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WELTKÜCHE · KAPITEL-START

Geografie und wirtschaftliche Bildung · Sek I

Was die Welt isst

Woher kommt das Essen auf deinem Teller?
Und welchen Weg ist es gereist?

Darum geht es in diesem Heft:
Viele Zutaten reisen weit, bevor du sie isst.
Du lernst: Wo wächst was auf der Welt?
Du lernst: Warum wächst Kakao nicht bei uns?
Du lernst: Wer verdient am Essen wie viel Geld?
Und du lernst: Was hat dein Teller mit dem Klima zu tun?
🎮 So arbeitest du mit der Simulation:
Du wählst ein Gericht aus. Es gibt 30 Gerichte.
Zuerst siehst du das Rezept.
Dann kommt die Welt-Karte.
Du tippst an: Aus diesem Land kommt die Zutat.
Richtig getippt? Du bekommst Punkte.
Am Ende siehst du: So weit sind die Zutaten gereist.

Woher kommen die Zutaten auf deinem Teller – und welche Spuren hinterlässt ihr Weg zu uns, beim Klima, im Geldbörsel und bei den Menschen, die sie anbauen?

Darum geht es in diesem Kapitel: Du lernst, warum dein Essen eine Weltreise hinter sich hat: welche bestimmen, wo etwas wächst, wie der die Zutaten zu uns bringt, wer daran wie viel verdient – und wie du mit dem deines Tellers, mit Einkauf und selbst etwas bewegen kannst.
AT · GW 1.8 & 1.9 AT · GW 3.6 & 3.14 AT · GW 4.1 & 4.10 DE · DGfG-Bildungsstandards Geographie DE · BY: LehrplanPLUS Geo 9 CH · RZG 3.2
🎮 So arbeitest du mit der Simulation: Du erforschst 30 Gerichte aus aller Welt – vom Tiroler Gröstl über Pizza Margherita bis Sushi, sortiert in vier Gruppen (🇦🇹 AT-regional · 🇦🇹🇩🇪🇨🇭 DACH · 🇪🇺 Europa · 🌍 Exotisch). Zu jedem Gericht bekommst du zuerst das echte Rezept mit Schritten, Zubereitungszeit und Nährwerten. Dann tippst du für jede Welt-Zutat (Pfeffer, Kakao, Reis …) auf der Weltkarte an, aus welchem Land sie typischerweise zu uns kommt – manche Zutaten haben sogar zwei Hauptländer. Richtige Antworten bringen Punkte und bis zu 10 Abzeichen, und am Ende jedes Gerichts rechnet dir die Klimabilanz vor, wie weit deine Zutaten gereist sind.
💡 Verlaufsvorschlag (Doppelstunde): (1) Einstieg 10′ – Opener-Foto: „Was davon ist heute Früh bei euch am Tisch gestanden? Woher kommt es?" Vermutungen an der Tafel sammeln. (2) Erarbeitung I 15′ – Seiten 1–2 (Herkunft, Klimazonen). (3) Simulation 25′ – Auftrag: ein AT-regionales und ein exotisches Gericht abschließen, die beiden Klimabilanzen notieren. (4) Auswertung 15′ – Klimabilanzen vergleichen (Gröstl ≈ 50 g, Sushi ≈ 900 g CO₂): Woran liegt der Unterschied? (5) Vertiefung 25′ – Seiten 3–5 (Welthandel, Klimabilanz, gesund & fair), Kakao-Rechnung als Partnerarbeit.
Hinweis: Die Simulation fragt nicht den größten Weltproduzenten ab, sondern den Hauptlieferanten für unseren Markt – diese Unterscheidung vorab kurz besprechen, sie ist der häufigste Stolperstein. Für den inklusiven Unterricht gibt es dieses Kapitel in Leichter Sprache.
SEITE 1 · HERKUNFT

1 · Woher kommt mein Essen?

Schau in den Supermarkt.
Auf dem Schild beim Obst steht ein Land.
Äpfel kommen oft aus Österreich.
Bananen kommen aus Ecuador. Das ist in Süd-Amerika.
Reis kommt aus Asien.
Viele Sachen kommen von weit weg.

