.jpg
* ab — die Platzhalter tauschen sich dann automatisch aus.
*/
require_once __DIR__ . '/../php/config/app.php';
$bp = BASE_PATH;
define('BUCH_SIM', 'tourismustal');
require __DIR__ . '/_partials/buch_helpers.php';
?>
'modul-tourismustal',
'🎮 Simulation starten' => 'tourismustal',
'Glossar' => 'glossar?module=tourismustal',
'Lehrplan' => 'lehrplan?module=tourismustal',
]) ?>
TOURISMUSTAL · KAPITEL-START
Geografie und wirtschaftliche Bildung · Sek I
= buchKapIcon('🏔️') ?> Ein Tal wird Tourismusregion
Wie wird aus einem stillen Berg-Tal ein Urlaubs-Ort?
Und wie bleibt das Tal dabei schön?
= buchBild('opener-talpanorama',
'Weites Panorama eines Alpentals mit Dorf und Kirchturm.',
'Ein Tal in den Bergen: Hier leben Menschen. Und hier machen Menschen Urlaub. Warth am Arlberg, Dezember 2025.') ?>
Darum geht es in diesem Heft:
Du baust ein Berg-Tal auf.
Aus dem Tal wird ein Urlaubs-Ort.
Du lernst: Wo baut man was am besten?
Du lernst: Wie entsteht ein Preis?
Du lernst: Warum braucht ein Ort Gäste im Sommer und im Winter?
Und du lernst: Was macht der Klima-Wandel mit dem Schnee?
🎮 So arbeitest du mit der Simulation:
Du beginnst im Jahr 1975.
Zuerst gibt es nur ein Gast-Haus.
Dann baust du mehr: einen Lift, ein Hotel, ein Personal-Haus.
Alles kostet Geld.
Der 📋 Tages-Bericht zeigt dir jeden Tag: So viel hast du verdient.
Der ℹ-Knopf erklärt dir jedes Gebäude.
= buchBild('geschichte-1948',
'Historisches Skifoto aus der Pionierzeit.',
'So fing alles an: Eine Ski-Fahrerin in Dornbirn im Jahr 1948. Damals war Ski-Fahren noch kein großes Geschäft.', true) ?>
Wie wird aus einem stillen Alpental eine erfolgreiche
Tourismusregion – ohne dass das Tal dabei verliert, was es besonders macht?
= buchBild('opener-talpanorama',
'Weites Panorama eines Alpentals mit Dorf und Kirchturm, im Hintergrund Berge – idealerweise mit sichtbaren Liftanlagen am Hang (z. B. Blick vom Gegenhang auf einen Vorarlberger Ort).',
'Ein Alpental: Naturraum, Lebensraum – und Wirtschaftsraum. Warth am Arlberg (Vorarlberg), Dezember 2025.') ?>
Darum geht es in diesem Kapitel:
Du lernst, wie = g('tourismus', 'Tourismus') ?> aus einem Tal einen
Wirtschaftsraum macht: welche = g('standortfaktor', 'Standortfaktoren') ?>
zählen, wie Preise durch = g('angebot-nachfrage', 'Angebot und Nachfrage') ?>
entstehen, warum = g('saisonalitaet', 'Saisonalität') ?> das große Risiko ist –
und wie eine Region auf den Klimawandel reagieren kann, ohne Natur und Menschen
zu überfordern.
AT · GW 3.5–3.8
AT · GW 3.16 & 3.17
AT · GW 4.2 & 4.10
DE · NRW: Tourismus & Raum
DE · BY: Alpen (Jg. 7)
CH · RZG 2.5 & 3.3
🎮 So arbeitest du mit der Simulation:
Du übernimmst 1975 die Entwicklung eines kleinen Alpentals. Alles beginnt mit
einem Gasthaus – Lift, Hotel, Personal und Sommerangebote folgen Schritt für
Schritt. Drei Szenen erzählen die echte Geschichte des Alpentourismus:
Pionierzeit 1975 · Boom 2000 · Schneegrenze 2035. Links siehst du deine
Kennzahlen, der 📋 Tagesbericht rechnet dir jede Bilanz vor, und der ℹ-Knopf
an jedem Bauwerk erklärt Wirkung, Kosten und Regeln – bevor du baust.
