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* ab — die Platzhalter tauschen sich dann automatisch aus.
*/
require_once __DIR__ . '/../php/config/app.php';
$bp = BASE_PATH;
define('BUCH_SIM', 'logistik');
require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
?>
'modul-logistik',
'🎮 Simulation starten' => 'logistik',
'Glossar' => 'glossar?module=logistik',
'Lehrplan' => 'lehrplan?module=logistik',
]) ?>
LOGISTIK · KAPITEL-START
Geografie und wirtschaftliche Bildung · Sek I
🚚 Waren auf Reisen
Wie kommt die Ware in den Super-Markt?
Und wer plant den Weg dorthin?
= buchBild('opener-lkw-a14',
'Viele LKW auf der Autobahn, von einer Brücke fotografiert.',
'LKW auf der Rheintal-Autobahn A14. Fast alle Waren fahren ein Stück mit dem LKW.') ?>
Darum geht es in diesem Heft:
Fast alles, was du benutzt, war auf Reisen.
Dein T-Shirt, dein Handy, deine Banane.
Du lernst: Wer bringt die Waren von Ort zu Ort?
Du lernst: Wann ist der LKW gut? Wann ist der Zug gut? Wann ist das Schiff gut?
Du lernst: Warum fahren so viele LKW über die Alpen?
Und du lernst: Warum ist ein Regal manchmal leer?
🎮 So arbeitest du mit der Simulation:
Du leitest eine Transport-Firma in Europa.
Du siehst eine Landkarte mit Städten.
Du bekommst Aufträge: Bringe Ware von Stadt A nach Stadt B.
Du wählst ein Fahrzeug und schickst es los.
Jede Lieferung bringt Geld.
Aber Achtung: Dein Fahrzeug kostet jeden Tag Miete.
Wer kein Geld mehr hat, scheidet aus.
= buchBild('supermarkt-laderampe',
'LKW an der Laderampe eines Supermarkts.',
'Früh am Morgen: Der LKW bringt frische Ware zum Super-Markt.', true) ?>
Wie kommt die Ware ins Regal – und wer entscheidet,
ob sie mit LKW, Zug oder Schiff reist?
= buchBild('opener-lkw-a14',
'LKW-Kolonne auf der Rheintalautobahn A14, von einer Überführung oder einem Hang fotografiert – gerne mit erkennbaren Speditions-Aufliegern aus mehreren Ländern.',
'Rollendes Lager: LKW auf der Rheintalautobahn A14. Fast jede Ware legt einen Teil ihres Weges auf der Straße zurück.') ?>
Darum geht es in diesem Kapitel:
Fast alles, was dich umgibt, war auf Reisen – oft quer durch Europa oder um
die halbe Welt. Du lernst, wie = g('logistik', 'Logistik') ?> diese
Warenströme plant, welche Stärken LKW, Zug und Schiff haben, warum
= g('hafen', 'Häfen') ?> und der = g('container', 'Container') ?> den
Welthandel revolutioniert haben, warum der Brenner Europas meistbelastete
Alpenroute ist – und wieso ein festgefahrenes Schiff in Ägypten Regale
in Vorarlberg leeren kann.
AT · GW 2. Kl.: Märkte & arbeitsteilige Produktion
AT · GW 3. Kl.: Güterströme & kombinierte Verkehre
AT · GW 4. Kl.: Globalisierung & Lieferketten
AT · ÜT 12: Verkehrs- & Mobilitätsbildung
DE · DGfG F3: Welthandel & Globalisierung
CH · LP21: WAH.3 Warenströme · RZG 2.4 Mobilität
🎮 So arbeitest du mit der Simulation:
Du übernimmst die = g('disposition', 'Disposition') ?> eines kleinen
Logistikunternehmens. Auf der Europa-Karte warten
= g('auftrag', 'Aufträge') ?>: Ware von Stadt A nach Stadt B, mit Erlös –
und ab Level 2 mit = g('frist', 'Frist') ?>. Du wählst das
= g('fahrzeug', 'Fahrzeug') ?>, dein LKW fährt auf echten
Autobahn-Strecken. In Level 1 startest du mit einem Lieferwagen in
Wien und musst 4 Tage durchhalten; in Level 2 kommen Fristen, größere
Fahrzeuge und ab Tag 5 ein Güterzug dazu. Die Kostenzeile
„€/100 km" an jedem Fahrzeug hilft beim Vergleichen – und die
Tagesmiete läuft auch, wenn das Fahrzeug steht.
