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BUSFAHRT · KAPITEL-START

Geografie und wirtschaftliche Bildung · Sek I

Mit dem Bus durch Europa

Wie gut kennst du Europa?
Und was kostet eine Bus-Reise quer durch Europa?

Darum geht es in diesem Heft:
Du fährst mit dem Bus durch Europa.
Du lernst: Wo liegen die Haupt-Städte?
Du lernst: Wie weit ist es von Wien nach Paris?
Du lernst: Was kostet eine Bus-Fahrt?
Und du lernst: Warum ist Reisen in Europa so einfach?
🎮 So arbeitest du mit der Simulation:
Du arbeitest für ein Bus-Unternehmen.
Ein Auftrag kommt: „Fahre nach Paris."
Du tippst die Stadt auf der Europa-Karte an.
Du hast drei Versuche.
Tippst du daneben, fährt der Bus einen Umweg.
Der Umweg kostet Geld.
Am Anfang hast du 5.000 €.
Am Ende sollst du mehr Geld haben.

Wie gut kennst du Europa wirklich – und was kostet es, eine Reisegruppe quer über den Kontinent zu bringen?

Darum geht es in diesem Kapitel: Du baust dir eine Karte von Europa im Kopf auf. Darauf merkst du dir Staaten, ihre , große Flüsse und Gebirge – wie feste Anker. Du lernst, Entfernungen zu schätzen. Dabei helfen dir der und die . Du rechnest wie ein Busunternehmen: Was bringt eine Fahrt ein, was kostet sie, was bleibt übrig? Und du erfährst, warum der Reisebus fürs Klima überraschend gut ist. Zum Schluss verstehst du, warum man dank heute fast ohne Grenzen durch Europa reist.
AT · GW: Orientierung im Raum AT · GW: Reisen, Mobilität & Verkehr AT · GW: Wirtschaft & Politik Europas DE · KMK: Räumliche Orientierung DE · BY: Europa im Überblick (Jg. 7) CH · LP21: RZG.4 Sich in Räumen orientieren
🎮 So arbeitest du mit der Simulation: Du arbeitest für ein Busunternehmen. Die Garage steht in Wien. Immer wieder kommt ein neuer herein: „Fahre nach Paris" oder „Bringe die Reisegruppe in die Hauptstadt von Spanien". Vor jeder Fahrt beantwortest du eine kurze Frage. Dann tippst du das Ziel auf der Europa-Karte an. Du hast drei Versuche. Die Simulation misst, wie weit du daneben liegst – in Kilometern. Wer danebentippt, fährt einen Umweg. Und ein Umweg kostet Geld. Am Anfang hast du 5.000 €. Ab dem 6. Auftrag kommen 🌙 Nachtfahrten: Dann fehlt die Beschriftung auf der Karte. Es gibt drei Stufen: Bus-Fahrer:in · Reise-Manager:in · erfahrene:r Buslenker:in. Je höher die Stufe, desto länger die Tour und desto öfter fährst du bei Nacht.
💡 Verlaufsvorschlag (Doppelstunde): (1) Einstieg 10′ – stumme Europa-Karte projizieren: „Wo liegt Madrid? Wer traut sich?" Vorwissen und Fehlvorstellungen sichtbar machen. (2) Erarbeitung I 15′ – Seiten 1–2 (Kartenanker, Entfernungen schätzen), Atlas parallel offen. (3) Simulation 30′ – Stufe 1 „Bus-Fahrer:in", Auftrag: Tour-Ziel 8.000 € erreichen. (4) Auswertung 15′ – Lehrer-Cockpit → Live/Ergebnisse: durchschnittliche km-Abweichung vergleichen; Fahrtenbuch einzelner Schüler:innen besprechen („Wo lag dein teuerster Umweg?"). (5) Vertiefung 20′ – Seiten 3–5 (Buskalkulation, Verkehrsmittelvergleich, Schengen), Stufe 2 als Hausübung.
Hinweis: Die Nachtfahrten (Karte ohne Beschriftung) sind ein eingebautes Diagnose-Werkzeug: Wer dort trifft, hat die Topografie verinnerlicht statt Beschriftungen abzulesen. Für den inklusiven Unterricht gibt es dieses Kapitel zusätzlich in Leichter Sprache.
SEITE 1 · EUROPA IM KOPF