= buchBild('geschichte-1948',
'Historisches Skifoto aus der Pionierzeit (Familienalbum, Leihgabe o. Ä.).',
'So fing alles an: Skifahrerin in Dornbirn, 1948 – Jahrzehnte bevor aus dem Wintersport ein eigener Wirtschaftszweig wurde. (Privatarchiv)', true) ?>
💡 Verlaufsvorschlag (Doppelstunde):
(1) Einstieg 10′ – Opener-Foto + Leitfrage, Vorwissen sammeln („Wer war
schon in einem Skigebiet? Was gehört dort alles dazu?").
(2) Erarbeitung I 15′ – Seiten 1–2 gemeinsam (Standortfaktoren,
Wirtschaftskette).
(3) Simulation 30′ – Szene 1 „Pionierzeit", Auftrag:
alle vier Ziele erreichen.
(4) Auswertung 15′ – Lehrer-Cockpit → Live
bzw. Ergebnisse: Wer hat Rücklagen gehalten? Wen hat die Bank liquidiert?
(5) Vertiefung 20′ – Seiten 3–5 (Saisonalität, Klimawandel, Zielkonflikte),
dann Szene 3 als Hausübung oder Folgestunde.
Hinweis: Der Vorlese-Modus (🔊) lässt sich pro Klasse im Cockpit
sperren („Vorlesen an/aus" auf der Modulkarte). Für den inklusiven Unterricht
gibt es dieses Kapitel zusätzlich in
Leichter Sprache.
SEITE 1 · STANDORT
1 · Wo baut man was?
Ein Lift steht nicht irgendwo.
Ein Hotel steht nicht irgendwo.
Der Ort muss passen.
Das nennt man: Standort.
Hoch oben am Berg liegt lange Schnee.
Darum baut man den Lift weit oben.
Unten im Tal sind die Gäste gerne.
Dort essen sie und kaufen ein.
Und die Schnee-Kanone braucht Wasser.
Darum baut man sie in der Nähe vom Fluss.
= buchBild('standort-lift-hang',
'Sessellift- oder Gondelbahn-Trasse am Hang.',
'Die Bahn bringt die Gäste auf den Berg. Hier fährt sie auch im Sommer. Juni 2017.') ?>
Merke:
Der Standort ist der Platz für ein Gebäude.
Ein guter Standort ist sehr wichtig.
🎮 In der Simulation:
Die Bus-Halte-Stelle geht nur an der Straße.
Die Schnee-Kanone geht nur am Fluss.
Beim Bauen siehst du zuerst eine Vorschau.
Erst beim zweiten Tippen baust du wirklich.
✏️ Aufgabe:
- Baue einen Lift weit unten.
Baue einen Lift weit oben.
Wo bleibt der Schnee länger?
1 · Warum gerade hier? Standortfaktoren
Kein Betrieb steht zufällig dort, wo er steht. Ob sich ein Gasthaus, ein
Lift oder ein Hotel lohnt, entscheiden die Eigenschaften des Ortes – die
= g('standortfaktor', 'Standortfaktoren') ?>. Man unterscheidet
= g('harte-weiche-standortfaktoren', 'harte Faktoren') ?>, die man messen kann (Höhenlage, Schneesicherheit,
Erreichbarkeit, Wasser, Baugrund), und weiche Faktoren, die man
spürt (Landschaftsbild, Ruf, Sicherheit, Gastfreundschaft).
Im Gebirge ist die Höhenlage der wichtigste harte Faktor: Je höher
eine Bahn liegt, desto länger hält der Schnee – dafür sind die Gäste weiter
weg von Gasthaus und Ortszentrum. Die Erreichbarkeit ist der zweite
Schlüssel: Ein Tal ohne gute Anreise bleibt leer, egal wie schön es ist.