= buchBild('supermarkt-laderampe',
'LKW an der Laderampe eines Supermarkts bei der Morgenanlieferung (Alltagsmotiv, z. B. beim Einkaufen fotografiert).',
'Endstation Laderampe: Die letzte Etappe fast jeder Lieferkette ist ein LKW – erst hier wird aus Transport wieder Ware im Regal.', true) ?>
💡 Verlaufsvorschlag (Doppelstunde):
(1) Einstieg 10′ – Gegenstand hochhalten (Turnschuh, Handy):
„Welche Reise hat dieses Ding hinter sich?" Stationen an der Tafel sammeln.
(2) Erarbeitung I 15′ – Seiten 1–2 (Logistikkette, Verkehrsträger-Vergleich).
(3) Simulation 30′ – Level 1: Auftrag: 4 Tage überstehen und den
Leerfahrten-Anteil unter 30 % halten.
(4) Auswertung 15′ –
Lehrer-Cockpit: Endbilanzen und Leerfahrten-Anteile vergleichen. Wer ist
pleite gegangen – und warum (Tagesmiete!)?
(5) Vertiefung 20′ –
Seiten 3–5 (Häfen, Alpentransit, Just-in-time), Level 2 als Hausübung oder
Folgestunde.
Hinweis: Für den inklusiven Unterricht gibt es dieses
Kapitel zusätzlich in
Leichter Sprache; die
Simulation spricht wichtige Ereignisse auch als kurze Audio-Meldungen.
SEITE 1 · WAS IST LOGISTIK?
1 · Alles ist unterwegs
Schau dich in deinem Klassen-Zimmer um.
Der Tisch, das Heft, der Computer:
Alles wurde irgendwo hergestellt.
Und alles wurde hierher gebracht.
Dieses Bringen nennt man: Transport.
Das Planen vom Transport nennt man: Logistik.
Eine Ware macht eine lange Reise.
Zuerst kommt der Roh-Stoff in die Fabrik.
Dann kommt die Ware in ein großes Lager.
Dann kommt sie in das Geschäft.
Diese Reise nennt man: die Liefer-Kette.
= buchBild('gueterzug-terminal-wolfurt',
'Güterzug mit Containern am Bahnhof.',
'Ein Güter-Zug mit Containern. So ein Zug ersetzt viele LKW.') ?>
Merke:
Logistik plant den Weg der Waren.
Vom Roh-Stoff bis in das Geschäft.
📊 Echte Zahlen:
Von 100 Waren-Ladungen in Europa fahren 78 mit dem LKW.
Nur 17 fahren mit dem Zug.
Nur 5 fahren mit dem Schiff auf Flüssen.
🎮 In der Simulation:
Links siehst du die Aufträge.
Rechts siehst du deine Fahrzeuge.
Klicke zuerst auf ein Fahrzeug.
Klicke dann auf einen Auftrag.
Das Fahrzeug fährt los und liefert die Ware.
✏️ Aufgabe:
- Nimm einen Gegenstand aus deiner Schul-Tasche.
Woher kommt er?
Schau auf das Etikett.
1 · Alles ist unterwegs: Was Logistik leistet
Dein Frühstück, dein Sitznachbar-Sessel, das Papier in deinem Heft:
Nichts davon ist dort entstanden, wo du es benutzt.
= g('logistik', 'Logistik') ?> ist die Kunst, Waren zur richtigen
Zeit, in der richtigen Menge, an den richtigen Ort zu bringen –
möglichst günstig und zuverlässig. Sie ist unsichtbar, solange sie
funktioniert. Erst wenn ein Regal leer bleibt, merken wir, wie viel
Planung dahintersteckt.
Jede Ware durchläuft eine = g('logistikkette', 'Logistikkette') ?>:
Rohstoff → Fabrik → Lager → Geschäft. An jeder Station wird
transportiert, umgeladen, gelagert. Organisiert wird das von
= g('spedition', 'Speditionen') ?> – Firmen, die Transporte planen und
verkaufen, oft ohne eigene Fahrzeuge. Das Herzstück ihrer Arbeit ist die
= g('disposition', 'Disposition') ?>: Welcher
= g('auftrag', 'Auftrag') ?> bekommt welches Fahrzeug, in welcher
Reihenfolge? Gute Disposition spart Geld, Zeit – und Abgase.
Europa ist dabei ein einziger großer Warenraum: Im EU-Binnenmarkt
passieren LKW, Züge und Schiffe die Grenzen ohne Zollkontrolle.
Doch die Lastenverteilung ist einseitig: 78 % der Transportleistung
rollen auf der Straße, nur 17 % auf der Schiene und 5 % auf
Binnengewässern – Tendenz: noch mehr Straße. [1]
Diese Aufteilung der Güter auf die Verkehrsträger nennt man
= g('modal-split', 'Modal Split') ?> – die wohl meistdiskutierte
Kennzahl der Verkehrspolitik.