1 · Europa im Kopf

Europa hat viele Länder.
Jedes Land hat eine Haupt-Stadt.
Paris ist die Haupt-Stadt von Frankreich.
Rom ist die Haupt-Stadt von Italien.
Wien ist die Haupt-Stadt von Österreich.

Eine gute Karte im Kopf hilft dir.
Du merkst dir: Italien sieht aus wie ein Stiefel.
Du merkst dir: Die Alpen liegen in der Mitte von Europa.
So findest du jede Stadt leichter.

Merke:
Eine Haupt-Stadt ist die wichtigste Stadt in einem Land.
Dort arbeitet die Regierung.
🎮 In der Simulation:
Tippe die Stadt auf der Karte an.
Du hast drei Versuche.
Tippst du daneben, hilft dir ein Hinweis:
„Du musst 200 km in Richtung Norden."
Nach dem Treffer siehst du ein Bild und eine Info zur Stadt.
✏️ Aufgabe:
  1. Öffne den Atlas bei der Europa-Karte.
    Suche drei Haupt-Städte.
    Zeige sie einer Partnerin oder einem Partner.

1 · Europa im Kopf: Das topografische Grundgerüst

Wer sich in Europa auskennen will, braucht ein Gerüst im Kopf. Fachleute nennen das ein topografisches Grundgerüst. Das heißt: Du kennst die Lage der Staaten, ihrer und der großen Naturräume. Europa ist riesig. Es reicht vom Nordkap ganz im Norden bis Gibraltar im Süden. Und vom Atlantik im Westen bis zum Ural im Osten. Rund 47 Staaten teilen sich den Kontinent. Fast jeder hat eine Hauptstadt mit eigenem Gesicht und eigenen .

Das Gerüst baust du dir mit Ankerpunkten auf. Solche Anker sind zum Beispiel: der italienische „Stiefel", die Alpen als Riegel in der Mitte oder die Donau. Die Donau fließt von Deutschland bis zum Schwarzen Meer. Dazu kommen die skandinavische Halbinsel im Norden und die iberische im Südwesten. Wer diese Anker kennt, findet auch unbekannte Orte. Du fragst dich einfach: Wo liegt der Ort im Verhältnis zum Anker? Prag? Nördlich von Wien. Lissabon? Ganz im Westen, am Atlantik. Genau diese Arbeit mit der übst du in der Simulation. Du lernst nicht auswendig. Du suchst, tippst daneben und wirst besser.

Merke: Ein topografisches Grundgerüst besteht aus Ankerpunkten: Staaten, Hauptstädte, Gebirge, Flüsse und Meere. Neue Orte verortest du relativ zu diesen Ankern.
🎮 In der Simulation: 144 europäische Städte warten auf der Karte. 97 davon sind Hauptstädte. Pro hast du drei Versuche. Liegst du unter 50 km daneben, ist es ein Treffer (3 Punkte). Unter 200 km zählt es als „knapp daneben" (1 Punkt). Nach jedem Fehlversuch bekommst du einen Tipp, zum Beispiel: „Du musst 214 km weiter nach Norden." Triffst du, zeigt dir eine Info-Karte das Bild der Stadt, das Land, die Einwohnerzahl und eine Kurzinfo. Bei 🌙 Nachtfahrten fehlt die Beschriftung. Dann zählt nur noch dein Gerüst im Kopf.
💡 Didaktischer Hinweis: Lassen Sie den Atlas bewusst neben der Simulation zu – Nachschlagen ist hier kein Schummeln, sondern Kartenarbeit. Stolperstein: Viele Schüler:innen verorten Osteuropa systematisch zu weit westlich (Warschau „neben Berlin", Kiew „neben Warschau") – die Richtungs-Hinweise der Sim machen genau diese Verzerrung sichtbar. Sprechen Sie sie in der Auswertung aktiv an.
SEITE 2 · ENTFERNUNGEN

2 · Wie weit ist das?

