Buch (5 Kapitel): Sek-I-Sprache — heli, sonnensystem, eu-werkstatt, farmer, klima

Schachtelsätze auf, Jargon erklärt (Sperrwerk, Geo-Engineering, Vegetationsperiode,
gebundene Rotation, Glyphosat), jeder Fachbegriff per g() verlinkt. Sammel-Fix:
Boden-See→Bodensee, Formarin-See→Formarinsee (falsche LS-Bindestriche).

Co-Authored-By: Claude Fable 5 <noreply@anthropic.com>
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@@ -82,13 +82,16 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
'Zwölf Sterne auf blauem Grund: Die EU-Flagge hängt an Ämtern und Grenzen ein Zeichen dafür, dass hier zwei Ebenen regieren: das eigene Land und die Union.') ?>
<div class="b-box b-merke"><b>Darum geht es in diesem Kapitel:</b>
Du lernst, wie die Europäische Union funktioniert: welche Institutionen es gibt
und wer das <?= g('initiativrecht', 'Initiativrecht') ?> hat, wie ein
<?= g('eu-gesetz', 'EU-Gesetz') ?> im Mitentscheidungsverfahren entsteht, wie du
mit der <?= g('europaeische-buergerinitiative', 'Europäischen Bürgerinitiative') ?>
selbst mitbestimmen kannst und warum <?= g('lobbyismus', 'Lobbys') ?>,
Zuständigkeitsgrenzen und zähe Verfahren dazugehören, wenn 27 Staaten gemeinsam
entscheiden.</div>
Du lernst, wie die Europäische Union funktioniert. Welche Ämter gibt es?
Und wer darf neue Gesetze vorschlagen? Nur die EU-Kommission darf das. Man nennt
dieses Recht <?= g('initiativrecht', 'Initiativrecht') ?>. Du siehst, wie ein
<?= g('eu-gesetz', 'EU-Gesetz') ?> Schritt für Schritt entsteht. Diesen Weg
nennt man <?= g('mitentscheidung', 'Mitentscheidung') ?>. Du erfährst auch, wie
du selbst mitbestimmen kannst mit einer
<?= g('europaeische-buergerinitiative', 'Europäischen Bürgerinitiative') ?>.
Und du lernst, warum das oft schwer ist. Es reden
<?= g('lobbyismus', 'Lobbys') ?> mit. Die EU ist nicht für alles zuständig.
Und 27 Staaten müssen sich erst einigen.</div>
<div class="b-chips">
<span class="b-chip">AT · GW 4.2 &amp; 4.5 (EU, Grundfreiheiten, Werte)</span>
@@ -100,17 +103,17 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 So arbeitest du mit der Simulation:</b>
Du arbeitest dich durch <b>zehn echte EU-Fälle</b> vom Käfigverbot
(„End the Cage Age") über das einheitliche Ladekabel (USB-C) bis zu „Stop
Brexit". In jedem Fall begleitest du eine Jugendliche oder einen Jugendlichen
und beantwortest die entscheidenden Fragen mit <b>Karten</b> zu Institutionen,
Verfahren und Akteuren. Jede Karte hat ein <b>i-Symbol</b> mit einer
Detail-Ansicht voller Fakten. Falsche Antworten bekommen eine Erklärung
richtig grobe Fehler landen sichtbar im <b>Mülleimer</b>. Die
<b>Prozessleiste</b> zeigt dir den Weg des Falls Schritt für Schritt, am Ende
liest du unter „So war es wirklich", wie es in Brüssel tatsächlich ausging.
Pro Fall gibt es bis zu <b>5 Sterne</b>, dazu Auszeichnungen und einen
<b>Profi-Modus</b> mit weniger Hilfen.</div>
Du arbeitest dich durch <b>zehn echte EU-Fälle</b>. Es geht zum Beispiel um das
Käfig-Verbot für Tiere („End the Cage Age"), um das einheitliche Ladekabel
(USB-C) und um „Stop Brexit". In jedem Fall begleitest du eine Jugendliche oder
einen Jugendlichen. Du beantwortest die wichtigen Fragen mit <b>Karten</b>
zu Ämtern, Verfahren und Beteiligten. Jede Karte hat ein <b>i-Symbol</b>. Tippst
du darauf, öffnet sich eine Ansicht voller Fakten. Falsche Antworten bekommen
eine Erklärung. Grobe Fehler landen sichtbar im <b>Mülleimer</b>. Die
<b>Prozessleiste</b> zeigt dir den Weg des Falls Schritt für Schritt. Am Ende
liest du unter „So war es wirklich", wie es in Brüssel ausging. Pro Fall gibt es
bis zu <b>5 Sterne</b>, dazu Auszeichnungen und einen <b>Profi-Modus</b> mit
weniger Hilfen.</div>
<?= buchBild('reisepass-alt',
'Scan: alter Reisepass mit Einreise-Stempeln aus europäischen Ländern (Familienarchiv) Reisen vor Schengen.',
@@ -175,30 +178,36 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<h2>1 · Was die EU ist und was nicht</h2>
<div class="b-cols">
<div>
<p>Die Europäische Union ist ein Verbund von <b>27 Staaten</b> mit rund
<b>450 Millionen Menschen</b> und 24 Amtssprachen <span class="q">[1]</span>.
Sie ist kein Bundesstaat wie die USA jedes Mitglied bleibt ein eigener
Staat. Aber die Mitglieder haben vereinbart, bestimmte Dinge gemeinsam zu
regeln: vor allem den <b><?= g('binnenmarkt', 'Binnenmarkt') ?></b> mit seinen vier Grundfreiheiten
(Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital bewegen sich frei über die
Grenzen). Du spürst die EU täglich, oft ohne es zu merken: kein Aufpreis
fürs Handy im EU-Ausland (Roaming), der Euro in 20 Ländern, Auslandsjahre
mit Erasmus+, keine Passkontrolle an den meisten Binnengrenzen.</p>
<p><b>Österreich</b> stimmte am 12. Juni 1994 in einer Volksabstimmung mit
66,6 % für den Beitritt und ist seit dem 1. Jänner 1995 Mitglied
<span class="q">[2]</span>. Die <b>Schweiz</b> ging einen anderen Weg: 1992
lehnte das Stimmvolk den <?= g('ewr', 'Europäischen Wirtschaftsraum') ?> knapp ab (50,3 %
Nein) seither regelt sie ihr Verhältnis zur EU über mehr als
100 <b>bilaterale Verträge</b> <span class="q">[3]</span>. Das winzige
<b>Liechtenstein</b> ist seit 1995 im EWR und macht damit beim Binnenmarkt
mit, ohne EU-Mitglied zu sein <span class="q">[3]</span>.</p>
<p>Wichtig: Die EU darf nur regeln, wofür ihr die Staaten die
<?= g('eu-zustaendigkeit', 'Zuständigkeit') ?> übertragen haben. Handel,
Verbraucherschutz oder Umweltstandards ja. Schule, Steuersätze, Familie
oder Militär das bleibt Sache der Mitgliedstaaten. Dahinter steht das
Prinzip der <?= g('subsidiaritaet', 'Subsidiarität') ?>: Die EU soll nur
regeln, was sie besser lösen kann als die Länder selbst alles andere
wird möglichst nah bei den Menschen entschieden.</p>
<p>Die Europäische Union ist ein Verbund von <b>27 Staaten</b>. In ihr leben
rund <b>450 Millionen Menschen</b>, und es gibt 24 Amtssprachen
<span class="q">[1]</span>. Die EU ist aber kein Bundesstaat wie die USA.
Jedes Mitglied bleibt ein eigener Staat. Die Länder haben nur vereinbart,
manche Dinge gemeinsam zu regeln. Das Wichtigste ist der
<b><?= g('binnenmarkt', 'Binnenmarkt') ?></b>. Er bringt vier Freiheiten:
Waren, Menschen, Dienstleistungen und Geld dürfen frei über die Grenzen. Man
nennt sie die vier Grundfreiheiten. Du spürst die EU jeden Tag, oft ohne es
zu merken. Dein Handy kostet im EU-Ausland nichts extra das nennt man
<?= g('roaming', 'Roaming') ?>. In 20 Ländern zahlst du mit dem Euro. Mit
Erasmus+ kannst du ein Jahr im Ausland lernen. Und an den meisten Grenzen
innerhalb der EU hält dich niemand mehr an dafür sorgt das
<?= g('schengen', 'Schengen-Abkommen') ?>.</p>
<p><b>Österreich</b> stimmte am 12. Juni 1994 über den Beitritt ab. In dieser
Volksabstimmung sagten <b>66,6 %</b> Ja. Seit dem 1. Jänner 1995 ist
Österreich Mitglied <span class="q">[2]</span>. Die <b>Schweiz</b> ging einen
anderen Weg. 1992 lehnte das Stimmvolk knapp ab, dem
<?= g('ewr', 'Europäischen Wirtschaftsraum') ?> beizutreten (50,3 % Nein).
Der Europäische Wirtschaftsraum verbindet Länder mit dem Binnenmarkt, ohne
dass sie EU-Mitglied sind. Seither regelt die Schweiz ihr Verhältnis zur EU
mit über 100 einzelnen Verträgen <span class="q">[3]</span>. Das winzige
<b>Liechtenstein</b> ist seit 1995 im EWR. So macht es beim Binnenmarkt mit,
ohne EU-Mitglied zu sein <span class="q">[3]</span>.</p>
<p>Wichtig ist: Die EU darf nicht alles regeln. Sie darf nur das, wofür ihr
die Staaten die <?= g('eu-zustaendigkeit', 'Zuständigkeit') ?> gegeben haben.
Handel, Verbraucherschutz oder Umwelt-Regeln ja. Schule, Steuern, Familie
oder Militär das bleibt Sache der einzelnen Länder. Dahinter steht ein
wichtiges Prinzip: die <?= g('subsidiaritaet', 'Subsidiarität') ?>. Es
bedeutet: Die EU soll nur regeln, was sie besser kann als die Länder allein.
Alles andere wird möglichst nah bei den Menschen entschieden.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('grenze-schweiz',
@@ -213,20 +222,21 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
</div>
</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Der Fall <b>„Stop
Brexit!"</b> dreht sich genau um diese Grenze: Bevor eine Bürgerinitiative
überhaupt Unterschriften sammeln darf, prüft die Kommission die
<b>Zuständigkeit</b> darf die EU das Thema überhaupt regeln? Die Karte
„EU-Zuständigkeit" (i-Symbol!) erklärt, was die EU darf und was nicht. Gut zu
wissen aus der Simulation: Über ein Drittel aller eingereichten
Bürgerinitiativen scheitert schon an dieser ersten Hürde.</div>
Brexit!"</b> dreht sich genau um diese Grenze. Bevor eine Bürgerinitiative
Unterschriften sammeln darf, prüft die Kommission zuerst die
<b>Zuständigkeit</b>: Darf die EU dieses Thema überhaupt regeln? Die Karte
„EU-Zuständigkeit" (mit i-Symbol!) erklärt dir, was die EU darf und was nicht.
Übrigens: Mehr als ein Drittel aller Bürgerinitiativen scheitert schon an dieser
ersten Hürde.</div>
<?php if ($LEHRER): ?>
<div class="b-box b-lehrer"><b>💡 Didaktischer Hinweis:</b> Der Blick über die
Schweizer Grenze ist für Vorarlberger Klassen der stärkste Anker: Viele kennen
Schweizer Grenze ist für Vorarlberger Klassen der stärkste Anker. Viele kennen
Zollkontrolle, Einkaufstourismus und teureres Roaming in der Schweiz aus eigener
Erfahrung. Lassen Sie D-A-CH systematisch vergleichen (AT: Mitglied · DE:
Gründungsnähe/Mitglied · CH: bilateral · FL: EWR). Stolperstein: „Europa = EU"
Europarat, Schengen und Eurozone sind jeweils eigene Kreise; eine schnelle
Mengendiagramm-Skizze an der Tafel klärt viel.</div>
Erfahrung. Lassen Sie D-A-CH systematisch vergleichen: AT ist Mitglied, DE
Gründungsnähe und Mitglied, die CH bilateral verbunden, FL im EWR. Ein häufiger
Denkfehler ist „Europa = EU". Europarat, Schengen-Raum und Eurozone sind aber
jeweils eigene Kreise. Eine schnelle Mengendiagramm-Skizze an der Tafel klärt
das schnell.</div>
<?php endif; ?>
<?php endif; ?>
</section>
@@ -274,23 +284,26 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<h2>2 · Wer macht was? Die Institutionen der EU</h2>
<div class="b-cols">
<div>
<p>Drei Institutionen bauen gemeinsam jedes EU-Gesetz. Die
<?= g('eu-kommission', 'EU-Kommission') ?> ist so etwas wie die Regierung
der Union: 27 Kommissar:innen, eine:r pro Land, mit Ursula von der Leyen an
der Spitze. Sie verwaltet, kontrolliert die Einhaltung der Verträge und
sie allein besitzt das <?= g('initiativrecht', 'Initiativrecht') ?>: Nur
die Kommission darf offiziell neue Gesetze vorschlagen.</p>
<p>Das <?= g('eu-parlament', 'EU-Parlament') ?> vertritt die
Bürger:innen. Es ist die einzige EU-Institution, die direkt gewählt wird
alle fünf Jahre, in Österreich schon ab 16. Seine 720 Abgeordneten sitzen
nicht nach Ländern, sondern nach politischer Richtung in Fraktionen. Der
<?= g('rat-der-eu', 'Rat der EU (Ministerrat)') ?> vertritt die
Regierungen: Je nach Thema treffen sich die zuständigen Minister:innen der
27 Staaten bei Umweltgesetzen etwa alle Umweltminister:innen.</p>
<p>Achtung, Verwechslungsgefahr: Der
<?= g('europaeischer-rat', 'Europäische Rat') ?> (die Staats- und
Regierungschefs) beschließt <b>keine</b> Gesetze, sondern nur die großen
Leitlinien. Und der „Europarat" in Straßburg gehört gar nicht zur EU.</p>
<p>Drei Einrichtungen bauen gemeinsam jedes EU-Gesetz. Die erste ist die
<?= g('eu-kommission', 'EU-Kommission') ?>. Sie ist so etwas wie die
Regierung der Union: 27 Kommissar:innen, eine:r pro Land, geführt von Ursula
von der Leyen. Die Kommission verwaltet und passt auf, dass alle die Verträge
einhalten. Und nur sie hat das <?= g('initiativrecht', 'Initiativrecht') ?>.
Das heißt: Nur die Kommission darf offiziell neue Gesetze vorschlagen.</p>
<p>Die zweite Einrichtung ist das <?= g('eu-parlament', 'EU-Parlament') ?>.