= buchBild('gueterzug-terminal-wolfurt',
'Containerzug oder Portalkran am Güterterminal Wolfurt, vom Bahnsteig oder Zaun aus fotografiert – Vorarlbergs wichtigster Umschlagknoten.',
'Güterterminal Wolfurt: Hier wechseln Container zwischen Bahn und LKW – Vorarlbergs Tor zum europäischen Schienennetz.') ?>
Merke: Logistik plant, steuert und
überwacht den Weg der Waren vom Rohstoff bis zur Kundin. Kernfragen:
Womit? Wann? Welcher Weg? Was darf es kosten?
📊 Echte Zahlen: Güterverkehr in der
EU (Anteil an der Transportleistung, 2024): Straße 78 % ·
Schiene 17 % · Binnenschiff 5 %. Trotz aller Klimaziele
wächst der Straßenanteil seit Jahren. [1]
🎮 In der Simulation: Du bist Disponent:in.
Links stapeln sich die Auftragskarten (Ware, Start, Ziel, Erlös), rechts
stehen deine Fahrzeuge. Klicke ein Fahrzeug an, dann die passenden Aufträge –
beladen wird automatisch, dann geht es los. Manche Aufträge tragen das
Zeichen „↗ woanders": Sie starten in einer anderen Stadt, zahlen
besser – kosten dich aber eine = g('leerfahrt', 'Leerfahrt') ?> zum
Abholort. Genau solche Abwägungen sind echte Dispositionsarbeit.
💡 Didaktischer Hinweis: Der Zugang über
Alltagsgegenstände trägt weit – lassen Sie Etiketten lesen („Made in …")
und die vermutete Route auf der Wandkarte nachfahren. Stolperstein:
Schüler:innen setzen Logistik oft mit „LKW-Fahren" gleich. Die Simulation
korrigiert das von selbst – wer dort nur fährt, ohne zu planen, zahlt
drauf, weil Tagesmiete und Leerfahrten das Konto leeren.
SEITE 2 · VERKEHRSTRÄGER
2 · LKW, Zug oder Schiff?
Der LKW kann fast überall hinfahren.
Er bringt die Ware bis vor die Tür.
Aber er macht viele Abgase.
Der Zug zieht sehr viele Container auf einmal.
Er macht wenig Abgase.
Aber er braucht Gleise und einen Bahnhof zum Umladen.
Das Schiff trägt riesige Mengen.
Es ist billig und macht pro Ware wenig Abgase.
Aber es ist langsam.
Und es braucht einen Fluss oder das Meer.
= buchBild('alpen-transit',
'Autobahn in den Bergen mit LKW.',
'Eine Autobahn in den Bergen. Der LKW kommt fast überall hin.') ?>
📊 Echte Zahlen:
Eine Tonne Ware fährt 1 Kilometer weit.
Der LKW macht dabei 119 Gramm Abgas (CO₂).
Das Fluss-Schiff macht nur 34 Gramm.
Der Güter-Zug macht nur 20 Gramm.
🎮 In der Simulation:
Der kleine Lieferwagen trägt 1 Container.
Der mittlere trägt 2 Container.
Der große LKW trägt 3 Container.
Der Güter-Zug trägt 6 Container.
Aber der Zug kostet viel Miete.
Miete ihn nur, wenn du viel zu transportieren hast.
✏️ Aufgabe:
- Was passt am besten?
Ein Paket für deine Nachbarin: LKW, Zug oder Schiff?
1.000 Tonnen Getreide nach Rotterdam: LKW, Zug oder Schiff?
2 · LKW, Zug oder Schiff? Verkehrsträger im Vergleich
Warum fährt überhaupt so viel auf der Straße? Weil der LKW
unschlagbar flexibel ist: Er fährt vom Werkstor bis zur Laderampe,
ohne Umladen, auf jedem Weg. Dafür ist er pro Tonne der teuerste
Klimafaktor und steht mit im Stau.
Der Güterzug zieht dutzende Container mit einem einzigen
Triebfahrzeug – konkurrenzlos effizient auf langen Strecken. Sein
Nachteil: Er braucht Gleise und ein = g('bahnterminal', 'Bahnterminal') ?>,
und jeder Wechsel des Verkehrsmittels kostet Zeit und Geld – der
= g('umschlag', 'Umschlag') ?>. Das = g('binnenschiff', 'Binnenschiff') ?> schließlich
transportiert auf Rhein und Donau riesige Mengen langsam, aber günstig –
ein einziger Schubverband ersetzt über hundert LKW-Ladungen.
Die Kunst liegt im Kombinieren: Beim
= g('intermodal', 'intermodalen Verkehr') ?> reist derselbe
= g('container', 'Container') ?> erst per Schiff, dann per Bahn, die
letzten Kilometer per LKW. So nutzt jede Etappe den passenden Träger –
vorausgesetzt, die Umschlagpunkte funktionieren.
