Gesamtausgabe
Inhalt

Überblick                                           1

Grundlagen                                          13

Sprachen                                            45

Deutsch                                             66

Deutsch/Italienisch/ Romanisch 1. Fremdsprache      99

Englisch 2. Fremdsprache                            127

Französisch/Italienisch/ Romanisch 3. Fremdsprache  155

Mathematik                                          179

Natur, Mensch, Gesellschaft                         219

Natur, Mensch, Gesellschaft                         245

Natur und Technik                                   287

Wirtschaft, Arbeit, Haushalt                        306

Räume, Zeiten, Gesellschaften                       318

Ethik, Religionen, Gemeinschaft                     338

Gestalten                                           349

Bildnerisches Gestalten                             364

Textiles und Technisches Gestalten                  379

Musik                                               395

Bewegung und Sport                                  423

Medien und Informatik                               455

Berufliche Orientierung                             475
Überblick
Impressum            Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement Graubünden
                     Lehrplan 21 Graubünden
Herausgeber:         Fassung vom 15.03.2016
Zu diesem Dokument:  raschle & partner, Bern
                     Claudio Minutella
Design:              Alle Rechte liegen beim Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement des Kantons Graubünden.
Titelbild:           gr-d.lehrplan.ch
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Internet:
Überblick | Lehrplan 21 | Inhalt

Inhalt

Einleitung                                                      4

Überblick Lehrplan 21                                           5

Aufbau Lehrplan 21                                              6

Struktur der Fachbereichs- und der Modullehrpläne               7

                                                                   ÜB

15.3.2016                                          Lehrplan 21
4 Überblick | Lehrplan 21 | Einleitung

    Einleitung

                                        Der Kanton Graubünden übernimmt den Kompetenzaufbau des Lehrplans 21 in den
                                        einzelnen Fachbereichslehrplänen unverändert. Einzelne Kompetenzen wurden mit
                                        kantonsspezifischen Beispielen ergänzt. Die einleitenden Kapitel berücksichtigen
                                        die kantonalen Rahmenbedingungen insbesondere im Bereich der Sprachen.

                                        Gestützt auf Art. 29 des Gesetzes für die Volksschulen des Kantons Graubünden
                                        (Schulgesetz) vom 21. März 2012 hat die Regierung am 15. März 2016 diese
                                        kantonale Fassung des Lehrplans 21 genehmigt.

                                        Der Lehrplan 21 Graubünden tritt ab Schuljahr 2018/19 für den Kindergarten, die
                                        Primarschule sowie die 1. und 2. Klassen der Sekundarstufe I in Kraft. Im Schuljahr
                                        2019/20 folgt die Umsetzung in der 3. Klasse der Sekundarstufe I auf der Basis der
                                        entsprechenden Weisungen. Ab Inkraftsetzung des Lehrplanes 21 Graubünden
                                        gelten auf der Basis des erwähnten Regierungsbeschlusses die neuen
                                        Lektionentafeln Volksschule Graubünden. Weitere Informationen sind auf der
                                        Website des Amtes für Volksschule und Sport zu finden.

                                        Der Lehrplan 21 Graubünden beschreibt den bildungspolitisch legitimierten Auftrag
                                        der Gesellschaft an die Volksschule. Er legt die Ziele für den Unterricht aller Stufen
                                        der Volksschule fest und ist ein Planungsinstrument für Lehrpersonen, Schulen und
                                        Bildungsbehörden. Er orientiert Eltern und Erziehungsberechtigte, Schülerinnen
                                        und Schüler, die Abnehmer der Sekundarstufe II, die Pädagogischen Hochschulen
                                        und die Lehrmittelschaffenden über die in der Volksschule zu erreichenden
                                        Kompetenzen.

                                        Das hier vorliegende Kapitel Überblick gibt den Lehrpersonen und allen anderen
                                        Nutzerinnen und Nutzern des Lehrplans einen Überblick über den Lehrplan 21,
                                        seinen Aufbau, seine Elemente und die darin festgelegten Verbindlichkeiten.
                                        Ausführlichere Informationen zu den pädagogischen und konzeptionellen
                                        Grundlagen des Lehrplans 21 Graubünden sind im Kapitel Grundlagen zu finden.

ÜB

                                        Lehrplan 21  15.3.2016
Überblick | Lehrplan 21 | Überblick Lehrplan 21                                                                              5

Überblick Lehrplan 21

                                                                                                          Zyklus

Überblick                                        Bildungsziele
Grundlagen                                       Lern- und Unterrichtsverständnis
                                                 Überfachliche Kompetenzen
Sprachen                                         Bildung für Nachhaltige Entwicklung
                                                 Schwerpunkte des 1. Zyklus
                                                 Schwerpunkte des 2. und 3. Zyklus

                                                 Einleitung
                                                 Deutsch: Kompetenzaufbau
                                                 Englisch 1. Fremdsprache: Kompetenzaufbau
                                                 Zusätzliche Sprachenlehrpläne für den Kanton Graubünden

Mathematik                                       Einleitung
Natur, Mensch, Gesellschaft                      Kompetenzaufbau

Gestalten                                        Einleitung
Musik                                            Natur, Mensch, Gesellschaft: Kompetenzaufbau
Bewegung und Sport                               Natur und Technik (mit Physik, Chemie, Biologie): Kompetenzaufbau
Medien und Informatik                            Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (mit Hauswirtschaft): Kompetenzaufbau
Berufliche Orientierung                          Räume, Zeiten, Gesellschaften (mit Geografie, Geschichte): Kompetenzaufbau
                                                 Ethik, Religionen, Gemeinschaft (mit Lebenskunde): Kompetenzaufbau

                                                 Einleitung
                                                 Bildnerisches Gestalten: Kompetenzaufbau
                                                 Textiles und Technisches Gestalten: Kompetenzaufbau

                                                 Einleitung
                                                 Kompetenzaufbau

                                                 Einleitung
                                                 Kompetenzaufbau

                                                 Einleitung
                                                 Kompetenzaufbau

                                                 Einleitung
                                                 Kompetenzaufbau

                                                                                                                             ÜB

15.3.2016                                        Lehrplan 21
6 Überblick | Lehrplan 21 | Aufbau Lehrplan 21

    Aufbau Lehrplan 21                          Der Lehrplan 21 unterteilt die elf Schuljahre in drei Zyklen. Der 1. Zyklus umfasst
                                                zwei Jahre Kindergarten und die ersten zwei Jahre der Primarstufe (bis Ende 2.
    Zyklen                                      Klasse). Der 2. Zyklus umfasst vier Jahre Primarstufe (3. bis 6. Klasse) und der 3.
    Fachbereiche                                Zyklus die drei Jahre der Sekundarstufe I (7. bis 9. Klasse).

    Module                                      Der Lehrplan 21 ist in sechs Fachbereiche Sprachen; Mathematik; Natur, Mensch
    Überfachliche Kompetenzen                   Gesellschaft (NMG); Gestalten; Musik sowie Bewegung und Sport strukturiert. Für
    Bildung für Nachhaltige                     jeden Fachbereich werden die Kompetenzen beschrieben, welche die Schülerinnen
    Entwicklung (BNE)                           und Schüler im Laufe der Volksschule erwerben.
                                                Im 1. Zyklus orientiert sich der Unterricht stark an der Entwicklung der Kinder und
                                                wird vor allem zu Beginn fächerübergreifend organisiert und gestaltet. Das Spiel hat
                                                eine hohe Bedeutung. Um dieser Ausrichtung Rechnung zu tragen, zeigen im
                                                Lehrplan 21 neun entwicklungsorientierte Zugänge auf, wie an der Entwicklung und
                                                dem Lernen des Kindes im 1. Zyklus angeknüpft werden kann. Siehe Grundlagen,
                                                Kapitel Schwerpunkte des 1. Zyklus.

                                                Daneben enthält der Lehrplan 21 die Lehrpläne für die Module Medien und
                                                Informatik sowie Berufliche Orientierung. Diese Module beinhalten fächer-
                                                übergreifende Aufgaben der Schule und gewährleisten für einen Kern dieser Auf-
                                                gaben einen systematischen Aufbau von Kompetenzen.

                                                In die Fachbereichs- und Modullehrpläne sind überfachliche Kompetenzen ein-
                                                gearbeitet. Dazu gehören personale, soziale und methodische Kompetenzen.

                                                In die Fachbereichs- und Modullehrpläne sind für einen Unterricht unter der
                                                Leitidee Nachhaltiger Entwicklung folgende Themen eingearbeitet und mit
                                                Querverweisen gekennzeichnet: Politik, Demokratie und Menschenrechte;
                                                Natürliche Umwelt und Ressourcen; Geschlechter und Gleichstellung; Gesundheit;
                                                Globale Entwicklung und Frieden; Kulturelle Identitäten und interkulturelle
                                                Verständigung; Wirtschaft und Konsum.

ÜB

                                                Lehrplan 21  15.3.2016
Überblick | Lehrplan 21 | Struktur der Fachbereichs- und der Modullehrpläne                                                                  7

Struktur der Fachbereichs- und der Modullehrpläne

                                                         Die Fachbereichs- und Modullehrpläne enthalten jeweils die einleitenden Kapitel
                                                         Bedeutung und Zielsetzungen, Didaktische Hinweise und Strukturelle und inhaltliche
                                                         Hinweise sowie den Kompetenzaufbau als zentrales Element des Lehrplans. Im
                                                         Kompetenzaufbau wird dargestellt, wie die Kompetenzen über die Volksschulzeit
                                                         aufgebaut werden.

Kompetenzbereiche         Auf der ersten Gliederungsebene sind die Fachbereiche und Module in
Handlungs-/Themenaspekte  Kompetenzbereiche unterteilt. Die Kompetenzbereiche orientieren sich an
Kompetenzen               Fähigkeiten/Fertigkeiten (z.B. Hören, Lesen, Sprechen, Schreiben in den Sprachen)
                          oder an Themen/Kenntnissen (z.B. Zahl und Variable in der Mathematik).
15.3.2016                 Wie die Kompetenzbereiche ausgerichtet sind, liegt in der fachdidaktischen
                          Tradition und im aktuellen Stand der fachdidaktischen Entwicklung des jeweiligen
                          Fachbereichs begründet.

                          Auf der nächsten Gliederungsebene werden die Kompetenzbereiche in Handlungs-
                          bzw. Themenaspekte strukturiert. Nicht alle Fachbereichslehrpläne enthalten diese
                          Gliederungsebene.

                          Zu jedem Kompetenzbereich bzw. jedem Handlungs- oder Themenaspekt werden
                          Kompetenzen formuliert und deren Aufbau dargestellt. Die Kompetenz-
                          beschreibungen lenken den Blick auf das Ende der Volksschule und beschreiben,
                          was Schülerinnen und Schüler dann wissen und können.

                                                                                                                                                                                 ÜB
                                                     Lehrplan 21
8 Überblick | Lehrplan 21 | Struktur der Fachbereichs- und der Modullehrpläne

    Kompetenzstufen                Für jede Kompetenz wird der erwartete Aufbau an Wissen und Können pro Zyklus
                                   gestuft beschrieben. Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass Kompetenzen
    Kompetenzaufbau über einen     kontinuierlich über einen bestimmten Zeitraum erworben werden. In den einzelnen
    Zyklus, zwei oder drei Zyklen  Kompetenzstufen wird formuliert, über welche Vor- und Zwischenstufen sich
    Querverweise                   umfassendere Kompetenzen aufbauen. Die Kompetenzstufen unterscheiden sich
                                   durch die Zunahme von Fakten-, Konzept- und Prozesswissen, durch die Erhöhung
    Hinweise zur Arbeit mit        von Verstehensanforderungen, durch die höhere Komplexität der Anwendungs-
    Kompetenzen                    situation oder den Grad der Selbstständigkeit, mit der gearbeitet wird.
    Beurteilen von Kompetenzen
                                   Die Stufenabfolge kann sich aus der fachlichen Logik ergeben. Das bedeutet, dass
                                   die Themen/Kenntnisse und Fähigkeiten/Fertigkeiten einer vorgängig erworbenen
                                   Kompetenzstufe zwingend die Grundlage für die nachfolgenden Kompetenzstufen
                                   bilden. Gibt es keine solche fachliche Logik, ist die Reihenfolge der Kompetenz-
                                   stufen eine Setzung, die der Lehrplan vornimmt.

                                   Der Kompetenzaufbau weist je nach Thema eine variable Anzahl Kompetenzstufen
                                   auf. Diese orientiert sich daran, was für den jeweiligen Kompetenzaufbau fachlich
                                   sinnvoll ist.

                                   An den meisten Kompetenzen wird über alle drei Zyklen hinweg kumulativ
                                   gearbeitet. Einige Kompetenzaufbauten beginnen allerdings nicht zu Beginn des 1.
                                   Zyklus, sondern zu einem späteren Zeitpunkt, da für ihren Aufbau bestimmte
                                   Voraussetzungen in der Entwicklung und im Lernen der Kinder erfüllt sein müssen.
                                   Andere Kompetenzaufbauten werden vor Ende des 3. Zyklus abgeschlossen.

                                   Eine leere Stufe am Anfang eines Kompetenzaufbaus bedeutet, dass mit der Arbeit
                                   an dieser Kompetenz nicht zu Beginn des 1. Zyklus begonnen wird.

                                   Die Querverweise in den Fachbereichslehrplänen zeigen auf, wo ein
                                   Anknüpfungspunkt zu einem entwicklungsorientierten Zugang, zur Bildung für
                                   Nachhaltige Entwicklung, zu einem anderen Fachbereich oder Modul besteht.

                                   Die Querverweise zu den entwicklungsorientierten Zugängen zeigen auf, welche
                                   Inhalte des Lehrplans des 1. Zyklus sich besonders für einen Unterricht unter einer
                                   Entwicklungsperspektive eignen.

                                   Die Querverweise zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung zeigen auf, welche Inhalte
                                   des Lehrplans sich besonders für einen Unterricht unter der Leitidee einer
                                   Nachhaltigen Entwicklung eignen.

                                   Innerfachliche und fächerübergreifende Querverweise zeigen Verbindungen
                                   zwischen Inhalten des Lehrplans auf, die in verschiedenen Fachbereichen
                                   vorkommen und die sich ergänzen. Sie geben Anregungen für fächerübergreifendes
                                   Arbeiten oder zeigen auf, wo an bereits vorhandenes Wissen und Können der
                                   Schülerinnen und Schüler angeknüpft werden kann.

                                   In der elektronischen Version des Lehrplans 21 sind die Querverweise jeweils mit
                                   einem Link hinterlegt. Dieser Link führt direkt an die Stelle im Lehrplan, auf die der
                                   Querverweis gesetzt ist.

                                   Kompetenzbereiche oder Kompetenzen werden im Unterricht nicht linear
                                   abgearbeitet. Fast immer werden verschiedene Facetten einer oder mehrerer
                                   Kompetenzbereiche oder Kompetenzen gleichzeitig bearbeitet und zu-
                                   sammengeführt. Z.B. wird im Deutschunterricht eine Geschichte gelesen
                                   (Kompetenzbereich Lesen), darüber gesprochen (Kompetenzbereich Sprechen) und
                                   anschliessend in Gruppen eine szenische Darstellung einstudiert (Kompetenz-
                                   bereich Literatur im Fokus). Dabei werden auch überfachliche Kompetenzen
                                   mitgeübt. Fachliche und überfachliche Kompetenzen unterschiedlicher
                                   Niveauabstufung werden in einem Unterrichtsvorhaben meist verbunden bearbeitet.
                                   (Siehe auch Grundlagen, Kapitel Lern- und Unterrichtsverständnis.)

                                   Nicht alle im Lehrplan 21 aufgeführten Kompetenzen und Kompetenzstufen müssen
                                   beurteilt werden. Wie bisher obliegt es der Professionalität der Lehrpersonen

ÜB

                                   Lehrplan 21                                 15.3.2016
Überblick | Lehrplan 21 | Struktur der Fachbereichs- und der Modullehrpläne                                     9

Verbindlichkeiten          einzuschätzen, wann und mit welchen Mitteln sie Leistungen der Schülerinnen und
                           Schüler einschätzen und beurteilen. Sie beachten dabei die im Kanton geltenden
Grundansprüche des Zyklus  Regelungen. (Siehe auch Grundlagen, Kapitel Lern- und Unterrichtsverständnis.)

Auftrag des Zyklus         Pro Zyklus werden Grundansprüche ausgewiesen. Die Grundansprüche bezeichnen
Orientierungspunkte        diejenigen Kompetenzstufen, welche die Schülerinnen und Schüler spätestens bis
                           zum Ende des jeweiligen Zyklus erreichen sollen. Sie erreichen die Grundansprüche
Begabungs- und             im Laufe des Zyklus zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Viele Schülerinnen und
Begabtenförderung          Schüler arbeiten anschliessend an den weiterführenden Kompetenzstufen und
                           erreichen auch die darin festgehaltenen Ansprüche. Für einzelne Schülerinnen und
                           Schüler können die Grundansprüche bei Bedarf gemäss Weisungen zu Zeugnissen
                           und Promotion angepasst werden (Lernzielanpassungen).
                           Die Schule als Institution und die Lehrpersonen haben den Auftrag, die Erreichung
                           der Grundansprüche im Unterricht zu ermöglichen.
                           Die Beschreibungen der vorangehenden Kompetenzstufen werden im Text der
                           Grundansprüche nicht wiederholt. Sie gehören zu den Grundansprüchen.
                           In einzelnen Fachbereichen sind bei wenigen Kompetenzaufbauten keine
                           Grundansprüche gesetzt worden. Erklärungen dazu finden sich in den einleitenden
                           Kapiteln des jeweiligen Fachbereichs unter Strukturelle und inhaltlich Hinweise.
                           In den Fachbereichen Sprachen, Mathematik und Natur, Mensch, Gesellschaft
                           (NMG) wurden die Grundkompetenzen (nationale Bildungsstandards) der EDK in die
                           Grundansprüche des Lehrplans eingearbeitet. So wird gewährleistet, dass
                           Schülerinnen und Schüler, welche die Grundansprüche des Lehrplans erreichen,
                           zugleich die Grundkompetenzen (nationale Bildungsstandards) der EDK erreichen.

                           Der Auftrag des Zyklus definiert, an welchen Kompetenzstufen in diesem Zyklus
                           verbindlich gearbeitet werden muss. Die Schülerinnen und Schüler müssen im
                           Unterricht die Möglichkeit erhalten, an den Kompetenzstufen, die über die
                           Grundansprüche hinaus zum Auftrag des Zyklus gehören, zu arbeiten. Damit gehen
                           die Vorgaben des Lehrplans über die Grundansprüche hinaus. Zusätzlich definiert
                           der Auftrag des Zyklus zuhanden der Lehrmittelschaffenden, für welche Stufen des
                           Kompetenzaufbaus ein Lehrmittel die nötigen Materialien bereitstellen muss.

                           In der Mitte des 2. (Ende 4. Klasse) und 3. Zyklus (Mitte der 8. Klasse) ist je ein
                           Orientierungspunkt gesetzt. Die Orientierungspunkte legen fest, welche
                           Kompetenzstufen bis zum Ende der 4. Klasse sowie bis zur Mitte der 8. Klasse
                           verbindlich bearbeitet werden müssen. Sie dienen den Lehrerinnen und Lehrern als
                           Planungs- und Orientierungshilfe.
                           Im 1. Zyklus wird auf Orientierungspunkte verzichtet, um das Kontinuum im 1.
                           Zyklus zu betonen und kein Strukturmodell vorzugeben. In einzelnen Fachbereichen
                           sind auch im 2. und 3. Zyklus keine Orientierungspunkte gesetzt worden.
                           Erklärungen dazu finden sich in den einleitenden Kapiteln des jeweiligen
                           Fachbereichs unter Strukturelle und inhaltliche Hinweise.

                           Alle Schülerinnen und Schüler werden entsprechend ihrer Leistungsmöglichkeit in
                           ihrem Wissens- und Könnensaufbau unterstützt. Aufgrund der individuellen
                           Lernfortschritte endet der Auftrag an die Schule und die Lehrpersonen nicht, wenn
                           die Schülerinnen und Schüler die Kompetenzstufen des Zyklus erreicht haben.
                           Insbesondere befähigte Schülerinnen und Schülern sollen Gelegenheit erhalten,
                           sich in zusätzliche Themen und Inhalte zu vertiefen (Enrichment) bzw. in eigenem
                           Lerntempo an weiterführenden Kompetenzen oder Kompetenzstufen zu arbeiten
                           (Akzeleration).

                                                                                                                ÜB

15.3.2016                  Lehrplan 21
10 Überblick | Lehrplan 21 | Struktur der Fachbereichs- und der Modullehrpläne

    Nicht-Erreichen der              Die Kompetenzen und Inhalte des Lehrplans 21 gelten im Grundsatz für alle Kinder.
    Grundansprüche                   Es wird aber auch mit dem Lehrplan 21 so sein, dass trotz gutem Unterricht
                                     einzelne Schülerinnen und Schüler die Grundansprüche in einem oder mehreren
    Verbindliche Inhalte und         Fachbereichen nicht erreichen. In diesem Fall ist es nötig, den Lernstand der
    Beispiele                        einzelnen Schülerin oder des einzelnen Schülers zu beurteilen und Fortschritte und
                                     Probleme im individuellen Lernprozess zu beobachten, so dass erfolgversprechende
    Querverweise Medien und          Fördermassnahmen eingeleitet werden können. Weiterführende Informationen zu
    Informatik sowie Berufliche      den im Kanton Graubünden angebotenen Fördermassnahmen sind dem Gesetz für
    Orientierung                     die Volksschulen des Kantons Graubünden (Schulgesetz) und weiteren
                                     Nachfolgeregelungen zu entnehmem.
    Übergänge
                                     In zahlreichen Kompetenzstufenbeschreibungen des Lehrplans 21 werden
    Übergang Primarstufe zur         Präzisierungen verwendet. Sie sind folgendermassen zu lesen: Eine Aufzählung von
    Sekundarstufe I mit              Inhalten in einer Klammer bedeutet, dass die aufgezählten Inhalte verbindlich zu
    Grundanforderungen               bearbeiten sind. Im Fachbereich NMG sind diese Inhalte mit dem Symbol
                                     gekennzeichnet. Die Verwendung von z.B. bedeutet, dass die aufgezählten Inhalte
    Übergang Primarstufe zur         eine Auswahl sind und der Illustration dienen. Die Lehrerinnen und Lehrer können
    Sekundarstufe I mit erweiterten  aus den Beispielen auswählen oder andere Inhalte bearbeiten.
    Anforderungen
                                     Die Querverweise zu Medien und Informatik sowie Beruflicher Orientierung zeigen auf,
                                     in welchem Fachbereich und Zyklus verbindlich am Kompetenzaufbau Medien und
                                     Informatik bzw. Berufliche Orientierung gearbeitet werden muss.

                                     Aus dem Lehrplan 21 können Lehrerinnen und Lehrer ablesen, wie eine Kompetenz
                                     als Ganzes über die Schulzeit aufgebaut wird und wer in welchem Zyklus was zu
                                     diesem Aufbau beiträgt. Die Lehrpersonen der vorangehenden und nachfolgenden
                                     Zyklen können entnehmen, über welche Kompetenzstufen alle Schülerinnen und
                                     Schüler verfügen (Grundansprüche) und an welchen Kompetenzstufen mit allen
                                     Schülerinnen und Schülern gearbeitet wurde (Auftrag des Zyklus bzw.
                                     Orientierungspunkte).
                                     Der Lehrplan 21 wurde so ausgearbeitet, dass er in unterschiedlichen
                                     Schulstrukturen umgesetzt werden kann. Lehrerinnen und Lehrer der
                                     Sekundarstufe I können dem Lehrplan 21 folgende Informationen zu den
                                     Anforderungsniveaus entnehmen:

                                     Zu Beginn der Sekundarstufe I können Lehrpersonen, die in Schulen oder
                                     Niveaugruppen mit Grundanforderungen unterrichten, an die Kompetenzstufen
                                     anschliessen, welche als Grundansprüche des 2. Zyklus gekennzeichnet sind. Sie
                                     können davon ausgehen, dass die Schülerinnen und Schüler mindestens die
                                     Grundansprüche erreicht haben und bereits an weiterführenden Kompetenzstufen
                                     gearbeitet haben.
                                     Bis zum Ende des 3. Zyklus erreichen diese Schülerinnen und Schüler die
                                     Grundansprüche des 3. Zyklus. Sie erhalten zudem die Möglichkeit, gemäss ihren
                                     individuellen Möglichkeiten an weiterführenden Kompetenzstufen nach den
                                     Grundansprüchen des 3. Zyklus zu arbeiten.

                                     Lehrerinnen und Lehrer, die auf der Sekundarstufe I in Schulen oder Niveaugruppen
                                     mit erweiterten Anforderungen unterrichten, können an die Kompetenzstufen
                                     anschliessen, die als Auftrag des 2. Zyklus gekennzeichnet sind. Sie können jedoch
                                     nicht davon ausgehen, dass die Schülerinnen und Schüler in allen Fachbereichen
                                     alle Kompetenzstufen des 2. Zyklus vollumfänglich beherrschen.
                                     Bis zum Ende der Volksschule erreichen die Schülerinnen und Schüler die
                                     Grundansprüche des 3. Zyklus und haben bereits vertieft an den weiterführenden
                                     Kompetenzstufen gearbeitet, die als Auftrag des 3. Zyklus bezeichnet sind.
                                     Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler sollten die weiterführenden

ÜB

                                     Lehrplan 21                                15.3.2016
Überblick | Lehrplan 21 | Struktur der Fachbereichs- und der Modullehrpläne                                        11

                                 Kompetenzstufen erreichen, die als Auftrag des 3. Zyklus bezeichnet sind.

Übergang zur beruflichen         Abnehmer auf der Sekundarstufe II können dem Lehrplan 21 folgende
Grundbildung und weiterführende  Informationen zu den Anforderungsniveaus entnehmen:
Schulen
                                 Jugendliche erreichen nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit in den
                                 Fachbereichen mindestens die Kompetenzstufen, die als Grundansprüche des 3.
                                 Zyklus bezeichnet sind. Die meisten Jugendlichen haben darüber hinaus an
                                 weiterführenden Kompetenzstufen gearbeitet. Dementsprechend wird der
                                 Unterricht an den Berufsfachschulen in der Regel an die Grundansprüche
                                 anschliessen. Es gibt aber Lehrberufe, die in verschiedenen Fachbereichen das
                                 Beherrschen von Kompetenzstufen voraussetzen, die über die Grundansprüche
                                 hinausreichen. Der Unterricht an den Berufsfachschulen setzt in diesem Fall das
                                 Beherrschen von Kompetenzstufen über den Grundansprüchen voraus.

                                 Lehrerinnen und Lehrer, die an Schulen mit erweiterten Anforderungen (namentlich
                                 Berufsmaturitätsschulen, Fachmittelschulen und Gymnasien) unterrichten, können
                                 mit ihrem Unterricht an die Kompetenzstufen anschliessen, die als Auftrag des 3.
                                 Zyklus bezeichnet sind. Sie können jedoch nicht davon ausgehen, dass die
                                 Schülerinnen und Schüler in allen Fachbereichen alle Kompetenzstufen des Zyklus
                                 vollumfänglich beherrschen.

Abkürzungen und Codes

                                 Im Lehrplan 21 werden folgende Abkürzungen und Nummerierungen verwendet, die
                                 sich zu einem Code zusammenfügen lassen. Der Code dient dazu, sich im Lehrplan
                                 zu orientieren.

Fachbereiche                     D      Deutsch
Module                           I      Italienisch (GR)
                                 R      Romanisch (GR)
                                 DR     Deutsch an romanischsprachigen Schulen (GR)
                                 FS1E   Englisch 1. Fremdsprache
                                 FS2GR  Englisch 2. Fremdsprache (GR)
                                 FS3GR  Französisch, Italienisch und Romanisch als 3.
                                        Fremdsprache (GR)

                                 MA     Mathematik
                                 NMG    Natur, Mensch, Gesellschaft
                                 NT     Natur und Technik
                                 WAH    Wirtschaft, Arbeit, Haushalt
                                 RZG    Räume, Zeiten, Gesellschaften
                                 ERG    Ethik, Religionen, Gemeinschaft
                                 BG     Bildnerisches Gestalten
                                 TTG    Textiles und Technisches Gestalten
                                 MU     Musik
                                 BS     Bewegung und Sport

                                 MI     Medien und Informatik

                                 BO     Berufliche Orientierung

Entwicklungsorientierte Zugänge  EZ     Entwicklungsorientierte Zugänge zum 1. Zyklus
                                 BNE    Bildung für Nachhaltige Entwicklung
Bildung für Nachhaltige
Entwicklung

                                                                                                                   ÜB

15.3.2016                               Lehrplan 21
12 Überblick | Lehrplan 21 | Struktur der Fachbereichs- und der Modullehrpläne

    Abkürzungen und Codes     D      Deutsch
                              I      Italienisch
    Kompetenzbereiche         R      Romanisch
    Handlungs-/Themenaspekte  DR     Deutsch an romanischsprachigen Schulen
    Kompetenzen               FS1GR  Deutsch an italienischsprachigen Schulen, Italienisch und Romanisch
    Kompetenzstufen                  als 1. Fremdsprache
    Aufbau der Codes          FS2GR  Englisch 2. Fremdsprache
                              FS3GR  Französisch, Italienisch und Romanisch als 3. Fremdsprache
                              MA     Mathematik
                              NMG    Natur, Mensch, Gesellschaft
                              NT     Natur und Technik
                              WAH    Wirtschaft, Arbeit, Haushalt
                              RZG    Räume, Zeiten, Gesellschaften
                              ERG    Ethik, Religionen, Gemeinschaft
                              BG     Bildnerisches Gestalten
                              TTG    Textiles und Technisches Gestalten
                              MU     Musik
                              BS     Bewegung und Sport

                              Die Kompetenzbereiche werden durchnummeriert (1, 2, 3 usw.)

                              Die Handlungs-/Themenaspekte werden mit Grossbuchstaben bezeichnet (A, B, C
                              usw.)

                              Die Kompetenzen werden durchnummeriert (1, 2, 3 usw.)

                              Die Kompetenzstufen werden mit Kleinbuchstaben bezeichnet (a, b, c, ...).

                              Es gibt Kompetenzen, die mehrere Aufbauten aufweisen. Diese
                              Kompetenzaufbauten werden zusätzlich nummeriert (1, 2, ...) und die dazu
                              gehörenden Kompetenzstufen mit Kleinbuchstaben (a, b, ...) bezeichnet.

