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LANDWIRTSCHAFT · KAPITEL-START

Geografie und wirtschaftliche Bildung · Sek I

Landwirtschaft weltweit

Warum wächst die Banane in Ecuador?
Und warum nicht in Norwegen?

Darum geht es in diesem Heft:
Auf der Erde ist das Wetter überall anders.
Mal ist es heiß. Mal ist es kalt.
Mal regnet es viel. Mal fast nie.
Jede Pflanze mag ein anderes Wetter.
Du lernst: Wo wächst was? Und warum?
Und: Was macht der Klima-Wandel mit den Feldern?
🎮 So arbeitest du mit der Simulation:
Du siehst eine große Welt-Karte.
Du wählst eine Pflanze. Zum Beispiel Weizen.
Du tippst auf einen Ort auf der Karte.
Nach einem Jahr kommt ein Bericht.
Der Bericht sagt: Hat es geklappt? Grün heißt gut. Rot heißt schlecht.
So findest du heraus, wo jede Pflanze wächst.

Warum wächst die Banane in Ecuador, aber nicht in Norwegen – und wer entscheidet eigentlich, was auf einem Feld wachsen kann?

Darum geht es in diesem Kapitel: Jede Pflanze braucht ein bestimmtes . Darum wächst nicht überall alles. Temperatur und Regen teilen die Erde in ein. Diese Zonen entscheiden, wo die großen der Erde liegen. Oft gibt es eine . Das ist eine Linie, hinter der eine Pflanze nicht mehr wächst. Der verschiebt diese Grenzen gerade. Das macht die schwieriger – also das Essen für alle Menschen.
AT · GW 1.3 AT · GW 3.6 AT · GW 4.1 & 4.10 DE · NRW: Landwirtschaft in Landschaftszonen (IF6) DE · BY: Klima & Vegetation (Jg. 7) CH · RZG 3.1 & 3.2 · WAH 4.5
🎮 So arbeitest du mit der Simulation: Du bewirtschaftest die ganze Welt. Zuerst wählst du eine Nutzpflanze oder ein Tier. Dann tippst du auf einen Ort auf der Weltkarte. So setzt du dein Feld. Nach jedem Jahr bekommst du für jedes Feld einen Jahresbericht. Ein farbiger Ring zeigt: 🟢 sehr gut bis 🔴 unmöglich. Ein kurzer Text erklärt, warum die Ernte gelang oder nicht. Mit den Jahren kommen neue Sorten dazu – von Weizen und Banane bis Kaffee, Datteln und Fisch-Aquakultur. So lernst du Schritt für Schritt die Klimazonen kennen.
💡 Verlaufsvorschlag (Doppelstunde): (1) Einstieg 10′ – Opener-Foto + Leitfrage „Banane in Norwegen?", Vorwissen sammeln (Welche Lebensmittel kommen von weit her? Warum?). (2) Erarbeitung I 15′ – Seiten 1–2 (Klimazonen, Anbaugrenzen) gemeinsam. (3) Simulation 25′ – Auftrag: dieselbe Pflanze (z. B. Weizen) an vier bewusst gewählten Orten setzen (Tropen, Wüste, Mitteleuropa, Polar) und die vier Berichte vergleichen. (4) Auswertung 15′ – Eignungsringe an der Wand sammeln: eine Farb-Landkarte des Weizens entsteht. (5) Vertiefung 25′ – Seiten 3–5 (Anbaugürtel, Nutztiere/Almen, Klimawandel), dann freie Simulation mit dem Ziel „positiver Kontostand über 5 Jahre".
Hinweis: Für den inklusiven Unterricht gibt es dieses Kapitel zusätzlich in Leichter Sprache.
SEITE 1 · KLIMAZONEN

1 · Die Klima-Zonen der Erde

Die Erde ist eine Kugel.
In der Mitte, am Äquator, steht die Sonne hoch.
Dort ist es das ganze Jahr heiß.
Oben und unten, an den Polen, ist es eiskalt.
Dazwischen ist alles anders: mal Wüste, mal grüne Wiese.

Zwei Dinge sind wichtig für eine Klima-Zone:
Wie warm ist es?
Wie viel Regen gibt es?
Aus diesen zwei Dingen kann man die Erde einteilen.
Bei uns in Mittel-Europa ist es mild.
Es gibt vier Jahres-Zeiten und oft Regen.