Es vertritt die Bürger:innen. Es ist die einzige EU-Einrichtung, die direkt
gewählt wird alle fünf Jahre, in Österreich schon ab 16 Jahren. Seine 720
Abgeordneten sitzen nicht nach Ländern zusammen. Sie sitzen nach politischer
Richtung in Gruppen, den Fraktionen. Die dritte Einrichtung ist der
<?= g('rat-der-eu', 'Rat der EU (Ministerrat)') ?>. Er vertritt die
Regierungen. Je nach Thema treffen sich die passenden Minister:innen der 27
Staaten. Bei Umweltgesetzen kommen zum Beispiel alle Umweltminister:innen
zusammen.</p>
<p>Achtung, hier verwechselt man leicht etwas. Der
<?= g('europaeischer-rat', 'Europäische Rat') ?> ist etwas anderes. Dort
sitzen die Staats- und Regierungschefs. Sie beschließen <b>keine</b> Gesetze,
sondern nur die großen Leitlinien. Und der „Europarat" in Straßburg gehört
gar nicht zur EU.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('plakat-euwahl',
@@ -307,12 +320,12 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
darf den Gesetzestext nur sie.</div>
</div>
</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Die Institutionen begegnen
dir als <b>Karten</b> jede mit i-Symbol und einer Detail-Ansicht voller
Fakten (Sitz, Mitglieder, Aufgaben, „Im Fall …"-Kontext). Die Schlüsselfrage
kommt in fast jedem Fall: <b>„Wer darf den Gesetzestext einbringen?"</b> Wer
hier Parlament oder Ministerrat wählt, sieht die Karte im Mülleimer landen
mit Erklärung, warum nur die Kommission das Initiativrecht hat.</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Die Einrichtungen begegnen
dir als <b>Karten</b>. Jede hat ein i-Symbol und eine Detail-Ansicht voller
Fakten: Sitz, Mitglieder, Aufgaben und „Im Fall …"-Kontext. In fast jedem Fall
kommt dieselbe Schlüsselfrage: <b>„Wer darf den Gesetzestext einbringen?"</b>
Wer hier Parlament oder Ministerrat wählt, sieht die Karte im Mülleimer landen
mit einer Erklärung, warum nur die Kommission das Initiativrecht hat.</div>
<div class="b-box b-aufgaben"><b>✏️ Aufgaben:</b>
<ol>
<li><span class="b-stufe leicht">A</span>Ordne zu: Wer schlägt EU-Gesetze
@@ -328,14 +341,15 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
</div>
<?php if ($LEHRER): ?>
<div class="b-box b-lehrer"><b>💡 Erwartungshorizont (Auswahl):</b>
A: Kommission schlägt vor; Parlament + Ministerrat beschließen; Parlament wird
direkt gewählt. C: Der Nationalrat kann selbst Gesetzesanträge einbringen
(Initiativanträge), das EU-Parlament nicht es kann die Kommission nur
auffordern. <b>Stolperstein „drei Räte":</b> Europäischer Rat (Chefs, Leitlinien)
Rat der EU (Minister:innen, Gesetzgeber) ≠ Europarat (kein EU-Organ,
Menschenrechte, 46 Staaten). Diese Unterscheidung wird in der Simulation aktiv
geprüft: Die Karte „Europäischer Rat" ist in der Zustimmungs-Frage ein
beliebter Fehlgriff nutzen Sie die Mülleimer-Momente als Lernanlass.</div>
A: Die Kommission schlägt vor. Parlament und Ministerrat beschließen. Das
Parlament wird direkt gewählt. C: Der Nationalrat kann selbst Gesetzesanträge
einbringen (Initiativanträge), das EU-Parlament nicht es kann die Kommission
nur auffordern. <b>Stolperstein „drei Räte":</b> Der Europäische Rat (Chefs,
Leitlinien) ist nicht der Rat der EU (Minister:innen, Gesetzgeber). Und beide
sind nicht der Europarat (kein EU-Organ, Menschenrechte, 46 Staaten). Die
Simulation prüft diese Unterscheidung aktiv: Die Karte „Europäischer Rat" ist
in der Zustimmungs-Frage ein beliebter Fehlgriff. Nutzen Sie die
Mülleimer-Momente als Lernanlass.</div>
<?php endif; ?>
<?php endif; ?>
</section>
@@ -380,25 +394,27 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<h2>3 · Vom Vorschlag zum Gesetz: das Mitentscheidungsverfahren</h2>
<div class="b-cols">
<div>
<p>Der Normalweg eines EU-Gesetzes heißt
<?= g('mitentscheidung', 'Mitentscheidung') ?>: Die Kommission legt einen
Vorschlag vor, dann beraten Parlament und Ministerrat beide dürfen
ändern, beide müssen am Ende zustimmen. Können sie sich nicht einigen,
treffen sich Verhandler:innen beider Seiten mit der Kommission zum
<b><?= g('trilog', 'Trilog') ?></b>, einer informellen Kompromissrunde. Es gibt bis zu drei
„Lesungen" scheitern alle, ist der Vorschlag gescheitert. Das fertige
Gesetz ist entweder eine <b>Verordnung</b> (gilt sofort überall gleich)
oder eine <b>Richtlinie</b> (jedes Land baut sie in eigene Gesetze um)
beides zusammen nennt man <?= g('eu-gesetz', 'EU-Gesetz') ?>.</p>
<p>Oft versucht die EU vorher den sanften Weg: eine
<?= g('freiwillige-vereinbarung', 'freiwillige Vereinbarung') ?> der
Branche. Beim Ladekabel unterschrieben 2009 fast alle Hersteller eine
Selbstverpflichtung nur Apple zog nicht mit. Nach Jahren des Wartens
schlug die Kommission 2021 die USB-C-Pflicht vor; 2022 stimmten Parlament
und Rat zu, seit dem 28. Dezember 2024 gilt sie für neue Handys, Tablets
und Kopfhörer <span class="q">[5]</span>. Ähnlich beim Roaming: freiwillige
Preissenkungen reichten nicht, also kamen ab 2007 Verordnungen seit dem
15. Juni 2017 kostet das Handy im EU-Ausland nichts extra
<p>Der normale Weg eines EU-Gesetzes heißt
<?= g('mitentscheidung', 'Mitentscheidung') ?>. Er läuft so: Die Kommission
legt einen Vorschlag vor. Dann beraten Parlament und Ministerrat. Beide
dürfen etwas ändern, und beide müssen am Ende zustimmen. Können sie sich
nicht einigen, gibt es eine besondere Runde: den
<b><?= g('trilog', 'Trilog') ?></b>. Dort verhandeln Vertreter:innen von
Parlament, Ministerrat und Kommission einen Kompromiss. Insgesamt gibt es
bis zu drei „Lesungen". Scheitern alle, ist der Vorschlag gescheitert. Am
Ende steht das fertige Gesetz. Es ist entweder eine <b>Verordnung</b> oder
eine <b>Richtlinie</b>. Eine Verordnung gilt sofort überall gleich. Eine
Richtlinie gibt nur das Ziel vor jedes Land baut sie in eigene Gesetze um.
Beides zusammen nennt man <?= g('eu-gesetz', 'EU-Gesetz') ?>.</p>
<p>Oft versucht die EU zuerst den sanften Weg. Sie bittet eine Branche um
eine <?= g('freiwillige-vereinbarung', 'freiwillige Vereinbarung') ?>. Beim
Ladekabel klappte das nur halb. 2009 unterschrieben fast alle Hersteller,
dass sie sich einigen wollen. Nur Apple machte nicht mit. Nach Jahren des
Wartens schlug die Kommission 2021 die USB-C-Pflicht vor. 2022 stimmten
Parlament und Rat zu. Seit dem 28. Dezember 2024 gilt sie für neue Handys,
Tablets und Kopfhörer <span class="q">[5]</span>. Beim Roaming war es
ähnlich. Freiwillige Preissenkungen reichten nicht. Also kamen ab 2007 feste
Regeln. Seit dem 15. Juni 2017 kostet das Handy im EU-Ausland nichts extra
<span class="q">[6]</span>.</p>
</div>
<div>
@@ -415,23 +431,23 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
beide stimmen zu → das Gesetz gilt für alle 27 Staaten.</div>
</div>
</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Das Verfahren baust du
als <b>Lückentext mit Satz-Bausteinen</b> nach: „Diese zwei Institutionen
müssen einem EU-Gesetz zustimmen: … und …" nur Parlament + Ministerrat
passen, der Europäische Rat und die Volksabstimmung wandern in den Mülleimer.
Der Fall <b>„Ein Kabel für alle"</b> zeigt den Weg mit freiwilliger
Vereinbarung zuerst, <b>„Roaming abschaffen"</b> zeigt, dass ein Gesetz auch
in mehreren Stufen (2007 · 2012 · 2017) verschärft werden kann. Die
Prozessleiste unten hält jeden Schritt fest inklusive Sackgassen.</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Das Verfahren baust du mit
<b>Satz-Bausteinen</b> als Lückentext nach: „Diese zwei Einrichtungen müssen
einem EU-Gesetz zustimmen: … und …" Nur Parlament und Ministerrat passen. Der
Europäische Rat und die Volksabstimmung wandern in den Mülleimer. Der Fall
<b>„Ein Kabel für alle"</b> zeigt zuerst den Weg über die freiwillige
Vereinbarung. <b>„Roaming abschaffen"</b> zeigt, dass ein Gesetz auch in
mehreren Stufen (2007 · 2012 · 2017) strenger werden kann. Die Prozessleiste
unten hält jeden Schritt fest auch die Sackgassen.</div>
<?php if ($LEHRER): ?>
<div class="b-box b-lehrer"><b>💡 Didaktischer Hinweis:</b> Der Trilog steht in
keinem Vertrag er ist gelebte Praxis und ein gutes Beispiel dafür, dass
keinem Vertrag. Er ist gelebte Praxis und ein gutes Beispiel dafür, dass
politische Verfahren informelle Abkürzungen entwickeln. Vertiefungsimpuls für
Leistungsstarke: „Verordnung vs. Richtlinie warum war USB-C eine Richtlinie
Leistungsstarke: „Verordnung oder Richtlinie warum war USB-C eine Richtlinie
(Umbau ins nationale Funkanlagenrecht), die DSGVO aber eine Verordnung?"
Stolperstein: Schüler:innen erwarten eine EU-weite Volksabstimmung als
letzten Schritt die gibt es bei EU-Gesetzen nicht, was die Simulation
konsequent (und für manche überraschend) zurückweist.</div>
Stolperstein: Schüler:innen erwarten oft eine EU-weite Volksabstimmung als
letzten Schritt. Die gibt es bei EU-Gesetzen aber nicht. Die Simulation weist
sie konsequent zurück für manche überraschend.</div>
<?php endif; ?>
<?php endif; ?>
</section>
@@ -478,27 +494,28 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<h2>4 · Mitmachen: die Europäische Bürgerinitiative</h2>
<div class="b-cols">
<div>
<p>Seit 2012 haben EU-Bürger:innen ein eigenes, förmliches Werkzeug: die
<p>Seit 2012 haben EU-Bürger:innen ein eigenes, offizielles Werkzeug: die
<?= g('europaeische-buergerinitiative', 'Europäische Bürgerinitiative') ?>
(EBI). Die Spielregeln: Ein Bürgerkomitee aus mindestens <b>7 Personen aus
7 EU-Ländern</b> meldet die Initiative an. Danach bleiben <b>12 Monate</b>
Zeit, um <b>1 Million Unterschriften aus mindestens 7 Ländern</b> zu
sammeln in Österreich darfst du ab 16 unterschreiben
<span class="q">[7]</span>. Gelingt das, <b>muss</b> die Kommission die
Initiator:innen anhören und binnen sechs Monaten begründet antworten. Sie
muss dem Anliegen aber nicht folgen eine EBI ist stärker als eine
<?= g('eu-petition', 'Petition') ?>, aber kein Volksbegehren mit
Gesetzeskraft.</p>
<p>Was daraus werden kann, zeigen echte Fälle: <b>„Right2Water"</b> (Wasser
ist ein Menschenrecht) war die erste erfolgreiche EBI überhaupt und floss
(kurz EBI). Die Regeln sind klar. Zuerst meldet ein Komitee aus mindestens
<b>7 Personen aus 7 EU-Ländern</b> die Initiative an. Danach bleiben
<b>12 Monate</b> Zeit. In dieser Zeit muss man <b>1 Million Unterschriften
aus mindestens 7 Ländern</b> sammeln. In Österreich darfst du ab 16
unterschreiben <span class="q">[7]</span>. Schafft man das, muss die
Kommission die Initiator:innen anhören. Und sie muss innerhalb von sechs
Monaten begründet antworten. Sie muss dem Wunsch aber nicht folgen. Eine EBI
ist also stärker als eine <?= g('eu-petition', 'Petition') ?> (eine einfache
Bitte an die Behörden). Aber sie ist kein Volksbegehren mit Gesetzeskraft.</p>
<p>Echte Fälle zeigen, was daraus werden kann. <b>„Right2Water"</b> (Wasser
ist ein Menschenrecht) war die erste erfolgreiche EBI überhaupt. Sie floss
in die neue EU-Trinkwasser-Richtlinie ein. <b>„End the Cage Age"</b>
sammelte 20182019 <b>1.397.113 Unterschriften aus 18 Ländern</b>; 2021
versprach die Kommission ein Käfigverbot-Gesetz <span class="q">[8]</span>
vorgelegt hat sie es bis heute nicht, weshalb die Initiator:innen sie 2024
vor dem Gericht der EU verklagten <span class="q">[9]</span>.
<b>„Stop Vivisection"</b> gegen Tierversuche schaffte
<b>1.173.130 Unterschriften</b> und alle formalen Hürden die Kommission
lehnte am 3. Juni 2015 trotzdem inhaltlich ab <span class="q">[10]</span>.</p>
forderte ein Ende der Käfig-Haltung. Sie sammelte 20182019
<b>1.397.113 Unterschriften aus 18 Ländern</b>. 2021 versprach die Kommission
ein Gesetz gegen Käfige <span class="q">[8]</span>. Vorgelegt hat sie es bis
heute nicht. Darum verklagten die Initiator:innen sie 2024 vor dem Gericht
der EU <span class="q">[9]</span>. <b>„Stop Vivisection"</b> kämpfte gegen
Tierversuche. Sie schaffte <b>1.173.130 Unterschriften</b> und alle formalen
Hürden. Die Kommission lehnte am 3. Juni 2015 trotzdem ab
<span class="q">[10]</span>.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('unterschriften-stand',
@@ -518,7 +535,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Gleich vier Fälle drehen
sich um Bürgerinitiativen: <b>„Käfige abschaffen!"</b> (Erfolg im Verfahren,
Versprechen offen), <b>„Stop Vivisection"</b> und <b>„Glyphosat stoppen?"</b>
Versprechen noch offen), <b>„Stop Vivisection"</b> und <b>„Glyphosat stoppen?"</b>
(formal erfolgreich, inhaltlich abgelehnt) und <b>„Wasser ist ein
Menschenrecht"</b> (echter Durchbruch). Die Hürden baust du als Lückentext:
Welche Zahlen-Karte stimmt 100.000, 1 Million oder 10 Millionen? 1, 7 oder
@@ -536,14 +553,15 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
</ol>
</div>
<?php if ($LEHRER): ?>
<div class="b-box b-lehrer"><b>💡 Erwartungshorizont C:</b> Contra „wertlos":
Right2Water floss in die Trinkwasser-Richtlinie ein; End the Cage Age erzwang
Anhörung, Parlamentsresolution (558:37) und ein öffentliches Versprechen und
hält das Thema über die Klage vor dem EU-Gericht auf der Agenda. Pro:
Kommission behält Letztentscheid (Stop Vivisection, Glyphosat). Ziel ist ein
differenziertes Urteil: Agenda-Setting-Macht ja, Entscheidungsmacht nein.