Österreich baut viel selbst an.
Fast das ganze Getreide kommt von hier.
Milch und Käse gibt es mehr als genug.
Aber beim Obst ist es anders:
Von 3 Früchten kommt nur 1 aus Österreich.
Reis wächst bei uns fast gar nicht.

Merke:
Jedes Lebensmittel hat ein Herkunfts-Land.
Im Supermarkt steht es auf dem Schild.
🎮 In der Simulation:
Du suchst für jede Zutat das Herkunfts-Land.
Auf der Welt-Karte siehst du mehrere Länder.
Tippe das richtige Land an.
Manche Zutaten kommen von ganz nah. Da steht: „lokal".
✏️ Aufgabe:
  1. Schau zu Hause in den Kühl-Schrank.
    Such 3 Lebensmittel.
    Auf der Packung steht das Herkunfts-Land.
    Schreib die 3 Länder auf.

1 · Die Weltreise beginnt im Supermarkt

Ob Frühstück oder Abendessen: Kaum ein Teller kommt heute ohne aus. Der Kakao im Frühstückskakao wuchs in Westafrika, der Pfeffer auf dem Spiegelei in Vietnam, der Reis im Curry in Asien. Gleichzeitig kommen Erdäpfel, Milch und Brot oft aus der nächsten Umgebung. Jedes Lebensmittel hat also eine Herkunftsgeschichte – und die beginnt für dich am Regal: Bei Obst und Gemüse muss das Herkunftsland angegeben sein.

Wie viel ein Land selbst erzeugt, misst der : 100 % heißt, die eigene Erzeugung deckt genau den eigenen Verbrauch. Österreich ist bei Milch weit darüber – wir exportieren also – und bei Obst, Fisch oder Reis weit darunter. Was fehlt, muss importiert werden: aus Nachbarländern, aus Südeuropa oder per Schiff aus Übersee.

📊 Echte Zahlen – Selbstversorgungsgrad Österreich: Getreide 90 % · Erdäpfel 78 % · Gemüse 55 % · Obst 33 % · Fisch 8 % · Reis unter 1 % – aber Milch 177 % und Käse 109 %. [1]
🎮 In der Simulation: Gesucht ist nicht der größte Produzent der Welt, sondern das Land, aus dem die Zutat typisch zu uns auf den Markt kommt. Vier Kategorien helfen dir: 🇪🇺 Hauptlieferant (kommt zu uns) · 🌐 Welt-Hauptproduzent (Big Player, aber selten bei uns im Regal) · 🌍 (füllt nur unsere Wintersaison) · 🏠 Eigenkonsum (bleibt im eigenen Land). Zutaten aus der Speisekammer (Hefe, Essig …) sind als „lokal" markiert – sie musst du nicht erforschen.
✏️ Aufgaben:
  1. AFinde zu Hause oder im Geschäft drei Lebensmittel mit drei verschiedenen Herkunftsländern. Notiere Produkt und Land.
  2. BÖsterreich erzeugt bei Milch 177 %, bei Obst nur 33 % des eigenen Verbrauchs. Erkläre, was die beiden Zahlen konkret bedeuten – und was mit dem Überschuss bzw. der Lücke passiert.
  3. C„Österreich könnte sich doch einfach komplett selbst versorgen." Nimm Stellung: Welche Lebensmittel wären dann nicht mehr oder nur im Sommer erhältlich?
💡 Didaktischer Hinweis: Aufgabe A als echte Hausübung mit Fotobeleg funktioniert erfahrungsgemäß gut und liefert Material für eine Klassen-Weltkarte (Fäden vom Produkt zum Land). Erwartungshorizont B: 177 % = Export von Milchprodukten; 33 % = zwei Drittel des Obsts werden importiert (Südeuropa, Übersee; Äpfel sind die Ausnahme). Stolperstein: Schüler:innen lesen den Selbstversorgungsgrad oft als „so viel Prozent der Menschen ernähren sich von heimischen Produkten" – Begriff daher vorab klären: Erzeugung geteilt durch Verbrauch, deshalb sind auch Werte über 100 % möglich.
SEITE 2 · KLIMAZONEN

2 · Warum wächst Kakao nicht bei uns?