Merke:
Eine Klima-Zone ist ein großes Gebiet mit dem gleichen Wetter.
Wichtig sind: Wärme und Regen.
🎮 In der Simulation:
Auf der Karte siehst du farbige Zonen.
Grün ist der Regen-Wald. Gelb ist die Wüste. Weiß ist das Eis.
Tippe auf eine Zone. Dann siehst du ihren Namen.
✏️ Aufgabe:
  1. Schau auf die Karte in der Simulation.
    Finde die Wüste.
    Finde den Regen-Wald.
    Finde deine Heimat.

1 · Die Klimazonen der Erde: Temperatur und Niederschlag entscheiden

Die Erde ist eine Kugel. Darum trifft die Sonne sie überall anders. Am steht die Sonne steil am Himmel. Dort ist es das ganze Jahr heiß. An den Polen fällt das Licht ganz flach ein. Dort wärmt es kaum. So entstehen die . Das sind große Gürtel mit ähnlichem . Sie legen sich wie Bänder um die Erde.

Zwei Dinge bestimmen fast alles. Das Erste ist die Temperatur: Wie warm ist der Sommer? Gibt es ? Das Zweite ist der : Wie viel Regen fällt? Und wann fällt er? Vor über hundert Jahren bauten Wladimir Köppen und Rudolf Geiger daraus ein System. Es heißt . Es steht bis heute in jedem Atlas. Wir nutzen eine einfachere Fassung mit acht großen Zonen. Sie reicht von tropisch feucht – das ist der Regenwald – über die Wüste und das Mittelmeer-Klima. Ganz kalt wird es in der , einem Nadelwald im Norden, und in der , dem baumlosen Kaltland am Pol.

Österreich, Deutschland und die Schweiz liegen fast ganz im gemäßigten Klima. Fachleute nennen es „Cfb". Hier gibt es vier Jahreszeiten. Es regnet das ganze Jahr. Die Sommer bleiben kühl. Etwas wärmer ist das . Dort sind die Sommer heiß und feucht. Das ist die wichtigste Reis-Zone der Welt.

Merke: Eine Klimazone ist ein großes Gebiet mit ähnlichem Klima. Wie warm es ist, hängt vor allem vom ab. Das heißt: davon, wie weit ein Ort vom Äquator entfernt liegt. Temperatur und Niederschlag machen die Zone aus. Das Köppen-Geiger-System teilt die Erde danach ein.
🎮 In der Simulation: Die Weltkarte zeigt die acht großen Zonen in Farben. Grün ist der Regenwald. Sandgelb ist die Wüste. Weiß ist das Polargebiet. Tippst du ein Feld an, erkennt die Simulation die Zone von selbst. Sie sieht auch, ob du auf Land oder auf Wasser gesetzt hast. Diese Zone entscheidet später über deine Ernte. Die Farben sind mit Absicht grob gehalten. Es ist eine Lernkarte, keine genaue Messkarte.
💡 Didaktischer Hinweis: Verankern Sie die Kernidee „Temperatur · Niederschlag = Zone" vor der ersten Pflanzung. Bewährt: ein leeres Achsenkreuz an die Tafel (x = Niederschlag, y = Temperatur) und die acht Zonen gemeinsam einordnen. Stolperstein: Schüler:innen verwechseln „warm" mit „gut für Pflanzen" – die Wüste ist warm, aber ohne Wasser wächst nichts. Die Simulation macht genau das erfahrbar. Die vereinfachten Polygone sind bewusst grob; wer Grenzfälle findet (z. B. ein Feld nahe einer Zonengrenze), hat gut beobachtet – kein Fehler, sondern Gesprächsanlass.
SEITE 2 · ANBAUGRENZEN

2 · Warum keine Banane in Norwegen?

Die Banane mag es immer warm.
Sie braucht Wärme das ganze Jahr.
Frost macht die Banane kaputt.
In Norwegen ist es im Winter eiskalt.
Darum wächst dort keine Banane.

Jede Pflanze hat eine Grenze.
Es kann zu kalt sein.
Der Sommer kann zu kurz sein.
Oder es ist zu hoch am Berg.
Ganz oben am Berg ist es kalt wie am Pol.
Darum wächst hoch oben kein Getreide mehr.

