Buch (3 Kapitel): Sek-I-Sprache — kofferdetektiv, fluss, busfahrt
Schachtelsätze auf, Jargon erklärt (Kerosin, gesättigt/versiegelt, Lenkzeit/Zollunion), jeder Fachbegriff per g() verlinkt. Fakten/Quellen/Struktur unverändert. Co-Authored-By: Claude Fable 5 <noreply@anthropic.com>
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'Der Alpenrhein bei Hard (Vorarlberg): ein Fluss im Korsett. Die Dämme schützen das dicht besiedelte Rheintal – seit über 100 Jahren.') ?>
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<div class="b-box b-merke"><b>Darum geht es in diesem Kapitel:</b>
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Du lernst, wie <?= g('ueberflutung', 'Hochwasser') ?> entsteht (Starkregen,
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<?= g('einzugsgebiet', 'Einzugsgebiet') ?>, versiegelte Böden), was technischer
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<?= g('hochwasserschutz', 'Hochwasserschutz') ?> kann und wo seine Grenzen
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liegen, warum <?= g('retention', 'Retentionsflächen') ?> und
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<?= g('renaturierung', 'Renaturierung') ?> die zweite Hälfte der Antwort sind –
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und wie Raumplanung entscheidet, wer im Ernstfall nasse Füße bekommt.
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Fallbeispiel direkt vor der Haustür: der Alpenrhein und das
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Jahrhundertprojekt Rhesi.</div>
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Zuerst lernst du, wie <?= g('ueberflutung', 'Hochwasser') ?> entsteht: durch
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Starkregen, durch das <?= g('einzugsgebiet', 'Einzugsgebiet') ?> und durch
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Böden, die kein Wasser mehr aufnehmen. Dann geht es um technischen
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<?= g('hochwasserschutz', 'Hochwasserschutz') ?> – was er kann und wo er an
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seine Grenzen stößt. Danach zeigen wir den zweiten Weg: dem Fluss wieder
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Platz geben (<?= g('retention', 'Retention') ?> und
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<?= g('renaturierung', 'Renaturierung') ?>). Zum Schluss geht es ums Bauen:
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Wer klug plant, baut nicht dorthin, wo das Wasser hin will. Unser Beispiel
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liegt direkt vor der Haustür: der Alpenrhein und das Jahrhundertprojekt
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Rhesi.</div>
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<div class="b-chips">
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<span class="b-chip">AT · GW 1.4 & 1.11/1.12</span>
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@@ -188,19 +190,21 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
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<h2>1 · Vom Regentropfen zur Flutwelle</h2>
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<div class="b-cols">
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<div>
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<p>Jeder Fluss sammelt das Wasser einer ganzen Landschaft: Alles, was in
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seinem <?= g('einzugsgebiet', 'Einzugsgebiet') ?> regnet oder schmilzt,
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läuft früher oder später in seinem Bett zusammen. Wie viel Wasser gerade
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unterwegs ist, zeigt der <b><?= g('pegel', 'Pegel') ?></b> – eine
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Messstelle, die den Wasserstand rund um die Uhr aufzeichnet. Steigt er
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über festgelegte Marken, lösen die Behörden Warnstufen aus.</p>
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<p>Jeder Fluss sammelt das Wasser einer ganzen Landschaft. Der ganze
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Bereich, aus dem Regen und Schmelzwasser in denselben Fluss laufen, heißt
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<?= g('einzugsgebiet', 'Einzugsgebiet') ?>. Ob gerade viel oder wenig
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Wasser unterwegs ist, zeigt der <b><?= g('pegel', 'Pegel') ?></b>. Das ist
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eine Messstelle am Ufer. Sie misst Tag und Nacht, wie hoch das Wasser
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steht. Steigt der Pegel über bestimmte Marken, geben die Behörden eine
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Warnung heraus.</p>
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<p><?= g('ueberflutung', 'Hochwasser') ?> entsteht, wenn mehr Wasser
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ankommt, als das Flussbett fassen kann. Dazu braucht es meist drei
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Zutaten: <b>(1) viel Regen oder Schneeschmelze</b>, <b>(2) Böden, die
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nichts mehr aufnehmen</b> – weil sie schon gesättigt, gefroren oder
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versiegelt sind – und <b>(3) schnelle Ableitung</b>: Ein begradigter
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Fluss schiebt die Flutwelle rascher talwärts, wo sie auf die Wellen der
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Nebenflüsse trifft.</p>
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ankommt, als das Flussbett fassen kann. Dafür müssen meist drei Dinge
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zusammenkommen. <b>Erstens:</b> viel Regen oder Schneeschmelze auf einmal.