Jede Pflanze braucht das richtige Klima.
Kakao braucht es das ganze Jahr heiß und feucht.
So ein Klima gibt es nur am Äquator.
Der Äquator ist die Mitte der Erde.
Darum wächst Kakao in Afrika und Süd-Amerika.
Bei uns ist es dem Kakao viel zu kalt.

Reis braucht viel Wasser und Wärme.
In Asien gibt es einen starken Regen-Wind.
Er heißt Monsun.
Er bringt im Sommer sehr viel Regen.
Darum wächst fast der ganze Reis der Welt in Asien.
Und bei uns? Bei uns wachsen Weizen, Äpfel und Erdäpfel.
Sie mögen unser Klima mit Sommer und Winter.

Merke:
Das Klima bestimmt, wo eine Pflanze wächst.
Darum handeln die Länder miteinander.
🎮 In der Simulation:
Die falschen Länder sind kein Zufall.
Frag dich: Ist es dort zu kalt?
Ist es dort zu trocken?
Liegt das Land am Meer?
Dann findest du das richtige Land leichter.
✏️ Aufgabe:
  1. Nenne 2 Zutaten, die bei uns wachsen.
    Nenne 2 Zutaten, die nur in heißen Ländern wachsen.

2 · Klimazonen: Warum Kakao am Äquator wächst

Dass Vorarlberger Bäuer:innen keinen Kakao anbauen, liegt nicht am Fleiß, sondern an der : Die braucht das ganze Jahr über Wärme, hohe Luftfeuchtigkeit und Schatten – solche Bedingungen gibt es nur im „Kakaogürtel" rund um den Äquator. Ähnlich wählerisch sind Banane, Vanille, Pfeffer und Zimt: lauter tropische Kulturen, oft angebaut auf großen .

Reis wiederum liebt Wärme und viel Wasser. In Süd- und Südostasien liefert der beides: Der Sommer-Monsun bringt gewaltige Regenmengen, die die Reisfelder fluten. Rund 90 % der Welternte wachsen deshalb in Asien. [2] Unsere gemäßigte Zone ist dafür das Revier von Weizen, Roggen, Erdäpfeln und Äpfeln – und für Pasta wächst der am liebsten dort, wo es trockener und heißer ist, etwa in Italien oder Kanada. Übrigens hängt fast jede dieser Kulturen an einem unscheinbaren Helfer: Ohne durch Insekten gäbe es weder Kakaofrucht noch Apfel.

Merke: Klimazonen bestimmen die Anbaugrenzen: Tropische Kulturen wie Kakao, Banane oder Vanille können bei uns nicht wachsen. Ohne Welthandel gäbe es hier weder Schokolade noch Reis – ohne heimische Landwirtschaft weder Brot noch Milch.
🎮 In der Simulation: Die „falschen" Länder auf der Karte sind kein Zufall – sie sind die eigentliche Denkaufgabe. Frag dich bei jeder Option: Zu kalt? Zu trocken? Binnenland oder am Meer? Wer erkennt, dass Nori-Algen unmöglich aus einem Binnenland kommen können, holt sich das Abzeichen 🗺️ Geografie-Genie. Und bei jedem Treffer erfährst du, wie groß die der Zutat ist und was sie bei uns kostet.
💡 Didaktischer Hinweis: Hier zahlt sich ein Atlas- oder Klimazonenkarten-Einschub aus: Die Sim-Optionen lassen sich als Kartenarbeit „vorhersagen" (Hypothese → Klick → Rückmeldung lesen). Stolperstein: „Zu kalt" greift als Erklärung oft zu kurz – Tomaten können bei uns wachsen, Kakao kann es nicht. Die Unterscheidung „geht gar nicht" vs. „geht nur im Sommer / nur im Glashaus" bereitet Seite 4 (saisonal einkaufen) vor.
SEITE 3 · WELTHANDEL

3 · Der lange Weg der Schokolade

Kakao wächst in West-Afrika.
Die Länder heißen Elfenbein-Küste und Ghana.
Dort ernten Bauern-Familien die Kakao-Bohnen.
Ein Schiff bringt die Bohnen nach Europa.
Eine Fabrik macht daraus Schokolade.
Dann kommt die Schokolade in unser Geschäft.

