Buch (5 Kapitel): Sek-I-Sprache — heli, sonnensystem, eu-werkstatt, farmer, klima
Schachtelsätze auf, Jargon erklärt (Sperrwerk, Geo-Engineering, Vegetationsperiode, gebundene Rotation, Glyphosat), jeder Fachbegriff per g() verlinkt. Sammel-Fix: Boden-See→Bodensee, Formarin-See→Formarinsee (falsche LS-Bindestriche). Co-Authored-By: Claude Fable 5 <noreply@anthropic.com>
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-176
@@ -82,13 +82,16 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
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'Zwölf Sterne auf blauem Grund: Die EU-Flagge hängt an Ämtern und Grenzen – ein Zeichen dafür, dass hier zwei Ebenen regieren: das eigene Land und die Union.') ?>
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<div class="b-box b-merke"><b>Darum geht es in diesem Kapitel:</b>
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Du lernst, wie die Europäische Union funktioniert: welche Institutionen es gibt
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und wer das <?= g('initiativrecht', 'Initiativrecht') ?> hat, wie ein
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<?= g('eu-gesetz', 'EU-Gesetz') ?> im Mitentscheidungsverfahren entsteht, wie du
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mit der <?= g('europaeische-buergerinitiative', 'Europäischen Bürgerinitiative') ?>
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selbst mitbestimmen kannst – und warum <?= g('lobbyismus', 'Lobbys') ?>,
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Zuständigkeitsgrenzen und zähe Verfahren dazugehören, wenn 27 Staaten gemeinsam
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entscheiden.</div>
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Du lernst, wie die Europäische Union funktioniert. Welche Ämter gibt es?
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Und wer darf neue Gesetze vorschlagen? Nur die EU-Kommission darf das. Man nennt
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dieses Recht <?= g('initiativrecht', 'Initiativrecht') ?>. Du siehst, wie ein
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<?= g('eu-gesetz', 'EU-Gesetz') ?> Schritt für Schritt entsteht. Diesen Weg
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nennt man <?= g('mitentscheidung', 'Mitentscheidung') ?>. Du erfährst auch, wie
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du selbst mitbestimmen kannst – mit einer
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<?= g('europaeische-buergerinitiative', 'Europäischen Bürgerinitiative') ?>.
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Und du lernst, warum das oft schwer ist. Es reden
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<?= g('lobbyismus', 'Lobbys') ?> mit. Die EU ist nicht für alles zuständig.
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Und 27 Staaten müssen sich erst einigen.</div>
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<div class="b-chips">
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<span class="b-chip">AT · GW 4.2 & 4.5 (EU, Grundfreiheiten, Werte)</span>
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@@ -100,17 +103,17 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
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</div>
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<div class="b-box b-sim"><b>🎮 So arbeitest du mit der Simulation:</b>
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Du arbeitest dich durch <b>zehn echte EU-Fälle</b> – vom Käfigverbot
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(„End the Cage Age") über das einheitliche Ladekabel (USB-C) bis zu „Stop
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Brexit". In jedem Fall begleitest du eine Jugendliche oder einen Jugendlichen
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und beantwortest die entscheidenden Fragen mit <b>Karten</b> zu Institutionen,
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Verfahren und Akteuren. Jede Karte hat ein <b>i-Symbol</b> mit einer
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Detail-Ansicht voller Fakten. Falsche Antworten bekommen eine Erklärung –
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richtig grobe Fehler landen sichtbar im <b>Mülleimer</b>. Die
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<b>Prozessleiste</b> zeigt dir den Weg des Falls Schritt für Schritt, am Ende
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liest du unter „So war es wirklich", wie es in Brüssel tatsächlich ausging.
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Pro Fall gibt es bis zu <b>5 Sterne</b>, dazu Auszeichnungen und einen
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<b>Profi-Modus</b> mit weniger Hilfen.</div>
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Du arbeitest dich durch <b>zehn echte EU-Fälle</b>. Es geht zum Beispiel um das
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Käfig-Verbot für Tiere („End the Cage Age"), um das einheitliche Ladekabel
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(USB-C) und um „Stop Brexit". In jedem Fall begleitest du eine Jugendliche oder
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einen Jugendlichen. Du beantwortest die wichtigen Fragen mit <b>Karten</b> –
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zu Ämtern, Verfahren und Beteiligten. Jede Karte hat ein <b>i-Symbol</b>. Tippst
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du darauf, öffnet sich eine Ansicht voller Fakten. Falsche Antworten bekommen
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eine Erklärung. Grobe Fehler landen sichtbar im <b>Mülleimer</b>. Die
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<b>Prozessleiste</b> zeigt dir den Weg des Falls Schritt für Schritt. Am Ende
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liest du unter „So war es wirklich", wie es in Brüssel ausging. Pro Fall gibt es
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bis zu <b>5 Sterne</b>, dazu Auszeichnungen und einen <b>Profi-Modus</b> mit
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||||
weniger Hilfen.</div>
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<?= buchBild('reisepass-alt',
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'Scan: alter Reisepass mit Einreise-Stempeln aus europäischen Ländern (Familienarchiv) – Reisen vor Schengen.',
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@@ -175,30 +178,36 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
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<h2>1 · Was die EU ist – und was nicht</h2>
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<div class="b-cols">
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<div>
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<p>Die Europäische Union ist ein Verbund von <b>27 Staaten</b> mit rund
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<b>450 Millionen Menschen</b> und 24 Amtssprachen <span class="q">[1]</span>.
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Sie ist kein Bundesstaat wie die USA – jedes Mitglied bleibt ein eigener
|
||||
Staat. Aber die Mitglieder haben vereinbart, bestimmte Dinge gemeinsam zu
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regeln: vor allem den <b><?= g('binnenmarkt', 'Binnenmarkt') ?></b> mit seinen vier Grundfreiheiten
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(Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital bewegen sich frei über die
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||||
Grenzen). Du spürst die EU täglich, oft ohne es zu merken: kein Aufpreis
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fürs Handy im EU-Ausland (Roaming), der Euro in 20 Ländern, Auslandsjahre
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mit Erasmus+, keine Passkontrolle an den meisten Binnengrenzen.</p>
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||||
<p><b>Österreich</b> stimmte am 12. Juni 1994 in einer Volksabstimmung mit
|
||||
66,6 % für den Beitritt und ist seit dem 1. Jänner 1995 Mitglied
|
||||
<span class="q">[2]</span>. Die <b>Schweiz</b> ging einen anderen Weg: 1992
|
||||
lehnte das Stimmvolk den <?= g('ewr', 'Europäischen Wirtschaftsraum') ?> knapp ab (50,3 %
|
||||
Nein) – seither regelt sie ihr Verhältnis zur EU über mehr als
|
||||
100 <b>bilaterale Verträge</b> <span class="q">[3]</span>. Das winzige
|
||||
<b>Liechtenstein</b> ist seit 1995 im EWR und macht damit beim Binnenmarkt
|
||||
mit, ohne EU-Mitglied zu sein <span class="q">[3]</span>.</p>
|
||||
<p>Wichtig: Die EU darf nur regeln, wofür ihr die Staaten die
|
||||
<?= g('eu-zustaendigkeit', 'Zuständigkeit') ?> übertragen haben. Handel,
|
||||
Verbraucherschutz oder Umweltstandards – ja. Schule, Steuersätze, Familie
|
||||
oder Militär – das bleibt Sache der Mitgliedstaaten. Dahinter steht das
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||||
Prinzip der <?= g('subsidiaritaet', 'Subsidiarität') ?>: Die EU soll nur
|
||||
regeln, was sie besser lösen kann als die Länder selbst – alles andere
|
||||
wird möglichst nah bei den Menschen entschieden.</p>
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<p>Die Europäische Union ist ein Verbund von <b>27 Staaten</b>. In ihr leben
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rund <b>450 Millionen Menschen</b>, und es gibt 24 Amtssprachen
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<span class="q">[1]</span>. Die EU ist aber kein Bundesstaat wie die USA.
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Jedes Mitglied bleibt ein eigener Staat. Die Länder haben nur vereinbart,
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manche Dinge gemeinsam zu regeln. Das Wichtigste ist der
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<b><?= g('binnenmarkt', 'Binnenmarkt') ?></b>. Er bringt vier Freiheiten:
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Waren, Menschen, Dienstleistungen und Geld dürfen frei über die Grenzen. Man
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nennt sie die vier Grundfreiheiten. Du spürst die EU jeden Tag, oft ohne es
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zu merken. Dein Handy kostet im EU-Ausland nichts extra – das nennt man
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<?= g('roaming', 'Roaming') ?>. In 20 Ländern zahlst du mit dem Euro. Mit
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Erasmus+ kannst du ein Jahr im Ausland lernen. Und an den meisten Grenzen
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innerhalb der EU hält dich niemand mehr an – dafür sorgt das
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<?= g('schengen', 'Schengen-Abkommen') ?>.</p>
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<p><b>Österreich</b> stimmte am 12. Juni 1994 über den Beitritt ab. In dieser
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||||
Volksabstimmung sagten <b>66,6 %</b> Ja. Seit dem 1. Jänner 1995 ist
|
||||
Österreich Mitglied <span class="q">[2]</span>. Die <b>Schweiz</b> ging einen
|
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anderen Weg. 1992 lehnte das Stimmvolk knapp ab, dem
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||||
<?= g('ewr', 'Europäischen Wirtschaftsraum') ?> beizutreten (50,3 % Nein).
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Der Europäische Wirtschaftsraum verbindet Länder mit dem Binnenmarkt, ohne
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dass sie EU-Mitglied sind. Seither regelt die Schweiz ihr Verhältnis zur EU
|
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mit über 100 einzelnen Verträgen <span class="q">[3]</span>. Das winzige
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<b>Liechtenstein</b> ist seit 1995 im EWR. So macht es beim Binnenmarkt mit,
|
||||
ohne EU-Mitglied zu sein <span class="q">[3]</span>.</p>
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<p>Wichtig ist: Die EU darf nicht alles regeln. Sie darf nur das, wofür ihr
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die Staaten die <?= g('eu-zustaendigkeit', 'Zuständigkeit') ?> gegeben haben.
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Handel, Verbraucherschutz oder Umwelt-Regeln – ja. Schule, Steuern, Familie
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oder Militär – das bleibt Sache der einzelnen Länder. Dahinter steht ein
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wichtiges Prinzip: die <?= g('subsidiaritaet', 'Subsidiarität') ?>. Es
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bedeutet: Die EU soll nur regeln, was sie besser kann als die Länder allein.
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Alles andere wird möglichst nah bei den Menschen entschieden.</p>
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</div>
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<div>
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<?= buchBild('grenze-schweiz',
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||||
@@ -213,20 +222,21 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
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</div>
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</div>
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<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Der Fall <b>„Stop
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Brexit!"</b> dreht sich genau um diese Grenze: Bevor eine Bürgerinitiative
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||||
überhaupt Unterschriften sammeln darf, prüft die Kommission die
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||||
<b>Zuständigkeit</b> – darf die EU das Thema überhaupt regeln? Die Karte
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||||
„EU-Zuständigkeit" (i-Symbol!) erklärt, was die EU darf und was nicht. Gut zu
|
||||
wissen aus der Simulation: Über ein Drittel aller eingereichten
|
||||
Bürgerinitiativen scheitert schon an dieser ersten Hürde.</div>
|
||||
Brexit!"</b> dreht sich genau um diese Grenze. Bevor eine Bürgerinitiative
|
||||
Unterschriften sammeln darf, prüft die Kommission zuerst die
|
||||
<b>Zuständigkeit</b>: Darf die EU dieses Thema überhaupt regeln? Die Karte
|
||||
„EU-Zuständigkeit" (mit i-Symbol!) erklärt dir, was die EU darf und was nicht.
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Übrigens: Mehr als ein Drittel aller Bürgerinitiativen scheitert schon an dieser
|
||||
ersten Hürde.</div>
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<?php if ($LEHRER): ?>
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<div class="b-box b-lehrer"><b>💡 Didaktischer Hinweis:</b> Der Blick über die
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||||
Schweizer Grenze ist für Vorarlberger Klassen der stärkste Anker: Viele kennen
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||||
Schweizer Grenze ist für Vorarlberger Klassen der stärkste Anker. Viele kennen
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Zollkontrolle, Einkaufstourismus und teureres Roaming in der Schweiz aus eigener
|
||||
Erfahrung. Lassen Sie D-A-CH systematisch vergleichen (AT: Mitglied · DE:
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Gründungsnähe/Mitglied · CH: bilateral · FL: EWR). Stolperstein: „Europa = EU" –
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Europarat, Schengen und Eurozone sind jeweils eigene Kreise; eine schnelle
|
||||
Mengendiagramm-Skizze an der Tafel klärt viel.</div>
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||||
Erfahrung. Lassen Sie D-A-CH systematisch vergleichen: AT ist Mitglied, DE
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Gründungsnähe und Mitglied, die CH bilateral verbunden, FL im EWR. Ein häufiger
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Denkfehler ist „Europa = EU". Europarat, Schengen-Raum und Eurozone sind aber
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||||
jeweils eigene Kreise. Eine schnelle Mengendiagramm-Skizze an der Tafel klärt
|
||||
das schnell.</div>
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||||
<?php endif; ?>
|
||||
<?php endif; ?>
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</section>
|
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@@ -274,23 +284,26 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
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<h2>2 · Wer macht was? Die Institutionen der EU</h2>
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<div class="b-cols">
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<div>
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||||
<p>Drei Institutionen bauen gemeinsam jedes EU-Gesetz. Die
|
||||
<?= g('eu-kommission', 'EU-Kommission') ?> ist so etwas wie die Regierung
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der Union: 27 Kommissar:innen, eine:r pro Land, mit Ursula von der Leyen an
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der Spitze. Sie verwaltet, kontrolliert die Einhaltung der Verträge – und
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sie allein besitzt das <?= g('initiativrecht', 'Initiativrecht') ?>: Nur
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die Kommission darf offiziell neue Gesetze vorschlagen.</p>
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<p>Das <?= g('eu-parlament', 'EU-Parlament') ?> vertritt die
|
||||
Bürger:innen. Es ist die einzige EU-Institution, die direkt gewählt wird –
|
||||
alle fünf Jahre, in Österreich schon ab 16. Seine 720 Abgeordneten sitzen
|
||||
nicht nach Ländern, sondern nach politischer Richtung in Fraktionen. Der
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||||
<?= g('rat-der-eu', 'Rat der EU (Ministerrat)') ?> vertritt die
|
||||
Regierungen: Je nach Thema treffen sich die zuständigen Minister:innen der
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||||
27 Staaten – bei Umweltgesetzen etwa alle Umweltminister:innen.</p>
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||||
<p>Achtung, Verwechslungsgefahr: Der
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||||
<?= g('europaeischer-rat', 'Europäische Rat') ?> (die Staats- und
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||||
Regierungschefs) beschließt <b>keine</b> Gesetze, sondern nur die großen
|
||||
Leitlinien. Und der „Europarat" in Straßburg gehört gar nicht zur EU.</p>
|
||||
<p>Drei Einrichtungen bauen gemeinsam jedes EU-Gesetz. Die erste ist die
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<?= g('eu-kommission', 'EU-Kommission') ?>. Sie ist so etwas wie die
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||||
Regierung der Union: 27 Kommissar:innen, eine:r pro Land, geführt von Ursula
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von der Leyen. Die Kommission verwaltet und passt auf, dass alle die Verträge
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einhalten. Und nur sie hat das <?= g('initiativrecht', 'Initiativrecht') ?>.
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Das heißt: Nur die Kommission darf offiziell neue Gesetze vorschlagen.</p>
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<p>Die zweite Einrichtung ist das <?= g('eu-parlament', 'EU-Parlament') ?>.
