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📷Foto gesucht" . htmlspecialchars($vorschlag) . "assets/img/buch/tourismustal/{$slug}.jpg
"; } /** Glossar-Begriff mit Tooltip */ function g(string $slug, string $label): string { return "{$label}"; } ?> 📖 Tourismustal – Schulbuch<?= $LEHRER ? ' (Lehrperson)' : '' ?> · GeoGraSim
TOURISMUSTAL · KAPITEL-START

Geografie und wirtschaftliche Bildung · Sek I

🏔️ Ein Tal wird Tourismusregion

Wie wird aus einem stillen Alpental eine erfolgreiche Tourismusregion – ohne dass das Tal dabei verliert, was es besonders macht?

Darum geht es in diesem Kapitel: Du lernst, wie aus einem Tal einen Wirtschaftsraum macht: welche zählen, wie Preise durch entstehen, warum das große Risiko ist – und wie eine Region auf den Klimawandel reagieren kann, ohne Natur und Menschen zu überfordern.
AT · GW 3.5–3.8 AT · GW 3.16 & 3.17 AT · GW 4.2 & 4.10 DE · NRW: Tourismus & Raum DE · BY: Alpen (Jg. 7) CH · RZG 2.5 & 3.3
🎮 So arbeitest du mit der Simulation: Du übernimmst 1975 die Entwicklung eines kleinen Alpentals. Alles beginnt mit einem Gasthaus – Lift, Hotel, Personal und Sommerangebote folgen Schritt für Schritt. Drei Szenen erzählen die echte Geschichte des Alpentourismus: Pionierzeit 1975 · Boom 2000 · Schneegrenze 2035. Links siehst du deine Kennzahlen, der 📋 Tagesbericht rechnet dir jede Bilanz vor, und der ℹ-Knopf an jedem Bauwerk erklärt Wirkung, Kosten und Regeln – bevor du baust.
💡 Verlaufsvorschlag (Doppelstunde): (1) Einstieg 10′ – Opener-Foto + Leitfrage, Vorwissen sammeln („Wer war schon in einem Skigebiet? Was gehört dort alles dazu?"). (2) Erarbeitung I 15′ – Seiten 1–2 gemeinsam (Standortfaktoren, Wirtschaftskette). (3) Simulation 30′ – Szene 1 „Pionierzeit", Auftrag: alle vier Ziele erreichen. (4) Auswertung 15′ – Lehrer-Cockpit → Live bzw. Ergebnisse: Wer hat Rücklagen gehalten? Wen hat die Bank liquidiert? (5) Vertiefung 20′ – Seiten 3–5 (Saisonalität, Klimawandel, Zielkonflikte), dann Szene 3 als Hausübung oder Folgestunde.
Hinweis: Der Vorlese-Modus (🔊) lässt sich pro Klasse im Cockpit sperren („Vorlesen an/aus" auf der Modulkarte).
SEITE 1 · STANDORT

1 · Warum gerade hier? Standortfaktoren

Kein Betrieb steht zufällig dort, wo er steht. Ob sich ein Gasthaus, ein Lift oder ein Hotel lohnt, entscheiden die Eigenschaften des Ortes – die . Man unterscheidet harte Faktoren, die man messen kann (Höhenlage, Schneesicherheit, Erreichbarkeit, Wasser, Baugrund), und weiche Faktoren, die man spürt (Landschaftsbild, Ruf, Sicherheit, Gastfreundschaft).

Im Gebirge ist die Höhenlage der wichtigste harte Faktor: Je höher eine Bahn liegt, desto länger hält der Schnee – dafür sind die Gäste weiter weg von Gasthaus und Ortszentrum. Die Erreichbarkeit ist der zweite Schlüssel: Ein Tal ohne gute Anreise bleibt leer, egal wie schön es ist. Und manche ist an Naturbedingungen gebunden – eine braucht Wasser, also die Nähe zum Fluss.