Wie weit ist es von Wien nach Paris?
Die kürzeste Linie heißt Luft-Linie.
Sie ist ungefähr 1.000 km lang.
Ein Flugzeug kann so fliegen.
Ein Bus kann das nicht.
Der Bus fährt auf Straßen.
Die Straße macht Kurven und Umwege.
Darum fährt der Bus mehr Kilometer.

Der Maßstab hilft dir beim Messen.
Er steht auf jeder Karte.
Zum Beispiel: 1 cm auf der Karte sind 100 km in echt.

📊 Echte Zahlen:
Wien – Paris: ungefähr 1.030 km Luft-Linie.
Wien – Berlin: ungefähr 520 km Luft-Linie.
Wien – Bratislava: nur 55 km Luft-Linie.
Bratislava ist die nächste Haupt-Stadt bei Wien.
🎮 In der Simulation:
Die Simulation misst deine Abweichung in km.
Links siehst du dein Diagramm: So genau warst du.
Mit jedem Auftrag wirst du besser.
✏️ Aufgabe:
  1. Schätze zuerst: Wie weit ist Wien – Rom?
    Miss dann im Atlas nach.
    Wie nah warst du dran?

2 · Entfernungen schätzen: Luftlinie, Straße und der Maßstab

„Wie weit ist das?" ist eine wichtige Frage in der Geografie. Unser Gefühl liegt dabei oft daneben. Zwei Werkzeuge helfen dir. Das erste ist der . Er rechnet Zentimeter auf der Karte in echte Kilometer um. Bei einem Maßstab von 1 : 10.000.000 sind 1 cm auf der Karte genau 100 km in echt. Das zweite Werkzeug ist die . Sie ist die kürzeste Verbindung zwischen zwei Orten – so, wie ein Flugzeug fliegt.

Ein Bus fährt aber keine Luftlinie. Straßen folgen den Tälern. Sie fahren um Gebirge und Seen herum. Darum ist die echte Fahrstrecke meist 20 bis 30 Prozent länger als die Luftlinie. In den Alpen oder an Fjordküsten ist sie noch länger. Jeder zusätzliche Kilometer ist ein . Und ein Umweg kostet Zeit und Treibstoff. Ein gutes Gefühl für Kilometer bekommst du mit Strecken, die du kennst. Bregenz–Wien sind rund 500 km Luftlinie. Wien–Paris ist etwa doppelt so weit.