Und manche = g('infrastruktur', 'Infrastruktur') ?> ist an Naturbedingungen
gebunden – eine = g('beschneiung', 'Beschneiungsanlage') ?> braucht Wasser,
also die Nähe zum Fluss.
= buchBild('standort-lift-hang',
'Sessellift- oder Gondelbahn-Trasse am Hang, gut sichtbar von unten – zeigt, wie eine Bahn den Berg „erschließt".',
'Die Bahn erschließt den Berg – und läuft hier auch im Sommer (Juni 2017). Ihre Lage bestimmt Schneesicherheit und Komfort.') ?>
Merke: Standortfaktoren sind die
Eigenschaften eines Ortes, die ihn für eine Nutzung geeignet machen.
Höhenlage, Erreichbarkeit und Wasser sind im Alpental die wichtigsten.
🎮 In der Simulation: „Lage zählt" ist die
Kernregel. Der Lift wird weiter oben schneesicherer, weiter unten
konsumieren die Gäste mehr. Die Bushaltestelle funktioniert nur an der
Talstraße, Beschneiung und Badesee nur nahe am Fluss, die
Aussichtsplattform nur hoch am Berg nahe einer Bahn. Beim Bauen zeigt
dir die Vorschau Einflusskreise und Korridore – am Tablet: erster Tipp =
Vorschau, zweiter Tipp = bauen.
💡 Didaktischer Hinweis: Lassen Sie vor dem
Bauen begründen: „Warum baust du den Lift dort?" Die Ablehnungs-Meldungen
der Sim erklären die Regeln — nutzen Sie Fehlversuche als Lernanlass statt sie
zu vermeiden. Stolperstein: Schüler:innen bauen Personalhäuser oft weit weg von
den Betrieben (wirkt dann nur zu ⅔).
SEITE 2 · WIRTSCHAFT
2 · Wie verdient das Tal Geld?
Die Gäste kommen mit dem Bus ins Tal.
Sie fahren mit dem Lift.
Sie schlafen im Hotel.
Sie essen im Gast-Haus.
Für alles bezahlen sie Geld.
Das Geld bleibt bei den Menschen im Tal.
Du bestimmst den Preis für den Ski-Pass.
Ist der Preis hoch: Es kommen weniger Gäste.
Ist der Preis niedrig: Es kommen viele Gäste.
Aber du bekommst pro Gast nur wenig Geld.
Der beste Preis liegt in der Mitte.
= buchBild('wirtschaft-ort-belebt',
'Belebte Gasthaus-Terrasse mit Gästen.',
'Viele Gäste auf der Hütten-Terrasse. Sie geben Geld aus. Das Geld bleibt in der Region. Südtirol, Oktober 2025.') ?>
📊 Echte Zahlen:
Ein Winter-Gast gibt in Österreich ungefähr 193 € am Tag aus.
Ein Sommer-Gast gibt ungefähr 156 € am Tag aus.
🎮 In der Simulation:
Links ist der Regler für den Ski-Pass.
Schiebe ihn hoch und runter.
Schau: Wie viele Gäste kommen?
Wichtig: Spare auch Geld!
Wenn du zu viele Schulden hast, verkauft die Bank dein Gebäude.
✏️ Aufgabe:
- Stelle den Ski-Pass auf 15 €.
Wie viele Gäste kommen?
Stelle den Ski-Pass auf 45 €.
Wie viele Gäste kommen jetzt?
2 · Die Wirtschaftskette: Vom Gast zum Einkommen
Tourismus ist eine Kette: Anreise → Kapazität → Betten → Personal →
Einnahmen. Reißt ein Glied, verdient das ganze Tal weniger. Wenn mehr
Gäste kommen wollen, als der Bus bringen kann, hilft das beste Hotel nichts –
der = g('engpass', 'Engpass') ?> bestimmt das Ergebnis.