Und wer verdient daran?
Du zahlst 1 Euro für eine Tafel Schokolade.
Die Bauern-Familie bekommt davon nur ungefähr 8 Cent.
Das meiste Geld bekommen Fabrik und Geschäft.
Viele finden das unfair.

📊 Echte Zahlen:
Fast die Hälfte vom Kakao der Welt kommt aus 2 Ländern:
aus der Elfenbein-Küste und aus Ghana.
🎮 In der Simulation:
Bei jedem Treffer siehst du:
Wer verkauft am meisten auf der Welt?
Und was kostet die Zutat bei uns?
✏️ Aufgabe:
  1. Eine Tafel Schokolade kostet 2 Euro.
    Die Bauern-Familie bekommt von 1 Euro nur 8 Cent.
    Wie viel bekommt sie von 2 Euro?

3 · Welthandel: Wer verdient an der Schokolade?

Zwischen Ernte und Regal liegt eine lange Kette: Anbau → Ernte → Transport → Verarbeitung → Handel. Am Beispiel Kakao: Fast die Hälfte der Welternte – bei rund 4,7 Mio. Tonnen pro Jahr – wächst in nur zwei Ländern, Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste) und Ghana. [3] Millionen Kleinbauern-Familien leben dort vom Kakao, oft in . Containerschiffe bringen die Bohnen nach Europa, verarbeitet wird meist erst hier – auch die Schweiz, Deutschland und Österreich verdienen also an Schokolade kräftig mit.

Wie das Geld entlang dieser verteilt ist, überrascht viele: Von einem Euro, den wir für Schokolade ausgeben, erreichen nur etwa 8 Cent die Kakaobauern-Familien – der Rest bleibt bei Verarbeitung, Marke und Handel. [4] Wer den Anbau fairer machen will, greift zu : garantierte Mindestpreise plus Prämie für die Gemeinschaft – mehr dazu auf Seite 5.

📊 Echte Zahlen: Welt-Kakaoernte 2024/25: rund 4,7 Mio. t, davon 49 % aus Côte d'Ivoire und Ghana [3] · Anteil der Bauernfamilien am Schokoladenpreis: ca. 8 Cent pro Euro [4]
🎮 In der Simulation: Genau diese Handelswege steckt hinter den vier Länder-Kategorien: Ein 🌐 Welt-Hauptproduzent ist nicht automatisch unser Lieferant – die USA exportieren z. B. vor allem nach Asien, und viele Länder verbrauchen ihre Ernte selbst (🏠 Eigenkonsum). Nach jeder Runde bekommst du zu allen Ländern der Karte einen Erklär-Satz – auch zu denen, die du nicht angetippt hast. So siehst du, wie die Güterströme wirklich laufen.
✏️ Aufgaben:
  1. AZeichne die Kette der Schokolade vom Kakaobaum bis ins Regal (mindestens 5 Stationen).
  2. BEine Tafel Schokolade kostet 2,40 €. Rechne aus, was davon bei den Kakaobauern-Familien ankommt: 240 Cent · 8 : 100 = ? Vergleiche mit dem, was du geschätzt hättest.
  3. C„Ohne Welthandel gäbe es bei uns keine Schokolade – aber mit Welthandel bleiben die Bauernfamilien arm." Diskutiere: Liegt das am Handel selbst oder an der Verteilung entlang der Kette? Welche Lösungen kennst du?
💡 Erwartungshorizont: B: 240 · 8 : 100 ≈ 19 Cent – die Schätzungen der Klasse liegen meist um ein Vielfaches darüber, genau dieser Aha-Effekt trägt die Diskussion. C: Zielrichtung ist Differenzierung: Handel ermöglicht Verfügbarkeit und Einkommen, das Problem ist Marktmacht/Preisverteilung; Lösungsansätze: Fair Trade, staatliche Mindestpreise (Ghana/Côte d'Ivoire), EU-Lieferkettenregeln. Stolperstein: „Die Fabrik betrügt die Bauern" greift zu kurz – Verarbeitung, Transport, Zoll und Handel erbringen reale Leistungen; die Frage ist, ob 8 % zum Leben reichen.
SEITE 4 · KLIMABILANZ

4 · Wie viel Klima steckt im Essen?