📊 Echte Zahlen:
Reis ist das wichtigste Essen für die halbe Welt.
Von 100 Menschen essen etwa 50 jeden Tag Reis.
Reis braucht Wärme und sehr viel Wasser.
🎮 In der Simulation:
Probier es aus!
Setze eine Banane weit im Norden.
Der Bericht wird rot: „Geht gar nicht".
Setze die Banane in die Tropen.
Der Bericht wird grün: „Super".
✏️ Aufgabe:
  1. Setze eine Banane in ein kaltes Land.
    Lies den Bericht.
    Warum geht es nicht?

2 · Anbaugrenzen: Warum wächst nicht überall alles?

Warum baut niemand Bananen in Norwegen an? Die Antwort heißt . Jede Pflanze braucht bestimmte Bedingungen. Fehlt eine davon, misslingt die Ernte. Da hilft auch fleißige Arbeit nicht. Drei Grenzen sind besonders wichtig.

1. Frost: Die Banane braucht das ganze Jahr Wärme über 15 °C. In der ersten Frostnacht gefriert das Wasser in ihren Zellen. Die Zellen platzen und die Pflanze stirbt. Darum endet der Bananen-Anbau dort, wo es im Winter friert.

2. : So heißt die warme Zeit im Jahr, in der Pflanzen wachsen können. Im Norden ist der Sommer dafür zu kurz. Reis oder Mais werden dort nicht reif. Sie kommen nie zur Ernte.

3. Höhengrenze: Am Berg wird es nach oben immer kälter. Je 100 Meter höher sinkt die Temperatur um etwa 0,6 °C. So wiederholen sich die Klimazonen als von unten nach oben. Ganz oben ist es so kalt wie am Pol. Über der wächst kein Wald mehr. In den Alpen liegt sie bei rund 1.800 – 2.200 m. Darüber endet auch der Ackerbau.

Genau deshalb gibt es den . Was bei uns nicht wächst, kommt aus einem anderen Land. Dort passt die Klimazone. Bananen, Kaffee und Datteln reisen tausende Kilometer weit. Sie fahren oft im . Das ist ein gekühlter Schiffs-Container. Denn diese Waren sind – sie werden schnell schlecht.

📊 Echte Zahlen: ist das wichtigste Essen für die halbe Welt. Etwa 3,5 Milliarden Menschen essen ihn jeden Tag. [1] Reis braucht Wärme und sehr viel Wasser. Darum wächst er nur in warmen, feuchten Zonen. Bei uns in Mitteleuropa wächst er nicht.
🎮 In der Simulation: Anbaugrenzen erlebst du hier direkt. Setze eine Banane in den hohen Norden. Der Ring wird rot: „🔴 unmöglich". Der Bericht erklärt: „In der ersten Frostnacht platzen die Zellen." Setzt du sie in die Tropen, wird der Ring grün. Der Bericht nennt dir immer die Zone und die von 🟢 bis 🔴. Wer eine Pflanze ins offene Meer setzt, liest: Nur die wächst im Wasser.
✏️ Aufgaben:
  1. ASetze dieselbe Pflanze einmal in die Tropen und einmal ins Polargebiet. Notiere beide Eignungsfarben und je einen Satz aus dem Bericht.
  2. BNenne drei Gründe, warum eine Pflanze an einem Ort nicht wachsen kann. Ordne jedem Grund eine Pflanze aus der Simulation zu.
  3. CErkläre mit dem Begriff Höhenstufe, warum am Berg oben andere Pflanzen wachsen als im Tal – und wo die Grenze des Ackerbaus liegt.
💡 Erwartungshorizont (Auswahl): B: zu kalt / Frost (Banane, Kaffee, Reis im Norden) · zu trocken (Weizen in der Wüste) · Vegetationsperiode zu kurz (Mais, Reis im Boreal) · falscher Boden / Wasser (Landpflanze im Meer). C: Höhenstufen wiederholen die Klimazonen vertikal; über der Waldgrenze (Alpen ~1.800–2.200 m) endet der Ackerbau, es bleibt Almwirtschaft (Überleitung zu Seite 4). Stolperstein: „Es ist doch im Sommer warm in Norwegen" – betonen Sie, dass ein Frost genügt und die Vegetationsperiode zu kurz ist. Guter Anlass, den Unterschied Wetter/Klima zu schärfen.
SEITE 3 · ANBAUGÜRTEL

3 · Was wächst wo?