📊 Luftlinien ab Wien (Startgarage der Simulation): Bratislava 55 km · Berlin 524 km · Rom 764 km · Paris 1.033 km · Madrid 1.810 km. Berechnet mit derselben Formel, die auch die Simulation verwendet (Haversine-Formel auf der Erdkugel).
🎮 In der Simulation: Die Simulation misst bei jedem Tipp deine Abweichung in Kilometern. Links siehst du das Diagramm „Genauigkeit". Es zeigt, wie du über die ganze Tour besser wirst. Kleine Abweichungen unter 10 km verzeiht die Simulation. Auf Stufe 3 sind es nur noch 5 km. Dann fährt der Bus direkt zum Ziel. Ist die Abweichung größer, fährt der Bus einen Umweg. Er nimmt deinen Tipp-Punkt als Zwischenstopp. Die zusätzlichen Kilometer stehen dann in der Abrechnung.
✏️ Aufgaben:
  1. AMiss im Atlas die Luftlinie Wien–Rom mit Lineal und Maßstab. Vergleiche mit dem Wert im Daten-Kasten. Wie groß ist dein Messfehler in km?
  2. BDie Straßenstrecke Wien–Paris ist rund 1.240 km lang, die Luftlinie 1.033 km. Berechne, wie viele km die Straße länger ist, und erkläre an der Karte, warum (Relief, Städte, Verlauf der Autobahnen).
  3. CDeine Abweichung beim Tippen betrug 150 km. In welchen Regionen Europas ist so ein Fehler besonders „gefährlich" (anderes Land, Meer dazwischen), und wo wäre er fast egal? Begründe mit Beispielen.
💡 Erwartungshorizont (Auswahl): B: 1.240 − 1.033 = 207 km bzw. rund ein Fünftel länger; Gründe: Autobahnen führen über Linz/München/Stuttgart bzw. Nürnberg statt gerade, Umfahrung von Mittelgebirgen. C: Kritisch z. B. im dichten Mitteleuropa (150 km neben Wien liegt schon Budapest oder Prag) oder an Küsten (Tipp landet im Meer); unkritischer in Weiträumen wie Skandinavien oder Spanien. Stolperstein: Schüler:innen verwechseln Luftlinie und Fahrstrecke hartnäckig – der Umweg-Mechanismus der Sim bucht aber beide aus derselben Quelle, das lässt sich am Abrechnungs-Kasten gut zeigen.
SEITE 3 · DER BUS ALS UNTERNEHMEN

3 · Der Bus muss Geld verdienen

Ein Bus-Unternehmen verkauft Fahrten.
Die Kunden zahlen für jeden Kilometer.
Aber der Bus kostet auch Geld:
Treibstoff, Reifen, Maut und der Lohn für die Fahrerin oder den Fahrer.

Eine Fahrt von Wien nach Paris:
Die Kunden zahlen ungefähr 1.240 €.
Der Bus kostet ungefähr 1.030 €.
Es bleiben ungefähr 210 € übrig.
Das nennt man: die Marge.

Wichtig ist auch die Pause.
Nach 4,5 Stunden Fahren muss jede Fahrerin und jeder Fahrer Pause machen.
Die Pause dauert 45 Minuten.
Das ist ein Gesetz in der EU.
Es schützt alle Menschen im Bus.

📊 Echte Zahlen:
Auf der Autobahn in Österreich zahlt man Maut.
Ein Auto braucht eine Vignette.
Die Jahres-Vignette kostet im Jahr 2026: 106,80 €.
Ein Bus zahlt nach Kilometern. Das Gerät dafür heißt GO-Box.
🎮 In der Simulation:
Du bekommst 1,20 € für jeden Kilometer.
Der Bus kostet 1,00 € für jeden Kilometer.
Tippst du gut, bleibt Geld übrig.
Tippst du daneben, frisst der Umweg dein Geld.
Die Abrechnung zeigt dir alles genau.
✏️ Aufgabe:
  1. Eine Fahrt ist 100 km lang.
    Du bekommst 1,20 € pro km. Das sind 120 €.
    Der Bus kostet 1,00 € pro km. Das sind 100 €.
    Wie viel Geld bleibt übrig?

3 · Der Reisebus als Unternehmen: Tarif, Kosten, Marge

Ein Busunternehmen verkauft Fahrten. Der Preis hängt von der Strecke ab. Diesen Preis pro Kilometer nennt man – zum Beispiel 1,20 € pro Kilometer. Dagegen stehen die Kosten: Treibstoff, Reifen, Wartung, und der Lohn der Lenker:innen. Ziehst du alle Kosten von den Einnahmen ab, bleibt ein Rest übrig. Diesen Rest nennt man . Hier eine Beispielrechnung für Wien–Paris (Luftlinie 1.033 km):

Einnahmen: 1.033 km · 1,20 € = 1.239,60 €
Buskosten: 1.033 km · 1,00 € = 1.033,00 €
Marge: 1.239,60 € − 1.033,00 € = 206,60 €

