Ergebnis.</p>
<p>Und wie entsteht der Preis? Auf Märkten treffen
<?= g('angebot-nachfrage', 'Angebot und Nachfrage') ?> aufeinander. Ein hoher
Skipass-Preis bringt mehr Geld <i>pro Gast</i> aber weniger Gäste kommen
@@ -277,7 +277,8 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
(links) ist deine Preisstellschraube beobachte, wie Gästezahl und Einnahmen
reagieren. Der 📋 <b>Tagesbericht</b> zeigt die ganze Kette als Rechnung:
Wer wollte kommen (· Faktoren), wer konnte kommen (Engpass!), Einnahmen minus
Kosten. Rücklagen sind wichtig: Einmalige Chancen wie das <b>Skirennen
Kosten. <?= g('ruecklagen', 'Rücklagen') ?> gespartes Geld als Polster für
schlechte Tage sind wichtig: Einmalige Chancen wie das <b>Skirennen
(5.000 €)</b> kommen nur einmal und ab 15.000 € Schulden verkauft die
<b>Bank</b> dein teuerstes Gebäude zwangsweise.</div>
<div class="b-box b-aufgaben"><b>✏️ Aufgaben:</b>
@@ -298,7 +299,8 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<?php if ($LEHRER): ?>
<div class="b-box b-lehrer"><b>💡 Erwartungshorizont (Auswahl):</b>
A: Bei 15 € viele Gäste, wenig Ertrag/Gast; bei 45 € wenige Gäste, sinkende
Zufriedenheit Umsatzmaximum liegt dazwischen (Preiselastizität).
Zufriedenheit Umsatzmaximum liegt dazwischen (<?= g('preiselastizitaet', 'Preiselastizität') ?>:
Wie stark die Nachfrage auf eine Preisänderung reagiert).
C: Nein laufende Kosten (Instandhaltung, Löhne) laufen immer; Überfüllung
senkt Zufriedenheit → weniger Nachfrage morgen.
<b>Stolperstein „Panzer-Rush":</b> Wer sofort alles baut, endet absichtlich in
@@ -520,15 +522,17 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
Wird er ignoriert, kippt der Erfolg: <?= g('uebertourismus', 'Übertourismus') ?>
verstopft Straßen, verärgert Einheimische und vertreibt am Ende genau die
Gäste, die Ruhe suchten.</p>
<p>Es gibt Gegenmittel: <b>Renaturierung</b> (Aufforsten gibt der Natur
Fläche zurück), <b>öko-effiziente Betriebe</b> (Solar spart Kosten UND
<p>Es gibt Gegenmittel: <b><?= g('renaturierung', 'Renaturierung') ?></b>
(Aufforsten gibt der Natur Fläche zurück und macht Eingriffe rückgängig),
<b>öko-effiziente Betriebe</b> (Solar spart Kosten UND
schont die Natur eine Investition, die sich doppelt rechnet) und
<?= g('soziale-verantwortung', 'soziale Verantwortung') ?>: Wer seinem
Personal gute Unterkünfte bietet, bekommt zufriedene Mitarbeiter:innen
und die Gäste spüren den freundlicheren Service. Ein Win-win.</p>
<p>Und wenn Betriebe wachsen? Vier kleine Gasthäuser zusammen leisten
viel <b>ein großes</b> leistet dasselbe mit geringeren Kosten pro Gast.
Diesen Vorteil großer Betriebe nennt man <b>Skaleneffekt</b>.</p>
viel <b>ein großes</b> leistet dasselbe mit geringeren Kosten pro Gast,
weil feste Kosten wie Küche oder Heizung nur einmal anfallen.
Diesen Vorteil großer Betriebe nennt man <b><?= g('skaleneffekt', 'Skaleneffekt') ?></b>.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('zielkonflikt-baustelle-natur',
+12 -6
View File
@@ -181,7 +181,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<b>Herkunftsgeschichte</b> und die beginnt für dich am Regal: Bei
Obst und Gemüse muss das Herkunftsland angegeben sein.</p>
<p>Wie viel ein Land selbst erzeugt, misst der
<b>Selbstversorgungsgrad</b>: 100 % heißt, die eigene Erzeugung deckt
<b><?= g('selbstversorgungsgrad', 'Selbstversorgungsgrad') ?></b>: 100 % heißt, die eigene Erzeugung deckt
genau den eigenen Verbrauch. Österreich ist bei Milch weit darüber
wir exportieren also und bei Obst, Fisch oder Reis weit darunter.