Manche Pflanzen wachsen in großen Gürteln um die Erde.
Man nennt sie: Anbau-Gürtel.

Weizen mag es mild, wie bei uns.
Aus Weizen wird Brot.
Reis mag es warm und nass, wie in Asien.
Mais mag warme Sommer, wie in Amerika.
Kaffee und Bananen wachsen nur in den warmen Tropen.
Datteln wachsen in der Wüste, in der Oase.

📊 Echte Zahlen:
Weizen und Reis sind die zwei wichtigsten Pflanzen der Welt.
Von Weizen wächst am meisten: über 800 Millionen Tonnen im Jahr.
🎮 In der Simulation:
Setze Weizen an vielen Orten.
Wo wird der Ring grün? Wo rot?
So findest du den Weizen-Gürtel der Erde.
✏️ Aufgabe:
  1. Wo wächst Kaffee gut?
    Setze Kaffee an drei Orte.
    Finde den besten Ort.

3 · Was wächst wo? Die großen Anbaugürtel der Erde

Jede Pflanze braucht ihre Zone. Darum ordnet sich die Landwirtschaft der Welt in . Das sind Bänder rund um die Erde. In jedem Band wächst vor allem eine Pflanze. Diese Karte solltest du im Kopf haben:

Weizen ist das wichtigste Brotgetreide. Es mag gemäßigte Zonen mit Sommer und Winter. Große Weizen-Gebiete liegen in den USA, in der Ukraine und in Mitteleuropa. Die Ukraine nennt man die „Kornkammer Europas". Reis wächst im warmen, wasserreichen Asien – zum Beispiel in Süd-China und in den großen Fluss-Deltas. Mais liebt warm-feuchte Sommer. Vorne liegen die USA, China und Brasilien. Soja wächst auf riesigen Feldern in Süd-Brasilien, Argentinien und den USA. Vieles davon wird zu Tierfutter.

Und die Genussmittel? Kaffee wächst im tropischen Hochland, zum Beispiel in Brasilien, Kolumbien und Äthiopien. Bananen mögen das feuchtheiße Tiefland, etwa in Ecuador. Datteln reifen in den der Wüste. Oliven wachsen rund ums Mittelmeer. Diese Waren gehen über den um die ganze Erde. Oft kommen sie von riesigen Feldern mit nur einer Sorte. Solche Felder heißen .

📊 Echte Zahlen: Weltproduktion 2022: Weizen ~808 Mio. t, Reis ~767 Mio. t – die zwei wichtigsten Grundnahrungsmittel der Erde. [1][2]
📊 Warum Bananen aus Übersee? Über das Meer verkauft man vor allem, was im Zielland nicht wächst. Weizen wächst fast überall. Verkauft man ihn auf einem anderen Kontinent, gibt es weniger Geld dafür. Diesen Nachlass nennt man . Er beträgt rund 30 %. Die Ernte vor Ort ist näher und billiger.
🎮 In der Simulation: Hier baust du die Anbaugürtel selbst nach. Setzt du eine Sorte an viele Orte, entsteht Feld für Feld ihre Eignungs-Karte. Verkauft wird an einen von fünf : Hamburg, New York, Shanghai, São Paulo oder Dubai. Der Markt wechselt alle drei Jahre. Liegt dein Feld auf einem anderen Kontinent als der Hafen, greift der Importpreis-Abschlag. Teure Ware wie Kaffee verträgt das gut. Billiges Massengut wie Weizen lohnt sich über das Meer nicht mehr. Genau so laufen die echten Handelswege der Welt.
✏️ Aufgaben:
  1. AOrdne zu: Weizen, Reis, Kaffee, Datteln – welche Klimazone passt jeweils am besten?
  2. BSetze Kaffee an drei Orte und finde den besten. Beschreibe mit eigenen Worten den „Kaffeegürtel".
  3. CWarum lohnt sich der Export von Kaffee über den Ozean, der von Weizen aber kaum? Erkläre mit dem Importpreis-Abschlag.
💡 Erwartungshorizont: A: Weizen → gemäßigt/kontinental · Reis → subtropisch-feucht/tropisch · Kaffee → tropisches Hochland · Datteln → Wüste. C: Der Importpreis-Abschlag (−30 %) macht schweres, überall wachsendes Massengut über See unrentabel; teure, klimagebundene Spezialitäten (Kaffee, Datteln, Bananen) tragen die Transportkosten. Anknüpfung: reale Welthandelskarten – der Süden liefert Genussmittel, der Norden Getreide; guter Übergang zu Disparitäten (GW 4.10 / NRW IF7). Stolperstein: Monokultur/Plantage nicht mit „böse" gleichsetzen – Seite 5 differenziert Effizienz vs. Risiko.
SEITE 4 · NUTZTIERE & WEIDELAND