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Es vertritt die Bürger:innen. Es ist die einzige EU-Einrichtung, die direkt
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gewählt wird – alle fünf Jahre, in Österreich schon ab 16 Jahren. Seine 720
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||||
Abgeordneten sitzen nicht nach Ländern zusammen. Sie sitzen nach politischer
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Richtung in Gruppen, den Fraktionen. Die dritte Einrichtung ist der
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<?= g('rat-der-eu', 'Rat der EU (Ministerrat)') ?>. Er vertritt die
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Regierungen. Je nach Thema treffen sich die passenden Minister:innen der 27
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Staaten. Bei Umweltgesetzen kommen zum Beispiel alle Umweltminister:innen
|
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zusammen.</p>
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<p>Achtung, hier verwechselt man leicht etwas. Der
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<?= g('europaeischer-rat', 'Europäische Rat') ?> ist etwas anderes. Dort
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sitzen die Staats- und Regierungschefs. Sie beschließen <b>keine</b> Gesetze,
|
||||
sondern nur die großen Leitlinien. Und der „Europarat" in Straßburg gehört
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||||
gar nicht zur EU.</p>
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</div>
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<div>
|
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<?= buchBild('plakat-euwahl',
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||||
@@ -307,12 +320,12 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
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||||
darf den Gesetzestext nur sie.</div>
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</div>
|
||||
</div>
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<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Die Institutionen begegnen
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dir als <b>Karten</b> – jede mit i-Symbol und einer Detail-Ansicht voller
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||||
Fakten (Sitz, Mitglieder, Aufgaben, „Im Fall …"-Kontext). Die Schlüsselfrage
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kommt in fast jedem Fall: <b>„Wer darf den Gesetzestext einbringen?"</b> Wer
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||||
hier Parlament oder Ministerrat wählt, sieht die Karte im Mülleimer landen –
|
||||
mit Erklärung, warum nur die Kommission das Initiativrecht hat.</div>
|
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<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Die Einrichtungen begegnen
|
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dir als <b>Karten</b>. Jede hat ein i-Symbol und eine Detail-Ansicht voller
|
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Fakten: Sitz, Mitglieder, Aufgaben und „Im Fall …"-Kontext. In fast jedem Fall
|
||||
kommt dieselbe Schlüsselfrage: <b>„Wer darf den Gesetzestext einbringen?"</b>
|
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Wer hier Parlament oder Ministerrat wählt, sieht die Karte im Mülleimer landen –
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||||
mit einer Erklärung, warum nur die Kommission das Initiativrecht hat.</div>
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<div class="b-box b-aufgaben"><b>✏️ Aufgaben:</b>
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||||
<ol>
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<li><span class="b-stufe leicht">A</span>Ordne zu: Wer schlägt EU-Gesetze
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||||
@@ -328,14 +341,15 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
</div>
|
||||
<?php if ($LEHRER): ?>
|
||||
<div class="b-box b-lehrer"><b>💡 Erwartungshorizont (Auswahl):</b>
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||||
A: Kommission schlägt vor; Parlament + Ministerrat beschließen; Parlament wird
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||||
direkt gewählt. C: Der Nationalrat kann selbst Gesetzesanträge einbringen
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||||
(Initiativanträge), das EU-Parlament nicht – es kann die Kommission nur
|
||||
auffordern. <b>Stolperstein „drei Räte":</b> Europäischer Rat (Chefs, Leitlinien)
|
||||
≠ Rat der EU (Minister:innen, Gesetzgeber) ≠ Europarat (kein EU-Organ,
|
||||
Menschenrechte, 46 Staaten). Diese Unterscheidung wird in der Simulation aktiv
|
||||
geprüft: Die Karte „Europäischer Rat" ist in der Zustimmungs-Frage ein
|
||||
beliebter Fehlgriff – nutzen Sie die Mülleimer-Momente als Lernanlass.</div>
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||||
A: Die Kommission schlägt vor. Parlament und Ministerrat beschließen. Das
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||||
Parlament wird direkt gewählt. C: Der Nationalrat kann selbst Gesetzesanträge
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einbringen (Initiativanträge), das EU-Parlament nicht – es kann die Kommission
|
||||
nur auffordern. <b>Stolperstein „drei Räte":</b> Der Europäische Rat (Chefs,
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||||
Leitlinien) ist nicht der Rat der EU (Minister:innen, Gesetzgeber). Und beide
|
||||
sind nicht der Europarat (kein EU-Organ, Menschenrechte, 46 Staaten). Die
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||||
Simulation prüft diese Unterscheidung aktiv: Die Karte „Europäischer Rat" ist
|
||||
in der Zustimmungs-Frage ein beliebter Fehlgriff. Nutzen Sie die
|
||||
Mülleimer-Momente als Lernanlass.</div>
|
||||
<?php endif; ?>
|
||||
<?php endif; ?>
|
||||
</section>
|
||||
@@ -380,25 +394,27 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
<h2>3 · Vom Vorschlag zum Gesetz: das Mitentscheidungsverfahren</h2>
|
||||
<div class="b-cols">
|
||||
<div>
|
||||
<p>Der Normalweg eines EU-Gesetzes heißt
|
||||
<?= g('mitentscheidung', 'Mitentscheidung') ?>: Die Kommission legt einen
|
||||
Vorschlag vor, dann beraten Parlament und Ministerrat – beide dürfen
|
||||
ändern, beide müssen am Ende zustimmen. Können sie sich nicht einigen,
|
||||
treffen sich Verhandler:innen beider Seiten mit der Kommission zum
|
||||
<b><?= g('trilog', 'Trilog') ?></b>, einer informellen Kompromissrunde. Es gibt bis zu drei
|
||||
„Lesungen" – scheitern alle, ist der Vorschlag gescheitert. Das fertige
|
||||
Gesetz ist entweder eine <b>Verordnung</b> (gilt sofort überall gleich)
|
||||
oder eine <b>Richtlinie</b> (jedes Land baut sie in eigene Gesetze um) –
|
||||
beides zusammen nennt man <?= g('eu-gesetz', 'EU-Gesetz') ?>.</p>
|
||||
<p>Oft versucht die EU vorher den sanften Weg: eine
|
||||
<?= g('freiwillige-vereinbarung', 'freiwillige Vereinbarung') ?> der
|
||||
Branche. Beim Ladekabel unterschrieben 2009 fast alle Hersteller eine
|
||||
Selbstverpflichtung – nur Apple zog nicht mit. Nach Jahren des Wartens
|
||||
schlug die Kommission 2021 die USB-C-Pflicht vor; 2022 stimmten Parlament
|
||||
und Rat zu, seit dem 28. Dezember 2024 gilt sie für neue Handys, Tablets
|
||||
und Kopfhörer <span class="q">[5]</span>. Ähnlich beim Roaming: freiwillige
|
||||
Preissenkungen reichten nicht, also kamen ab 2007 Verordnungen – seit dem
|
||||
15. Juni 2017 kostet das Handy im EU-Ausland nichts extra
|
||||
<p>Der normale Weg eines EU-Gesetzes heißt
|
||||
<?= g('mitentscheidung', 'Mitentscheidung') ?>. Er läuft so: Die Kommission
|
||||
legt einen Vorschlag vor. Dann beraten Parlament und Ministerrat. Beide
|
||||
dürfen etwas ändern, und beide müssen am Ende zustimmen. Können sie sich
|
||||
nicht einigen, gibt es eine besondere Runde: den
|
||||
<b><?= g('trilog', 'Trilog') ?></b>. Dort verhandeln Vertreter:innen von
|
||||
Parlament, Ministerrat und Kommission einen Kompromiss. Insgesamt gibt es
|
||||
bis zu drei „Lesungen". Scheitern alle, ist der Vorschlag gescheitert. Am
|
||||
Ende steht das fertige Gesetz. Es ist entweder eine <b>Verordnung</b> oder
|
||||
eine <b>Richtlinie</b>. Eine Verordnung gilt sofort überall gleich. Eine
|
||||
Richtlinie gibt nur das Ziel vor – jedes Land baut sie in eigene Gesetze um.
|
||||
Beides zusammen nennt man <?= g('eu-gesetz', 'EU-Gesetz') ?>.</p>
|
||||
<p>Oft versucht die EU zuerst den sanften Weg. Sie bittet eine Branche um
|
||||
eine <?= g('freiwillige-vereinbarung', 'freiwillige Vereinbarung') ?>. Beim
|
||||
Ladekabel klappte das nur halb. 2009 unterschrieben fast alle Hersteller,
|
||||
dass sie sich einigen wollen. Nur Apple machte nicht mit. Nach Jahren des
|
||||
Wartens schlug die Kommission 2021 die USB-C-Pflicht vor. 2022 stimmten
|
||||
Parlament und Rat zu. Seit dem 28. Dezember 2024 gilt sie für neue Handys,
|
||||
Tablets und Kopfhörer <span class="q">[5]</span>. Beim Roaming war es
|
||||
ähnlich. Freiwillige Preissenkungen reichten nicht. Also kamen ab 2007 feste
|
||||
Regeln. Seit dem 15. Juni 2017 kostet das Handy im EU-Ausland nichts extra
|
||||
<span class="q">[6]</span>.</p>
|
||||
</div>
|
||||
<div>
|
||||
@@ -415,23 +431,23 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
beide stimmen zu → das Gesetz gilt für alle 27 Staaten.</div>
|
||||
</div>
|
||||
</div>
|
||||
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Das Verfahren baust du
|
||||
als <b>Lückentext mit Satz-Bausteinen</b> nach: „Diese zwei Institutionen
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||||
müssen einem EU-Gesetz zustimmen: … und …" – nur Parlament + Ministerrat
|
||||
passen, der Europäische Rat und die Volksabstimmung wandern in den Mülleimer.
|
||||
Der Fall <b>„Ein Kabel für alle"</b> zeigt den Weg mit freiwilliger
|
||||
Vereinbarung zuerst, <b>„Roaming abschaffen"</b> zeigt, dass ein Gesetz auch
|
||||
in mehreren Stufen (2007 · 2012 · 2017) verschärft werden kann. Die
|
||||
Prozessleiste unten hält jeden Schritt fest – inklusive Sackgassen.</div>
|
||||
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Das Verfahren baust du mit
|
||||
<b>Satz-Bausteinen</b> als Lückentext nach: „Diese zwei Einrichtungen müssen
|
||||
einem EU-Gesetz zustimmen: … und …" Nur Parlament und Ministerrat passen. Der
|
||||
Europäische Rat und die Volksabstimmung wandern in den Mülleimer. Der Fall
|
||||
<b>„Ein Kabel für alle"</b> zeigt zuerst den Weg über die freiwillige
|
||||
Vereinbarung. <b>„Roaming abschaffen"</b> zeigt, dass ein Gesetz auch in
|
||||
mehreren Stufen (2007 · 2012 · 2017) strenger werden kann. Die Prozessleiste
|
||||
unten hält jeden Schritt fest – auch die Sackgassen.</div>
|
||||
<?php if ($LEHRER): ?>
|
||||
<div class="b-box b-lehrer"><b>💡 Didaktischer Hinweis:</b> Der Trilog steht in
|
||||
keinem Vertrag – er ist gelebte Praxis und ein gutes Beispiel dafür, dass
|
||||
keinem Vertrag. Er ist gelebte Praxis und ein gutes Beispiel dafür, dass
|
||||
politische Verfahren informelle Abkürzungen entwickeln. Vertiefungsimpuls für
|
||||
Leistungsstarke: „Verordnung vs. Richtlinie – warum war USB-C eine Richtlinie
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Leistungsstarke: „Verordnung oder Richtlinie – warum war USB-C eine Richtlinie
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||||
(Umbau ins nationale Funkanlagenrecht), die DSGVO aber eine Verordnung?"
|
||||
Stolperstein: Schüler:innen erwarten eine EU-weite Volksabstimmung als
|
||||
letzten Schritt – die gibt es bei EU-Gesetzen nicht, was die Simulation
|
||||
konsequent (und für manche überraschend) zurückweist.</div>
|
||||
Stolperstein: Schüler:innen erwarten oft eine EU-weite Volksabstimmung als
|
||||
letzten Schritt. Die gibt es bei EU-Gesetzen aber nicht. Die Simulation weist
|
||||
sie konsequent zurück – für manche überraschend.</div>
|
||||
<?php endif; ?>
|
||||
<?php endif; ?>
|
||||
</section>
|
||||
@@ -478,27 +494,28 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
<h2>4 · Mitmachen: die Europäische Bürgerinitiative</h2>
|
||||
<div class="b-cols">
|
||||
<div>
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||||
<p>Seit 2012 haben EU-Bürger:innen ein eigenes, förmliches Werkzeug: die
|
||||
<p>Seit 2012 haben EU-Bürger:innen ein eigenes, offizielles Werkzeug: die
|
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<?= g('europaeische-buergerinitiative', 'Europäische Bürgerinitiative') ?>
|
||||
(EBI). Die Spielregeln: Ein Bürgerkomitee aus mindestens <b>7 Personen aus
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7 EU-Ländern</b> meldet die Initiative an. Danach bleiben <b>12 Monate</b>
|
||||
Zeit, um <b>1 Million Unterschriften aus mindestens 7 Ländern</b> zu
|
||||
sammeln – in Österreich darfst du ab 16 unterschreiben
|
||||
<span class="q">[7]</span>. Gelingt das, <b>muss</b> die Kommission die
|
||||
Initiator:innen anhören und binnen sechs Monaten begründet antworten. Sie
|
||||
muss dem Anliegen aber nicht folgen – eine EBI ist stärker als eine
|
||||
<?= g('eu-petition', 'Petition') ?>, aber kein Volksbegehren mit
|
||||
Gesetzeskraft.</p>
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<p>Was daraus werden kann, zeigen echte Fälle: <b>„Right2Water"</b> (Wasser
|
||||
ist ein Menschenrecht) war die erste erfolgreiche EBI überhaupt und floss
|
||||
(kurz EBI). Die Regeln sind klar. Zuerst meldet ein Komitee aus mindestens
|
||||
<b>7 Personen aus 7 EU-Ländern</b> die Initiative an. Danach bleiben
|
||||
<b>12 Monate</b> Zeit. In dieser Zeit muss man <b>1 Million Unterschriften
|
||||
aus mindestens 7 Ländern</b> sammeln. In Österreich darfst du ab 16
|
||||
unterschreiben <span class="q">[7]</span>. Schafft man das, muss die
|
||||
Kommission die Initiator:innen anhören. Und sie muss innerhalb von sechs
|
||||
Monaten begründet antworten. Sie muss dem Wunsch aber nicht folgen. Eine EBI
|
||||
ist also stärker als eine <?= g('eu-petition', 'Petition') ?> (eine einfache
|
||||
Bitte an die Behörden). Aber sie ist kein Volksbegehren mit Gesetzeskraft.</p>
|
||||
<p>Echte Fälle zeigen, was daraus werden kann. <b>„Right2Water"</b> (Wasser
|
||||
ist ein Menschenrecht) war die erste erfolgreiche EBI überhaupt. Sie floss
|
||||
in die neue EU-Trinkwasser-Richtlinie ein. <b>„End the Cage Age"</b>
|
||||
sammelte 2018–2019 <b>1.397.113 Unterschriften aus 18 Ländern</b>; 2021
|
||||
versprach die Kommission ein Käfigverbot-Gesetz <span class="q">[8]</span> –
|
||||
vorgelegt hat sie es bis heute nicht, weshalb die Initiator:innen sie 2024
|
||||
vor dem Gericht der EU verklagten <span class="q">[9]</span>.
|
||||
<b>„Stop Vivisection"</b> gegen Tierversuche schaffte
|
||||
<b>1.173.130 Unterschriften</b> und alle formalen Hürden – die Kommission
|
||||
lehnte am 3. Juni 2015 trotzdem inhaltlich ab <span class="q">[10]</span>.</p>
|
||||
forderte ein Ende der Käfig-Haltung. Sie sammelte 2018–2019
|
||||
<b>1.397.113 Unterschriften aus 18 Ländern</b>. 2021 versprach die Kommission
|
||||
ein Gesetz gegen Käfige <span class="q">[8]</span>. Vorgelegt hat sie es bis
|
||||
heute nicht. Darum verklagten die Initiator:innen sie 2024 vor dem Gericht
|
||||
der EU <span class="q">[9]</span>. <b>„Stop Vivisection"</b> kämpfte gegen
|
||||
Tierversuche. Sie schaffte <b>1.173.130 Unterschriften</b> und alle formalen
|
||||
Hürden. Die Kommission lehnte am 3. Juni 2015 trotzdem ab
|
||||
<span class="q">[10]</span>.</p>
|
||||
</div>
|
||||
<div>
|
||||
<?= buchBild('unterschriften-stand',
|
||||
@@ -518,7 +535,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
</div>
|
||||
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Gleich vier Fälle drehen
|
||||
sich um Bürgerinitiativen: <b>„Käfige abschaffen!"</b> (Erfolg im Verfahren,
|
||||
Versprechen offen), <b>„Stop Vivisection"</b> und <b>„Glyphosat stoppen?"</b>
|
||||
Versprechen noch offen), <b>„Stop Vivisection"</b> und <b>„Glyphosat stoppen?"</b>
|
||||
(formal erfolgreich, inhaltlich abgelehnt) und <b>„Wasser ist ein
|
||||
Menschenrecht"</b> (echter Durchbruch). Die Hürden baust du als Lückentext:
|
||||
Welche Zahlen-Karte stimmt – 100.000, 1 Million oder 10 Millionen? 1, 7 oder
|
||||
@@ -536,14 +553,15 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
</ol>
|
||||
</div>
|
||||
<?php if ($LEHRER): ?>
|
||||
<div class="b-box b-lehrer"><b>💡 Erwartungshorizont C:</b> Contra „wertlos":
|
||||
Right2Water floss in die Trinkwasser-Richtlinie ein; End the Cage Age erzwang
|
||||
Anhörung, Parlamentsresolution (558:37) und ein öffentliches Versprechen – und
|
||||
hält das Thema über die Klage vor dem EU-Gericht auf der Agenda. Pro:
|
||||
Kommission behält Letztentscheid (Stop Vivisection, Glyphosat). Ziel ist ein
|
||||
differenziertes Urteil: Agenda-Setting-Macht ja, Entscheidungsmacht nein.
|
||||
<b>Aufgabe B im Cockpit:</b> Beide Fälle tauchen unter „Ergebnisse" mit
|
||||
Sterne-Wertung auf – Sie sehen, wer beide wirklich bearbeitet hat.</div>
|
||||
<div class="b-box b-lehrer"><b>💡 Erwartungshorizont C:</b> Gegen „wertlos":
|
||||
Right2Water floss in die Trinkwasser-Richtlinie ein. End the Cage Age erzwang
|
||||
eine Anhörung, eine Parlamentsresolution (558:37) und ein öffentliches
|
||||
Versprechen – und hält das Thema über die Klage vor dem EU-Gericht auf der
|
||||
Agenda. Für „wertlos" spricht: Die Kommission behält den Letztentscheid (Stop
|
||||
Vivisection, Glyphosat). Ziel ist ein differenziertes Urteil: Agenda-Setting-Macht
|
||||
ja, Entscheidungsmacht nein. <b>Aufgabe B im Cockpit:</b> Beide Fälle tauchen
|
||||
unter „Ergebnisse" mit Sterne-Wertung auf – Sie sehen, wer beide wirklich
|
||||
bearbeitet hat.</div>
|
||||
<?php endif; ?>
|
||||
<?php endif; ?>
|
||||
</section>
|
||||
@@ -591,29 +609,30 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
<h2>5 · Lobbys, Mülleimer und die Grenzen der Demokratie</h2>
|
||||
<div class="b-cols">
|
||||
<div>
|
||||
<p>Wo Gesetze für 450 Millionen Menschen entstehen, wird um Einfluss
|
||||
gerungen. <?= g('lobbyismus', 'Lobbyismus') ?> – die organisierte
|
||||
Einflussnahme auf Politik – ist in der EU legal, aber registrierungspflichtig:
|
||||
Im <b><?= g('transparenzregister', 'Transparenzregister') ?></b> sind über <b>12.000
|
||||
Interessenvertretungen</b> eingetragen <span class="q">[11]</span>, von
|
||||
Apple und Bayer bis zu Greenpeace und Verbraucherschützer:innen. Lobby ist
|
||||
also nicht automatisch „böse" – aber die Kräfte sind ungleich verteilt.