Essen macht Klima-Gase. Man sagt: CO₂.
Aber Achtung, hier kommt eine Überraschung:
Der Transport ist meistens nur ein kleiner Teil.
Viel wichtiger ist: Was isst du?

Rind-Fleisch macht sehr viel CO₂.
Die Kuh braucht viel Futter und viel Platz.
Linsen und Erbsen machen ganz wenig CO₂.
Eine Banane fährt mit dem Schiff. Das ist okay.
Schlecht ist das Flugzeug.
Essen aus dem Flugzeug macht sehr viel CO₂.

📊 Echte Zahlen:
1 Kilo Rind-Fleisch macht ungefähr 60 Kilo Klima-Gase.
1 Kilo Linsen macht weniger als 1 Kilo Klima-Gase.
Das ist ein riesiger Unterschied!
🎮 In der Simulation:
Nach jedem Gericht siehst du die Klima-Bilanz.
Sie zeigt: So weit sind die Zutaten gereist.
Schiff = wenig CO₂. Flugzeug = ganz viel CO₂.
Vergleiche: Das Gröstl aus Tirol hat wenig.
Das Sushi aus Japan hat viel.
✏️ Aufgabe:
  1. Bearbeite 2 Gerichte in der Simulation.
    Eines aus Österreich. Eines aus einem fernen Land.
    Schreib beide Klima-Bilanzen auf.
    Welches Gericht hat weniger CO₂?

4 · Klimabilanz auf dem Teller: Die große Überraschung

„Regional einkaufen rettet das Klima" – stimmt das? Nur zum Teil. Forscher haben die Klimawirkung von 40 Lebensmitteln über die ganze Kette untersucht, und das Ergebnis überrascht: Der Transport macht im Schnitt weniger als 10 % des von Lebensmitteln aus. [5] Entscheidend ist die Erzeugung: 1 kg Rindfleisch verursacht rund 60 kg Treibhausgase, 1 kg Linsen oder Erbsen weniger als 1 kg. Ein Rindsgulasch aus der Region kann das Klima also stärker belasten als ein Linsencurry mit Gewürzen aus Übersee.

Beim Transport zählt vor allem das Wie: Fast 60 % der Lebensmittel-Transportkilometer laufen über das Schiff, nur 0,16 % über das Flugzeug. [6] Die Banane per Schiff ist darum kein Klimaproblem – (etwa empfindliche Beeren oder Spargel außerhalb der Saison) dagegen schon. Und bleibt trotzdem sinnvoll: Die Freiland-Tomate im August schlägt jede Winter-Tomate aus dem beheizten Glashaus.