4 · Tiere und Weiden

Nicht überall kann man Pflanzen anbauen.
Am Berg ist es steil und kalt.
Dort wächst nur Gras.
Aber Tiere können das Gras fressen!
Kühe, Schafe und Ziegen leben auf der Weide.

Im Sommer gehen die Kühe hoch auf die Alp.
Dort ist das Gras frisch und gut.
Das gibt es in Österreich und in der Schweiz.
Man nennt das: Alm-Wirtschaft.
Aus der Alp-Milch macht man guten Käse.

📊 Echte Zahlen:
In Österreich gibt es etwa 8.400 Almen.
Jeden Sommer gehen etwa 300.000 Rinder auf die Alm.
🎮 In der Simulation:
Du kannst auch Tiere halten.
Das Rentier mag den kalten Norden.
Das Kamel mag die heiße Wüste.
Setze jedes Tier an den richtigen Ort!
✏️ Aufgabe:
  1. Wohin gehört das Rentier?
    Wohin gehört das Kamel?
    Probier es in der Simulation aus.

4 · Nutztiere und Weideland: Wo Ackerbau endet, beginnt die Weide

Manchmal geht kein Ackerbau. Der Boden ist zu steil, zu kalt oder zu trocken. Dann hält der Mensch Tiere. Rind, Schaf und Ziege fressen Gras. Gras können wir Menschen nicht essen. Die Tiere machen daraus Milch, Fleisch und Wolle. So kann man auch Bergland, und kalte Tundra nutzen. Jedes Tier hat seine eigene Zone. Das Rentier mag die kalte Tundra und die Taiga im Norden. Das Kamel mag die heiße Wüste. Das Rind mag die saftigen Wiesen bei uns.

Ein gutes Beispiel bei uns ist die . Im Sommer treibt man das Vieh hoch auf die Almweiden. Diese Weiden liegen über der . Das hat mehrere Vorteile. Die Talwiesen bleiben in Ruhe – dort wächst das Heu für den Winter. Das Gras am Berg wird genutzt. Und die Landschaft bleibt offen. Ohne die Tiere würden bald überall Büsche wachsen. Aus der Almmilch macht man feinen Bergkäse. Alm- und Alpwirtschaft gehören zu Österreich, zur Schweiz und zu Süddeutschland (Bayern, Allgäu).

Aber auch Weideland hat eine Grenze. Fressen zu viele Tiere auf zu wenig Fläche, wächst das Gras nicht mehr nach. Das nennt man . In der Sahelzone in Afrika führt sie sogar dazu, dass die Wüste größer wird.