Merke: Standortfaktoren sind die Eigenschaften eines Ortes, die ihn für eine Nutzung geeignet machen. Höhenlage, Erreichbarkeit und Wasser sind im Alpental die wichtigsten.
🎮 In der Simulation: „Lage zählt" ist die Kernregel. Der Lift wird weiter oben schneesicherer, weiter unten konsumieren die Gäste mehr. Die Bushaltestelle funktioniert nur an der Talstraße, Beschneiung und Badesee nur nahe am Fluss, die Aussichtsplattform nur hoch am Berg nahe einer Bahn. Beim Bauen zeigt dir die Vorschau Einflusskreise und Korridore – am Tablet: erster Tipp = Vorschau, zweiter Tipp = bauen.
💡 Didaktischer Hinweis: Lassen Sie vor dem Bauen begründen: „Warum baust du den Lift dort?" Die Ablehnungs-Meldungen der Sim erklären die Regeln — nutzen Sie Fehlversuche als Lernanlass statt sie zu vermeiden. Stolperstein: Schüler:innen bauen Personalhäuser oft weit weg von den Betrieben (wirkt dann nur zu ⅔).
SEITE 2 · WIRTSCHAFT

2 · Die Wirtschaftskette: Vom Gast zum Einkommen

Tourismus ist eine Kette: Anreise → Kapazität → Betten → Personal → Einnahmen. Reißt ein Glied, verdient das ganze Tal weniger. Wenn mehr Gäste kommen wollen, als der Bus bringen kann, hilft das beste Hotel nichts – der Engpass bestimmt das Ergebnis.

Und wie entsteht der Preis? Auf Märkten treffen aufeinander. Ein hoher Skipass-Preis bringt mehr Geld pro Gast – aber weniger Gäste kommen und die Zufriedenheit sinkt. Ein Dumping-Preis füllt die Pisten, lässt aber Einnahmen liegen. Dazwischen liegt der Preis, der zur Nachfrage passt.

Alles, was Gäste vor Ort ausgeben, nennt man – sie sichert Löhne und Einkommen im Tal. Wichtig: .

📊 Echte Zahlen: Ein Wintergast gibt in Österreich im Schnitt 193 €/Tag aus, ein Sommergast 156 €/Tag – also nur rund 80 %. [4]
📊 Was kostet das wirklich? Die Simulation rechnet mit stark verkleinerten Zahlen. Real gilt: 6er-Sessellift ca. 5–12 Mio. € [8] · Patscherkofelbahn Innsbruck: geplant 58, bezahlt 83,2 Mio. € [9] · Hotelzimmer-Neubau (4★) 220.000–270.000 €/Zimmer [10] · eine Schneekanone 27.000–35.000 € [11] · Tageskarte Ski Arlberg 81,50 € [12].
🎮 In der Simulation: Der Skipass-Regler (links) ist deine Preisstellschraube – beobachte, wie Gästezahl und Einnahmen reagieren. Der 📋 Tagesbericht zeigt die ganze Kette als Rechnung: Wer wollte kommen (× Faktoren), wer konnte kommen (Engpass!), Einnahmen minus Kosten. Rücklagen sind wichtig: Einmalige Chancen wie das Skirennen (5.000 €) kommen nur einmal – und ab 15.000 € Schulden verkauft die Bank dein teuerstes Gebäude zwangsweise.
✏️ Aufgaben:
  1. AStelle den Skipass auf 15 €, dann auf 45 €. Notiere jeweils Gäste/Tag und Tagesgewinn. Erkläre den Unterschied mit Angebot und Nachfrage.
  2. BÖffne den Tagesbericht an einem schlechten Tag. Welches Glied der Kette war der Engpass? Was würdest du bauen?
  3. C„Viele Gäste = viel Gewinn" – stimmt das immer? Begründe mit Betriebskosten und Zufriedenheit.
  4. DIm Spiel begegnet dir der 💶 Kosten-Check mit echten Preisen. Vergleiche: Gondelbahn im Spiel 22.000 € – real bis über 80 Mio. €. Warum verwendet die Simulation kleinere Zahlen? Was bildet sie trotzdem richtig ab – und was nicht?
💡 Erwartungshorizont (Auswahl): A: Bei 15 € viele Gäste, wenig Ertrag/Gast; bei 45 € wenige Gäste, sinkende Zufriedenheit – Umsatzmaximum liegt dazwischen (Preiselastizität). C: Nein – laufende Kosten (Instandhaltung, Löhne) laufen immer; Überfüllung senkt Zufriedenheit → weniger Nachfrage morgen. Stolperstein „Panzer-Rush": Wer sofort alles baut, endet absichtlich in der Bank-Liquidation – das ist gewollt und ein guter Auswertungsanlass („Warum ist X pleite gegangen?"). Im Cockpit sichtbar an Konto < 0 und 🆘.
SEITE 3 · SAISONALITÄT

3 · Das Sommerloch: Wenn ein Tal nur vom Winter lebt

Betten, Bahnen und Personal kosten das ganze Jahr Geld – Gäste kommen aber nicht das ganze Jahr. Diese Schwankung heißt , und in Skiorten hat die schwache Zeit einen Namen: das .