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<b>Zweitens:</b> Der Boden kann kein Wasser mehr aufnehmen – etwa weil er
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schon voll Wasser, gefroren oder mit Beton zugebaut ist. <b>Drittens:</b>
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Das Wasser fließt zu schnell ab. Ein gerade gemachter Fluss schiebt die
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Flutwelle rascher talwärts. Dort trifft sie auf das Wasser der
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Nebenflüsse, und alles staut sich.</p>
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<p>Der <?= g('klimawandel', 'Klimawandel') ?> verschärft die erste
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Zutat: Pro Grad Erwärmung kann Luft rund 7 % mehr Wasserdampf halten –
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Starkregen wird dadurch kräftiger.</p>
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@@ -211,7 +215,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
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'Der Pegel ist das Fieberthermometer des Flusses: Steigt er über bestimmte Marken, werden Warnstufen ausgelöst.') ?>
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<div class="b-box b-daten"><b>📊 Echte Zahlen:</b> GeoSphere Austria hat
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Messreihen seit 1900 ausgewertet: Ein durchschnittlicher Starkregen
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brachte 2003–2023 um <b>15 % mehr Wasser</b> als 1950–1970. Physikalischer
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brachte 2003 – 2023 um <b>15 % mehr Wasser</b> als 1950 – 1970. Physikalischer
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Grund: <b>+7 % Wasserdampf pro Grad</b> Erwärmung. <span class="q">[1]</span></div>
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<div class="b-box b-merke"><b>Merke:</b> Hochwasser ist ein natürliches
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Ereignis – zur Katastrophe wird es erst dort, wo Menschen und Gebäude
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@@ -227,13 +231,14 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
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Feld: Feuchtigkeit, Ertrag – und wie gefährdet es ist.</div>
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<?php if ($LEHRER): ?>
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<div class="b-box b-lehrer"><b>💡 Didaktischer Hinweis:</b> Typische
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Fehlvorstellung: „Der Fluss ist schuld." Arbeiten Sie die Systemsicht heraus –
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Hochwasser ist die normale Reaktion des Einzugsgebiets auf viel Niederschlag;
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das Risiko entsteht durch unsere Nutzung. Stolperstein in der Simulation:
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Schüler:innen deuten den 3-Jahres-Wetterrhythmus als „Klima" – gute
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Gelegenheit, Wetter (kurzfristig, Zufall) und Klima (langfristiger Trend,
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Kasten links) zu trennen. Mathematik-Anschluss: Pegelstände als Zeitreihe,
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die Verlaufsgraphen unten in der Simulation lesen lassen.</div>
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Fehlvorstellung: „Der Fluss ist schuld." Arbeiten Sie die Systemsicht heraus.
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Hochwasser ist die normale Reaktion des Einzugsgebiets auf viel Niederschlag.
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Das Risiko entsteht erst durch unsere Nutzung. Stolperstein in der Simulation:
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Manche Schüler:innen deuten den 3-Jahres-Wetterrhythmus als „Klima". Das ist
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eine gute Gelegenheit, Wetter (kurzfristig, Zufall) und Klima (langfristiger
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Trend, Kasten links) zu trennen. Mathematik-Anschluss: Lassen Sie die
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Pegelstände als Zeitreihe in den Verlaufsgraphen unten in der Simulation
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lesen.</div>
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<?php endif; ?>
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<?php endif; ?>
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</section>
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@@ -280,23 +285,28 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
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<h2>2 · Technischer Hochwasserschutz – und seine Grenzen</h2>
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<div class="b-cols">
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<div>
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<p>Die klassische Antwort auf Hochwasser ist Technik: <b>Dämme</b> und
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Deiche halten das Wasser im Bett, <b>Schutzmauern</b> sichern Ortskerne,
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<b><?= g('rueckhaltebecken', 'Rückhaltebecken') ?></b> fangen die
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Flutwelle oben im Tal ab, bevor sie die Siedlungen erreicht, und geben
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das Wasser später gedrosselt wieder ab. Dieser <?= g('hochwasserschutz', 'Hochwasserschutz') ?>
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hat ganze Talböden erst besiedelbar gemacht.</p>
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<p>Die klassische Antwort auf Hochwasser ist Technik. <b>Dämme</b> und
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Deiche sind hohe Wälle am Ufer. Sie halten das Wasser im Bett.