Die Marge ist schmal. Schon ein Umweg von 100 km kostet 100 €. Das ist die Hälfte des Gewinns. Dazu kommen Sonderkosten. Für die Autobahn braucht man eine oder eine . Das ist ein kleines Gerät, das die Maut für den Bus zählt. Auch Tunnel und Fähren kosten extra. Der wichtigste Punkt steht sogar im Gesetz. Er heißt : So lange darf eine Person am Stück fahren. Nach spätestens 4,5 Stunden muss jede:r Buslenker:in 45 Minuten Pause machen. Mehr als 9 Stunden pro Tag sind nicht erlaubt. So steht es in der EU-Verordnung 561/2006. Ein Gerät im Bus, der , zeichnet alles auf. [5]

📊 Echte Zahlen: Jahresvignette Österreich 2026 für Pkw: 106,80 €; Busse über 3,5 t zahlen stattdessen kilometerabhängige GO-Maut [4] · EU-Lenkzeitregel: max. 4,5 h am Stück, dann 45 min Pause; max. 9 h pro Tag (zweimal pro Woche 10 h) [5]
🎮 In der Simulation: Nach jedem Auftrag rechnet dir die Abrechnung alles genau vor. Sie zeigt die Einnahmen (Strecke · Tarif). Sie zeigt die Buskosten für die gefahrene Strecke, den Umweg mitgerechnet. Dazu kommen Sonderposten: Brenner-Sondermaut 45 €, Kanaltunnel oder Fähre nach England 320 € oder Öresundbrücke 250 €. Zu jedem Posten gibt es einen kurzen Info-Kasten zum Nachlesen. Die Frage vor dem Tippen bringt beim ersten Versuch +50 € Bonus. Jede falsche Antwort kostet 50 €. In Ländern mit anderer Währung wechselst du Geld (3 % Gebühr). Gilt eine Vignettenpflicht, entscheidest du: kaufen – oder 100 € Strafe riskieren. Unterwegs können Ereignis-Karten dazwischenfunken, zum Beispiel „Lenkzeit-Limit erreicht". Dann ist die Pause Pflicht.
✏️ Aufgaben:
  1. ABerechne die Marge für eine Fahrt Wien–Berlin (524 km) mit Tarif 1,20 €/km und Kosten 1,00 €/km.
  2. BBei derselben Fahrt tippst du 80 km daneben, der Bus fährt 130 km Umweg. Berechne die neue Marge. Was lernst du daraus über den Wert genauer Ortskenntnis?
  3. CWarum begrenzt die EU die Lenkzeit, obwohl längeres Fahren dem Unternehmen mehr Geld bringen würde? Nenne zwei Gründe und erkläre, wer von der Regel geschützt wird.
💡 Erwartungshorizont (Auswahl): A: 524 · 0,20 € = 104,80 € Marge. B: Kosten steigen um 130 € (654 · 1,00 € = 654 €), Einnahmen bleiben bei 628,80 € → Marge −25,20 €, die Fahrt macht Verlust. C: Verkehrssicherheit (Sekundenschlaf), Arbeitnehmer:innenschutz, fairer Wettbewerb (kein Unterbieten durch Übermüdung). Stolperstein: Manche Schüler:innen raten bei den Zwischenfragen im Schnellfeuer – jede falsche Antwort kostet aber 50 €, und ein leeres Budget ist ein guter Anlass, über „Raten als Strategie" zu sprechen (im Cockpit an niedrigem Kontostand erkennbar).
SEITE 4 · BUS, BAHN ODER FLUGZEUG?

4 · Wer fährt mit dem Bus?

Viele Menschen fahren mit dem Fern-Bus.
Zum Beispiel: Schüler:innen auf Klassen-Fahrt.
Oder Menschen, die wenig Geld ausgeben wollen.
In Deutschland fahren jedes Jahr mehr als 10 Millionen Menschen mit dem Fern-Bus.

Der Bus ist gut für das Klima.
Warum? Viele Menschen teilen sich einen Bus.
Ein Auto fährt oft fast leer.
Ein Flugzeug braucht sehr viel Treibstoff.
Pro Person macht der Bus am wenigsten Abgase.