|
||||
Beim Ladekabel stemmte sich Apple über ein Jahrzehnt gegen die
|
||||
Vereinheitlichung; von der gescheiterten freiwilligen Vereinbarung 2009
|
||||
bis zur USB-C-Pflicht 2024 vergingen 15 Jahre – am Ende setzte sich das
|
||||
Gesetz trotzdem durch.</p>
|
||||
<p>Demokratie hat aber auch eingebaute Grenzen. <b>„Stop Brexit"</b> wurde
|
||||
2017 gar nicht erst zur Unterschriftensammlung zugelassen: Der EU-Vertrag
|
||||
(Artikel 50) garantiert jedem Staat das Recht auszutreten – die EU hatte
|
||||
schlicht keine <?= g('eu-zustaendigkeit', 'Zuständigkeit') ?>, den Brexit
|
||||
zu verhindern <span class="q">[12]</span>. Die
|
||||
Ablehnung war rechtsstaatlich
|
||||
korrekt, so bitter sie für die Betroffenen war. Und bei <b>Glyphosat</b>
|
||||
sammelte eine EBI 1,3 Millionen Unterschriften gegen das Pestizid – doch
|
||||
weil die EU-Behörde EFSA keinen Verbotsgrund sah und die Mitgliedstaaten
|
||||
keine Mehrheit fanden, verlängerte die Kommission die Zulassung 2023 um
|
||||
zehn Jahre, bis Ende 2033 <span class="q">[13]</span>. Verfahren
|
||||
garantieren Fairness – nicht das Wunschergebnis.</p>
|
||||
<p>Wo Gesetze für 450 Millionen Menschen entstehen, kämpfen viele um
|
||||
Einfluss. Das nennt man <?= g('lobbyismus', 'Lobbyismus') ?>: Firmen und
|
||||
Verbände versuchen gezielt, die Politik zu beeinflussen. In der EU ist das
|
||||
erlaubt. Aber man muss sich eintragen lassen. Dafür gibt es das
|
||||
<b><?= g('transparenzregister', 'Transparenzregister') ?></b>, eine
|
||||
öffentliche Liste. Darin stehen über <b>12.000 Interessenvertretungen</b>
|
||||
<span class="q">[11]</span> – von Apple und Bayer bis zu Greenpeace und
|
||||
Verbraucherschützer:innen. Lobby-Arbeit ist also nicht automatisch „böse".
|
||||
Aber die Kräfte sind ungleich verteilt. Beim Ladekabel wehrte sich Apple
|
||||
über ein Jahrzehnt gegen ein einheitliches Kabel. Von der gescheiterten
|
||||
freiwilligen Vereinbarung 2009 bis zur USB-C-Pflicht 2024 vergingen 15
|
||||
Jahre. Am Ende setzte sich das Gesetz trotzdem durch.</p>
|
||||
<p>Die Demokratie hat aber auch eingebaute Grenzen. <b>„Stop Brexit"</b>
|
||||
wurde 2017 gar nicht erst zur Unterschriftensammlung zugelassen. Der
|
||||
EU-Vertrag (Artikel 50) gibt jedem Staat das Recht auszutreten. Die EU hatte
|
||||
also keine <?= g('eu-zustaendigkeit', 'Zuständigkeit') ?>, den Brexit zu
|
||||
verhindern <span class="q">[12]</span>. Die Ablehnung war rechtlich korrekt –
|
||||
so bitter sie für die Betroffenen war. Auch bei <b>Glyphosat</b> war es
|
||||
schwierig. Gegen dieses Pflanzenschutz-Mittel sammelte eine EBI 1,3 Millionen
|
||||
Unterschriften. Doch die EU-Behörde EFSA sah keinen Grund für ein Verbot.
|
||||
Und die Mitgliedstaaten fanden keine Mehrheit. Also verlängerte die
|
||||
Kommission 2023 die Zulassung um zehn Jahre, bis Ende 2033
|
||||
<span class="q">[13]</span>. Verfahren garantieren Fairness – aber nicht das
|
||||
Wunschergebnis.</p>
|
||||
</div>
|
||||
<div>
|
||||
<?= buchBild('feldspritze-landwirtschaft',
|
||||
@@ -633,13 +652,13 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
</div>
|
||||
</div>
|
||||
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Die <b>Lobby-Karte</b>
|
||||
taucht in den Fällen USB-C, Glyphosat, DSGVO und AI Act auf – inklusive der
|
||||
Frage, was Konzerne in Brüssel eigentlich tun. In <b>„Stop Brexit!"</b> endet
|
||||
der Fall bewusst im Mülleimer („Im Mülleimer – mit Recht?"): Hier lernst du,
|
||||
dass eine Ablehnung richtig sein kann. <b>„Glyphosat stoppen?"</b> ist der
|
||||
längste Fall mit sechs Schritten – vom Wissenschaftsstreit IARC gegen EFSA
|
||||
bis zur überraschenden Abstimmung der Mitgliedstaaten. Wer alle zehn Fälle
|
||||
abschließt, holt die Auszeichnung „Marathon".</div>
|
||||
taucht in den Fällen USB-C, Glyphosat, DSGVO und AI Act auf. Sie fragt auch,
|
||||
was Konzerne in Brüssel eigentlich tun. In <b>„Stop Brexit!"</b> endet der Fall
|
||||
bewusst im Mülleimer („Im Mülleimer – mit Recht?"). Hier lernst du: Eine
|
||||
Ablehnung kann richtig sein. <b>„Glyphosat stoppen?"</b> ist der längste Fall
|
||||
mit sechs Schritten – vom Wissenschaftsstreit IARC gegen EFSA bis zur
|
||||
überraschenden Abstimmung der Mitgliedstaaten. Wer alle zehn Fälle abschließt,
|
||||
holt die Auszeichnung „Marathon".</div>
|
||||
<div class="b-box b-aufgaben"><b>✏️ Abschluss-Aufgaben:</b>
|
||||
<ol>
|
||||
<li><span class="b-stufe mittel">B</span>Erkläre den Unterschied zwischen
|
||||
@@ -656,12 +675,12 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
</div>
|
||||
<?php if ($LEHRER): ?>
|
||||
<div class="b-box b-lehrer"><b>💡 Differenzierung & Auswertung:</b>
|
||||
Aufgabe D eignet sich als Gruppenprojekt mit „Kommissions-Rollenspiel": Eine
|
||||
Aufgabe D eignet sich als Gruppenprojekt mit „Kommissions-Rollenspiel". Eine
|
||||
Gruppe prüft die Zuständigkeit der anderen – genau die Prüfung, an der „Stop
|
||||
Brexit" scheiterte. Leistungsstarke Gruppen bearbeiten die Simulation im
|
||||
<b>Profi-Modus</b> (weniger Hilfen) oder übernehmen den sechsteiligen
|
||||
Glyphosat-Fall. Im Cockpit unter „Ergebnisse" sehen Sie pro Fall Sterne,
|
||||
Versuche und Mülleimer-Zahl – hohe Mülleimer-Werte bei Seite-2-Fragen deuten
|
||||
Versuche und Mülleimer-Zahl. Hohe Mülleimer-Werte bei Seite-2-Fragen deuten
|
||||
fast immer auf die Rat/Räte-Verwechslung hin. Für den inklusiven Unterricht:
|
||||
<a href="?leicht=1">Leichte-Sprache-Version</a> dieses Kapitels – gleiche
|
||||
Bilder, gleiche Kernaussagen, reduzierte Aufgaben.</div>
|
||||
|
||||
+181
-158
@@ -82,13 +82,15 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
'Naturraum wird Nutzraum: Wo Menschen Nahrung anbauen, entscheidet fast immer das Klima. Vorarlberger Rheintal.') ?>
|
||||
|
||||
<div class="b-box b-merke"><b>Darum geht es in diesem Kapitel:</b>
|
||||
Du lernst, warum jede Nutzpflanze ihre eigene
|
||||
<?= g('klimazone', 'Klimazone') ?> braucht: wie Temperatur und Niederschlag
|
||||
über <?= g('eignungsklasse', 'Eignung') ?> und
|
||||
<?= g('koeppen-geiger', 'Köppen-Geiger-Klassifikation', 'Köppen-Geiger') ?>
|
||||
entscheiden, wo die großen Anbaugürtel der Erde liegen, warum es
|
||||
<b>Anbaugrenzen</b> gibt – und wie der <?= g('klimawandel', 'Klimawandel') ?>
|
||||
diese Grenzen gerade verschiebt und die <b>Welternährung</b> unter Druck setzt.</div>
|
||||
Jede Pflanze braucht ein bestimmtes Wetter. Darum wächst nicht überall
|
||||
alles. Temperatur und Regen teilen die Erde in
|
||||
<?= g('klimazone', 'Klimazonen') ?> ein. Diese Zonen entscheiden, wo die
|
||||
großen <?= g('anbauguertel', 'Anbaugürtel') ?> der Erde liegen. Oft gibt es
|
||||
eine <?= g('anbaugrenze', 'Anbaugrenze') ?>. Das ist eine Linie, hinter der
|
||||
eine Pflanze nicht mehr wächst. Der <?= g('klimawandel', 'Klimawandel') ?>
|
||||
verschiebt diese Grenzen gerade. Das macht die
|
||||
<?= g('welternaehrung', 'Welternährung') ?> schwieriger – also das Essen
|
||||
für alle Menschen.</div>
|
||||
|
||||
<div class="b-chips">
|
||||
<span class="b-chip">AT · GW 1.3</span>
|
||||
@@ -100,13 +102,13 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
</div>
|
||||
|
||||
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 So arbeitest du mit der Simulation:</b>
|
||||
Du bewirtschaftest die ganze Welt. Auf einer echten Weltkarte wählst du eine
|
||||
Nutzpflanze oder ein Tier und setzt sie mit einem Tipp an einen Ort. Nach jedem
|
||||
Jahr bekommst du für <i>jedes</i> Feld einen <b>Jahresbericht</b>: einen farbigen
|
||||
Eignungsring (🟢 sehr gut bis 🔴 unmöglich) und einen Text, der erklärt, warum
|
||||
die Ernte gelang oder scheiterte. Neue Sorten schalten sich mit den Jahren frei –
|
||||
von Weizen und Banane bis Kaffee, Datteln und Aquakultur. So wirst du durch
|
||||
<b>wiederholte Versuche</b> zur Kennerin der Klimazonen.</div>
|
||||
Du bewirtschaftest die ganze Welt. Zuerst wählst du eine Nutzpflanze oder ein
|
||||
Tier. Dann tippst du auf einen Ort auf der Weltkarte. So setzt du dein Feld.
|
||||
Nach jedem Jahr bekommst du für <i>jedes</i> Feld einen <b>Jahresbericht</b>.
|
||||
Ein farbiger Ring zeigt: 🟢 sehr gut bis 🔴 unmöglich. Ein kurzer Text erklärt,
|
||||
warum die Ernte gelang oder nicht. Mit den Jahren kommen neue Sorten dazu – von
|
||||
Weizen und Banane bis Kaffee, Datteln und Fisch-Aquakultur. So lernst du Schritt
|
||||
für Schritt die Klimazonen kennen.</div>
|
||||
|
||||
<?= buchBild('heuernte-frueher',
|
||||
'Scan eines alten Fotos: Heuernte, Feldarbeit oder Almabtrieb aus der Familien-Geschichte (Privatarchiv, Leihgabe).',
|
||||
@@ -169,45 +171,49 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
<h2>1 · Die Klimazonen der Erde: Temperatur und Niederschlag entscheiden</h2>
|
||||
<div class="b-cols">
|
||||
<div>
|
||||
<p>Die Erde ist eine Kugel – und deshalb trifft die Sonne sie überall
|
||||
unterschiedlich stark. Am Äquator steht sie steil, hier ist es ganzjährig
|
||||
heiß; zu den Polen hin fällt das Licht flach ein und wärmt kaum. So entstehen
|
||||
die <?= g('klimazone', 'Klimazonen') ?>: große Gürtel mit ähnlichem Klima,
|
||||
die sich wie Bänder um die Erde legen.</p>
|
||||
<p>Zwei Größen bestimmen fast alles: die <b>Temperatur</b> (Wie warm im
|
||||
Sommer? Gibt es Frost?) und der <b>Niederschlag</b> (Wie viel Regen? Wann
|
||||
fällt er?). Vor über hundert Jahren haben Wladimir Köppen und Rudolf Geiger
|
||||
genau daraus ein System gebaut, das
|
||||
<p>Die Erde ist eine Kugel. Darum trifft die Sonne sie überall anders. Am
|
||||
<?= g('aequator', 'Äquator') ?> steht die Sonne steil am Himmel. Dort ist es
|
||||
das ganze Jahr heiß. An den Polen fällt das Licht ganz flach ein. Dort wärmt
|
||||
es kaum. So entstehen die <?= g('klimazone', 'Klimazonen') ?>. Das sind große
|
||||
Gürtel mit ähnlichem <?= g('klima', 'Klima') ?>. Sie legen sich wie Bänder um
|
||||
die Erde.</p>
|
||||
<p>Zwei Dinge bestimmen fast alles. Das Erste ist die <b>Temperatur</b>: Wie
|
||||
warm ist der Sommer? Gibt es Frost? Das Zweite ist der <b>Niederschlag</b>:
|
||||
Wie viel Regen fällt? Und wann fällt er? Vor über hundert Jahren bauten
|
||||
Wladimir Köppen und Rudolf Geiger daraus ein System. Es heißt
|
||||
<?= g('koeppen-geiger', 'Köppen-Geiger-Klassifikation', 'Köppen-Geiger') ?>.
|
||||
Es steht bis heute in jedem Geografie-Atlas. Wir verwenden eine vereinfachte
|
||||
Fassung mit acht Großzonen: von <b>tropisch feucht</b> (Regenwald) über
|
||||
<b>Wüste</b> und <b>Mittelmeer-Klima</b> bis <b>boreal</b> (Taiga) und
|
||||
<b>polar</b> (Tundra).</p>
|
||||
<p>Österreich, Deutschland und die Schweiz liegen fast alle im
|
||||
<b>gemäßigt-feuchten</b> Klima (Köppen „Cfb"): vier Jahreszeiten, ganzjährig
|
||||
Niederschlag, kühle Sommer. Ein Sonderfall ist das
|
||||
<?= g('subtropisch-cfa', 'subtropisch-feuchte Klima (Cfa)', 'Subtropisch (Cfa)') ?>
|
||||
mit heißen, feuchten Sommern – die wichtigste Reis-Klimazone der Welt.</p>
|
||||
Es steht bis heute in jedem Atlas. Wir nutzen eine einfachere Fassung mit acht
|
||||
großen Zonen. Sie reicht von tropisch feucht – das ist der Regenwald – über
|
||||
die Wüste und das Mittelmeer-Klima. Ganz kalt wird es in der Taiga, einem
|
||||
Nadelwald im Norden, und in der Tundra, dem baumlosen Kaltland am Pol.</p>
|
||||
<p>Österreich, Deutschland und die Schweiz liegen fast ganz im
|
||||
<b>gemäßigten</b> Klima. Fachleute nennen es „Cfb". Hier gibt es vier
|
||||
Jahreszeiten. Es regnet das ganze Jahr. Die Sommer bleiben kühl. Etwas wärmer
|
||||
ist das
|
||||
<?= g('subtropisch-cfa', 'subtropisch-feuchte Klima (Cfa)', 'Subtropisch (Cfa)') ?>.
|
||||
Dort sind die Sommer heiß und feucht. Das ist die wichtigste Reis-Zone der
|
||||
Welt.</p>
|
||||
</div>
|
||||
<div>
|
||||
<?= buchBild('klimazonen-atlas',
|
||||
'Foto einer aufgeschlagenen Atlas-Doppelseite mit einer Klimazonen-Weltkarte (Köppen-Karte) – Alltagsmotiv, gut aus dem Schulatlas abzulichten.',
|
||||
'Die Klimazonen-Karte im Atlas: Jede Farbe steht für eine Zone aus Temperatur und Niederschlag. Genau dieses Prinzip steckt in der Simulation.') ?>
|
||||
<div class="b-box b-merke"><b>Merke:</b> Eine Klimazone ist ein Großraum
|
||||
mit ähnlichem Klima. Sie hängt vor allem vom Breitengrad ab und wird durch
|
||||
<b>Temperatur</b> und <b>Niederschlag</b> bestimmt. Das Köppen-Geiger-System
|
||||
teilt die Erde danach ein.</div>
|
||||
<div class="b-box b-merke"><b>Merke:</b> Eine Klimazone ist ein großes Gebiet
|
||||
mit ähnlichem Klima. Wie warm es ist, hängt vor allem vom
|
||||
<?= g('breitengrad', 'Breitengrad') ?> ab. Das heißt: davon, wie weit ein Ort
|
||||
vom Äquator entfernt liegt. <b>Temperatur</b> und <b>Niederschlag</b> machen
|
||||
die Zone aus. Das Köppen-Geiger-System teilt die Erde danach ein.</div>
|
||||
</div>
|
||||
</div>
|
||||
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Die Weltkarte ist mit den
|
||||
acht Köppen-Großzonen eingefärbt – grün der tropische Regenwald, sandgelb die
|
||||
Wüste, weiß das Polargebiet. Tippst du ein Feld an, ermittelt die Simulation
|
||||
automatisch die Zone (und ob du auf Land oder Wasser gesetzt hast). Genau diese
|
||||
Zone entscheidet später im Bericht über deinen Ernteerfolg. Die Zonen sind
|
||||
didaktisch vereinfacht – grob gerundet, keine Vermessungskarte.</div>
|
||||
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Die Weltkarte zeigt die
|
||||
acht großen Zonen in Farben. Grün ist der Regenwald. Sandgelb ist die Wüste.