Und wie entsteht der Preis? Auf Märkten treffen
= g('angebot-nachfrage', 'Angebot und Nachfrage') ?> aufeinander. Ein hoher
Skipass-Preis bringt mehr Geld pro Gast – aber weniger Gäste kommen
und die Zufriedenheit sinkt. Ein Dumping-Preis füllt die Pisten, lässt aber
Einnahmen liegen. Dazwischen liegt der Preis, der zur Nachfrage passt.
Alles, was Gäste vor Ort ausgeben, nennt man
= g('wertschoepfung', 'Wertschöpfung') ?> – sie sichert Löhne und
Einkommen im Tal. Wichtig: = g('tagesausgaben', 'Wintergäste geben mehr aus als Sommergäste') ?>.
= buchBild('wirtschaft-ort-belebt',
'Belebte Dorfstraße oder Gasthaus-Terrasse mit Gästen (Konsum sichtbar: Einkehr, Sportgeschäft, Café).',
'Wertschöpfung auf der Hüttenterrasse: Jeder Euro, den Gäste ausgeben, bleibt als Einkommen in der Region. Seiser Alm (Südtirol), Oktober 2025.') ?>
📊 Echte Zahlen:
Ein Wintergast gibt in Österreich im Schnitt 193 €/Tag aus,
ein Sommergast 156 €/Tag – also nur rund 80 %. [4]
📊 Was kostet das wirklich?
Die Simulation rechnet mit stark verkleinerten Zahlen. Real gilt:
6er-Sessellift ca. 5–12 Mio. € [8] ·
Patscherkofelbahn Innsbruck: geplant 58, bezahlt 83,2 Mio. €
[9] · Hotelzimmer-Neubau (4★)
220.000–270.000 €/Zimmer [10] ·
eine Schneekanone 27.000–35.000 € [11] ·
Tageskarte Ski Arlberg 81,50 € [12].
🎮 In der Simulation: Der Skipass-Regler
(links) ist deine Preisstellschraube – beobachte, wie Gästezahl und Einnahmen
reagieren. Der 📋 Tagesbericht zeigt die ganze Kette als Rechnung:
Wer wollte kommen (· Faktoren), wer konnte kommen (Engpass!), Einnahmen minus
Kosten. = g('ruecklagen', 'Rücklagen') ?> – gespartes Geld als Polster für
schlechte Tage – sind wichtig: Einmalige Chancen wie das Skirennen
(5.000 €) kommen nur einmal – und ab 15.000 € Schulden verkauft die
Bank dein teuerstes Gebäude zwangsweise.
✏️ Aufgaben:
- AStelle den Skipass auf 15 €, dann auf
45 €. Notiere jeweils Gäste/Tag und Tagesgewinn. Erkläre den Unterschied mit
Angebot und Nachfrage.
- BÖffne den Tagesbericht an einem
schlechten Tag. Welches Glied der Kette war der Engpass? Was würdest du bauen?
- C„Viele Gäste = viel Gewinn" – stimmt
das immer? Begründe mit Betriebskosten und Zufriedenheit.
- DIn der Simulation begegnet dir der
💶 Kosten-Check mit echten Preisen. Vergleiche: Gondelbahn in der
Simulation 22.000 € – real bis über 80 Mio. €. Warum verwendet die Simulation
kleinere Zahlen? Was bildet sie trotzdem richtig ab – und was nicht?
💡 Erwartungshorizont (Auswahl):
A: Bei 15 € viele Gäste, wenig Ertrag/Gast; bei 45 € wenige Gäste, sinkende
Zufriedenheit – Umsatzmaximum liegt dazwischen (= g('preiselastizitaet', 'Preiselastizität') ?>:
Wie stark die Nachfrage auf eine Preisänderung reagiert).
C: Nein – laufende Kosten (Instandhaltung, Löhne) laufen immer; Überfüllung
senkt Zufriedenheit → weniger Nachfrage morgen.
Stolperstein „Panzer-Rush": Wer sofort alles baut, endet absichtlich in
der Bank-Liquidation – das ist gewollt und ein guter Auswertungsanlass
(„Warum ist X pleite gegangen?"). Im Cockpit sichtbar an Konto < 0 und 🆘.