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<b>Schutzmauern</b> schützen die Ortskerne. Ein
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<b><?= g('rueckhaltebecken', 'Rückhaltebecken') ?></b> ist wie eine große
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leere Wanne oben im Tal. Bei Hochwasser fängt es die Flutwelle auf, bevor
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sie die Dörfer erreicht. Später lässt es das Wasser langsam wieder ab.
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Dieser <?= g('hochwasserschutz', 'Hochwasserschutz') ?> hat viele Talböden
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überhaupt erst bewohnbar gemacht.</p>
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<p>Aber Technik hat Grenzen. <b>Erstens:</b> Jeder Damm ist nur für ein
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bestimmtes Hochwasser bemessen – kommt ein größeres, wird er überströmt
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oder bricht. Es bleibt immer ein <b><?= g('restrisiko', 'Restrisiko') ?></b>. <b>Zweitens:</b> Was
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der Damm hier zurückhält, kommt flussabwärts umso geballter an – Schutz
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kann das Problem auch <b>verlagern</b>. <b>Drittens:</b> Hinter Dämmen
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fühlen sich Menschen sicher und bauen immer näher ans Wasser – wenn der
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Damm dann doch versagt, ist der Schaden größer als je zuvor.</p>
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<p>Die radikalste Technik ist die <?= g('flussbegradigung', 'Flussbegradigung') ?>:
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Sie gewinnt Bauland und beschleunigt den Abfluss – aber sie senkt den
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Grundwasserspiegel, trocknet die Umgebung aus und schiebt die Flutwelle
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schneller zu den Unterliegern.</p>
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bestimmtes Hochwasser gebaut. Kommt ein größeres, läuft das Wasser oben
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drüber oder der Damm bricht. Ein Rest an Gefahr bleibt also immer. Das
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nennt man <b><?= g('restrisiko', 'Restrisiko') ?></b>. <b>Zweitens:</b>
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Was der Damm hier zurückhält, kommt flussabwärts umso stärker an. Der
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Schutz kann das Problem also nur <b>verschieben</b>. <b>Drittens:</b>
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Hinter Dämmen fühlen sich die Menschen sicher. Sie bauen immer näher ans
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Wasser. Wenn der Damm dann doch versagt, ist der Schaden größer als je
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zuvor.</p>
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<p>Der stärkste Eingriff ist die
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<?= g('flussbegradigung', 'Flussbegradigung') ?>: Man macht den Fluss
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gerade. Das bringt neues Bauland, und das Wasser fließt schneller ab. Der
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Preis dafür ist hoch. Das Grundwasser sinkt, die Umgebung trocknet aus,
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und die Flutwelle erreicht die Dörfer flussabwärts noch schneller.</p>
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</div>
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<div>
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<?= buchBild('damm-radweg',
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@@ -390,22 +400,23 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
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<div class="b-cols">
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<div>
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<p>Die zweite Antwort auf Hochwasser ist keine Mauer, sondern Fläche.