= buchBild('alpen-transit',
'LKW auf einer Gebirgsautobahn – z. B. S16 am Arlberg oder A13 Brennerautobahn (auch als Beifahrer-Foto oder Scan eines älteren Fotos).',
'Stärke und Schwäche zugleich: Der LKW kommt überall hin – auch dorthin, wo er Lärm und Abgase in enge Täler bringt.') ?>
📊 Echte Zahlen (Treibhausgase je
Tonnenkilometer): LKW 119 g · Binnenschiff 34 g ·
Güterzug 20 g CO₂e. Ein Tonnenkilometer heißt: 1 Tonne Ware
wird 1 km weit transportiert. [2] [3]
Beispiel: 1 Tonne über 500 km –
LKW: 500 · 119 g ≈ 59,5 kg ·
Zug: 500 · 20 g = 10 kg CO₂e.
Merke: Kein Verkehrsträger ist
„der beste". LKW = flexibel, Zug = effizient auf Distanz,
Schiff = billig für Massen. Intermodaler Verkehr kombiniert die
Stärken – der Umschlag ist der Preis dafür.
🎮 In der Simulation: Deine Flotte bildet
genau diese Staffelung ab: kleiner Lieferwagen (1 Container), mittlerer
(2), großer LKW (3) – und in Level 2 ab Tag 5 ein Güterzug mit
6 Containern. Der Zug lohnt sich nur voll beladen, sonst frisst seine
Tagesmiete den Gewinn – genau wie im echten Bahngeschäft. Vergleiche vor
dem Laden die Zeile „€/100 km". Und beim Andocken wartet die
Mini-Übung „An-die-Rampe-Einparken": Wer sauber rückwärts andockt,
verkürzt die nächste Ladezeit; wer die Rampe rammt, zahlt 1.000 € Reparatur.
✏️ Aufgaben:
- AErstelle eine Tabelle mit den
Stärken und Schwächen von LKW, Güterzug und Binnenschiff (je 2).
- BBerechne die CO₂e-Menge für
3 Tonnen Ware über 800 km – einmal per LKW, einmal per Güterzug.
(Rechenweg: Tonnen · Kilometer · Gramm-Wert.)
- CTrotz der Klimazahlen fahren
78 % der Güter auf der Straße. Nenne drei Gründe – und erkläre, warum
eine Firma sich oft auch dann für den LKW entscheidet, wenn der Zug
billiger wäre.
💡 Erwartungshorizont B:
LKW: 3 · 800 · 119 g = 285.600 g ≈ 285,6 kg;
Zug: 3 · 800 · 20 g = 48.000 g = 48 kg CO₂e.
Zu C: Flexibilität (Haus-zu-Haus ohne Umschlag), Geschwindigkeit/
Planbarkeit, fehlende Gleisanschlüsse, kurzfristige Verfügbarkeit.
Stolperstein: „Der Zug ist immer besser" – in der Simulation
erleben die Schüler:innen selbst, dass ein halbleerer Zug Verlust macht.
Nutzen Sie das als Aha-Moment: Effizienz braucht Auslastung.
SEITE 3 · HÄFEN & CONTAINER
3 · Häfen und Container
Viele Waren kommen mit großen Schiffen über das Meer.
Die Schiffe legen in einem Hafen an.
Der größte Hafen in Europa heißt Rotterdam.
Er liegt in den Niederlanden, am Meer und am Fluss Rhein.
Früher haben Arbeiter jede Kiste einzeln getragen.
Das hat viele Tage gedauert.
Heute steckt die Ware in Containern.
Ein Container ist eine große Metall-Box.
Alle Container haben die gleiche Form.
Darum kann ein Kran sie schnell umladen:
vom Schiff auf den Zug oder auf den LKW.
= buchBild('container-stapel',
'Gestapelte Container.',
'Container-Stapel. In jeder Box können viele Tonnen Ware stecken.') ?>
📊 Echte Zahlen:
Durch den Hafen Rotterdam gingen im Jahr 2024 fast 14 Millionen Container.
Das größte Container-Schiff der Welt ist 400 Meter lang.
Es trägt mehr als 24.000 Container.
🎮 In der Simulation:
Auf der Karte siehst du Häfen mit einem Anker-Zeichen ⚓.
Zum Beispiel: Hamburg, Rotterdam, Genua und Triest.
Manche Aufträge bringen Container zum Hafen.
Andere holen Container vom Hafen ab.
Wichtig: Wartende Container kosten Stand-Geld!
✏️ Aufgabe:
- Warum kann ein Kran Container so schnell umladen?
Tipp: Schau dir die Form der Container an.