SEITE 3 · SAISONALITÄT
3 · Das Sommer-Loch
Im Winter kommen viele Gäste.
Sie wollen Ski fahren.
Im Sommer kommen nur wenige Gäste.
Aber das Hotel kostet auch im Sommer Geld.
Der Lift kostet auch im Sommer Geld.
Diese Zeit nennt man: das Sommer-Loch.
Was hilft gegen das Sommer-Loch?
Angebote für den Sommer!
Zum Beispiel: ein Bade-See, ein Kletter-Garten, eine Sommer-Rodel-Bahn.
Dann kommen auch im Sommer Gäste.
= buchBild('sommerloch-leere-terrasse',
'Leere Hotel-Terrasse oder geschlossene Talstation im Sommer.',
'Sommer im Ski-Ort: Alles ist da. Aber die Gäste fehlen.') ?>
📊 Echte Zahlen:
Im Ort Lech in Vorarlberg kommen fast alle Gäste im Winter.
Von 100 Über-Nachtungen sind 84 im Winter.
Nur 16 sind im Sommer.
🎮 In der Simulation:
Baue Sommer-Angebote: Bade-See, Rodel-Bahn, Bike-Park.
Dann kommen auch im Sommer viele Gäste.
✏️ Aufgabe:
- Schau auf deinen Tages-Bericht im Sommer.
Wie viele Gäste hast du?
Baue einen Bade-See.
Wie viele Gäste hast du jetzt?
3 · Das Sommerloch: Wenn ein Tal nur vom Winter lebt
Betten, Bahnen und Personal kosten das ganze Jahr Geld – Gäste kommen
aber nicht das ganze Jahr. Diese Schwankung heißt
= g('saisonalitaet', 'Saisonalität') ?>, und in Skiorten hat die schwache
Zeit einen Namen: das = g('sommerloch', 'Sommerloch') ?>.
Wie extrem das werden kann, zeigt Lech am Arlberg: 84 % aller
= g('naechtigung', 'Nächtigungen') ?> fallen dort in den Winter – nur
16 % in den Sommer. Ganz Österreich zeigt aber, dass es anders geht: Bei den
Nächtigungen hat der Sommer den Winter inzwischen überholt. Regionen
wie der Wilde Kaiser erreichen fast 1 : 1, Serfaus-Fiss-Ladis hat seine
Sommernächtigungen in zehn Jahren fast verdoppelt – mit konsequenten
Familien- und Sommerangeboten (= g('ganzjahrestourismus', 'Ganzjahrestourismus') ?>).
Aber Achtung: Gleich viele Gäste heißt nicht gleich viel Geld. Für die
Bergbahnen ersetzt ein fehlender Wintergast erst 1,3 bis 4,2
Sommergäste.
= buchBild('sommerloch-leere-terrasse',
'Sommerbild eines winterlastigen Orts: leere Hotel-Terrasse, gestapelte Liegestühle, geschlossene Läden ODER geschlossene Talstation im Sommer.',
'Sommer im Skiort: Die Infrastruktur ist da – die Gäste nicht.') ?>
📊 Echte Zahlen:
Lech: 84 : 16 Winter/Sommer [1] ·
Österreich gesamt: Sommer 83,4 Mio. vs. Winter 72,2 Mio. Nächtigungen
[2] · Bergbahnen-Sommeranteil am Umsatz nur
15–25 % [3]
🎮 In der Simulation: Die Nachfrage hängt an der
Saison – im ersten Winter erlebst du die Bewährungsprobe, im Sommer das Loch.
Sommerangebote (Badesee, Sommerrodelbahn, Panoramaweg, Bikepark, Hochseilgarten,
Spielplatz) füllen es. In Szene 3 gilt der Serfaus-Effekt: Wer sein
Sommerangebot konsequent ausbaut (ab 3 Attraktionen), dessen Sommernachfrage
wächst +7 % pro Jahr.
💡 Didaktischer Hinweis: Das ist der
Daten-Kern des Kapitels – die Zahlen stammen aus Statistik Austria, Tirol
Werbung und Seilbahnen Schweiz (Quellen unten, für Referate zitierfähig).