                              Mit den oben genannten Abkürzungen kann ein Code zusammengestellt werden. So
                              kann auf einzelne Stufen verwiesen werden bzw. können Querverweise angezeigt
                              werden. Dabei wird folgende Reihenfolge gewählt:

                              1. Fachbereich bzw. fächerübergreifendes Thema
                              2. Kompetenzbereich
                              3. Handlungs-/Themenaspekt
                              4. Kompetenz
                              5. Kompetenzstufe

                              Nicht immer ist ein Handlungs-/Themenaspekt vorhanden.

                              Beispiel:
                              MA.1.A.3.c = Mathematik; 1. Kompetenzbereich; Handlungsaspekt A; 3. Kompetenz;
                              Kompetenzstufe c

ÜB

                                     Lehrplan 21                                           15.3.2016
Grundlagen
Impressum            Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement Graubünden
                     Lehrplan 21 Graubünden
Herausgeber:         Fassung vom 15.03.2016
Zu diesem Dokument:  edenwithin/iStock/Thinkstock
                     Alle Rechte liegen beim Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement des Kantons Graubünden.
Titelbild:           gr-d.lehrplan.ch
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Internet:
Grundlagen | Lehrplan 21 | Inhalt

Inhalt

Bildungsziele                                     16

Lern- und Unterrichtsverständnis                  19

Überfachliche Kompetenzen                         26

Bildung für Nachhaltige Entwicklung               30

Schwerpunkte des 1. Zyklus                        37

Schwerpunkte des 2. und 3. Zyklus                 44

                                                      GRU

15.3.2016                            Lehrplan 21
16 Grundlagen | Lehrplan 21 | Bildungsziele

     Bildungsziele                           Bildung ist ein offener, lebenslanger und aktiv gestalteter Entwicklungsprozess des
                                             Menschen.
     Bildung
                                             Bildung ermöglicht dem Einzelnen, seine Potentiale in geistiger, kultureller und
     Gesetzliche Grundlagen                  lebenspraktischer Hinsicht zu erkunden, sie zu entfalten und über die
                                             Auseinandersetzung mit sich und der Umwelt eine eigene Identität zu entwickeln.
     Orientierung der Volksschule
                                             Bildung befähigt zu einer eigenständigen und selbstverantwortlichen Lebens-
                                             führung, die zu verantwortungsbewusster und selbstständiger Teilhabe und
                                             Mitwirkung im gesellschaftlichen Leben in sozialer, kultureller, beruflicher und
                                             politischer Hinsicht führt.

                                             Die schulische Grundbildung ist in der Bundesverfassung verankert. Artikel 62
                                             beauftragt die Kantone, sowohl für einen Grundschulunterricht als auch für eine
                                             Sonderschulung zu sorgen, die allen Kindern offen steht. Er verpflichtet sie zur
                                             Harmonisierung der Dauer und Ziele der Bildungsstufen sowie zur Angleichung des
                                             Schuleintrittsalters und der Schulpflicht.

                                             Das Gesetz für die Volksschulen des Kantons Graubünden (Schulgesetz)
                                             konkretisiert den Auftrag an die Volksschule entsprechend der Gegebenheiten im
                                             Kanton.

                                             Die Volksschule erfüllt ihren Bildungsauftrag in Zusammenarbeit mit den Eltern und
                                             Erziehungsberechtigten und unterstützt diese in ihrem Erziehungsauftrag.
                                             Ausgehend von den Grundrechten, wie sie in der Bundesverfassung und dem Gesetz
                                             für die Volksschulen des Kantons Graubünden (Schulgesetz) formuliert sind,
                                             orientiert sich die Schule an folgenden Werten:

                                                      Abs.1: Die Volksschule ist bestrebt, in Berücksichtigung der historisch
                                                      gewachsenen sprachlich-kulturellen Eigenart der Gemeinschaft die
                                                      Schülerinnen und Schüler zu einer Haltung zu erziehen, die sich an
                                                      christlichen, humanistischen und demokratischen Wertvorstellungen
                                                      orientiert.
                                                      Abs. 2: Die Volksschule fördert die Urteilsfähigkeit, die schöpferischen
                                                      Kräfte, das Wissen und die Leistungsbereitschaft der Kinder und
                                                      Jugendlichen. Dabei unterstützt sie diese in ihrer Entwicklung zu
                                                      eigenständigen Persönlichkeiten, beim Erwerb sozialer Kompetenzen sowie
                                                      auf dem Weg zu verantwortungsvollem Verhalten gegenüber Mitmenschen
                                                      und Umwelt.
                                                      Abs. 3: Die Volksschule unterstützt und ergänzt die Erziehung in der Familie.
                                                      Abs. 4: In der Volksschule erwerben und entwickeln alle Schülerinnen und
                                                      Schüler grundlegende Kenntnisse und Kompetenzen, welche es ihnen
                                                      erlauben, lebenslang zu lernen und ihren Platz in der Gesellschaft und im
                                                      Berufsleben zu finden.
                                                      Abs. 5: Die in der Volksschule vermittelte Bildung umfasst insbesondere
                                                      Pflege und Kenntnis der Schulsprache sowie grundlegende Kompetenzen in
                                                      weiteren Sprachen, Mathematik und Naturwissenschaften, Sozial- und
                                                      Geisteswissenschaften, Musik, Kunst und Gestaltung, Bewegung und
                                                      Gesundheit.
                                                      Abs. 6: Die Volksschule berücksichtigt die Interessen und Bedürfnisse von
                                                      Kindern und Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf, mit besonderen
                                                      Begabungen und mit fremdsprachigem Hintergrund." (Schulgesetz Art. 2)

GRU

                                             Lehrplan 21  15.3.2016
Grundlagen | Lehrplan 21 | Bildungsziele                                                                                      17

Schule als Gestaltungs-, Lern- und Lebensraum

                                          Für die Kinder und Jugendlichen stellt die Schule einen prägenden Teil ihres
                                          Alltages dar. Hier machen sie vielfältige Lern- und Lebenserfahrungen, die auf
                                          ausserschulisch erworbenen Erfahrungen aufbauen. Das soziale Zusammenleben,
                                          die Gemeinschaft und der Unterricht werden von allen Beteiligten mitgestaltet. Die
                                          Schülerinnen und Schüler lernen, sich in der Schule ihrem Alter entsprechend
                                          einzubringen und auf Klassen- und Schulebene mitzuwirken. Die Schule als Ort des
                                          sozialen, partizipativen Lernens fördert die Beziehungsfähigkeit der Schülerinnen
                                          und Schüler, die Fähigkeit zur Zusammenarbeit und das Übernehmen von
                                          Verantwortung für die Gemeinschaft. Gegenseitige Wertschätzung, Lebensfreude
                                          und Musse stellen wichtige Werte dar.

                                          Die zentrale Aufgabe der Schule besteht darin, den Schülerinnen und Schülern
                                          kultur- und gegenstandsbezogene Erfahrungen zu ermöglichen und dabei
                                          grundlegende fachliche und überfachliche Kompetenzen zu vermitteln. Die
                                          Schülerinnen und Schüler werden beim Aufbau von persönlichen Interessen, dem
                                          Vertiefen von individuellen Begabungen und in der Entwicklung ihrer individuellen
                                          Persönlichkeit ermutigt, begleitet und unterstützt. Die sozial unterstützte
                                          Vermittlung von Kompetenzen knüpft am Entwicklungsstand der Schülerinnen und
                                          Schüler an. Es werden Lerngelegenheiten angeboten, die dem unterschiedlichen
                                          Lern- und Leistungsstand und der Heterogenität Rechnung tragen. Bei alledem wird
                                          die Leistungsbereitschaft gefordert und gefördert.

                                          Bei der Erfüllung ihrer Aufgaben sind die Schule und die Lehrpersonen auf die
                                          Unterstützung durch Eltern, Erziehungsberechtigte und Behörden angewiesen. Die
                                          Zusammenarbeit von Schule, Eltern und Erziehungsberechtigten ergibt sich aus der
                                          gemeinsamen Verantwortung für die Kinder und Jugendlichen. Sie verlangt von
                                          beiden Seiten Gesprächs- und Informationsbereitschaft und gegenseitige Achtung.

Fachbereiche

                                          Der Lehrplan 21 gliedert die schulische Grundbildung in sechs Fachbereiche. Diese
                                          sind gesellschaftlich bestimmt und orientieren sich an kulturellen und schulischen
                                          Traditionen und Normen. In den Fachbereichen ist festgelegt, welche
                                          fachspezifischen und überfachlichen Kompetenzen jede Schülerin, jeder Schüler im
                                          Laufe der Schullaufbahn erwirbt.

Sprachen                                  Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten umfassende mündliche und schriftliche
                                          Sprachkompetenzen. Sie werden befähigt, in unterschiedlichen Situationen
                                          angemessen und adressatengerecht zu kommunizieren. Sie setzen sich mit
                                          unterschiedlichen Sachtexten, literarischen Texten und vielfältigen
                                          Kulturerzeugnissen auseinander. Mit der Sprache erwerben die Schülerinnen und
                                          Schüler ein grundlegendes Instrument der Wissens- und Kulturaneignung, des
                                          Austauschs und der Reflexion in allen Fachbereichen.

                                          Die Schülerinnen und Schüler erwerben folglich umfassende Kompetenzen in der
                                          Schulsprache und grundlegende Kompetenzen in einer zweiten Landessprache und
                                          in mindestens einer weiteren Fremdsprache.

Mathematik                                Die Schülerinnen und Schüler lernen mathematische Problemstellungen zu
                                          bearbeiten und zu lösen. Dazu lernen sie Rechenverfahren und mathematische
                                          Konzepte kennen, verstehen und anwenden. Sie können gedanklich abstrahieren,
                                          Modelle bilden, Sachverhalte in Beziehung setzen. Auf diese Weise gewinnen sie
                                          Erkenntnisse und erwerben Werkzeuge, die sie zur Lösung von Aufgaben im
                                          Unterricht und im Alltag nutzen können.

Natur, Mensch, Gesellschaft               Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der Welt in ihren natürlichen,
                                          technischen, historischen, kulturellen, sozialen, ökonomischen, ethischen und
                                          religiösen Dimensionen mit ihren je eigenen Phänomenen und Prozessen

                                                                                                                              GRU

15.3.2016                                 Lehrplan 21
18 Grundlagen | Lehrplan 21 | Bildungsziele

                                             auseinander. Sie erweitern ihre Kenntnisse und Fähigkeiten, die es ihnen
                                             ermöglichen, sich in der Welt zu orientieren, diese immer besser zu verstehen, sie
                                             aktiv mitzugestalten und in ihr verantwortungsvoll zu handeln.

     Gestalten                               Die Schülerinnen und Schüler werden im Umgang mit vielfältigen Bildern und
                                             Produkten befähigt, die von Menschen ästhetisch und funktional gestaltete Umwelt
                                             wahrzunehmen und an ihr teil zu haben. Sie lernen, eigene Vorstellungen und Ideen
                                             gestaltend umzusetzen und gestalterische Vorhaben, Aufgaben und Prozesse zu
                                             realisieren. Sie erwerben ästhetische, bildnerische, gestalterische und technische
                                             Kompetenzen, die ihnen den Dialog und die persönliche Auseinandersetzung mit
                                             Kultur und Kunst ermöglichen.

     Musik                                   Die Schülerinnen und Schüler werden befähigt, auf musikalischer Ebene an der
                                             kulturellen und künstlerischen Auseinandersetzung in der Gesellschaft teil zu
                                             haben. Sie erwerben musikalische Kompetenzen, treten auf diese Weise in
                                             Kommunikation mit anderen Menschen und erfahren über das Erleben von Musik
                                             und über eigenes musikalisches Handeln das Eingebundensein in die Gemeinschaft.

     Bewegung und Sport                      Die Schülerinnen und Schüler vertiefen über vielfältige Bewegungserfahrungen die
                                             Sensibilität für ihren Körper und lernen, ihn differenziert wahrzunehmen. Sie
                                             verfeinern ihre motorischen Fertigkeiten, entwickeln sportliche Fähigkeiten und
                                             bauen ihre körperliche Leistungsfähigkeit aus. Herausfordernde Bewegungs-
                                             aufgaben und Erfolgserlebnisse unterstützen und fördern die natürliche kindliche
                                             Bewegungslust und Spielfreude. Die Schülerinnen und Schüler erleben und
                                             erfahren die Bedeutung von Bewegung für Wohlbefinden und Gesundheit.

     Module

     Medien und Informatik                   Die Schülerinnen und Schüler bauen grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten auf,
                                             die ihnen eine kompetente, sachgerechte Nutzung und den sozial verantwortlichen
                                             Umgang mit Medien und Informatik ermöglichen.

     Berufliche Orientierung                 Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit ihrer persönlichen und beruflichen
                                             Zukunft auseinander. Sie erarbeiten sich die Voraussetzungen für die Wahl und die
                                             Realisierung ihres Bildungs- und Berufszieles.

     Überfachliche Kompetenzen und Bildung für Nachhaltige Entwicklung

     Überfachliche Kompetenzen               Der Erwerb der fachlichen Kompetenzen in den Fachbereichen und Modulen geht
                                             einher mit der Ausbildung überfachlicher Kompetenzen. Die Schülerinnen und
                                             Schüler erwerben in allen Fachbereichen und Modulen sowie über die ganze
                                             Schulzeit hinweg personale, soziale und methodische Fähigkeiten, die für eine
                                             erfolgreiche Bewältigung unterschiedlicher Aufgaben in verschiedenen
                                             Lebensbereichen zentral sind. Sie lernen, über sich selbst nachzudenken, den
                                             Schulalltag und ihr Lernen zunehmend selbstständig zu bewältigen, an der eigenen
                                             Lernfähigkeit zu arbeiten, vorgegebene und eigene Ziele und Werte zu verfolgen und
                                             zu reflektieren. Sie erwerben soziale und kommunikative Fähigkeiten und lernen,
                                             mit anderen Kindern zusammenzuarbeiten, Konflikte zu lösen und mit Vielfalt
                                             umzugehen. Sie erwerben umfassende sprachliche Kompetenzen, lernen mit
                                             Informationen sachgerecht umzugehen und entwickeln Problemlösefähigkeiten.

     Bildung für Nachhaltige                 Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der Komplexität der Welt und deren
     Entwicklung                             ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen auseinander.
                                             Sie erfassen und verstehen Vernetzungen und Zusammenhänge und werden
                                             befähigt, sich an der nachhaltigen Gestaltung der Zukunft zu beteiligen.

GRU

                                             Lehrplan 21                15.3.2016
Grundlagen | Lehrplan 21 | Lern- und Unterrichtsverständnis                                                    19

Lern- und Unterrichtsverständnis

Einleitung

Bildungs-, Lern- und       Beschrieben Lehrpläne lange Zeit, welche Inhalte Lehrerinnen und Lehrer
Unterrichtsverständnis im  unterrichten sollen, beschreibt der Lehrplan 21, was Schülerinnen und Schüler am
Lehrplan 21                Ende von Unterrichtszyklen wissen und können sollen. Dies geschieht durch die
                           Formulierung fachlicher und überfachlicher Kompetenzen, welche die Schülerinnen
                           und Schüler in den Fachbereichen erwerben. Die dem Lehrplan zugrundeliegende
                           Kompetenzorientierung nimmt zentrale Aspekte eines aktuellen Bildungs- und
                           Lernverständnisses auf. Danach bedeutet schulische Bildung - insbesondere auf der
                           Volksschulstufe - die kontinuierliche, durch Lehrpersonen und Lehrmittel
                           unterstützte Aneignung von Wissen und Fähigkeiten. Damit bleibt auch für den
                           vorliegenden Lehrplan die kulturelle Dimension von Wissen und fachlicher Bildung
                           zentral. Wissen als Kompetenz wird in einem breiten Sinne verstanden: als direkt
                           nutzbares Verfügungswissen, als Reflexionswissen und als Orientierungswissen. Die
                           dem Lehrplan zugrunde liegende Idee der Kompetenzorientierung bedeutet keine
                           Abkehr von einer tief verstandenen fachlichen Wissens- und Kulturbildung, sondern
                           im Gegenteil deren Verstärkung und Festigung durch ein auf Verständnis,
                           Wissensnutzung und Können hin orientiertes Bildungsverständnis.

                           In diesem Kapitel wird die Bedeutung der Kompetenzorientierung im Hinblick auf
                           den Unterricht und das Lernverständnis aller Fachbereiche dargelegt. Weitere
                           Hinweise zum fachlich-fachdidaktischen Bildungs- und Unterrichtsverständnis
                           finden sich in den Fachbereichslehrplänen.

Orientierung an            In den vergangenen Jahren gewannen Bildungsstandards als Leitbegriff zur
Bildungsstandards          Verständigung über Lern- und Bildungsziele international an Bedeutung.
                           Bildungsstandards, die in der Schweiz für die Fachbereiche Deutsch,
                           Fremdsprachen, Mathematik und Naturwissenschaften entwickelt wurden,
                           konkretisieren den Bildungsauftrag der Schule. Sie beschreiben, welche
                           Grundkompetenzen von möglichst allen Schülerinnen und Schülern bis zum Ende
                           eines Zyklus erreicht werden sollen. Von Bildungsstandards wird erwartet, dass sie
                           zur Sicherung der Qualität im Bildungswesen beitragen. Als Orientierungsmarken
                           der schulischen Zielerreichung beschreiben sie wesentliche Ziele für das Lehren
                           und Lernen im Unterricht. Ob die erwarteten Lernergebnisse von den Schülerinnen
                           und Schülern erreicht werden, ist einerseits im Sinne einer individuellen
                           Standortbestimmung für die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrpersonen von
                           Interesse. Andererseits liegt die Überprüfung des Erreichens der Bildungsstandards
                           im Rahmen eines Bildungsmonitorings auf nationaler Systemebene im Interesse
                           einer Weiterentwicklung der kantonalen Bildungssysteme.

Lernziele und Kompetenzen  Mit der Ausrichtung an Kompetenzen geht der Lehrplan 21 über die Formulierung
                           von stoffinhaltlichen Vorgaben hinaus. Durch die Beschreibung von Lernzielen in
                           Form von Kompetenzen werden Kulturinhalte mit daran zu erwerbenden fachlichen
                           und überfachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten verbunden; Wissen und Können,
                           fachliche und personale, soziale und methodische Kompetenzen werden
                           miteinander verknüpft. In den Fokus rücken damit auch die für den
                           Kompetenzerwerb notwendigen Aneignungs-, Lern- und Problemlöseprozesse der
                           Schülerinnen und Schüler. Vor diesem Hintergrund kann die Kompetenzorientierung
                           als eine erweiterte Form der Bildungs- und Lernzielorientierung, die zu fachlichen
                           auch prozessorientierte Ziele und Strategien umfasst, betrachtet werden. Mit ihr
                           verschieben sich die Akzente der Betrachtungsweise von Unterricht und Lernen.
                           Diese Akzentverschiebung und deren Bedeutung für die Vermittlung und Aneignung
                           von Kompetenz und für die Unterrichtsgestaltung werden nachfolgend in ihren
                           Grundzügen skizziert.

                                                                                                               GRU

15.3.2016                                                    Lehrplan 21
20 Grundlagen | Lehrplan 21 | Lern- und Unterrichtsverständnis

     Orientierung an Kompetenzen

     Facetten von Kompetenzen     Mit der Orientierung an Kompetenzen wird der Blick darauf gerichtet, welches
                                  Wissen und welche Fähigkeiten und Fertigkeiten in welcher Qualität Schülerinnen
                                  und Schüler in den Fachbereichen erwerben sollen. Die Orientierung an
                                  Kompetenzen im Lehrplan 21 basiert u.a. auf den Ausführungen von Franz E.
                                  Weinert. Nach ihm umfassen Kompetenzen mehrere inhalts- und prozessbezogene
                                  Facetten: Fähigkeiten, Fertigkeiten und Wissen, aber auch Bereitschaften,
                                  Haltungen und Einstellungen. Mit letzteren sind neben kulturbezogenen Tugenden
                                  (wie respektvollem Verhalten, kritischem Reflektieren von Argumenten und
                                  Meinungen, Respekt gegenüber Mensch und Natur u.v.a.) vor allem Aspekte des
                                  selbstverantwortlichen Lernens, der Kooperation, der Motivation und der
                                  Leistungsbereitschaft angesprochen.

                                  Eine Schülerin oder ein Schüler ist beispielsweise in einem Fachbereich kompetent,
                                  wenn sie oder er

                                           auf vorhandenes Wissen zurückgreift oder sich das notwendige Wissen
                                           beschafft;
                                           zentrale fachliche Begriffe und Zusammenhänge versteht, sprachlich zum
                                           Ausdruck bringen und in Aufgabenstellungen nutzen kann;
                                           über fachbedeutsame (wahrnehmungs-, verständnis- oder urteilsbezogene,
                                           gestalterische, ästhetische, technische ...) Fähigkeiten und Fertigkeiten zum
                                           Lösen von Problemen und zur Bewältigung von Aufgaben verfügt;
                                           sein oder ihr sachbezogenes Tun zielorientiert plant, in der Durchführung
                                           angemessene Handlungsentscheidungen trifft, Selbstdisziplin und Ausdauer
                                           zeigt;
                                           Lerngelegenheiten aktiv und selbstmotiviert nutzt, dabei methodisch vorgeht
                                           und Lernstrategien einsetzt;
                                           fähig ist, ihre bzw. seine Kompetenzen auch in variablen Formen der
                                           Zusammenarbeit mit anderen einzusetzen.

     Fachliche und überfachliche  Die Facetten von Kompetenzen sind sowohl fachlicher als auch überfachlicher
     Kompetenzen                  Natur. Fachliche Kompetenzen beschreiben fachspezifisches Wissen und die damit
                                  verbundenen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Mit überfachlichen Kompetenzen ist
                                  jenes Wissen und Können gemeint, das über die Fachbereiche hinweg für das
                                  Lernen in und ausserhalb der Schule eine wichtige Rolle spielt. Dazu zählen
                                  personale, soziale und methodische Kompetenzen. An deren Entwicklung sind alle
                                  Fachbereiche beteiligt mit ihren je spezifischen Inhalten, fachlichen Zugängen,
                                  Vorgehensweisen und Perspektiven auf die Welt. Über die Auseinandersetzung mit
                                  variablen Lerngegenständen und Problemlösungen erwerben Schülerinnen und
                                  Schüler nicht nur fachbedeutsames Wissen, sondern sie machen auch
                                  Lernerfahrungen und erwerben Methoden- und Strategiewissen, das sich auf neue
                                  Lernzusammenhänge und Anforderungen übertragen lässt. Eine vertiefte
                                  Auseinandersetzung mit Fachinhalten bedeutet somit immer auch ein Lernen, das
                                  über den spezifischen Fachinhalt hinausgeht, so wie umgekehrt jedes
                                  anspruchsvolle fachspezifische Lernen auf überfachliche Kompetenzen der
                                  Lernenden angewiesen ist. Das Wechselspiel zwischen fachlichen und
                                  überfachlichen Kompetenzen funktioniert jedoch nur, wenn neben oder mit dem
                                  fachlichen Kompetenzaufbau auch die Förderung überfachlicher Kompetenzen
                                  einen festen und bedeutsamen Platz in der täglichen Unterrichtsarbeit erhält.

                                  Im Überblick kann das Verständnis der Orientierung an Kompetenzen und ihrer
                                  Wechselwirkung wie folgt dargestellt werden:

GRU

                                                                Lehrplan 21  15.3.2016
Grundlagen | Lehrplan 21 | Lern- und Unterrichtsverständnis                                                      21

                             Siehe auch Grundlagen, Kapitel Überfachliche Kompetenzen.

Kumulativer Kompetenzerwerb  Bedeutsame fachliche und überfachliche Kompetenzen lassen sich nicht kurzfristig
                             in einer einzelnen Unterrichtseinheit erwerben. Sie erfordern eine kontinuierliche
                             und längerfristige Bearbeitung im Sinne des kumulativen Lernens. Dies setzt eine
                             langfristige Planung und Beobachtung der Zielerreichung im Unterricht voraus.

                             In der aktiven, durch Lehrpersonen und Lehrmittel unterstützten
                             Auseinandersetzung mit Lerninhalten erwerben die Schülerinnen und Schüler
                             Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten auf unterschiedlichen Ebenen und
                             Qualitätsniveaus: Dies führt vom reinen Faktenwissen über das Verstehen,
                             Analysieren und Strukturieren von Informationen hin zum Lösen von Problemen und
                             zur Anwendung des erworbenen Wissens in neuen Zusammenhängen.

                             Erst wenn den Schülerinnen und Schülern zahlreiche ähnliche Lerngelegenheiten in
                             variablen Sachzusammenhängen, mit unterschiedlichem Komplexitätsgrad und
                             wechselnden Schwerpunkten angeboten werden, bauen sie beweglich nutzbares
                             Wissen und damit verbundene Kompetenzen auf. Wie Lehrpersonen die
                             Schülerinnen und Schüler bei ihrem langfristigen, kumulativen Wissens- und
                             Kompetenzerwerb durch Instruktion und Lernbegleitung unterstützen können, wird
                             im Folgenden beschrieben.

Kompetenzorientierter Unterricht, eine didaktische Herausforderung

                             Kompetenzorientiert unterrichten heisst, spezifische Inhalte und Gegenstände so
                             auszuwählen und als Lerngelegenheiten zu gestalten, dass erwünschte
                             Kompetenzen daran erworben oder gefestigt werden können. Die Lehrperson als
                             zentrale Akteurin stellt auf der Basis von Lehrplan und Lehrmitteln Überlegungen
                             an, welche Wissens- und Könnensziele sich anhand welcher Fachinhalte und
                             Themen im Unterricht auf welchem Niveau bearbeiten lassen. Darauf basierend
                             gestaltet sie Lernumgebungen und Unterrichtseinheiten, die geeignet sind, dass
                             Schülerinnen und Schüler daran die relevanten Kompetenzen erwerben können.
                             Dabei schenkt sie den Voraussetzungen in der Klasse oder der Lerngruppe hohe
                             Beachtung. Qualitativ gute Lehrmittel und Lernmedien, gehaltvolle und
                             fachdidaktisch durchdachte Aufgaben und Inhalte, variable Lehr- und
                             Lernmethoden einschliesslich Instruktion und Lernunterstützung sind die
                             Grundlage für die Planung und Durchführung eines solchen Unterrichts.

                             Kompetenzorientiert unterrichten heisst, über die Stoffvorgaben hinaus explizit an
                             die Wissensstrukturen und Fähigkeiten denken, die an einem Inhalt, einer Aufgabe
                             erschlossen oder sich daran aufbauen, festigen oder anwenden lassen.
                             Kompetenzorientierter Unterricht beginnt bei der Unterrichtsplanung und endet
                             idealerweise bei der Vergegenwärtigung, ob die angestrebten geistigen
                             Vorstellungen, Begriffe und Fähigkeiten auch tatsächlich durch die Schülerinnen
                             und Schüler erworben wurden.

                                                                                                                 GRU

15.3.2016                                                    Lehrplan 21
22 Grundlagen | Lehrplan 21 | Lern- und Unterrichtsverständnis

     Gestaltete Lernumgebungen und  Lernumgebungen und Unterrichtseinheiten bestehen aus einem strukturierten
     Unterrichtseinheiten           Angebot an fachbedeutsamen Themen, Aufgaben, Gegenständen, Methoden,
                                    Sozialformen, Lernhilfen und Unterstützungsangeboten in Abstimmung mit damit
     Fachbedeutsame, gehaltvolle    verbundenen Zielen oder daran zu erwerbenden Kompetenzen. Sie knüpfen ans
     Aufgaben                       Vorwissen der Schülerinnen und Schüler an. Sie sind inhaltlich und in der
                                    methodisch-didaktischen Umsetzung auf die Lernvoraussetzungen und den
     Methodenvielfalt und           Lernstand der Schülerinnen und Schüler abgestimmt. Die Lernenden erhalten
     Lernunterstützung              dadurch die Gelegenheit, entsprechend ihren Möglichkeiten vom Arrangement der
                                    Lernumgebung zu profitieren.

                                    Idealerweise bieten gestaltete Lernumgebungen mannigfaltige durch Lehrpersonen
                                    und Lehrmittel unterstützte Lerngelegenheiten, einzelne, meist jedoch verschiedene
                                    Facetten einer oder mehrerer Kompetenzen zu erwerben, zu festigen und in
                                    Anwendungssituationen zu nutzen. Durch ihre Ausrichtung auf die aktive
                                    Auseinandersetzung mit Gegenständen und Aufgaben, werden bei Schülerinnen und
                                    Schülern vielfältige rezeptive und gestalterische Arbeits- und Denkprozesse geübt
                                    und angeregt.

                                    Inhaltlich attraktive und methodisch durchdachte Aufgaben und Lernaufträge sind
                                    die zentralen fachdidaktischen Gestaltungselemente von Lernumgebungen und
                                    bilden damit das Rückgrat guten Unterrichts. Sie sind Quellen der Motivation und
                                    Ausgangspunkte für Schülerinnen und Schüler, sich auf fachliche Themen und
                                    Gegenstände einzulassen. Die Aufgaben werden auf die mit dem Unterricht
                                    verfolgten Zielsetzungen abgestimmt. Sie müssen die Gelegenheit bieten, fachliches
                                    und überfachliches Lernen zu verknüpfen und können zum Beispiel als Einstiegs-,
                                    Entdeckungs-, Durcharbeitungs-, Vertiefungs-, Systematisierungs-, Übungs- oder
                                    Transferaufgaben gestaltet sein.

                                    Gute kompetenzorientierte Aufgaben sind fachbedeutsame, gehaltvolle Aufgaben.
                                    Sie repräsentieren fachliche Kernideen und lenken den Blick auf jene Konzepte,
                                    Zusammenhänge, Prozesse, Fertigkeiten und Haltungen, welche den
                                    Bildungsgehalt von Fachbereichen auszeichnen und an denen sich die in den
                                    Fachbereichslehrplänen beschriebenen fachlichen und überfachlichen
                                    Kompetenzen erwerben lassen. Sie beinhalten herausfordernde aber nicht
                                    überfordernde Problemstellungen, welche zum Denken aktivieren und zum Handeln
                                    anregen. Sie sprechen schwächere und stärkere Lernende an und begünstigen
                                    individuelle Lern- und Bearbeitungswege auf unterschiedlichen Leistungsniveaus
                                    und mit unterschiedlich ausgeprägten Interessensgraden (enge, halboffene und
                                    offene Aufgabenstellungen). Sie wecken Neugier und Motivation (z.B. durch
                                    Alltagsnähe, Anschaulichkeit, Spielcharakter) und ermöglichen das Reflektieren der
                                    Lernenden über Sachzusammenhänge sowie über ihr eigenes Lernen und
                                    Problemlösen. Sie stossen situativ Kommunikations- und Kooperationsprozesse an
                                    und lassen Raum für das Lernen von- und miteinander.