Wie extrem das werden kann, zeigt Lech am Arlberg: 84 % aller fallen dort in den Winter – nur 16 % in den Sommer. Ganz Österreich zeigt aber, dass es anders geht: Bei den Nächtigungen hat der Sommer den Winter inzwischen überholt. Regionen wie der Wilde Kaiser erreichen fast 1 : 1, Serfaus-Fiss-Ladis hat seine Sommernächtigungen in zehn Jahren fast verdoppelt – mit konsequenten Familien- und Sommerangeboten ().

Aber Achtung: Gleich viele Gäste heißt nicht gleich viel Geld. Für die Bergbahnen ersetzt ein fehlender Wintergast erst 1,3 bis 4,2 Sommergäste.

📊 Echte Zahlen: Lech: 84 : 16 Winter/Sommer [1] · Österreich gesamt: Sommer 83,4 Mio. vs. Winter 72,2 Mio. Nächtigungen [2] · Bergbahnen-Sommeranteil am Umsatz nur 15–25 % [3]
🎮 In der Simulation: Die Nachfrage hängt an der Saison – im ersten Winter erlebst du die Bewährungsprobe, im Sommer das Loch. Sommerangebote (Badesee, Sommerrodelbahn, Panoramaweg, Bikepark, Hochseilgarten, Spielplatz) füllen es. In Szene 3 gilt der Serfaus-Effekt: Wer sein Sommerangebot konsequent ausbaut (ab 3 Attraktionen), dessen Sommernachfrage wächst +7 % pro Jahr.
💡 Didaktischer Hinweis: Das ist der Daten-Kern des Kapitels – die Zahlen stammen aus Statistik Austria, Tirol Werbung und Seilbahnen Schweiz (Quellen unten, für Referate zitierfähig). Diskussionsimpuls: „Lech ist trotzdem reich – ist 84:16 also ein Problem?" (Klumpenrisiko vs. Ertragsstärke; Anschluss an 4.10 nachhaltiges Wirtschaften.)
SEITE 4 · KLIMAWANDEL

4 · Die Schneegrenze steigt: Anpassung oder Rückzug?

Messdaten zeigen: In den Alpen schmilzt der Schnee 5 bis 9 Tage pro Jahrzehnt früher; seit 1970 ist die Schneesaison rund einen Monat kürzer geworden. Am härtesten trifft es Skigebiete unterhalb von etwa 2.000 m.

Regionen haben zwei Antworten. Kurzfristig hilft : Schneekanonen sichern die Saison, brauchen aber viel Wasser, Energie – und Kälte. Langfristig hilft nur : mehrere Standbeine statt eines. (Wandern, Rad), Familienangebote und Ausflugsziele machen das Tal unabhängiger vom Schnee – die Umstellung dauert allerdings Jahre und ersetzt die Winter-Wertschöpfung nur teilweise.

📊 Echte Zahlen: Schweiz: Schneesaison ~37 Tage kürzer als 1970 [5] · Österreich: −5…−6 Tage/Dekade [6] · Serfaus-Fiss-Ladis: Sommernächtigungen +95 % in 10 Jahren [7]
🎮 In der Simulation: In Szene 3 („Schneegrenze 2035") werden warme Winter jedes Jahr häufiger und der Schnee schmilzt schneller. Beschneiung springt nur bei Kälte an und kostet 45 €/Tag Betrieb. Das Sommerziel (200 Gäste an einem Sommertag) ist ohne konsequenten Ganzjahres-Ausbau nicht erreichbar – eine reine Winterstrategie verdient zwar gut, kann die Szene aber nicht gewinnen.
✏️ Aufgaben:
  1. ANenne je zwei Vor- und Nachteile der Beschneiung.
  2. BSpiele Szene 3 einmal „nur Winter" und einmal „Ganzjahr". Vergleiche Kontostand, Sommergäste und erreichte Ziele. Erkläre den Unterschied.
  3. C„Beschneiung ist Anpassung an den Klimawandel – aber keine Lösung." Nimm begründet Stellung.
💡 Erwartungshorizont B: „Nur Winter" endet typisch mit mehr Geld, aber verfehltem Sommerziel (3/4); „Ganzjahr" schafft die Gäste, scheitert anfangs oft knapp am Naturwert → Aufforstung/Öko-Umbau als Gegenmittel thematisieren. Genau diese Spannung ist das Lernziel (4.2/4.10): Der Winter ist ertragsstark, aber verwundbar.
SEITE 5 · ZIELKONFLIKTE

5 · Wachstum, Natur und Menschen: Wer bekommt das Tal?