📊 Echte Zahlen (Abgase pro Person und Kilometer):
Fern-Bus: 30 Gramm.
Fern-Zug: 26 Gramm.
Auto: 164 Gramm.
Flugzeug: 290 Gramm.
Bus und Bahn sind also am besten für das Klima.
🎮 In der Simulation:
Unterwegs passieren Dinge: eine Panne, ein Stau, eine kranke Person.
Das sind die Ereignis-Karten.
Du entscheidest: Was tun wir jetzt?
Jede Karte erklärt dir danach die richtige Antwort.
✏️ Aufgabe:
  1. Schau in den Zahlen-Kasten.
    Was macht mehr Abgase pro Person:
    ein Flugzeug oder ein Fern-Bus?

4 · Busreisen in Europa: Wer fährt warum mit dem Bus?

Ein ist ein Reisebus, der feste Linien zwischen weit entfernten Städten fährt – zum Beispiel von Wien nach Berlin. Solche Fernbusse haben in den letzten Jahren ein großes Comeback gefeiert. Seit 2013 darf in Deutschland jedes Unternehmen solche Linien anbieten. Seitdem ist ein dichtes Netz entstanden. Der Marktführer Flix verbindet heute über 8.000 Ziele in mehr als 40 Ländern [6]. Allein in Deutschland fuhren 2024 über 10 Millionen Fahrgäste mit dem Fernbus. Die Bahn brachte im Fernverkehr rund 142 Millionen Menschen ans Ziel [3]. Wer fährt mit dem Fernbus? Oft junge Leute und Familien mit wenig Geld. Dazu Senior:innen auf und Schulklassen. Denn kaum ein Verkehrsmittel bringt eine ganze Klasse so einfach von Tür zu Tür.

Und das Klima? Hier überrascht der Bus. Viele Menschen teilen sich ein Fahrzeug. Darum sind seine pro Person winzig – also die Abgase, die er ausstößt. Man rechnet das pro . Das bedeutet: Eine Person fährt einen Kilometer weit. Erst mit dieser Einheit kann man Verkehrsmittel fair vergleichen. Denn die Abgase eines Fahrzeugs verteilen sich ja auf alle Mitfahrenden. Ein Fernbus kommt so auf rund 30 g Treibhausgase pro Personenkilometer. Ein durchschnittlich besetztes Auto macht 164 g. Ein Inlandsflug sogar 290 g. Nur der Fernzug ist mit 26 g noch etwas besser [1]. Ein voller Reisebus ist fürs Klima also spitze. Das ist ein wichtiges Argument in der Debatte um und .

📊 Treibhausgase pro Person und km (Deutschland 2024): Fernzug 26 g · Fernbus 30 g · Pkw 164 g · Flugzeug (Inland) 290 g. Der Bus ist dabei nur etwa zur Hälfte besetzt gerechnet – voll besetzt wird er noch besser. [1]
🎮 In der Simulation: Unterwegs ziehen dich Ereignis-Karten mitten ins Reisegeschäft. Ein Fahrgast kommt an der Raststätte zu spät. Ein Reifen platzt. Eine Person wird reisekrank – das nennt man . Du triffst eine Entscheidung und siehst die Folgen in Geld und Zeit. Danach erklärt dir jede Karte den Hintergrund mit einer 📚 Sachinformation. In Ländern mit fremder Sprache kommt ein kleines Quiz dazu: „Was heißt dieser Satz auf Deutsch?" Der erste Treffer bringt +20 €.
✏️ Aufgaben:
  1. AOrdne die vier Verkehrsmittel aus dem Daten-Kasten vom klimafreundlichsten zum klimaschädlichsten.
  2. BEine Klasse (25 Personen) reist 800 km. Berechne die Treibhausgase pro Person für Bus (800 · 30 g) und Flugzeug (800 · 290 g) und vergleiche. Rechne beide Ergebnisse in kg um.
  3. C„Der Bus ist klimafreundlich – aber nur, wenn er gut besetzt ist." Erkläre diese Aussage mit dem Begriff Personenkilometer und überlege, warum ein fast leerer Bus schlechter abschneidet als ein volles Auto.
💡 Erwartungshorizont B/C: B: Bus 24.000 g = 24 kg; Flug 232.000 g = 232 kg → fast das Zehnfache. C: Emissionen des Fahrzeugs verteilen sich auf die Mitfahrenden; Kern ist die Auslastung – die UBA-Werte rechnen mit 53 % Besetzung beim Fernbus und 1,4 Personen pro Pkw. Ein leerer Bus (z. B. 5 Personen) kann pro Kopf über einem vollen Pkw liegen. Diskussionsimpuls: „Warum fliegen trotzdem so viele?" (Zeit, Distanz, Preisstruktur, Bequemlichkeit) – gute Brücke zur Bewertungskompetenz.
SEITE 5 · EUROPA ALS REISERAUM