                                    Vielfältige Unterrichtsmethoden in Verbindung mit angepassten Formen der Lern-
                                    unterstützung ermöglichen den Lehrpersonen, auf die heterogenen Voraussetzun-
                                    gen und Bedürfnisse der Lernenden und die Zusammensetzung der Klasse oder der
                                    Lerngruppe einzugehen. Sie variieren passend zu den Unterrichtszielen die Lehr-
                                    und Lernformen, die Inszenierungsmuster und den Unterrichtsverlauf.

                                    Variable Unterrichtsarrangements ermöglichen die Differenzierung von
                                    Lernprozessen über Sozial- und Interaktionsformen und über das damit
                                    ermöglichte Ausmass an Fremd- oder Selbststeuerung. Beispiele von
                                    Unterrichtsformen, denen bei guter Qualität der Aufgaben, der Instruktion und der
                                    begleitenden Unterstützung ein hohes Potenzial für zielerreichendes Lernen
                                    zuzuschreiben ist, sind frontaler Klassenunterricht, Planarbeit, Formen des
                                    kooperativen Lernens, entdeckendes, problem- und projektorientiertes Lernen, das
                                    Führen von Lerntagebüchern, der Einbezug von Spielelementen in
                                    Lernumgebungen, aber auch die Nutzung von fachdidaktischen Lernmedien und von
                                    ausserschulischen Lernorten.

GRU

                                                                Lehrplan 21  15.3.2016
Grundlagen | Lehrplan 21 | Lern- und Unterrichtsverständnis                                                          23

Didaktische Qualitätsmerkmale   In Verbindung mit einem variablen und differenzierenden Einsatz von Methoden und
                                Sozialformen tragen insbesondere die folgenden didaktischen Qualitätsmerkmale zu
Umgang mit Heterogenität        einem wirksamen kompetenzorientierten Unterricht bei:

Förderung der Sprachkompetenz            Fachliche und lebensweltliche Bedeutsamkeit der Unterrichtsinhalte und
als Aufgabe aller Fachbereiche           Lernaufgaben;
                                         Qualität von Lehrmitteln, Lern- und Wissensmedien;
                                         Unterstützung durch die Lehrpersonen;
                                         Transparenz von Zielen und Leistungserwartungen für die Lernenden im
                                         Unterricht;
                                         Klarheit, Verständlichkeit und Strukturierung der zu erlernenden Inhalte;
                                         Kognitive Aktivierung der Schülerinnen und Schüler;
                                         Festigung des Gelernten und intelligentes Üben;
                                         Effektives Klassenmanagement zur Schaffung einer störungsarmen
                                         Lernumgebung, in der die Lernzeit effizient genutzt werden kann;
                                         Positives Schul- und Klassenklima;
                                         Respektvolle, lernförderliche, Arbeitsatmosphäre mit einer entsprechenden
                                         Kommunikations-, Feedback- und Fehlerkultur;
                                         Dialogische Gesprächsführung;
                                         Diagnostische Fähigkeiten und personalisierte Unterstützung durch
                                         Lehrerinnen und Lehrer;
                                         Förderung von Selbststeuerung und von Lernstrategien.

                                Heterogenität wird hier als Beschreibung der Verschiedenheit und Vielfalt innerhalb
                                schulischer Lerngruppen insbesondere anhand von Alter, Geschlecht, Leistung,
                                Sprache und Herkunft verstanden. Sie als Faktum einer integrativen Volksschule zu
                                akzeptieren heisst, durch differenzierende Unterrichtsangebote individuelle
                                Lernwege zu ermöglichen und zielgerichtet zu begleiten. Es bedarf vielfältiger
                                Angebote und Differenzierungsmassnahmen, um den Unterschieden in heterogenen
                                Lerngruppen so gut wie möglich Rechnung zu tragen. Die Lehrpersonen passen den
                                Unterricht an die unterschiedlichen Voraussetzungen der Lernenden an mit dem
                                Ziel, möglichst allen Schülerinnen und Schülern Lernfortschritte zu ermöglichen.
                                Voraussetzungen sind dabei vielfach (leistungs-) differenzierende, dem
                                Entwicklungs- und Lernstand (von Schülern oder Schülergruppen) entsprechende
                                Aufgaben. Im Weiteren gehören dazu angepasste Formen der Instruktion sowie der
                                fachlichen und prozessorientierten Lernunterstützung. Flexibilität in der
                                Organisation von Lerngruppen und Unterrichtszeit, geeignete Lehrmaterialien mit
                                differenzierenden Aufgaben sowie eine im Rahmen von Schulkontexten und
                                Ressourcen mögliche Individualisierung der Lernunterstützung dienen dem
                                Unterricht in heterogenen Lerngruppen.

                                Die Förderung der Sprachkompetenz in allen Fachbereichen ist ein entscheidender
                                Schlüssel zum Schulerfolg. Sprache ist ein grundlegendes Instrument der Kultur-
                                und Wissensaneignung, des Austauschs und der Reflexion. Vorstellungen und
                                Begriffe von Gegenständen und Situationen entwickeln sich mit und in der Sprache.
                                Deshalb muss Fachunterricht immer ein Stück weit auch Sprachunterricht sein. Im
                                Fachunterricht lernen Schülerinnen und Schüler neue Begriffe, die sie als
                                Wissensbausteine erwerben und die gleichzeitig zur Erweiterung ihrer
                                Sprachkompetenz führen. Klares begriffliches Denken und ein klarer sprachlicher
                                Ausdruck gehören zusammen. Weil Schülerinnen und Schüler aufgrund ihrer
                                Herkunftssprache, ihres sprachlichen Umfelds oder ihrer unterschiedlichen
                                Interessen heterogene sprachliche Voraussetzungen mitbringen, ist eine gezielte
                                Förderung und Erweiterung des Wortschatzes und der sprachlichen
                                Ausdrucksfähigkeit über die Zyklen und Fachbereiche hinweg notwendig. In allen
                                Fachbereichen erhalten Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, über
                                Wahrnehmungen, Erfahrungen und Lerninhalte zu sprechen, zu lesen und zu
                                schreiben und ihre allgemeine und fachsprachliche Sprachkompetenz auszubauen.

                                Die gezielte Förderung sprachlicher Kompetenzen und Strategien dient insbeson-

                                                                                                                     GRU

15.3.2016                                                    Lehrplan 21
24 Grundlagen | Lehrplan 21 | Lern- und Unterrichtsverständnis

     Lehrerinnen und Lehrer         dere dem Verständnis von Sachtexten. Während in Deutsch die Grundlagen für das
                                    Verstehen von Texten gelegt werden, lernen Schülerinnen und Schüler
     Schülerinnen und Schüler       insbesondere in NMG, wie sie wichtige Informationen aus Sachtexten herauslesen
                                    und miteinander in Verbindung setzen können. Analog werden in jedem
     Zusammenarbeit mit den         Fachunterricht sprachliche Kompetenzen und Strategien geübt, angewendet und
     Eltern/Erziehungsberechtigten  erweitert.

     Beurteilung                    Auch in einem Unterricht, der sich am Erwerb von fachlichen und überfachlichen
                                    Kompetenzen orientiert, sind die Lehrpersonen absolut zentral. Sie gestalten zum
                                    einen fachlich gehaltvolle und methodisch vielfältige Lernumgebungen und Unter-
                                    richtseinheiten; zum anderen führen sie die Klasse und unterstützen die Schüler-
                                    innen und Schüler pädagogisch und fachdidaktisch in ihrem Lernen. Lehrerinnen
                                    und Lehrer stellen durch sensible Führung und möglichst individuell gerichtete
                                    Lernunterstützung sicher, dass möglichst alle Schülerinnen und Schüler ihren Vor-
                                    aussetzungen und Möglichkeiten entsprechend Kompetenzen aufbauen können.
                                    Dabei ist eine Beziehung zwischen Lehrperson und Kind, die auf persönlicher Zu-
                                    wendung, gegenseitigem Respekt und Vertrauen basiert, grundlegend. Als Voraus-
                                    setzung bringen Lehrerinnen und Lehrer neben einem vertieften Sachverständnis
                                    der zu erwerbenden Lerninhalte pädagogisch-didaktische Kompetenzen sowie
                                    diagnostische Fähigkeiten mit. Sie verfügen über die Bereitschaft zur Zusammen-
                                    arbeit in der Schule und übernehmen über den Klassenunterricht hinausreichende
                                    Aufgaben in der pädagogischen Gestaltung des Schullebens.

                                    Durch einen an fachlichen und überfachlichen Kompetenzen orientierten Unterricht
                                    wird bei Schülerinnen und Schülern die Fähigkeit gefördert, ihr Lernen
                                    selbstständig zu gestalten und dafür zunehmend Verantwortung zu übernehmen.
                                    Durch den Aufbau eines Repertoires von Lernstrategien und der Fähigkeit, ihr
                                    Lernen zu reflektieren, erfahren sich Schülerinnen und Schüler idealerweise als
                                    zunehmend kompetent und handlungsfähig (selbstwirksam) in einem kooperativ
                                    geprägten und positiv unterstützenden Lernrahmen. Dies bildet die Basis für eine
                                    interessierte und motivierte Unterrichtsbeteiligung. Allerdings wird das Angebot des
                                    Unterrichts von den Schülerinnen und Schülern oftmals sehr unterschiedlich
                                    genutzt. Prägend sind dabei die soziale Herkunft der Kinder, der
                                    Bildungshintergrund der Familien und das soziale Umfeld der Schule und der
                                    Gleichaltrigen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass die Schülerinnen und
                                    Schüler (wie auch ihre Eltern und Erziehungsberechtigten) die Ziele und
                                    Anforderungen, welche an sie gestellt werden, kennen. Als immer stärker für ihr
                                    Lernen selbst verantwortliche junge Menschen sollen sie wissen und verstehen,
                                    welche Kompetenzen am Ende einer Unterrichtsphase oder eines Lernzyklus von
                                    ihnen erwartet werden.

                                    Während die Erziehungsverantwortung im engeren Sinn bei den Eltern und
                                    Erziehungsberechtigten liegt, übernehmen Lehrerinnen und Lehrer die
                                    Verantwortung für die schulische Bildung. Aus der gemeinsamen Verantwortung
                                    ergibt sich die Notwendigkeit zur Zusammenarbeit. Die Lehrpersonen orientieren
                                    die Eltern und Erziehungsberechtigten über Ziele und Grundsätze ihrer
                                    Schulführung und ihres Unterrichts. Sie besprechen zu bestimmten Zeitpunkten mit
                                    den einzelnen Eltern und Erziehungsberechtigten die gegenseitigen Beobachtungen
                                    zur Entwicklung und zum Lernstand des Kindes. Bei besonderen Problemen wird
                                    gemeinsam nach Lösungen gesucht. Die Kinder werden in die Zusammenarbeit auf
                                    angemessene Weise einbezogen.

                                    Aus der Kompetenzorientierung ergeben sich nicht nur neue Akzente in der
                                    Betrachtung von Lernen und Unterricht, sondern auch mit Bezug auf die
                                    Rückmeldung und Beurteilung von Lernprozessen und Schülerleistungen. Zum
                                    kompetenzorientierten Unterricht gehört deshalb eine auf die Erreichung von

GRU

                                                                Lehrplan 21  15.3.2016
Grundlagen | Lehrplan 21 | Lern- und Unterrichtsverständnis  25

Formative Beurteilung      Kompetenzzielen bezogene Feedbackkultur. Konstruktive Rückmeldungen an die
(prozessbegleitend)        Lernenden sind ein zentrales Merkmal der Unterrichtsqualität und befördern das
                           Lernen und den Kompetenzerwerb. Gleichzeitig ist schulische Beurteilung die
Summative Beurteilung      Grundlage für die Qualifikation der Schülerinnen und Schüler und dient der
(prozessabschliessend,     Selektion. Entsprechend sorgfältig und verantwortungsbewusst muss sie erfolgen.
bilanzierend)
Prognostische Beurteilung  Die Schülerinnen und Schüler erhalten im Unterricht ermutigende und aufbauende
                           Rückmeldungen, die sie beim Kompetenzerwerb und in ihrem Lernprozess
15.3.2016                  unterstützen. Diese formativen Rückmeldungen sollen für die einzelnen Lernenden
                           informativ sein, Aspekte der Selbstbeurteilung und des Lernens in der Gruppe
                           aufnehmen und förderorientierte Hinweise zur Weiterarbeit enthalten. Auf diese
                           Weise wird den Schülerinnen und Schülern ihr individuelles und kooperatives
                           Lernverhalten transparent gemacht. Sie erhalten Informationen über ihr
                           erworbenes Wissen und Können, ihre Lernfortschritte und über noch bestehende
                           Lücken oder anzugehende Schwierigkeiten.
                           Um die Schülerinnen und Schüler individuell auf dem Weg zur Kompetenz
                           unterstützen zu können, braucht es seitens der Lehrpersonen zum einen fachliches
                           und fachdidaktisches Wissen und Können, zum anderen diagnostische Fähigkeiten.
                           Zur Beurteilung des Lernstands der Schülerinnen und Schüler gehört deshalb das
                           Wissen um die nächste Kompetenzstufe im Kompetenzaufbau und im Lernprozess.
                           Die Lehrperson nutzt auftretende Erfolge und Schwierigkeiten zu Anpassungen im
                           Unterricht und gestaltet ihr didaktisches Handeln entsprechend.
                           Zur formativen Beurteilung gehören die Einschätzung des Lernstands der einzelnen
                           Schülerin oder des einzelnen Schülers und die Beobachtung von Fortschritten und
                           Problemen in ihrem individuellen Lernprozess. Formative Beurteilung
                           berücksichtigt fachliche, personale, soziale und methodische Kompetenzen. Sie
                           stützt sich auf unterschiedliche Informationsquellen, beispielsweise
                           Prüfungsaufgaben und Lernkontrollen, Portfolios, beobachtbare Handlungen und
                           Verhaltensweisen. Formative Beurteilung wird mit der Selbstbeurteilung der
                           Lernenden in Beziehung gesetzt. Sie orientiert sich am Entwicklungs- und
                           Lernstand der Lernenden und setzt diesen in Bezug zu den Kompetenzstufen des
                           Lehrplans (individuelle und lehrplanorientierte Bezugsnorm). Eine so verstandene
                           formative Beurteilung, welche die Qualität von Prozessen und Lernstrategien
                           mitberücksichtigt, trägt zur Entwicklung einer realistischen, auf die eigenen
                           Entwicklungsmöglichkeiten ausgerichteten Selbsteinschätzung bei.

                           Summative Beurteilung richtet das Augenmerk auf den Leistungsstand der
                           Schülerin oder des Schülers nach Abschluss eines längeren Zeitraums (Lerneinheit,
                           Semester, Schuljahr und Zyklus) und zieht Bilanz über die erworbenen
                           Kompetenzen. Summative Beurteilung orientiert sich an den Zielsetzungen des
                           Lehrplans und des Unterrichts. Zusammen mit Elementen der formativen
                           Beurteilung sind die Ergebnisse der summativen Beurteilung Gegenstand von
                           Elterngesprächen und werden im Zeugnis ausgewiesen.
                           Die formalen Vorgaben zu Elterngesprächen, Beurteilungsverfahren und
                           Zeugnissen werden in den Weisungen zu Zeugnissen und Promotion geregelt und
                           sind nicht Teil des Lehrplans.

                           Prognostische Beurteilung ist für Laufbahnentscheide (Promotion, Selektion,
                           Berufs- und Schulwahl) von Bedeutung. Sie fragt, ob die Voraussetzungen für die
                           erfolgreiche Teilnahme an einem nächsten Abschnitt in der Bildungslaufbahn
                           gegeben sind. Sie stützt sich ab auf Ergebnisse der summativen Beurteilung und
                           bezieht im Sinne einer Gesamtbeurteilung Elemente der formativen Beurteilung,
                           überfachliche Kompetenzen sowie weitere Persönlichkeitsdimensionen mit ein.
                           Promotions- und Übertrittsverfahren werden im Gesetz für die Volksschulen des
                           Kantons Graubünden (Schulgesetz), in der Verordnung zum Schulgesetz
                           (Schulverordnung) und in den Weisungen zu Zeugnissen und Promotion geregelt
                           und sind nicht Teil des Lehrplans 21.

                                                                                                                                                                                 GRU
                                                      Lehrplan 21
26 Grundlagen | Lehrplan 21 | Überfachliche Kompetenzen

     Überfachliche Kompetenzen

     Einleitung

     Personale, soziale und           Überfachliche Kompetenzen sind für eine erfolgreiche Lebensbewältigung zentral.
     methodische Kompetenzen          Im Lehrplan 21 werden personale, soziale und methodische Kompetenzen
                                      unterschieden; sie sind auf den schulischen Kontext ausgerichtet. Die einzelnen
                                      personalen, sozialen und methodischen Kompetenzen lassen sich dabei kaum
                                      trennscharf voneinander abgrenzen, sondern überschneiden sich.

     Förderung in der Schule          Die Ausprägung der personalen und sozialen, etwas weniger der methodischen
                                      Kompetenzen, wird zu einem grossen Teil vom familiären und weiteren sozialen
     Kompetenzen der Schülerinnen     Umfeld der Kinder und Jugendlichen bestimmt. Im schulischen Kontext werden sie
     und Schüler                      weiter entwickelt und ausgebildet.
     Einarbeitung in den Lehrplan 21
                                      Zum einen werden überfachliche Kompetenzen im alltäglichen schulischen
                                      Zusammenleben gefördert und erweitert. Zum anderen bietet der Unterricht durch
                                      die vertiefte Auseinandersetzung mit Fachinhalten Gelegenheit, an überfachlichen
                                      Kompetenzen zu arbeiten. Je nach Aufgabe, Zielsetzung und Voraussetzungen der
                                      Lernenden sind unterschiedliche personale, soziale und methodische Kompetenzen
                                      hilfreich, um eine Aufgabe zu lösen. Es gehört zum verbindlichen Auftrag der
                                      Lehrpersonen, die fachlichen und überfachlichen Kompetenzen in allen drei Zyklen
                                      und in allen Fachbereichen aufzubauen und zu fördern. Die überfachlichen
                                      Kompetenzen tragen zur Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung bei. (Siehe auch
                                      Grundlagen, Kapitel Bildung für Nachhaltige Entwicklung.)

                                      Die Schülerinnen und Schüler arbeiten an den überfachlichen Kompetenzen
                                      während ihrer ganzen Schulzeit. Einige der unten beschriebenen Kompetenzen
                                      erreichen sie im Laufe der Schulzeit. Für andere wird in der Schule lediglich eine
                                      Basis gelegt. An ihnen muss über die Schulzeit hinaus gearbeitet werden.

                                      In den Fachbereichen und Modulen werden in der Bearbeitung der personalen,
                                      sozialen und methodischen Kompetenzen verschiedene Schwerpunkte gesetzt.
                                      Diese Schwerpunkte werden in den einleitenden Kapiteln des jeweiligen
                                      Fachbereichs- und Modullehrplans dargestellt. Sie werden in den
                                      Kompetenzaufbauten aufgegriffen und mit dem fachlichen Lernen verknüpft.

GRU

                                                         Lehrplan 21  15.3.2016
Grundlagen | Lehrplan 21 | Überfachliche Kompetenzen                                                                    27

Personale Kompetenzen (Selbstreflexion, Selbstständigkeit und
Eigenständigkeit)

Selbstreflexion:                 Die Schülerinnen und Schüler ...
Eigene Ressourcen kennen und
nutzen                                    können eigene Gefühle wahrnehmen und situationsangemessen ausdrücken.
                                          können ihre Interessen und Bedürfnisse wahrnehmen und formulieren.
                                          können Stärken und Schwächen ihres Lern- und Sozialverhaltens
                                          einschätzen.
                                          können auf ihre Stärken zurückgreifen und diese gezielt einsetzen.
                                          können Fehler analysieren und über alternative Lösungen nachdenken.
                                          können auf Lernwege zurückschauen, diese beschreiben und beurteilen.
                                          können eigene Einschätzungen und Beurteilungen mit solchen von aussen
                                          vergleichen und Schlüsse ziehen (Selbst- und Fremdeinschätzung).
                                          können aus Selbst- und Fremdeinschätzungen gewonnene Schlüsse
                                          umsetzen.

Selbstständigkeit:               Die Schülerinnen und Schüler ...
Schulalltag und Lernprozesse
zunehmend selbstständig                   können sich in neuen, ungewohnten Situationen zurechtfinden.
bewältigen, Ausdauer entwickeln           können Herausforderungen annehmen und konstruktiv damit umgehen.
                                          können sich Unterstützung und Hilfe holen, wenn sie diese benötigen.
                                          können einen geeigneten Arbeitsplatz einrichten, das eigene Lernen
                                          organisieren, die Zeit einteilen und bei Bedarf Pausen einschalten.
                                          können sich auf eine Aufgabe konzentrieren und ausdauernd und diszipliniert
                                          daran arbeiten.
                                          können eigenverantwortlich Hausaufgaben erledigen und sich auf
                                          Lernkontrollen vorbereiten.
                                          können übertragene Arbeiten sorgfältig, zuverlässig und pünktlich erledigen.
                                          können Strategien einsetzen, um eine Aufgabe auch bei Widerständen und
                                          Hindernissen zu Ende zu führen.

Eigenständigkeit:                Die Schülerinnen und Schüler ...
Eigene Ziele und Werte
reflektieren und verfolgen                können sich eigener Meinungen und Überzeugungen (z.B. zu
                                          Geschlechterrollen) bewusst werden und diese mitteilen.
                                          können eigene und andere Meinungen und Überzeugungen auf zugrunde
                                          liegende Argumente (Fakten, Interessen, Werte) hin befragen.
                                          können Argumente abwägen und einen eigenen Standpunkt einnehmen.
                                          können die Argumente zum eigenen Standpunkt verständlich und
                                          glaubwürdig vortragen.
                                          können aufgrund neuer Einsichten einen bisherigen Standpunkt ändern; sie
                                          können in Auseinandersetzungen nach Alternativen oder neuen Wegen
                                          suchen.
                                          können einen eigenen Standpunkt einnehmen und vertreten, auch wenn
                                          dieser im Gegensatz zu vorherrschenden Meinungen/Erwartungen steht.

                                                                                                                        GRU

15.3.2016                                             Lehrplan 21
28 Grundlagen | Lehrplan 21 | Überfachliche Kompetenzen

     Soziale Kompetenzen (Dialog- und Kooperationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit
     und Umgang mit Vielfalt)

     Dialog- und                     Die Schülerinnen und Schüler ...
     Kooperationsfähigkeit:
     Sich mit Menschen austauschen,           können sich aktiv und im Dialog an der Zusammenarbeit mit anderen
     zusammenarbeiten                         beteiligen.
                                              können aufmerksam zuhören und Meinungen und Standpunkte von andern
                                              wahrnehmen und einbeziehen.
                                              können in der Gruppe und in der Klasse oder in einem Schülerrat
                                              Abmachungen aushandeln und Regeln einhalten.
                                              können auf Meinungen und Standpunkte anderer achten und im Dialog
                                              darauf eingehen.
                                              können je nach Situation eigene Interessen zu Gunsten der Zielerreichung in
                                              der Gruppe zurückstellen oder durchsetzen.
                                              können Gruppenarbeiten planen.
                                              können verschiedene Formen der Gruppenarbeit anwenden.

     Konfliktfähigkeit:              Die Schülerinnen und Schüler ...
     Konflikte benennen,
     Lösungsvorschläge suchen,                können sachlich und zielorientiert kommunizieren, Gesprächsregeln
     Konflikte lösen                          anwenden und Konflikte direkt ansprechen.
                                              können sich in die Lage einer anderen Person versetzen und sich darüber
                                              klar werden, was diese Person denkt und fühlt.
                                              können Kritik angemessen, klar und anständig mitteilen und mit
                                              konstruktiven Vorschlägen verbinden.
                                              können Kritik annehmen und die eigene Position hinterfragen.
                                              können Formen und Verfahren konstruktiver Konfliktbearbeitung anwenden.
                                              können in einer Konfliktsituation einen Konsens suchen und diesen Konsens
                                              anerkennen.
                                              können Konfliktsituationen, die sich nicht lösen lassen, aushalten und nach
                                              neuen Konfliktlösungsmöglichkeiten suchen; wenn nötig holen sie bei
                                              Drittpersonen Unterstützung.
                                              können die von der Schule bereitgestellten Hilfen nutzen und Instrumente
                                              zur gewaltfreien Konfliktlösung akzeptieren.

     Umgang mit Vielfalt:            Die Schülerinnen und Schüler ...
     Vielfalt als Bereicherung
     erfahren, Gleichberechtigung             können Menschen in ihren Gemeinsamkeiten und Differenzen wahrnehmen
     mittragen                                und verstehen.
                                              können respektvoll mit Menschen umgehen, die unterschiedliche
                                              Lernvoraussetzungen mitbringen oder sich in Geschlecht, Hautfarbe,
                                              Sprache, sozialer Herkunft, Religion oder Lebensform unterscheiden.
                                              können die Wirkung von Sprache reflektieren und achten in Bezug auf Vielfalt
                                              auf einen wertschätzenden Sprachgebrauch.
                                              können einen herabwürdigenden Sprachgebrauch erkennen und nehmen
                                              einen solchen nicht passiv hin.

GRU

                                                         Lehrplan 21  15.3.2016
Grundlagen | Lehrplan 21 | Überfachliche Kompetenzen                                                                  29

Methodische Kompetenzen (Sprachfähigkeit, Informationen nutzen und
Aufgaben/Probleme lösen)

Sprachfähigkeit:                 Die Schülerinnen und Schüler ...
Ein breites Repertoire
sprachlicher Ausdrucksformen              können sprachliche Ausdrucksformen erkennen und ihre Bedeutung
entwickeln                                verstehen.
                                          können unterschiedliche Sachverhalte sprachlich ausdrücken und sich dabei
                                          anderen verständlich machen.
                                          können Fachausdrücke und Textsorten aus den verschiedenen
                                          Fachbereichen verstehen und anwenden.

Informationen nutzen:            Die Schülerinnen und Schüler ...
Informationen suchen, bewerten,
aufbereiten und präsentieren              können Informationen aus Beobachtungen und Experimenten, aus dem
                                          Internet, aus Büchern und Zeitungen, aus Texten, Tabellen und Statistiken,
                                          aus Grafiken und Bildern, aus Befragungen und Interviews suchen, sammeln
                                          und zusammenstellen.
                                          können die gesammelten Informationen strukturieren und zusammenfassen
                                          und dabei Wesentliches von Nebensächlichem unterscheiden.
                                          können Informationen vergleichen und Zusammenhänge herstellen
                                          (vernetztes Denken).
                                          können die Qualität und Bedeutung der gesammelten und strukturierten
                                          Informationen abschätzen und beurteilen.
                                          können die Ergebnisse in unterschiedlichen Darstellungsformen wie
                                          Mindmap, Bericht, Plakat oder Referat aufbereiten und anderen
                                          näherbringen.

Aufgaben/Probleme lösen:         Die Schülerinnen und Schüler ...
Lernstrategien erwerben, Lern-
und Arbeitsprozesse planen,               kennen allgemeine und fachspezifische Lernstrategien und können sie
durchführen und reflektieren              nutzen.
                                          können die Aufgaben- und Problemstellung sichten und verstehen und
                                          fragen bei Bedarf nach.
                                          können einschätzen, wie schwer oder leicht ihnen die
                                          Aufgaben/Problemlösungen fallen werden.
                                          können bekannte Muster hinter der Aufgabe/dem Problem erkennen und
                                          daraus einen Lösungsweg ableiten.
                                          können neue Herausforderungen erkennen und kreative Lösungen
                                          entwerfen.
                                          können Ziele für die Aufgaben und Problemlösungen setzen und
                                          Umsetzungsschritte planen.
                                          können Lern- und Arbeitsprozesse durchführen, dokumentieren und
                                          reflektieren.

                                                                                                                      GRU

15.3.2016                                             Lehrplan 21
30 Grundlagen | Lehrplan 21 | Bildung für Nachhaltige Entwicklung

     Bildung für Nachhaltige Entwicklung

     Leitidee Nachhaltige Entwicklung

     Nachhaltige Entwicklung  Nachhaltige Entwicklung ist eine Leitidee für die Entwicklung der Gesellschaft. Sie
                              beinhaltet die Zielvorstellung, dass für die Befriedigung der materiellen und
                              immateriellen Grundbedürfnisse aller Menschen heute und in Zukunft eine
                              solidarische Gesellschaft und wirtschaftliches Wohlergehen notwendig sind. Zur
                              Umsetzung dieser Idee bedarf es vielfältiger politischer, ökonomischer,
                              ökologischer, sozialer und kultureller Entwicklungen. Gerechtigkeit, politische
                              Teilhabe und die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen sind wesentliche
                              Bedingungen einer Nachhaltigen Entwicklung. Diese kann nicht für ein Land allein
                              gedacht werden, sondern muss immer auch in einem globalen Zusammenhang
                              gesehen werden. Wie eine Nachhaltige Entwicklung gefördert werden kann, hängt
                              von den jeweiligen ökonomischen, ökologischen, sozialen und kulturellen
                              Verhältnissen in einem Land ab und muss gesellschaftlich ausgehandelt werden.
                              Nachhaltige Entwicklung kann nur gelingen, wenn sich Frauen und Männer, Junge
                              und Alte an den Entscheidungsprozessen und an der Umsetzung der
                              Entscheidungen beteiligen können.

                              Nachhaltige Entwicklung wird oft mit drei Kreisen für die Zieldimensionen Umwelt,
                              Wirtschaft und Gesellschaft dargestellt, ergänzt mit den beiden Achsen Zeit
                              (Vergangenheit Gegenwart Zukunft) und Raum (lokal global). Damit kommt zum
                              Ausdruck, dass

                                       politische, ökonomische, ökologische, soziale und kulturelle Prozesse
                                       vernetzt sind;
                                       das heutige Handeln Auswirkungen auf die Zukunft hat;
                                       Wechselwirkungen bestehen zwischen lokalem und globalem Handeln.