|
||||
Weiß ist das Polargebiet. Tippst du ein Feld an, erkennt die Simulation die Zone
|
||||
von selbst. Sie sieht auch, ob du auf Land oder auf Wasser gesetzt hast. Diese
|
||||
Zone entscheidet später über deine Ernte. Die Farben sind mit Absicht grob
|
||||
gehalten. Es ist eine Lernkarte, keine genaue Messkarte.</div>
|
||||
<?php if ($LEHRER): ?>
|
||||
<div class="b-box b-lehrer"><b>💡 Didaktischer Hinweis:</b> Verankern Sie die
|
||||
Kernidee „Temperatur × Niederschlag = Zone" vor der ersten Pflanzung. Bewährt:
|
||||
Kernidee „Temperatur · Niederschlag = Zone" vor der ersten Pflanzung. Bewährt:
|
||||
ein leeres Achsenkreuz an die Tafel (x = Niederschlag, y = Temperatur) und die
|
||||
acht Zonen gemeinsam einordnen. <b>Stolperstein:</b> Schüler:innen verwechseln
|
||||
„warm" mit „gut für Pflanzen" – die Wüste ist warm, aber ohne Wasser wächst
|
||||
@@ -261,44 +267,48 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
<div class="b-cols">
|
||||
<div>
|
||||
<p>Warum baut niemand Bananen in Norwegen an? Die Antwort heißt
|
||||
<?= g('anbaugrenze', 'Anbaugrenze') ?>. Jede Nutzpflanze hat Ansprüche, die erfüllt sein müssen –
|
||||
wird eine Grenze überschritten, misslingt die Ernte, egal wie fleißig man
|
||||
arbeitet. Drei Grenzen sind besonders wichtig.</p>
|
||||
<p><b>Frost:</b> Die Banane braucht ganzjährig Wärme über 15 °C. In der ersten
|
||||
Frostnacht platzen ihre wassergefüllten Zellen – die Staude stirbt. Deshalb
|
||||
endet der Bananenanbau dort, wo Winterfrost auftritt.
|
||||
<b><?= g('vegetationsperiode', 'Vegetationsperiode') ?>:</b> Das ist die Zeit im Jahr, in der es warm genug zum
|
||||
Wachsen ist. Im Norden ist der Sommer zu kurz, damit Reis oder Mais reifen
|
||||
können – die Pflanze kommt nicht zur Ernte.
|
||||
<b>Höhengrenze:</b> Am Berg wird es je 100 Höhenmeter etwa 0,6 °C kälter. Die
|
||||
Klimazonen wiederholen sich als <?= g('hoehenstufe', 'Höhenstufen') ?> von
|
||||
unten nach oben – ganz oben herrscht Kälte wie am Pol. Über der
|
||||
<?= g('waldgrenze', 'Waldgrenze') ?> (in den Alpen rund 1.800–2.200 m) wächst kein Wald mehr,
|
||||
darüber endet auch der Ackerbau.</p>
|
||||
<p>Genau deshalb funktioniert der <?= g('welthandel', 'Welthandel') ?>: Was
|
||||
hier nicht wächst, kommt von dort, wo es die passende Klimazone gibt. Bananen,
|
||||
Kaffee und Datteln legen tausende Kilometer zurück – oft im
|
||||
<?= g('reefer-container', 'Reefer-Container', 'Reefer-Container') ?>, weil sie
|
||||
<?= g('verderblich', 'verderblich') ?> sind.</p>
|
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<?= g('anbaugrenze', 'Anbaugrenze') ?>. Jede Pflanze braucht bestimmte
|
||||
Bedingungen. Fehlt eine davon, misslingt die Ernte. Da hilft auch fleißige
|
||||
Arbeit nicht. Drei Grenzen sind besonders wichtig.</p>
|
||||
<p><b>1. Frost:</b> Die Banane braucht das ganze Jahr Wärme über 15 °C. In der
|
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ersten Frostnacht gefriert das Wasser in ihren Zellen. Die Zellen platzen und
|
||||
die Pflanze stirbt. Darum endet der Bananen-Anbau dort, wo es im Winter
|
||||
friert.</p>
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||||
<p><b>2. <?= g('vegetationsperiode', 'Vegetationsperiode') ?>:</b> So heißt die
|
||||
warme Zeit im Jahr, in der Pflanzen wachsen können. Im Norden ist der Sommer
|
||||
dafür zu kurz. Reis oder Mais werden dort nicht reif. Sie kommen nie zur
|
||||
Ernte.</p>
|
||||
<p><b>3. Höhengrenze:</b> Am Berg wird es nach oben immer kälter. Je 100 Meter
|
||||
höher sinkt die Temperatur um etwa 0,6 °C. So wiederholen sich die Klimazonen
|
||||
als <?= g('hoehenstufe', 'Höhenstufen') ?> von unten nach oben. Ganz oben ist
|
||||
es so kalt wie am Pol. Über der <?= g('waldgrenze', 'Waldgrenze') ?> wächst
|
||||
kein Wald mehr. In den Alpen liegt sie bei rund 1.800 – 2.200 m. Darüber endet
|
||||
auch der Ackerbau.</p>
|
||||
<p>Genau deshalb gibt es den <?= g('welthandel', 'Welthandel') ?>. Was bei uns
|
||||
nicht wächst, kommt aus einem anderen Land. Dort passt die Klimazone. Bananen,
|
||||
Kaffee und Datteln reisen tausende Kilometer weit. Sie fahren oft im
|
||||
<?= g('reefer-container', 'Reefer-Container', 'Reefer-Container') ?>. Das ist
|
||||
ein gekühlter Schiffs-Container. Denn diese Waren sind
|
||||
<?= g('verderblich', 'verderblich') ?> – sie werden schnell schlecht.</p>
|
||||
</div>
|
||||
<div>
|
||||
<?= buchBild('anbaugrenze-banane-regal',
|
||||
'Bananen-Regal im Supermarkt mit sichtbarem Herkunftsschild („Ecuador", „Kolumbien") – ein Alltagsmotiv, das die Anbaugrenze greifbar macht.',
|
||||
'Keine Banane wächst in Vorarlberg – sie kommt aus den Tropen. Das Herkunftsschild im Supermarkt erzählt die ganze Geschichte der Anbaugrenze.') ?>
|
||||
<div class="b-box b-daten"><b>📊 Echte Zahlen:</b>
|
||||
<?= g('subtropisch-cfa', 'Reis', 'Subtropisch (Cfa)') ?> ist das
|
||||
Grundnahrungsmittel für rund die <b>Hälfte der Menschheit</b> – etwa
|
||||
<b>3,5 Milliarden Menschen</b> essen ihn täglich. <span class="q">[1]</span>
|
||||
Er braucht Wärme <i>und</i> sehr viel Wasser – deshalb wächst er nur in warmen,
|
||||
feuchten Zonen, nicht in Mitteleuropa.</div>
|
||||
<?= g('subtropisch-cfa', 'Reis', 'Subtropisch (Cfa)') ?> ist das wichtigste
|
||||
Essen für die halbe Welt. Etwa <b>3,5 Milliarden Menschen</b> essen ihn jeden
|
||||
Tag. <span class="q">[1]</span> Reis braucht Wärme und sehr viel Wasser. Darum
|
||||
wächst er nur in warmen, feuchten Zonen. Bei uns in Mitteleuropa wächst er
|
||||
nicht.</div>
|
||||
</div>
|
||||
</div>
|
||||
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Anbaugrenzen erlebst du
|
||||
direkt. Setze eine Banane in den hohen Norden – der Bericht färbt den Ring rot
|
||||
(„🔴 unmöglich") und erklärt: „In der ersten Frostnacht platzen die Zellen." Setz
|
||||
sie in die Tropen, wird der Ring grün. Der Bericht nennt dir immer die Zone, die
|
||||
<?= g('eignungsklasse', 'Eignungsklasse', 'Eignungsklasse') ?> von 🟢 bis 🔴 und
|
||||
einen Fachtext dazu. Wer eine Pflanze ins offene Meer setzt, erfährt: Nur die
|
||||
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Anbaugrenzen erlebst du hier
|
||||
direkt. Setze eine Banane in den hohen Norden. Der Ring wird rot: „🔴 unmöglich".
|
||||
Der Bericht erklärt: „In der ersten Frostnacht platzen die Zellen." Setzt du sie
|
||||
in die Tropen, wird der Ring grün. Der Bericht nennt dir immer die Zone und die
|
||||
<?= g('eignungsklasse', 'Eignungsklasse', 'Eignungsklasse') ?> von 🟢 bis 🔴. Wer
|
||||
eine Pflanze ins offene Meer setzt, liest: Nur die
|
||||
<?= g('aquakultur', 'Fisch-Aquakultur', 'Aquakultur') ?> wächst im Wasser.</div>
|
||||
<div class="b-box b-aufgaben"><b>✏️ Aufgaben:</b>
|
||||
<ol>
|
||||
@@ -363,21 +373,24 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
<h2>3 · Was wächst wo? Die großen Anbaugürtel der Erde</h2>
|
||||
<div class="b-cols">
|
||||
<div>
|
||||
<p>Weil jede Pflanze ihre Zone braucht, ordnet sich die Weltlandwirtschaft in
|
||||
<?= g('anbauguertel', 'Anbaugürtel') ?> – Bänder rund um die Erde, in denen dieselbe Kultur
|
||||
dominiert. Ein Blick auf die Weltkarte, den man im Kopf haben sollte:</p>
|
||||
<p><b>Weizen</b> – das wichtigste Brotgetreide – mag gemäßigte Zonen mit Sommer
|
||||
und Winter: der US-Weizengürtel, die Ukraine („Kornkammer Europas"), Mitteleuropa.
|
||||
<b>Reis</b> beherrscht das warme, wasserreiche Asien (Mekong- und Ganges-Delta,
|
||||
Süd-China). <b>Mais</b> liebt warm-feuchte Sommer – der US-Corn-Belt, China und
|
||||
Brasilien führen. <b>Soja</b> wächst großflächig in Süd-Brasilien, Argentinien
|
||||
und den USA (viel davon wird zu Tierfutter).</p>
|
||||
<p>Und die Genussmittel? <b>Kaffee</b> gedeiht im tropischen Hochland
|
||||
(Brasilien, Kolumbien, Äthiopien, Vietnam), <b>Bananen</b> im feuchtheißen
|
||||
Tiefland (Ecuador), <b>Datteln</b> in den Wüsten-Oasen (Saudi-Arabien, Iran,
|
||||
Algerien), <b>Oliven</b> rund ums Mittelmeer. Diese Waren gehen über den
|
||||
<?= g('welthandel', 'Welthandel') ?> um die ganze Erde – häufig von riesigen
|
||||
Feldern mit nur einer Sorte, sogenannten <?= g('plantage', 'Plantagen') ?>.</p>
|
||||
<p>Jede Pflanze braucht ihre Zone. Darum ordnet sich die Landwirtschaft der
|
||||
Welt in <?= g('anbauguertel', 'Anbaugürtel') ?>. Das sind Bänder rund um die
|
||||
Erde. In jedem Band wächst vor allem eine Pflanze. Diese Karte solltest du im
|
||||
Kopf haben:</p>
|
||||
<p><b>Weizen</b> ist das wichtigste Brotgetreide. Es mag gemäßigte Zonen mit
|
||||
Sommer und Winter. Große Weizen-Gebiete liegen in den USA, in der Ukraine und
|
||||
in Mitteleuropa. Die Ukraine nennt man die „Kornkammer Europas".
|
||||
<b>Reis</b> wächst im warmen, wasserreichen Asien – zum Beispiel in Süd-China
|
||||
und in den großen Fluss-Deltas. <b>Mais</b> liebt warm-feuchte Sommer. Vorne
|
||||
liegen die USA, China und Brasilien. <b>Soja</b> wächst auf riesigen Feldern in
|
||||
Süd-Brasilien, Argentinien und den USA. Vieles davon wird zu Tierfutter.</p>
|
||||
<p>Und die Genussmittel? <b>Kaffee</b> wächst im tropischen Hochland, zum
|
||||
Beispiel in Brasilien, Kolumbien und Äthiopien. <b>Bananen</b> mögen das
|
||||
feuchtheiße Tiefland, etwa in Ecuador. <b>Datteln</b> reifen in den Oasen der
|
||||
Wüste. <b>Oliven</b> wachsen rund ums Mittelmeer. Diese Waren gehen über den
|
||||
<?= g('welthandel', 'Welthandel') ?> um die ganze Erde. Oft kommen sie von
|
||||
riesigen Feldern mit nur einer Sorte. Solche Felder heißen
|
||||
<?= g('plantage', 'Plantagen') ?>.</p>
|
||||
</div>
|
||||
<div>
|
||||
<?= buchBild('anbauguertel-getreidefeld',
|
||||
@@ -387,20 +400,22 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
Weltproduktion 2022: <b>Weizen ~808 Mio. t</b>, <b>Reis ~767 Mio. t</b> – die
|
||||
zwei wichtigsten Grundnahrungsmittel der Erde. <span class="q">[1][2]</span></div>
|
||||
<div class="b-box b-daten"><b>📊 Warum Bananen aus Übersee?</b>
|
||||
Über See exportiert man vor allem, was im Zielland nicht wächst. Weizen
|
||||
dagegen bekommt beim Verkauf auf einem anderen Kontinent einen
|
||||
<?= g('importpreis-abschlag', 'Importpreis-Abschlag', 'Importpreis-Abschlag') ?>
|
||||
von rund <b>30 %</b> – die lokale Ernte ist näher und billiger.</div>
|
||||
Über das Meer verkauft man vor allem, was im Zielland nicht wächst. Weizen
|
||||
wächst fast überall. Verkauft man ihn auf einem anderen Kontinent, gibt es
|
||||
weniger Geld dafür. Diesen Nachlass nennt man
|
||||
<?= g('importpreis-abschlag', 'Importpreis-Abschlag', 'Importpreis-Abschlag') ?>.
|
||||
Er beträgt rund <b>30 %</b>. Die Ernte vor Ort ist näher und billiger.</div>
|
||||
</div>
|
||||
</div>
|
||||
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Die Simulation ist eine
|
||||
Anbaugürtel-Werkstatt. Setzt du eine Sorte an vielen Orten, entsteht Feld für
|
||||
Feld die Weltkarte ihrer Eignung. Verkauft wird an einen von fünf
|
||||
<?= g('welt-hafen', 'Welt-Häfen', 'Welt-Hafen / Container-Hub') ?> (Hamburg,
|
||||
New York, Shanghai, São Paulo, Dubai); der Markt wechselt alle drei Jahre. Liegt
|
||||
dein Feld auf einem anderen Kontinent als der Markt, greift der Importpreis-Abschlag
|
||||
– tropische Hochpreis-Ware wie Kaffee verkraftet das, Massengut wie Weizen wird
|
||||
über See unrentabel. Genau so verlaufen die echten Welthandelsströme.</div>
|
||||
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Hier baust du die
|
||||
Anbaugürtel selbst nach. Setzt du eine Sorte an viele Orte, entsteht Feld für
|
||||
Feld ihre Eignungs-Karte. Verkauft wird an einen von fünf
|
||||
<?= g('welt-hafen', 'Welt-Häfen', 'Welt-Hafen / Container-Hub') ?>: Hamburg,
|
||||
New York, Shanghai, São Paulo oder Dubai. Der Markt wechselt alle drei Jahre.
|
||||
Liegt dein Feld auf einem anderen Kontinent als der Hafen, greift der
|
||||
Importpreis-Abschlag. Teure Ware wie Kaffee verträgt das gut. Billiges Massengut
|
||||
wie Weizen lohnt sich über das Meer nicht mehr. Genau so laufen die echten
|
||||
Handelswege der Welt.</div>
|
||||
<div class="b-box b-aufgaben"><b>✏️ Aufgaben:</b>
|
||||
<ol>
|
||||
<li><span class="b-stufe leicht">A</span>Ordne zu: Weizen, Reis, Kaffee,
|
||||
@@ -465,43 +480,46 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
<h2>4 · Nutztiere und Weideland: Wo Ackerbau endet, beginnt die Weide</h2>
|
||||
<div class="b-cols">
|
||||
<div>
|
||||
<p>Dort, wo Ackerbau nicht mehr geht – zu steil, zu kalt, zu trocken –, hält
|
||||
der Mensch Tiere. <b>Rind, Schaf und Ziege</b> verwandeln Gras, das wir nicht
|
||||
essen können, in Milch, Fleisch und Wolle. So werden auch Bergland, Steppe und
|
||||
Tundra nutzbar. Jedes Tier hat dabei seine Klimazone: das <b>Rentier</b> die
|
||||
kalte Tundra und Taiga, das <b>Kamel</b> die heiße Wüste, das Rind die
|
||||
saftigen Wiesen der gemäßigten Zone.</p>
|
||||
<p>Ein Musterbeispiel im D-A-CH-Raum ist die <?= g('almwirtschaft', 'Alm- bzw. Alpwirtschaft') ?>:
|
||||
Im Sommer treibt man das Vieh auf die hochgelegenen Almweiden über der
|
||||
Waldgrenze. Das schont die Talwiesen (dort wächst das Winterheu), nutzt das
|
||||
Bergfutter und hält die Kulturlandschaft offen – ohne Beweidung würde vieles
|
||||
verbuschen. Aus der Almmilch entsteht hochwertiger Bergkäse. Alm- und
|
||||
Alpwirtschaft prägen Österreich, die Schweiz und Süddeutschland (Bayern,
|
||||
Allgäu) gleichermaßen.</p>
|
||||
<p>Aber Weideland hat eine Grenze: Grasen zu viele Tiere auf zu wenig Fläche,
|
||||
wächst das Gras nicht mehr nach – das nennt man
|
||||
<?= g('ueberweidung', 'Überweidung') ?>. In der afrikanischen Sahelzone trägt
|
||||
sie sogar zur Wüstenbildung bei.</p>
|
||||
<p>Manchmal geht kein Ackerbau. Der Boden ist zu steil, zu kalt oder zu
|
||||
trocken. Dann hält der Mensch Tiere. <b>Rind, Schaf und Ziege</b> fressen
|
||||
Gras. Gras können wir Menschen nicht essen. Die Tiere machen daraus Milch,
|
||||
Fleisch und Wolle. So kann man auch Bergland, Steppe und kalte Tundra nutzen.