<b>Aufgabe B im Cockpit:</b> Beide Fälle tauchen unter „Ergebnisse" mit
Sterne-Wertung auf Sie sehen, wer beide wirklich bearbeitet hat.</div>
<div class="b-box b-lehrer"><b>💡 Erwartungshorizont C:</b> Gegen „wertlos":
Right2Water floss in die Trinkwasser-Richtlinie ein. End the Cage Age erzwang
eine Anhörung, eine Parlamentsresolution (558:37) und ein öffentliches
Versprechen und hält das Thema über die Klage vor dem EU-Gericht auf der
Agenda. Für „wertlos" spricht: Die Kommission behält den Letztentscheid (Stop
Vivisection, Glyphosat). Ziel ist ein differenziertes Urteil: Agenda-Setting-Macht
ja, Entscheidungsmacht nein. <b>Aufgabe B im Cockpit:</b> Beide Fälle tauchen
unter „Ergebnisse" mit Sterne-Wertung auf Sie sehen, wer beide wirklich
bearbeitet hat.</div>
<?php endif; ?>
<?php endif; ?>
</section>
@@ -591,29 +609,30 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<h2>5 · Lobbys, Mülleimer und die Grenzen der Demokratie</h2>
<div class="b-cols">
<div>
<p>Wo Gesetze für 450 Millionen Menschen entstehen, wird um Einfluss
gerungen. <?= g('lobbyismus', 'Lobbyismus') ?> die organisierte
Einflussnahme auf Politik ist in der EU legal, aber registrierungspflichtig:
Im <b><?= g('transparenzregister', 'Transparenzregister') ?></b> sind über <b>12.000
Interessenvertretungen</b> eingetragen <span class="q">[11]</span>, von
Apple und Bayer bis zu Greenpeace und Verbraucherschützer:innen. Lobby ist
also nicht automatisch „böse" aber die Kräfte sind ungleich verteilt.
Beim Ladekabel stemmte sich Apple über ein Jahrzehnt gegen die
Vereinheitlichung; von der gescheiterten freiwilligen Vereinbarung 2009
bis zur USB-C-Pflicht 2024 vergingen 15 Jahre am Ende setzte sich das
Gesetz trotzdem durch.</p>
<p>Demokratie hat aber auch eingebaute Grenzen. <b>„Stop Brexit"</b> wurde
2017 gar nicht erst zur Unterschriftensammlung zugelassen: Der EU-Vertrag
(Artikel 50) garantiert jedem Staat das Recht auszutreten die EU hatte
schlicht keine <?= g('eu-zustaendigkeit', 'Zuständigkeit') ?>, den Brexit
zu verhindern <span class="q">[12]</span>. Die
Ablehnung war rechtsstaatlich
korrekt, so bitter sie für die Betroffenen war. Und bei <b>Glyphosat</b>
sammelte eine EBI 1,3 Millionen Unterschriften gegen das Pestizid doch
weil die EU-Behörde EFSA keinen Verbotsgrund sah und die Mitgliedstaaten
keine Mehrheit fanden, verlängerte die Kommission die Zulassung 2023 um
zehn Jahre, bis Ende 2033 <span class="q">[13]</span>. Verfahren
garantieren Fairness nicht das Wunschergebnis.</p>
<p>Wo Gesetze für 450 Millionen Menschen entstehen, kämpfen viele um
Einfluss. Das nennt man <?= g('lobbyismus', 'Lobbyismus') ?>: Firmen und
Verbände versuchen gezielt, die Politik zu beeinflussen. In der EU ist das
erlaubt. Aber man muss sich eintragen lassen. Dafür gibt es das
<b><?= g('transparenzregister', 'Transparenzregister') ?></b>, eine
öffentliche Liste. Darin stehen über <b>12.000 Interessenvertretungen</b>
<span class="q">[11]</span> von Apple und Bayer bis zu Greenpeace und
Verbraucherschützer:innen. Lobby-Arbeit ist also nicht automatisch „böse".
Aber die Kräfte sind ungleich verteilt. Beim Ladekabel wehrte sich Apple
über ein Jahrzehnt gegen ein einheitliches Kabel. Von der gescheiterten
freiwilligen Vereinbarung 2009 bis zur USB-C-Pflicht 2024 vergingen 15
Jahre. Am Ende setzte sich das Gesetz trotzdem durch.</p>
<p>Die Demokratie hat aber auch eingebaute Grenzen. <b>„Stop Brexit"</b>
wurde 2017 gar nicht erst zur Unterschriftensammlung zugelassen. Der
EU-Vertrag (Artikel 50) gibt jedem Staat das Recht auszutreten. Die EU hatte
also keine <?= g('eu-zustaendigkeit', 'Zuständigkeit') ?>, den Brexit zu
verhindern <span class="q">[12]</span>. Die Ablehnung war rechtlich korrekt
so bitter sie für die Betroffenen war. Auch bei <b>Glyphosat</b> war es
schwierig. Gegen dieses Pflanzenschutz-Mittel sammelte eine EBI 1,3 Millionen
Unterschriften. Doch die EU-Behörde EFSA sah keinen Grund für ein Verbot.
Und die Mitgliedstaaten fanden keine Mehrheit. Also verlängerte die
Kommission 2023 die Zulassung um zehn Jahre, bis Ende 2033
<span class="q">[13]</span>. Verfahren garantieren Fairness aber nicht das
Wunschergebnis.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('feldspritze-landwirtschaft',
@@ -633,13 +652,13 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
</div>
</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Die <b>Lobby-Karte</b>
taucht in den Fällen USB-C, Glyphosat, DSGVO und AI Act auf inklusive der
Frage, was Konzerne in Brüssel eigentlich tun. In <b>„Stop Brexit!"</b> endet
der Fall bewusst im Mülleimer („Im Mülleimer mit Recht?"): Hier lernst du,
dass eine Ablehnung richtig sein kann. <b>„Glyphosat stoppen?"</b> ist der
längste Fall mit sechs Schritten vom Wissenschaftsstreit IARC gegen EFSA
bis zur überraschenden Abstimmung der Mitgliedstaaten. Wer alle zehn Fälle
abschließt, holt die Auszeichnung „Marathon".</div>
taucht in den Fällen USB-C, Glyphosat, DSGVO und AI Act auf. Sie fragt auch,
was Konzerne in Brüssel eigentlich tun. In <b>„Stop Brexit!"</b> endet der Fall
bewusst im Mülleimer („Im Mülleimer mit Recht?"). Hier lernst du: Eine
Ablehnung kann richtig sein. <b>„Glyphosat stoppen?"</b> ist der längste Fall
mit sechs Schritten vom Wissenschaftsstreit IARC gegen EFSA bis zur
überraschenden Abstimmung der Mitgliedstaaten. Wer alle zehn Fälle abschließt,
holt die Auszeichnung „Marathon".</div>
<div class="b-box b-aufgaben"><b>✏️ Abschluss-Aufgaben:</b>
<ol>
<li><span class="b-stufe mittel">B</span>Erkläre den Unterschied zwischen
@@ -656,12 +675,12 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
</div>
<?php if ($LEHRER): ?>
<div class="b-box b-lehrer"><b>💡 Differenzierung &amp; Auswertung:</b>
Aufgabe D eignet sich als Gruppenprojekt mit „Kommissions-Rollenspiel": Eine
Aufgabe D eignet sich als Gruppenprojekt mit „Kommissions-Rollenspiel". Eine
Gruppe prüft die Zuständigkeit der anderen genau die Prüfung, an der „Stop
Brexit" scheiterte. Leistungsstarke Gruppen bearbeiten die Simulation im
<b>Profi-Modus</b> (weniger Hilfen) oder übernehmen den sechsteiligen
Glyphosat-Fall. Im Cockpit unter „Ergebnisse" sehen Sie pro Fall Sterne,
Versuche und Mülleimer-Zahl hohe Mülleimer-Werte bei Seite-2-Fragen deuten
Versuche und Mülleimer-Zahl. Hohe Mülleimer-Werte bei Seite-2-Fragen deuten
fast immer auf die Rat/Räte-Verwechslung hin. Für den inklusiven Unterricht:
<a href="?leicht=1">Leichte-Sprache-Version</a> dieses Kapitels gleiche
Bilder, gleiche Kernaussagen, reduzierte Aufgaben.</div>
+181 -158
View File
@@ -82,13 +82,15 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
'Naturraum wird Nutzraum: Wo Menschen Nahrung anbauen, entscheidet fast immer das Klima. Vorarlberger Rheintal.') ?>
<div class="b-box b-merke"><b>Darum geht es in diesem Kapitel:</b>
Du lernst, warum jede Nutzpflanze ihre eigene
<?= g('klimazone', 'Klimazone') ?> braucht: wie Temperatur und Niederschlag
über <?= g('eignungsklasse', 'Eignung') ?> und
<?= g('koeppen-geiger', 'Köppen-Geiger-Klassifikation', 'Köppen-Geiger') ?>
entscheiden, wo die großen Anbaugürtel der Erde liegen, warum es
<b>Anbaugrenzen</b> gibt und wie der <?= g('klimawandel', 'Klimawandel') ?>
diese Grenzen gerade verschiebt und die <b>Welternährung</b> unter Druck setzt.</div>
Jede Pflanze braucht ein bestimmtes Wetter. Darum wächst nicht überall
alles. Temperatur und Regen teilen die Erde in
<?= g('klimazone', 'Klimazonen') ?> ein. Diese Zonen entscheiden, wo die
großen <?= g('anbauguertel', 'Anbaugürtel') ?> der Erde liegen. Oft gibt es
eine <?= g('anbaugrenze', 'Anbaugrenze') ?>. Das ist eine Linie, hinter der
eine Pflanze nicht mehr wächst. Der <?= g('klimawandel', 'Klimawandel') ?>
verschiebt diese Grenzen gerade. Das macht die
<?= g('welternaehrung', 'Welternährung') ?> schwieriger also das Essen
für alle Menschen.</div>
<div class="b-chips">
<span class="b-chip">AT · GW 1.3</span>
@@ -100,13 +102,13 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 So arbeitest du mit der Simulation:</b>
Du bewirtschaftest die ganze Welt. Auf einer echten Weltkarte wählst du eine
Nutzpflanze oder ein Tier und setzt sie mit einem Tipp an einen Ort. Nach jedem
Jahr bekommst du für <i>jedes</i> Feld einen <b>Jahresbericht</b>: einen farbigen
Eignungsring (🟢 sehr gut bis 🔴 unmöglich) und einen Text, der erklärt, warum
die Ernte gelang oder scheiterte. Neue Sorten schalten sich mit den Jahren frei
von Weizen und Banane bis Kaffee, Datteln und Aquakultur. So wirst du durch
<b>wiederholte Versuche</b> zur Kennerin der Klimazonen.</div>
Du bewirtschaftest die ganze Welt. Zuerst wählst du eine Nutzpflanze oder ein
Tier. Dann tippst du auf einen Ort auf der Weltkarte. So setzt du dein Feld.
Nach jedem Jahr bekommst du für <i>jedes</i> Feld einen <b>Jahresbericht</b>.
Ein farbiger Ring zeigt: 🟢 sehr gut bis 🔴 unmöglich. Ein kurzer Text erklärt,
warum die Ernte gelang oder nicht. Mit den Jahren kommen neue Sorten dazu von
Weizen und Banane bis Kaffee, Datteln und Fisch-Aquakultur. So lernst du Schritt
für Schritt die Klimazonen kennen.</div>
<?= buchBild('heuernte-frueher',
'Scan eines alten Fotos: Heuernte, Feldarbeit oder Almabtrieb aus der Familien-Geschichte (Privatarchiv, Leihgabe).',
@@ -169,45 +171,49 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<h2>1 · Die Klimazonen der Erde: Temperatur und Niederschlag entscheiden</h2>
<div class="b-cols">
<div>
<p>Die Erde ist eine Kugel und deshalb trifft die Sonne sie überall
unterschiedlich stark. Am Äquator steht sie steil, hier ist es ganzjährig
heiß; zu den Polen hin fällt das Licht flach ein und wärmt kaum. So entstehen
die <?= g('klimazone', 'Klimazonen') ?>: große Gürtel mit ähnlichem Klima,
die sich wie Bänder um die Erde legen.</p>
<p>Zwei Größen bestimmen fast alles: die <b>Temperatur</b> (Wie warm im
Sommer? Gibt es Frost?) und der <b>Niederschlag</b> (Wie viel Regen? Wann
fällt er?). Vor über hundert Jahren haben Wladimir Köppen und Rudolf Geiger
genau daraus ein System gebaut, das
<p>Die Erde ist eine Kugel. Darum trifft die Sonne sie überall anders. Am
<?= g('aequator', 'Äquator') ?> steht die Sonne steil am Himmel. Dort ist es
das ganze Jahr heiß. An den Polen fällt das Licht ganz flach ein. Dort wärmt
es kaum. So entstehen die <?= g('klimazone', 'Klimazonen') ?>. Das sind große
Gürtel mit ähnlichem <?= g('klima', 'Klima') ?>. Sie legen sich wie Bänder um
die Erde.</p>
<p>Zwei Dinge bestimmen fast alles. Das Erste ist die <b>Temperatur</b>: Wie
warm ist der Sommer? Gibt es Frost? Das Zweite ist der <b>Niederschlag</b>:
Wie viel Regen fällt? Und wann fällt er? Vor über hundert Jahren bauten
Wladimir Köppen und Rudolf Geiger daraus ein System. Es heißt
<?= g('koeppen-geiger', 'Köppen-Geiger-Klassifikation', 'Köppen-Geiger') ?>.
Es steht bis heute in jedem Geografie-Atlas. Wir verwenden eine vereinfachte
Fassung mit acht Großzonen: von <b>tropisch feucht</b> (Regenwald) über
<b>Wüste</b> und <b>Mittelmeer-Klima</b> bis <b>boreal</b> (Taiga) und
<b>polar</b> (Tundra).</p>
<p>Österreich, Deutschland und die Schweiz liegen fast alle im
<b>gemäßigt-feuchten</b> Klima (Köppen „Cfb"): vier Jahreszeiten, ganzjährig
Niederschlag, kühle Sommer. Ein Sonderfall ist das
<?= g('subtropisch-cfa', 'subtropisch-feuchte Klima (Cfa)', 'Subtropisch (Cfa)') ?>
mit heißen, feuchten Sommern die wichtigste Reis-Klimazone der Welt.</p>
Es steht bis heute in jedem Atlas. Wir nutzen eine einfachere Fassung mit acht
großen Zonen. Sie reicht von tropisch feucht das ist der Regenwald über
die Wüste und das Mittelmeer-Klima. Ganz kalt wird es in der Taiga, einem
Nadelwald im Norden, und in der Tundra, dem baumlosen Kaltland am Pol.</p>
<p>Österreich, Deutschland und die Schweiz liegen fast ganz im
<b>gemäßigten</b> Klima. Fachleute nennen es „Cfb". Hier gibt es vier
Jahreszeiten. Es regnet das ganze Jahr. Die Sommer bleiben kühl. Etwas wärmer
ist das
<?= g('subtropisch-cfa', 'subtropisch-feuchte Klima (Cfa)', 'Subtropisch (Cfa)') ?>.
Dort sind die Sommer heiß und feucht. Das ist die wichtigste Reis-Zone der
Welt.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('klimazonen-atlas',
'Foto einer aufgeschlagenen Atlas-Doppelseite mit einer Klimazonen-Weltkarte (Köppen-Karte) Alltagsmotiv, gut aus dem Schulatlas abzulichten.',
'Die Klimazonen-Karte im Atlas: Jede Farbe steht für eine Zone aus Temperatur und Niederschlag. Genau dieses Prinzip steckt in der Simulation.') ?>
<div class="b-box b-merke"><b>Merke:</b> Eine Klimazone ist ein Großraum
mit ähnlichem Klima. Sie hängt vor allem vom Breitengrad ab und wird durch
<b>Temperatur</b> und <b>Niederschlag</b> bestimmt. Das Köppen-Geiger-System
teilt die Erde danach ein.</div>
<div class="b-box b-merke"><b>Merke:</b> Eine Klimazone ist ein großes Gebiet
mit ähnlichem Klima. Wie warm es ist, hängt vor allem vom
<?= g('breitengrad', 'Breitengrad') ?> ab. Das heißt: davon, wie weit ein Ort
vom Äquator entfernt liegt. <b>Temperatur</b> und <b>Niederschlag</b> machen
die Zone aus. Das Köppen-Geiger-System teilt die Erde danach ein.</div>
</div>
</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Die Weltkarte ist mit den
acht Köppen-Großzonen eingefärbt grün der tropische Regenwald, sandgelb die
Wüste, weiß das Polargebiet. Tippst du ein Feld an, ermittelt die Simulation
automatisch die Zone (und ob du auf Land oder Wasser gesetzt hast). Genau diese
Zone entscheidet später im Bericht über deinen Ernteerfolg. Die Zonen sind
didaktisch vereinfacht grob gerundet, keine Vermessungskarte.</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Die Weltkarte zeigt die
acht großen Zonen in Farben. Grün ist der Regenwald. Sandgelb ist die Wüste.