Diskussionsimpuls: „Lech ist trotzdem reich – ist 84:16 also ein Problem?"
(Klumpenrisiko vs. Ertragsstärke; Anschluss an 4.10 nachhaltiges Wirtschaften.)
SEITE 4 · KLIMAWANDEL
4 · Es gibt weniger Schnee
Die Erde wird wärmer.
Darum schmilzt der Schnee früher.
Der Winter mit Schnee ist heute ungefähr einen Monat kürzer als früher.
Das ist schlecht für Ski-Orte.
Was können die Orte tun?
Sie können Schnee-Kanonen bauen.
Schnee-Kanonen machen Schnee aus Wasser.
Aber das braucht viel Wasser und viel Strom.
Und es geht nur, wenn es kalt ist.
Besser ist: Der Ort macht auch Angebote für den Sommer.
= buchBild('klimawandel-kunstschneeband',
'Schneekanone oder Kunstschneeband auf grünem Hang.',
'Anfang Februar. Aber es liegt fast kein Schnee. Bödele in Vorarlberg, 1. Februar 2020.') ?>
📊 Echte Zahlen:
In der Schweiz ist die Schnee-Zeit heute 37 Tage kürzer als im Jahr 1970.
🎮 In der Simulation:
In der Szene „Schneegrenze 2035" gibt es oft warme Winter.
Die Schnee-Kanone hilft nur, wenn es kalt ist.
Du gewinnst nur mit guten Sommer-Angeboten.
✏️ Aufgabe:
- Die Schnee-Kanone hat Vorteile und Nachteile.
Nenne einen Vorteil.
Nenne einen Nachteil.
4 · Die Schneegrenze steigt: Anpassung oder Rückzug?
Messdaten zeigen: In den Alpen schmilzt der Schnee 5 bis 9 Tage pro
Jahrzehnt früher; seit 1970 ist die Schneesaison rund einen Monat
kürzer geworden. Am härtesten trifft es Skigebiete unterhalb von
etwa 2.000 m.
Regionen haben zwei Antworten. Kurzfristig hilft
= g('beschneiung', 'Beschneiung') ?>: Schneekanonen sichern die Saison,
brauchen aber viel Wasser, Energie – und Kälte. Langfristig hilft nur
= g('diversifizierung', 'Diversifizierung') ?>: mehrere Standbeine statt
eines. = g('sanfter-tourismus', 'Sanfter Sommertourismus') ?> (Wandern,
Rad), Familienangebote und Ausflugsziele machen das Tal unabhängiger vom
Schnee – die Umstellung dauert allerdings Jahre und ersetzt die
Winter-Wertschöpfung nur teilweise.
= buchBild('klimawandel-kunstschneeband',
'Das stärkste Klimawandel-Motiv: weißes Kunstschneeband auf sonst grünem/braunem Hang, oder Schneekanone am Pistenrand vor aperer Landschaft.',
'Anfang Februar – und der Hang ist fast aper: Ohne Beschneiung keine Piste. Bödele bei Schwarzenberg (Vorarlberg, 1.140 m), 1. Februar 2020.') ?>
📊 Echte Zahlen: Schweiz: Schneesaison
~37 Tage kürzer als 1970 [5] · Österreich:
−5…−6 Tage/Dekade [6] · Serfaus-Fiss-Ladis:
Sommernächtigungen +95 % in 10 Jahren [7]
🎮 In der Simulation: In Szene 3 („Schneegrenze
2035") werden warme Winter jedes Jahr häufiger und der Schnee schmilzt
schneller. Beschneiung springt nur bei Kälte an und kostet 45 €/Tag Betrieb.
Das Sommerziel (200 Gäste an einem Sommertag) ist ohne konsequenten
Ganzjahres-Ausbau nicht erreichbar – eine reine Winterstrategie verdient
zwar gut, kann die Szene aber nicht gewinnen.
✏️ Aufgaben:
- ANenne je zwei Vor- und Nachteile
der Beschneiung.