📊 Echte Zahlen: Rindfleisch ~60 kg CO₂-Äquivalente pro kg, Linsen/Erbsen < 1 kg · Transportanteil bei den meisten Lebensmitteln < 10 % [5] · nur 0,16 % der weltweiten Lebensmittel-Transportkilometer per Flugzeug, ~60 % per Schiff [6]
🎮 In der Simulation: Die Klimabilanz am Ende jedes Gerichts rechnet dir die Transport-Emissionen der Welt-Zutaten offen vor: 50 g pro Welt-Zutat · Strecke · Transport-Faktor (Schiff 8, Bahn 30, Lkw 80, Flugzeug 500 g CO₂ pro Tonnen-Kilometer). Bewertet wird von 🌱 „sehr klimafreundlich" bis 🔥 „klimaintensiv". Vergleiche selbst: Tiroler Gröstl ≈ 50 g, Sushi ≈ 900 g CO₂ pro Portion. Merke dabei: Diese Bilanz zeigt bewusst nur den Transport – die Erzeugung (Rind vs. Linsen!) kommt noch dazu.
✏️ Aufgaben:
  1. ASchließe ein AT-regionales und ein exotisches Gericht ab und notiere beide Klimabilanzen. Woran liegt der Unterschied?
  2. BEine Gewürz-Zutat (50 g) reist 10.000 km. Rechne die Transport-Emissionen aus: per Schiff 0,05 kg · 10.000 km · 8 : 1.000 = ? g CO₂ – per Flugzeug 0,05 kg · 10.000 km · 500 : 1.000 = ? g CO₂. Wie viel Mal so hoch ist der Flug-Wert?
  3. C„Hauptsache regional!" – Beurteile diesen Ratschlag mit den Zahlen dieser Seite. In welchen Fällen stimmt er, in welchen führt er in die Irre?
💡 Erwartungshorizont B: Schiff 4 g, Flugzeug 250 g – Faktor 500 : 8 ≈ 62-mal so hoch (Ergebnis wirkt klein: gut thematisieren, dass 50 g Pfeffer eben wenig Masse sind; bei 1 kg Flug-Beeren wären es 5 kg CO₂). Stolperstein (Kern der Seite): Die verbreitete Fehlvorstellung „Transport = Klimakiller" hält sich hartnäckig; die Sim zeigt nur Transportwerte und kann sie ungewollt verstärken. Deshalb Aufgabe C nicht auslassen – Rind vs. Linsen ist der eigentliche Hebel (Bezug: GW 4.2/4.10, Ernährung und Belastungsgrenzen).
SEITE 5 · GESUND & FAIR

5 · Gut essen – für dich und für andere

Gesund essen ist nicht schwer.
Trink am besten Wasser.
Iss viel Gemüse, Hülsen-Früchte und Obst.
Iss oft Brot, Nudeln, Reis oder Erdäpfel.
Iss weniger Fleisch und wenig Süßes.
Das zeigt die Ernährungs-Pyramide.

Fair essen geht auch.
Auf mancher Schokolade ist ein Fair-Trade-Zeichen.
Das heißt: Die Bauern-Familien bekommen einen besseren Preis.
Und noch etwas hilft: Wirf weniger Essen weg!
Jeder Mensch in Österreich wirft im Jahr ungefähr 70 Kilo Essen weg.
Viel davon wäre noch gut.

Merke:
Gutes Essen ist dreimal gut:
gut für dich, gut für das Klima, gut für die Bauern-Familien.
🎮 In der Simulation:
Bei jedem Rezept stehen die Nähr-Werte.
Zum Beispiel: Kalorien, Eiweiß, Fett und Salz.
Vergleiche 2 Gerichte: Welches ist gesünder?
✏️ Aufgabe:
  1. Öffne 2 Rezepte in der Simulation.
    Vergleiche die Nähr-Werte.
    Welches Gericht hat mehr Gemüse?

5 · Gesund und fair essen: Dein Teller, deine Entscheidung

Was auf den Teller kommt, entscheidet dreifach: über deine Gesundheit, über das Klima (Seite 4) – und über die Menschen am Anfang der Kette (Seite 3). Für die Gesundheit gibt die österreichische die Richtung vor: viel Wasser, täglich Gemüse, Hülsenfrüchte und Obst, regelmäßig Getreide und Erdäpfel, maßvoll Milchprodukte, wenig Fleisch, selten Süßes. [7] Die Nährwerte auf Verpackungen (und in der Simulation) machen Gerichte vergleichbar: Energie (kcal), Eiweiß, Kohlenhydrate, Fett, Ballaststoffe, Salz.