Weiß ist das Polargebiet. Tippst du ein Feld an, erkennt die Simulation die Zone
von selbst. Sie sieht auch, ob du auf Land oder auf Wasser gesetzt hast. Diese
Zone entscheidet später über deine Ernte. Die Farben sind mit Absicht grob
gehalten. Es ist eine Lernkarte, keine genaue Messkarte.</div>
<?php if ($LEHRER): ?>
<div class="b-box b-lehrer"><b>💡 Didaktischer Hinweis:</b> Verankern Sie die
Kernidee „Temperatur × Niederschlag = Zone" vor der ersten Pflanzung. Bewährt:
Kernidee „Temperatur · Niederschlag = Zone" vor der ersten Pflanzung. Bewährt:
ein leeres Achsenkreuz an die Tafel (x = Niederschlag, y = Temperatur) und die
acht Zonen gemeinsam einordnen. <b>Stolperstein:</b> Schüler:innen verwechseln
„warm" mit „gut für Pflanzen" die Wüste ist warm, aber ohne Wasser wächst
@@ -261,44 +267,48 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<div class="b-cols">
<div>
<p>Warum baut niemand Bananen in Norwegen an? Die Antwort heißt
<?= g('anbaugrenze', 'Anbaugrenze') ?>. Jede Nutzpflanze hat Ansprüche, die erfüllt sein müssen
wird eine Grenze überschritten, misslingt die Ernte, egal wie fleißig man
arbeitet. Drei Grenzen sind besonders wichtig.</p>
<p><b>Frost:</b> Die Banane braucht ganzjährig Wärme über 15 °C. In der ersten
Frostnacht platzen ihre wassergefüllten Zellen die Staude stirbt. Deshalb
endet der Bananenanbau dort, wo Winterfrost auftritt.
<b><?= g('vegetationsperiode', 'Vegetationsperiode') ?>:</b> Das ist die Zeit im Jahr, in der es warm genug zum
Wachsen ist. Im Norden ist der Sommer zu kurz, damit Reis oder Mais reifen
können die Pflanze kommt nicht zur Ernte.
<b>Höhengrenze:</b> Am Berg wird es je 100 Höhenmeter etwa 0,6 °C kälter. Die
Klimazonen wiederholen sich als <?= g('hoehenstufe', 'Höhenstufen') ?> von
unten nach oben ganz oben herrscht Kälte wie am Pol. Über der
<?= g('waldgrenze', 'Waldgrenze') ?> (in den Alpen rund 1.8002.200 m) wächst kein Wald mehr,
darüber endet auch der Ackerbau.</p>
<p>Genau deshalb funktioniert der <?= g('welthandel', 'Welthandel') ?>: Was
hier nicht wächst, kommt von dort, wo es die passende Klimazone gibt. Bananen,
Kaffee und Datteln legen tausende Kilometer zurück oft im
<?= g('reefer-container', 'Reefer-Container', 'Reefer-Container') ?>, weil sie
<?= g('verderblich', 'verderblich') ?> sind.</p>
<?= g('anbaugrenze', 'Anbaugrenze') ?>. Jede Pflanze braucht bestimmte
Bedingungen. Fehlt eine davon, misslingt die Ernte. Da hilft auch fleißige
Arbeit nicht. Drei Grenzen sind besonders wichtig.</p>
<p><b>1. Frost:</b> Die Banane braucht das ganze Jahr Wärme über 15 °C. In der
ersten Frostnacht gefriert das Wasser in ihren Zellen. Die Zellen platzen und
die Pflanze stirbt. Darum endet der Bananen-Anbau dort, wo es im Winter
friert.</p>
<p><b>2. <?= g('vegetationsperiode', 'Vegetationsperiode') ?>:</b> So heißt die
warme Zeit im Jahr, in der Pflanzen wachsen können. Im Norden ist der Sommer
dafür zu kurz. Reis oder Mais werden dort nicht reif. Sie kommen nie zur
Ernte.</p>
<p><b>3. Höhengrenze:</b> Am Berg wird es nach oben immer kälter. Je 100 Meter
höher sinkt die Temperatur um etwa 0,6 °C. So wiederholen sich die Klimazonen
als <?= g('hoehenstufe', 'Höhenstufen') ?> von unten nach oben. Ganz oben ist
es so kalt wie am Pol. Über der <?= g('waldgrenze', 'Waldgrenze') ?> wächst
kein Wald mehr. In den Alpen liegt sie bei rund 1.800 2.200 m. Darüber endet
auch der Ackerbau.</p>
<p>Genau deshalb gibt es den <?= g('welthandel', 'Welthandel') ?>. Was bei uns
nicht wächst, kommt aus einem anderen Land. Dort passt die Klimazone. Bananen,
Kaffee und Datteln reisen tausende Kilometer weit. Sie fahren oft im
<?= g('reefer-container', 'Reefer-Container', 'Reefer-Container') ?>. Das ist
ein gekühlter Schiffs-Container. Denn diese Waren sind
<?= g('verderblich', 'verderblich') ?> sie werden schnell schlecht.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('anbaugrenze-banane-regal',
'Bananen-Regal im Supermarkt mit sichtbarem Herkunftsschild („Ecuador", „Kolumbien") ein Alltagsmotiv, das die Anbaugrenze greifbar macht.',
'Keine Banane wächst in Vorarlberg sie kommt aus den Tropen. Das Herkunftsschild im Supermarkt erzählt die ganze Geschichte der Anbaugrenze.') ?>
<div class="b-box b-daten"><b>📊 Echte Zahlen:</b>
<?= g('subtropisch-cfa', 'Reis', 'Subtropisch (Cfa)') ?> ist das
Grundnahrungsmittel für rund die <b>Hälfte der Menschheit</b> etwa
<b>3,5 Milliarden Menschen</b> essen ihn täglich. <span class="q">[1]</span>
Er braucht Wärme <i>und</i> sehr viel Wasser deshalb wächst er nur in warmen,
feuchten Zonen, nicht in Mitteleuropa.</div>
<?= g('subtropisch-cfa', 'Reis', 'Subtropisch (Cfa)') ?> ist das wichtigste
Essen für die halbe Welt. Etwa <b>3,5 Milliarden Menschen</b> essen ihn jeden
Tag. <span class="q">[1]</span> Reis braucht Wärme und sehr viel Wasser. Darum
wächst er nur in warmen, feuchten Zonen. Bei uns in Mitteleuropa wächst er
nicht.</div>
</div>
</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Anbaugrenzen erlebst du
direkt. Setze eine Banane in den hohen Norden der Bericht färbt den Ring rot
(„🔴 unmöglich") und erklärt: „In der ersten Frostnacht platzen die Zellen." Setz
sie in die Tropen, wird der Ring grün. Der Bericht nennt dir immer die Zone, die
<?= g('eignungsklasse', 'Eignungsklasse', 'Eignungsklasse') ?> von 🟢 bis 🔴 und
einen Fachtext dazu. Wer eine Pflanze ins offene Meer setzt, erfährt: Nur die
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Anbaugrenzen erlebst du hier
direkt. Setze eine Banane in den hohen Norden. Der Ring wird rot: „🔴 unmöglich".
Der Bericht erklärt: „In der ersten Frostnacht platzen die Zellen." Setzt du sie
in die Tropen, wird der Ring grün. Der Bericht nennt dir immer die Zone und die
<?= g('eignungsklasse', 'Eignungsklasse', 'Eignungsklasse') ?> von 🟢 bis 🔴. Wer
eine Pflanze ins offene Meer setzt, liest: Nur die
<?= g('aquakultur', 'Fisch-Aquakultur', 'Aquakultur') ?> wächst im Wasser.</div>
<div class="b-box b-aufgaben"><b>✏️ Aufgaben:</b>
<ol>
@@ -363,21 +373,24 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<h2>3 · Was wächst wo? Die großen Anbaugürtel der Erde</h2>
<div class="b-cols">
<div>
<p>Weil jede Pflanze ihre Zone braucht, ordnet sich die Weltlandwirtschaft in
<?= g('anbauguertel', 'Anbaugürtel') ?> Bänder rund um die Erde, in denen dieselbe Kultur
dominiert. Ein Blick auf die Weltkarte, den man im Kopf haben sollte:</p>
<p><b>Weizen</b> das wichtigste Brotgetreide mag gemäßigte Zonen mit Sommer
und Winter: der US-Weizengürtel, die Ukraine („Kornkammer Europas"), Mitteleuropa.
<b>Reis</b> beherrscht das warme, wasserreiche Asien (Mekong- und Ganges-Delta,
Süd-China). <b>Mais</b> liebt warm-feuchte Sommer der US-Corn-Belt, China und
Brasilien führen. <b>Soja</b> wächst großflächig in Süd-Brasilien, Argentinien
und den USA (viel davon wird zu Tierfutter).</p>
<p>Und die Genussmittel? <b>Kaffee</b> gedeiht im tropischen Hochland
(Brasilien, Kolumbien, Äthiopien, Vietnam), <b>Bananen</b> im feuchtheißen
Tiefland (Ecuador), <b>Datteln</b> in den Wüsten-Oasen (Saudi-Arabien, Iran,
Algerien), <b>Oliven</b> rund ums Mittelmeer. Diese Waren gehen über den
<?= g('welthandel', 'Welthandel') ?> um die ganze Erde häufig von riesigen
Feldern mit nur einer Sorte, sogenannten <?= g('plantage', 'Plantagen') ?>.</p>
<p>Jede Pflanze braucht ihre Zone. Darum ordnet sich die Landwirtschaft der
Welt in <?= g('anbauguertel', 'Anbaugürtel') ?>. Das sind Bänder rund um die
Erde. In jedem Band wächst vor allem eine Pflanze. Diese Karte solltest du im
Kopf haben:</p>
<p><b>Weizen</b> ist das wichtigste Brotgetreide. Es mag gemäßigte Zonen mit
Sommer und Winter. Große Weizen-Gebiete liegen in den USA, in der Ukraine und
in Mitteleuropa. Die Ukraine nennt man die „Kornkammer Europas".
<b>Reis</b> wächst im warmen, wasserreichen Asien zum Beispiel in Süd-China
und in den großen Fluss-Deltas. <b>Mais</b> liebt warm-feuchte Sommer. Vorne
liegen die USA, China und Brasilien. <b>Soja</b> wächst auf riesigen Feldern in
Süd-Brasilien, Argentinien und den USA. Vieles davon wird zu Tierfutter.</p>
<p>Und die Genussmittel? <b>Kaffee</b> wächst im tropischen Hochland, zum
Beispiel in Brasilien, Kolumbien und Äthiopien. <b>Bananen</b> mögen das
feuchtheiße Tiefland, etwa in Ecuador. <b>Datteln</b> reifen in den Oasen der
Wüste. <b>Oliven</b> wachsen rund ums Mittelmeer. Diese Waren gehen über den
<?= g('welthandel', 'Welthandel') ?> um die ganze Erde. Oft kommen sie von
riesigen Feldern mit nur einer Sorte. Solche Felder heißen
<?= g('plantage', 'Plantagen') ?>.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('anbauguertel-getreidefeld',
@@ -387,20 +400,22 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
Weltproduktion 2022: <b>Weizen ~808 Mio. t</b>, <b>Reis ~767 Mio. t</b> die
zwei wichtigsten Grundnahrungsmittel der Erde. <span class="q">[1][2]</span></div>
<div class="b-box b-daten"><b>📊 Warum Bananen aus Übersee?</b>
Über See exportiert man vor allem, was im Zielland nicht wächst. Weizen
dagegen bekommt beim Verkauf auf einem anderen Kontinent einen
<?= g('importpreis-abschlag', 'Importpreis-Abschlag', 'Importpreis-Abschlag') ?>
von rund <b>30 %</b> die lokale Ernte ist näher und billiger.</div>
Über das Meer verkauft man vor allem, was im Zielland nicht wächst. Weizen
wächst fast überall. Verkauft man ihn auf einem anderen Kontinent, gibt es
weniger Geld dafür. Diesen Nachlass nennt man
<?= g('importpreis-abschlag', 'Importpreis-Abschlag', 'Importpreis-Abschlag') ?>.
Er beträgt rund <b>30 %</b>. Die Ernte vor Ort ist näher und billiger.</div>
</div>
</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Die Simulation ist eine
Anbaugürtel-Werkstatt. Setzt du eine Sorte an vielen Orten, entsteht Feld für
Feld die Weltkarte ihrer Eignung. Verkauft wird an einen von fünf
<?= g('welt-hafen', 'Welt-Häfen', 'Welt-Hafen / Container-Hub') ?> (Hamburg,
New York, Shanghai, São Paulo, Dubai); der Markt wechselt alle drei Jahre. Liegt
dein Feld auf einem anderen Kontinent als der Markt, greift der Importpreis-Abschlag
tropische Hochpreis-Ware wie Kaffee verkraftet das, Massengut wie Weizen wird
über See unrentabel. Genau so verlaufen die echten Welthandelsströme.</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Hier baust du die
Anbaugürtel selbst nach. Setzt du eine Sorte an viele Orte, entsteht Feld für
Feld ihre Eignungs-Karte. Verkauft wird an einen von fünf
<?= g('welt-hafen', 'Welt-Häfen', 'Welt-Hafen / Container-Hub') ?>: Hamburg,
New York, Shanghai, São Paulo oder Dubai. Der Markt wechselt alle drei Jahre.
Liegt dein Feld auf einem anderen Kontinent als der Hafen, greift der
Importpreis-Abschlag. Teure Ware wie Kaffee verträgt das gut. Billiges Massengut
wie Weizen lohnt sich über das Meer nicht mehr. Genau so laufen die echten
Handelswege der Welt.</div>
<div class="b-box b-aufgaben"><b>✏️ Aufgaben:</b>
<ol>
<li><span class="b-stufe leicht">A</span>Ordne zu: Weizen, Reis, Kaffee,
@@ -465,43 +480,46 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<h2>4 · Nutztiere und Weideland: Wo Ackerbau endet, beginnt die Weide</h2>
<div class="b-cols">
<div>
<p>Dort, wo Ackerbau nicht mehr geht zu steil, zu kalt, zu trocken , hält
der Mensch Tiere. <b>Rind, Schaf und Ziege</b> verwandeln Gras, das wir nicht
essen können, in Milch, Fleisch und Wolle. So werden auch Bergland, Steppe und
Tundra nutzbar. Jedes Tier hat dabei seine Klimazone: das <b>Rentier</b> die
kalte Tundra und Taiga, das <b>Kamel</b> die heiße Wüste, das Rind die
saftigen Wiesen der gemäßigten Zone.</p>
<p>Ein Musterbeispiel im D-A-CH-Raum ist die <?= g('almwirtschaft', 'Alm- bzw. Alpwirtschaft') ?>:
Im Sommer treibt man das Vieh auf die hochgelegenen Almweiden über der
Waldgrenze. Das schont die Talwiesen (dort wächst das Winterheu), nutzt das
Bergfutter und hält die Kulturlandschaft offen ohne Beweidung würde vieles
verbuschen. Aus der Almmilch entsteht hochwertiger Bergkäse. Alm- und
Alpwirtschaft prägen Österreich, die Schweiz und Süddeutschland (Bayern,
Allgäu) gleichermaßen.</p>
<p>Aber Weideland hat eine Grenze: Grasen zu viele Tiere auf zu wenig Fläche,
wächst das Gras nicht mehr nach das nennt man
<?= g('ueberweidung', 'Überweidung') ?>. In der afrikanischen Sahelzone trägt
sie sogar zur Wüstenbildung bei.</p>
<p>Manchmal geht kein Ackerbau. Der Boden ist zu steil, zu kalt oder zu
trocken. Dann hält der Mensch Tiere. <b>Rind, Schaf und Ziege</b> fressen
Gras. Gras können wir Menschen nicht essen. Die Tiere machen daraus Milch,
Fleisch und Wolle. So kann man auch Bergland, Steppe und kalte Tundra nutzen.