📊 Echte Zahlen: Österreich hat rund 8.400 Almen. Sie bedecken gut 322.000 Hektar. Im Sommer 2022 kamen etwa 300.000 Rinder auf die Alm. Davon waren rund 50.000 Milchkühe. [3][4]
🎮 In der Simulation: Tiere setzt du wie Pflanzen. Aber sie haben eigene Zonen. Das Rentier bringt nur in Tundra und Taiga viel Ertrag. Das Kamel nur in Wüste und Trockensavanne. Setzt du zu viele gleiche Felder dicht nebeneinander, wird der Boden müde. Fachleute sagen dazu . Baust du immer nur eine Sorte an, nennt man das . Dann droht ein . Er kann den ganzen Bestand vernichten. Das ist wie die Überweidung auf der Weide. Vielfalt und Abstand schützen.
✏️ Aufgaben:
  1. AOrdne Rentier und Kamel je ihrer Klimazone zu und setze beide in der Simulation richtig.
  2. BErkläre in drei Sätzen, warum Almwirtschaft Bergland nutzbar macht, das für Ackerbau ungeeignet ist.
  3. CWas haben Überweidung in der Sahelzone und der Krankheits-Ausbruch in deiner Simulation gemeinsam? Nenne die gemeinsame Ursache und eine Gegenmaßnahme.
💡 Didaktischer Hinweis & Erwartungshorizont: Die Alm/Alp ist der stärkste D-A-CH-Anker des Kapitels – nutzen Sie regionales Vorwissen (Almabtrieb, Bergkäse, Sennerei). C: Gemeinsame Ursache ist Übernutzung/zu hohe Dichte (zu viele Tiere bzw. zu viele gleiche Felder); Gegenmittel: Fläche/Abstand, Vielfalt statt Monokultur, in der Realität die Fruchtfolge. Stolperstein: „Tiere brauchen kein Klima" – die N2-Berichte (Kamel im Regenwald, Rentier in den Tropen) zeigen drastisch das Gegenteil. Anschluss an Biologie (Ökosysteme, Bodenkunde) und BNE.
SEITE 5 · KLIMAWANDEL & WELTERNÄHRUNG

5 · Der Klima-Wandel verschiebt die Felder

Die Erde wird wärmer.
Das nennt man Klima-Wandel.
Dadurch verschieben sich die Anbau-Grenzen.
Manche Pflanzen wachsen jetzt weiter im Norden.
In England wächst zum Beispiel neu der Wein!

Aber der Klima-Wandel bringt auch Probleme.
An manchen Orten wird es zu trocken.
Dann verdorren die Felder.
Und auf der Welt haben viele Menschen zu wenig zu essen.
Darum müssen wir gut mit dem Boden umgehen.

📊 Echte Zahlen:
In Österreich wächst am meisten Bio-Landwirtschaft in Europa.
Von 100 Feldern sind etwa 27 Bio-Felder.
🎮 In der Simulation:
Baust du immer nur eine Pflanze an, wird der Boden müde.
Und Krankheiten breiten sich aus.
Besser: viele verschiedene Pflanzen an verschiedene Orte.
✏️ Aufgabe:
  1. Warum ist es schlecht, wenn Felder zu Beton werden?
    Nenne einen Grund.

5 · Klimawandel, Welternährung und der Boden unter uns

Der verschiebt die Anbaugrenzen. machen die Erde wärmer. Darum wandern die Klimazonen langsam Richtung Pole und den Berg hinauf. An manchen Orten wird jetzt etwas möglich, was früher zu kalt war. In Südengland zum Beispiel wächst neuerdings guter Wein. Doch der Wandel bringt vor allem Gefahren. Hitze und lassen Ernten verdorren. Eine Dürre ist eine lange Zeit ohne Regen. Stürme und andere Wetter-Extreme werden häufiger. Wo Wasser fehlt, breitet sich die Wüste aus. Für die ist das gefährlich. Schon heute haben hunderte Millionen Menschen zu wenig zu essen.

Auch wie wir anbauen, ist wichtig. Eine ist ein Feld mit nur einer Sorte. Das ist günstig. Aber der Boden wird schnell müde. Fachleute nennen das . Und Krankheiten breiten sich leicht aus. Die macht es anders. Sie wechselt die Pflanzen von Jahr zu Jahr. Das heißt . Sie setzt auf Vielfalt und verzichtet auf chemischen Dünger. Das schont Boden und Klima. Dafür ist die Ernte oft kleiner. Beide Wege haben ihre Stärken. Bei Bio ist Österreich in Europa führend.

Zum Schluss der Boden selbst. Guten Ackerboden kann man nicht neu machen. Baut man Straßen, Hallen oder Parkplätze darauf, ist er für immer weg. Das nennt man . Gerade im engen Österreich ist das ein großes Thema für die . Versiegelter Boden hat noch ein Problem. Er kann kein Regenwasser mehr aufnehmen. Bei Starkregen gibt es dann schneller Überschwemmungen.