Was fehlt, muss <b>importiert</b> werden: aus Nachbarländern, aus
@@ -201,7 +201,8 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
der größte Produzent der Welt, sondern das Land, aus dem die Zutat
<b>typisch zu uns auf den Markt</b> kommt. Vier Kategorien helfen dir:
🇪🇺 <b>Hauptlieferant</b> (kommt zu uns) · 🌐 <b>Welt-Hauptproduzent</b>
(Big Player, aber selten bei uns im Regal) · 🌍 <b>Off-Season-Lieferant</b>
(Big Player, aber selten bei uns im Regal) ·
🌍 <b><?= g('off-season-import', 'Off-Season-Lieferant') ?></b>
(füllt nur unsere Wintersaison) · 🏠 <b>Eigenkonsum</b> (bleibt im eigenen
Land). Zutaten aus der Speisekammer (Hefe, Essig …) sind als „lokal"
markiert sie musst du nicht erforschen.</div>
@@ -372,7 +373,8 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
bringen die Bohnen nach Europa, verarbeitet wird meist erst hier auch
die Schweiz, Deutschland und Österreich verdienen also an Schokolade
kräftig mit.</p>
<p>Wie das Geld entlang dieser <b>Wertschöpfungskette</b> verteilt ist,
<p>Wie das Geld entlang dieser
<b><?= g('wertschoepfungskette', 'Wertschöpfungskette') ?></b> verteilt ist,
überrascht viele: Von einem Euro, den wir für Schokolade ausgeben,
erreichen nur etwa <b>8 Cent</b> die Kakaobauern-Familien der Rest
bleibt bei Verarbeitung, Marke und Handel. <span class="q">[4]</span>
@@ -479,7 +481,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<p>Beim Transport zählt vor allem das <b>Wie</b>: Fast 60 % der
Lebensmittel-Transportkilometer laufen über das Schiff, nur 0,16 % über
das Flugzeug. <span class="q">[6]</span> Die Banane per Schiff ist
darum kein Klimaproblem <b>Flugware</b> (etwa empfindliche Beeren
darum kein Klimaproblem <b><?= g('flugware', 'Flugware') ?></b> (etwa empfindliche Beeren
oder Spargel außerhalb der Saison) dagegen schon. Und
<?= g('saisonal-regional', 'saisonal &amp; regional') ?> bleibt trotzdem
sinnvoll: Die Freiland-Tomate im August schlägt jede Winter-Tomate aus
@@ -577,7 +579,8 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<p>Was auf den Teller kommt, entscheidet dreifach: über deine
<b>Gesundheit</b>, über das <b>Klima</b> (Seite 4) und über die
Menschen am Anfang der Kette (Seite 3). Für die Gesundheit gibt die
<b>österreichische Ernährungspyramide</b> die Richtung vor: viel Wasser,
österreichische <b><?= g('ernaehrungspyramide', 'Ernährungspyramide') ?></b>
die Richtung vor: viel Wasser,
täglich Gemüse, Hülsenfrüchte und Obst, regelmäßig Getreide und
Erdäpfel, maßvoll Milchprodukte, wenig Fleisch, selten Süßes.
<span class="q">[7]</span> Die Nährwerte auf Verpackungen (und in der
@@ -587,7 +590,10 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
Siegel wie Fairtrade garantieren Mindestpreise und eine Prämie für
Schulen, Brunnen oder Werkzeug ein direkter Hebel gegen die 8-Cent-Bilanz
von Seite 3. Und ein dritter Hebel kostet gar nichts:
<b>weniger wegwerfen</b>. Österreichs Haushalte entsorgen pro Jahr rund
<b>weniger wegwerfen</b>. Wenn essbare Lebensmittel im Müll landen,
sprechen Fachleute von
<?= g('lebensmittelverschwendung', 'Lebensmittelverschwendung') ?> und
die ist enorm: Österreichs Haushalte entsorgen pro Jahr rund
<b>635.000 Tonnen</b> Lebensmittel, etwa <b>70 kg pro Person</b> mehr
als die Hälfte davon wäre vermeidbar. <span class="q">[8]</span> Essen,
das im Müll landet, hat seine ganze Weltreise umsonst gemacht.</p>
+15
View File
@@ -41,6 +41,14 @@ foreach ($modDb as $m) {
];
$moduleOrder[] = $m['module_id'];
}
// Schulbuch-Kapitel je Modul (für den 📖-Link bei aktivem Modul-Filter)
$buchLink = [];
$buchAlias = ['klima-3d' => 'klima'];
foreach (array_keys($moduleMeta) as $mid) {
$ziel = $buchAlias[$mid] ?? $mid;
if (is_file(__DIR__ . '/buch-' . $ziel . '.php')) $buchLink[$mid] = 'buch-' . $ziel;
}
?><!DOCTYPE html>
<html lang="de">
<head>
@@ -136,6 +144,7 @@ foreach ($modDb as $m) {
white-space: nowrap;
}
.gl-chip.active { background: var(--ggs-fjord); color: var(--ggs-white); border-color: var(--ggs-fjord); }
a.gl-chip.gl-buch { background: var(--ggs-forest, #1f4b37); color: var(--ggs-white); border-color: var(--ggs-forest, #1f4b37); text-decoration: none; }
@media (hover: hover) {
.gl-chip:hover { border-color: var(--ggs-fjord); color: var(--ggs-fjord); }
}
@@ -650,6 +659,7 @@ const INIT_MODULE = <?= json_encode($module) ?>;
// Aus DB-Tabelle module_info (Admin-pflegbar, Source-of-Truth)
const MODULE_META = <?= json_encode($moduleMeta, JSON_UNESCAPED_UNICODE) ?>;
const MODULE_ORDER = <?= json_encode($moduleOrder, JSON_UNESCAPED_UNICODE) ?>;
const BUCH_LINK = <?= json_encode($buchLink, JSON_UNESCAPED_UNICODE) ?>; // Modul → Schulbuch-Kapitel
const CATEGORY_LABEL = {
klima: 'Klima',
einheit: 'Einheit',
@@ -799,6 +809,11 @@ function renderFilters() {
</button>`;
});
// Schulbuch-Link, wenn ein Modul mit Kapitel gefiltert ist
if (STATE.filter.module && BUCH_LINK[STATE.filter.module]) {
html += `<a class="gl-chip gl-buch" href="<?= $bp ?>/${BUCH_LINK[STATE.filter.module]}">📖 Zum Schulbuch-Kapitel</a>`;
}
wrap.innerHTML = html;
wrap.querySelectorAll('.gl-chip').forEach(btn => {