5 · Reisen ohne Grenzen?

Früher gab es an jeder Grenze eine Kontrolle.
Alle mussten den Pass zeigen.
Der Bus musste lange warten.

Heute gibt es den Schengen-Raum.
Das sind 29 Länder in Europa.
Zwischen diesen Ländern gibt es keine Pass-Kontrolle mehr.
Der Bus fährt einfach durch.
Nur an der Außen-Grenze wird noch kontrolliert.
Zum Beispiel an der Grenze zu Serbien oder zur Türkei.

Die Alpen sind ein Hindernis für den Verkehr.
Busse und Lastwagen fahren über Pässe und durch Tunnel.
Der wichtigste Übergang heißt Brenner.
Er liegt zwischen Österreich und Italien.

📊 Echte Zahlen:
Im Schengen-Raum leben 420 Millionen Menschen.
Jeden Tag fahren bis zu 3,5 Millionen Menschen über eine Grenze im Schengen-Raum.
🎮 In der Simulation:
Fährst du in ein Land außerhalb vom Schengen-Raum,
kommt eine Grenz-Kontrolle.
In den Alpen passiert auch etwas:
Die Bremsen werden heiß. Oder es liegt Schnee.
Dann brauchst du Schnee-Ketten.
✏️ Aufgabe:
  1. Warst du schon einmal in einem anderen Land?
    Musstest du an der Grenze warten?
    Erzähle davon.

5 · Europa als Reiseraum: Schengen, Grenzen und die Alpen

Ein Bus fährt heute von Wien nach Paris durch, ohne dass jemand den Pass zeigt. Früher war das undenkbar. Möglich macht es der . Das sind 29 Staaten: 25 EU-Länder plus Norwegen, Island, Liechtenstein und die Schweiz. Diese Länder haben ihre Kontrollen an den gemeinsamen Grenzen abgeschafft. Solche Grenzen zwischen zwei Schengen-Ländern heißen . Seit 1. Jänner 2025 sind auch Bulgarien und Rumänien voll dabei. Kontrolliert wird nur noch außen, an der . Beim gelten aber eigene Regeln. Der Zoll prüft Waren, nicht Personen. Die Schweiz gehört zwar zu Schengen. Sie ist aber nicht in der – also der Gemeinschaft mit gleichen Regeln für Waren. Darum kontrolliert die Schweiz an der Grenze noch die Waren. [2]

Ein zweites Nadelöhr ist die Natur selbst: die Alpen. Der Verkehr drängt sich an wenigen Übergängen. Der wichtigste ist der . Mit 1.370 m ist er der niedrigste . Er ist Europas wichtigste Nord-Süd-Route. 2025 rollten dort rund 2,42 Millionen Lkw darüber. Das sind fast dreimal so viele wie über alle vier Schweizer Alpenübergänge zusammen [7]. Wo sich so viel Verkehr bündelt, gibt es Stau, Lärm und Abgase. Und es gibt Streit: Wie viel verträgt eine Region? Transit heißt: Der Verkehr fährt nur durch Tirol hindurch. Start und Ziel liegen in anderen Ländern.