3 · Häfen und Container: Europas Tore zur Welt
Wo Waren übers Meer kommen, entscheiden Häfen über ganze
Wirtschaftsräume. Europas größter ist Rotterdam: 2024 wurden dort
435,8 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen, darunter
13,8 Millionen Container. [4] Seine
Lage ist kein Zufall – an der Rheinmündung gelegen, reicht sein
„Hinterland" per Binnenschiff bis Basel, per Bahn und LKW bis weit
nach Mitteleuropa. Die Donau verbindet umgekehrt Bayern und Österreich
mit dem Schwarzen Meer. Solche Drehscheiben nennt man
= g('welt-hafen', 'Container-Hubs') ?>.
Möglich machte diesen Boom eine Kiste: 1956 ließ der US-Spediteur
Malcom McLean erstmals genormte Boxen auf ein Schiff heben – die
Geburt des = g('container', 'Containers') ?>. Das Verladen einer
Tonne Fracht kostete damals 5,83 Dollar in Handarbeit, im Container
nur noch 16 Cent. [5] Gemessen wird seither in
= g('teu', 'TEU') ?> (Standard-Containern à 20 Fuß ≈ 6 m). Die
größten Schiffe tragen heute über 24.000 TEU – aneinandergereiht
wäre das eine Kette von rund 146 km: 24.346 · 6 m.
[6]
Im Hafen zählt Tempo: Jeder Container, der herumsteht, verursacht
= g('standkosten', 'Standkosten') ?>. Und
= g('verderblich', 'verderbliche Ware') ?> wie Obst reist im
gekühlten = g('reefer-container', 'Reefer-Container') ?> – bei ihr
wird die Frist zur Frischefrage.
= buchBild('container-stapel',
'Gestapelte Container am Güterterminal Wolfurt – oder Scan eines Urlaubsfotos aus einem Seehafen (Hamburg, Rotterdam, Genua …).',
'Die Kiste, die den Welthandel erfand: Weil alle Container genormt sind, hebt der Kran sie in Minuten von Schiff auf Bahn oder LKW.') ?>
📊 Echte Zahlen:
Rotterdam 2024: 435,8 Mio. t Umschlag, 13,8 Mio. TEU
[4] · Erste Containerfahrt: 1956,
„Ideal X", 58 Boxen [5] · Größtes
Containerschiff „MSC Irina": 24.346 TEU, 400 m lang
[6]
Merke: Der genormte Container macht
den Umschlag zwischen Schiff, Bahn und LKW schnell und billig – er ist
die Grundlage des heutigen Welthandels.
🎮 In der Simulation: Häfen erscheinen auf
der Karte mit dem ⚓-Symbol: Hamburg, Rotterdam, Triest, Genua, Göteborg,
Gdańsk. Aufträge verbinden sie mit dem Hinterland – etwa München →
Hafen Genua oder Hafen Rotterdam → Paris. Läuft ein Schiff ein,
wollen gleich mehrere Container weiter ins Landesinnere. Denk an die
Standkosten: Container, die am Kai warten, kosten dich jede Stunde Geld.
💡 Didaktischer Hinweis: Kartenarbeit
lohnt hier: Lassen Sie begründen, warum München-Übersee-Fracht oft über
Genua statt Hamburg läuft (Distanz!) – dieselbe Abwägung taucht in
der Simulation als Auftragswahl auf. Erwartung: Luftlinie München–Genua
ca. 450 km vs. München–Hamburg ca. 610 km; zudem spart die Südroute die
Umfahrung der Alpen für Mittelmeerziele. Stolperstein: „Hafen = Meer" –
Wolfurt zeigt, dass es auch Binnen-Terminals gibt (trockener Hafen).
SEITE 4 · ALPENTRANSIT
4 · Nadel-Öhr Alpen
Die Alpen sind hohe Berge mitten in Europa.
Aber die Waren müssen über die Berge.
Von Deutschland nach Italien.
Von Italien nach Deutschland.
Das nennt man: Transit-Verkehr.
Der wichtigste Übergang heißt Brenner.
Er liegt in Tirol, in Österreich.
Dort fahren sehr viele LKW.
Das macht viel Lärm und viele Abgase.
Die Menschen im Tal leiden darunter.
Die Schweiz macht es anders.
Dort fahren die meisten Waren mit dem Zug durch einen Tunnel.
Der Gotthard-Tunnel ist 57 Kilometer lang.
Österreich baut jetzt auch so einen Tunnel:
den Brenner-Basis-Tunnel.
= buchBild('alpen-bahn',
'Güter-Zug in den Bergen.',
'Ein Güter-Zug in den Bergen. Der Zug bringt die Waren leiser über die Alpen.') ?>
📊 Echte Zahlen:
Über den Brenner fuhren im Jahr 2024 fast 2 und eine halbe Million LKW.