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Natürliche Flusslandschaften haben eingebaute Puffer: <b><?= g('aue', 'Auen') ?></b> –
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die flachen Wälder und Wiesen entlang des Flusses – laufen bei
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Hochwasser voll wie ein Schwamm, halten das Wasser zurück und geben es
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langsam wieder ab. Diesen Effekt nennt man
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<?= g('retention', 'Retention') ?>: Die Flutwelle wird niedriger und
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langsamer. Ausgewiesene <?= g('ueberschwemmungsgebiet', 'Überschwemmungsgebiete') ?>
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machen daraus ein Werkzeug der Planung – dort darf das Wasser hin,
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damit es woanders nicht hinkommt.</p>
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<p><?= g('renaturierung', 'Renaturierung') ?> geht noch einen Schritt
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weiter: Begradigte Flüsse bekommen ihre Kurven zurück, harte Ufer werden
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geöffnet, <?= g('ufervegetation', 'Ufervegetation') ?> darf wieder
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wachsen. Davon profitiert das ganze
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<?= g('oekosystem', 'Ökosystem') ?>: Fische finden Laichplätze, Vögel
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Brutplätze, die <?= g('biodiversitaet', 'Biodiversität') ?> steigt –
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und der Grundwasserspeicher füllt sich wieder, was in Dürresommern
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zählt.</p>
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Neben dem Fluss liegen oft flache Wälder und Wiesen. Man nennt sie
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<b><?= g('aue', 'Auen') ?></b>. Bei Hochwasser laufen sie voll wie ein
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Schwamm. Sie halten das Wasser zurück und geben es später langsam wieder
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ab. Dadurch wird die Flutwelle niedriger und langsamer. Diesen Effekt
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nennt man <?= g('retention', 'Retention') ?> – das bedeutet
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„zurückhalten". In manchen Gebieten plant man das mit Absicht: In einem
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<?= g('ueberschwemmungsgebiet', 'Überschwemmungsgebiet') ?> darf das
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Wasser hin, damit es woanders nicht hinkommt.</p>
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<p>Die <?= g('renaturierung', 'Renaturierung') ?> geht noch einen Schritt
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weiter. Ein gerade gemachter Fluss bekommt seine Kurven zurück. Harte
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Ufer aus Beton werden wieder geöffnet, und die Pflanzen am Ufer
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(<?= g('ufervegetation', 'Ufervegetation') ?>) dürfen wieder wachsen.
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Davon profitiert das ganze <?= g('oekosystem', 'Ökosystem') ?>. Fische
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finden Plätze zum Laichen, Vögel finden Plätze zum Brüten. Die Vielfalt
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an Tieren und Pflanzen (<?= g('biodiversitaet', 'Biodiversität') ?>)
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steigt. Und der Boden speichert wieder mehr Grundwasser – das hilft in
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trockenen Sommern.</p>
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<p>Moderne Schutzkonzepte kombinieren beides: <b>Dämme dort, wo Menschen
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wohnen – Raum für den Fluss dazwischen.</b></p>
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</div>
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@@ -504,30 +515,35 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
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||||
<h2>4 · Fallbeispiel Alpenrhein: 130 Jahre Flussbau vor der Haustür</h2>
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<div class="b-cols">
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<div>
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<p>Der Alpenrhein galt als „größter Wildbach Europas". Nach den
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verheerenden Überschwemmungen von <b>1888 und 1890</b> schlossen
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Österreich und die Schweiz <b>1892</b> einen Staatsvertrag: die
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||||
Internationale Rheinregulierung. Zwei Durchstiche – <b>Fußach 1900</b>
|
||||
(−7 km) und <b>Diepoldsau 1923</b> (−3 km) – kürzten den Fluss um rund
|
||||
zehn Kilometer, damit das Wasser schneller abfließt und weniger Geschiebe
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liegen bleibt. <span class="q">[3]</span> Der „Alte Rhein" bei Gaißau
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von Seite 3 ist der abgeschnittene Originallauf. Erst diese
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<?= g('flussbegradigung', 'Regulierung') ?> machte das Rheintal zu dem
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dicht besiedelten Wirtschaftsraum, der es heute ist.</p>
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<p>Doch die alten Dämme sind für <b>3.100 m³/s</b> bemessen – zu wenig