Jedes Tier hat seine eigene Zone. Das <b>Rentier</b> mag die kalte Tundra und
die Taiga im Norden. Das <b>Kamel</b> mag die heiße Wüste. Das Rind mag die
saftigen Wiesen bei uns.</p>
<p>Ein gutes Beispiel bei uns ist die
<?= g('almwirtschaft', 'Alm- bzw. Alpwirtschaft') ?>. Im Sommer treibt man das
Vieh hoch auf die Almweiden. Diese Weiden liegen über der
<?= g('waldgrenze', 'Waldgrenze') ?>. Das hat mehrere Vorteile. Die Talwiesen
bleiben in Ruhe dort wächst das Heu für den Winter. Das Gras am Berg wird
genutzt. Und die Landschaft bleibt offen. Ohne die Tiere würden bald überall
Büsche wachsen. Aus der Almmilch macht man feinen Bergkäse. Alm- und
Alpwirtschaft gehören zu Österreich, zur Schweiz und zu Süddeutschland
(Bayern, Allgäu).</p>
<p>Aber auch Weideland hat eine Grenze. Fressen zu viele Tiere auf zu wenig
Fläche, wächst das Gras nicht mehr nach. Das nennt man
<?= g('ueberweidung', 'Überweidung') ?>. In der Sahelzone in Afrika führt sie
sogar dazu, dass die Wüste größer wird.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('alp-kuehe',
'Kühe auf einer Sommeralp oder ein festlich geschmückter Almabtrieb (Kühe mit Kopfschmuck) ein starkes, typisch vorarlbergisches Motiv aus dem Bregenzerwald.',
'Sommer auf der Alp: Das Vieh nutzt das Bergfutter über der Waldgrenze. Almwirtschaft ist gelebter D-A-CH-Alltag. Bregenzerwald.') ?>
<div class="b-box b-daten"><b>📊 Echte Zahlen:</b> Österreich zählt rund
<b>8.400 Almen</b> auf gut <b>322.000 ha</b>; im Sommer 2022 wurden etwa
<b>300.000 Rinder</b> gealpt, darunter ~50.000 Milchkühe.
<span class="q">[3][4]</span></div>
<div class="b-box b-daten"><b>📊 Echte Zahlen:</b> Österreich hat rund
<b>8.400 Almen</b>. Sie bedecken gut <b>322.000 Hektar</b>. Im Sommer 2022
kamen etwa <b>300.000 Rinder</b> auf die Alm. Davon waren rund 50.000
Milchkühe. <span class="q">[3][4]</span></div>
</div>
</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Tiere setzt du wie Pflanzen
aber sie haben eigene Zonen. Das Rentier bringt nur in Tundra und Taiga
Spitzenerträge, das Kamel nur in Wüste und Trockensavanne. Setzt du zu viele
gleiche Felder dicht nebeneinander, drohen
<?= g('bodenmuedigkeit', 'Bodenmüdigkeit') ?> und bei
<?= g('monokultur', 'Monokultur') ?> ein
<?= g('krankheits-ausbruch', 'Krankheits-Ausbruch', 'Krankheits-Ausbruch (Landwirtschaft)') ?>,
der den ganzen Bestand vernichten kann. Das ist die Weide-Version der
Überweidung: Vielfalt und Abstand schützen.</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Tiere setzt du wie Pflanzen.
Aber sie haben eigene Zonen. Das Rentier bringt nur in Tundra und Taiga viel
Ertrag. Das Kamel nur in Wüste und Trockensavanne. Setzt du zu viele gleiche
Felder dicht nebeneinander, wird der Boden müde. Fachleute sagen dazu
<?= g('bodenmuedigkeit', 'Bodenmüdigkeit') ?>. Baust du immer nur eine Sorte an,
nennt man das <?= g('monokultur', 'Monokultur') ?>. Dann droht ein
<?= g('krankheits-ausbruch', 'Krankheits-Ausbruch', 'Krankheits-Ausbruch (Landwirtschaft)') ?>.
Er kann den ganzen Bestand vernichten. Das ist wie die Überweidung auf der Weide.
Vielfalt und Abstand schützen.</div>
<div class="b-box b-aufgaben"><b>✏️ Aufgaben:</b>
<ol>
<li><span class="b-stufe leicht">A</span>Ordne Rentier und Kamel je ihrer
@@ -563,27 +581,32 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<h2>5 · Klimawandel, Welternährung und der Boden unter uns</h2>
<div class="b-cols">
<div>
<p>Der <?= g('klimawandel', 'Klimawandel') ?> verschiebt die Anbaugrenzen
messbar. Weil <?= g('treibhausgas', 'Treibhausgase') ?> die Erde erwärmen,
wandern Klimazonen polwärts und bergauf. Manches wird möglich, wo es früher zu
kalt war: In Südengland ist eine ernstzunehmende Weinregion entstanden. Doch
der Wandel bringt vor allem Risiken: Hitze und <b>Dürre</b> lassen Ernten
verdorren, Wetterextreme werden häufiger, und wo Wasser fehlt, droht
Wüstenbildung. Für die <?= g('welternaehrung', 'Welternährung') ?> ist das gefährlich schon heute
hungern hunderte Millionen Menschen.</p>
<p>Auch <i>wie</i> wir anbauen, zählt. <?= g('monokultur', 'Monokulturen') ?>
sind effizient, aber anfällig für <?= g('bodenmuedigkeit', 'Bodenmüdigkeit') ?>
und Krankheiten. Die <b>Bio-Landwirtschaft</b> setzt auf Fruchtfolge, Vielfalt
und Verzicht auf chemische Dünger schonender für Boden und Klima, aber oft
mit geringeren Erträgen. Beide Wege haben Stärken; Österreich ist bei Bio
europaweit führend.</p>
<p>Und schließlich der Boden selbst: Fruchtbarer Ackerboden ist nicht
vermehrbar. Wird er zubetoniert für Straßen, Hallen, Parkplätze , ist er
für immer verloren. Diese <?= g('bodenversiegelung', 'Bodenversiegelung') ?>
ist gerade im dicht besiedelten Österreich ein großes Thema für die
<?= g('nachhaltigkeit', 'Nachhaltigkeit') ?>. Sie ist doppelt folgenschwer:
Versiegelter Boden kann auch kein Regenwasser mehr aufnehmen, was bei
Starkregen Überschwemmungen verstärkt.</p>
<p>Der <?= g('klimawandel', 'Klimawandel') ?> verschiebt die Anbaugrenzen.
<?= g('treibhausgas', 'Treibhausgase') ?> machen die Erde wärmer. Darum wandern
die Klimazonen langsam Richtung Pole und den Berg hinauf. An manchen Orten wird
jetzt etwas möglich, was früher zu kalt war. In Südengland zum Beispiel wächst
neuerdings guter Wein. Doch der Wandel bringt vor allem Gefahren. Hitze und
<b>Dürre</b> lassen Ernten verdorren. Eine Dürre ist eine lange Zeit ohne
Regen. Stürme und andere Wetter-Extreme werden häufiger. Wo Wasser fehlt,
breitet sich die Wüste aus. Für die
<?= g('welternaehrung', 'Welternährung') ?> ist das gefährlich. Schon heute
haben hunderte Millionen Menschen zu wenig zu essen.</p>
<p>Auch <i>wie</i> wir anbauen, ist wichtig. Eine
<?= g('monokultur', 'Monokultur') ?> ist ein Feld mit nur einer Sorte. Das ist
günstig. Aber der Boden wird schnell müde. Fachleute nennen das
<?= g('bodenmuedigkeit', 'Bodenmüdigkeit') ?>. Und Krankheiten breiten sich
leicht aus. Die <b>Bio-Landwirtschaft</b> macht es anders. Sie wechselt die
Pflanzen von Jahr zu Jahr. Das heißt Fruchtfolge. Sie setzt auf Vielfalt und
verzichtet auf chemischen Dünger. Das schont Boden und Klima. Dafür ist die
Ernte oft kleiner. Beide Wege haben ihre Stärken. Bei Bio ist Österreich in
Europa führend.</p>
<p>Zum Schluss der Boden selbst. Guten Ackerboden kann man nicht neu machen.
Baut man Straßen, Hallen oder Parkplätze darauf, ist er für immer weg. Das
nennt man <?= g('bodenversiegelung', 'Bodenversiegelung') ?>. Gerade im engen
Österreich ist das ein großes Thema für die
<?= g('nachhaltigkeit', 'Nachhaltigkeit') ?>. Versiegelter Boden hat noch ein
Problem. Er kann kein Regenwasser mehr aufnehmen. Bei Starkregen gibt es dann
schneller Überschwemmungen.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('klimawandel-baustelle-acker',
@@ -601,13 +624,13 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
</div>
</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Setzt du immer dieselbe
Sorte dicht zusammen, sinkt der Ertrag durch Bodenmüdigkeit, und ab drei
benachbarten Feldern droht jährlich ein Krankheits-Ausbruch mit Totalverlust
echte Vorbilder wie die Panama-Krankheit der Banane stecken dahinter. Wer dagegen
<b>vielfältig und mit Abstand</b> anbaut, erntet stabiler. Der
<?= g('co2-fussabdruck', 'CO₂-Fußabdruck', 'CO₂-Fußabdruck') ?> jeder Lieferung
wird mitgerechnet: Ein Schiff stößt je Tonne und Kilometer nur rund ein Sechstel
des CO₂ eines Lkw aus deshalb ist Übersee-Ware per Schiff oft klimafreundlicher,
Sorte dicht zusammen, sinkt der Ertrag. Der Boden wird müde. Ab drei Feldern
nebeneinander droht jedes Jahr ein Krankheits-Ausbruch. Dann ist die ganze Ernte
weg. Ein echtes Vorbild ist die Panama-Krankheit der Banane. Baust du dagegen
<b>vielfältig und mit Abstand</b> an, erntest du sicherer. Die Simulation rechnet
auch den <?= g('co2-fussabdruck', 'CO₂-Fußabdruck', 'CO₂-Fußabdruck') ?> jeder
Lieferung mit. Ein Schiff stößt je Tonne und Kilometer nur rund ein Sechstel des
CO₂ von einem Lkw aus. Darum ist Ware per Schiff aus Übersee oft klimafreundlicher,
als man denkt.</div>
<div class="b-box b-aufgaben"><b>✏️ Abschluss-Aufgaben:</b>
<ol>
+79 -74
View File
@@ -83,13 +83,13 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
'Ein Notarzthubschrauber im Alpenraum: Die Crew navigiert mit Karte, Koordinaten und Ortskenntnis jede Minute zählt.') ?>
<div class="b-box b-merke"><b>Darum geht es in diesem Kapitel:</b>
Du lernst, wie man mit dem <?= g('gradnetz', 'Gradnetz') ?> jeden Punkt der
Erde eindeutig benennt, wie <?= g('hoehenlinie', 'Höhenlinien') ?> und
<?= g('hoehenstufe', 'Höhenstufen') ?> das Gebirge auf der Karte lesbar
machen, wie man aus <?= g('massstab', 'Maßstab') ?>, Entfernung und
Geschwindigkeit die Flugzeit berechnet und wie die
Mit dem <?= g('gradnetz', 'Gradnetz') ?> benennst du jeden Punkt der Erde
ganz genau. <?= g('hoehenlinie', 'Höhenlinien') ?> und
<?= g('hoehenstufe', 'Höhenstufen') ?> zeigen dir das Gebirge auf einer
flachen Karte. Aus <?= g('massstab', 'Maßstab') ?>, Entfernung und Tempo
rechnest du die Flugzeit aus. Und du erfährst, wie die
<?= g('flugrettung', 'Flugrettung') ?> in Österreich, Deutschland und der
Schweiz organisiert ist.</div>
Schweiz aufgebaut ist.</div>
<div class="b-chips">
<span class="b-chip">AT · GW 1.3 &amp; 1.6</span>
@@ -101,14 +101,14 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 So arbeitest du mit der Simulation:</b>
Du übernimmst einen Rettungshubschrauber und arbeitest jeden Einsatz in
Du übernimmst einen Rettungshubschrauber. Jeden Einsatz arbeitest du in
sechs Phasen ab: <b>Einsatz wählen · Route planen · Start · Kartenflug ·
Landung mit Seilwinde · Auswertung</b>. 25 Einsätze in allen neun
Bundesländern warten vom Skiunfall in Damüls bis zur Seerettung am
Bodensee. Die Leitstelle spricht mit dir: Sie nennt dir Richtung und
Entfernung zum nächsten Wegpunkt, und Pilotin Marlene erklärt dir am
Anfang alles Wichtige. Gestartet wird an echten Stützpunkten zum
Beispiel C8 Nenzing oder C9 Wien-Baumgasse.</div>
Bundesländern warten auf dich vom Skiunfall in Damüls bis zur Seerettung
am Bodensee. Die Leitstelle spricht mit dir. Sie nennt dir Richtung und
Entfernung zum nächsten Wegpunkt. Pilotin Marlene erklärt dir am Anfang
alles Wichtige. Du startest an echten Stützpunkten zum Beispiel C8
Nenzing oder C9 Wien-Baumgasse.</div>
<?= buchBild('gradnetz-globus',
'Schul-Globus mit gut sichtbarem Gradnetz, Nahaufnahme (Klassenzimmer oder Schreibtisch).',
@@ -184,10 +184,10 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
Minute in 60 <b>Sekunden</b> (″) so lässt sich ein Punkt bis auf wenige
Meter genau beschreiben. Genau so gibt eine Leitstelle der Flugrettung
eine <?= g('einsatzkoordinate', 'Einsatzkoordinate') ?> durch.</p>
<p>Dein Smartphone bestimmt seine Position übrigens laufend selbst:
<?= g('gps', 'GPS') ?>-Satelliten senden Zeitsignale, aus denen der
Empfänger seine Koordinaten berechnet die Grundlage jeder Karten-App,
jeder Navigation und jeder Ortung im Notfall.</p>
<p>Dein Smartphone kennt seine Position immer.
<?= g('gps', 'GPS') ?>-Satelliten senden Zeit-Signale aus dem Weltall.