|
||||
Jedes Tier hat seine eigene Zone. Das <b>Rentier</b> mag die kalte Tundra und
|
||||
die Taiga im Norden. Das <b>Kamel</b> mag die heiße Wüste. Das Rind mag die
|
||||
saftigen Wiesen bei uns.</p>
|
||||
<p>Ein gutes Beispiel bei uns ist die
|
||||
<?= g('almwirtschaft', 'Alm- bzw. Alpwirtschaft') ?>. Im Sommer treibt man das
|
||||
Vieh hoch auf die Almweiden. Diese Weiden liegen über der
|
||||
<?= g('waldgrenze', 'Waldgrenze') ?>. Das hat mehrere Vorteile. Die Talwiesen
|
||||
bleiben in Ruhe – dort wächst das Heu für den Winter. Das Gras am Berg wird
|
||||
genutzt. Und die Landschaft bleibt offen. Ohne die Tiere würden bald überall
|
||||
Büsche wachsen. Aus der Almmilch macht man feinen Bergkäse. Alm- und
|
||||
Alpwirtschaft gehören zu Österreich, zur Schweiz und zu Süddeutschland
|
||||
(Bayern, Allgäu).</p>
|
||||
<p>Aber auch Weideland hat eine Grenze. Fressen zu viele Tiere auf zu wenig
|
||||
Fläche, wächst das Gras nicht mehr nach. Das nennt man
|
||||
<?= g('ueberweidung', 'Überweidung') ?>. In der Sahelzone in Afrika führt sie
|
||||
sogar dazu, dass die Wüste größer wird.</p>
|
||||
</div>
|
||||
<div>
|
||||
<?= buchBild('alp-kuehe',
|
||||
'Kühe auf einer Sommeralp oder ein festlich geschmückter Almabtrieb (Kühe mit Kopfschmuck) – ein starkes, typisch vorarlbergisches Motiv aus dem Bregenzerwald.',
|
||||
'Sommer auf der Alp: Das Vieh nutzt das Bergfutter über der Waldgrenze. Almwirtschaft ist gelebter D-A-CH-Alltag. Bregenzerwald.') ?>
|
||||
<div class="b-box b-daten"><b>📊 Echte Zahlen:</b> Österreich zählt rund
|
||||
<b>8.400 Almen</b> auf gut <b>322.000 ha</b>; im Sommer 2022 wurden etwa
|
||||
<b>300.000 Rinder</b> gealpt, darunter ~50.000 Milchkühe.
|
||||
<span class="q">[3][4]</span></div>
|
||||
<div class="b-box b-daten"><b>📊 Echte Zahlen:</b> Österreich hat rund
|
||||
<b>8.400 Almen</b>. Sie bedecken gut <b>322.000 Hektar</b>. Im Sommer 2022
|
||||
kamen etwa <b>300.000 Rinder</b> auf die Alm. Davon waren rund 50.000
|
||||
Milchkühe. <span class="q">[3][4]</span></div>
|
||||
</div>
|
||||
</div>
|
||||
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Tiere setzt du wie Pflanzen –
|
||||
aber sie haben eigene Zonen. Das Rentier bringt nur in Tundra und Taiga
|
||||
Spitzenerträge, das Kamel nur in Wüste und Trockensavanne. Setzt du zu viele
|
||||
gleiche Felder dicht nebeneinander, drohen
|
||||
<?= g('bodenmuedigkeit', 'Bodenmüdigkeit') ?> und – bei
|
||||
<?= g('monokultur', 'Monokultur') ?> – ein
|
||||
<?= g('krankheits-ausbruch', 'Krankheits-Ausbruch', 'Krankheits-Ausbruch (Landwirtschaft)') ?>,
|
||||
der den ganzen Bestand vernichten kann. Das ist die Weide-Version der
|
||||
Überweidung: Vielfalt und Abstand schützen.</div>
|
||||
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Tiere setzt du wie Pflanzen.
|
||||
Aber sie haben eigene Zonen. Das Rentier bringt nur in Tundra und Taiga viel
|
||||
Ertrag. Das Kamel nur in Wüste und Trockensavanne. Setzt du zu viele gleiche
|
||||
Felder dicht nebeneinander, wird der Boden müde. Fachleute sagen dazu
|
||||
<?= g('bodenmuedigkeit', 'Bodenmüdigkeit') ?>. Baust du immer nur eine Sorte an,
|
||||
nennt man das <?= g('monokultur', 'Monokultur') ?>. Dann droht ein
|
||||
<?= g('krankheits-ausbruch', 'Krankheits-Ausbruch', 'Krankheits-Ausbruch (Landwirtschaft)') ?>.
|
||||
Er kann den ganzen Bestand vernichten. Das ist wie die Überweidung auf der Weide.
|
||||
Vielfalt und Abstand schützen.</div>
|
||||
<div class="b-box b-aufgaben"><b>✏️ Aufgaben:</b>
|
||||
<ol>
|
||||
<li><span class="b-stufe leicht">A</span>Ordne Rentier und Kamel je ihrer
|
||||
@@ -563,27 +581,32 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
<h2>5 · Klimawandel, Welternährung und der Boden unter uns</h2>
|
||||
<div class="b-cols">
|
||||
<div>
|
||||
<p>Der <?= g('klimawandel', 'Klimawandel') ?> verschiebt die Anbaugrenzen –
|
||||
messbar. Weil <?= g('treibhausgas', 'Treibhausgase') ?> die Erde erwärmen,
|
||||
wandern Klimazonen polwärts und bergauf. Manches wird möglich, wo es früher zu
|
||||
kalt war: In Südengland ist eine ernstzunehmende Weinregion entstanden. Doch
|
||||
der Wandel bringt vor allem Risiken: Hitze und <b>Dürre</b> lassen Ernten
|
||||
verdorren, Wetterextreme werden häufiger, und wo Wasser fehlt, droht
|
||||
Wüstenbildung. Für die <?= g('welternaehrung', 'Welternährung') ?> ist das gefährlich – schon heute
|
||||
hungern hunderte Millionen Menschen.</p>
|
||||
<p>Auch <i>wie</i> wir anbauen, zählt. <?= g('monokultur', 'Monokulturen') ?>
|
||||
sind effizient, aber anfällig für <?= g('bodenmuedigkeit', 'Bodenmüdigkeit') ?>
|
||||
und Krankheiten. Die <b>Bio-Landwirtschaft</b> setzt auf Fruchtfolge, Vielfalt
|
||||
und Verzicht auf chemische Dünger – schonender für Boden und Klima, aber oft
|
||||
mit geringeren Erträgen. Beide Wege haben Stärken; Österreich ist bei Bio
|
||||
europaweit führend.</p>
|
||||
<p>Und schließlich der Boden selbst: Fruchtbarer Ackerboden ist nicht
|
||||
vermehrbar. Wird er zubetoniert – für Straßen, Hallen, Parkplätze –, ist er
|
||||
für immer verloren. Diese <?= g('bodenversiegelung', 'Bodenversiegelung') ?>
|
||||
ist gerade im dicht besiedelten Österreich ein großes Thema für die
|
||||
<?= g('nachhaltigkeit', 'Nachhaltigkeit') ?>. Sie ist doppelt folgenschwer:
|
||||
Versiegelter Boden kann auch kein Regenwasser mehr aufnehmen, was bei
|
||||
Starkregen Überschwemmungen verstärkt.</p>
|
||||
<p>Der <?= g('klimawandel', 'Klimawandel') ?> verschiebt die Anbaugrenzen.
|
||||
<?= g('treibhausgas', 'Treibhausgase') ?> machen die Erde wärmer. Darum wandern
|
||||
die Klimazonen langsam Richtung Pole und den Berg hinauf. An manchen Orten wird
|
||||
jetzt etwas möglich, was früher zu kalt war. In Südengland zum Beispiel wächst
|
||||
neuerdings guter Wein. Doch der Wandel bringt vor allem Gefahren. Hitze und
|
||||
<b>Dürre</b> lassen Ernten verdorren. Eine Dürre ist eine lange Zeit ohne
|
||||
Regen. Stürme und andere Wetter-Extreme werden häufiger. Wo Wasser fehlt,
|
||||
breitet sich die Wüste aus. Für die
|
||||
<?= g('welternaehrung', 'Welternährung') ?> ist das gefährlich. Schon heute
|
||||
haben hunderte Millionen Menschen zu wenig zu essen.</p>
|
||||
<p>Auch <i>wie</i> wir anbauen, ist wichtig. Eine
|
||||
<?= g('monokultur', 'Monokultur') ?> ist ein Feld mit nur einer Sorte. Das ist
|
||||
günstig. Aber der Boden wird schnell müde. Fachleute nennen das
|
||||
<?= g('bodenmuedigkeit', 'Bodenmüdigkeit') ?>. Und Krankheiten breiten sich
|
||||
leicht aus. Die <b>Bio-Landwirtschaft</b> macht es anders. Sie wechselt die
|
||||
Pflanzen von Jahr zu Jahr. Das heißt Fruchtfolge. Sie setzt auf Vielfalt und
|
||||
verzichtet auf chemischen Dünger. Das schont Boden und Klima. Dafür ist die
|
||||
Ernte oft kleiner. Beide Wege haben ihre Stärken. Bei Bio ist Österreich in
|
||||
Europa führend.</p>
|
||||
<p>Zum Schluss der Boden selbst. Guten Ackerboden kann man nicht neu machen.
|
||||
Baut man Straßen, Hallen oder Parkplätze darauf, ist er für immer weg. Das
|
||||
nennt man <?= g('bodenversiegelung', 'Bodenversiegelung') ?>. Gerade im engen
|
||||
Österreich ist das ein großes Thema für die
|
||||
<?= g('nachhaltigkeit', 'Nachhaltigkeit') ?>. Versiegelter Boden hat noch ein
|
||||
Problem. Er kann kein Regenwasser mehr aufnehmen. Bei Starkregen gibt es dann
|
||||
schneller Überschwemmungen.</p>
|
||||
</div>
|
||||
<div>
|
||||
<?= buchBild('klimawandel-baustelle-acker',
|
||||
@@ -601,13 +624,13 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
</div>
|
||||
</div>
|
||||
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Setzt du immer dieselbe
|
||||
Sorte dicht zusammen, sinkt der Ertrag durch Bodenmüdigkeit, und ab drei
|
||||
benachbarten Feldern droht jährlich ein Krankheits-Ausbruch mit Totalverlust –
|
||||
echte Vorbilder wie die Panama-Krankheit der Banane stecken dahinter. Wer dagegen
|
||||
<b>vielfältig und mit Abstand</b> anbaut, erntet stabiler. Der
|
||||
<?= g('co2-fussabdruck', 'CO₂-Fußabdruck', 'CO₂-Fußabdruck') ?> jeder Lieferung
|
||||
wird mitgerechnet: Ein Schiff stößt je Tonne und Kilometer nur rund ein Sechstel
|
||||
des CO₂ eines Lkw aus – deshalb ist Übersee-Ware per Schiff oft klimafreundlicher,
|
||||
Sorte dicht zusammen, sinkt der Ertrag. Der Boden wird müde. Ab drei Feldern
|
||||
nebeneinander droht jedes Jahr ein Krankheits-Ausbruch. Dann ist die ganze Ernte
|
||||
weg. Ein echtes Vorbild ist die Panama-Krankheit der Banane. Baust du dagegen
|
||||
<b>vielfältig und mit Abstand</b> an, erntest du sicherer. Die Simulation rechnet
|
||||
auch den <?= g('co2-fussabdruck', 'CO₂-Fußabdruck', 'CO₂-Fußabdruck') ?> jeder
|
||||
Lieferung mit. Ein Schiff stößt je Tonne und Kilometer nur rund ein Sechstel des
|
||||
CO₂ von einem Lkw aus. Darum ist Ware per Schiff aus Übersee oft klimafreundlicher,
|
||||
als man denkt.</div>
|
||||
<div class="b-box b-aufgaben"><b>✏️ Abschluss-Aufgaben:</b>
|
||||
<ol>
|
||||
|
||||
+79
-74
@@ -83,13 +83,13 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
'Ein Notarzthubschrauber im Alpenraum: Die Crew navigiert mit Karte, Koordinaten und Ortskenntnis – jede Minute zählt.') ?>
|
||||
|
||||
<div class="b-box b-merke"><b>Darum geht es in diesem Kapitel:</b>
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Du lernst, wie man mit dem <?= g('gradnetz', 'Gradnetz') ?> jeden Punkt der
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Erde eindeutig benennt, wie <?= g('hoehenlinie', 'Höhenlinien') ?> und
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<?= g('hoehenstufe', 'Höhenstufen') ?> das Gebirge auf der Karte lesbar
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machen, wie man aus <?= g('massstab', 'Maßstab') ?>, Entfernung und
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Geschwindigkeit die Flugzeit berechnet – und wie die
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Mit dem <?= g('gradnetz', 'Gradnetz') ?> benennst du jeden Punkt der Erde –
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ganz genau. <?= g('hoehenlinie', 'Höhenlinien') ?> und
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<?= g('hoehenstufe', 'Höhenstufen') ?> zeigen dir das Gebirge auf einer
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flachen Karte. Aus <?= g('massstab', 'Maßstab') ?>, Entfernung und Tempo
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rechnest du die Flugzeit aus. Und du erfährst, wie die
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<?= g('flugrettung', 'Flugrettung') ?> in Österreich, Deutschland und der
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Schweiz organisiert ist.</div>
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Schweiz aufgebaut ist.</div>
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<div class="b-chips">
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<span class="b-chip">AT · GW 1.3 & 1.6</span>
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@@ -101,14 +101,14 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
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</div>
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<div class="b-box b-sim"><b>🎮 So arbeitest du mit der Simulation:</b>
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Du übernimmst einen Rettungshubschrauber und arbeitest jeden Einsatz in
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Du übernimmst einen Rettungshubschrauber. Jeden Einsatz arbeitest du in
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sechs Phasen ab: <b>Einsatz wählen · Route planen · Start · Kartenflug ·
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Landung mit Seilwinde · Auswertung</b>. 25 Einsätze in allen neun
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Bundesländern warten – vom Skiunfall in Damüls bis zur Seerettung am
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Bodensee. Die Leitstelle spricht mit dir: Sie nennt dir Richtung und
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Entfernung zum nächsten Wegpunkt, und Pilotin Marlene erklärt dir am
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Anfang alles Wichtige. Gestartet wird an echten Stützpunkten – zum
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Beispiel C8 Nenzing oder C9 Wien-Baumgasse.</div>
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Bundesländern warten auf dich – vom Skiunfall in Damüls bis zur Seerettung
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am Bodensee. Die Leitstelle spricht mit dir. Sie nennt dir Richtung und
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Entfernung zum nächsten Wegpunkt. Pilotin Marlene erklärt dir am Anfang
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alles Wichtige. Du startest an echten Stützpunkten – zum Beispiel C8
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Nenzing oder C9 Wien-Baumgasse.</div>
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<?= buchBild('gradnetz-globus',
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'Schul-Globus mit gut sichtbarem Gradnetz, Nahaufnahme (Klassenzimmer oder Schreibtisch).',
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@@ -184,10 +184,10 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
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Minute in 60 <b>Sekunden</b> (″) – so lässt sich ein Punkt bis auf wenige
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Meter genau beschreiben. Genau so gibt eine Leitstelle der Flugrettung
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eine <?= g('einsatzkoordinate', 'Einsatzkoordinate') ?> durch.</p>
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<p>Dein Smartphone bestimmt seine Position übrigens laufend selbst:
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<?= g('gps', 'GPS') ?>-Satelliten senden Zeitsignale, aus denen der
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Empfänger seine Koordinaten berechnet – die Grundlage jeder Karten-App,
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jeder Navigation und jeder Ortung im Notfall.</p>
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<p>Dein Smartphone kennt seine Position immer.
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<?= g('gps', 'GPS') ?>-Satelliten senden Zeit-Signale aus dem Weltall.