📊 Echte Zahlen: England: Rebfläche in 5 Jahren um ~74 % gewachsen (auf ~4.300 ha) [5] · Österreich: Bio-Anteil rund 27 % der Agrarfläche – EU-Spitze [6] · Welthunger 2024: 673 Mio. Menschen (8,2 %) [7]
📊 Boden geht verloren: In Österreich wurden 2024 täglich ~6,75 ha Boden neu verbraucht (10-Jahres-Schnitt ~11 ha/Tag) – das politische Ziel von 2,5 ha/Tag wird seit über 20 Jahren verfehlt. [8]
🎮 In der Simulation: Setzt du immer dieselbe Sorte dicht zusammen, sinkt der Ertrag. Der Boden wird müde. Ab drei Feldern nebeneinander droht jedes Jahr ein Krankheits-Ausbruch. Dann ist die ganze Ernte weg. Ein echtes Vorbild ist die der Banane. Baust du dagegen vielfältig und mit Abstand an, erntest du sicherer. Die Simulation rechnet auch den jeder Lieferung mit. Ein Schiff stößt je Tonne und Kilometer nur rund ein Sechstel des CO₂ von einem Lkw aus. Darum ist Ware per Schiff aus Übersee oft klimafreundlicher, als man denkt.
✏️ Abschluss-Aufgaben:
  1. BNenne je einen Gewinner und einen Verlierer des Klimawandels in der Landwirtschaft. Begründe mit einer verschobenen Anbaugrenze.
  2. C„Bio ist immer besser." Nimm begründet Stellung – wäge Ertrag, Boden und Klima gegeneinander ab.
  3. DSchreibe fünf Sätze an deine Gemeinde: Warum soll fruchtbarer Boden nicht zubetoniert werden? Verwende drei Fachbegriffe aus diesem Kapitel.
💡 Differenzierung & Auswertung: B: Gewinner z. B. Weinbau England/Skandinavien, Ackerbau weiter nördlich; Verlierer z. B. Mittelmeerraum (Dürre bei Oliven/Getreide), Sahel (), tiefliegende Reisdeltas (Salzwasser). C: Erwartet wird eine abwägende Antwort (Boden/Klima pro Bio, Ertrag/Welternährung contra) – kein Schwarz-Weiß. D: fördert Transfer auf die eigene Lebenswelt (Bodenversiegelung im Rheintal). Stolperstein: „Klimawandel ist gut, weil hier mehr wächst" – die globale Bilanz (Hunger, Extreme) korrigiert diese lokale Perspektive. Anschluss an BNE (Übergreifendes Thema 11) und Wirtschaftsbildung (Thema 13). Für den inklusiven Unterricht: Leichte-Sprache-Version dieses Kapitels – gleiche Bilder, gleiche Kernaussagen, reduzierte Aufgaben.
QUELLEN

Quellen & zum Weiterlesen

Alle Zahlen in diesem Heft sind echt.
Sie kommen von Ämtern, Forscher:innen und Zeitungen.
Hier stehen die Quellen:

[1] FAO / bpb: Die wichtigsten Nahrungsmittel der Welt (Reis ernährt ~3,5 Mrd. Menschen) – bpb.de
[2] Pflanzenforschung.de nach FAO: Weltproduktion Weizen ~808 Mio. t, Reis ~767 Mio. t (2022) – pflanzenforschung.de
[3] Landwirtschaft.at (LK Österreich): Almen – rund 8.400 Almen, ~322.000 ha – landwirtschaft.at
[4] Rinderzucht Austria: Almauftrieb 2022 – rund 300.000 Rinder gealpt – rinderzucht.at
[5] wein.plus / VINUM: Rebfläche Großbritannien – +74 % in fünf Jahren auf ~4.300 ha – magazine.wein.plus
[6] Statistik Austria / BIO AUSTRIA: Bio-Anteil Österreich rund 27 % der Agrarfläche (EU-Spitze) – statistik.at
[7] FAO/WHO SOFI 2025: Welthunger 2024 – 673 Mio. Menschen (8,2 %) – who.int
[8] WWF-Bodenreport 2024 / ÖROK: Flächenverbrauch Österreich 2024 ~6,75 ha/Tag, 10-Jahres-Schnitt ~11 ha/Tag – wwf.at