- BBearbeite Szene 3 einmal „nur Winter"
und einmal „Ganzjahr". Vergleiche Kontostand, Sommergäste und erreichte
Ziele. Erkläre den Unterschied.
- C„Beschneiung ist Anpassung an den
Klimawandel – aber keine Lösung." Nimm begründet Stellung.
💡 Erwartungshorizont B: „Nur Winter" endet
typisch mit mehr Geld, aber verfehltem Sommerziel (3/4); „Ganzjahr" schafft die
Gäste, scheitert anfangs oft knapp am Naturwert → Aufforstung/Öko-Umbau als
Gegenmittel thematisieren. Genau diese Spannung ist das Lernziel (4.2/4.10):
Der Winter ist ertragsstark, aber verwundbar.
SEITE 5 · ZIELKONFLIKTE
5 · Wem gehört das Tal?
Im Tal ist wenig Platz.
Für einen Lift muss man Bäume fällen.
Für ein Hotel braucht man eine Wiese.
Aber die Gäste kommen wegen der schönen Natur!
Das ist ein schwieriges Problem.
Was kann man tun?
Man kann neue Bäume pflanzen.
Man kann Solar-Dächer auf die Häuser bauen.
Und man kann gut für das Personal sorgen.
Dann sind alle zufriedener: die Natur, die Menschen und die Gäste.
= buchBild('zielkonflikt-baustelle-natur',
'Kontrastmotiv: Technik oder Baustelle neben Natur.',
'Der Lüner-See in Vorarlberg. Er ist ein Stau-See für Strom. Und er ist ein schönes Ausflugs-Ziel. Beides zugleich! Mai 2016.') ?>
Merke:
Ein guter Urlaubs-Ort achtet auf drei Dinge:
auf das Geld, auf die Natur und auf die Menschen.
🎮 In der Simulation:
Jedes Gebäude macht ein bisschen Natur kaputt.
Mit 🌲 Aufforsten pflanzt du neue Bäume.
Mit 🌱 Öko-Umbau bekommt dein Haus ein Solar-Dach.
✏️ Aufgabe:
- Deine Natur-Anzeige steht auf 50 %.
Was kannst du tun?
Nenne zwei Ideen.
5 · Wachstum, Natur und Menschen: Wer bekommt das Tal?
Fläche ist knapp. Jeder Lift bedeutet Rodung, jedes Hotel verbraucht
Wiese – und genau wegen dieser Landschaft kommen die Gäste. Diesen Streit
um den Raum nennt man = g('raumnutzungskonflikt', 'Raumnutzungskonflikt') ?>.
Wird er ignoriert, kippt der Erfolg: = g('uebertourismus', 'Übertourismus') ?>
verstopft Straßen, verärgert Einheimische und vertreibt am Ende genau die
Gäste, die Ruhe suchten.
Es gibt Gegenmittel: = g('renaturierung', 'Renaturierung') ?>
(Aufforsten gibt der Natur Fläche zurück und macht Eingriffe rückgängig),
öko-effiziente Betriebe (Solar spart Kosten UND
schont die Natur – eine Investition, die sich doppelt rechnet) und
= g('soziale-verantwortung', 'soziale Verantwortung') ?>: Wer seinem
Personal gute Unterkünfte bietet, bekommt zufriedene Mitarbeiter:innen –
und die Gäste spüren den freundlicheren Service. Ein Win-win.
Und wenn Betriebe wachsen? Vier kleine Gasthäuser zusammen leisten
viel – ein großes leistet dasselbe mit geringeren Kosten pro Gast,
weil feste Kosten wie Küche oder Heizung nur einmal anfallen.
Diesen Vorteil großer Betriebe nennt man = g('skaleneffekt', 'Skaleneffekt') ?>.