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Aus diesen Signalen berechnet dein Handy seine Koordinaten. Das steckt
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hinter jeder Karten-App und hinter jeder Ortung im Notfall.</p>
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</div>
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<div>
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<?= buchBild('koordinaten-kartenapp',
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@@ -262,24 +262,26 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
<div class="b-cols">
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||||
<div>
|
||||
<p>Eine <?= g('topografische-karte', 'topografische Karte') ?> zeigt das
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Gelände – aber wie bringt man einen 2.000-Meter-Berg auf ein flaches
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Blatt? Mit <?= g('hoehenlinie', 'Höhenlinien') ?>: Jede Linie verbindet
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alle Punkte gleicher Höhe. Liegen die Linien <b>eng</b> beieinander, ist
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der Hang <b>steil</b>; liegen sie weit auseinander, ist er flach. Eine
|
||||
Hubschrauber-Crew liest daraus in Sekunden, wo ein Grat, eine Schlucht
|
||||
oder ein flacher Landeplatz liegt.</p>
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||||
<p>Mit der Höhe ändert sich auch das Klima: Pro 100 Höhenmeter sinkt die
|
||||
Temperatur im Schnitt um rund <b>0,65 °C</b> – ein Berg trägt also
|
||||
Gelände – also Berge, Täler und Höhen. Aber wie bringt man einen
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||||
2.000-Meter-Berg auf ein flaches Blatt? Mit
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||||
<?= g('hoehenlinie', 'Höhenlinien') ?>. Jede Linie verbindet alle Punkte
|
||||
gleicher Höhe. Liegen die Linien <b>eng</b> beieinander, ist der Hang
|
||||
<b>steil</b>. Liegen sie weit auseinander, ist er flach. Eine
|
||||
Hubschrauber-Crew erkennt so in Sekunden, wo ein Grat, eine Schlucht oder
|
||||
ein flacher Landeplatz liegt.</p>
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||||
<p>Mit der Höhe ändert sich auch das Klima. Pro 100 Höhenmeter sinkt die
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||||
Temperatur im Schnitt um rund <b>0,65 °C</b>. Ein Berg trägt darum
|
||||
mehrere <?= g('klimazone', 'Klimazonen') ?> übereinander. Diese
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<?= g('hoehenstufe', 'Höhenstufen') ?> prägen die Alpen: unten Siedlungen
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||||
und Obstwiesen, darüber der Bergwald, ab der
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||||
<?= g('waldgrenze', 'Waldgrenze') ?> (je nach
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||||
Lage etwa 1.700 bis 2.200 m) nur noch Almen und Matten, ganz oben Fels,
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||||
Schnee und Eis (<b>nivale Stufe</b>).</p>
|
||||
<p>Für die Flugrettung sind Höhenstufen Alltag: Ein Einsatz an der
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||||
Stockwerke heißen <?= g('hoehenstufe', 'Höhenstufen') ?>. Ganz unten
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||||
liegen Siedlungen und Obstwiesen. Darüber wächst der Bergwald. Ab der
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||||
<?= g('waldgrenze', 'Waldgrenze') ?> (je nach Lage etwa 1.700 – 2.200 m)
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||||
gibt es nur noch Almen und Matten. Ganz oben ist nur Fels, Schnee und
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||||
Eis. Diese oberste Stufe nennt man <b>nivale Stufe</b> – das Wort kommt
|
||||
vom lateinischen Namen für Schnee.</p>
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||||
<p>Für die Flugrettung sind Höhenstufen Alltag. Ein Einsatz an der
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||||
Waldgrenze bedeutet andere Temperaturen, anderes Wetter und dünnere Luft
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als im Tal – und oft keinen Platz zum Landen, sodass mit der Seilwinde
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||||
gearbeitet werden muss.</p>
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als im Tal. Oft gibt es dort keinen Platz zum Landen. Dann bergen die
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||||
Retter:innen die verletzte Person mit der Seilwinde.</p>
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</div>
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||||
<div>
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||||
<?= buchBild('hoehenlinien-wanderkarte',
|
||||
@@ -291,7 +293,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
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<div class="b-box b-daten"><b>📊 Echte Zahlen:</b>
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Temperaturabnahme im Gebirge: ø <b>0,65 °C je 100 m</b>
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<span class="q">[8]</span> · Waldgrenze in den Alpen: je nach Region
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||||
und Hanglage ca. <b>1.700–2.200 m</b> <span class="q">[9]</span></div>
|
||||
und Hanglage ca. <b>1.700 – 2.200 m</b> <span class="q">[9]</span></div>
|
||||
</div>
|
||||
</div>
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||||
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Viele Einsatzorte liegen
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@@ -374,11 +376,12 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
direkten Weg –
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||||
Straßen, Pässe und Serpentinen zählen für ihn nicht. Genau das
|
||||
macht ihn im Gebirge unschlagbar schnell.</p>
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||||
<p>Die Richtung beschreibt man mit den Himmelsrichtungen der
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||||
<?= g('windrose', 'Windrose') ?> – zwischen den Haupt- und Nebenrichtungen (N, NO, O, SO, S,
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||||
SW, W, NW) unterscheiden Profis noch feiner, etwa Nord-Nordost. Ein
|
||||
<?= g('kompass', 'Kompass') ?> zeigt Norden an; in der Luftfahrt gibt
|
||||
man den Kurs zusätzlich als Winkel von 0° bis 360° an.</p>
|
||||
<p>Die Richtung beschreibt man mit den Himmelsrichtungen. Sie stehen auf
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||||
der <?= g('windrose', 'Windrose') ?> – dem Stern aus Richtungen: Nord,
|
||||
Ost, Süd, West und die Zwischenrichtungen (NO, SO, SW, NW). Profis
|
||||
unterscheiden noch feiner, zum Beispiel Nord-Nordost. Ein
|
||||
<?= g('kompass', 'Kompass') ?> zeigt dir immer, wo Norden ist. In der
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||||
Luftfahrt gibt man den Kurs zusätzlich als Winkel von 0° bis 360° an.</p>
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||||
<p>Die Zeit liefert die Grundformel der Bewegung:
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||||
<b>Zeit = Weg : Geschwindigkeit</b>. Ein Notarzthubschrauber vom Typ
|
||||
H135 fliegt rund <b>220 km/h</b>, also etwa 220 : 60 ≈ <b>3,7 km pro
|
||||
@@ -474,25 +477,26 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
<h2>4 · Die Flugrettung in Österreich, Deutschland und der Schweiz</h2>
|
||||
<div class="b-cols">
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<div>
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||||
<p>Seit 1983 der erste Christophorus-Hubschrauber in Innsbruck abhob,
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||||
ist in Österreich ein flächendeckendes Netz entstanden: Die
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||||
ÖAMTC-Flugrettung betreibt heute <b>17 ganzjährige
|
||||
Christophorus-Stützpunkte</b> mit 27 Hubschraubern – von C1 Innsbruck
|
||||
über C8 Nenzing im Walgau bis C9 in Wien-Baumgasse, wo der Heli vom
|
||||
Dach startet. Im Winter verstärken vier saisonale Stützpunkte in den
|
||||
Skigebieten das Netz. 2025 flogen die Crews <b>21.650 Einsätze</b> –
|
||||
rund 59 pro Tag. Alarmiert wird der Heli bei Zeitkritischem: schwere
|
||||
Unfälle, Herzinfarkt, Schlaganfall – und immer dann, wenn der Ort für
|
||||
den Rettungswagen schlecht erreichbar ist.</p>
|
||||
<p>Die Nachbarländer zeigen dasselbe Prinzip in anderer Größe: Die
|
||||
Schweizer <b>Rega</b> erreicht mit 14 Helikopter-Basen jeden Punkt der
|
||||
Schweiz in <b>15 Flugminuten</b> und wird von 3,7 Millionen
|
||||
Gönner:innen finanziert. In Deutschland teilen sich vor allem
|
||||
<b>ADAC Luftrettung</b> (rund 60 Hubschrauber an 37 Stationen, ca.
|
||||
49.000 Einsätze 2025) und <b>DRF Luftrettung</b> (32 Stationen, rund
|
||||
35.900 Einsätze) die Arbeit. Ein Hubschrauber trägt dabei sein
|
||||
<?= g('heli-kennzeichen', 'Kennzeichen') ?> wie ein Auto: OE-… steht
|
||||
für Österreich, HB-… für die Schweiz, D-… für Deutschland.</p>
|
||||
<p>1983 hob in Innsbruck der erste Christophorus-Hubschrauber ab. Seither
|
||||
ist in Österreich ein dichtes Netz entstanden – es deckt heute das ganze
|
||||
Land ab. Die ÖAMTC-Flugrettung betreibt <b>17 ganzjährige
|
||||
Christophorus-Stützpunkte</b> mit 27 Hubschraubern. Sie reichen von C1
|
||||
Innsbruck über C8 Nenzing im Walgau bis C9 in Wien-Baumgasse, wo der Heli
|
||||
vom Dach startet. Im Winter kommen vier weitere Stützpunkte in den
|
||||
Skigebieten dazu. 2025 flogen die Crews <b>21.650 Einsätze</b> – rund 59
|
||||
pro Tag. Den Heli ruft die Leitstelle immer dann, wenn es schnell gehen
|
||||
muss: bei schweren Unfällen, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Oder wenn der
|
||||
Rettungswagen den Ort schlecht erreicht.</p>
|
||||
<p>Die Nachbarländer machen es genauso – nur in anderer Größe. Die
|
||||
Schweizer <b>Rega</b> hat 14 Helikopter-Basen. Sie erreicht damit jeden
|
||||
Punkt der Schweiz in <b>15 Flugminuten</b>. Bezahlt wird sie von
|
||||
3,7 Millionen Gönner:innen – das sind Menschen, die freiwillig Geld
|
||||
spenden. In Deutschland teilen sich vor allem <b>ADAC Luftrettung</b>
|
||||
(rund 60 Hubschrauber an 37 Stationen, ca. 49.000 Einsätze 2025) und
|
||||
<b>DRF Luftrettung</b> (32 Stationen, rund 35.900 Einsätze) die Arbeit.
|
||||
Jeder Hubschrauber trägt ein <?= g('heli-kennzeichen', 'Kennzeichen') ?>
|
||||
wie ein Auto: OE-… steht für Österreich, HB-… für die Schweiz, D-… für
|
||||
Deutschland.</p>
|
||||
</div>
|
||||
<div>
|
||||
<?= buchBild('stuetzpunkt-landeplatz',
|
||||
@@ -575,24 +579,25 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
<div>
|
||||
<p>Das Gebirge verzeiht wenig Fehler. <?= g('lawine', 'Lawinen') ?>
|
||||
fordern in Österreich im 10-Jahres-Schnitt <b>16 Todesopfer pro
|
||||
Winter</b> – wobei die Winter stark schwanken: 2024/25 waren es acht, im
|
||||
Winter</b>. Die Winter schwanken aber stark: 2024/25 waren es acht, im
|
||||
Winter darauf dreißig. Wie groß die Gefahr gerade ist, zeigt die
|
||||
fünfstufige <?= g('lawinenwarnstufe', 'Lawinenwarnstufe') ?>: Die
|
||||
Lawinenwarndienste geben sie im Winter täglich neu heraus – und schon
|
||||
Stufe 3 („erheblich") ist ernst zu nehmen, denn hier passieren die
|
||||
meisten tödlichen Unfälle. Dazu kommen <b>Wetterumstürze</b>: Ein sonniger Bergtag kann
|
||||
binnen einer Stunde in Nebel, Sturm oder Gewitter kippen – gefährlich
|
||||
für Wandernde, aber auch für den Hubschrauber selbst, denn bei
|
||||
<?= g('gewitter-flug', 'Gewitter') ?>, dichtem Nebel oder
|
||||
<?= g('vogelschlag', 'Vogelschlag') ?> stößt auch die Flugrettung an
|
||||
ihre Grenzen.</p>
|
||||
<p>Deshalb gilt am Berg: <b>Vorbeugen ist die halbe Rettung.</b>
|
||||
Tourenplanung, Wetterbericht, passende Ausrüstung – und das Wissen,
|
||||
wie man einen <?= g('notruf', 'Notruf') ?> absetzt. In Österreich
|
||||
erreicht der <b>Alpinnotruf 140</b>
|
||||
direkt die Leitstellen der Bergrettung; der <b>Euronotruf 112</b>
|
||||
funktioniert in ganz Europa und wählt sich notfalls in jedes verfügbare
|
||||
Handynetz ein. In der Schweiz alarmiert man die Rega unter <b>1414</b>.</p>
|
||||
fünfstufige <?= g('lawinenwarnstufe', 'Lawinenwarnstufe') ?>. Die
|
||||
Lawinen-Warndienste geben sie im Winter jeden Tag neu heraus. Schon
|
||||
Stufe 3 („erheblich") ist ernst zu nehmen – hier passieren die meisten
|
||||
tödlichen Unfälle. Dazu kommen plötzliche <b>Wetterumstürze</b>. Ein
|
||||
sonniger Bergtag kann innerhalb einer Stunde in Nebel, Sturm oder Gewitter
|
||||
kippen. Das ist gefährlich für Wandernde – und auch für den Hubschrauber.
|
||||
Bei <?= g('gewitter-flug', 'Gewitter') ?>, dichtem Nebel oder
|
||||
<?= g('vogelschlag', 'Vogelschlag') ?> (ein Vogel prallt gegen den Heli)
|
||||
stößt auch die Flugrettung an ihre Grenzen.</p>
|
||||
<p>Deshalb gilt am Berg: <b>Vorbeugen ist die halbe Rettung.</b> Dazu
|
||||
gehören eine gute Tourenplanung, der Wetterbericht und die passende
|
||||
Ausrüstung. Und man muss wissen, wie man einen
|
||||
<?= g('notruf', 'Notruf') ?> absetzt – also richtig um Hilfe ruft. In
|
||||
Österreich erreichst du mit dem <b>Alpinnotruf 140</b> direkt die
|
||||
Bergrettung. Der <b>Euronotruf 112</b> funktioniert in ganz Europa. Er
|
||||
wählt sich notfalls in jedes Handynetz ein, das er findet. In der Schweiz
|
||||
rufst du die Rega unter <b>1414</b>.</p>
|
||||
<p>Und dann rettet Geografie Leben: Die Leitstelle fragt zuerst
|
||||
<b>„Wo genau sind Sie?"</b> Wer seine Position nennen kann – Ortsname,
|
||||
Wegpunkt, Hüttenname oder die Koordinaten aus der Karten-App –,
|
||||
|
||||
+157
-145
@@ -87,13 +87,13 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
'Leben am Wasser: der Hafen von Bregenz am Bodensee. Küsten und Ufer sind attraktive Lebensräume — und zugleich die verwundbarsten.') ?>
|
||||
|
||||
<div class="b-box b-merke"><b>Darum geht es in diesem Kapitel:</b>
|
||||
Du lernst, wie der <?= g('treibhauseffekt', 'Treibhauseffekt') ?> funktioniert und
|
||||
warum das <?= g('co2', 'CO₂') ?> in der Luft so schnell zunimmt, warum der
|
||||
<?= g('meeresspiegel', 'Meeresspiegel') ?> steigt und wen das zuerst trifft,
|
||||
wie die Energiewende in Österreich, Deutschland und der Schweiz vorankommt,
|
||||
mit welchen Mitteln sich Küsten schützen lassen — und warum Klimaschutz
|
||||
eine Frage von Geld <b>und</b> Zeit ist: Manche Schäden lassen sich später
|
||||
nicht mehr rückgängig machen (<?= g('kipppunkt', 'Kipppunkte') ?>).</div>
|
||||
Du lernst, wie der <?= g('treibhauseffekt', 'Treibhauseffekt') ?> funktioniert.
|
||||
Du erfährst, warum das <?= g('co2', 'CO₂') ?> in der Luft so schnell zunimmt.
|
||||
Du siehst, warum der <?= g('meeresspiegel', 'Meeresspiegel') ?> steigt — und
|
||||
wen das zuerst trifft. Du vergleichst, woher Österreich, Deutschland und die
|
||||
Schweiz ihren Strom holen. Und du lernst, wie man Küsten schützt. Klimaschutz
|
||||
kostet Geld. Aber warten kostet noch mehr: Manche Schäden lassen sich später
|
||||
nie mehr rückgängig machen (<?= g('kipppunkt', 'Kipppunkte') ?>).</div>
|
||||
|
||||
<div class="b-chips">
|
||||
<span class="b-chip">AT · GW 1. Kl.: Grundlagen des Klimawandels</span>
|
||||
@@ -106,16 +106,16 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
</div>
|
||||
|
||||
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 So arbeitest du mit der Simulation:</b>
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||||
Es ist das Jahr 2025. Du übernimmst die Verantwortung für eine kleine
|
||||
Inselstadt — 150 Jahre lang, bis 2175. Jede Runde ist ein Jahr; du kannst
|
||||
jederzeit pausieren ⏸ oder beschleunigen ⏩. Links laufen deine Kennzahlen
|
||||
mit (CO₂ in <?= g('ppm', 'ppm') ?>, Temperatur, Meeresspiegel, Budget,
|
||||
Strom), rechts wählst du aus zwölf Maßnahmen — vom Wald über den
|
||||
<?= g('windpark', 'Windpark') ?> bis zum <?= g('hochwasserschutz', 'Hochwasserschutz') ?>.
|
||||
Bürger:innen bringen dir echte Anliegen, und vier Ziele entscheiden am Ende
|
||||
über deine Sterne. Es gibt <b>zwei Varianten mit denselben Regeln</b>:
|
||||
die <b>2D-Karte</b> für den Schuleinsatz und die <b>3D-Insel</b> zur
|
||||
Erkundung — mit Vulkan, schmelzender Gletscherkappe und Drohnen-Kamera 🚁.</div>
|
||||
Es ist das Jahr 2025. Du leitest eine kleine Inselstadt — 150 Jahre lang, bis
|
||||
2175. Jede Runde ist ein Jahr. Du kannst jederzeit pausieren ⏸ oder schneller
|
||||
machen ⏩. Links siehst du deine Werte: CO₂ in <?= g('ppm', 'ppm') ?>,
|
||||
Temperatur, Meeresspiegel, Geld und Strom. Rechts baust du aus zwölf
|
||||
Maßnahmen — vom Wald über den <?= g('windpark', 'Windpark') ?> bis zum
|
||||
<?= g('hochwasserschutz', 'Hochwasserschutz') ?>. Bürger:innen kommen mit
|
||||
echten Anliegen zu dir. Am Ende zählen vier Ziele — sie entscheiden über deine
|
||||
Sterne. Es gibt <b>zwei Varianten mit denselben Regeln</b>: die <b>2D-Karte</b>
|
||||
für die Schule und die <b>3D-Insel</b> zum Erkunden — mit Vulkan, schmelzender
|
||||
Gletscherkappe und Drohnen-Kamera 🚁.</div>
|
||||
|
||||
<?= buchBild('hochwasser-scan',
|
||||
'Scan eines alten Hochwasser-Fotos aus der Region (z. B. Rhein- oder Bodensee-Hochwasser 1999/2005, Familienalbum oder Gemeindearchiv).',
|
||||
@@ -179,23 +179,25 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
<div class="b-cols">
|
||||
<div>
|
||||
<p>Die Erde bekommt ihre Wärme von der Sonne. Ein Teil dieser Wärme
|
||||
würde sofort wieder ins All entweichen — wären da nicht die
|
||||
<?= g('treibhausgas', 'Treibhausgase') ?> in der Atmosphäre:
|
||||
<?= g('co2', 'CO₂') ?>, <?= g('methan', 'Methan') ?> und Wasserdampf.