GRU

                                                                   Lehrplan 21  15.3.2016
Grundlagen | Lehrplan 21 | Bildung für Nachhaltige Entwicklung                                                                       31

                         Die Förderung einer Nachhaltigen Entwicklung ist in der Schweizerischen
                         Bundesverfassung als Auftrag staatlichen Handelns festgeschrieben.1

                         1,,Sie (die Schweizerische Eidgenossenschaft) fördert die gemeinsame Wohlfahrt, die nachhaltige
                         Entwicklung, den inneren Zusammenhalt und die kulturelle Vielfalt des Landes." (BV, Art. 2 Zweck, Abs. 2).

Bildung für Nachhaltige  Bildung im Sinne der formulierten Bildungsziele (siehe auch Grundlagen, Kapitel
Entwicklung (BNE)        Bildungsziele) spielt in der Umsetzung der Idee einer Nachhaltigen Entwicklung eine
                         wesentliche Rolle. Lesen und Schreiben zu können, sich informieren zu können,
                         eine Meinung zu haben und diese im Gespräch einbringen zu können sind
                         notwendige Voraussetzungen, dass sich die Schülerinnen und Schüler an einer
                         Nachhaltigen Entwicklung beteiligen und diese mitgestalten können.

                         Bildung soll den Menschen helfen, den eigenen Platz in der Welt zu reflektieren und
                         darüber nachzudenken, was eine Nachhaltige Entwicklung für die eigene
                         Lebensgestaltung und das Leben in der Gesellschaft bedeutet. Es geht darum,
                         Wissen und Können aufzubauen, das die Menschen befähigt, Zusammenhänge zu
                         verstehen, sich als eigenständige Personen in der Welt zurechtzufinden,
                         Verantwortung zu übernehmen und sich aktiv an gesellschaftlichen Aushandlungs-
                         und Gestaltungsprozessen für eine ökologisch, sozial und wirtschaftlich Nachhaltige
                         Entwicklung zu beteiligen.

                         Die Kompetenzen der Fachbereichs- und Modullehrpläne sowie die überfachlichen
                         Kompetenzen tragen zur Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung bei.

Fächerübergreifende Themen unter der Leitidee Nachhaltiger Entwicklung

                         Im Lehrplan 21 wurden die folgenden sieben fächerübergreifenden Themen unter
                         der Leitidee Nachhaltiger Entwicklung aufgenommen:

                                  Politik, Demokratie und Menschenrechte,
                                  Natürliche Umwelt und Ressourcen,
                                  Geschlechter und Gleichstellung,
                                  Gesundheit,
                                  Globale Entwicklung und Frieden,
                                  Kulturelle Identitäten und interkulturelle Verständigung,
                                  Wirtschaft und Konsum.

                         Die Auswahl basiert einerseits auf bestehenden Konzepten wie der
                         Gesundheitsbildung, dem globalen Lernen, der interkulturellen Pädagogik, der
                         geschlechtergerechten Pädagogik, der politischen Bildung und der Umweltbildung.
                         Anderseits folgt sie den Schlüsselthemen der UNO-Dekade Bildung für Nachhaltige
                         Entwicklung 2005-2014, den Herausforderungen und Massnahmen der Strategie
                         Nachhaltige Entwicklung des schweizerischen Bundesrates (2002, erneuert 2008)
                         sowie der bisherigen Einbindung einiger dieser fächerübergreifenden Themen in die
                         kantonalen Lehrpläne. Neu ist die Orientierung dieser Ansätze und Themen an der
                         Leitidee Nachhaltiger Entwicklung.

                         Die verschiedenen Aspekte der sieben fächerübergreifenden Themen wurden in die
                         Fachbereichslehrpläne eingearbeitet, insbesondere beim Fachbereich Natur,
                         Mensch, Gesellschaft. Folgend werden die sieben fächerübergreifenden Themen
                         basierend auf den Kompetenzen der Fachbereichslehrpläne beschrieben. Der
                         Aufbau des Wissens und Könnens in diesen Themen reicht über die Volksschulzeit
                         hinaus. Die Schule leistet hier einen grundlegenden Beitrag.

Politik, Demokratie und  Demokratie und Menschenrechte sind Grundwerte unserer Gesellschaft und bilden
Menschenrechte           zusammen mit der Rechtsstaatlichkeit die Leitlinien für die Politik. Die Schülerinnen
                         und Schüler befassen sich mit unterschiedlichen Gesellschaftsformen, Traditionen
                         und Weltsichten, diskutieren deren Entstehung und Wandel und lernen historische,
                         gesellschaftliche und politische Zusammenhänge verstehen. Sie setzen sich mit
                         politischen Prozessen auseinander, lernen diese zu erkennen, verstehen
                         Grundelemente der Demokratie und kennen grundlegende Funktionen öffentlicher

                                                                                                                                     GRU

15.3.2016                                                       Lehrplan 21
32 Grundlagen | Lehrplan 21 | Bildung für Nachhaltige Entwicklung

                                      Institutionen. Sie befassen sich mit den Menschenrechten, kennen deren
                                      Entwicklung und Bedeutung und sind in der Lage, Benachteiligung und
                                      Diskriminierungen zu erkennen. Die Schülerinnen und Schüler engagieren sich in
                                      der schulischen Gemeinschaft und gestalten diese mit. Sie lernen, sich eine eigene
                                      Meinung zu bilden, eigene Anliegen einzubringen und diese begründet zu vertreten.
                                      Sie befassen sich mit dem Verhältnis von Macht und Recht, diskutieren
                                      grundlegende Werte und Normen und setzen sich mit Konflikten, deren
                                      Hintergründe sowie möglichen Lösungen auseinander.

                                      Beispiele für Bezüge zu den Fachbereichslehrplänen:

                                      D                            D.3.C.1

                                      ERG                          ERG.2.1.b    ERG.2.2.d  ERG.3.2    ERG.4.4    ERG.5.6
                                                                                                      RZG.6.2.c  RZG.6.3.a
                                      MU                           MU.2.B.1.i

                                      NMG                          NMG.10.1     NMG.10.4   NMG.10.5

                                      RZG                          RZG.2.3.d    RZG.3.3    RZG.5.1.b

                                                                   RZG.8.1      RZG.8.2

     Natürliche Umwelt und            Im Zentrum dieses Themas stehen die natürliche Umwelt in ihrer Komplexität und
     Ressourcen                       Vielfalt sowie die Auseinandersetzung mit ihrer Bedeutung als Lebensgrundlage für
                                      den Menschen. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich Kenntnisse über Tiere
     Geschlechter und Gleichstellung  und Pflanzen in ihren Lebensräumen, erkunden verschiedene Ökosysteme und
                                      erkennen Wechselwirkungen. Sie erfahren, dass Natur und Umwelt vom Menschen
                                      genutzt, gestaltet und verändert werden. Dabei befassen sie sich mit damit
                                      verbundenen Zielen, Einflüssen und möglichen Auswirkungen. Die Schülerinnen und
                                      Schüler setzen sich mit der Bedeutung von natürlichen Ressourcen und deren
                                      Begrenztheit auseinander. Sie befassen sich mit technischen und
                                      naturwissenschaftlichen Entwicklungen und denken über deren Einfluss auf Mensch
                                      und Umwelt nach. Die Schülerinnen und Schüler erhalten Gelegenheit, die Natur
                                      ganzheitlich zu erfahren und sich mit konkreten Umweltproblemstellungen aus
                                      ihrem Erfahrungsfeld auseinanderzusetzen. Anhand von lokalen und globalen
                                      Umweltfragen untersuchen sie Zielkonflikte und erkennen sowohl individuelle als
                                      auch gesellschaftliche Handlungsmöglichkeiten. Die Schülerinnen und Schüler
                                      werden befähigt, eigene Verhaltensweisen bezüglich eines nachhaltigen Umganges
                                      mit der natürlichen Umwelt und ihren Ressourcen sowie im Hinblick auf eine
                                      tragbare Zukunft zu reflektieren.

                                      Beispiele für Bezüge zu den Fachbereichslehrplänen:

                                      BS                           BS.5.1.3h

                                      ERG                          ERG.4.5

                                      NMG                          NMG.2.1      NMG.2.2    NMG.2.5.e  NMG.2.6    NMG.3.2.b
                                                                   NMG.5.3.c    NMG.5.3.f  NMG.6.3.c  NMG.8.2    NMG.8.3
                                                                                                      NT.9.2     NT.9.3
                                      NT                           NT.1.3       NT.3.3     NT.9.1.c   RZG.2.4    RZG.2.5

                                      RZG                          RZG.1.2.d    RZG.1.3.c  RZG.1.4

                                                                   RZG.3.1      RZG.3.3.b

                                      TTG                          TTG.3.B.1    TTG.3.B.2

                                      WAH                          WAH.3.2

                                      Das Thema leistet einen Beitrag zur Umsetzung der rechtlichen und tatsächlichen
                                      Gleichstellung der Geschlechter in Familie, Ausbildung und Arbeit. Es befasst sich
                                      mit Wahrnehmung und Umgang mit Geschlecht und Rollen in der Gesellschaft und
                                      thematisiert die Auseinandersetzung mit Gestaltungsmöglichkeiten und
                                      Lebenschancen aufgrund des Geschlechts. Die Schülerinnen und Schüler setzen
                                      sich dabei mit Geschlechterrollen, Stereotypen, Vorurteilen und Klischees im Alltag
                                      und in der Arbeitswelt auseinander. Sie reflektieren die Bedeutung von Geschlecht
                                      und Rollen sowohl in Bezug auf Bildung und Beruf als auch hinsichtlich Beziehung,
                                      Sexualität und Familienarbeit. Sie erfassen kulturelle Eigenheiten und Unterschiede
                                      und denken über ihre eigenen Bilder und Vorstellungen nach. Die Schülerinnen und
                                      Schüler befassen sich mit Darstellungen von Männer- und Frauenrollen in den
                                      Medien und untersuchen die Verwendung der Sprache in Geschlechterfragen und in
                                      der Kommunikation. Sie setzen sich mit Faktoren und Situationen auseinander, die

GRU

                                                                   Lehrplan 21                                   15.3.2016
Grundlagen | Lehrplan 21 | Bildung für Nachhaltige Entwicklung                                                              33

                                 Diskriminierungen und Übergriffe begünstigen, und wissen, wie sie sich dagegen
                                 wehren können.

                                 Beispiele für Bezüge zu den Fachbereichslehrplänen:

                                 D                              D.5.B.1

                                 ERG                            ERG.5.2      ERG.5.3

                                 NMG                            NMG.1.6      NMG.11.1.d   NMG.6.1.d

                                 NT                             NT.7.3

Gesundheit                       Gesundheit umfasst das physische, psychische und soziale Wohlbefinden des Men-
                                 schen. Die Schülerinnen und Schüler lernen zunehmend, Mitverantwortung für ihr
Globale Entwicklung und Frieden  Wohlbefinden und ihre Gesundheit zu übernehmen. Dafür erwerben sie Wissen über
Kulturelle Identitäten und       den menschlichen Körper, dessen Funktionsweise und über verschiedenste Fakto-
interkulturelle Verständigung    ren, die Wohlbefinden und Gesundheit beeinflussen. Dazu gehören Bereiche wie
                                 Ernährung, Bewegung, psychische Gesundheit, soziale Netze, Sexualität, Partner-
                                 schaft, Sucht und Gewalt. Die Schülerinnen und Schüler befassen sich mit Krank-
                                 heit, gesundheitlichen Risiken und Unfällen und erkennen vielfältige Einflüsse auf
                                 die Gesundheit. Sie diskutieren und erproben Handlungsmöglichkeiten und Ge-
                                 wohnheiten, die Gesundheit und Wohlbefinden erhalten und fördern. Dazu gehören
                                 die Nutzung von Ressourcen im sozialen Netz, Kenntnisse über gesundes Ess- und
                                 Bewegungsverhalten, Hygiene, sicheres Bewegen im Verkehr, die Einschätzung von
                                 Gefahren in Bezug auf Naturereignisse und bei der Freizeitgestaltung ebenso wie
                                 sachgerechte Handhabung von Maschinen und Materialien.

                                 Beispiele für Bezüge zu den Fachbereichslehrplänen:

                                 BS                             BS.1.A.1     BS.2.A.1     BS.4.C.1    BS.5.1     BS.6.C.1

                                 ERG                            ERG.1.1      ERG.5.1                  NMG.3.3.b  NMG.4.2.b
                                                                                                      NMG.8.5.b  NMG.8.5.g
                                 MU                             MU.2.C.1.2a  MU.2.C.1.2b              NT.7.4

                                 NMG                            NMG.1.2.f    NMG.1.2      NMG.1.3
                                                                NMG.4.2.e    NMG.4.4.2b   NMG.4.4.2e

                                 NT                             NT.1.3.a     NT.6.2.b     NT.7.2.c

                                 TTG                            TTG.2.B.1.5a TTG.2.E.1    TTG.3.B.4

                                 WAH                            WAH.4.1

                                 Innerhalb der Thematik globale Entwicklung und Frieden werden Fragen über
                                 weltweite Zusammenhänge, Interessenslagen, Konflikte und Potentiale erörtert. Es
                                 werden gesellschaftliche Herausforderungen wie Frieden, Wohlstand und
                                 Gerechtigkeit thematisiert sowie Informationen und Positionen dazu bezüglich
                                 Interessen und Wahrheitsgehalt hinterfragt. Die Schülerinnen und Schüler setzen
                                 sich mit Lebensweisen und Lebensräumen sowie Bevölkerungsstrukturen und
                                 -bewegungen in verschiedenen Weltregionen auseinander und sind in der Lage,
                                 Zusammenhänge und Abhängigkeiten zu erkennen. Sie untersuchen Unterschiede
                                 in den Lebensbedingungen und Lebensweisen von Menschen, denken über
                                 Weltsichten und Weltdeutungen nach und befassen sich mit daraus entstehenden
                                 Dynamiken wie wirtschaftlichen und politischen Interessenskonflikten, Armut,
                                 Migrationsbewegungen und kriegerischen Auseinandersetzungen.

                                 Beispiele für Bezüge zu den Fachbereichslehrplänen:

                                 ERG                            ERG.1.2.d    ERG.4.5      ERG.5.6

                                 NMG                            NMG.7.4

                                 RZG                            RZG.2.1      RZG.2.2      RZG.6.3.b   RZG.6.3.c

                                 Das Thema kulturelle Identitäten und interkulturelle Verständigung thematisiert
                                 kulturelle Selbstverständnisse sowie Gemeinsamkeiten und Differenzen. Die
                                 Schülerinnen und Schüler begegnen Menschen und Erzeugnissen aus
                                 unterschiedlichen Kulturen und befassen sich mit typischen Merkmalen im
                                 Lebensalltag. Sie setzen sich mit Literatur, Musik und bildender Kunst aus
                                 unterschiedlichen Zeiten und Kulturen auseinander und erkennen Besonderheiten,
                                 Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Die Schülerinnen und Schüler vergleichen
                                 Lebensweisen von Menschen verschiedener Kulturen und erkennen Sprache als

                                                                                                                            GRU

15.3.2016                                                       Lehrplan 21
34 Grundlagen | Lehrplan 21 | Bildung für Nachhaltige Entwicklung

                            wichtigen Teil von Kultur und Identität. Sie beleuchten soziale Situationen aus
                            verschiedenen Perspektiven, setzen sich mit eigenen Vorstellungen auseinander
                            und lernen den respektvollen Umgang mit unterschiedlichen Lebensweisen,
                            Traditionen und Weltsichten. Sie erwerben Wissen über die kulturelle Vielfalt der
                            Schweiz und deren Wandel über die Zeit.

                            Beispiele für Bezüge zu den Fachbereichslehrplänen:

                            BG                                     BG.3.A.1

                            D                                      D.5.B.1      D.6.B.1

                            ERG                                    ERG.2.1      ERG.3.1      ERG.4.1    ERG.4.2  ERG.4.3
                                                                                                        NMG.7.2  NMG.7.4
                                                                   ERG.4.4      ERG.5.5

                            FS1GR                                  FS1GR.6.B.1  FS1GR.6.C.1

                            FS2GR                                  FS2GR.6.B.1  FS2GR.6.C.1

                            MU                                     MU.1.C.1.f   MU.2.B.1

                            NMG                                    NMG.11.1.d   NMG.12.5     NMG.7.1

                            RZG                                    RZG.5.3.c    RZG.6.1.a    RZG.7.1.c

     Wirtschaft und Konsum  Wirtschaft und Konsum sind eng miteinander verzahnt. Ausgehend von Erfahrungen
                            der Schülerinnen und Schüler werden verschiedenste Aspekte von Wirtschaft und
                            Konsum, sowie deren Wechselwirkungen thematisiert.

                            Die Schülerinnen und Schüler erkunden Produktions- und Arbeitswelten und lernen
                            wirtschaftliche Regeln und Prozesse kennen. Sie erwerben Kenntnisse über
                            Herkunft, Produktion und Verbrauch von Gütern sowie über die Bereitstellung von
                            Dienstleistungen. Sie analysieren deren Bedeutung für Wirtschaft, Umwelt und
                            Gesellschaft. Sie befassen sich mit naturwissenschaftlich-technischen
                            Anwendungen in Arbeitswelt und Privatleben und denken über deren Nutzen und
                            Bedeutung nach. Anhand dieser Themen diskutieren sie Fragestellungen zur
                            Globalisierung und reflektieren deren Einfluss auf Arbeits- und Lebenssituationen.
                            Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit Konsum und Konsumgestaltung
                            sowie möglichen Einflussfaktoren auseinander. Sie können Konsumentscheide
                            begründen und reflektieren ihr Konsumverhalten im Hinblick auf einen nachhaltigen
                            Umgang mit Ressourcen. Die Schülerinnen und Schüler befassen sich mit dem
                            Thema Ernährung sowohl in Bezug auf gesundheitliche, ökologische und
                            ökonomische Aspekte im Lebensalltag wie auch als globale Herausforderung.

                            Beispiele für Bezüge zu den Fachbereichslehrplänen:

                            NMG                                    NMG.6.1      NMG.6.2      NMG.6.4.f  NMG.6.5
                                                                                                        RZG.5.2
                            NT                                     NT.1.3.a     NT.1.3.b     NT.1.3.c   WAH.3.3

                            RZG                                    RZG.1.4.e    RZG.2.5      RZG.3.2

                            TTG                                    TTG.3.B.3

                            WAH                                    WAH.1.3      WAH.2.1      WAH.3.1             WAH.4.3
                                                                   WAH.4.5

GRU

                                                                   Lehrplan 21                                   15.3.2016
Grundlagen | Lehrplan 21 | Bildung für Nachhaltige Entwicklung                                         35

Umsetzung im Unterricht

Didaktische Prinzipien   Um den Unterricht bezogen auf die Leitidee einer Nachhaltigen Entwicklung zu
                         planen und durchzuführen, empfiehlt sich die Orientierung an den folgenden
                         didaktischen Prinzipien: Zukunftsorientierung, vernetzendes Lernen und
                         Partizipation. In der folgenden Tabelle werden sie erläutert:

Fächerübergreifende      Wie viele alltagsbezogene und komplexe Problemstellungen sind die Themen der
Herangehensweise         Nachhaltigen Entwicklung in den seltensten Fällen einem einzelnen Fachbereich
                         zuzuordnen. Die meisten Themen weisen eine politische, ökonomische, ökologische,
15.3.2016                soziale und kulturelle Dimension auf, haben eine Geschichte und verweisen auf die
                         Zukunft, sowohl im lokalen als auch im globalen Kontext. Um die Komplexität der
                         Welt mit ihren Vernetzungen und Zusammenhängen zu erfassen und zu verstehen,
                         ist es notwendig, verschiedene fachliche und überfachliche Kompetenzen
                         aufzubauen und zu entwickeln.
                         Formen fächerübergreifenden Unterrichts sind geeignet, die Vielschichtigkeit eines
                         komplexen Themas sichtbar, Zusammenhänge und Wechselwirkungen fassbar und
                         verständlich zu machen. Die verschiedenen Perspektiven der Fachbereiche in Bezug
                         auf ein Thema können zeigen, dass fachliche Sichtweisen oft nur einen Teil der
                         Wirklichkeit abbilden. Die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass nicht nur eine
                         Sichtweise richtig oder adäquat ist. Dabei lernen sie die Grenzen von Sichtweisen
                         wahrzunehmen und konstruktiv damit umzugehen (z.B. bei Fragestellungen zu
                         Konsum, Menschenrechten oder Energie).
                         In der Unterrichtsvorbereitung werden aus den verschiedenen Aspekten eines
                         Themas diejenigen ausgewählt und aufbereitet, die nach fachlichen und
                         pragmatischen Kriterien für das Verständnis eines Gegenstandes und die
                         Bewältigung der Problemstellung relevant sind. Die Inhalte verschiedener
                         Fachbereiche dienen als Bausteine.
                         Zyklusabhängig und je nach Organisationsform sind Absprachen zwischen
                         verschiedenen Lehrpersonen nötig. Besonders geeignete Gefässe sind
                         Jahresthemen, Themenwochen oder -tage, Epochenunterricht, Projektarbeiten,
                         Werkstattunterricht, Lernlandschaften usw. Fächerübergreifendes Lernen kann
                         aber auch in jeder anderen Unterrichtsform stattfinden.

                                                                                                                                                                               GRU
                                                    Lehrplan 21
36 Grundlagen | Lehrplan 21 | Bildung für Nachhaltige Entwicklung

     Kriterien der Themenauswahl  Für die Auswahl der Unterrichtsthemen ist es sinnvoll, von einer gesellschaftlichen
     Querverweis BNE              Fragestellung, einer Aktualität oder einer Alltagserfahrung der Schülerinnen und
                                  Schüler auszugehen und sich an folgenden Kriterien zu orientieren:

                                           Kann eine Beziehung zwischen lokalen und globalen Gegebenheiten und
                                           Prozessen aufgezeigt werden?
                                           Kann eine Reflexion über zukünftige Entwicklungen stattfinden?
                                           Können Auswirkungen der Vergangenheit und Gegenwart auf zukünftige
                                           Generationen thematisiert werden?
                                           Kann am Thema die politische, ökologische, ökonomische, soziale und
                                           kulturelle Dimension aufgezeigt werden?
                                           Kann eine kritische Auseinandersetzung mit Werthaltungen stattfinden?
                                           Können die konkurrierenden und übereinstimmenden Interessen von
                                           einzelnen Akteuren aufgezeigt werden?
                                           Kann Ungleichheit und Macht thematisiert werden?

                                  Mit dem Querverweis BNE werden Kompetenzen und Kompetenzstufen in den
                                  Fachbereichslehrplänen markiert, die sich besonders für einen Unterricht unter der
                                  Leitidee Nachhaltiger Entwicklung eignen. Zu den beiden fächerübergreifenden
                                  Themen Sicherheit im Verkehr sowie Kultur und Schule gibt es keine Querverweise.

GRU

                                                                   Lehrplan 21  15.3.2016
Grundlagen | Lehrplan 21 | Schwerpunkte des 1. Zyklus                                                               37

Schwerpunkte des 1. Zyklus

Einleitung

                              Der Lehrplan 21 ist als Fachbereichslehrplan konzipiert. Darin wird aufgezeigt, wie
                              Kompetenzen über die ganze Schulzeit - vom Kindergarten bis zum Ende der
                              Volksschule - aufgebaut werden. Neu wird der Kompetenzerwerb damit auch für
                              den Kindergarten nach Fachbereichen strukturiert und beschrieben.

                              Der Unterricht im 1. Zyklus orientiert sich allerdings stark an der Entwicklung der
                              Kinder und wird vor allem zu Beginn fächerübergreifend organisiert und gestaltet.
                              Um dieser Ausrichtung Rechnung zu tragen, sind die Ausführungen zum 1. Zyklus
                              an dieser Stelle ausführlicher. Sie nehmen den 1. Zyklus als Ganzes in den Blick,
                              gehen von der Entwicklung des Kindes aus und beschreiben, wie die
                              Entwicklungsorientierung allmählich in ein fachliches Lernen übergeht. Im zweiten
                              Teil des folgenden Kapitels werden neun entwicklungsorientierte Zugänge zum
                              Lehrplan 21 entworfen und beschrieben, welche die Entwicklung und das Lernen
                              des Kindes ins Zentrum stellen. Diese entwicklungsorientierten Zugänge helfen den
                              Lehrerinnen und Lehrern, einen Zugang zum Lehrplan 21 zu finden und bauen eine
                              Brücke von der Entwicklungsperspektive zur Fachbereichsstruktur des Lehrplans.

Eintritt                      Mit dem Eintritt in den Kindergarten beginnt für das Kind die Bildungslaufbahn in
                              der Volksschule. Es wird in den sozialen Kontext der Schule aufgenommen und in
                              die Welt des schulischen Lernens eingeführt. Einige Kinder besuchten vorher eine
                              Spielgruppe oder eine Kinderkrippe und sind sich bereits gewohnt, mit
                              gleichaltrigen Kindern zusammen und von den Eltern und Erziehungsberechtigten
                              getrennt zu sein. Andere Kinder verlassen zum ersten Mal regelmässig und für
                              einen längeren Zeitraum das familiäre Umfeld. Allen Kindern eröffnet sich im
                              Kindergarten ein neuer Lebens-, Spiel- und Erfahrungsraum. Dieser führt sie in ein
                              erweitertes soziales Umfeld mit neuen Aufgaben und Herausforderungen.

Individuelle Voraussetzungen  Entwicklungs- und Lernprozesse hängen von den individuellen Voraussetzungen des
                              Kindes und von den Anregungen und der Unterstützung ab, welche das Kind erfährt.
                              Beim Eintritt in den 1. Zyklus unterscheiden sich die Kinder bezogen auf ihr Wissen,
                              ihr Können, ihre Bereitschaften, Haltungen und Einstellungen wie auch auf ihren
                              individuellen Entwicklungsstand und ihre sprachlichen Voraussetzungen in hohem
                              Masse. Ausgehend von dieser Heterogenität besteht das Ziel darin, die Entwicklung
                              und das Lernen aller Kinder anzuregen und zu fördern. Alle Kinder sollen ihr
                              Potenzial bestmöglich entfalten können.

Spielen und Lernen            Wenn Kinder spielen, lernen sie gleichzeitig. Jüngere Kinder lernen beim
                              Beobachten, Imitieren, Mitmachen, Gestalten oder im Gespräch. Ihre Aktivitäten
                              werden dabei in erster Linie von ihren Interessen und der Motivation geleitet, die
                              eigenen Fähigkeiten zu erproben und zu erweitern. Im Spiel können sich viele
                              Kinder über eine lange Zeitspanne in eine Aufgabe oder eine Rolle vertiefen, eine
                              hohe Konzentration aufrechterhalten und spezifisches Wissen erwerben. Dabei
                              erleben Kinder Spielen und Lernen als Einheit.

                              Im Verlaufe des 1. Zyklus verändert sich das Denken und Lernen der Kinder.
                              Zunehmend sind sie in der Lage, ihre Aufmerksamkeit auch auf von aussen
                              vorgegebene Lerninhalte zu richten und systematischer zu lernen. Ihr
                              Arbeitsgedächtnis wird effizienter und sie bauen ihre sprachlichen Kompetenzen
                              und ihr Wissen aus. Der Glaube an die eigenen Fähigkeiten (subjektive
                              Kompetenzüberzeugungen) verändert sich ebenfalls und die Kinder lernen, sich und
                              ihre Fähigkeiten einzuschätzen. Ausgehend vom interessegeleiteten Lernen in
                              Alltags- und Spielsituationen werden Kinder zunehmend fähig, mit vorgegebenen
                              Aufgaben, Aufträgen und fachspezifischer Ausrichtung umzugehen.

Erwerb der Kulturtechniken    Im Laufe des 1. Zyklus lassen sich Kinder auf ein schulisch ausgerichtetes Lernen
                              ein und erwerben die Grundlagen der Kulturtechniken. Im sprachlichen Bereich
                              wird zu Beginn gezielt am präzisen Umgang mit Sprache insbesondere im

                                                                                                                    GRU

15.3.2016                                              Lehrplan 21
38 Grundlagen | Lehrplan 21 | Schwerpunkte des 1. Zyklus

     Freies Spiel               Mündlichen, an der phonologischen Bewusstheit und an der Erweiterung des
     Spiel- und Lernbegleitung  Wortschatzes gearbeitet. Damit wird der Erwerb von Lese- und Schreib-
                                kompetenzen vorbereitet und unterstützt.
     Spielmaterial und
     Lernumgebungen             Hinter mathematischen Leistungen stehen ein mengen- und zahlenbezogenes
                                Vorwissen bzw. das Verstehen entsprechender Zusammenhänge. Dies ist eine
     Überfachliche Kompetenzen  notwendige Voraussetzung, damit Kinder Zählstrategien durch effizientere
                                Operationen und Rechenstrategien ersetzen lernen.

                                Nähere Angaben zum Erwerb der Kulturtechniken finden sich in den
                                entsprechenden Fachbereichslehrplänen.

                                Verschiedene Formen des Spiels sind wichtiger Bestandteil der Unterrichtspraxis
                                vor allem zu Beginn des 1. Zyklus. Insbesondere das freie Spiel stellt ein zentrales
                                und vielschichtiges Lernfeld dar, das emotionale, soziale und kognitive Prozesse mit
                                einbezieht, anregt und herausfordert. Im freien Spiel können Kinder ihre Tätigkeiten
                                wählen, initiieren, gestalten und darin Autonomie erleben. Sie zeigen dabei eine
                                hohe und vielfältige emotionale, soziale und kognitive Aktivität.

                                Die Lehrpersonen gestalten Spielangebote und Lernumgebungen im Innen- und
                                Aussenraum, strukturieren Zeit und Prozesse, führen verschiedene Spiel- und
                                Sozialformen, Inhalte und Themen ein und stellen die entsprechenden Materialien
                                zur Verfügung. Sie leisten im Unterricht gezielte, proaktive Unterstützung und
                                initiieren über Anregungen und Anpassungen von Spiel- und Lernsituationen
                                nächste Entwicklungsschritte. Sie ermutigen die Kinder und leiten sie an, sich
                                neuen, ihrem Entwicklungs- und Lernstand entsprechenden Situationen und
                                Herausforderungen zu stellen. Über gezielte Beobachtungen des Spiel- und
                                Lerngeschehens erfassen die Lehrpersonen den aktuellen Entwicklungs- und
                                Lernstand der Kinder.