Das sind fast 3-mal so viele wie über alle Schweizer Berg-Straßen zusammen.
🎮 In der Simulation:
Deine Fahrzeuge fahren auf echten Autobahnen.
Von München nach Mailand geht es über die Alpen.
Manchmal kommt ein Schnee-Sturm oder ein Unfall.
Dann dauert die Fahrt länger.
✏️ Aufgabe:
- Viele LKW fahren durch ein enges Tal.
Was stört die Menschen dort?
Nenne zwei Dinge.
4 · Nadelöhr Alpen: Transit über den Brenner
Zwischen den Industrieräumen nördlich und südlich der Alpen liegt
eine 800 km lange Gebirgsmauer – überquerbar nur an wenigen Pässen und
Tunneln. Güter, die Österreich oder die Schweiz nur durchqueren,
nennt man = g('transitverkehr', 'Transitverkehr') ?>. Der mit Abstand meistbelastete Übergang
ist der Brenner (1.370 m) zwischen Tirol und Südtirol:
2,46 Millionen LKW rollten 2024 über die Brennerautobahn –
fast dreimal so viele wie über alle vier Schweizer Alpenrouten
zusammen (0,86 Mio.). [7] [8] Für die Menschen
im engen Wipptal bedeutet das Dauerbelastung durch Lärm und Abgase.
Die Schweiz zeigt seit den 1990ern einen anderen Weg: Per
Volksabstimmung beschloss sie, den Transit auf die Schiene zu verlagern –
mit hohen LKW-Abgaben und den NEAT-= g('basistunnel', 'Basistunneln') ?>.
Ein Basistunnel durchquert das Gebirge nicht oben am Pass, sondern flach
an seinem Fuß – so kommen auch schwere Güterzüge ohne Steigung hindurch. Der
Gotthard-Basistunnel (57 km, eröffnet 2016) ist der längste
Eisenbahntunnel der Welt; rund 72 % des alpenquerenden Güterverkehrs
der Schweiz fahren heute per Bahn. [9] [10]
Österreich steuert mit Blockabfertigung, Nachtfahr- und sektoralen
Fahrverboten dagegen – und setzt auf die = g('rollende-landstrasse', 'Rollende Landstraße') ?>
(der ganze LKW fährt auf dem Zug mit, die Fahrer:innen ruhen im Begleitwagen) sowie den
Brenner-Basistunnel: 55 km von Innsbruck nach Franzensfeste,
mit der Umfahrung Innsbrucks 64 km – die längste unterirdische
Bahnverbindung der Welt, geplant ab etwa 2032. [11]
= buchBild('alpen-bahn',
'Bahn-Motiv zum Alpentransit: Güterzug auf der Arlbergstrecke, RoLa-Zug, oder Scan/Infotafel vom Brenner-Basistunnel-Besucherzentrum.',
'Die Alternative zur Kolonne: Güterzüge queren die Alpen – künftig durch den Brenner-Basistunnel, das längste Tunnelprojekt Europas.') ?>
📊 Echte Zahlen:
Brenner 2024: 2,46 Mio. LKW [7] ·
alle Schweizer Alpenrouten zusammen: 0,86 Mio.
[8] · Bahnanteil am alpenquerenden Güterverkehr
der Schweiz: ~72 % [9] ·
Gotthard-Basistunnel: 57 km [10] ·
Brenner-Basistunnel: 55 km, Eröffnung frühestens 2032
[11]
Merke: Transitverkehr nützt Europas
Wirtschaft, belastet aber die Menschen entlang der Route. Die Schweiz
verlagert per Gesetz und Tunnel auf die Bahn – Österreich baut mit dem
Brenner-Basistunnel gerade nach.
🎮 In der Simulation: Deine Fahrzeuge nutzen
echte Autobahn-Strecken – von München nach Mailand quert dein LKW die Alpen
über die Brennerachse. Ereignisse wie Schneesturm, Unfall oder
Bahnstreik bremsen unterwegs. Und in der Autobahn-Übung steuerst du
selbst Auf- und Abfahrten, etwa Innsbruck (A12/A13) oder
Verona Nord (A22) – wer die Ausfahrt verpasst, verliert Zeit.
✏️ Aufgaben:
- AErkläre den Begriff
„Transitverkehr" und nenne zwei Belastungen für die Bevölkerung
entlang der Route.
- BVergleiche die Strategien
Österreichs und der Schweiz gegen die LKW-Lawine: Nenne je zwei
Maßnahmen und schätze ihre Wirkung anhand der Zahlen im 📊-Kasten.
- C„Transit-LKW gehören per Gesetz
auf die Bahn!" Nimm begründet Stellung – beachte dabei auch, dass
innerhalb der EU der freie Warenverkehr gilt und Österreich Durchfahrten
nicht einfach verbieten darf.