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für die Extremereignisse, mit denen heute gerechnet wird. Das
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||||
Jahrhundertprojekt <b>Rhesi</b> („Rhein – Erholung und Sicherheit")
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erhöht die Kapazität auf <b>4.300 m³/s</b>, also um
|
||||
4.300 − 3.100 = 1.200 m³/s. <span class="q">[4]</span> Der Trick: keine
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||||
höheren Dämme, sondern <b>mehr Raum</b> – der Fluss wird auf 26 km
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||||
zwischen Illmündung und Bodensee aufgeweitet, mit naturnahen Zonen bis
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380 m Breite. Seite 2 und Seite 3 dieses Kapitels, vereint in einem
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Projekt. <span class="q">[5, 6]</span></p>
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<p>Warum der Aufwand? Das <b>Ahrtal</b> hat es 2021 gezeigt: 100 bis
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150 l/m² Regen in 24 Stunden verwandelten einen kleinen Fluss in eine
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Katastrophe mit 135 Toten allein im Ahrtal und über 40 Mrd. € Schaden
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in Deutschland. <span class="q">[2]</span> Ein Dammbruch am Alpenrhein
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||||
würde eine der am dichtesten besiedelten Regionen der Alpen treffen.</p>
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<p>Der Alpenrhein galt einmal als „größter Wildbach Europas". Nach den
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schweren Überschwemmungen von <b>1888 und 1890</b> schlossen Österreich
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und die Schweiz <b>1892</b> einen Vertrag. So einen Vertrag zwischen zwei
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Ländern nennt man Staatsvertrag. Die beiden Länder machten den Rhein
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||||
gemeinsam gerade. Dafür stachen sie an zwei Stellen einen neuen, geraden
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||||
Kanal durch eine Flussschleife – bei <b>Fußach 1900</b> (−7 km) und bei
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||||
<b>Diepoldsau 1923</b> (−3 km). Das kürzte den Fluss um rund zehn
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||||
Kilometer. So fließt das Wasser schneller ab, und weniger Steine und Sand
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||||
(das nennt man Geschiebe) bleiben liegen. <span class="q">[3]</span> Der
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||||
„Alte Rhein" bei Gaißau von Seite 3 ist der abgeschnittene alte Flusslauf.
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||||
Erst diese <?= g('flussbegradigung', 'Regulierung') ?> machte aus dem
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||||
Rheintal den dicht besiedelten Wirtschaftsraum, der es heute ist.</p>
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||||
<p>Doch die alten Dämme schaffen nur <b>3.100 m³/s</b> Wasser pro Sekunde.
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||||
Das ist zu wenig für die starken Hochwasser, mit denen man heute rechnet.
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||||
Das Jahrhundertprojekt <b>Rhesi</b> („Rhein – Erholung und Sicherheit")
|
||||
erhöht diese Menge auf <b>4.300 m³/s</b> – also um
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||||
4.300 − 3.100 = 1.200 m³/s mehr. <span class="q">[4]</span> Der Trick
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||||
dabei: Man baut die Dämme nicht höher, sondern gibt dem Fluss <b>mehr
|
||||
Platz</b>. Auf 26 km zwischen der Illmündung und dem Bodensee wird er
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||||
breiter gemacht, mit naturnahen Zonen bis zu 380 m Breite. Damit steckt in
|
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einem Projekt beides: der Damm von Seite 2 und der Raum für den Fluss von
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||||
Seite 3. <span class="q">[5, 6]</span></p>
|
||||
<p>Warum dieser ganze Aufwand? Das <b>Ahrtal</b> in Deutschland hat es
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||||
2021 gezeigt. Dort fielen 100 bis 150 Liter Regen pro Quadratmeter in nur
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||||
24 Stunden. Aus einem kleinen Fluss wurde eine Katastrophe: allein im
|
||||
Ahrtal starben 135 Menschen, und in ganz Deutschland entstand ein Schaden
|
||||
von über 40 Mrd. €. <span class="q">[2]</span> Bricht am Alpenrhein ein
|
||||
Damm, trifft es eine der am dichtesten besiedelten Regionen der ganzen
|
||||
Alpen.</p>
|
||||
</div>
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||||
<div>
|
||||
<?= buchBild('rhesi-rheinvorland',
|
||||
@@ -606,29 +622,31 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
<h2>5 · Bauen am Wasser: Raumplanung, HQ100 und die Frage, wer zahlt</h2>
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||||
<div class="b-cols">
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<div>
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||||
<p>Der billigste Hochwasserschutz ist, gar nicht erst im Weg des Wassers
|
||||
zu bauen. Dafür gibt es die <b>Raumplanung</b>:
|
||||
<?= g('gefahrenzonenplan', 'Gefahrenzonenpläne') ?>
|
||||
weisen aus, wo Hochwasser wie oft zu erwarten ist. Maßstab ist meist das
|
||||
<b><?= g('hq100', 'HQ100') ?></b> – ein Hochwasser, das in jedem einzelnen Jahr mit einer
|
||||
Wahrscheinlichkeit von 1 : 100 erreicht oder überschritten wird.