= buchBild('zielkonflikt-baustelle-natur',
'Kontrastmotiv: Baustelle/Kran oder Parkplatz direkt neben unberührter Wiese/Wald – oder volle Autoreihen an einem Ausflugsziel (Übertourismus).',
'Zwei Ansprüche, ein Raum: Der Lünersee im Brandnertal (Vorarlberg) ist Stausee für die Stromerzeugung – und zugleich beliebtes Ausflugsziel im Hochgebirge. Mai 2016.') ?>
Merke: Nachhaltiger Tourismus heißt,
drei Dinge zugleich im Blick zu behalten: Wirtschaft (Einkommen),
Umwelt (Naturwert) und Menschen (Gäste, Personal,
Einheimische).
🎮 In der Simulation: Der Naturwert sinkt
mit jedem Bau (Wald kostet extra) und die Gäste reagieren darauf. Zurück geht
es mit 🌲 Aufforsten (1.500 €/Feld), dem 🌱 Öko-Umbau (teuer,
aber −20 % Betriebskosten, Solardach sichtbar) und der Aufforstungs-Entscheidung
der Bürgerinitiative. Das Personalhaus lohnt sich auszubauen: bessere
Wohnqualität = +Zufriedenheit im ganzen Tal. Und 4 gleiche Gebäude im
Quadrat verschmelzen zum Megabauwerk – 4-fache Leistung, nur 3-fache
Betriebskosten (Skaleneffekt). Die ⛑️ Rettungsstation zeigt schließlich:
Auch Sicherheit ist ein Standortfaktor – verunglückte Skifahrer holt der
Notarzthubschrauber automatisch.
✏️ Abschluss-Aufgaben:
- BDein Tal hat Naturwert 50 %. Nenne
drei verschiedene Wege, ihn zu heben, und vergleiche ihre Kosten.
- CSchreibe als Bürgermeister:in eine
kurze Rede (5 Sätze) an die Bürgerinitiative: Wie willst du Wachstum UND
Natur sichern? Verwende drei Fachbegriffe aus diesem Kapitel.
💡 Differenzierung & Auswertung:
Leistungsstarke Gruppen: Boom-Szene mit Ziel „Natur ≥ 70 % bei 300+ Gästen"
(Qualität statt Masse). Unterstützung: ℹ-Knöpfe im Baumenü lesen lassen —
dort stehen alle Regeln und das „Gut zu wissen"-Wissen. Im Cockpit lohnt der
Blick auf
Natur und
Zufriedenheit nebeneinander: Wer beides hoch
hält, hat das Kapitel verstanden. Reflexionsfragen der Sim erscheinen unter
„Ergebnisse". Für den inklusiven Unterricht:
Leichte-Sprache-Version
dieses Kapitels — gleiche Bilder, gleiche Kernaussagen, reduzierte Aufgaben.
QUELLEN
Quellen & zum Weiterlesen
Alle Zahlen in diesem Heft sind echt.
Sie kommen von Ämtern, Forscher:innen und Zeitungen.
Hier stehen die Quellen:
[1] Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde Lech (2024) —
statistik.at
[2] Statistik Austria: Ankünfte & Nächtigungen, Kalenderjahr 2025 —
statistik.at
[3] Seilbahnen Schweiz (via SRF, 2023) und WKO Fachverband Seilbahnen —
srf.ch ·
wko.at
[4] Österreich Werbung / T-MONA: Tagesausgaben Winter- vs. Sommergäste —
tourismuspresse.at
[5] Klein et al., Universität Neuenburg/SLF (via SRF) —
srf.ch
[6] GeoSphere Austria: Klimaportal Schnee —
klimaportal.geosphere.at
[7] Fallstudie Serfaus-Fiss-Ladis —
brand-logic.com
[8] Dolomitenstadt: 6er-Sessellift Leppleskofel, 12 Mio. € (2021) —
dolomitenstadt.at
[9] Stadt Innsbruck: Kostenaufstellung Patscherkofelbahn (2022) —
ibkinfo.at
[10] WKO: Investitionsrichtwerte Hotellerie 2024 —
wko.at
[11] Salzburgwiki/Marmota Maps: Kosten Schneekanonen —
wiki.sn.at
[12] Bergwelten: Skiticket-Preise 2025/26 —
bergwelten.com