|
||||
Sie wirken wie das Glasdach eines Gewächshauses. Dieser <b>natürliche</b>
|
||||
<?= g('treibhauseffekt', 'Treibhauseffekt') ?> macht die Erde um rund
|
||||
33 °C wärmer — ohne ihn läge die Durchschnittstemperatur bei etwa
|
||||
−18 °C, und Leben wie unseres wäre unmöglich.</p>
|
||||
<p>Das Problem ist der <b>zusätzliche, menschengemachte</b> Anteil:
|
||||
Seit der Industrialisierung verbrennen wir
|
||||
<?= g('fossile-brennstoffe', 'fossile Brennstoffe') ?> — Kohle, Erdöl,
|
||||
Erdgas. Die <?= g('emissionen', 'Emissionen') ?> haben den CO₂-Gehalt
|
||||
der Luft von rund 280 <?= g('ppm', 'ppm') ?> auf über 430 ppm getrieben.
|
||||
Seit 1958 misst die Station Mauna Loa auf Hawaii diesen Anstieg Jahr für
|
||||
Jahr — die berühmte <?= g('keeling-kurve', 'Keeling-Kurve') ?> kennt nur eine Richtung: aufwärts.
|
||||
Die Folge: 2024 war das erste Kalenderjahr, das im Schnitt mehr als
|
||||
1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau lag — der Zielmarke des
|
||||
<?= g('pariser-abkommen', 'Pariser Klimaabkommens') ?>.</p>
|
||||
würde sofort wieder ins Weltall verschwinden. Doch in der Luft rund um die
|
||||
Erde (der Atmosphäre) schweben besondere Gase: die
|
||||
<?= g('treibhausgas', 'Treibhausgase') ?> <?= g('co2', 'CO₂') ?>,
|
||||
<?= g('methan', 'Methan') ?> und Wasserdampf. Sie halten die Wärme fest —
|
||||
wie das Glasdach eines Gewächshauses. Das nennt man den <b>natürlichen</b>
|
||||
<?= g('treibhauseffekt', 'Treibhauseffekt') ?>. Er macht die Erde um rund
|
||||
33 °C wärmer. Ohne ihn wäre es im Schnitt −18 °C kalt. Leben wie unseres
|
||||
gäbe es dann nicht.</p>
|
||||
<p>Das Problem ist der Teil, den <b>wir Menschen</b> dazu machen. Vor rund
|
||||
200 Jahren begannen die ersten großen Fabriken (die Industrialisierung).
|
||||
Seither verbrennen wir <?= g('fossile-brennstoffe', 'fossile Brennstoffe') ?>:
|
||||
Kohle, Erdöl und Erdgas. Dabei entweichen <?= g('emissionen', 'Emissionen') ?>
|
||||
in die Luft — Abgase, vor allem CO₂. So stieg der CO₂-Gehalt der Luft von
|
||||
rund 280 <?= g('ppm', 'ppm') ?> auf über 430 ppm. Seit 1958 misst eine
|
||||
Station auf dem Berg Mauna Loa auf Hawaii diesen Anstieg. Ihre berühmte
|
||||
<?= g('keeling-kurve', 'Keeling-Kurve') ?> kennt nur eine Richtung: nach oben.
|
||||
Die Folge: 2024 war das erste Jahr, das im Schnitt mehr als 1,5 °C wärmer
|
||||
war als früher, vor den Fabriken. Genau diese Marke wollte das
|
||||
<?= g('pariser-abkommen', 'Pariser Klimaabkommen') ?> halten.</p>
|
||||
</div>
|
||||
<div>
|
||||
<?= buchBild('treibhaus-gewaechshaus',
|
||||
@@ -213,14 +215,14 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
</div>
|
||||
</div>
|
||||
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Deine Insel startet
|
||||
2025 bei <b>425 ppm</b> — fast der echte Messwert. Ohne Gegenmaßnahmen
|
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steigt das CO₂ um 2,5 bis 3,2 ppm pro Jahr, und die Temperatur folgt
|
||||
<b>träge</b>: Sie reagiert erst mit Jahren Verzögerung, wie im echten
|
||||
Klimasystem (rund +3 °C pro CO₂-Verdopplung — derselbe Wert, mit dem echte
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||||
Klimamodelle rechnen). 🌲 Wald bindet CO₂ günstig, aber langsam; der
|
||||
Windpark ersetzt fossile Energie und senkt den Ausstoß stark. Die Kurven
|
||||
unten am Bildschirmrand kannst du anklicken und vergrößern — und die
|
||||
unterstrichenen Fachbegriffe öffnen Kurzerklärungen.</div>
|
||||
2025 bei <b>425 ppm</b> — fast der echte Messwert. Tust du nichts, steigt das
|
||||
CO₂ um 2,5 – 3,2 ppm pro Jahr. Die Temperatur folgt nur <b>langsam</b> nach.
|
||||
Sie reagiert erst nach Jahren — genau wie das echte Klima. (Fachleute rechnen
|
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mit rund +3 °C, wenn sich das CO₂ verdoppelt — so wie echte Klimamodelle.)
|
||||
🌲 Wald bindet CO₂ billig, aber langsam. Der Windpark ersetzt fossile Energie
|
||||
und senkt den Ausstoß stark. Die Kurven unten am Rand kannst du antippen und
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größer machen. Und alle unterstrichenen Fachwörter öffnen eine kurze
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Erklärung.</div>
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<?php if ($LEHRER): ?>
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<div class="b-box b-lehrer"><b>💡 Didaktischer Hinweis:</b> Zwei typische
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||||
Fehlvorstellungen gezielt ansprechen: (1) „Der Treibhauseffekt ist schlecht"
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@@ -271,27 +273,26 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
<h2>2 · Der Meeresspiegel steigt: langsam, aber unaufhaltsam</h2>
|
||||
<div class="b-cols">
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<div>
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||||
<p>Dass das Meer steigt, hat <b>zwei Ursachen</b>. Erstens: Warmes
|
||||
Wasser dehnt sich aus — die Ozeane nehmen den Großteil der zusätzlichen
|
||||
Wärme auf und brauchen dadurch mehr Platz
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||||
(<?= g('waermeausdehnung', 'Wärmeausdehnung') ?>). Zweitens:
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<?= g('gletscher', 'Gletscher') ?> und die
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||||
Eisschilde Grönlands und der Antarktis schmelzen, und das Schmelzwasser
|
||||
fließt ins Meer. Seit 1901 ist der globale <?= g('meeresspiegel', 'Meeresspiegel') ?>
|
||||
um rund <b>20 cm</b> gestiegen — und die Geschwindigkeit nimmt zu:
|
||||
von 1,3 mm pro Jahr Anfang des 20. Jahrhunderts auf zuletzt 3,7 mm
|
||||
pro Jahr.</p>
|
||||
<p>Wen trifft das? Zuerst die flachen Inselstaaten: Der höchste Punkt
|
||||
der <b>Malediven</b> liegt nur gut 2 Meter über dem Meer, <b>Tuvalu</b>
|
||||
im Pazifik verhandelt bereits über die Umsiedlung seiner Bevölkerung.
|
||||
Aber auch reiche Länder sind betroffen: In den <b>Niederlanden</b> —
|
||||
unserem Nachbarn im Nordwesten — liegt gut ein Viertel des Landes
|
||||
<i>unter</i> dem Meeresspiegel, samt Städten wie Amsterdam und Rotterdam.
|
||||
Und die <?= g('klimafolgen', 'Folgen') ?> beginnen lange vor der Flut:
|
||||
Salzwasser sickert ins Grundwasser und versalzt Brunnen und Felder
|
||||
(<?= g('versalzung', 'Versalzung') ?>) —
|
||||
Menschen müssen gehen, obwohl ihr Haus noch trocken steht
|
||||
(<?= g('ueberflutung', 'Überflutung') ?> ist nur die letzte Stufe).</p>
|
||||
<p>Dass das Meer steigt, hat <b>zwei Ursachen</b>. Erstens dehnt sich
|
||||
warmes Wasser aus. Die Ozeane nehmen den größten Teil der zusätzlichen
|
||||
Wärme auf. Warmes Wasser braucht mehr Platz — das nennt man
|
||||
<?= g('waermeausdehnung', 'Wärmeausdehnung') ?>. Zweitens schmelzen
|
||||
<?= g('gletscher', 'Gletscher') ?> und die riesigen Eisdecken auf Grönland
|
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und der Antarktis. Ihr Schmelzwasser fließt ins Meer. Seit 1901 ist der
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||||
<?= g('meeresspiegel', 'Meeresspiegel') ?> weltweit um rund <b>20 cm</b>
|
||||
gestiegen. Und es geht immer schneller: früher 1,3 mm pro Jahr, zuletzt
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||||
3,7 mm pro Jahr.</p>
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||||
<p>Wen trifft das zuerst? Die flachen Inselstaaten. Der höchste Punkt der
|
||||
<b>Malediven</b> liegt nur gut 2 Meter über dem Meer. <b>Tuvalu</b> im
|
||||
Pazifik plant schon, seine Menschen woanders anzusiedeln. Aber auch reiche
|
||||
Länder sind betroffen. In den <b>Niederlanden</b>, unserem Nachbarn im
|
||||
Nordwesten, liegt gut ein Viertel des Landes <i>unter</i> dem
|
||||
Meeresspiegel — samt Städten wie Amsterdam und Rotterdam. Und die
|
||||
<?= g('klimafolgen', 'Folgen') ?> beginnen lange vor der Flut. Salzwasser
|
||||
sickert ins Grundwasser und macht Brunnen und Felder salzig. Das heißt
|
||||
<?= g('versalzung', 'Versalzung') ?>. Dann müssen Menschen weg, obwohl ihr
|
||||
Haus noch trocken steht. Die <?= g('ueberflutung', 'Überflutung') ?> ist
|
||||
erst die letzte Stufe.</p>
|
||||
</div>
|
||||
<div>
|
||||
<?= buchBild('pegel-bodensee',
|
||||
@@ -305,17 +306,18 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
<span class="q">[6]</span></div>
|
||||
</div>
|
||||
</div>
|
||||
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Der Meeresspiegel
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||||
folgt der Temperatur — aber in zwei Anteilen: Ein Teil reagiert schnell,
|
||||
ein Teil ist <b>„bereits beschlossen"</b> und kommt auch dann noch, wenn
|
||||
du das CO₂ längst senkst (so wie die trägen Eisschilde in Wirklichkeit —
|
||||
Fachleute nennen das die <?= g('klimatraegheit', 'Trägheit des Klimasystems') ?>).
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||||
Die <b>Geflutet-Anzeige</b> zeigt die Wirkung auf der Karte: Zuerst frisst
|
||||
das Meer den Strand — <i>das verhindert auch der beste Deich nicht</i> —,
|
||||
dann steigt das Wasser in die Häuser. Bleibt am Ende weniger als 40 %
|
||||
geflutet, ist das Schutz-Ziel erreicht; über 50 % bedeutet das Aus. Achte
|
||||
auf die Warnmeldungen: versalzene Brunnen 💧 und sterbende Küstenwälder 🌿
|
||||
kommen <i>vor</i> der großen Flut.</div>
|
||||
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Der Meeresspiegel folgt
|
||||
der Temperatur. Aber er tut das in zwei Teilen. Ein Teil reagiert schnell. Der
|
||||
andere Teil ist <b>schon fest eingeplant</b>: Er kommt auch dann noch, wenn du
|
||||
das CO₂ längst gesenkt hast. Genauso ist es beim echten Eis — es reagiert nur
|
||||
ganz langsam. Fachleute nennen das die
|
||||
<?= g('klimatraegheit', 'Trägheit des Klimasystems') ?>. Die
|
||||
<b>Geflutet-Anzeige</b> zeigt dir die Wirkung auf der Karte. Zuerst frisst das
|
||||
Meer den Strand. <i>Das verhindert auch der beste Deich nicht.</i> Dann steigt
|
||||
das Wasser in die Häuser. Sind am Ende weniger als 40 % geflutet, ist das
|
||||
Schutz-Ziel erreicht. Über 50 % bedeutet das Aus. Achte auf die Warnmeldungen:
|
||||
salzige Brunnen 💧 und sterbende Küstenwälder 🌿 kommen <i>vor</i> der großen
|
||||
Flut.</div>
|
||||
<div class="b-box b-aufgaben"><b>✏️ Aufgaben:</b>
|
||||
<ol>
|
||||
<li><span class="b-stufe leicht">A</span>Nenne die zwei Ursachen des
|
||||
@@ -382,25 +384,29 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
<h2>3 · Energiewende: Strom ohne CO₂ — wie machen es Österreich, Deutschland und die Schweiz?</h2>
|
||||
<div class="b-cols">
|
||||
<div>
|
||||
<p>Ein großer Teil der weltweiten Emissionen entsteht bei der
|
||||
Stromerzeugung. Wer das Klima schützen will, muss deshalb zuerst den
|
||||
<?= g('energiemix', 'Energiemix') ?> umbauen: weg vom
|
||||
<p>Ein großer Teil der weltweiten Emissionen entsteht beim Strommachen.
|
||||
Wer das Klima schützen will, muss deshalb zuerst den Strom sauberer machen.
|
||||
Der <?= g('energiemix', 'Energiemix') ?> ist die Mischung aller
|
||||
Strom-Quellen eines Landes. Das Ziel: weg vom
|
||||
<?= g('kohlekraftwerk', 'Kohlekraftwerk') ?>, hin zu
|
||||
<?= g('erneuerbare-energie', 'erneuerbarer Energie') ?>. Die drei
|
||||
D-A-CH-Länder gehen dabei verschiedene Wege. <b>Österreich</b> ist dank
|
||||
seiner Alpenflüsse Wasserkraft-Land: Rund die Hälfte des Stroms kommt
|
||||
allein aus <?= g('wasserkraft', 'Wasserkraft') ?>, insgesamt stammen —
|
||||
je nach Wetterjahr — über 80 % aus Erneuerbaren; das letzte
|
||||
Kohlekraftwerk (Mellach) ging 2020 vom Netz. <b>Deutschland</b> setzt
|
||||
auf <?= g('windenergie', 'Wind') ?> und <?= g('photovoltaik', 'Photovoltaik') ?>
|
||||
und erreichte 2024 erstmals 62,7 % Erneuerbare. Die <b>Schweiz</b>
|
||||
kombiniert Wasserkraft (rund 60 %) mit Kernkraft (rund 28 %).</p>
|
||||
<p>Die Herausforderung: Sonne und Wind liefern nicht immer dann, wenn
|
||||
der Strom gebraucht wird. Für windstille, trübe Tage
|
||||
(<?= g('dunkelflaute', 'Dunkelflaute') ?>) braucht es Speicher — die
|
||||
Alpen liefern mit ihren <?= g('pumpspeicher', 'Pumpspeicherkraftwerken') ?>
|
||||
die „Batterien der Energiewende": Bei Überschuss wird Wasser bergauf
|
||||
gepumpt, bei Bedarf treibt es die <?= g('turbine', 'Turbinen') ?> an.</p>
|
||||
D-A-CH-Länder gehen dabei verschiedene Wege. <b>Österreich</b> hat viele
|
||||
Alpenflüsse und ist darum ein Wasserkraft-Land. Rund die Hälfte des Stroms
|
||||
kommt allein aus <?= g('wasserkraft', 'Wasserkraft') ?>. Je nach Wetterjahr
|
||||
stammen über 80 % aus Erneuerbaren. Das letzte Kohlekraftwerk (Mellach)
|
||||
ging 2020 vom Netz. <b>Deutschland</b> setzt auf
|
||||
<?= g('windenergie', 'Wind') ?> und <?= g('photovoltaik', 'Photovoltaik') ?>
|
||||
und schaffte 2024 erstmals 62,7 % Erneuerbare. Die <b>Schweiz</b>
|
||||
mischt Wasserkraft (rund 60 %) mit Kernkraft (rund 28 %).</p>
|
||||
<p>Ein Problem bleibt: Sonne und Wind liefern nicht immer dann Strom, wenn
|
||||
man ihn braucht. Ein bisschen Strom braucht ein Land aber rund um die Uhr,
|
||||
Tag und Nacht. Diesen Dauer-Bedarf nennt man
|
||||
<?= g('grundlast', 'Grundlast') ?>. Für windstille, trübe Tage (die
|
||||
<?= g('dunkelflaute', 'Dunkelflaute') ?>) braucht es darum Speicher. Die
|
||||
Alpen haben dafür <?= g('pumpspeicher', 'Pumpspeicherkraftwerke') ?>, die
|
||||
„Batterien der Energiewende". So geht das: Ist zu viel Strom da, pumpt man
|
||||
Wasser den Berg hinauf. Fehlt Strom, lässt man es wieder herunter — es
|
||||
treibt <?= g('turbine', 'Turbinen') ?> an und macht neuen Strom.</p>
|
||||
</div>
|
||||
<div>
|
||||
<?= buchBild('energie-wasserkraft',
|
||||
@@ -493,26 +499,29 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
<h2>4 · Küstenschutz und Anpassung: verteidigen, ausweichen — oder beides?</h2>
|
||||
<div class="b-cols">
|
||||
<div>
|
||||
<p>Gegen das steigende Wasser gibt es drei Strategien.