                                In geführten Sequenzen geht die Lenkung direkt von den Lehrpersonen aus. Sie
                                führen beispielsweise in ein Thema, eine Gestaltungsaufgabe oder ein Singspiel ein
                                oder erzählen eine Geschichte. In offenen Sequenzen nehmen die Lehrpersonen
                                indirekt Einfluss, indem sie je nach Bedarf und Situation ins freie Spiel eingreifen
                                und mitspielen, Vorschläge machen, hilfreich nachfragen, ermutigen, um so an
                                neue herausfordernde Spielformen heranzuführen.

                                Spielmaterial und Lernumgebungen knüpfen an bereits vorhandenen Interessen der
                                Kinder an, sind aber auch geeignet, Neugierde zu wecken und neue Interessen zu
                                generieren. Sie beinhalten die Möglichkeit zum Explorieren und Experimentieren
                                und sind auf die im Lehrplan formulierten Kompetenzen ausgerichtet.

                                In den Innenräumen stehen den Kindern verschieden konzipierte Spiele und
                                Lernumgebungen offen: Räume für Rollenspiele und Inszenierungen,
                                Forscherecken, Bau- und Konstruktionsecken, Mal- und Bewegungsräume, Spiel-
                                und Bücherecken für mathematische, strategische und sprachliche
                                Herausforderungen usw. Im Aussenraum des Schulareals werden ebenfalls
                                verschiedene Aktivitäten angeregt. Ergänzend bieten sich Aussenräume wie
                                Waldplätze, Wiesen, Bachläufe, Spiel- und Sportplätze in der näheren Umgebung
                                als ideale Lernorte zum Sammeln von Erfahrungen und zur Schärfung der
                                Wahrnehmung an.

                                Im 1. Zyklus ist die Verbindung von fachlichen und überfachlichen Kompetenzen und
                                deren Förderung - bedingt durch die altersspezifische Nähe von Entwicklung und
                                Lernen - besonders eng. Deshalb enthalten die im Folgenden dargestellten
                                entwicklungsorientierten Zugänge zum Lehrplan 21 zahlreiche Aspekte
                                überfachlicher Kompetenzen. (Siehe auch Grundlagen, Kapitel Überfachliche
                                Kompetenzen.)

GRU

                                                          Lehrplan 21  15.3.2016
Grundlagen | Lehrplan 21 | Schwerpunkte des 1. Zyklus                                                              39

Entwicklungsorientierte Zugänge zum Lehrplan 21

Entwicklungsorientierung und    Zu Beginn des 1. Zyklus wird der Unterricht überwiegend fächerübergreifend
fachliche Orientierung          organisiert und gestaltet. Der Lehrplan 21 bietet deshalb neun
                                entwicklungsorientierte Zugänge an, die als Lesehilfe dienen und den Lehrpersonen
                                den Zugang zu den Fachbereichslehrplänen erleichtern. Diese ent-
                                wicklungsorientierten Zugänge bauen eine Brücke von der Entwicklungsperspektive
                                zur Fachbereichsstruktur des Lehrplans und erleichtern den Lehrerinnen und
                                Lehrern die Planung des fächerübergreifenden Unterrichts.

Querverweise als Brücke zu den  Im Verlaufe des 1. Zyklus verschiebt sich der Schwerpunkt des Lernens von der
Fachbereichslehrplänen          Entwicklungsperspektive hin zum Lernen in den Fachbereichen. Die
                                fachspezifischen Inhalte rücken zunehmend in den Vordergrund. In der
Körper, Gesundheit und Motorik  Unterrichtspraxis lassen sich die entwicklungsorientierte und die fachorientierte
(1)                             Herangehensweise verbinden, vielfältig variieren und kombinieren. Beide
                                Zugangsweisen bleiben miteinander verknüpft.

                                Die entwicklungsorientierten Zugänge sind durch Querverweise mit den
                                Fachbereichslehrplänen verknüpft. Mit den Querverweisen werden Kompetenzen
                                bzw. erste Stufen des Kompetenzaufbaus gekennzeichnet, die sich besonders für
                                einen fächerübergreifenden Unterricht unter einer Entwicklungsperspektive eignen.
                                Querverweise ermöglichen den Lehrpersonen einen von der entsprechenden
                                Entwicklungsperspektive ausgehenden Blick auf den Lehrplan und dienen ihnen als
                                Orientierungshilfe in der Vorbereitung, Durchführung und Auswertung des
                                Unterrichts.

                                Im Folgenden werden die einzelnen entwicklungsorientierten Zugänge mit Blick auf
                                die kindliche Entwicklung beschrieben.

                                Kinder erleben ihren Körper als Zentrum und entdecken die Welt durch ihr Handeln.
                                Vielfältige Bewegungsmöglichkeiten unterstützen ihre gesunde physische und
                                psychische Entwicklung. Mädchen und Jungen

                                         sind aktiv, erproben und üben verschiedene Bewegungsformen;
                                         verfeinern ihre Bewegungsmöglichkeiten und motorischen Fertigkeiten;
                                         üben ihre koordinativen Fähigkeiten;
                                         drücken mit ihrem Körper Gefühle und Empfindungen aus;
                                         lernen, Themen körperlich zu gestalten und darzustellen;
                                         beginnen, mit körperlichen Stärken und Begrenzungen umzugehen;
                                         lernen, vorsichtig zu handeln;
                                         entwickeln Selbstvertrauen und sind mutig;
                                         beginnen, ihre körperlichen Leistungen mit andern zu messen.

                                                                                                                   GRU

15.3.2016                                              Lehrplan 21
40 Grundlagen | Lehrplan 21 | Schwerpunkte des 1. Zyklus

                                     Beispiele für Bezüge zu den Fachbereichslehrplänen:

                                     BG                   BG.2.C.1     BG.2.D.1

                                     BS                   BS.1.A.1     BS.1.B.1           BS.2.A.1  BS.4.B.1  BS.5.1
                                                                                                    MU.5.B.1
                                                          BS.6.A.1

                                     D                    D.3.A.1      D.4.A.1

                                     MU                   MU.1.B.1     MU.3.B.1           MU.3.C.1

                                     NMG                  NMG.1.2      NMG.1.4            NMG.4.1

                                     TTG                  TTG.2.D.1

         Wahrnehmung (2)             Über die Wahrnehmung treten Kinder mit sich selbst und ihrer Lebenswelt in
         Zeitliche Orientierung (3)  Kontakt. Sie nehmen sich selbst, ihren Körper, die Mitmenschen und die Umwelt
         Räumliche Orientierung (4)  über die verschiedenen Sinne wahr. Sie sehen, hören, riechen, schmecken und
                                     spüren. Alle Bereiche sind eng miteinander verknüpft. Die Kinder
GRU
                                              machen sich über die Wahrnehmung von Gegenständen, Situationen, und
                                              Vorgängen mit der Aussenwelt vertraut;
                                              nehmen ihren Körper in Zeit und Raum und über die Interaktion mit der
                                              Umwelt wahr;
                                              erschliessen sich über Gefühle, Empfindungen, Gedanken, Erinnerungen und
                                              Imaginationen die innere Welt;
                                              erkennen die für die aktuelle Situation bedeutsamen Sinneseindrücke;
                                              lernen, Wahrnehmungen zu beschreiben und zu vergleichen;
                                              fokussieren ihre Aufmerksamkeit und üben das genaue Beobachten;
                                              bauen durch Erfahrung ein entsprechendes Begriffsfeld auf.

                                     Beispiele für Bezüge zu den Fachbereichslehrplänen:

                                     BG                   BG.1.A.1     BG.1.A.2

                                     BS                   BS.2.B.1     BS.3.A.1           BS.3.C.1

                                     D                    D.1.A.1

                                     MU                   MU.1.A.1     MU.2.A.1           MU.3.A.1

                                     NMG                  NMG.1.2      NMG.3.3            NMG.4.2

                                     TTG                  TTG.1.A.1    TTG.2.C.1

                                     Kinder müssen lernen, Zeitdauern abzuschätzen, Zeit zu planen und Zeitressourcen
                                     zielgerecht einzusetzen, da es keinen angeborenen Zeitsinn gibt und Zeit ein
                                     soziales Konstrukt ist. Das Erfassen der Zeit ist ein langwieriger und komplexer
                                     Prozess. Kinder lernen diese durch vielfältige Anregungen kennen und einschätzen:
                                     Sie

                                              klären Zeitbegriffe (z.B. morgen oder vorgestern);
                                              bilden Reihen und Listen;
                                              sagen Wochentage und Monate auf;
                                              reflektieren gleichbleibende und variierende Tagesstrukturen
                                              (Rhythmisierung);
                                              feiern markante Punkte im Jahreslauf (Geburtstage und andere Feste);
                                              stellen Zeit grafisch dar (Uhr, Monate, Jahreskreis);
                                              denken Handlungsabfolgen aus, führen sie durch und reflektieren sie;
                                              schätzen und messen die Zeitdauer von Handlungen.

                                     Beispiele für Bezüge zu den Fachbereichslehrplänen:

                                     BG                   BG.3.A.1

                                     D                    D.3.B.1

                                     MA                   MA.3.A.2

                                     MU                   MU.6.A.1

                                     NMG                  NMG.9.1      NMG.9.3

                                     TTG                  TTG.3.A.1

                                     Kinder bauen über Erfahrungen eine kognitive Vorstellung ihrer näheren und
                                     weiteren Umgebung auf, die es ihnen erlaubt, sich zu orientieren. Durch vielfältige
                                     Erfahrungen in Räumen erwerben Kinder grundlegende Fähigkeiten der
                                     Orientierung. Mädchen und Jungen

                                              erkunden ihren Lebensraum (Wohnumgebung, Schulhausareal, Schulweg);
                                              lernen unterschiedliche Nutzungen von Räumen kennen (Innenräume,

                                                          Lehrplan 21                                                 15.3.2016
Grundlagen | Lehrplan 21 | Schwerpunkte des 1. Zyklus                                                                              41

                                                       Aussenräume);
                                                       erkennen räumliche Merkmale, Zusammenhänge und Funktionen;
                                                       zeichnen und beschreiben Räume aus ihrer Lebenswelt und Fantasie;
                                                       lesen und verstehen einfache Darstellungen von Räumen (z.B. Pläne, Krokis,
                                                       Fotos).

                              Beispiele für Bezüge zu den Fachbereichslehrplänen:

                              BS                       BS.1.A.1     BS.3.A.1

                              D                        D.1.A.1      D.2.A.1

                              MA                       MA.2.A.2     MA.2.B.1       MA.2.C.3

                              MU                       MU.5.A.1     MU.6.A.1

                              NMG                      NMG.8.4      NMG.8.5

Zusammenhänge und             Kinder haben ein natürliches Interesse an der Welt. Sie entwickeln früh eigene
Gesetzmässigkeiten (5)        Vorstellungen über die unbelebte und belebte Natur sowie über menschliche
                              Beziehungen. Sie werden dazu angeregt, ihr Handeln selbst zu initiieren, erhalten
Fantasie und Kreativität (6)  Gelegenheit zum individuellen und gemeinsamen Spielen und Explorieren und
                              tauschen ihre Beobachtungen und Erfahrungen in Gesprächen aus. Im selbst
                              initiierten Handeln, im individuellen und gemeinsamen Spielen und Explorieren wie
                              auch in Gesprächen

                                       erschliessen sich Kinder Zusammenhänge und kausale Gesetzmässigkeiten;
                                       bauen sie Begriffe und Konzepte auf, die sie im Alltag gebrauchen und
                                       einsetzen;
                                       reflektieren Kinder ihre Vorstellungen und entwickeln diese weiter, angeregt
                                       durch Fragen wie Warum ist das so? oder Wozu dient dies?;
                                       differenzieren sie ihr Weltbild.

                              Beispiele für Bezüge zu den Fachbereichslehrplänen:

                              BG                       BG.3.B.1

                              D                        D.1.B.1      D.3.B.1        D.4.B.1    D.5.C.1
                                                                                              MA.2.A.3
                              MA                       MA.1.A.3     MA.1.A.4       MA.1.B.3   MU.6.B.1
                                                                                              NMG.4.3
                              MU                       MU.1.C.1     MU.2.B.1       MU.4.C.1

                              NMG                      NMG.2.2      NMG.3.2        NMG.3.4              NMG.4.5
                                                       NMG.5.2      NMG.7.4

                              TTG                      TTG.1.A.1    TTG.3.A.2      TTG.3.B.2

                              Kreative Prozesse verlaufen bei Kindern vorwiegend unstrukturiert, teilbewusst und
                              spontan. Die Kinder reagieren auf innere und äussere Wahrnehmungen, indem sie
                              diese deuten und in einen Zusammenhang mit ihren Vorstellungen und ihrem
                              Wissen stellen. Ein fantasievolles Kind verfügt über eine grosse Vielfalt an inneren
                              Bildern und Vorstellungen. Freiraum, Anregung und Unterstützung fordern kreative
                              Ausdrucksformen heraus. Besondere Bedeutung hat Kreativität überall dort, wo
                              Mädchen und Jungen

                                       frei spielen;
                                       Darstellungsmöglichkeiten für Erlebtes und Erdachtes ausprobieren;
                                       sich aktiv und eigenständig mit der Umwelt auseinander setzen;
                                       wahrgenommene Dinge neu denken und weiterentwickeln;
                                       ungewohnte Sichtweisen und Lösungen entwickeln.

                              Beispiele für Bezüge zu den Fachbereichslehrplänen:

                              BG                       BG.2.A.1     BG.2.A.2

                              BS                       BS.3.B.1

                              D                        D.3.D.1      D.4.C.1        D.6.A.1

                              MA                       MA.1.C.1     MA.2.C.1       MA.3.B.2

                              MU                       MU.1.B.1     MU.3.B.1       MU.4.B.1   MU.5.A.1  MU.5.B.1

                              NMG                      NMG.9.3

                              TTG                      TTG.2.A.1    TTG.2.B.1

                                                                                                                                   GRU

15.3.2016                                              Lehrplan 21
42 Grundlagen | Lehrplan 21 | Schwerpunkte des 1. Zyklus

     Lernen und Reflexion (7)       Kinder erweitern im Verlaufe ihrer Entwicklung die eigenen Lernmöglichkeiten: Sie
     Sprache und Kommunikation (8)  lassen sich auf unterschiedliche Themen ein, nehmen Anregungen und Aufträge an,
                                    erforschen, erkunden, üben, beobachten, vergleichen, ordnen, ahmen nach, wenden
                                    an, prüfen, vermuten interpretieren usw. Vieles davon erfolgt in einer spielerischen
                                    Auseinandersetzung, die sukzessive durch systematische Lernformen ergänzt wird.
                                    Im 1. Zyklus spielen insbesondere das Lernen durch Beobachten und Nachahmen
                                    und das Vorzeigen und Nachmachen (Modelllernen) eine zentrale Rolle. Dabei
                                    lernen Kinder von Erwachsenen und ausgeprägt auch von- und miteinander.

                                    In der Reflexion werden Handlungen, Bilder, Sprache, Symbole und Gedanken
                                    aufeinander bezogen, um zu Klärung, Einordnung und Übersicht zu gelangen. Die
                                    Kinder erweitern ihre reflexiven Fähigkeiten unter anderem dadurch, dass sie

                                             über sachbezogene und soziale Tätigkeiten und Ziele nachdenken;
                                             Neues mit Bekanntem vergleichen;
                                             ihr Tun und Lernen planen und ihre Aufmerksamkeit auf das Erreichen von
                                             Zielen richten;
                                             ein konkretes Erlebnis bzw. eine Beobachtung zeichnerisch oder sprachlich
                                             bearbeiten;
                                             verschiedene Darstellungen eines Lerninhaltes oder Vorgehens besprechen.

                                    Beispiele für Bezüge zu den Fachbereichslehrplänen:

                                    BG                    BG.2.B.1     BG.2.C.1

                                    BS                    BS.2.A.1     BS.6.C.1

                                    D                     D.2.A.1      D.3.B.1           D.5.B.1

                                    MA                    MA.1.B.2     MA.1.C.2          MA.3.A.1

                                    MU                    MU.2.B.1     MU.2.C.1

                                    NMG                   NMG.1.6      NMG.11.2          NMG.3.1    NMG.4.4  NMG.6.1
                                                          NMG.8.1

                                    TTG                   TTG.1.B.1    TTG.2.A.3         TTG.2.E.1

                                    Mit Sprache erschliesst und erklärt sich den Kindern die Welt, indem sie ihre
                                    Erlebnisse, Erfahrungen und Empfindungen in Worte fassen. Die Sprache spielt bei
                                    der Entwicklung des Denkens, der Gestaltung sozialer Kontakte, bei
                                    Problemlösungen und beim Erwerb methodischer Kompetenzen und Strategien eine
                                    fundamentale Rolle. Um sich auszudrücken nutzen Kinder ein sehr breites
                                    Spektrum an Sprach- und Kommunikationsmitteln. Mädchen und Jungen

                                             sind aufgefordert, sich in einer Grossgruppe zu äussern;
                                             gestalten vielfältige Sprechanlässe wie Absprachen, Erklärungen und
                                             Begründungen, Erzählungen, Beschreibungen, Präsentationen, Erlebnisse,
                                             Geschichten und Spielsituationen;
                                             erweitern ihren Wortschatz und bauen ihre Ausdrucksmöglichkeiten aus;
                                             finden musikalisch, gestaltend und in Bewegung weitere Ausdrucksformen.

                                    Beispiele für Bezüge zu den Fachbereichslehrplänen:

                                    BG                    BG.1.A.2     BG.1.B.1

                                    BS                    BS.3.B.1

                                    D                     D.1.C.1      D.3.C.1           D.3.D.1    D.6.A.1
                                                                                                    NMG.7.2
                                    MA                    MA.1.B.1     MA.3.C.2

                                    MU                    MU.1.C.1     MU.5.C.1

                                    NMG                   NMG.10.2     NMG.11.3          NMG.12.2            NMG.8.2

                                    TTG                   TTG.1.B.2

GRU

                                                          Lehrplan 21                                        15.3.2016
Grundlagen | Lehrplan 21 | Schwerpunkte des 1. Zyklus                                                                  43

Eigenständigkeit und soziales  Kinder im 1. Zyklus erfahren sich als eigenständige Personen, welche die Welt
Handeln (9)                    erproben, die Initiative ergreifen, selbstständig Aufgaben lösen, Stärken entwickeln
                               und ihre Selbsteinschätzung differenzieren. Zugleich erleben die Kinder das Sich-
                               Einfügen in eine grössere Gruppe von Gleichaltrigen, erfahren unterschiedliche
                               Beziehungen und lernen, diese zu gestalten. Sie lernen, Interessen und Wünsche
                               anderer Kinder zu berücksichtigen, zu kooperieren und Konflikte mit und ohne
                               Unterstützung zu lösen. Die Kinder

                                        entwickeln Vertrauen in ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten und können diese
                                        einschätzen;
                                        übernehmen zunehmend die Verantwortung für das eigene Handeln;
                                        lernen, Überlegungen von andern in das eigene Denken einzubeziehen
                                        (Perspektivenübernahme);
                                        lernen, ihre Bedürfnisse je nach Situation in der Gruppe durchzusetzen oder
                                        zurückzustellen;
                                        sind in der Lage, kurzfristige Wünsche aufzuschieben und längerfristige Ziele
                                        zu verfolgen;
                                        üben sich darin, die eigenen Emotionen zu regulieren;
                                        erweitern ihre Frustrationstoleranz.

                               Beispiele für Bezüge zu den Fachbereichslehrplänen:

                               BG                      BG.1.A.3

                               BS                      BS.4.A.1     BS.4.C.1

                               D                       D.1.C.1

                               MA                      MA.2.B.2     MA.3.B.1

                               MU                      MU.1.A.1     MU.3.A.1        MU.4.A.1

                               NMG                     NMG.10.1     NMG.10.2        NMG.10.4  NMG.10.5

                                                                                                                       GRU

15.3.2016                                              Lehrplan 21
44 Grundlagen | Lehrplan 21 | Schwerpunkte des 2. und 3. Zyklus

    Schwerpunkte des 2. und 3. Zyklus

     2. Zyklus

                                                                 Der Unterricht im 2. Zyklus baut auf dem bisher Erworbenen auf, die fachlichen und
                                                                 überfachlichen Kompetenzen werden vertieft und erweitert. Die Kulturtechniken
                                                                 Lesen, Schreiben und Rechnen werden weiter geübt, ausgebaut und gefestigt. Über
                                                                 lebensnahe Themen erkunden, entdecken und erforschen die Schülerinnen und
                                                                 Schüler die Umwelt und gewinnen vertiefende Einsichten. Der Unterricht ist
                                                                 schwerpunktmässig auf die Fachbereiche ausgerichtet, wobei fächerübergreifender
                                                                 Unterricht und entsprechende Projekte weiterhin stattfinden.
                                                                 Die Kompetenzen zum systematischen Lernen werden kontinuierlich auf- und
                                                                 ausgebaut und die Entwicklung vom konkreten zum abstrakten Denken weiter
                                                                 vorangetrieben. Die Schülerinnen und Schüler werden angeleitet, über ihr Lernen
                                                                 und ihr Arbeiten nachzudenken und dieses zunehmend selbstständig und mit mehr
                                                                 Selbstverantwortung zu steuern. Die Auseinandersetzung mit sich selbst und
                                                                 anderen Menschen sowie das Lernen in Gruppen bilden wichtige Bestandteile des
                                                                 Unterrichts.
                                                                 Die Schülerinnen und Schüler erweitern in diesem Lern- und Lebensabschnitt ihren
                                                                 Bewegungsradius. Sie bauen soziale Kontakte ausserhalb ihrer Familie und
                                                                 nachbarschaftlichen Welt aus.
                                                                 Am Ende des 2. Zyklus erfolgt der Übertritt in den 3. Zyklus. Diesem geht das
                                                                 Übertrittsverfahren voraus, in dem die schulische Leistungsfähigkeit der
                                                                 Schülerinnen und Schüler eingeschätzt und beurteilt wird.

     3. Zyklus

                                                                 Das elementare Lernen aus dem 1. und 2. Zyklus wird im 3. Zyklus fortgesetzt.
                                                                 Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten werden in fachspezifisch aufgegliedertem
                                                                 Unterricht vertieft und erweitert. Abstrahierendes Denken und Lernen gewinnt
                                                                 aufgrund der allgemeinen und kognitiven Entwicklung der Schülerinnen und Schüler
                                                                 an Bedeutung, ohne dass das Lernen an konkreten Handlungen und Situationen
                                                                 aufgegeben wird. Überfachliche Kompetenzen werden kontinuierlich und vertiefend
                                                                 geübt. Einstellungen und Haltungen werden reflektiert, so dass die Schülerinnen
                                                                 und Schüler zunehmend in der Lage sind, eigenständig und eigenverantwortlich zu
                                                                 lernen.
                                                                 Der 3. Zyklus umfasst die Sekundarstufe I, welche sich in die Real- und
                                                                 Sekundarschule gliedert. Er dauert drei Jahre. Die Schulträgerschaft der
                                                                 Sekundarstufe I kann die Real- und Sekundarschule nach verschiedenen
                                                                 kooperativen Modellen führen. Departementale Weisungen regeln die Organisation
                                                                 und Durchlässigkeit. Die curricularen Wahl- und Gestaltungsmöglichkeiten der
                                                                 Schülerinnen und Schüler nehmen zu.
                                                                 Das Entdecken und Erkennen ihrer Begabungen, Interessen und Neigungen stellen
                                                                 einen Schwerpunkt im Hinblick auf den weiterführenden Bildungsweg dar. Die
                                                                 Schülerinnen und Schüler werden auf den Übertritt in die Sekundarstufe II
                                                                 vorbereitet und in ihrem Berufswahl- und Laufbahnprozess begleitet und
                                                                 unterstützt.
                                                                 In diesem Lebensabschnitt vollziehen sich bei den Schülerinnen und Schülern
                                                                 sowohl in körperlicher als auch in emotionaler und sozialer Hinsicht bedeutsame
                                                                 Veränderungen. Die Auseinandersetzung mit sich selber ist ein zentrales Thema
                                                                 und die Zugehörigkeit zu einer Gruppe wird wichtig. Die Jugendlichen orientieren
                                                                 sich stärker an den Peers, lösen sich allmählich vom Elternhaus und streben
                                                                 grössere Autonomie an.

GRU

     Lehrplan 21  15.3.2016
Sprachen
Elemente des Kompetenzaufbaus

Impressum            Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement Graubünden
                     Lehrplan 21 Graubünden
Herausgeber:         Fassung vom 15.03.2016
Zu diesem Dokument:  Corina Venzin
                     Alle Rechte liegen beim Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement des Kantons Graubünden.
Titelbild:           gr-d.lehrplan.ch
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Internet:
Fachbereichslehrplan | Sprachen | Inhalt

Inhalt

Zum Fachbereich                                                                         50
Bedeutung und Zielsetzungen
Didaktische Hinweise                                                                    51
Strukturelle und inhaltliche Hinweise
                                                                                        54
Deutsch    Hören
           Grundfertigkeiten                                                            61
D.1        Verstehen in monologischen Hörsituationen
A          Verstehen in dialogischen Hörsituationen                                     64
B          Reflexion über das Hörverhalten                                              65
C                                                                                       67
D          Lesen                                                                        68
           Grundfertigkeiten                                                            69
D.2        Verstehen von Sachtexten                                                     70
A          Verstehen literarischer Texte
B          Reflexion über das Leseverhalten                                             69
C                                                                                       71
D          Sprechen                                                                     72
           Grundfertigkeiten                                                            74
D.3        Monologisches Sprechen                                                       76
A          Dialogisches Sprechen
B          Reflexion über das Sprech-, Präsentations- und Gesprächsverhalten            75
C                                                                                       77
D          Schreiben                                                                    78
           Grundfertigkeiten                                                            79
D.4        Schreibprodukte                                                              81
A          Schreibprozess: Ideen finden und planen
B          Schreibprozess: formulieren                                                  80
C          Schreibprozess: inhaltlich überarbeiten                                      82
D          Schreibprozess: sprachformal überarbeiten                                    83
E          Reflexion über den Schreibprozess und eigene Schreibprodukte                 84
F                                                                                       85
G          Sprache(n) im Fokus                                                          86
           Verfahren und Proben                                                         87
D.5        Sprachgebrauch untersuchen                                                   88
A          Sprachformales untersuchen
B          Grammatikbegriffe                                                            87
C          Rechtschreibregeln                                                           89
D                                                                                       90
E          Literatur im Fokus                                                           91
           Auseinandersetzung mit literarischen Texten                                  92
D.6        Auseinandersetzung mit verschiedenen Autor/innen und verschiedenen Kulturen  93
A          Literarische Texte: Beschaffenheit und Wirkung
B                                                                                       92
C                                                                                       94
                                                                                        96
                                                                                        97

                                                                                                    L

15.3.2016                                 Lehrplan 21
Fachbereichslehrplan | Sprachen | Inhalt

Deutsch/Italienisch/ Romanisch 1. Fremdsprache                                                                                  97

FS1GR.1  Hören                                                                                                                  98
A        Monologische und dialogische Texte hören und verstehen                                                                 100
B        Strategien                                                                                                             102
C        Sprachmittlung                                                                                                         103

FS1GR.2  Lesen                                                                                                                 102
A        Texte lesen und verstehen                                                                                              104
B        Strategien                                                                                                             106
C        Sprachmittlung                                                                                                         107

FS1GR.3  Sprechen                                                                                                              106
A        Dialogisches Sprechen                                                                                                  108
B        Monologisches Sprechen                                                                                                 109
C        Strategien                                                                                                             111
D        Sprachmittlung                                                                                                         112

FS1GR.4  Schreiben                                                                                                             111
A        Schriftliche Texte verfassen                                                                                           113
B        Strategien                                                                                                             115
C        Sprachmittlung                                                                                                         116

FS1GR.5  Sprache(n) im Fokus                                                                                                   115
A        Bewusstheit für Sprache                                                                                                117
B        Wortschatz                                                                                                             118
C        Aussprache                                                                                                             119
D        Grammatik                                                                                                              120
E        Rechtschreibung                                                                                                        122
F        Sprachlernreflexion und -planung                                                                                       123

FS1GR.6  Kulturen im Fokus                                                                                                     122
A        Kenntnisse                                                                                                             124
B        Haltungen                                                                                                              125
C        Handlungen                                                                                                             126

Englisch 2. Fremdsprache                                                                                                       125

FS2GR.1  Hören                                                                                                                 126
A        Monologische und dialogische Texte hören und verstehen                                                                 128
B        Strategien                                                                                                             130
C        Sprachmittlung                                                                                                         131

FS2GR.2  Lesen                                                                                                                 130
A        Texte lesen und verstehen                                                                                              132
B        Strategien                                                                                                             134
C        Sprachmittlung                                                                                                         135

FS2GR.3  Sprechen                                                                                                              134
A        Dialogisches Sprechen                                                                                                  136
B        Monologisches Sprechen                                                                                                 137
C        Strategien                                                                                                             139
D        Sprachmittlung                                                                                                         140

L                                                                                                                           15.3.2016
                                                                                                               Lehrplan 21
Fachbereichslehrplan | Sprachen | Inhalt

FS2GR.4    Schreiben                                               139
A          Schriftliche Texte verfassen                            141
B          Strategien                                              143
C          Sprachmittlung                                          144

FS2GR.5    Sprache(n) im Fokus                                     143
A          Bewusstheit für Sprache                                 145
B          Wortschatz                                              146
C          Aussprache                                              147
D          Grammatik                                               148
E          Rechtschreibung                                         150
F          Sprachlernreflexion und -planung                        151

FS2GR.6    Kulturen im Fokus                                       150
A          Kenntnisse                                              152
B          Haltungen                                               153
C          Handlungen                                              154

Französisch/Italienisch/ Romanisch 3. Fremdsprache                 153

FS3GR.1    Hören                                                   154
A          Monologische und dialogische Texte hören und verstehen  156
B          Strategien                                              157
C          Sprachmittlung                                          158

FS3GR.2    Lesen                                                   157
A          Texte lesen und verstehen                               159
B          Strategien                                              160
C          Sprachmittlung                                          161

FS3GR.3    Sprechen                                                160
A          Dialogisches Sprechen                                   162
B          Monologisches Sprechen                                  163
C          Strategien                                              164
D          Sprachmittlung                                          165

FS3GR.4    Schreiben                                               164
A          Verfassen schriftlicher Texte                           166
B          Strategien                                              168
C          Sprachmittlung                                          169

FS3GR.5    Sprache(n) im Fokus                                     168
A          Bewusstheit für Sprache                                 170
B          Wortschatz                                              171
C          Aussprache                                              172
D          Grammatik                                               173
E          Rechtschreibung                                         174
F          Sprachlernreflexion und -planung                        175

FS3GR.6    Kulturen im Fokus                                       174
A          Kenntnisse                                              176
B          Haltungen                                               177
C          Handlungen                                              178

                                                                                  L

15.3.2016                                    Lehrplan 21
50 Fachbereichslehrplan | Sprachen | Zum Fachbereich

   Zum Fachbereich

                    Der Fachbereich Sprachen setzt sich zusammen aus der Schulsprache, der 1., 2.
                    und 3. Fremdsprache. In den einleitenden Kapiteln werden jeweils zuerst
                    Gemeinsamkeiten aller Sprachen beschrieben, danach werden Besonderheiten
                    aufgeführt. Der Kompetenzaufbau wird pro Sprache separat abgebildet. Die
                    gemeinsame Struktur der Schulsprache und der Fremdsprachen ermöglicht, gezielt
                    Synergien zwischen den Sprachen zu nutzen.