Aus diesen Signalen berechnet dein Handy seine Koordinaten. Das steckt
hinter jeder Karten-App und hinter jeder Ortung im Notfall.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('koordinaten-kartenapp',
@@ -262,24 +262,26 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<div class="b-cols">
<div>
<p>Eine <?= g('topografische-karte', 'topografische Karte') ?> zeigt das
Gelände aber wie bringt man einen 2.000-Meter-Berg auf ein flaches
Blatt? Mit <?= g('hoehenlinie', 'Höhenlinien') ?>: Jede Linie verbindet
alle Punkte gleicher Höhe. Liegen die Linien <b>eng</b> beieinander, ist
der Hang <b>steil</b>; liegen sie weit auseinander, ist er flach. Eine
Hubschrauber-Crew liest daraus in Sekunden, wo ein Grat, eine Schlucht
oder ein flacher Landeplatz liegt.</p>
<p>Mit der Höhe ändert sich auch das Klima: Pro 100 Höhenmeter sinkt die
Temperatur im Schnitt um rund <b>0,65 °C</b> ein Berg trägt also
Gelände also Berge, Täler und Höhen. Aber wie bringt man einen
2.000-Meter-Berg auf ein flaches Blatt? Mit
<?= g('hoehenlinie', 'Höhenlinien') ?>. Jede Linie verbindet alle Punkte
gleicher Höhe. Liegen die Linien <b>eng</b> beieinander, ist der Hang
<b>steil</b>. Liegen sie weit auseinander, ist er flach. Eine
Hubschrauber-Crew erkennt so in Sekunden, wo ein Grat, eine Schlucht oder
ein flacher Landeplatz liegt.</p>
<p>Mit der Höhe ändert sich auch das Klima. Pro 100 Höhenmeter sinkt die
Temperatur im Schnitt um rund <b>0,65 °C</b>. Ein Berg trägt darum
mehrere <?= g('klimazone', 'Klimazonen') ?> übereinander. Diese
<?= g('hoehenstufe', 'Höhenstufen') ?> prägen die Alpen: unten Siedlungen
und Obstwiesen, darüber der Bergwald, ab der
<?= g('waldgrenze', 'Waldgrenze') ?> (je nach
Lage etwa 1.700 bis 2.200 m) nur noch Almen und Matten, ganz oben Fels,
Schnee und Eis (<b>nivale Stufe</b>).</p>
<p>Für die Flugrettung sind Höhenstufen Alltag: Ein Einsatz an der
Stockwerke heißen <?= g('hoehenstufe', 'Höhenstufen') ?>. Ganz unten
liegen Siedlungen und Obstwiesen. Darüber wächst der Bergwald. Ab der
<?= g('waldgrenze', 'Waldgrenze') ?> (je nach Lage etwa 1.700 2.200 m)
gibt es nur noch Almen und Matten. Ganz oben ist nur Fels, Schnee und
Eis. Diese oberste Stufe nennt man <b>nivale Stufe</b> das Wort kommt
vom lateinischen Namen für Schnee.</p>
<p>Für die Flugrettung sind Höhenstufen Alltag. Ein Einsatz an der
Waldgrenze bedeutet andere Temperaturen, anderes Wetter und dünnere Luft
als im Tal und oft keinen Platz zum Landen, sodass mit der Seilwinde
gearbeitet werden muss.</p>
als im Tal. Oft gibt es dort keinen Platz zum Landen. Dann bergen die
Retter:innen die verletzte Person mit der Seilwinde.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('hoehenlinien-wanderkarte',
@@ -291,7 +293,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<div class="b-box b-daten"><b>📊 Echte Zahlen:</b>
Temperaturabnahme im Gebirge: ø <b>0,65 °C je 100 m</b>
<span class="q">[8]</span> · Waldgrenze in den Alpen: je nach Region
und Hanglage ca. <b>1.7002.200 m</b> <span class="q">[9]</span></div>
und Hanglage ca. <b>1.700 2.200 m</b> <span class="q">[9]</span></div>
</div>
</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Viele Einsatzorte liegen
@@ -374,11 +376,12 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
direkten Weg
Straßen, Pässe und Serpentinen zählen für ihn nicht. Genau das
macht ihn im Gebirge unschlagbar schnell.</p>
<p>Die Richtung beschreibt man mit den Himmelsrichtungen der
<?= g('windrose', 'Windrose') ?> zwischen den Haupt- und Nebenrichtungen (N, NO, O, SO, S,
SW, W, NW) unterscheiden Profis noch feiner, etwa Nord-Nordost. Ein
<?= g('kompass', 'Kompass') ?> zeigt Norden an; in der Luftfahrt gibt
man den Kurs zusätzlich als Winkel von 0° bis 360° an.</p>
<p>Die Richtung beschreibt man mit den Himmelsrichtungen. Sie stehen auf
der <?= g('windrose', 'Windrose') ?> dem Stern aus Richtungen: Nord,
Ost, Süd, West und die Zwischenrichtungen (NO, SO, SW, NW). Profis
unterscheiden noch feiner, zum Beispiel Nord-Nordost. Ein
<?= g('kompass', 'Kompass') ?> zeigt dir immer, wo Norden ist. In der
Luftfahrt gibt man den Kurs zusätzlich als Winkel von 0° bis 360° an.</p>
<p>Die Zeit liefert die Grundformel der Bewegung:
<b>Zeit = Weg : Geschwindigkeit</b>. Ein Notarzthubschrauber vom Typ
H135 fliegt rund <b>220 km/h</b>, also etwa 220 : 60 ≈ <b>3,7 km pro
@@ -474,25 +477,26 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<h2>4 · Die Flugrettung in Österreich, Deutschland und der Schweiz</h2>
<div class="b-cols">
<div>
<p>Seit 1983 der erste Christophorus-Hubschrauber in Innsbruck abhob,
ist in Österreich ein flächendeckendes Netz entstanden: Die
ÖAMTC-Flugrettung betreibt heute <b>17 ganzjährige
Christophorus-Stützpunkte</b> mit 27 Hubschraubern von C1 Innsbruck
über C8 Nenzing im Walgau bis C9 in Wien-Baumgasse, wo der Heli vom
Dach startet. Im Winter verstärken vier saisonale Stützpunkte in den
Skigebieten das Netz. 2025 flogen die Crews <b>21.650 Einsätze</b>
rund 59 pro Tag. Alarmiert wird der Heli bei Zeitkritischem: schwere
Unfälle, Herzinfarkt, Schlaganfall und immer dann, wenn der Ort für
den Rettungswagen schlecht erreichbar ist.</p>
<p>Die Nachbarländer zeigen dasselbe Prinzip in anderer Größe: Die
Schweizer <b>Rega</b> erreicht mit 14 Helikopter-Basen jeden Punkt der
Schweiz in <b>15 Flugminuten</b> und wird von 3,7 Millionen
Gönner:innen finanziert. In Deutschland teilen sich vor allem
<b>ADAC Luftrettung</b> (rund 60 Hubschrauber an 37 Stationen, ca.
49.000 Einsätze 2025) und <b>DRF Luftrettung</b> (32 Stationen, rund
35.900 Einsätze) die Arbeit. Ein Hubschrauber trägt dabei sein
<?= g('heli-kennzeichen', 'Kennzeichen') ?> wie ein Auto: OE-… steht
für Österreich, HB-… für die Schweiz, D-… für Deutschland.</p>
<p>1983 hob in Innsbruck der erste Christophorus-Hubschrauber ab. Seither
ist in Österreich ein dichtes Netz entstanden es deckt heute das ganze
Land ab. Die ÖAMTC-Flugrettung betreibt <b>17 ganzjährige
Christophorus-Stützpunkte</b> mit 27 Hubschraubern. Sie reichen von C1
Innsbruck über C8 Nenzing im Walgau bis C9 in Wien-Baumgasse, wo der Heli
vom Dach startet. Im Winter kommen vier weitere Stützpunkte in den
Skigebieten dazu. 2025 flogen die Crews <b>21.650 Einsätze</b> rund 59
pro Tag. Den Heli ruft die Leitstelle immer dann, wenn es schnell gehen
muss: bei schweren Unfällen, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Oder wenn der
Rettungswagen den Ort schlecht erreicht.</p>
<p>Die Nachbarländer machen es genauso nur in anderer Größe. Die
Schweizer <b>Rega</b> hat 14 Helikopter-Basen. Sie erreicht damit jeden
Punkt der Schweiz in <b>15 Flugminuten</b>. Bezahlt wird sie von
3,7 Millionen Gönner:innen das sind Menschen, die freiwillig Geld
spenden. In Deutschland teilen sich vor allem <b>ADAC Luftrettung</b>
(rund 60 Hubschrauber an 37 Stationen, ca. 49.000 Einsätze 2025) und
<b>DRF Luftrettung</b> (32 Stationen, rund 35.900 Einsätze) die Arbeit.
Jeder Hubschrauber trägt ein <?= g('heli-kennzeichen', 'Kennzeichen') ?>
wie ein Auto: OE-… steht für Österreich, HB-… für die Schweiz, D-… für
Deutschland.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('stuetzpunkt-landeplatz',
@@ -575,24 +579,25 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<div>
<p>Das Gebirge verzeiht wenig Fehler. <?= g('lawine', 'Lawinen') ?>
fordern in Österreich im 10-Jahres-Schnitt <b>16 Todesopfer pro
Winter</b> wobei die Winter stark schwanken: 2024/25 waren es acht, im
Winter</b>. Die Winter schwanken aber stark: 2024/25 waren es acht, im
Winter darauf dreißig. Wie groß die Gefahr gerade ist, zeigt die
fünfstufige <?= g('lawinenwarnstufe', 'Lawinenwarnstufe') ?>: Die
Lawinenwarndienste geben sie im Winter täglich neu heraus und schon
Stufe 3 („erheblich") ist ernst zu nehmen, denn hier passieren die
meisten tödlichen Unfälle. Dazu kommen <b>Wetterumstürze</b>: Ein sonniger Bergtag kann
binnen einer Stunde in Nebel, Sturm oder Gewitter kippen gefährlich
für Wandernde, aber auch für den Hubschrauber selbst, denn bei
<?= g('gewitter-flug', 'Gewitter') ?>, dichtem Nebel oder
<?= g('vogelschlag', 'Vogelschlag') ?> stößt auch die Flugrettung an
ihre Grenzen.</p>
<p>Deshalb gilt am Berg: <b>Vorbeugen ist die halbe Rettung.</b>
Tourenplanung, Wetterbericht, passende Ausrüstung und das Wissen,
wie man einen <?= g('notruf', 'Notruf') ?> absetzt. In Österreich
erreicht der <b>Alpinnotruf 140</b>
direkt die Leitstellen der Bergrettung; der <b>Euronotruf 112</b>
funktioniert in ganz Europa und wählt sich notfalls in jedes verfügbare
Handynetz ein. In der Schweiz alarmiert man die Rega unter <b>1414</b>.</p>
fünfstufige <?= g('lawinenwarnstufe', 'Lawinenwarnstufe') ?>. Die
Lawinen-Warndienste geben sie im Winter jeden Tag neu heraus. Schon
Stufe 3 („erheblich") ist ernst zu nehmen hier passieren die meisten
tödlichen Unfälle. Dazu kommen plötzliche <b>Wetterumstürze</b>. Ein
sonniger Bergtag kann innerhalb einer Stunde in Nebel, Sturm oder Gewitter
kippen. Das ist gefährlich für Wandernde und auch für den Hubschrauber.
Bei <?= g('gewitter-flug', 'Gewitter') ?>, dichtem Nebel oder
<?= g('vogelschlag', 'Vogelschlag') ?> (ein Vogel prallt gegen den Heli)
stößt auch die Flugrettung an ihre Grenzen.</p>
<p>Deshalb gilt am Berg: <b>Vorbeugen ist die halbe Rettung.</b> Dazu
gehören eine gute Tourenplanung, der Wetterbericht und die passende
Ausrüstung. Und man muss wissen, wie man einen
<?= g('notruf', 'Notruf') ?> absetzt also richtig um Hilfe ruft. In
Österreich erreichst du mit dem <b>Alpinnotruf 140</b> direkt die
Bergrettung. Der <b>Euronotruf 112</b> funktioniert in ganz Europa. Er
wählt sich notfalls in jedes Handynetz ein, das er findet. In der Schweiz
rufst du die Rega unter <b>1414</b>.</p>
<p>Und dann rettet Geografie Leben: Die Leitstelle fragt zuerst
<b>„Wo genau sind Sie?"</b> Wer seine Position nennen kann Ortsname,
Wegpunkt, Hüttenname oder die Koordinaten aus der Karten-App ,
+157 -145
View File
@@ -87,13 +87,13 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
'Leben am Wasser: der Hafen von Bregenz am Bodensee. Küsten und Ufer sind attraktive Lebensräume — und zugleich die verwundbarsten.') ?>
<div class="b-box b-merke"><b>Darum geht es in diesem Kapitel:</b>
Du lernst, wie der <?= g('treibhauseffekt', 'Treibhauseffekt') ?> funktioniert und
warum das <?= g('co2', 'CO₂') ?> in der Luft so schnell zunimmt, warum der
<?= g('meeresspiegel', 'Meeresspiegel') ?> steigt und wen das zuerst trifft,
wie die Energiewende in Österreich, Deutschland und der Schweiz vorankommt,
mit welchen Mitteln sich Küsten schützen lassen — und warum Klimaschutz
eine Frage von Geld <b>und</b> Zeit ist: Manche Schäden lassen sich später
nicht mehr rückgängig machen (<?= g('kipppunkt', 'Kipppunkte') ?>).</div>
Du lernst, wie der <?= g('treibhauseffekt', 'Treibhauseffekt') ?> funktioniert.
Du erfährst, warum das <?= g('co2', 'CO₂') ?> in der Luft so schnell zunimmt.
Du siehst, warum der <?= g('meeresspiegel', 'Meeresspiegel') ?> steigt und
wen das zuerst trifft. Du vergleichst, woher Österreich, Deutschland und die
Schweiz ihren Strom holen. Und du lernst, wie man Küsten schützt. Klimaschutz
kostet Geld. Aber warten kostet noch mehr: Manche Schäden lassen sich später
nie mehr rückgängig machen (<?= g('kipppunkt', 'Kipppunkte') ?>).</div>
<div class="b-chips">
<span class="b-chip">AT · GW 1. Kl.: Grundlagen des Klimawandels</span>
@@ -106,16 +106,16 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 So arbeitest du mit der Simulation:</b>
Es ist das Jahr 2025. Du übernimmst die Verantwortung für eine kleine
Inselstadt — 150 Jahre lang, bis 2175. Jede Runde ist ein Jahr; du kannst
jederzeit pausieren ⏸ oder beschleunigen ⏩. Links laufen deine Kennzahlen
mit (CO₂ in <?= g('ppm', 'ppm') ?>, Temperatur, Meeresspiegel, Budget,
Strom), rechts wählst du aus zwölf Maßnahmen — vom Wald über den
<?= g('windpark', 'Windpark') ?> bis zum <?= g('hochwasserschutz', 'Hochwasserschutz') ?>.
Bürger:innen bringen dir echte Anliegen, und vier Ziele entscheiden am Ende
über deine Sterne. Es gibt <b>zwei Varianten mit denselben Regeln</b>:
die <b>2D-Karte</b> für den Schuleinsatz und die <b>3D-Insel</b> zur
Erkundung — mit Vulkan, schmelzender Gletscherkappe und Drohnen-Kamera 🚁.</div>
Es ist das Jahr 2025. Du leitest eine kleine Inselstadt — 150 Jahre lang, bis
2175. Jede Runde ist ein Jahr. Du kannst jederzeit pausieren ⏸ oder schneller
machen ⏩. Links siehst du deine Werte: CO₂ in <?= g('ppm', 'ppm') ?>,
Temperatur, Meeresspiegel, Geld und Strom. Rechts baust du aus zwölf
Maßnahmen — vom Wald über den <?= g('windpark', 'Windpark') ?> bis zum
<?= g('hochwasserschutz', 'Hochwasserschutz') ?>. Bürger:innen kommen mit
echten Anliegen zu dir. Am Ende zählen vier Ziele — sie entscheiden über deine
Sterne. Es gibt <b>zwei Varianten mit denselben Regeln</b>: die <b>2D-Karte</b>
für die Schule und die <b>3D-Insel</b> zum Erkunden — mit Vulkan, schmelzender
Gletscherkappe und Drohnen-Kamera 🚁.</div>
<?= buchBild('hochwasser-scan',
'Scan eines alten Hochwasser-Fotos aus der Region (z. B. Rhein- oder Bodensee-Hochwasser 1999/2005, Familienalbum oder Gemeindearchiv).',
@@ -179,23 +179,25 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<div class="b-cols">
<div>
<p>Die Erde bekommt ihre Wärme von der Sonne. Ein Teil dieser Wärme
würde sofort wieder ins All entweichen — wären da nicht die
<?= g('treibhausgas', 'Treibhausgase') ?> in der Atmosphäre:
<?= g('co2', 'CO₂') ?>, <?= g('methan', 'Methan') ?> und Wasserdampf.