💡 Erwartungshorizont B/C:
B: CH = Verlagerung per Abgabe (LSVA) + NEAT-Tunnel → Bahnanteil ~72 %;
AT = Blockabfertigung, Fahrverbote, RoLa → Brenner bleibt trotzdem
Europas LKW-Route Nr. 1 (Ausweicheffekt: Der Brenner ist der niedrigste
und mautgünstigste Hauptübergang, ein Teil des Verkehrs weicht von der
Schweiz dorthin aus). C: Zielkonflikt EU-Warenverkehrsfreiheit vs.
Gesundheitsschutz – der EuGH kippte Tiroler sektorale Fahrverbote bereits
zweimal (2005 und 2011); gute Antworten erkennen, dass Infrastruktur (BBT)
und Preise wirksamer sind als Verbote. Stolperstein: Schüler:innen halten
„einfach verbieten" für die Lösung – hier lohnt die Diskussion.
SEITE 5 · LIEFERKETTEN
5 · Warum ist das Regal leer?
Lager kosten viel Geld.
Darum haben viele Firmen nur kleine Lager.
Die Ware kommt genau dann, wenn man sie braucht.
Das nennt man: just in time.
Das heißt: genau zur richtigen Zeit.
Aber das ist auch gefährlich.
Im Jahr 2021 blieb ein riesiges Schiff im Suez-Kanal stecken.
Das Schiff hieß „Ever Given".
Es war 400 Meter lang.
6 Tage lang konnte kein Schiff vorbei.
Viele Fabriken bekamen keine Teile mehr.
Manche Regale blieben leer.
Und noch ein Problem: Leer-Fahrten.
Von 5 LKW-Fahrten in Europa ist etwa 1 Fahrt ganz leer.
Der LKW fährt, aber er bringt nichts.
Das kostet Geld und macht unnötige Abgase.
= buchBild('paket-zustellung',
'Paket-Auto bei der Zustellung in einer Wohn-Straße.',
'Jeden Tag sind Millionen Pakete unterwegs. Viele davon bestellen wir im Internet.') ?>
📊 Echte Zahlen:
In Deutschland waren im Jahr 2024 mehr als 4 Milliarden Pakete unterwegs.
Das sind ungefähr 12 Millionen Pakete pro Tag.
🎮 In der Simulation:
Ab Level 2 hat jeder Auftrag eine Frist.
Bist du zu spät, kostet das Straf-Geld.
Die Anzeige zeigt dir deine Leer-Fahrten.
Wenige Leer-Fahrten = gute Planung!
✏️ Aufgabe:
- Dein LKW bringt Ware von Wien nach Berlin.
Wie kommt er ohne Leer-Fahrt zurück?
Was für einen Auftrag braucht er?
5 · Just-in-time: Wenn das Regal leer bleibt
Lagerhallen kosten Miete, gebundenes Geld und Personal. Deshalb
arbeiten Fabriken und Handel heute = g('just-in-time', 'just in time') ?>: Die Ware kommt
genau dann an, wenn sie gebraucht wird – das Lager fährt quasi auf der
Autobahn mit. Das spart Kosten, macht Lieferketten aber verwundbar:
Fällt ein Glied aus, steht binnen Tagen die Produktion.
Wie schnell das geht, zeigte 2021 die „Ever Given": Das
400-m-Containerschiff stellte sich im Suezkanal quer und blockierte
sechs Tage lang die wichtigste Wasserstraße zwischen Asien und Europa.
Pro Tag wurden Waren im Wert von rund 9 Milliarden US-Dollar
aufgehalten; über 400 Schiffe stauten sich, und Wochen später fehlten
in Europa Teile und Produkte. [12]
Effizienz hat noch eine zweite Stellschraube: die
= g('leerfahrt', 'Leerfahrt') ?>. Rund jede fünfte LKW-Fahrt
in der EU ist leer, in Österreich ist es sogar jeder dritte gefahrene
Kilometer. [13] Gute Disposition sucht deshalb
immer eine Rückladung. Und der Boom geht weiter: Allein in Deutschland
waren 2024 4,29 Milliarden Paketsendungen unterwegs – der
Online-Handel verwandelt Wohnstraßen in die „= g('letzte-meile', 'letzte Meile') ?>"
der Logistik – den teuersten Abschnitt der ganzen Kette, weil hier jedes
Paket einzeln an eine Tür gebracht wird. [14]
= buchBild('paket-zustellung',
'Paketfahrzeug bei der Zustellung in einer Wohnstraße (Alltagsmotiv, ohne erkennbare Personen/Kennzeichen).',
'Die letzte Meile: Millionen Pakete täglich enden vor einer Haustür – der teuerste und aufwendigste Abschnitt der ganzen Kette.') ?>
📊 Echte Zahlen:
„Ever Given" 2021: 6 Tage Blockade, ~9 Mrd. USD aufgehaltene Waren
pro Tag [12] · EU: ~20 % Leerfahrten, AT: jeder
3. LKW-Kilometer leer [13] · Deutschland 2024:
4,29 Mrd. Paketsendungen (+2,8 %) [14]
Merke: Just-in-time spart Lagerkosten,
macht Lieferketten aber störanfällig. Nachhaltige Logistik heißt:
Leerfahrten vermeiden, Ladungen bündeln, auf klimafreundliche
Verkehrsträger verlagern – und Puffer für Krisen einplanen.