L

                                                      Lehrplan 21  15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Sprachen | Bedeutung und Zielsetzungen                                                      51

Bedeutung und Zielsetzungen

Sprachen in der Gesellschaft

Individuum und Gesellschaft  Über die Sprache erfüllt der Mensch sein Bedürfnis nach Wissen, Austausch und
                             Kommunikation. Mit der Sprache erschliessen sich die Schülerinnen und Schüler
                             die Welt. Wie im Bildnerischen Gestalten und Musik finden sie in der Sprache einen
                             einzigartigen Ausdruck und entwickeln dadurch ihre Identität. Mit Sprache gestalten
                             sie auch soziale Beziehungen. Sprache dient zudem als Mittel für politische Bildung.
                             Über die Sprache zeigen sich Schülerinnen und Schüler als kritik-, argumentations-
                             und reflexionsfähig, integrieren sich verantwortungsbewusst in die Gesellschaft und
                             gestalten diese aktiv mit. Die Befähigung zur bewussten und verantwortungsvollen
                             sprachlichen Kommunikation stellt somit eines der Hauptziele schulischer Bildung
                             dar.

Sprachliche und kulturelle   Die Sprache hat eine Schlüsselfunktion, um gegenseitiges Verständnis, Respekt und
Vielfalt                     Toleranz auszudrücken. Gegenseitige sprachliche Verständigung dient somit als
                             Grundlage für ein friedvolles Zusammenleben. Zur sprachlichen Bildung zählen
                             deshalb sprachliche und interkulturelle Kompetenzen. Sie dienen der Verständigung
                             zwischen den Landesteilen und über Sprachgrenzen hinaus. Die
                             Auseinandersetzung mit ihnen ermöglicht einen Zugang zur (Sprach-)Kultur und zur
                             Geschichte der Region, in der die Sprache eingebettet ist.

                             In der Schweiz und insbesondere in Graubünden hat die Mehrsprachigkeit eine
                             identitätsstiftende Bedeutung und bildet einen kulturellen Mehrwert. Der Umgang
                             mit Mehrsprachigkeit und kultureller Vielfalt auf kleinem Raum ist Bereicherung
                             und Herausforderung zugleich, sowohl für das Sprachenlernen als auch für das
                             Zusammenleben. Eine Besonderheit stellen Regionen dar, wo mindestens zwei
                             unterschiedliche Sprachen gesprochen werden. Zur vielsprachigen Schweiz gehören
                             auch zahlreiche Mundarten, die vier Landessprachen und weitere Erstsprachen
                             (Herkunftssprachen).

Kantonssprachen              Die virtuelle und reale Vernetzung unserer Welt hat zur Folge, dass wir privat und
                             beruflich vermehrt mit Menschen anderer Sprachen kommunizieren.
                             Sprachkenntnisse erhöhen die persönlichen und beruflichen Chancen auf dem
                             Arbeitsmarkt. Deutsch ist als mündliche und schriftliche Verkehrssprache in der
                             Schweiz und über die Sprachregionen hinaus von zentraler Bedeutung. Das
                             Erlernen einer zweiten Landessprache ist wirtschaftlich und gesellschaftlich
                             begründet. Auf kantonaler Ebene haben die Kantonssprachen Deutsch, Romanisch
                             und Italienisch eine vorrangige Bedeutung. In den romanisch- und
                             italienischsprachigen Kantonsteilen sind Deutschkenntnisse unabdingbar.
                             Italienisch hat auf dem Schweizer Arbeitsmarkt und in den (inter-)nationalen
                             Beziehungen zum benachbarten Tessin und Italien eine wichtige Bedeutung.
                             Romanisch ist als vierte Landessprache, Kantonssprache und Erstsprache der
                             Romanen sowohl für den privaten als auch öffentlichen Sprachgebrauch von
                             Bedeutung.

Englisch und Französisch     In den deutsch- und mehrsprachigen Kantonen bleibt der Gebrauch des
                             Französischen stabil. Französisch ist zudem als gemeinsame Sprache der
                             weltweiten Frankophonie wichtig.

Sprachen im schulischen Kontext

Rechtliche Grundlagen und    Der Lehrplan 21 stützt sich auf die Sprachenstrategie der EDK vom 25. März 2004.
Empfehlungen                 Als Zielsetzungen werden darin folgende Punkte genannt:

                                      konsequente Förderung der Kompetenzen in der Schulsprache ab
                                      Kindergarten;
                                      Erwerb von Kompetenzen in mindestens einer zweiten Landessprache;
                                      Erwerb von Kompetenzen in Englisch;

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52 Fachbereichslehrplan | Sprachen | Bedeutung und Zielsetzungen

   Individuelle Voraussetzungen              Angebot zum Erwerb von Kompetenzen in einer weiteren Landessprache;
   Auseinandersetzung mit Ästhetik           Förderung von Kompetenzen in der Erstsprache bei anderer
                                             Herkunftssprache.
   Förderung von
   Sprachkompetenzen als Aufgabe    Im Schweizerischen Sprachengesetz (2007) werden Ziele zur Förderung der
   aller Fachbereiche               individuellen und institutionellen Mehrsprachigkeit formuliert, deren Massnahmen
                                    werden in der Sprachenverordnung (2010) erläutert und festlegt.
   Deutsch-, romanisch-,
   italienischsprachige Schulen,    Für den Kanton Graubünden gelten zusätzlich das kantonale Sprachengesetz (2006),
   zweisprachige Schulen            die Sprachenverordnung (2007) sowie das Schulgesetz (2012) und die
                                    Schulverordnung (2012).

                                    Jedes Kind bringt die eigene Sprachbiografie und eigene Voraussetzungen mit, die in
                                    der schulischen Bildung berücksichtigt werden sollen. Jede Sprache, die ein Kind
                                    mitbringt und dazu lernt, hat ihren Wert. Die Wertschätzung der Erstsprache stärkt
                                    die (sprachliche) Identität, die Bewusstheit für weitere Sprachen und das
                                    Sprachenlernen.

                                    Im Umgang mit Sprache und Texten ermöglicht die Schule von Beginn an
                                    ästhetische Erfahrungen, die als Grundlage für sprachliche Reflexion dienen.
                                    Interesse an unterschiedlichen sprachlichen Formen (z.B. Rhythmus, Reim,
                                    Wiederholung, Vers) und Freude am Umgang mit Sprache (z.B. Wortwahl,
                                    Ausschmückungen, Melodie, Lautmalerei) können geweckt werden. Sowohl
                                    ästhetische Erfahrungen als auch die Reflexion darüber sind wichtige
                                    Voraussetzungen für den Aufbau sprachlicher Kompetenzen und das eigene
                                    Sprachschaffen.

                                    Sprache hat über den Fachbereich Sprachen hinaus eine besondere Bedeutung.
                                    Sprachlernen findet in allen Fachbereichen statt.

                                    Zwischen den in der Schulsprache erworbenen Sprachkompetenzen und Strategien
                                    in Hören, Lesen, Sprechen und Schreiben und den fachspezifischen
                                    Sprachkompetenzen können Synergien genutzt werden. Die Schülerinnen und
                                    Schüler vertiefen somit ihre sprachlichen Kompetenzen auch in anderen
                                    Fachbereichen, indem sie die erworbenen Strategien in einem neuen Kontext
                                    anwenden sowie ihren Wortschatz und ihr Repertoire an unterschiedlichen
                                    Textsorten erweitern. (Siehe auch Grundlagen Kapitel Lern- und
                                    Unterrichtsverständnis.)

                                    Für Schülerinnen und Schüler, die Deutsch, Romanisch bzw. Italienisch als
                                    Zweitsprache lernen, bietet die Lehrperson in allen Fachbereichen gezielte
                                    Unterstützung für den Aufbau von Sprachkompetenzen in der Schulsprache an:
                                    Schlüsselbegriffe, Dokumente zum Nachhören, sprachlich vereinfachte Texte,
                                    Wörterlisten, lexikalische Vorentlastungen oder eine niveauangepasste Anleitung.
                                    Denn während das Sprachgefühl in der Erstsprache intuitiv existiert, muss es für die
                                    Zweitsprache bewusst aufgebaut werden.

                                    Der Kanton Graubünden kennt deutschsprachige (mit 1. Fremdsprache Italienisch
                                    oder Romanisch), italienischsprachige und romanischsprachige Schulen. Alle
                                    Bündner Volksschulen sind grundsätzlich einer dieser vier sprachregionalen
                                    Schulen zugeordnet. In mehrsprachigen und deutschsprachigen Gemeinden kann
                                    die Regierung auf Antrag der Gemeinde im Interesse der Erhaltung der
                                    angestammten Sprache bzw. zur Förderung der Kantonssprachen Romanisch oder
                                    Italienisch die Führung zweisprachiger Volksschulen und zweisprachiger
                                    Klassenzüge bewilligen. Die verschiedenen Ausprägungen der romanisch-,
                                    italienisch- und zweisprachigen Schulen spiegeln sprachkulturelle Besonderheiten.

                                    In romanischsprachigen Schulen ist Romanisch die Schulsprache. Die Gemeinde
                                    entscheidet, ob das Idiom oder Rumantsch Grischun als Alphabetisierungssprache
                                    gelernt wird. Im 3. Zyklus wird rund ein Drittel der Fachbereiche Natur, Mensch,
                                    Gesellschaft, Gestalten und Musik auf Romanisch unterrichtet. Kompetenzen aus
                                    dem Modul Berufliche Orientierung werden in Romanisch und Deutsch aufgebaut.

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Fachbereichslehrplan | Sprachen | Bedeutung und Zielsetzungen                                                         53

Schulsprache als Zweitsprache   Der Lehrplan ist so konzipiert, dass die Fremdsprache Deutsch zunehmend zur
(Förderung für Fremdsprachige)  zweiten Unterrichtssprache wird. Damit ist die Anschlussfähigkeit
                                romanischsprachiger Schulen an die Sekundarstufe II gewährleistet.
Unterricht in Heimatlicher
Sprache und Kultur              In italienischsprachigen Schulen ist die 1. Fremdsprache Deutsch bereits im 2. und
                                insbesondere im 3. Zyklus höher dotiert als die 1. Fremdsprache im
                                deutschsprachigen Gebiet. Damit wird der Übergang in die Sekundarstufe II
                                erleichtert.

                                Die zweisprachigen Schulen (z.B. Maloja, Samedan) und Klassen (z.B. Ilanz, Chur)
                                sind ein fester Bestandteil der Bündner Schullandschaft. Sie leisten einen wichtigen
                                Beitrag zur Erhaltung und Förderung der kantonalen Minderheitensprachen und
                                dienen als Modell für ähnliche Projekte in anderen Kantonen. Wissenschaftliche
                                Studien haben gezeigt, dass zweisprachiger Unterricht die Motivation fürs
                                Sprachenlernen steigert, den Erwerb sprachlicher Kompetenzen positiv beeinflusst
                                und Transferleistungen fördert.

                                Weiterführende Informationen sind den Richtlinien zur zweisprachigen Führung von
                                Schulen oder einzelnen Klassenzügen im Sinne einer partiellen Immersion zu
                                entnehmen.

                                Deutsch, Romanisch bzw. Italienisch als Zweitsprache ist Bestandteil des
                                Sprachenlernens in der Volksschule (Förderung für Fremdsprachige), wird im
                                Lehrplan aber nicht speziell dargestellt. Grundsätzlich sind die in der Schulsprache
                                formulierten Grundansprüche anzustreben. Weiterführende Informationen sind den
                                Weisungen zum Förderunterricht für fremdsprachige Schülerinnen und Schüler zu
                                entnehmen.

                                Im Unterricht in Heimatlicher Sprache und Kultur (HSK) erweitern die
                                mehrsprachigen Schülerinnen und Schüler Kompetenzen in ihrer Erstsprache und
                                Kenntnisse über ihre Herkunftskultur. Trägerschaften des HSK-Unterrichts stellen
                                in der Regel die Konsulate oder Botschaften der Herkunftsländer dar, teilweise sind
                                es auch private Vereine. Die Schulträgerschaften stellen diesen gemäss Schulgesetz
                                unentgeltlich Unterrichtslokalitäten zur Verfügung und nach Möglichkeit räumen sie
                                die notwendige Zeit auch während des üblichen Unterrichts ein.

                                                                                                                      L

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54 Fachbereichslehrplan | Sprachen | Didaktische Hinweise

   Didaktische Hinweise

   Synergien beim Sprachenlernen zwischen den Sprachfächern

   Didaktik der Mehrsprachigkeit    Ziel des Sprachenunterrichts ist nicht die perfekte Zweisprachigkeit, sondern die
                                    Ausbildung zur funktionalen Mehrsprachigkeit. Funktionale Mehrsprachigkeit strebt
                                    ein vielfältiges, dynamisches Repertoire mit unterschiedlich weit fortgeschrittenen
                                    Kompetenzen in verschiedenen Kompetenzbereichen bzw. Sprachen an, um in
                                    unterschiedlichen Situationen sprachlich erfolgreich handeln zu können.
                                    Schülerinnen und Schüler greifen beim Sprachenlernen auf bereits Gelerntes
                                    zurück und erweitern so ihr mehrsprachiges Repertoire effizient. Mehrsprachigkeit
                                    kann in allen Fachbereichen gefördert und genutzt werden.

   Transfer von Wissen und          Vieles wird im Spracherwerb intuitiv gelernt oder automatisiert. Die Effizienz des
   Strategien zwischen den          Sprachenlernens wird gesteigert, wenn die Schülerinnen und Schüler befähigt
   Sprachen                         werden, das Transferpotenzial zwischen den Sprachen bewusst zu nutzen: Wenn im
                                    Unterricht in der Schulsprache bereits erarbeitet wurde, wie man unbekannte
                                    Wörter markiert und erschliesst oder einen Text vor dem Lesen überblickt, kann
                                    dieses Wissen im Fremdsprachenunterricht gezielt aktiviert werden. Umgekehrt
                                    findet eine Rückkoppelung von den Fremdsprachen zur Schulsprache und anderen
                                    Erstsprachen statt. Im Fremdsprachenunterricht profitieren die Schülerinnen und
                                    Schüler zunehmend von Parallelen im Wortschatz (z.B. dt. die Diskussion, ital. la
                                    discussione, rom. la discussiun, engl. the discussion, franz. la discussion).

                                    Das Erlernen von Sprachstrategien unterstützt die Lehrperson, indem sie
                                    Vorgehensweisen erfahrbar macht und benennt. Zudem regt sie den Transfer des
                                    Gelernten auf Neues an. Der Vergleich zwischen Sprachen fördert somit das
                                    Verständnis für die eigene Sprache. Im Kanton Graubünden begünstigt die
                                    Sprachsituation die Nutzung von Synergien beim Sprachenlernen.

   Sensibilisierung für Varietäten  Zum bewussten Umgang mit Sprache gehört auch die Sensibilisierung für
                                    sprachliche Varietäten: nach Situation (z.B. formell/informell, mündlich/schriftlich)
                                    und geografisch (Deutsch in Frankfurt oder Wien; Italienisch in Poschiavo, Lugano
                                    oder Palermo; Romanisch in Sedrun (Tujetschin) oder Sta. Maria (Jauer); Englisch in
                                    London, Schottland oder Vancouver; Französisch in Neuchâtel, Dakar, Paris oder
                                    Montréal).

                                    Die Beherrschung von Mundart und Standardsprache ist wichtig für die
                                    gesellschaftliche Integration und berufsspezifische Profilierung in der
                                    deutschsprachigen Schweiz. Auch Romanisch, Italienisch, Englisch und Französisch
                                    werden in verschiedenen Varietäten gesprochen. Fremdsprachenunterricht richtet
                                    sich nach einer Standardsprache bzw. Alphabetisierungssprache, ermöglicht aber
                                    auch Begegnungen mit verschiedenen Varietäten.

   Reflexion des Lernprozesses und Umgang mit Fehlern

   Reflexion des Lernprozesses und  In einer umfassenden, förderorientierten Beurteilung werden schriftliche Produkte,
   förderorientierte Beurteilung    mündliche Beiträge, das Hörverstehen und das Lesen miteinbezogen. Als Grundlage
                                    dienen transparente kompetenzorientierte Lernziele mit dazu gehörenden Kriterien.
                                    Eine Beurteilung, die so ausgerichtet ist, ermöglicht den Schülerinnen und Schülern
                                    zunehmend, über ihr eigenes Lernen nachzudenken und ihre Leistungen selber
                                    einzuschätzen (z.B. Portfolio, Lernjournal, Europäisches Sprachenportfolio).

                                    Gezielte gegenseitige Beratungen und Rückmeldungen nutzen die vorhandenen
                                    Ressourcen in der Klasse (z.B. in Lernpartnerschaft, Peerbeurteilung). Das
                                    Qualitätsbewusstsein wird durch den Austausch gestärkt.

   Umgang mit Fehlern               Fehler geschehen auf verschiedenen Ebenen. Die kommunikative Absicht steht
                                    immer vor der formalen Korrektheit. Fehler sollen für den Erwerbsprozess der
                                    verschiedenen Sprachen sinnvoll genutzt werden. Differenzierendes
                                    Korrekturverhalten passt sich den unterschiedlichen Lernsituationen an: Bei der

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                                                           Lehrplan 21  15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Sprachen | Didaktische Hinweise                                                             55

                            Förderung des Sprechflusses wird zurückhaltend korrigiert, für die korrekte
                            Sprachverwendung sind gezielte Korrekturen nötig. Orthographiekorrekturen
                            entsprechen dem Lernstand, der Schreibaufgabe und dem Schreibprozess.

                            Fremdsprachenlernende bilden je nach Stand ihres Lernens ein spezifisches
                            Sprachsystem aus: die Interimssprache oder Lernersprache (ital. interlingua, rom.
                            interlingua, engl. interlanguage, franz. interlangue). Sie bezeichnet ein dynamisches
                            Sprachsystem, das eigenen Regeln folgt. Typische Merkmale sind der Transfer aus
                            der Erstsprache und weiteren Sprachen und falsche Analogiebildungen (z.B.
                            Übergeneralisierung). Die individuell ausgeprägte Interimssprache entwickelt sich
                            kontinuierlich auf die Norm der Zielsprache hin. Die dabei entstandenen Fehler
                            können als Indikator des aktuellen Lernstands und somit als Lernchance genutzt
                            werden.

Überfachliches und Hinweise zum 1. Zyklus

Schwerpunkte überfachliche  Viele der überfachlichen Kompetenzen haben direkt oder indirekt mit Sprache zu
Kompetenzen                 tun. Beim Aufbau methodischer Kompetenzen stehen die Sprachfähigkeit, das
                            Problemlöseverhalten und das Nutzen von Informationen im Zentrum.

                            Bei den personalen Kompetenzen steht die Selbstreflexion im Mittelpunkt.

                            Beim Erwerb sozialer Kompetenzen stellen die Kooperations- und Konfliktfähigkeit
                            sowie der Umgang mit Vielfalt die Schwerpunkte dar (siehe auch Grundlagen Kapitel
                            Überfachliche Kompetenzen).

Medien                      Die konstruktive und kritische Auseinandersetzung mit Medien bietet vielfältiges
                            Potenzial für Lehr- und Lernprozesse beim Sprachhandeln, beim Sprachtraining
                            und bei der Sprachreflexion.

                            Im Unterricht werden verschiedene Medien eingesetzt, damit die Schülerinnen und
                            Schüler deren Vielfalt kennen und einschätzen lernen. Sie reflektieren dabei die
                            Merkmale, den Sprachgebrauch und verschiedene Funktionen. Sie setzen Medien
                            als Informationsquellen ein und verarbeiten diese. Im Sprachtraining setzen die
                            Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Medien und Instrumente ein, um
                            Sprachkompetenzen aufzubauen und zu vertiefen. Insbesondere beim inhaltlichen
                            und sprachformalen Überarbeiten von Texten sind Medien hilfreich.

                            In der Interaktion innerhalb und ausserhalb der Schule lernen Schülerinnen und
                            Schüler, E-Mails, Briefe und soziale Netzwerke einzusetzen (siehe auch
                            Modullehrplan Medien und Informatik).

Hinweise zum 1. Zyklus      Im 1. Zyklus stellt das fokussierte Zuhören eine zentrale Kompetenz dar.

                            Mit Sprachspielen, Versen und Liedern bauen die Kinder spielerisch sprachliche
                            Kompetenzen auf. Sie erwerben neue Begriffe und deren Bedeutung und üben einen
                            situationsangemessenen Sprachgebrauch. In Rollenspielen vollziehen sie den
                            Perspektivenwechsel.

                            Die Kinder lernen, sich in der Klasse sprachlich durchzusetzen oder
                            zurückzunehmen und dabei Sprechregeln zu beachten. Sie erlernen das Lesen und
                            Schreiben. Lesen- und Schreibenlernen gelingen, sobald das Interesse dafür da ist.
                            Für den Schrifterwerb verfeinern sie ihre motorischen Fähigkeiten.

                            Im 1. Zyklus ist es wichtig, vielfältige Erfahrungen mit der eigenen und anderen
                            Sprachen zu sammeln, um das Sprachgefühl zu verfeinern. Zunehmend denken die
                            Kinder über diese Erfahrungen nach und werden sich ihrer Strategien immer mehr
                            bewusst.

                            Schülerinnen und Schüler begegnen Kindern mit anderen Sprachen und Kulturen
                            und werden dadurch für sprachliche und kulturelle Vielfalt sensibilisiert (siehe auch
                            Grundlagen Kapitel Schwerpunkte des 1. Zyklus).

                                                                                                                   L

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56 Fachbereichslehrplan | Sprachen | Didaktische Hinweise

   Förderung von                  Die Förderung der Sprachkompetenz ist entscheidend für den Schulerfolg. Denn
   Sprachkompetenzen in allen     Sprache ist ein grundlegendes Instrument der Wissensaneignung, des Austauschs
   Fachbereichen                  und der Reflexion. In der Schulsprache werden Grundlagen gelegt, die im
                                  Fachunterricht angewendet und erweitert werden. Um Sprachkompetenzen zu
                                  vertiefen, müssen die Schülerinnen und Schüler vielfältige sprachliche Erfahrungen
                                  sammeln.

                                  Neue Lehrmittel verfügen über ein breites gedrucktes und elektronisches Angebot.
                                  In allen Fachbereichen und bei allem Überfachlichen wird darauf hingewiesen, dass
                                  zusätzlich zu Lehrmitteln ausserschulische Lerngelegenheiten und authentische,
                                  lebensnahe Informationsquellen genutzt werden.

                                  Wo eine Kompetenzstufe nicht am zitierten Medium aufgebaut werden kann, wird
                                  ein anderes Medium derselben Sprache oder dasselbe Medium in einer anderen
                                  Sprache verwendet. Damit ist eine umfassende Sprachförderung gewährleistet.

   Schulsprachen Deutsch, Romanisch und Italienisch

   Umgang mit Sprachformen        Kinder bringen bereits Erfahrungen mit verschiedenen Sprachformen mit. An diesen
                                  Erfahrungen knüpft die Volksschule an, um die verschiedenen Sprachformen
                                  spielerisch zu erproben, das vorhandene Interesse an Sprachen zu verstärken sowie
                                  Gebrauch und Funktion der Sprachformen zu reflektieren. Die Schülerinnen und
                                  Schüler lernen, diese situationsangepasst anzuwenden: Mundart und
                                  Standardsprache Deutsch; Dialekt und Standarditalienisch; Ortsdialekt, Idiom oder
                                  Rumantsch Grischun. Je nach sprachspezifischem Gebrauch wenden sie die
                                  Sprachform kreativ, sorgfältig, sprachlich korrekt, gesprochen, geschrieben usw.
                                  an.

   Verschränkung der Kompetenzen  Im Unterrichtsalltag sind die vier Sprachhandlungen Hören, Lesen, Sprechen und
   im Sprachhandeln               Schreiben selten isoliert, sondern ineinander verschränkt. So gehören zum Dialog
                                  das Sprechen und das Zuhören. Die Schülerinnen und Schüler erweitern ihren
                                  Wortschatz rezeptiv, indem sie die Bedeutung von Wörtern aus dem Kontext
                                  erschliessen, und produktiv, indem sie Wörter und Wendungen angemessen zu
                                  verwenden suchen.

                                  Können die Schülerinnen und Schüler einen Hör- oder Lesetext nachspielen,
                                  nacherzählen, zusammenfassen oder in einer anderen Form verarbeiten, zeigt sich
                                  das Verständnis auf unterschiedlichen Ebenen.

   Hören und Sprechen             Vielfältige mündliche Situationen ermöglichen den Aufbau verschiedener Register.
                                  Wichtige Elemente für sicheres Auftreten und Präsentieren sind eine adressaten-
                                  gerechte Sprachform, der passende Einsatz der Stimme und der Blickkontakt.

                                  In der Interaktion mit einem Gegenüber werden die aufgebauten Hörkompetenzen
                                  genutzt. Z.B. kann auf para- und nonverbale Signale reagiert werden, indem
                                  nachfragt oder in eigene Worte gefasst wird.

                                  Die Schülerinnen und Schüler reflektieren regelmässig das Hör- und Präsentations-
                                  bzw. Gesprächsverhalten.

   Lesen und Schreiben            Die Schülerinnen und Schüler erwerben grundlegende Lesefähigkeiten und
                                  trainieren diese; sie lernen zunehmend, komplexere Texte zu verstehen und werden
                                  animiert, eigene Leseinteressen zu entwickeln. Durch ein breites Angebot werden
                                  diese unterschiedlichen Leseinteressen und -leistungen bedient.

                                  Schreiben nimmt im Sprachhandeln eine besondere Stellung ein. Im Zentrum des
                                  Unterrichts stehen der Schreibprozess und die Schreibprodukte. Die Schülerinnen
                                  und Schüler lernen, wie sie Ideen finden, den Schreibprozess planen, Texte
                                  formulieren und diese inhaltlich und sprachformal überarbeiten.

                                  Je nach Schreibsituation, Absicht und Textsorte werden die Schwerpunkte
                                  verschieden gesetzt: z.B. auf inhaltliche Verständlichkeit, sprachliche Ausgestaltung

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Reflexion über Sprache und  oder formale Korrektheit.
Aufbau von Sprachwissen
                            Im Schreibprozess arbeiten die Schülerinnen und Schüler in verschiedenen
Reflexion über Literatur    Konstellationen zusammen. Beim Überarbeiten können die Sichtweisen der
                            Mitschülerinnen und Mitschüler oder der Lehrperson helfen, die Qualität eines
Handschrift                 Textes zu steigern.
Tastaturschreiben
                            In Sprache(n) im Fokus bauen Schülerinnen und Schüler Wissen über Sprache auf.
                            Sie sammeln, ordnen und kategorisieren sprachliche Phänomene und stellen
                            Vermutungen über zugrundeliegende Regeln an. Zudem eignen sie sich
                            Grammatikbegriffe und Rechtschreibregeln an.

                            Zu frühe Abstraktion und zu frühes Einfordern von grammatischen Begriffen und
                            Rechtschreibregeln beeinträchtigen sprachliches Lernen. Normverstösse sind im
                            Erwerbsprozess üblich und können fürs Lernen genutzt werden. Sprachliche
                            Normen werden aber von Beginn an thematisiert, denn nur wer die Norm als
                            Zielgrösse kennt, kann sie auch anstreben.

                            Im Laufe der Schulzeit bauen die Schülerinnen und Schüler ein Repertoire auf, um
                            über den Sprachgebrauch (z.B. geschlechtergerechte Sprache, Anredeformen,
                            mündliche und schriftliche Varietäten wie SMS und Chat, Gebrauch von
                            Fachausdrücken) und über Sprachstrukturen (z.B. Wort- und Satzbau)
                            nachzudenken. Die Reflexionsformen und die dafür nötigen Begriffe sind dem
                            Lernalter und Leistungsvermögen angepasst.

                            In Literatur im Fokus erleben die Schülerinnen und Schüler Sprache als bewusst
                            gestaltetes Produkt, das eigenes Sprachschaffen inspirieren kann. Sie erhalten
                            Raum, in vielfältige literarische Texte aus der eigenen oder anderen Kulturen
                            einzutauchen (z.B. Kinder- und Jugendliteratur, Comic, Hörbuch, DVD, Theater) und
                            sich unterschiedlich damit auseinanderzusetzen:

                                  1. Auseinandersetzung mit literarischen Texten: Literarisches Verstehen wird
                                     durch einen kreativen Umgang mit dem Text bzw. eine
                                     Anschlusskommunikation unterstützt (z.B. eigene Stimmung wahrnehmen,
                                     innere Bilder entwickeln, literarisches Gespräch). Dabei entwickeln die
                                     Schülerinnen und Schüler einen eigenen Lesegeschmack.

                                  2. Auseinandersetzung mit verschiedenen Autorinnen und Autoren und
                                     verschiedenen Kulturen: Literarische Texte sind von Autorinnen und Autoren
                                     in ihrer Zeit und in ihrem spezifischen Umfeld geschrieben worden. Das
                                     Wissen über Autorinnen und Autoren und deren Kultur bietet viele
                                     Verstehensansätze und ermöglicht ein breites Verständnis eines
                                     literarischen Textes.