Fläche ist knapp. Jeder Lift bedeutet Rodung, jedes Hotel verbraucht Wiese – und genau wegen dieser Landschaft kommen die Gäste. Diesen Streit um den Raum nennt man . Wird er ignoriert, kippt der Erfolg: verstopft Straßen, verärgert Einheimische und vertreibt am Ende genau die Gäste, die Ruhe suchten.

Es gibt Gegenmittel: Renaturierung (Aufforsten gibt der Natur Fläche zurück), öko-effiziente Betriebe (Solar spart Kosten UND schont die Natur – eine Investition, die sich doppelt rechnet) und : Wer seinem Personal gute Unterkünfte bietet, bekommt zufriedene Mitarbeiter:innen – und die Gäste spüren den freundlicheren Service. Ein Win-win.

Und wenn Betriebe wachsen? Vier kleine Gasthäuser zusammen leisten viel – ein großes leistet dasselbe mit geringeren Kosten pro Gast. Diesen Vorteil großer Betriebe nennt man Skaleneffekt.

Merke: Nachhaltiger Tourismus heißt, drei Dinge zugleich im Blick zu behalten: Wirtschaft (Einkommen), Umwelt (Naturwert) und Menschen (Gäste, Personal, Einheimische).
🎮 In der Simulation: Der Naturwert sinkt mit jedem Bau (Wald kostet extra) und die Gäste reagieren darauf. Zurück geht es mit 🌲 Aufforsten (1.500 €/Feld), dem 🌱 Öko-Umbau (teuer, aber −20 % Betriebskosten, Solardach sichtbar) und der Aufforstungs-Entscheidung der Bürgerinitiative. Das Personalhaus lohnt sich auszubauen: bessere Wohnqualität = +Zufriedenheit im ganzen Tal. Und 4 gleiche Gebäude im Quadrat verschmelzen zum Megabauwerk – 4-fache Leistung, nur 3-fache Betriebskosten (Skaleneffekt). Die ⛑️ Rettungsstation zeigt schließlich: Auch Sicherheit ist ein Standortfaktor – verunglückte Skifahrer holt der Notarzthubschrauber automatisch.
✏️ Abschluss-Aufgaben:
  1. BDein Tal hat Naturwert 50 %. Nenne drei verschiedene Wege, ihn zu heben, und vergleiche ihre Kosten.
  2. CSchreibe als Bürgermeister:in eine kurze Rede (5 Sätze) an die Bürgerinitiative: Wie willst du Wachstum UND Natur sichern? Verwende drei Fachbegriffe aus diesem Kapitel.
💡 Differenzierung & Auswertung: Leistungsstarke Gruppen: Boom-Szene mit Ziel „Natur ≥ 70 % bei 300+ Gästen" (Qualität statt Masse). Unterstützung: ℹ-Knöpfe im Baumenü lesen lassen — dort stehen alle Regeln und das „Gut zu wissen"-Wissen. Im Cockpit lohnt der Blick auf Natur und Zufriedenheit nebeneinander: Wer beides hoch hält, hat das Kapitel verstanden. Reflexionsfragen der Sim erscheinen unter „Ergebnisse".
QUELLEN

Quellen & zum Weiterlesen

[1] Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde Lech (2024) — statistik.at
[2] Statistik Austria: Ankünfte & Nächtigungen, Kalenderjahr 2025 — statistik.at
[3] Seilbahnen Schweiz (via SRF, 2023) und WKO Fachverband Seilbahnen — srf.ch · wko.at
[4] Österreich Werbung / T-MONA: Tagesausgaben Winter- vs. Sommergäste — tourismuspresse.at
[5] Klein et al., Universität Neuenburg/SLF (via SRF) — srf.ch
[6] GeoSphere Austria: Klimaportal Schnee — klimaportal.geosphere.at
[8] Dolomitenstadt: 6er-Sessellift Leppleskofel, 12 Mio. € (2021) — dolomitenstadt.at
[9] Stadt Innsbruck: Kostenaufstellung Patscherkofelbahn (2022) — ibkinfo.at
[10] WKO: Investitionsrichtwerte Hotellerie 2024 — wko.at
[11] Salzburgwiki/Marmota Maps: Kosten Schneekanonen — wiki.sn.at
[12] Bergwelten: Skiticket-Preise 2025/26 — bergwelten.com
[7] Fallstudie Serfaus-Fiss-Ladis — brand-logic.com