📊 Echte Zahlen: Schengen-Raum: 29 Staaten, über 4 Mio. km², 420 Mio. Menschen; täglich bis zu 3,5 Mio. Grenzübertritte [2] · Brenner 2025: 2,42 Mio. Lkw, alle Schweizer Übergänge zusammen: 0,86 Mio. [7]
Merke: Schengen = keine Personenkontrollen an den Binnengrenzen. EU-Zollunion = keine Warenkontrollen. Ein Land kann in einem von beiden sein – wie die Schweiz (Schengen ja, Zollunion nein) oder früher das Vereinigte Königreich (umgekehrt).
🎮 In der Simulation: Führt dein Auftrag über die Schengen-Außengrenze – etwa nach Serbien, in die Türkei oder nach Großbritannien – dann stoppt dich ab Stufe 2 die Grenzkontrolle als Ereignis-Karte. Dazu kommt eine Frage: Was darf hier kontrolliert werden? In den Alpenländern warten eigene Ereignisse. Die Bremsen werden bei der Abfahrt zu heiß. Im Tunnel gibt es Stau. Im Winter brauchst du Schneeketten. Und die Fahrt nach London kostet extra: 320 € für Kanaltunnel oder Fähre. Seit dem Brexit gibt es dort wieder eine Zoll- und Passkontrolle.
💡 Differenzierung & Auswertung: Leistungsstarke Gruppen: Stufe 3 („erfahrene:r Buslenker:in") – fast alle Fahrten sind Nachtfahrten ohne Beschriftung, die Tipp-Toleranz ist halbiert; das ist faktisch eine stumme Europa-Karte. Unterstützung: Stufe 1 mit Atlas daneben. Im Cockpit lohnt der Blick auf die km-Abweichung im Verlauf: Sinkt sie über die Tour, war die Lernschleife wirksam. Diskussionsanschluss Politische Bildung: „Brenner-Transit – wer profitiert, wer trägt die Last?" (Anrainer:innen, Frächter, Südtirol/Tirol, EU-Warenverkehr). Für den inklusiven Unterricht: Leichte-Sprache-Version dieses Kapitels – gleiche Bilder, gleiche Kernaussagen, reduzierte Aufgaben.
QUELLEN

Quellen & zum Weiterlesen

Alle Zahlen in diesem Heft sind echt.
Sie kommen von Ämtern, Forscher:innen und Zeitungen.
Hier stehen die Quellen:

[1] Umweltbundesamt (DE): Vergleich der durchschnittlichen Emissionen einzelner Verkehrsmittel im Personenverkehr 2024 (TREMOD 6.71B) – umweltbundesamt.de · Tabelle (PDF)
[2] Bundeskanzleramt Österreich: Schengen-Vollmitgliedschaft für Bulgarien und Rumänien (Jänner 2025) – bundeskanzleramt.gv.at
[3] Statistisches Bundesamt (destatis): 5 % mehr Fahrgäste im Linienverkehr mit Bussen und Bahnen im Jahr 2024 (Pressemitteilung Nr. 135, April 2025) – destatis.de
[4] ASFINAG: Vignettenpreise 2026 (Jahresvignette Pkw 106,80 €) – asfinag.at (Folder PDF) · Pressemeldung
[5] Verordnung (EG) Nr. 561/2006 über Lenk- und Ruhezeiten im Straßenverkehr – eur-lex.europa.eu
[6] Flix SE: Unternehmensangaben zum Streckennetz (8.000+ Ziele, 40+ Länder) – flixbus.com
[7] VCÖ – Mobilität mit Zukunft: Lkw-Alpentransit Brenner vs. Schweiz (Presseaussendung 2026 mit Daten 2010–2025) – vcoe.at