                                  3. Literarische Texte: Beschaffenheit und Wirkung: Sie sind speziell gestaltet.
                                     Diese Gestaltung ist ebenfalls wichtig für das Verständnis der Texte.

                            Die Schülerinnen und Schüler lernen, in einer persönlichen Handschrift leserlich
                            und geläufig zu schreiben. Zu Beginn wird eine teilverbundene Schrift (Basisschrift)
                            unterrichtet. Darauf aufbauend entwickeln die Schülerinnen und Schüler eine
                            persönliche Handschrift. Sie werden vom 1. Zyklus an für eine günstige
                            Körperhaltung und optimale Abläufe des Schreibprozesses sensibilisiert.

                            Die Schülerinnen und Schüler lernen, die Tastatur effizient zu nutzen. Sie lernen von
                            Beginn an, auf eine ergonomische Platzierung der Finger und Hände zu achten. Im
                            2. Zyklus bietet sich die individuelle Schulung mittels geeigneter Tastaturschreib-
                            Lernprogramme zum eigenständigen Lernen im Rahmen von offenen
                            Unterrichtsformen an. Dafür ist im 2. Zyklus ein Zeitgefäss im Rahmen des Moduls
                            Medien und Informatik vorgesehen. Die blinde, perfekte Beherrschung der Tastatur
                            zu erwerben ist nicht Ziel der Volksschule.

                                                                                                                   L

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58 Fachbereichslehrplan | Sprachen | Didaktische Hinweise

   Fremdsprachen                 Die Schülerinnen und Schüler erwerben und entwickeln im
                                 Fremdsprachenunterricht kommunikative Fertigkeiten in den Bereichen Hören,
   Kommunikative Fertigkeiten    Lesen, monologisches und dialogisches Sprechen, Schreiben sowie in der
                                 Sprachmittlung, wo sie Inhalte sinngemäss von einer Sprache in eine andere
   Zielsprache als               übertragen.
   Unterrichtssprache
                                 Schülerinnen und Schüler werden befähigt, sprachliche Fertigkeiten in
   Bewusstheit für Sprachen und  unterschiedlichen, möglichst authentischen Situationen anzuwenden. Interessante
   Kulturen                      Inhalte und Sachthemen aus der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler bilden
                                 die Basis für sprachliches Handeln. Für den kontinuierlichen Aufbau der
   Authentische Begegnungen und  fremdsprachlichen Kompetenzen wird an das Anspruchsniveau und die
   direkter Kontakt              Lernbedürfnisse der Schülerinnen und Schüler angeknüpft.

                                 Für die erfolgreiche Bewältigung der kommunikativen Lernaufgaben benötigen die
                                 Lernenden entsprechende sprachliche Mittel. Systematische Arbeit an Wortschatz,
                                 Aussprache, Grammatik und Rechtschreibung sowie die Reflexion darüber sind im
                                 Kompetenzbereich Sprache(n) im Fokus beschrieben. Die Arbeit an diesen
                                 Kompetenzen ist nicht Selbstzweck, sondern dient in erster Linie der
                                 kommunikativen Handlung.

                                 Zu Beginn erleben und erfahren Schülerinnen und Schüler die angewendeten
                                 sprachlichen Mittel noch ohne explizites Regelwissen. Zunehmend erkennen sie
                                 aufgrund von Erfahrungen, Beobachtungen und Vergleichen Strukturen und
                                 Gesetzmässigkeiten und erschliessen allgemein gültige Regeln. Auf dieser Basis
                                 kann im 3. Zyklus aufgebaut werden.

                                 Grundsätzlich erfolgt der Fremdsprachenunterricht in der Zielsprache. Die
                                 Schülerinnen und Schüler brauchen einen möglichst grossen Input und ein reiches
                                 sprachliches Umfeld, um Fremdsprachen zu lernen. Sie sollen oft Gelegenheit
                                 erhalten, diese Sprachen zu hören und aktiv zu gebrauchen. So werden auch die
                                 Klassenführung (ital. gestione della classe, rom. manar classas, engl. classroom
                                 management, franz. gestion de la classe) in der Zielsprache gestaltet und der
                                 Wortschatz von Anfang an aufgebaut. Allerdings dürfen die Schülerinnen und
                                 Schüler am Anfang nicht überfordert werden. Kommunikationsblockaden
                                 erschweren das Lernen. Deshalb gilt der Grundsatz: So viel Fremdsprache wie
                                 möglich, so wenig Schulsprache wie nötig. Im Anfangsunterricht können Anleitungen
                                 und reflexive Phasen in der Schulsprache erfolgen. Mit steigender Kompetenz der
                                 Schülerinnen und Schüler nimmt der Gebrauch der Fremdsprache zu.

                                 Im Fremdsprachenunterricht lernen Schülerinnen und Schüler verschiedene
                                 Lebensverhältnisse und Kulturen von Menschen der Zielsprache kennen. Dies weckt
                                 das Interesse und begünstigt einen positiven Zugang zur Zielsprache und Kultur.

                                 Der Erwerb von Fremdsprachen geht einher mit der Reflexion über Sprache und
                                 einer Sensibilisierung für sprachliche Vielfalt. Die Schülerinnen und Schüler
                                 schärfen ihre Wahrnehmung und entwickeln eine Bewusstheit für Sprachen, indem
                                 sie diese analysieren, sprachliche Aspekte entdecken und ordnen. Sie nutzen
                                 Synergien, indem sie Zusammenhänge und Unterschiede zwischen verschiedenen
                                 Sprachen erkennen. Dadurch können sie Offenheit für andere Sprachen sowie
                                 Interesse an der Beschäftigung mit Sprache entwickeln. Bewusstes Erfassen und
                                 Vergleichen sprachlicher Phänomene erhöht die Einsicht ins Funktionieren von
                                 Sprache und verbessert die Sprachkompetenz.

                                 Begegnungen und Kontakte mit Menschen, welche die Zielsprache als Erstsprache
                                 sprechen, bieten Gelegenheit, die Sprache in authentischen Situationen zu
                                 gebrauchen. Verschiedene Austauschaktivitäten wie Exkursionen ins
                                 Zielsprachgebiet, virtuelle Kommunikation, Einzel- oder Klassenaustausch
                                 ermöglichen eine reale Verwendung der gelernten Sprache. Der direkte Kontakt zu
                                 Sprecherinnen und Sprechern der anderen Sprachregion fördert darüber hinaus das

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                                                           Lehrplan 21  15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Sprachen | Didaktische Hinweise                                                                59

                                  interkulturelle Verständnis und kann die Motivation für das Lernen nachhaltig
                                  stärken. Der Kanton Graubünden fördert die Nutzung von Synergien explizit.

Bilinguale Unterrichtssequenzen/  Sowohl im bilingualen als auch im immersiven Unterricht findet Fachunterricht in
immersiver Unterricht             der Zielsprache statt. Dabei werden Fachkenntnisse vermittelt wie wenn in der
                                  Schulsprache unterrichtet würde. Während die Lehrperson im bilingualen
                                  Unterricht einen expliziten Bezug zur Schulsprache und der Zielsprache herstellt,
                                  wird im immersiven Fachunterricht die Zielsprache implizit mitgelernt.
                                  Gelingensbedingungen für beide Unterrichtsformen sind hohe Sprachkompetenzen
                                  der Lehrpersonen und geeignete Lernmaterialien.

                                  Unterricht in der Fremdsprache kann durch Phasen bilingualen Unterrichts ergänzt
                                  werden. Diese können verschiedene Formen und Ausprägungen annehmen und je
                                  nach Ressourcen und Potenzial der Lehrpersonen verschieden gestaltet werden. So
                                  können kürzere oder längere Unterrichtseinheiten eingeplant werden oder
                                  bilingualer Unterricht kann sich über mehrere Wochen ausdehnen. Die Lehrperson
                                  kann die bilinguale Sequenz selber oder im Sinne eines fächerübergreifenden
                                  Unterrichts im Teamteaching erteilen.

                                  Immersiver Unterricht erleichtert und optimiert das Erlernen von Sprachen. Je
                                  bewusster die Schülerinnen und Schüler ihre erworbenen Strategien im neuen
                                  Kontext des Fachunterrichts anwenden und ihren Wortschatz und ihr Repertoire an
                                  unterschiedlichen Textsorten erweitern, desto nachhaltiger vertiefen sie ihre
                                  sprachlichen Kompetenzen. Die Auseinandersetzung mit dem Sprachgebrauch im
                                  Fachunterricht wiederum hilft, Sachtexte besser zu verstehen und in der
                                  Erstsprache unbewusst angewendetes Sprachwissen bewusst zu machen. Um den
                                  sprachlichen Zugang zu einem Sachtext zu erleichtern, dient eine gezielte
                                  Unterstützung wie Schlüsselbegriffe, Dokumente zum Nachhören, sprachlich
                                  vereinfachte Texte oder Wörterlisten.

                                  Im Vordergrund steht der Aufbau von Fachkenntnissen, die Zweit- oder
                                  Fremdsprache wird mitgelernt und ist Mittel zum Zweck. Für Schülerinnen und
                                  Schüler zweisprachiger Schulen gelten die Grundansprüche der Schulsprache, die
                                  in der jeweiligen Schule gemäss Sprachengesetzgebung gilt.

                                  Da Deutsch an romanischsprachigen Schulen im Vergleich zu anderen
                                  Fremdsprachen eine grössere Bedeutung hat, werden im 2. und 3. Zyklus höhere
                                  Grundansprüche gefordert als in der 1. Fremdsprache anderswo. Das
                                  Kompetenzniveau im Lehrplan Deutsch an romanischsprachigen Schulen nähert sich
                                  im 3. Zyklus dem Niveau des Lehrplans Deutsch für deutschsprachige Schulen.

Ergänzende Hinweise für die 3. Fremdsprache

Wahlfach                          Der Lehrplan für die 3. Fremdsprache (Französisch, Italienisch oder Romanisch)
                                  lehnt sich in der Struktur und den zu erreichenden Kompetenzen an die 1. und 2.
                                  Fremdsprache an. Wesentliche Unterschiede betreffen den fakultativen Status.
                                  Entsprechend haben die Lehrpersonen die Freiheit, den Lehrplan klassengerecht
                                  und situativ einzusetzen. Neben der Vermittlung von Sprachkompetenzen steht das
                                  Ziel im Vordergrund, der hohen Motivation der Schülerinnen und Schüler, die sich
                                  freiwillig engagieren, gerecht zu werden und die Freude an der Sprache und am
                                  Sprachenlernen ins Zentrum zu stellen.

                                  Im Kanton Graubünden nimmt die 3. Fremdsprache verglichen mit anderen
                                  Kantonen eine Sonderstellung ein, da Französisch für weiterführende Schulen von
                                  Bedeutung sein kann (z.B. für Schülerinnen und Schüler aus Grigionitaliano, welche
                                  ihre Ausbildungen im Tessin absolvieren). Diese Sonderstellung zeigt sich in der
                                  Schulverordnung, welche die Schulen verpflichtet, Landessprachen unabhängig von
                                  der Anzahl Teilnehmenden als Wahlfächer anzubieten (vgl. Schulverordnung Art. 27
                                  ). Die Lehrpersonen unterstützen die Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer
                                  Leistungsmöglichkeit und ermöglichen, sich in zusätzliche Themen und Inhalte zu
                                  vertiefen (Enrichment) bzw. in eigenem Lerntempo an weiterführenden
                                  Kompetenzen zu arbeiten (Akzeleration).

                                                                                                                      L

15.3.2016                                               Lehrplan 21
60 Fachbereichslehrplan | Sprachen | Didaktische Hinweise

   Weiterführung der Didaktik der  Die bewusste Aktivierung des Vorwissens, der Transfer, die Anwendung von
   Mehrsprachigkeit                bekannten Strategien, der ökonomische und selbstständige Lernprozess haben als
                                   Prinzipien der Didaktik der Mehrsprachigkeit im Italienischunterricht einen hohen
                                   Stellenwert.

                                   Zudem hilft die Anwendung der Didaktik der Mehrsprachigkeit den Schülerinnen
                                   und Schülern, Italienisch im Gesamtkontext des (Fremd-)Sprachenlernens zu
                                   begreifen, die in den anderen Fremdsprachen erworbenen Kenntnisse aktiv zu
                                   nutzen, mit der neuen Sprache zu verknüpfen und Italienisch als gewinnbringendes
                                   Fach zu erleben.

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                                                           Lehrplan 21  15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Sprachen | Strukturelle und inhaltliche Hinweise                                            61

Strukturelle und inhaltliche Hinweise

Übersicht über den Sprachenlehrplan

Struktur Lehrpläne Deutsch und  Die Lehrpläne von Deutsch und den Fremdsprachen werden separat dargestellt,
Fremdsprachen                   haben jedoch gemeinsame Kompetenzbereiche. Hören, Lesen, Sprechen und
                                Schreiben sind dem Sprachhandeln zugeordnet. In Sprache(n) im Fokus und Literatur
Sprachenfolgen nach             im Fokus (Deutsch) bzw. Kulturen im Fokus (Fremdsprachen) sind Sprache(n) und
Sprachregionen                  sprachliche Erzeugnisse Gegenstand einer vertieften Auseinandersetzung mit
                                sprachlichen Phänomenen.

                                Die 1. und 2. Fremdsprache werden je in einem separaten Lehrplan abgebildet. Der
                                Orientierungspunkt und der Grundanspruch des 3. Zyklus sind für beide
                                Fremdsprachen dieselben. Für die 3. Fremdsprache ist ein eigener Lehrplan über
                                den 3. Zyklus beschrieben.

                                Sprachenübergreifende aufbauende Kompetenzen sind mit Verweisen
                                gekennzeichnet.

                                In der folgenden Tabelle sind alle möglichen Sprachenfolgen aufgeführt.

Schulsprachen                   Im Deutschlehrplan gibt es keine Anpassungen für Graubünden. Die Struktur und
                                der Inhalt des Romanisch- und Italienischlehrplans weichen dort ab, wo
                                sprachspezifische Kompetenzen erforderlich sind.

                                                                                                                   L

15.3.2016                       Lehrplan 21
62 Fachbereichslehrplan | Sprachen | Strukturelle und inhaltliche Hinweise

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   Lehrplan 21                                                              15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Sprachen | Strukturelle und inhaltliche Hinweise                                            63

Deutsch an romanischsprachigen  Deutsch an romanischsprachigen Schulen wird in einem eigenen Lehrplan
Schulen                         dargestellt und setzt sich aus den Lehrplänen der 1. Fremdsprache Deutsch und der
                                Schulsprache Deutsch zusammen. Im Kompetenzaufbau steht oberhalb jeder
                                Kompetenz, welcher Lehrplan als Grundlage dient.

Fremdsprachen                   Deutsch an italienischsprachigen Schulen, Italienisch und Romanisch an
                                deutschsprachigen Schulen werden im Lehrplan 1. Fremdsprache Kanton
15.3.2016                       Graubünden gemeinsam, aber mit sprachspezifischen Beispielen, dargestellt.
                                Dasselbe gilt für die 3. Fremdsprache mit Beispielen für Französisch, Italienisch
                                und Romanisch. Englisch als 2. Fremdsprache ist für alle Sprachregionen gleich
                                und wird auch in einem separaten Lehrplan dargestellt.

                                                                                                                                                                                         L
                                                           Lehrplan 21
64 Fachbereichslehrplan | Sprachen | Strukturelle und inhaltliche Hinweise

   Grundansprüche               Die Grundansprüche der Schulsprachen Deutsch, Romanisch und Italienisch richten
                                sich nach den Grundkompetenzen (nationale Bildungsstandards). In Romanisch
   Schulsprachen                beziehen sich alle Grundansprüche und Kompetenzen in allen Zyklen auf die
                                Alphabetisierungssprache. Im 3. Zyklus werden an Schulen, die im Idiom
   Gemeinsamer europäischer     alphabetisieren, im Sinne einer Annäherung einzelne Texte in Rumantsch Grischun
   Referenzrahmen für Sprachen  gelesen und gehört.

                                Die zu erwerbenden Kompetenzen der Zielsprachen orientieren sich am
                                Kompetenzmodell des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen
                                (GER) und berücksichtigen die im Anschluss entwickelten Zwischenniveaus. Die
                                Formulierungen wurden teilweise angepasst und durch eigene Beschreibungen
                                ergänzt. Bei den Kompetenzen zum Sprachhandeln (jeweils 1. Kompetenz bzw. 1.
                                und 2. Kompetenz im Sprechen) werden die validierten Niveaus (z.B. A1.1) grafisch
                                ausgewiesen. Zudem werden bei den Grundansprüchen die Niveaus durch einen
                                Hinweis auf die Grundkompetenzen (nationale Bildungsstandards) ergänzt.

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                                Lehrplan 21                                 15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Sprachen | Strukturelle und inhaltliche Hinweise                                   65

Fehlende Grundansprüche  Bei wenigen Kompetenzaufbauten sind keine Grundansprüche gesetzt worden. Bei
                         diesen Aufbauten wird nicht vorausgesetzt, dass die Schülerinnen und Schüler im
                         betreffenden Zyklus eine bestimmte Kompetenzstufe erreichen sollen. Sie müssen
                         aber die Möglichkeit erhalten, an den Kompetenzstufen, die zum Auftrag des
                         jeweiligen Zyklus gehören, zu arbeiten.

Grundansprüche für das   Der Grundanspruch der 3. Fremdsprache (Französisch, Italienisch oder Romanisch)
Wahlfach im 3. Zyklus    wurde auf der Basis von drei Jahreslektionen gesetzt.

                                                                                                          L

15.3.2016                Lehrplan 21
66 Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau

    Deutsch

D

                                                     Lehrplan 21  15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau                                                                                    67

D.1        Hören

A          Grundfertigkeiten

                                                                                                       Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Laute, Silben, Stimmen, Geräusche EZ - Wahrnehmung (2)
                                                                                                       EZ - Räumliche Orientierung
           und Töne wahrnehmen, einordnen und vergleichen. Sie können ihren
                                                                                                       (4)

           rezeptiven Wortschatz aktivieren, um das Gehörte angemessen schnell

           zu verstehen.

D.1.A.1    Die Schülerinnen und Schüler ...

1          a können die Aufmerksamkeit auf die sprechende Person und deren Beitrag richten.

           b können Klänge, Geräusche sowie Reime, Silben und einzelne Laute (z.B. Anlaute)
                  heraushören (phonologische Bewusstheit).

           c können den Tonfall einer Stimme in der entsprechenden Situation deuten (z.B.
                  Lautstärke, Geschwindigkeit, Stimmlage).

           d können unterschiedliche Laute und Lautverbindungen heraushören, im Wort verorten
                  (Anlaut, Mittellaute, Endlaut) und mit Erfahrungen aus der Erstsprache vergleichen.
                  können einzelne Wörter und Wendungen in vertrauten Situationen verstehen oder deren
                  Bedeutung erfragen und so ihren rezeptiven Wortschatz erweitern.

           e können nonverbale Mittel (z.B. Gestik, Mimik, Körperhaltung) und paraverbale Mittel
                  (z.B. Intonation, Sprechfluss) in der Hörsituation deuten.
                  können eine Hörerwartung aufbauen und die nötige Ausdauer aufbringen, um einem
                  längeren Hörbeitrag zu folgen.

2          f können in anforderungsreichen Situationen (z.B. Zeitdruck, Nebengeräusche)

           Emotionen der sprechenden Person einschätzen.

           können Wörter und Wendungen in unterschiedlichen Situationen verstehen und so ihren

           rezeptiven Wortschatz erweitern.

           g können unterschiedliche Sprachregister aufgrund des Wortschatzes erkennen (z.B.
                  Fachsprachen, Jugendsprachen, Sportsprachen).

3          h können Wörter und Wendungen in unterschiedlichen Situationen verstehen, sie

           Sprachregistern zuordnen und so ihren rezeptiven Wortschatz differenzieren.

                                                                                                                                    D

15.3.2016                                         Lehrplan 21                                                                       1
68 Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau

   D.1               Hören

   B                 Verstehen in monologischen Hörsituationen

        1. Die Schülerinnen und Schüler können wichtige Informationen aus                                  Querverweise
                Hörtexten entnehmen.                                                                       EZ - Zusammenhänge und
                                                                                                           Gesetzmässigkeiten (5)

   D.1.B.1           Die Schülerinnen und Schüler ...

   1a                können einfache Aufträge und Erklärungen zu bekannten Sachthemen und                  FS1GR.1.B.1.c
                     Alltagssituationen verstehen und ausführen (z.B. alltägliche Abläufe).                FS2GR.1.B.1.c
                  b  können zum Hörtext etwas Passendes produzieren (z.B. inneres Bild zeichnen, etwas
                  c  formen, spielerisch darstellen).

                  d  können erzählen, was sie aus Hörtexten erfahren haben (z.B. vorgelesene Erzählung,
                     erzähltes Sachthema, Bilderbuch, Verse).
   2e                können der Handlung einer einfachen Erzählung folgen.

                     können Mitteilungen und Erklärungen verstehen und Aufträge ausführen.
                     können einem kurzen Hörtext (z.B. Erzählung) bis zum Ende folgen und die für sie
                     bedeutsamen Inhalte wiedergeben.
                     können einzelne im Hörtext genannte Wörter und Wendungen erfragen und so ihren
                     rezeptiven Wortschatz erweitern.

                     können ein globales Hörverständnis zu verschiedenen Hörtexten aufbauen (z.B.
                     Erzählung, Theaterstück, Szene aus Film, Gedicht, Sachtext).
                     können Wichtiges in einfachen Mitteilungen erkennen (z.B. telefonische Auskunft,
                     Lautsprecherdurchsage).
                     können die Bedeutung einfacher unbekannter Wörter aus dem Kontext erschliessen.

                     können mit Unterstützung eine Hörerwartung aufbauen (z.B. Vorwissen aktivieren,       FS1GR.1.B.1.b
                     durch vorheriges Lesen der Hörverständnis-Fragen).                                    FS1GR.1.B.1.e
                     können Hörtexten folgen, naheliegende implizite Informationen erschliessen und kurze  FS2GR.1.B.1.b
                     Szenen (aus einer Hörgeschichte) nachspielen.

        f können unter Anleitung wichtige, auch implizite Informationen eines Hörtextes
              verstehen und wiedergeben (z.B. Bericht, Vortrag, Hörspiel).
              können Kernaussagen von Erklärungen und Berichten verstehen, notieren und
              visualisieren (z.B. Mindmap, Diagramm).
              können die Bedeutung von unbekannten Wörtern aus dem Kontext erschliessen,
              erfragen oder mit Unterstützung mit geeigneten Hilfsmitteln (z.B. Wörterbuch,
              Sachbuch, Internet) nachschlagen und damit ihren rezeptiven Wortschatz erweitern.

   3    g können komplexere, mehrteilige Aufträge verstehen und ausführen.                                 FS2GR.1.B.1.e

                     können längeren Theaterstücken, Filmen und Hörspielen folgen.

                     können die Bedeutung von unbekannten Wörter erfragen oder mit geeigneten

                     Hilfsmitteln erschliessen und differenzieren damit ihren rezeptiven Wortschatz aus.

        h können fehlende Informationen (z.B. bei einem Vortrag, Fernsehsendung) selbstständig
               erkennen, erfragen oder mit geeigneten Hilfsmitteln erschliessen.
               können ein gezieltes Hörverständnis verschiedener Hörtexte aufbauen, um das
               Wichtigste zusammenzufassen (z.B. Bericht, Vortrag, Theaterstück).

D

1                                                      Lehrplan 21                                                        15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau                                                                                69

D.1        Hören

C          Verstehen in dialogischen Hörsituationen

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Gesprächen folgen und ihre                         Querverweise
                   Aufmerksamkeit zeigen.                                                            EZ - Sprache und
                                                                                                     Kommunikation (8)
                                                                                                     EZ - Eigenständigkeit und
                                                                                                     soziales Handeln (9)

D.1.C.1    Die Schülerinnen und Schüler ...

1          a können in einer vertrauten Gesprächssituation dem Gesprochenen folgen und ihre

           Beteiligung zeigen.

           b können Gesprächen folgen und dabei ihre Aufmerksamkeit nonverbal (z.B. Mimik,
                  Körpersprache), paraverbal (z.B. Intonation) und verbal (Worte) zeigen.
                  können sich wichtige Inhalte aus einem Gespräch merken.
                  können an einem Gespräch teilnehmen und die entsprechenden Gesprächsregeln meist
                  einhalten (z.B. zuhören, ausreden lassen).

           c können in vertrauten Kommunikationssituationen Stimmungen wahrnehmen (z.B.
                  emotionale Verletzung, Betroffenheit, Wut, Ärger, Freude).
                  können Gesprächsbeiträgen folgen und sich für sie Bedeutsames merken.
                  können nachfragen, wenn sie etwas in einem Gespräch nicht verstanden haben.

2          d können ihre Aufmerksamkeit in einem längeren Gespräch aufrecht erhalten und sich

           passend einbringen.

           können längere Gespräche so verstehen, dass sie deren Inhalt wiedergeben können.

           e können verschiedenen, längeren Gesprächen folgen und dabei ihre aktive Beteiligung
                  nonverbal, paraverbal und verbal zeigen (aktives Zuhören).
                  können vertraute Kommunikationssituationen, die Absichten der Sprechenden und die
                  emotionale Wirkung von Gehörtem einschätzen.
                  können im Gespräch gezielt nachfragen, wenn sie etwas genauer wissen möchten. Sie
                  können damit ihren Wortschatz erweitern.
                  können an einem Gespräch teilnehmen und die entsprechenden Gesprächsregeln meist
                  einhalten (z.B. zuhören, ausreden lassen).

           f können in Aushandlungs- oder Konfliktsituationen das Gesprächsverhalten der anderen
                 einschätzen und angemessen reagieren.

3          g können in Diskussionen und Debatten das Gesprächsverhalten und die darin liegende

           Strategie der anderen einschätzen, um mit eigenen Beiträgen angemessen reagieren zu

           können.

           können im Gespräch gezielt nachfragen, um eine Begründung einzufordern.

           können sich in einem Gespräch mit unbekannten Erwachsenen (in einem

           Vorstellungsgespräch, Schnupperlehre) auf die Person und die Situation einstellen.

           h können in Konfliktsituationen die eigenen und die Emotionen der anderen wahrnehmen
                  und im Gespräch thematisieren.
                  können verschiedene Gesprächsbeiträge so zusammenfassen, dass die wesentlichen
                  Elemente des ganzen Gesprächs deutlicher werden.
                  können nonverbale und paraverbale Signale im Gespräch bewusst einsetzen, um die
                  eigene Absicht durchzusetzen.

                                                                                                                                D

15.3.2016                                         Lehrplan 21                                                                   1
70 Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau

   D.1      Hören

   D        Reflexion über das Hörverhalten

                                                                                                      Querverweise

            1. Die Schülerinnen und Schüler können ihr Hörverhalten und ihr
                    Hörinteresse reflektieren.

   D.1.D.1  Die Schülerinnen und Schüler ...

   1        a können sich unter Anleitung und mithilfe konkreter Fragen mit anderen über Erzähltes

            austauschen.

            können sich mithilfe konkreter Fragen über ein Gespräch und ihr Gesprächsverhalten

            austauschen.

   2        b können sich Störfaktoren einer Gesprächssituation bewusst machen und sie beim

            Zuhören berücksichtigen (z.B. Lärmpegel, undeutliche Aussprache).

            c können mithilfe von Leitfragen beschreiben, welche Hörstrategien sie beim Zuhören       FS1GR.1.B.1.a
                   anwenden, um das Gehörte zu verstehen (z.B. einen Hörtext in Portionen abspielen,  FS2GR.1.B.1.a
                   Fragen vor dem Zuhören lesen).
                   können sich unter Anleitung darüber austauschen, welche Wirkung ein
                   Gesprächsbeitrag auf sie hat.

   3        d können mithilfe von Leitfragen das eigene Verständnis und den Aussagegehalt des         FS1GR.1.B.1.d
                                                                                                      FS2GR.1.B.1.d
            Gesagten beurteilen.

            können mithilfe von Leitfragen beschreiben, wo sie beim Zuhören Probleme hatten und

            wie sie ihre Hörstrategien anpassen könnten (z.B. Notizen machen).

            können mit Unterstützung beschreiben, was ihnen das Zuhören erleichtert (z.B. sich in

            Bezug auf Thema, Person, Gesprächssituation vorbereiten, nachfragen).

            können unter Anleitung das eigene Hör- bzw. Gesprächsverhalten reflektieren, um

            daraus fürs nächste Gespräch Schlussfolgerungen zu ziehen.

            e können darüber nachdenken, wie sie einen Hörtext, Film oder Redebeitrag verstanden
                   haben und welche Informationen für ihr Ziel besonders relevant sind.
                   können ihr Verständnis eines Redebeitrags mit Bezug auf das Gehörte begründen.
                   können über die unterschiedliche Aussagekraft von vorgebrachten Argumenten
                   nachdenken.

D

1                                                    Lehrplan 21                                                     15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau                                                                                      71

D.2        Lesen

A          Grundfertigkeiten

           1. Die Schülerinnen und Schüler verfügen über Grundfertigkeiten des                         Querverweise
                   Lesens. Sie können ihren rezeptiven Wortschatz aktivieren, um das                   EZ - Lernen und Reflexion (7)
                   Gelesene schnell zu verstehen.                                                      EZ - Räumliche Orientierung
                                                                                                       (4)

D.2.A.1    Die Schülerinnen und Schüler ...

1          a können Piktogramme und einfache Wortbilder aus ihrem Alltagsleben wieder erkennen

           (z.B. Migros, Coop, Volg, Coca Cola, Passugger, Valser, Graubünden Tourismus).

           können einzelne Buchstaben wiedererkennen (z.B. aus dem eigenen Namen).

           können einen Zugang zu (Bilder-)Büchern finden.

           b können die passende Beziehung zwischen Buchstaben und Lauten herstellen sowie
                  Buchstaben zu Silben und kurzen Wörtern aus dem schulnahen Wortschatz verbinden.
                  können kurze Sätze langsam erlesen.

           c erkennen vertraute Wörter auf einen Blick (Sichtwortschatz).
                  können kurze Texte, deren Thema vertraut ist, laut oder still lesen.

           d erkennen häufig wiederkehrende Morpheme auf einen Blick (z.B. ver-, vor-, nach- als
                  Vormorpheme, bekannte Stamm-Morpheme).