Sie wirken wie das Glasdach eines Gewächshauses. Dieser <b>natürliche</b>
<?= g('treibhauseffekt', 'Treibhauseffekt') ?> macht die Erde um rund
33 °C wärmer — ohne ihn läge die Durchschnittstemperatur bei etwa
18 °C, und Leben wie unseres wäre unmöglich.</p>
<p>Das Problem ist der <b>zusätzliche, menschengemachte</b> Anteil:
Seit der Industrialisierung verbrennen wir
<?= g('fossile-brennstoffe', 'fossile Brennstoffe') ?> — Kohle, Erdöl,
Erdgas. Die <?= g('emissionen', 'Emissionen') ?> haben den CO₂-Gehalt
der Luft von rund 280 <?= g('ppm', 'ppm') ?> auf über 430 ppm getrieben.
Seit 1958 misst die Station Mauna Loa auf Hawaii diesen Anstieg Jahr für
Jahr — die berühmte <?= g('keeling-kurve', 'Keeling-Kurve') ?> kennt nur eine Richtung: aufwärts.
Die Folge: 2024 war das erste Kalenderjahr, das im Schnitt mehr als
1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau lag — der Zielmarke des
<?= g('pariser-abkommen', 'Pariser Klimaabkommens') ?>.</p>
würde sofort wieder ins Weltall verschwinden. Doch in der Luft rund um die
Erde (der Atmosphäre) schweben besondere Gase: die
<?= g('treibhausgas', 'Treibhausgase') ?> <?= g('co2', 'CO₂') ?>,
<?= g('methan', 'Methan') ?> und Wasserdampf. Sie halten die Wärme fest —
wie das Glasdach eines Gewächshauses. Das nennt man den <b>natürlichen</b>
<?= g('treibhauseffekt', 'Treibhauseffekt') ?>. Er macht die Erde um rund
33 °C wärmer. Ohne ihn wäre es im Schnitt 18 °C kalt. Leben wie unseres
gäbe es dann nicht.</p>
<p>Das Problem ist der Teil, den <b>wir Menschen</b> dazu machen. Vor rund
200 Jahren begannen die ersten großen Fabriken (die Industrialisierung).
Seither verbrennen wir <?= g('fossile-brennstoffe', 'fossile Brennstoffe') ?>:
Kohle, Erdöl und Erdgas. Dabei entweichen <?= g('emissionen', 'Emissionen') ?>
in die Luft — Abgase, vor allem CO₂. So stieg der CO₂-Gehalt der Luft von
rund 280 <?= g('ppm', 'ppm') ?> auf über 430 ppm. Seit 1958 misst eine
Station auf dem Berg Mauna Loa auf Hawaii diesen Anstieg. Ihre berühmte
<?= g('keeling-kurve', 'Keeling-Kurve') ?> kennt nur eine Richtung: nach oben.
Die Folge: 2024 war das erste Jahr, das im Schnitt mehr als 1,5 °C wärmer
war als früher, vor den Fabriken. Genau diese Marke wollte das
<?= g('pariser-abkommen', 'Pariser Klimaabkommen') ?> halten.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('treibhaus-gewaechshaus',
@@ -213,14 +215,14 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
</div>
</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Deine Insel startet
2025 bei <b>425 ppm</b> — fast der echte Messwert. Ohne Gegenmaßnahmen
steigt das CO₂ um 2,5 bis 3,2 ppm pro Jahr, und die Temperatur folgt
<b>träge</b>: Sie reagiert erst mit Jahren Verzögerung, wie im echten
Klimasystem (rund +3 °C pro CO₂-Verdopplung — derselbe Wert, mit dem echte
Klimamodelle rechnen). 🌲 Wald bindet CO₂ günstig, aber langsam; der
Windpark ersetzt fossile Energie und senkt den Ausstoß stark. Die Kurven
unten am Bildschirmrand kannst du anklicken und vergrößern — und die
unterstrichenen Fachbegriffe öffnen Kurzerklärungen.</div>
2025 bei <b>425 ppm</b> — fast der echte Messwert. Tust du nichts, steigt das
CO₂ um 2,5 3,2 ppm pro Jahr. Die Temperatur folgt nur <b>langsam</b> nach.
Sie reagiert erst nach Jahren — genau wie das echte Klima. (Fachleute rechnen
mit rund +3 °C, wenn sich das CO₂ verdoppelt — so wie echte Klimamodelle.)
🌲 Wald bindet CO₂ billig, aber langsam. Der Windpark ersetzt fossile Energie
und senkt den Ausstoß stark. Die Kurven unten am Rand kannst du antippen und
größer machen. Und alle unterstrichenen Fachwörter öffnen eine kurze
Erklärung.</div>
<?php if ($LEHRER): ?>
<div class="b-box b-lehrer"><b>💡 Didaktischer Hinweis:</b> Zwei typische
Fehlvorstellungen gezielt ansprechen: (1) „Der Treibhauseffekt ist schlecht"
@@ -271,27 +273,26 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<h2>2 · Der Meeresspiegel steigt: langsam, aber unaufhaltsam</h2>
<div class="b-cols">
<div>
<p>Dass das Meer steigt, hat <b>zwei Ursachen</b>. Erstens: Warmes
Wasser dehnt sich aus — die Ozeane nehmen den Großteil der zusätzlichen
Wärme auf und brauchen dadurch mehr Platz
(<?= g('waermeausdehnung', 'Wärmeausdehnung') ?>). Zweitens:
<?= g('gletscher', 'Gletscher') ?> und die
Eisschilde Grönlands und der Antarktis schmelzen, und das Schmelzwasser
fließt ins Meer. Seit 1901 ist der globale <?= g('meeresspiegel', 'Meeresspiegel') ?>
um rund <b>20 cm</b> gestiegen — und die Geschwindigkeit nimmt zu:
von 1,3 mm pro Jahr Anfang des 20. Jahrhunderts auf zuletzt 3,7 mm
pro Jahr.</p>
<p>Wen trifft das? Zuerst die flachen Inselstaaten: Der höchste Punkt
der <b>Malediven</b> liegt nur gut 2 Meter über dem Meer, <b>Tuvalu</b>
im Pazifik verhandelt bereits über die Umsiedlung seiner Bevölkerung.
Aber auch reiche Länder sind betroffen: In den <b>Niederlanden</b>
unserem Nachbarn im Nordwesten — liegt gut ein Viertel des Landes
<i>unter</i> dem Meeresspiegel, samt Städten wie Amsterdam und Rotterdam.
Und die <?= g('klimafolgen', 'Folgen') ?> beginnen lange vor der Flut:
Salzwasser sickert ins Grundwasser und versalzt Brunnen und Felder
(<?= g('versalzung', 'Versalzung') ?>) —
Menschen müssen gehen, obwohl ihr Haus noch trocken steht
(<?= g('ueberflutung', 'Überflutung') ?> ist nur die letzte Stufe).</p>
<p>Dass das Meer steigt, hat <b>zwei Ursachen</b>. Erstens dehnt sich
warmes Wasser aus. Die Ozeane nehmen den größten Teil der zusätzlichen
Wärme auf. Warmes Wasser braucht mehr Platz — das nennt man
<?= g('waermeausdehnung', 'Wärmeausdehnung') ?>. Zweitens schmelzen
<?= g('gletscher', 'Gletscher') ?> und die riesigen Eisdecken auf Grönland
und der Antarktis. Ihr Schmelzwasser fließt ins Meer. Seit 1901 ist der
<?= g('meeresspiegel', 'Meeresspiegel') ?> weltweit um rund <b>20 cm</b>
gestiegen. Und es geht immer schneller: früher 1,3 mm pro Jahr, zuletzt
3,7 mm pro Jahr.</p>
<p>Wen trifft das zuerst? Die flachen Inselstaaten. Der höchste Punkt der
<b>Malediven</b> liegt nur gut 2 Meter über dem Meer. <b>Tuvalu</b> im
Pazifik plant schon, seine Menschen woanders anzusiedeln. Aber auch reiche
Länder sind betroffen. In den <b>Niederlanden</b>, unserem Nachbarn im
Nordwesten, liegt gut ein Viertel des Landes <i>unter</i> dem
Meeresspiegel — samt Städten wie Amsterdam und Rotterdam. Und die
<?= g('klimafolgen', 'Folgen') ?> beginnen lange vor der Flut. Salzwasser
sickert ins Grundwasser und macht Brunnen und Felder salzig. Das heißt
<?= g('versalzung', 'Versalzung') ?>. Dann müssen Menschen weg, obwohl ihr
Haus noch trocken steht. Die <?= g('ueberflutung', 'Überflutung') ?> ist
erst die letzte Stufe.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('pegel-bodensee',
@@ -305,17 +306,18 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<span class="q">[6]</span></div>
</div>
</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Der Meeresspiegel
folgt der Temperatur — aber in zwei Anteilen: Ein Teil reagiert schnell,
ein Teil ist <b>„bereits beschlossen"</b> und kommt auch dann noch, wenn
du das CO₂ längst senkst (so wie die trägen Eisschilde in Wirklichkeit —
Fachleute nennen das die <?= g('klimatraegheit', 'Trägheit des Klimasystems') ?>).
Die <b>Geflutet-Anzeige</b> zeigt die Wirkung auf der Karte: Zuerst frisst
das Meer den Strand — <i>das verhindert auch der beste Deich nicht</i> —,
dann steigt das Wasser in die Häuser. Bleibt am Ende weniger als 40 %
geflutet, ist das Schutz-Ziel erreicht; über 50 % bedeutet das Aus. Achte
auf die Warnmeldungen: versalzene Brunnen 💧 und sterbende Küstenwälder 🌿
kommen <i>vor</i> der großen Flut.</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Der Meeresspiegel folgt
der Temperatur. Aber er tut das in zwei Teilen. Ein Teil reagiert schnell. Der
andere Teil ist <b>schon fest eingeplant</b>: Er kommt auch dann noch, wenn du
das CO₂ längst gesenkt hast. Genauso ist es beim echten Eis — es reagiert nur
ganz langsam. Fachleute nennen das die
<?= g('klimatraegheit', 'Trägheit des Klimasystems') ?>. Die
<b>Geflutet-Anzeige</b> zeigt dir die Wirkung auf der Karte. Zuerst frisst das
Meer den Strand. <i>Das verhindert auch der beste Deich nicht.</i> Dann steigt
das Wasser in die Häuser. Sind am Ende weniger als 40 % geflutet, ist das
Schutz-Ziel erreicht. Über 50 % bedeutet das Aus. Achte auf die Warnmeldungen:
salzige Brunnen 💧 und sterbende Küstenwälder 🌿 kommen <i>vor</i> der großen
Flut.</div>
<div class="b-box b-aufgaben"><b>✏️ Aufgaben:</b>
<ol>
<li><span class="b-stufe leicht">A</span>Nenne die zwei Ursachen des
@@ -382,25 +384,29 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<h2>3 · Energiewende: Strom ohne CO₂ — wie machen es Österreich, Deutschland und die Schweiz?</h2>
<div class="b-cols">
<div>
<p>Ein großer Teil der weltweiten Emissionen entsteht bei der
Stromerzeugung. Wer das Klima schützen will, muss deshalb zuerst den
<?= g('energiemix', 'Energiemix') ?> umbauen: weg vom
<p>Ein großer Teil der weltweiten Emissionen entsteht beim Strommachen.
Wer das Klima schützen will, muss deshalb zuerst den Strom sauberer machen.
Der <?= g('energiemix', 'Energiemix') ?> ist die Mischung aller
Strom-Quellen eines Landes. Das Ziel: weg vom
<?= g('kohlekraftwerk', 'Kohlekraftwerk') ?>, hin zu
<?= g('erneuerbare-energie', 'erneuerbarer Energie') ?>. Die drei
D-A-CH-Länder gehen dabei verschiedene Wege. <b>Österreich</b> ist dank
seiner Alpenflüsse Wasserkraft-Land: Rund die Hälfte des Stroms kommt
allein aus <?= g('wasserkraft', 'Wasserkraft') ?>, insgesamt stammen —
je nach Wetterjahr — über 80 % aus Erneuerbaren; das letzte
Kohlekraftwerk (Mellach) ging 2020 vom Netz. <b>Deutschland</b> setzt
auf <?= g('windenergie', 'Wind') ?> und <?= g('photovoltaik', 'Photovoltaik') ?>
und erreichte 2024 erstmals 62,7 % Erneuerbare. Die <b>Schweiz</b>
kombiniert Wasserkraft (rund 60 %) mit Kernkraft (rund 28 %).</p>
<p>Die Herausforderung: Sonne und Wind liefern nicht immer dann, wenn
der Strom gebraucht wird. Für windstille, trübe Tage
(<?= g('dunkelflaute', 'Dunkelflaute') ?>) braucht es Speicher — die
Alpen liefern mit ihren <?= g('pumpspeicher', 'Pumpspeicherkraftwerken') ?>
die „Batterien der Energiewende": Bei Überschuss wird Wasser bergauf
gepumpt, bei Bedarf treibt es die <?= g('turbine', 'Turbinen') ?> an.</p>
D-A-CH-Länder gehen dabei verschiedene Wege. <b>Österreich</b> hat viele
Alpenflüsse und ist darum ein Wasserkraft-Land. Rund die Hälfte des Stroms
kommt allein aus <?= g('wasserkraft', 'Wasserkraft') ?>. Je nach Wetterjahr
stammen über 80 % aus Erneuerbaren. Das letzte Kohlekraftwerk (Mellach)
ging 2020 vom Netz. <b>Deutschland</b> setzt auf
<?= g('windenergie', 'Wind') ?> und <?= g('photovoltaik', 'Photovoltaik') ?>
und schaffte 2024 erstmals 62,7 % Erneuerbare. Die <b>Schweiz</b>
mischt Wasserkraft (rund 60 %) mit Kernkraft (rund 28 %).</p>
<p>Ein Problem bleibt: Sonne und Wind liefern nicht immer dann Strom, wenn
man ihn braucht. Ein bisschen Strom braucht ein Land aber rund um die Uhr,
Tag und Nacht. Diesen Dauer-Bedarf nennt man
<?= g('grundlast', 'Grundlast') ?>. Für windstille, trübe Tage (die
<?= g('dunkelflaute', 'Dunkelflaute') ?>) braucht es darum Speicher. Die
Alpen haben dafür <?= g('pumpspeicher', 'Pumpspeicherkraftwerke') ?>, die
„Batterien der Energiewende". So geht das: Ist zu viel Strom da, pumpt man
Wasser den Berg hinauf. Fehlt Strom, lässt man es wieder herunter — es
treibt <?= g('turbine', 'Turbinen') ?> an und macht neuen Strom.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('energie-wasserkraft',
@@ -493,26 +499,29 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<h2>4 · Küstenschutz und Anpassung: verteidigen, ausweichen — oder beides?</h2>
<div class="b-cols">
<div>
<p>Gegen das steigende Wasser gibt es drei Strategien.
<b>Verteidigen:</b> Deiche, Sperrwerke und Mauern — „grauer"
<?= g('kuestenschutz', 'Küstenschutz') ?>. Das Musterland sind die
Niederlande: 26 % des Landes liegen unter dem Meeresspiegel, geschützt
von Deichen und den <b>Deltawerken</b>, dreizehn gewaltigen Sperrwerken
gegen Nordsee-<?= g('sturmflut', 'Sturmfluten') ?> — dabei drückt tagelanger
Sturm das Meer weit über die normale Flut hinaus gegen das Land.