Für die Fairness gibt es : Siegel wie Fairtrade garantieren Mindestpreise und eine Prämie für Schulen, Brunnen oder Werkzeug – ein direkter Hebel gegen die 8-Cent-Bilanz von Seite 3. Und ein dritter Hebel kostet gar nichts: weniger wegwerfen. Wenn essbare Lebensmittel im Müll landen, sprechen Fachleute von – und die ist enorm: Österreichs Haushalte entsorgen pro Jahr rund 635.000 Tonnen Lebensmittel, etwa 70 kg pro Person – mehr als die Hälfte davon wäre vermeidbar. [8] Essen, das im Müll landet, hat seine ganze Weltreise umsonst gemacht.

📊 Echte Zahlen: Lebensmittelabfälle österreichischer Haushalte: 635.000 t/Jahr, davon 358.000 t vermeidbar – rund 70 kg pro Kopf, vermeidbar davon 40 kg [8]
🎮 In der Simulation: Jedes der 30 Rezepte zeigt Portionen, Zubereitungszeit und Nährwerte (kcal, Eiweiß, Kohlenhydrate, Fett, Ballaststoffe, Salz) – ideal zum Vergleichen: Gröstl gegen Sushi, Kasnudeln gegen Curry. Nach dem Erforschen liefert die Infoseite zu jedem Gericht außerdem Hintergrundwissen und Trivia. Wer alle 30 Gerichte abschließt, holt sich das Abzeichen ⭐ Sterne-Koch – und die Rezepte sind echt: Sie funktionieren auch in deiner Küche.
✏️ Abschluss-Aufgaben:
  1. AVergleiche in der Simulation die Nährwerte von zwei Gerichten deiner Wahl. Welches passt besser zur Ernährungspyramide? Begründe.
  2. B70 kg Lebensmittel pro Kopf und Jahr im Müll: Rechne aus, wie viel das pro Woche ist (70.000 g : 52 = ?). Nenne drei konkrete Maßnahmen, mit denen deine Familie diese Menge senken könnte.
  3. CStelle ein „dreifach gutes" Wochenend-Menü zusammen (gesund · klimafreundlich · fair) und begründe jede Komponente mit einem Fachbegriff aus diesem Kapitel. Koche es, wenn möglich, mit einem Rezept aus der Simulation nach.
💡 Differenzierung & Auswertung: Aufgabe C eignet sich als Portfolio- oder Plakatarbeit und verknüpft alle fünf Seiten; Bewertungsraster: je ein Kriterium pro Dimension (Pyramide / CO₂-Argument / Fairness-Argument). B: ~1,3 kg pro Woche – greifbar machen („ein volles Jausensackerl pro Tag für die ganze Familie"). Fächerübergreifend: Die Rezepte der Simulation sind küchentauglich – Kooperation mit Ernährung & Haushalt bietet sich an (ein Gericht real kochen, Nährwerte nachrechnen). Im Cockpit sehen Sie pro Schüler:in Punkte, Abzeichen und abgeschlossene Gerichte live.
QUELLEN

Quellen & zum Weiterlesen

Alle Zahlen in diesem Heft sind echt.
Sie kommen von Ämtern, Forscher:innen und Fach-Stellen.
Hier stehen die Quellen:

[1] BMLUK: Selbstversorgungsgrad bei Lebensmitteln in Österreich (2023/24 bzw. 2024) — bmluk.gv.at
[2] Planet Wissen (WDR/SWR): Reis — Weltnahrungsmittel aus Asien (nach FAO-Daten) — planet-wissen.de
[3] Schweizer Plattform für nachhaltigen Kakao: Kakao-Statistik (Weltproduktion 2024/25) — kakaoplattform.ch
[4] Make Chocolate Fair! / INKOTA: Niedrige Kakaopreise und Einkommen für Kakaobäuer:innen — makechocolatefair.org
[5] Our World in Data: Food — what you eat vs. where it's from (Poore & Nemecek 2018, Science) — ourworldindata.org
[6] Our World in Data: Very little of global food is transported by air — ourworldindata.org
[7] Gesundheitsportal Österreich: Die österreichischen Ernährungsempfehlungen (Ernährungspyramide) — gesundheit.gv.at
[8] BMLUK: Lebensmittelabfälle in österreichischen Haushalten (2022) — bmluk.gv.at