Interaktive Simulationen für den Geografieunterricht — Projekt-Übersicht und To-Dos
Thomas Schroffenegger & Dominik Mößlang | Stand: April 2026
Für jede Klasse und jeden Kompetenzbereich prüfen: Eignet sich das Thema für eine Simulation? Wenn ja: welcher Typ, welches Lernziel, wie viel Zeit?
Simulation des Treibhauseffekts: Schüler*innen verändern CO₂-Konzentration und beobachten Temperaturveränderungen. Einfaches, visuelles Modell.
Interaktive Karte: Wo treten welche Naturgefahren auf? Schüler*innen vergleichen Betroffenheit verschiedener Regionen (arm vs. reich, Stadt vs. Land).
Vereinfachtes Wirtschaftskreislauf-Modell: Haushalte, Unternehmen, Geldflüsse. Schüler*innen treffen Konsum- und Sparentscheidungen.
Schüler*innen stellen einen Energiemix aus erneuerbaren und fossilen Quellen zusammen. Auswirkungen auf CO₂, Kosten und Versorgungssicherheit in Echtzeit.
Vom Rohstoff zum Produkt: Schüler*innen verfolgen den Weg eines T-Shirts über Kontinente. Arbeitsbedingungen, Transportwege, ökologischer Fußabdruck.
Ein Unternehmen soll angesiedelt werden. Schüler*innen wählen Region, analysieren Standortfaktoren (Infrastruktur, Arbeitskräfte, Verkehr) und sehen die Auswirkungen.
Interaktive Karte einer fiktiven Gemeinde: Wohnen, Gewerbe, Tourismus, Naturschutz. Schüler*innen planen und erleben Nutzungskonflikte.
Inspiriert von En-ROADS: Schüler*innen steuern Emissionen, Landnutzung, Ressourcenverbrauch und beobachten die Auswirkungen auf planetare Grenzen.
Agentenbasiertes Modell: Geburtenrate, Sterberate, Migration. Schüler*innen beobachten Bevölkerungspyramiden verschiedener Länder und deren Entwicklung.
Jede Woche eine kurze 10-Minuten-Simulation als Einstieg in ein neues Thema. Weckt Neugier, aktiviert Vorwissen, deckt Fehlkonzepte auf — bevor die Lehrperson das Thema vertieft.
Schüler*innen in Kleingruppen vertreten verschiedene Länder/Interessengruppen. Jede Gruppe steuert Parameter in einer gemeinsamen Klimasimulation. Verhandlung + Simulation = Rollenspiel + Evidenz.
Was passiert, wenn Österreich aus der EU austritt? Wenn der Golfstrom stoppt? Wenn alle auf E-Autos umsteigen? Kontrafaktische Szenarien fördern systemisches Denken und Urteilskompetenz.
Von Anfang an einbauen: Vorlesefunktion für Simulationstexte, Farbblinden-Modus, Tastatursteuerung, vereinfachte Sprachvariante (Sprachniveau A2/B1), verlängerte Zeitlimits als Standard-Option.
Lehrkraft startet eine Abstimmung: „Welche Klimamaßnahme priorisieren wir?" Ergebnis wird direkt in die Simulation eingespeist. Fördert demokratische Entscheidungsfindung.
Nach jeder Simulation können Schüler*innen ihre Ergebnisse als druckbare Infografik exportieren. Für Portfolio, Wandzeitung oder Elternabend. Macht Lernergebnisse sichtbar.
GW hat nur 1-2 Wochenstunden. Jede Simulation muss in eine Unterrichtseinheit (50 min) passen — inkl. Einleitung und Reflexion. Längere Simulationen nur als Ausnahme (Projekttag, fächerübergreifend).
Manche Themen (z.B. Berufsorientierung, Konsumentenschutz) sind besser mit anderen Methoden vermittelbar. Simulationen dort einsetzen, wo sie einen echten Mehrwert haben: komplexe Systeme, unsichtbare Prozesse, räumliche Dynamiken.
Der Lehrplan wird aufsteigend eingeführt (ab 2023/24). Sicherstellen, dass unsere Simulationen mit dem jeweils gültigen Lehrplan kompatibel sind — auch mit den deutschen und schweizerischen Curricula, falls wir international skalieren.
Wenn Lehrkräfte Schüler*innen-Ergebnisse sehen: Datenschutzkonzept nötig. Pseudonymisierung? Lokale Speicherung? Einwilligung? Frühzeitig klären.