Doch selbst sie sind nur auf rund 40 cm
Anstieg ausgelegt und müssen nachgerüstet werden. <b>Naturbasiert
schützen:</b> <?= g('mangrove', 'Mangrovenwälder') ?> brechen Wellen,
halten mit ihren Wurzeln den Boden fest und binden nebenbei CO₂ —
Schutz und Klimaschutz in einem. Aufgeschütteter Sand hilft ebenfalls,
wird aber vom Meer laufend wieder abgetragen. <b>Ausweichen:</b> Wo
Schutz zu teuer wird, bleibt der geplante Rückzug — neue Gebäude
entstehen dann nur noch auf höherem Grund.</p>
<p>Auch im Binnenland heißt Anpassung bauen und planen: Flüsse bekommen
Dämme und Rückhalteräume — der Alpenrhein in Vorarlberg wird seit über
100 Jahren so gebändigt —, und Städte werden zur
<?= g('schwammstadt', '„Schwammstadt"') ?> umgebaut: entsiegelte Flächen, Grünstreifen und Speicher saugen
Starkregen auf, statt ihn in die Kanalisation zu zwingen.</p>
<p>Gegen das steigende Wasser gibt es drei Wege.
<b>1. Verteidigen.</b> Man baut Deiche, Mauern und Sperrwerke. Ein Sperrwerk
ist ein riesiges Tor, das man bei Sturm schließt. Weil das alles aus Beton
und Stein ist, nennt man es „grauen"
<?= g('kuestenschutz', 'Küstenschutz') ?>. Musterland sind die Niederlande:
26 % des Landes liegen unter dem Meeresspiegel. Deiche und die
<b>Deltawerke</b> — dreizehn gewaltige Sperrwerke — halten das Meer zurück.
Sie schützen vor <?= g('sturmflut', 'Sturmfluten') ?>: Dabei drückt ein
tagelanger Sturm das Meer weit über die normale Flut hinaus ans Land. Doch
selbst die Deltawerke sind nur für rund 40 cm Anstieg gebaut. Bald muss man
sie höher machen. <b>2. Mit der Natur schützen.</b>
<?= g('mangrove', 'Mangrovenwälder') ?> brechen die Wellen. Ihre Wurzeln
halten den Boden fest. Und sie binden nebenbei CO₂. Aufgeschütteter Sand
hilft auch, doch das Meer trägt ihn immer wieder ab. <b>3. Ausweichen.</b>
Wo Schutz zu teuer wird, zieht man sich zurück. Neue Häuser baut man dann
nur noch weiter oben, weg vom Wasser.</p>
<p>Auch weit weg vom Meer muss man sich anpassen. Flüsse bekommen Dämme und
Flächen, auf denen sich Hochwasser sammeln darf. Den Alpenrhein in
Vorarlberg bändigt man so schon seit über 100 Jahren. Und Städte werden zur
<?= g('schwammstadt', '„Schwammstadt"') ?> umgebaut. Das heißt: Man reißt
Beton und Asphalt auf und macht mehr Grünflächen. Diese Flächen und kleine
Speicher saugen den Starkregen auf wie ein Schwamm. So läuft er nicht alles
auf einmal in die Kanäle.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('kuestenschutz-rheindamm',
@@ -593,30 +602,32 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<h2>5 · Ökonomie gegen Ökologie? Geld, Zeit und Kipppunkte</h2>
<div class="b-cols">
<div>
<p>Klimaschutz kostet Geld Windparks, Deiche und Aufforstung stehen
in jedem Budget. Aber <b>kein</b> Klimaschutz kostet mehr: Flutschäden,
Ernteausfälle, Hitzefolgen und immer teurerer Küstenschutz sind die
Rechnung, die später kommt. Ökonom:innen nennen das
<?= g('folgekosten', 'Folgekosten') ?>
sie tauchen in keiner Betriebsrechnung auf, bezahlt werden sie trotzdem.
Dazu kommen echte <?= g('zielkonflikt', 'Zielkonflikte') ?>: Ein Kohlekraftwerk liefert
billigen Strom und ein Flughafen bringt Tourismus-Einnahmen — beides
heizt zugleich die Erde weiter auf. Und es gibt <b>Scheinlösungen</b>:
Geo-Engineering wie die „Wolken-Impfung" klingt nach Wundermittel,
zeigt in Experimenten aber kaum Wirkung — und ersetzt das CO₂-Senken
<p>Klimaschutz kostet Geld. Windräder, Deiche und neue Wälder stehen in
jedem Budget. Aber <b>kein</b> Klimaschutz kostet mehr. Flutschäden,
vertrocknete Ernten, kranke Menschen bei Hitze und immer teurerer
Küstenschutz — das ist die Rechnung, die später kommt. Fachleute für Geld
nennen das <?= g('folgekosten', 'Folgekosten') ?>. Sie stehen auf keiner
Quittung, bezahlt werden sie trotzdem. Dazu kommen echte
<?= g('zielkonflikt', 'Zielkonflikte') ?>: Ein Kohlekraftwerk liefert
billigen Strom, ein Flughafen bringt Geld durch Tourismus. Doch beides
heizt die Erde weiter auf. Und Vorsicht vor <b>Scheinlösungen</b>: Manche
wollen das Wetter mit Technik überlisten, zum Beispiel mit einer
„Wolken-Impfung" (das nennt man Geo-Engineering). Das klingt nach
Wundermittel, wirkt in Versuchen aber kaum. Und es ersetzt das CO₂-Sparen
nicht.</p>
<p>Der wichtigste Faktor ist die <b>Zeit</b>: Das Klimasystem hat
<?= g('kipppunkt', 'Kipppunkte') ?>. Wird eine Schwelle überschritten —
etwa beim Abschmelzen der Eisschilde oder beim Auftauen des
<?= g('permafrost', 'Permafrosts') ?> —, läuft die Veränderung von
selbst weiter, auch wenn die Emissionen später sinken. Wie nah das ist,
zeigen die Alpen: Die Schweizer Gletscher verloren in nur zwei Jahren
ein Zehntel ihres Eises, und die Zahl der
<?= g('hitzetag', 'Hitzetage') ?> (Tage mit mindestens 30 °C) in
Österreich hat sich verdoppelt bis verdreifacht. Früh investieren ist deshalb nicht
nur ökologisch, sondern auch ökonomisch klüger —
<?= g('klimaneutralitaet', 'Klimaneutralität') ?> ist das Ziel, auf das
sich die Welt in Paris geeinigt hat.</p>
<p>Am wichtigsten ist die <b>Zeit</b>. Das Klima hat nämlich
<?= g('kipppunkt', 'Kipppunkte') ?>. Ein Kipppunkt ist eine Grenze: Ist sie
überschritten, läuft die Veränderung von allein weiter — auch wenn wir das
CO₂ später senken. So ein Kipppunkt droht, wenn die großen Eisdecken
abschmelzen. Oder wenn der <?= g('permafrost', 'Permafrost') ?> auftaut —
das ist Boden, der sonst das ganze Jahr gefroren bleibt. Wie nah das ist,
zeigen die Alpen. Die Schweizer Gletscher verloren in nur zwei Jahren ein
Zehntel ihres Eises. Und die <?= g('hitzetag', 'Hitzetage') ?> in
Österreich — Tage mit mindestens 30 °C — haben sich verdoppelt bis
verdreifacht. Früh handeln ist deshalb klug: Es hilft der Natur <i>und</i>
es spart Geld. Das Ziel heißt <?= g('klimaneutralitaet', 'Klimaneutralität') ?>
nicht mehr CO₂ ausstoßen, als die Erde wieder aufnehmen kann. Darauf hat
sich die Welt in Paris geeinigt.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('gletscher-alpen',
@@ -634,17 +645,18 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
zurückkaufen.</div>
</div>
</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Dein Budget speist
sich aus den <?= g('steuern', 'Steuern') ?> der Bevölkerung — jede Maßnahme
kostet zusätzlich jährliche <?= g('wartung', 'Wartung') ?>. Bürger:innen
zwingen dich zu Abwägungen: Fischerin <b>Lina</b> braucht Hilfe, Konzernchef
<b>Vogel</b> verspricht Arbeitsplätze gegen Subventionen und mehr CO₂, und
die 14-jährige <b>Lia</b> streikt für mehr Klimaschutz. Das Forschungszentrum
von Dr. Hassan (300 Mio €) macht alle späteren Maßnahmen 20 % billiger —
Investition in Wissen zahlt sich aus. Und die härteste Regel des Moduls:
Steigt die Temperatur über +3,5 °C, ist die Simulation <b>verloren — auch
mit vollem Konto</b>. „Reich, aber Klima zerstört" zählt nicht als Erfolg.
Am Ende zählen deine Sterne: Temperatur, Budget, Schutz und Bevölkerung.</div>
<div class="b-box b-sim"><b>🎮 In der Simulation:</b> Dein Geld kommt aus den
<?= g('steuern', 'Steuern') ?> der Bevölkerung. Jede Maßnahme kostet dazu noch
jedes Jahr <?= g('wartung', 'Wartung') ?>. Und die Bürger:innen zwingen dich zu
schweren Entscheidungen. Fischerin <b>Lina</b> braucht Hilfe. Konzernchef
<b>Vogel</b> verspricht Arbeitsplätze — aber nur gegen Fördergeld
(Subventionen) und mehr CO₂. Die 14-jährige <b>Lia</b> streikt für mehr
Klimaschutz. Das Forschungszentrum von Dr. Hassan kostet 300 Mio €. Dafür macht
es alle späteren Maßnahmen 20 % billiger — Wissen zahlt sich aus. Und hier die
härteste Regel: Steigt die Temperatur über +3,5 °C, ist die Simulation
<b>verloren — auch mit vollem Konto</b>. „Reich, aber Klima kaputt" zählt nicht
als Erfolg. Am Ende zählen deine Sterne: Temperatur, Geld, Schutz und
Bevölkerung.</div>
<div class="b-box b-aufgaben"><b>✏️ Abschluss-Aufgaben:</b>
<ol>
<li><span class="b-stufe leicht">A</span>Nenne zwei Maßnahmen aus der
+1 -1
View File
@@ -159,7 +159,7 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
Das Reisen bringt vielen Ländern viel Geld.</p>
<?= buchBild('hafen-bregenz-gaeste',
'Gäste an der Seepromenade oder am Hafen in Bregenz.',
'Auch bei uns machen viele Menschen Urlaub: Gäste am Boden-See in Bregenz.') ?>
'Auch bei uns machen viele Menschen Urlaub: Gäste am Bodensee in Bregenz.') ?>
<div class="b-box b-daten"><b>📊 Echte Zahlen:</b><br>
Im Jahr 2024 gab es 1,4 Milliarden Auslands-Reisen weltweit.<br>
Das meistbesuchte Land ist Frankreich.<br>
+19 -19
View File
@@ -90,13 +90,13 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<div class="b-box b-merke"><b>Darum geht es in diesem Kapitel:</b>
Du lernst, wie die <b>Erddrehung</b> Tag, Nacht und
<?= g('zeitzone', 'Zeitzonen') ?> erzeugt, warum die
<?= g('achsneigung', 'Achsneigung') ?> von 23,5° und <i>nicht</i> die Nähe
zur Sonne! die Jahreszeiten macht, wie die
<?= g('mondphase', 'Mondphasen') ?> entstehen, wann sich Sonne, Erde und Mond
zu einer <?= g('sonnenfinsternis', 'Sonnen-') ?> oder
<?= g('mondfinsternis', 'Mondfinsternis') ?> aufreihen und wie unfassbar
groß und leer das Sonnensystem wirklich ist.</div>
<?= g('zeitzone', 'Zeitzonen') ?> erzeugt. Du erfährst, warum die
<?= g('achsneigung', 'Achsneigung') ?> von 23,5° die Jahreszeiten macht
und <i>nicht</i> die Nähe zur Sonne. Du siehst, wie die
<?= g('mondphase', 'Mondphasen') ?> entstehen. Und du verstehst, wann sich
Sonne, Erde und Mond zu einer <?= g('sonnenfinsternis', 'Sonnen-') ?> oder
<?= g('mondfinsternis', 'Mondfinsternis') ?> aufreihen. Zum Schluss zeigt dir
das Kapitel, wie unfassbar groß und leer das Sonnensystem wirklich ist.</div>
<div class="b-chips">
<span class="b-chip">AT · GW 1.4 &amp; 1.6 Beleuchtungszonen</span>
@@ -191,15 +191,15 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
Hälfte: Dort ist Tag, auf der Rückseite Nacht. Dass „die Sonne aufgeht",
ist also eine optische Täuschung in Wahrheit dreht uns die Erde ins
Licht hinein und wieder hinaus.</p>
<p>Aus der Drehung folgt auch die Uhrzeit: 360° in 24 Stunden bedeutet
<b>360 : 24 = 15° pro Stunde</b>. Orte, die 15 <?= g('laengengrad', 'Längengrade') ?>
weiter östlich liegen, haben die Sonne eine Stunde früher im Süden
deshalb ist die Welt in <?= g('zeitzone', 'Zeitzonen') ?> eingeteilt.
Tokio liegt so weit östlich, dass es unserer Zeit um sieben bis acht
Stunden voraus ist: Wenn du am Abend isst, beginnt dort schon der
nächste Morgen. Und mitten im Pazifik verläuft die
<?= g('datumsgrenze', 'Datumsgrenze') ?>: Wer sie Richtung Westen
überquert, überspringt einen ganzen Kalendertag.</p>
<p>Aus der Drehung folgt auch die Uhrzeit. 360° in 24 Stunden bedeutet:
<b>360 : 24 = 15° pro Stunde</b>. Ein Ort, der 15
<?= g('laengengrad', 'Längengrade') ?> weiter östlich liegt, sieht die
Sonne eine Stunde früher am höchsten Punkt. Darum ist die Welt in
<?= g('zeitzone', 'Zeitzonen') ?> eingeteilt. Tokio liegt so weit
östlich, dass es uns sieben bis acht Stunden voraus ist. Wenn du am Abend
isst, beginnt dort schon der nächste Morgen. Und mitten im Pazifik
verläuft die <?= g('datumsgrenze', 'Datumsgrenze') ?>. Wer sie Richtung
Westen überquert, überspringt einen ganzen Kalendertag.</p>
</div>
<div>
<?= buchBild('zeitzonen-uhren',
@@ -618,11 +618,11 @@ require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
<div class="b-cols">
<div>
<p>Jedes Schulbuch-Bild vom Sonnensystem lügt es muss lügen. Die Sonne
hat einen Durchmesser von 1,4 Mio. km, rund <b>109-mal</b> so viel wie
die Erde; ihre Entfernung von 150 Mio. km nennt man eine
hat einen Durchmesser von 1,4 Mio. km. Das ist rund <b>109-mal</b> so
viel wie die Erde. Ihre Entfernung von 150 Mio. km nennt man eine
<?= g('astronomische-einheit', 'Astronomische Einheit') ?>.
<span class="q">[6]</span> Zeigt man die Sonne erkennbar groß, passt der
Abstand auf kein Blatt; zeigt man den Abstand, verschwinden die Planeten.
Abstand auf kein Blatt. Zeigt man den Abstand, verschwinden die Planeten.
Ein ehrlicher <?= g('massstab', 'Maßstab') ?> geht nur im Modell: Wäre
die Sonne ein Apfel (8 cm), dann wäre die Erde ein Sandkorn von 0,7 mm
in <b>8 cm &middot; 107 ≈ 8,6 m</b> Entfernung, am anderen Ende des