|
||||
<b>Verteidigen:</b> Deiche, Sperrwerke und Mauern — „grauer"
|
||||
<?= g('kuestenschutz', 'Küstenschutz') ?>. Das Musterland sind die
|
||||
Niederlande: 26 % des Landes liegen unter dem Meeresspiegel, geschützt
|
||||
von Deichen und den <b>Deltawerken</b>, dreizehn gewaltigen Sperrwerken
|
||||
gegen Nordsee-<?= g('sturmflut', 'Sturmfluten') ?> — dabei drückt tagelanger
|
||||
Sturm das Meer weit über die normale Flut hinaus gegen das Land.
|
||||
Doch selbst sie sind nur auf rund 40 cm
|
||||
Anstieg ausgelegt und müssen nachgerüstet werden. <b>Naturbasiert
|
||||
schützen:</b> <?= g('mangrove', 'Mangrovenwälder') ?> brechen Wellen,
|
||||
halten mit ihren Wurzeln den Boden fest und binden nebenbei CO₂ —
|
||||
Schutz und Klimaschutz in einem. Aufgeschütteter Sand hilft ebenfalls,
|
||||
wird aber vom Meer laufend wieder abgetragen. <b>Ausweichen:</b> Wo
|
||||
Schutz zu teuer wird, bleibt der geplante Rückzug — neue Gebäude
|
||||
entstehen dann nur noch auf höherem Grund.</p>
|
||||
<p>Auch im Binnenland heißt Anpassung bauen und planen: Flüsse bekommen
|
||||
Dämme und Rückhalteräume — der Alpenrhein in Vorarlberg wird seit über
|
||||
100 Jahren so gebändigt —, und Städte werden zur
|
||||
<?= g('schwammstadt', '„Schwammstadt"') ?> umgebaut: entsiegelte Flächen, Grünstreifen und Speicher saugen
|
||||
Starkregen auf, statt ihn in die Kanalisation zu zwingen.</p>
|
||||
<p>Gegen das steigende Wasser gibt es drei Wege.
|
||||
<b>1. Verteidigen.</b> Man baut Deiche, Mauern und Sperrwerke. Ein Sperrwerk
|
||||
ist ein riesiges Tor, das man bei Sturm schließt. Weil das alles aus Beton
|
||||
und Stein ist, nennt man es „grauen"
|
||||
<?= g('kuestenschutz', 'Küstenschutz') ?>. Musterland sind die Niederlande:
|
||||
26 % des Landes liegen unter dem Meeresspiegel. Deiche und die
|
||||
<b>Deltawerke</b> — dreizehn gewaltige Sperrwerke — halten das Meer zurück.
|
||||
Sie schützen vor <?= g('sturmflut', 'Sturmfluten') ?>: Dabei drückt ein
|
||||
tagelanger Sturm das Meer weit über die normale Flut hinaus ans Land. Doch
|
||||
selbst die Deltawerke sind nur für rund 40 cm Anstieg gebaut. Bald muss man
|
||||
sie höher machen. <b>2. Mit der Natur schützen.</b>
|
||||
<?= g('mangrove', 'Mangrovenwälder') ?> brechen die Wellen. Ihre Wurzeln
|
||||
halten den Boden fest. Und sie binden nebenbei CO₂. Aufgeschütteter Sand
|
||||
hilft auch, doch das Meer trägt ihn immer wieder ab. <b>3. Ausweichen.</b>
|
||||
Wo Schutz zu teuer wird, zieht man sich zurück. Neue Häuser baut man dann
|
||||
nur noch weiter oben, weg vom Wasser.</p>
|
||||
<p>Auch weit weg vom Meer muss man sich anpassen. Flüsse bekommen Dämme und
|
||||
Flächen, auf denen sich Hochwasser sammeln darf. Den Alpenrhein in
|
||||
Vorarlberg bändigt man so schon seit über 100 Jahren. Und Städte werden zur
|
||||
<?= g('schwammstadt', '„Schwammstadt"') ?> umgebaut. Das heißt: Man reißt
|
||||
Beton und Asphalt auf und macht mehr Grünflächen. Diese Flächen und kleine
|
||||
Speicher saugen den Starkregen auf wie ein Schwamm. So läuft er nicht alles
|
||||
auf einmal in die Kanäle.</p>
|
||||
</div>
|
||||
<div>
|
||||
<?= buchBild('kuestenschutz-rheindamm',
|
||||
@@ -593,30 +602,32 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
<h2>5 · Ökonomie gegen Ökologie? Geld, Zeit und Kipppunkte</h2>
|
||||
<div class="b-cols">
|
||||
<div>
|
||||
<p>Klimaschutz kostet Geld — Windparks, Deiche und Aufforstung stehen
|
||||
in jedem Budget. Aber <b>kein</b> Klimaschutz kostet mehr: Flutschäden,
|
||||
Ernteausfälle, Hitzefolgen und immer teurerer Küstenschutz sind die
|
||||
Rechnung, die später kommt. Ökonom:innen nennen das
|
||||
<?= g('folgekosten', 'Folgekosten') ?> —
|
||||
sie tauchen in keiner Betriebsrechnung auf, bezahlt werden sie trotzdem.
|
||||
Dazu kommen echte <?= g('zielkonflikt', 'Zielkonflikte') ?>: Ein Kohlekraftwerk liefert
|
||||
billigen Strom und ein Flughafen bringt Tourismus-Einnahmen — beides
|
||||
heizt zugleich die Erde weiter auf. Und es gibt <b>Scheinlösungen</b>:
|
||||
Geo-Engineering wie die „Wolken-Impfung" klingt nach Wundermittel,
|
||||
zeigt in Experimenten aber kaum Wirkung — und ersetzt das CO₂-Senken
|
||||
<p>Klimaschutz kostet Geld. Windräder, Deiche und neue Wälder stehen in
|
||||
jedem Budget. Aber <b>kein</b> Klimaschutz kostet mehr. Flutschäden,
|
||||
vertrocknete Ernten, kranke Menschen bei Hitze und immer teurerer
|
||||
Küstenschutz — das ist die Rechnung, die später kommt. Fachleute für Geld
|
||||
nennen das <?= g('folgekosten', 'Folgekosten') ?>. Sie stehen auf keiner
|
||||
Quittung, bezahlt werden sie trotzdem. Dazu kommen echte
|
||||
<?= g('zielkonflikt', 'Zielkonflikte') ?>: Ein Kohlekraftwerk liefert
|
||||
billigen Strom, ein Flughafen bringt Geld durch Tourismus. Doch beides
|
||||
heizt die Erde weiter auf. Und Vorsicht vor <b>Scheinlösungen</b>: Manche
|
||||
wollen das Wetter mit Technik überlisten, zum Beispiel mit einer
|
||||
„Wolken-Impfung" (das nennt man Geo-Engineering). Das klingt nach
|
||||
Wundermittel, wirkt in Versuchen aber kaum. Und es ersetzt das CO₂-Sparen
|
||||
nicht.</p>
|
||||
<p>Der wichtigste Faktor ist die <b>Zeit</b>: Das Klimasystem hat
|
||||
<?= g('kipppunkt', 'Kipppunkte') ?>. Wird eine Schwelle überschritten —
|
||||
etwa beim Abschmelzen der Eisschilde oder beim Auftauen des
|
||||
<?= g('permafrost', 'Permafrosts') ?> —, läuft die Veränderung von
|
||||
selbst weiter, auch wenn die Emissionen später sinken. Wie nah das ist,
|
||||
zeigen die Alpen: Die Schweizer Gletscher verloren in nur zwei Jahren
|
||||
ein Zehntel ihres Eises, und die Zahl der
|
||||
<?= g('hitzetag', 'Hitzetage') ?> (Tage mit mindestens 30 °C) in
|
||||
Österreich hat sich verdoppelt bis verdreifacht. Früh investieren ist deshalb nicht
|
||||
nur ökologisch, sondern auch ökonomisch klüger —
|
||||
<?= g('klimaneutralitaet', 'Klimaneutralität') ?> ist das Ziel, auf das
|
||||
sich die Welt in Paris geeinigt hat.</p>
|
||||
<p>Am wichtigsten ist die <b>Zeit</b>. Das Klima hat nämlich
|
||||
<?= g('kipppunkt', 'Kipppunkte') ?>. Ein Kipppunkt ist eine Grenze: Ist sie
|
||||
überschritten, läuft die Veränderung von allein weiter — auch wenn wir das
|
||||
CO₂ später senken. So ein Kipppunkt droht, wenn die großen Eisdecken
|
||||
abschmelzen. Oder wenn der <?= g('permafrost', 'Permafrost') ?> auftaut —
|
||||
das ist Boden, der sonst das ganze Jahr gefroren bleibt. Wie nah das ist,
|
||||
zeigen die Alpen. Die Schweizer Gletscher verloren in nur zwei Jahren ein
|
||||
Zehntel ihres Eises. Und die <?= g('hitzetag', 'Hitzetage') ?> in
|
||||
Österreich — Tage mit mindestens 30 °C — haben sich verdoppelt bis
|
||||
verdreifacht. Früh handeln ist deshalb klug: Es hilft der Natur <i>und</i>
|
||||
es spart Geld. Das Ziel heißt <?= g('klimaneutralitaet', 'Klimaneutralität') ?> —
|
||||
nicht mehr CO₂ ausstoßen, als die Erde wieder aufnehmen kann. Darauf hat
|
||||
sich die Welt in Paris geeinigt.</p>
|
||||
</div>
|
||||
<div>
|
||||
<?= buchBild('gletscher-alpen',
|
||||
@@ -634,17 +645,18 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
zurückkaufen.</div>
|
||||
</div>
|
||||
</div>
|
||||
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Dein Budget speist
|
||||
sich aus den <?= g('steuern', 'Steuern') ?> der Bevölkerung — jede Maßnahme
|
||||
kostet zusätzlich jährliche <?= g('wartung', 'Wartung') ?>. Bürger:innen
|
||||
zwingen dich zu Abwägungen: Fischerin <b>Lina</b> braucht Hilfe, Konzernchef
|
||||
<b>Vogel</b> verspricht Arbeitsplätze gegen Subventionen und mehr CO₂, und
|
||||
die 14-jährige <b>Lia</b> streikt für mehr Klimaschutz. Das Forschungszentrum
|
||||
von Dr. Hassan (300 Mio €) macht alle späteren Maßnahmen 20 % billiger —
|
||||
Investition in Wissen zahlt sich aus. Und die härteste Regel des Moduls:
|
||||
Steigt die Temperatur über +3,5 °C, ist die Simulation <b>verloren — auch
|
||||
mit vollem Konto</b>. „Reich, aber Klima zerstört" zählt nicht als Erfolg.
|
||||
Am Ende zählen deine Sterne: Temperatur, Budget, Schutz und Bevölkerung.</div>
|
||||
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Dein Geld kommt aus den
|
||||
<?= g('steuern', 'Steuern') ?> der Bevölkerung. Jede Maßnahme kostet dazu noch
|
||||
jedes Jahr <?= g('wartung', 'Wartung') ?>. Und die Bürger:innen zwingen dich zu
|
||||
schweren Entscheidungen. Fischerin <b>Lina</b> braucht Hilfe. Konzernchef
|
||||
<b>Vogel</b> verspricht Arbeitsplätze — aber nur gegen Fördergeld
|
||||
(Subventionen) und mehr CO₂. Die 14-jährige <b>Lia</b> streikt für mehr
|
||||
Klimaschutz. Das Forschungszentrum von Dr. Hassan kostet 300 Mio €. Dafür macht
|
||||
es alle späteren Maßnahmen 20 % billiger — Wissen zahlt sich aus. Und hier die
|
||||
härteste Regel: Steigt die Temperatur über +3,5 °C, ist die Simulation
|
||||
<b>verloren — auch mit vollem Konto</b>. „Reich, aber Klima kaputt" zählt nicht
|
||||
als Erfolg. Am Ende zählen deine Sterne: Temperatur, Geld, Schutz und
|
||||
Bevölkerung.</div>
|
||||
<div class="b-box b-aufgaben"><b>✏️ Abschluss-Aufgaben:</b>
|
||||
<ol>
|
||||
<li><span class="b-stufe leicht">A</span>Nenne zwei Maßnahmen aus der
|
||||
|
||||
@@ -159,7 +159,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
Das Reisen bringt vielen Ländern viel Geld.</p>
|
||||
<?= buchBild('hafen-bregenz-gaeste',
|
||||
'Gäste an der Seepromenade oder am Hafen in Bregenz.',
|
||||
'Auch bei uns machen viele Menschen Urlaub: Gäste am Boden-See in Bregenz.') ?>
|
||||
'Auch bei uns machen viele Menschen Urlaub: Gäste am Bodensee in Bregenz.') ?>
|
||||
<div class="b-box b-daten"><b>📊 Echte Zahlen:</b><br>
|
||||
Im Jahr 2024 gab es 1,4 Milliarden Auslands-Reisen weltweit.<br>
|
||||
Das meistbesuchte Land ist Frankreich.<br>
|
||||
|
||||
@@ -90,13 +90,13 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
|
||||
<div class="b-box b-merke"><b>Darum geht es in diesem Kapitel:</b>
|
||||
Du lernst, wie die <b>Erddrehung</b> Tag, Nacht und
|
||||
<?= g('zeitzone', 'Zeitzonen') ?> erzeugt, warum die
|
||||
<?= g('achsneigung', 'Achsneigung') ?> von 23,5° – und <i>nicht</i> die Nähe
|
||||
zur Sonne! – die Jahreszeiten macht, wie die
|
||||
<?= g('mondphase', 'Mondphasen') ?> entstehen, wann sich Sonne, Erde und Mond
|
||||
zu einer <?= g('sonnenfinsternis', 'Sonnen-') ?> oder
|
||||
<?= g('mondfinsternis', 'Mondfinsternis') ?> aufreihen – und wie unfassbar
|
||||
groß und leer das Sonnensystem wirklich ist.</div>
|
||||
<?= g('zeitzone', 'Zeitzonen') ?> erzeugt. Du erfährst, warum die
|
||||
<?= g('achsneigung', 'Achsneigung') ?> von 23,5° die Jahreszeiten macht –
|
||||
und <i>nicht</i> die Nähe zur Sonne. Du siehst, wie die
|
||||
<?= g('mondphase', 'Mondphasen') ?> entstehen. Und du verstehst, wann sich
|
||||
Sonne, Erde und Mond zu einer <?= g('sonnenfinsternis', 'Sonnen-') ?> oder
|
||||
<?= g('mondfinsternis', 'Mondfinsternis') ?> aufreihen. Zum Schluss zeigt dir
|
||||
das Kapitel, wie unfassbar groß und leer das Sonnensystem wirklich ist.</div>
|
||||
|
||||
<div class="b-chips">
|
||||
<span class="b-chip">AT · GW 1.4 & 1.6 Beleuchtungszonen</span>
|
||||
@@ -191,15 +191,15 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
|
||||
Hälfte: Dort ist Tag, auf der Rückseite Nacht. Dass „die Sonne aufgeht",
|
||||
ist also eine optische Täuschung – in Wahrheit dreht uns die Erde ins
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Licht hinein und wieder hinaus.</p>
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<p>Aus der Drehung folgt auch die Uhrzeit: 360° in 24 Stunden bedeutet
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<b>360 : 24 = 15° pro Stunde</b>. Orte, die 15 <?= g('laengengrad', 'Längengrade') ?>
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weiter östlich liegen, haben die Sonne eine Stunde früher im Süden –
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deshalb ist die Welt in <?= g('zeitzone', 'Zeitzonen') ?> eingeteilt.
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Tokio liegt so weit östlich, dass es unserer Zeit um sieben bis acht
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Stunden voraus ist: Wenn du am Abend isst, beginnt dort schon der
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nächste Morgen. Und mitten im Pazifik verläuft die
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<?= g('datumsgrenze', 'Datumsgrenze') ?>: Wer sie Richtung Westen
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überquert, überspringt einen ganzen Kalendertag.</p>
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<p>Aus der Drehung folgt auch die Uhrzeit. 360° in 24 Stunden bedeutet:
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<b>360 : 24 = 15° pro Stunde</b>. Ein Ort, der 15
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<?= g('laengengrad', 'Längengrade') ?> weiter östlich liegt, sieht die
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Sonne eine Stunde früher am höchsten Punkt. Darum ist die Welt in
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<?= g('zeitzone', 'Zeitzonen') ?> eingeteilt. Tokio liegt so weit
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östlich, dass es uns sieben bis acht Stunden voraus ist. Wenn du am Abend
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isst, beginnt dort schon der nächste Morgen. Und mitten im Pazifik
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verläuft die <?= g('datumsgrenze', 'Datumsgrenze') ?>. Wer sie Richtung
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Westen überquert, überspringt einen ganzen Kalendertag.</p>
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</div>
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<?= buchBild('zeitzonen-uhren',
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@@ -618,11 +618,11 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
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<div class="b-cols">
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<p>Jedes Schulbuch-Bild vom Sonnensystem lügt – es muss lügen. Die Sonne
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hat einen Durchmesser von 1,4 Mio. km, rund <b>109-mal</b> so viel wie
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die Erde; ihre Entfernung von 150 Mio. km nennt man eine
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hat einen Durchmesser von 1,4 Mio. km. Das ist rund <b>109-mal</b> so
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viel wie die Erde. Ihre Entfernung von 150 Mio. km nennt man eine
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<?= g('astronomische-einheit', 'Astronomische Einheit') ?>.
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<span class="q">[6]</span> Zeigt man die Sonne erkennbar groß, passt der
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Abstand auf kein Blatt; zeigt man den Abstand, verschwinden die Planeten.
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Abstand auf kein Blatt. Zeigt man den Abstand, verschwinden die Planeten.
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Ein ehrlicher <?= g('massstab', 'Maßstab') ?> geht nur im Modell: Wäre
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die Sonne ein Apfel (8 cm), dann wäre die Erde ein Sandkorn von 0,7 mm –
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in <b>8 cm · 107 ≈ 8,6 m</b> Entfernung, am anderen Ende des
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