|
||||
Achtung, beliebter Denkfehler: Das heißt <i>nicht</i> „kommt nur alle
|
||||
100 Jahre" – es kann auch zweimal in einem Jahrzehnt kommen.
|
||||
<span class="q">[10]</span> In roten Zonen gilt praktisch Bauverbot,
|
||||
in gelben Zonen sind Auflagen zu erfüllen. Ob dein Zuhause in einer
|
||||
Risikozone liegt, kannst du selbst prüfen: Die Karte
|
||||
<b>HORA</b> (hora.gv.at) zeigt die Gefährdung für jede Adresse in
|
||||
<p>Der billigste Hochwasserschutz ist ganz einfach: gar nicht erst dort
|
||||
bauen, wo das Wasser hin will. Dafür sorgt die <b>Raumplanung</b>. In
|
||||
einem <?= g('gefahrenzonenplan', 'Gefahrenzonenplan') ?> steht auf einer
|
||||
Karte, wo Hochwasser wie oft zu erwarten ist. Das wichtigste Maß dafür ist
|
||||
das <b><?= g('hq100', 'HQ100') ?></b>. Das ist ein Hochwasser, das in
|
||||
jedem einzelnen Jahr mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 : 100 kommt.
|
||||
Achtung, hier steckt ein beliebter Denkfehler: Das heißt <i>nicht</i>
|
||||
„kommt nur alle 100 Jahre". Es kann auch zweimal in zehn Jahren kommen.
|
||||
<span class="q">[10]</span> In den roten Zonen darf man praktisch gar
|
||||
nicht bauen. In den gelben Zonen darf man nur mit besonderem Schutz bauen.
|
||||
Ob dein Zuhause in einer Gefahrenzone liegt, kannst du selbst nachschauen:
|
||||
Die Karte <b>HORA</b> (hora.gv.at) zeigt die Gefahr für jede Adresse in
|
||||
Österreich. <span class="q">[10]</span></p>
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||||
<p>Und wenn es doch passiert? In Österreich gibt es <b>keine
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||||
verpflichtende Hochwasserversicherung</b> – der staatliche
|
||||
Katastrophenfonds ersetzt nach Ermessen meist nur einen Teil des
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||||
Schadens. Die Frage „Wer zahlt?" wird nach jedem großen Hochwasser neu
|
||||
diskutiert.</p>
|
||||
<p>Dazu kommt die <b><?= g('bodenversiegelung', 'Versiegelung') ?></b>:
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||||
Verbaute Böden nehmen kein Wasser
|
||||
auf – jeder neue Parkplatz schickt seinen Regen ungebremst in den
|
||||
nächsten Bach. Hochwasserschutz beginnt deshalb nicht am Damm, sondern
|
||||
bei jeder einzelnen Flächenwidmung.</p>
|
||||
<p>Und wenn doch etwas passiert? In Österreich muss niemand eine
|
||||
<b>Hochwasserversicherung</b> haben – sie ist freiwillig. Der Staat hat
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||||
dafür einen Nottopf, den Katastrophenfonds. Er zahlt aber meist nur einen
|
||||
Teil des Schadens, und nicht jeder bekommt gleich viel. Deshalb wird nach
|
||||
jedem großen Hochwasser neu gestritten: Wer soll das bezahlen?</p>
|
||||
<p>Dazu kommt noch die
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||||
<b><?= g('bodenversiegelung', 'Bodenversiegelung') ?></b>. Damit meint man
|
||||
Boden, der mit Beton oder Asphalt zugebaut ist. So ein Boden nimmt kein
|
||||
Wasser mehr auf. Jeder neue Parkplatz schickt seinen Regen ungebremst in
|
||||
den nächsten Bach. Guter Hochwasserschutz beginnt deshalb nicht erst am
|
||||
Damm. Er beginnt schon bei der Frage, wo überhaupt gebaut werden darf
|
||||
(der <?= g('flaechenwidmung', 'Flächenwidmung') ?>).</p>
|
||||
</div>
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<div>
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||||
<?= buchBild('siedlung-am-wasser',
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||||
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