🎮 In der Simulation: Ab Level 2 trägt jeder
Auftrag eine = g('frist', 'Frist') ?> mit Restzeit-Balken – Verspätung
kostet 10–30 % des Auftragswerts pro Stunde Strafe. Das Statusfeld
oben zeigt deinen Leerfahrten-Anteil live an: Er ist deine
Nachhaltigkeits-Kennzahl. Plane wie ein Profi: Nimm für den Rückweg einen
„↗ woanders"-Auftrag mit, statt leer heimzufahren. Am Ende zählt die
Endbilanz – 1 bis 5 Sterne.
✏️ Abschluss-Aufgaben:
- BErkläre mit dem Begriff
„just in time", wie ein blockierter Kanal in Ägypten dazu führen kann,
dass Wochen später in Vorarlberg ein Produkt fehlt. Skizziere die Kette.
- CDu leitest eine Spedition mit
hohem Leerfahrten-Anteil. Schreibe ein kurzes Konzept (5 Sätze) an dein
Team: Wie senkst du Leerfahrten und Verspätungen? Verwende drei
Fachbegriffe aus diesem Kapitel.
💡 Differenzierung & Auswertung:
Im Lehrer-Cockpit lohnt der Vergleich von
Endbilanz und
Leerfahrten-Anteil nebeneinander: Wer beides gut hält, hat
Disposition verstanden – hohe Bilanz bei vielen Leerfahrten deutet auf
Glück statt Planung. Leistungsstarke Gruppen: Level 2 mit Zusatzauftrag
„Leerfahrten-Anteil unter 20 %" (entspricht dem EU-Schnitt – das dürfen
Sie ruhig verraten). Unterstützung: Die ℹ-Erklärungen zu jedem Statusfeld
in der Simulation lesen lassen. Für den inklusiven Unterricht:
Leichte-Sprache-Version dieses Kapitels — gleiche
Bilder, gleiche Kernaussagen, reduzierte Aufgaben.
QUELLEN
Quellen & zum Weiterlesen
Alle Zahlen in diesem Heft sind echt.
Sie kommen von Ämtern, Häfen und Forscher:innen.
Hier stehen die Quellen:
[1] Statistisches Bundesamt (Destatis): Güterverkehr in der EU 2024 – Modal Split (Eurostat-Daten) —
destatis.de
[2] Umweltbundesamt (DE): Güterverkehr – Emissionsvergleich der Verkehrsträger —
umweltbundesamt.de
[3] Deutsche Bahn: Verkehrsträgervergleich Güterverkehr (CO₂e je Tonnenkilometer, Basis UBA/TREMOD) —
deutschebahn.com
[4] Port of Rotterdam: Jahreszahlen 2024 (Gesamtumschlag & Container) —
portofrotterdam.com ·
schifffahrtundtechnik.de
[5] The Geography of Transport Systems: First Containership, Ideal-X, 1956 —
transportgeography.org
[6] Offshore Energy: MSC Irina – 24.346 TEU (2023) —
offshore-energy.biz
[7] Land Tirol: Verkehr in Tirol – Bericht 2024 (LKW-Zahlen Brenner) —
tirol.gv.at
[8] VCÖ: Brenner vs. Schweizer Alpenrouten im Vergleich —
vcoe.at
[9] UVEK / BAV (CH): Verkehrsverlagerung – Bahnanteil am alpenquerenden Güterverkehr —
uvek.admin.ch ·
verkehrsrundschau.de
[10] Wikipedia: Gotthard-Basistunnel (57 km, eröffnet 2016) —
wikipedia.org
[11] ADAC: Brenner-Basistunnel – Stand des Rekordbauwerks —
adac.de
[12] Universität Göteborg: The cost of the Suez Canal blockage (2021) —
gu.se ·
wikipedia.org
[13] Eurostat via trans.info: Jede fünfte Fahrt in der EU leer —
trans.info ·
VCÖ: Lkw-Leerfahrten in Österreich —
vcoe.at
[14] BPEX (vormals BIEK): KEP-Studie 2025 – Zahlen & Fakten —
bpex-ev.de