2          e können eine inhaltliche und grammatische Leseerwartung aufbauen.

           f können einen längeren geübten Text flüssig vorlesen.
                 können Wörter bzw. Wortbilder, die ihnen vertraut sind, schnell erkennen (rezeptiver
                 Wortschatz aktivieren).

           g verfügen über ein Lesetempo, das dem Textverstehen dient.

3          h können einen geübten Text flüssig, mit angemessener Intonation und verständlich

           vorlesen.

           können Wörter und Wendungen in unterschiedlichen Texten verstehen, sie

           Sprachregistern zuordnen (z.B. Fachsprache) und so ihren rezeptiven Wortschatz

           differenzieren.

                                                                                                                                      D

15.3.2016                                         Lehrplan 21                                                                         2
72 Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau

   D.2               Lesen

   B                 Verstehen von Sachtexten

                                                                                                               Querverweise

        1. Die Schülerinnen und Schüler können wichtige Informationen aus
                Sachtexten entnehmen.

   D.2.B.1           Die Schülerinnen und Schüler ...

   1a                können einfache Sachverhalte in Bildern und Aufträge in Bildform verstehen.               MI.1.2.a
                     können einfache Piktogramme aus ihrem Alltagsleben lesen und verstehen.
                  b  können erzählen, was sie durch Medien erfahren haben (z.B. Kindersendung, Film,
                  c  Lernspiel).

                  d  können kurze Sätze zu einem Sachthema mit Bild-Unterstützung oder unter Anleitung
                     verstehen.
   2e                können wichtige Wörter zum behandelten Thema lesen und verstehen.

                     können Abbildungen und Text bei bebilderten Sachtexten zueinander in Beziehung            BG.3.B.1.2a
                     setzen.
                     können die nötige Ausdauer aufbringen, um übersichtlich strukturierte Sachtexte zu
                     Themen, die sie interessieren, zu lesen.
                     können mithilfe von gezielten Fragen einen einfachen Sachtext als Ganzes verstehen
                     und wichtige Informationen entnehmen.

                     können unter Anleitung die Bibliothek als Ort zur Lektüre- und Informationsbeschaffung
                     nutzen.
                     können aus kurzen, mit Titel und Absätzen übersichtlich strukturierten und illustrierten
                     Sachtexten wesentliche Informationen entnehmen.

                     können übersichtliche Sachtexte mit Fotos und Abbildungen überblicken.
                     können das eigene Vorwissen aktivieren und mithilfe von eigenen oder vorgegebenen
                     Fragen eine Leseerwartung aufbauen.
                     können Abbildungen zum Verstehen des Textes nutzen.
                     können in kurzen Sachtexten mit Unterstützung Wesentliches markieren und
                     Unklarheiten kennzeichnen.

        f können die Struktur eines Textes erkennen und explizite Informationen entnehmen.                     MI - Recherche und
              können einen übersichtlich strukturierten, kürzeren Text als Ganzes verstehen, auch              Lernunterstützung
              wenn sie einzelne Wörter nicht verstehen.                                                        FS1GR.2.B.1.b
              können mithilfe von zielgerichteten Fragen naheliegende implizite Informationen                  FS1GR.2.B.1.c
              erschliessen und Abbildungen und Text zueinander in Bezug setzen.                                FS2GR.2.B.1.b
              können die Bedeutung von unbekannten Wörtern aus dem Kontext erschliessen,                       FS2GR.2.B.1.c
              erfragen oder mit geeigneten Hilfsmitteln (z.B. Wörterbuch, Sachbuch, Internet)                  BG.3.B.1.2b
              nachschlagen und damit ihren rezeptiven Wortschatz erweitern.

        g können unter Anleitung Informationen aus übersichtlichen Grafiken, Diagrammen und MI - Recherche und
                                                                                                               Lernunterstützung
                     Tabellen entnehmen.
                                                                                                               NMG.9.1.h

                     können Sachtexte im Rahmen einer Recherche beschaffen (z.B. im Internet, in der

                     Bibliothek) und die darin enthaltenen Informationen mithilfe von Leitfragen für weitere

                     Arbeiten nutzen (z.B. Referat).

                     können Informationen aus unterschiedlichen Sachtexten unter Anleitung verarbeiten

                     (z.B. Stichwortliste, Mindmap, Zeitstrahl).

D

2                                                                 Lehrplan 21                                                      15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                                        73

                                                                                                         Querverweise

3          h können wesentliche Informationen aus diskontinuierlichen Sachtexten für den eigenen FS1GR.2.B.1.e

                                                                                                                                                                                                         FS2GR.2.B.1.e
           Wissensaufbau entnehmen, indem sie auch Zusammenhänge zwischen Text und
                                                                                                         BG.3.B.1.2c

           Abbildungen herstellen (z.B. Artikel aus Internet, Anleitung).

           können einen übersichtlich strukturierten Text als Ganzes verstehen sowie zentrale

           Elemente erkennen und mit der eigenen Lebenswelt in Verbindung bringen (z.B. Artikel

           aus Jugendzeitschrift).

           können mit Unterstützung längere diskontinuierliche Sachtexte überblicken und sich im

           Text orientieren.

           können mit Unterstützung die Bedeutung von unbekannten Wörtern aus dem Kontext

           oder mit geeigneten Hilfsmitteln (z.B. Wörterbuch, Sachbuch, Internet) erschliessen und

           differenzieren damit ihren rezeptiven Wortschatz aus.

           können Informationen aus unterschiedlichen Sachtexten verarbeiten (z.B. Stichwortliste

           weiterführen, Mindmap ergänzen, Zeitstrahl bezeichnen).

           können das Angebot einer Bibliothek nutzen und bei Bedarf Unterstützung selbstständig

           anfordern (z.B. für die Berufsfindung).

           i können sich eine eigene Meinung zu Aussagen und Wertvorstellungen aus Texten bilden
                 und diese präsentieren.
                 können Sachtexte aus dem Internet auf ihre Vertrauenswürdigkeit kritisch hinterfragen.

                                                                                                                                                                                                                        D

15.3.2016                                           Lehrplan 21                                                                                                                                                         2
74 Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau

   D.2      Lesen

   C        Verstehen literarischer Texte

                                                                                                          Querverweise

            1. Die Schülerinnen und Schüler können literarische Texte lesen und
                    verstehen.

   D.2.C.1  Die Schülerinnen und Schüler ...

   1        a können in einem Bild eine Situation erkennen (z.B. Figur, Handlung, mögliche

            Geschichte).

            können sich aus aneinander gereihten Bildern eine Geschichte vorstellen und diese im

            Gespräch erzählen (z.B. Bilderbuch).

            b können erzählte und vorgelesene Texte verstehen und darin den Handlungsstrang               MI.1.2.a

            erkennen (z.B. kleine Geschichte, Bilderbuch, Vers, Abzählreim).

            können einen linearen Erzählverlauf mit einer dazu gehörenden Bildabfolge verbinden.

            c können mithilfe von Nachfragen in Texten Handlungen und typische Eigenschaften der
                   Figuren verstehen.
                   können sich unter Anleitung zentrale Handlungen, Orte und Figuren in kurzen
                   Geschichten bildlich vorstellen und mit der eigenen Lebenswelt in Verbindung bringen.
                   können ihren rezeptiven Wortschatz erweitern, indem sie ihre Aufmerksamkeit unter
                   Anleitung auf bestimmte Wörter und Wendungen richten.
                   kennen die Bibliothek als Ort mit reichhaltigem Leseangebot und können unter
                   Anleitung Hörbücher, Bücher und andere Medien auswählen.

            d können ihr Textverständnis zeigen, indem sie einen Text gestaltend vorlesen (z.B.
                   einzelne Figuren stimmlich unterscheiden).

   2        e können mit Unterstützung aufgrund von Cover, Klappentext, Illustrationen und

            Textausschnitten, (Hör-)Bücher und andere Medien auswählen.

            können mit Unterstützung (z.B. Vorlesen, Hinweise durch Lehrperson, Hörbuch)

            Stimmungen, die ein Text vermittelt, wahrnehmen (z.B. Spannung in einem Krimi).

            f können ein Buch auswählen, indem sie in verschiedenen Büchern schnuppern (z.B.
                   durchblättern, Anfang oder Schluss lesen).
                   können sich in Figuren hineinversetzen, ihr Handeln sowie mit Unterstützung deren
                   Absichten und Motive nachvollziehen und diese mit der eigenen Lebenswelt in
                   Verbindung bringen.
                   können in Gedichten den für sie bedeutsamen Kerngedanken mit Unterstützung
                   formulieren.
                   können ihr Textverständnis zeigen, indem sie einen Text gestaltend vorlesen, dass
                   Unterschiede zwischen erzählend-beschreibenden Passagen und Figurenrede deutlich
                   werden.
                   können sich mit Unterstützung in einer Schulbibliothek orientieren und deren Angebote
                   nutzen.

            g können mit Unterstützung typische Eigenschaften wie gerecht und ungerecht und
                   Absichten der Figuren erschliessen, auch wenn diese nicht explizit erwähnt sind.

D

2                                                    Lehrplan 21                                                        15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau                                                                  75

                                                                                                    Querverweise

3          h können ihr Leseinteresse beschreiben, entsprechend Bücher auswählen und

           selbstständig lesen.

           können mit Unterstützung implizite Informationen aus Geschichten verstehen,

           insbesondere Absichten und Eigenschaften von Figuren.

           können den für sie bedeutsamen Kerngedanken eines Gedichts formulieren.

           können ihren Wortschatz mithilfe der eigenen Lektüre differenzieren.

           können ihr Textverständnis zeigen, indem sie einen Text gestaltend vorlesen, sodass die

           Stimmung und Stimmungswechsel, die Figuren deutlich werden.

           können das Angebot einer Bibliothek nutzen und bei Bedarf selbstständig Unterstützung

           anfordern.

           i können sich eine Meinung zu einem Text bilden und diese begründen.
                 können Eigenschaften, Stimmungen und Absichten der Figuren erschliessen und
                 erklären, auch wenn diese nicht explizit erwähnt sind.

                                                                                                                  D

15.3.2016                                         Lehrplan 21                                                     2
76 Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau

   D.2               Lesen

   D                 Reflexion über das Leseverhalten

                                                                                                          Querverweise

        1. Die Schülerinnen und Schüler können ihr Leseverhalten und ihre
                Leseinteressen reflektieren.

   D.2.D.1           Die Schülerinnen und Schüler ...

   1                 können sich unter Anleitung und mithilfe gezielter Fragen mit anderen über Gelesenes
                     austauschen.
                  a  können sich mithilfe gezielter Fragen darüber austauschen, welche Leseinteressen sie
                     haben und können so ihre Lektürewahl in der Bibliothek, in der Leseecke reflektieren.
                  b
                     können unter Anleitung und mit passenden Beurteilungshilfen einander
   2c                Rückmeldungen geben, wie gut sie (vor-)lesen.

                     können unter Anleitung beschreiben, welche Lesestrategien sie angewendet haben (z.B. FS1GR.2.B.1.a

                                                                                                                                                                                                        FS2GR.2.B.1.a

                     überblicken, markieren, Randnotizen).
                     können unter Anleitung darüber nachdenken, wie sie einen Text verstanden haben, und
                     sich über ihr Textverständnis austauschen.
                     können beschreiben, unter welchen Voraussetzungen sie sich auf eine Lektüre
                     einlassen und wie sie ins Lesen versinken können.
                     können beschreiben, wie sie das Lesen von Texten auch ausserhalb des Unterrichts
                     bereichert und inwiefern dies ihren Horizont erweitert.

   3    d können unter Anleitung beschreiben, auf welche Weise sie eine vorgegebene

                     Lesestrategie angewendet haben und wie sie diese verbessern könnten.

                     können mithilfe von Rückfragen beschreiben, wieso beim Textverstehen Probleme

                     aufgetaucht sind und welche Schlüsse sie daraus ziehen.

                     können sich darüber austauschen, welche Leseinteressen sie haben, und können ihre

                     Lektürewahl begründen.

        e können erläutern, warum sie welche Lesestrategie gewählt haben.                                 FS1GR.2.B.1.d
               können beschreiben, wo beim Textverstehen Probleme aufgetaucht sind und wie sie            FS2GR.2.B.1.d

                     ihre Lesestrategien anpassen könnten.

                     können darüber nachdenken, wie sie einen Text verstanden haben und welche

                     Informationen für ihr Leseziel (z.B. Informationen für eine Präsentation) besonders

                     relevant sind.

                     können ihr Textverstehen mit Bezug auf den Text begründen und sich mit anderen über

                     Gelesenes selbstständig austauschen.

D

2                                                           Lehrplan 21                                                                                                                                                15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau                                                                                    77

D.3        Sprechen

A          Grundfertigkeiten

           1. Die Schülerinnen und Schüler können ihre Sprechmotorik, Artikulation,                    Querverweise
                   Stimmführung angemessen nutzen. Sie können ihren produktiven                        EZ - Körper, Gesundheit und
                   Wortschatz und Satzmuster aktivieren, um angemessen flüssig zu                      Motorik (1)
                   sprechen.                                                                           MU.1.B.1

D.3.A.1    Die Schülerinnen und Schüler ...

1          a können die meisten Laute des Deutschen sprechmotorisch isoliert und im Wort bilden.

           können Wörter, Wendungen (z.B. in Fragen, Aussagen, Aufforderung) und Satzmuster in

           vertrauten Situationen passend verwenden (produktiver Wortschatz).

           b können mit verständlicher Aussprache und angemessener Lautstärke in
                  Standardsprache (nach-)sprechen, wobei die Sprechweise auch mundartlich und
                  erstsprachlich gefärbt sein kann.
                  können ihren produktiven Wortschatz aktivieren, um sich in verschiedenen Themen und
                  Situationen sprachlich angemessen auszudrücken.

           c können nonverbale (z.B. Gestik, Mimik, Körperhaltung) und paraverbale Mittel (z.B.
                  Atmung, Intonation, Sprechfluss) angemessen verwenden.

2          d können das Zusammenspiel von Verbalem, Paraverbalem und Nonverbalem gestalten.

           verfügen über einen zunehmend reichhaltigen Wortschatz, um sich präzis

           auszudrücken.

3          e können Standardsprache flüssig sprechen, wobei diese mundartlich und erstsprachlich

           gefärbt sein darf.

           können das Zusammenspiel von Verbalem, Nonverbalem und Paraverbalem

           zielorientiert einsetzen (z.B. Vorstellungsgespräch).

           können ihr Sprechtempo und die Sprechweise der Situation angemessen steuern.

           können Wörter, Wendungen und Satzmuster in für sie neuen Situationen angemessen

           verwenden.

           f können der Hochlautung nahe Standardsprache sprechen, wobei diese leicht
                 mundartlich und erstsprachlich gefärbt sein kann.
                 können ihr Sprechtempo und ihre Stimmführung gezielt variieren.

                                                                                                                                    D

15.3.2016                                         Lehrplan 21                                                                       3
78 Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau

   D.3               Sprechen

   B                 Monologisches Sprechen

                                                                                                            Querverweise

        1. Die Schülerinnen und Schüler können sich in monologischen Situationen EZ - Lernen und Reflexion (7)
                                                                                                            EZ - Zeitliche Orientierung (3)
                     angemessen und verständlich ausdrücken.
                                                                                                            EZ - Zusammenhänge und

                                                                                                            Gesetzmässigkeiten (5)

   D.3.B.1           Die Schülerinnen und Schüler ...

   1a                können ihre Gefühle und Gedanken sowie Erlebnisse und Erfahrungen verbal oder
                     nonverbal mit Unterstützung zum Ausdruck bringen.
                  b
                  c  können Beobachtungen wiedergeben und einfache Sachverhalte mit Unterstützung
                     beschreiben.
                  d
                     können sich in Mundart und Standardsprache ausdrücken, wobei erstsprachliche und
   2e                mundartliche Elemente selbstverständlich sind.
                     können sich in verschiedenen Sprechsituationen ausdrücken, wenn sie dabei unterstützt
                     werden und sich vorbereiten können (z.B. Erzählung, Erklärung, Präsentation).
                     können kurze Gedichte vortragen (z.B. Abzählverse, Reime, Sprüche) .

                     können eine Geschichte verständlich nacherzählen.                                      MI.1.3.c
                     können mithilfe eines Schemas ihre Arbeitsergebnisse und Gedanken vortragen (z.B.      FS1GR.3.C.1.a
                     vorgegebene Textbausteine, Ablauf).                                                    FS2GR.3.C.1.a
                     können Ergebnisse einer Gruppenarbeit verständlich weitergeben und dabei               NMG.12.2.a
                     verschiedene Medien nutzen (z.B. Bild-, Textdokument).

                     können Strukturierungshilfen für eine Kurzpräsentation nutzen (z.B. Mindmap,           FS1GR.3.C.1.b
                     Gliederung, Stichworte).                                                               FS1GR.3.C.1.e
                     können ein Erlebnis mit einem erkennbaren Spannungsbogen erzählen.                     FS2GR.3.C.1.b
                     können eine erfundene Geschichte erzählen (z.B. mithilfe von Bildern, einer Skizze,    FS2GR.3.C.1.e
                     einer Erzählpartitur).

        f können ein Buch (Kinder-/Jugendliteratur, Sachbuch) oder einen Film in                            MI.1.3.f
              Standardsprache präsentieren.
              können eine Geschichte in Standardsprache zusammenhängend erzählen, wobei
              erstsprachliche und mundartliche Auffälligkeiten vorkommen können.
              können Arbeitsergebnisse der Klasse präsentieren.
              können Gedichte und Kurztexte vor einem Publikum wirkungsvoll vortragen.

        g können mit Unterstützung Sachthemen in Büchern und im Internet recherchieren,                     MI.1.2.e

                                                                                                            MI - Recherche und
                     auswählen, strukturieren und ihr Wissen präsentieren (z.B. Sachvortrag, Beschreibung, Lernunterstützung

                     Bericht, Podcast).

                     können mithilfe von Stichworten und Notizen eine Präsentation strukturieren.

   3    h können sich in der Standardsprache weitgehend sicher ausdrücken, wobei einzelne                   MI - Produktion und
                                                                                                            Präsentation
                     erstsprachliche und mundartliche Elemente vorkommen können.

                     können eine Geschichte adressatenorientiert (nach-)erzählen und mit der Stimme

                     gestalten (z.B. eigenes Erlebnis, aus einem Buch, einem Film).

                     können Arbeitsergebnisse und Sachthemen der Klasse strukturiert präsentieren und

                     die wesentlichen Aspekte hervorheben sowie dabei Medien ziel- und

                     adressatenorientiert nutzen.

        i können sich in der Standardsprache gewandt und sicher ausdrücken, wobei nur selten MI - Produktion und
                                                                                                            Präsentation
                     störende Fehlleistungen auftreten.
                                                                                                            MI - Produktion und

                     können eine Präsentation mit geeigneten sprachlichen Mitteln (z.B. rhetorische Frage, Präsentation

                     Wiederholungen, Stimme) und angemessenem Medieneinsatz gestalten.

D

3                                                        Lehrplan 21                                                             15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau                                                                                      79

D.3        Sprechen

C          Dialogisches Sprechen

           1. Die Schülerinnen und Schüler können sich aktiv an einem Dialog                           Querverweise
                   beteiligen                                                                          EZ - Sprache und
                                                                                                       Kommunikation (8)
                                                                                                       BNE - Politik, Demokratie und
                                                                                                       Menschenrechte

D.3.C.1    Die Schülerinnen und Schüler ...

1          a können die/den Gesprächspartner/in als Gegenüber wahrnehmen und mit ihr/ihm in

           Kontakt treten.

           können in einer vertrauten, selbstgewählten Sprechrolle an einem Spiel aktiv

           teilnehmen.

           b können auf direkt an sie gerichtete Fragen antworten.
                  können sich an einfachen, kurzen Gesprächen beteiligen.
                  können sich in kurzen Phasen an Gesprächsregeln halten (z.B. sich vor dem Reden
                  melden, zu den anderen gerichtet sprechen, Sie-Formen verwenden).

           c können einen Gesprächsbeitrag laut und deutlich in Mundart und in Standardsprache MI.1.4.a
                  formulieren.
                  können ihren Gesprächsbeitrag in einem Gespräch passend einbringen (z.B. auf andere
                  eingehend, nicht verletzend).
                  können einfache Alltagsgespräche selbstständig führen und Medien nutzen, um
                  bestehende Kontakte zu pflegen (z.B. Telefongespräch mit Bekannten) .

2          d können sich in längeren Gesprächen angemessen einbringen und thematisch passende

           Beiträge beisteuern.

           können eigene Gesprächsbeiträge aufschieben, damit andere ihren Beitrag zu Ende

           führen können.

           e können ihren Beitrag mit nonverbalen (z.B. Handzeichen) und verbalen Signalen
                  rechtzeitig ankündigen.
                  können ein Gespräch vorbereiten und durchführen (z.B. Telefongespräch,
                  Klassendiskussion).
                  können eine Gruppenarbeit leiten, wenn dafür klare Anweisungen vorliegen (z.B. Zeit
                  einhalten, Resultate festhalten).
                  können sich meist an festgelegte Gesprächsregeln halten (z.B. sich vor dem Reden
                  melden, zu den anderen gerichtet sprechen).
                  können ihre Gedanken im Gespräch einbringen, im Austausch verdeutlichen und ihre
                  Meinung mit einem Argument unterstützen.

           f können in Konsens- und Konfliktgesprächen ihre eigene Meinung in Mundart und              BO

           Standardsprache zum Ausdruck bringen und von sich aus mit einem Argument stützen.

           können zu einfachen Themen und in kurzen Gesprächen die Moderation übernehmen

           (z.B. Gruppenarbeit eröffnen, Klassenrat).

3          g können im Gespräch auf vorhergehende Aussagen Bezug nehmen.                               BO

           kennen wichtige Aspekte eines Vorstellungsgesprächs (z.B. Ablauf, Auftreten,

           Gesprächsregeln) und können diese in einem gespielten Vorstellungsgespräch

           anwenden.

                                                                                                                                      D

15.3.2016                                              Lehrplan 21                                                                    3
80 Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau

                                                                                                                                                                                                                                 Querverweise

                       h können mithilfe von Leitfragen ein Vorstellungsgespräch so vorbereiten, dass sie sich ERG.5.6.c
                               zielorientiert ausdrücken (z.B. Betriebs-, Berufskenntnisse, eigene Interessen).
                               können in Mundart und Standardsprache Gesprächsbeiträge und Argumente aufgreifen
                               und ihre eigenen Argumente darauf beziehen.
                               können sich selbstständig an Gesprächsregeln halten und nötigenfalls erweitern und
                               modifizieren bzw. im Gespräch thematisieren (z.B. sich vor dem Reden melden, zu den
                               anderen gerichtet sprechen).
                               können sich in einem gespielten Vorstellungsgespräch überzeugend präsentieren und
                               Antworten auf unerwartete Fragen finden.

                        i können ein Gespräch moderieren (vorbereiten, durchführen, auswerten).
                               können mit ihren Beiträgen ein Gespräch aufrechterhalten und zielorientiert lenken.
                               können sich an einem Gespräch mit unterschiedlichen Gesprächspartner/innen
                               eigenständig und adressatengerecht beteiligen (Peers, Erwachsene,
                               vertraut/unvertraut).

                        j können eine Diskussion selbstständig vorbereiten und leiten.
                               können das Wichtige von Gesprächsbeiträgen zusammenfassen, um das Gespräch zu
                               strukturieren.
                               können in Debatten argumentieren und einen Perspektivenwechsel vollziehen.
                               können ein Gespräch mit unbekannten Personen eröffnen.

D

3  Lehrplan 21                                                                                                                                                                                                                                 15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau                                                                                         81

D.3        Sprechen

D          Reflexion über das Sprech-, Präsentations- und Gesprächsverhalten

           1. Die Schülerinnen und Schüler können ihr Sprech-, Präsentations- und                         Querverweise
                   Gesprächsverhalten reflektieren.                                                       EZ - Sprache und
                                                                                                          Kommunikation (8)
                                                                                                          EZ - Fantasie und Kreativität
                                                                                                          (6)

D.3.D.1    Die Schülerinnen und Schüler ...

1          a können sich mithilfe von konkreten (Nach-)Fragen darüber austauschen, wie sie sich

           und wie sich andere im Gespräch verhalten haben.

           können Gespräche als Basis für Beziehungen erfahren.

2          b können eine angenehme und wertschätzende Gesprächsatmosphäre als Bereicherung

           erfahren und dies in eigenen Worten ausdrücken.

           c können über Sinn und Funktion von Gesprächsregeln nachdenken.
                  können mithilfe von Kriterien über eine Präsentation und ihre Wirkung nachdenken (z.B.
                  adressatengerecht).
                  können sich darüber austauschen, welche (emotionale) Wirkung ein Gesprächsbeitrag
                  auf sie hat.
                  können ihre Fortschritte in Bezug auf ihr Sprechverhalten in Präsentation und Gespräch
                  mithilfe von Leitfragen beschreiben.

           d können mithilfe von Leitfragen über die Gesprächsleitung einer Gruppenarbeit
                  nachdenken und Verbesserungsvorschläge machen.
                  können unter Anleitung darüber nachdenken, in welcher Art und Weise sie selber den
                  Gesprächsverlauf beeinflusst haben.

3          e können mithilfe von Rückfragen beschreiben, welche Vorgehensweisen oder                      FS1GR.3.C.1.d
                                                                                                          FS2GR.3.C.1.d
           Sprechstrategien sie angewendet haben, um ihre Meinung zu vertreten.

           können mithilfe von Kriterien eine eigene Präsentation beurteilen.

           können über die gewählten Gesprächsformen nachdenken und über deren

           Angemessenheit sprechen (z.B. Mundart-Standard-Wechsel, Höflichkeit,

           Jugendsprache).

           können mithilfe von Leitfragen beschreiben, wo sie im Gespräch oder bei einer

           Präsentation Probleme beim Sprechen oder Erklären hatten.

           f können mithilfe von Leitfragen über ein Gespräch, seinen Verlauf und seine Wirkung
                 nachdenken, sich darüber austauschen und daraus Schlüsse für nächste Gespräche
                 ziehen.
                 können über die unterschiedliche Aussagekraft von eigenen Argumenten nachdenken.

                                                                                                                                         D

15.3.2016                                         Lehrplan 21                                                                            3
82 Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau

   D.4      Schreiben

   A        Grundfertigkeiten

                                                                                                                                                                                                            Querverweise

            1. Die Schülerinnen und Schüler können in einer persönlichen Handschrift EZ - Körper, Gesundheit und
                                                                                                                                                                                                            Motorik (1)
                    leserlich und geläufig schreiben und die Tastatur geläufig nutzen. Sie
                    entwickeln eine ausreichende Schreibflüssigkeit, um genügend Kapazität
                    für die höheren Schreibprozesse zu haben. Sie können ihren produktiven
                    Wortschatz und Satzmuster aktivieren, um flüssig formulieren und
                    schreiben zu können.

   D.4.A.1  Die Schülerinnen und Schüler ...

   1        a können durch vielfältige Aktivitäten ihre Feinmotorik weiterentwickeln.

            b können eine günstige Körperhaltung beim Zeichnen und Schreiben einnehmen.

            c können die Grundbewegungen der Schrift nach allen Richtungen (z.B.
                   Buchstabenformen und -folgen) ausführen.
                   können einzelne Laute heraushören, diese den passenden Buchstaben zuordnen und
                   einzelne Wörter lautgetreu verschriften.

            d können das ganze Alphabet einer unverbundenen Schrift sowie die Ziffern mit optimalen
                   Abläufen geläufig schreiben.
                   können alle Laute und Lautverbindungen heraushören und in lautgetreuer (nicht
                   unbedingt orthografisch korrekter) Schreibung entsprechenden Buchstaben zuordnen.
                   können vertraute Wörter, Wendungen und Satzmuster in alltäglichen, bekannten
                   Schreibsituationen verwenden und ihren produktiven Wortschatz aktivieren (z.B. kurzer
                   Brief, Briefformeln).

            e können mit verschiedenen Schreibgeräten ihre Texte gestalten (z.B. verschiedene             MI - Handhabung
                   Schreibstifte, Tastatur).                                                              MI - Handhabung

            können mit grundlegenden Elementen der Bedienungsoberfläche eines Textprogramms

            umgehen.

   2        f können die Buchstabenabläufe in einer teilverbundenen oder verbundenen Schrift

            schreiben.

            g entwickeln Elemente einer persönlichen Handschrift.
                   können in einem dem Formulieren dienlichen Tempo mit verschiedenen Schreibgeräten
                   leserlich schreiben bzw. beherrschen die dafür nötige Feinmotorik.
                   können Wörter, Wendungen und Satzmuster in verschiedenen Schreibsituationen
                   angemessen verwenden und ihren produktiven Wortschatz aktivieren (z.B. Notizen
                   machen, Mindmap erstellen, Bericht oder Erzählung verfassen).

            h können in einer leserlichen, geläufigen und persönlichen Handschrift schreiben.
                   können in angemessener Schreibflüssigkeit (Handschrift) schreiben, um genügend
                   Kapazität für die höheren Schreibprozesse zu haben (z.B. Formulieren, Erzählfaden
                   entwickeln).

   3        i können ausreichend automatisiert (Handschrift und Tastatur) schreiben, um genügend MI - Handhabung

            Kapazität für die höheren Schreibprozesse zu haben (z.B. Ideen finden, planen,

            formulieren, überarbeiten).

            können den entsprechenden Wortschatz (z.B. textverknüpfende Mittel) aktivieren, um

            Sätze und Texte angemessen zu strukturieren.

D

4                                                    Lehrplan 21                                                           15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                                                   83

D.4        Schreiben

B          Schreibprodukte

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler kennen vielfältige Textmuster und können EZ - Zusammenhänge und
                                                                                                                                                                                                           Gesetzmässigkeiten (5)
                   sie entsprechend ihrem Schreibziel in Bezug auf Struktur, Inhalt,

                   Sprache und Form für die eigene Textproduktion nutzen.

D.4.B.1    Die Schülerinnen und Schüler ...

1          a können Erfahrungen sammeln mit vielfältigen altersgemässen Texten (z.B. Bilderbuch,

           Vorlesegeschichte, Brief, Notiz, Plakat), um Muster für das eigene Schreiben zu

           gewinnen (z.B. Kritzelbrief, Liste).

           b kennen Schrift als Trägermedium von Bedeutung und als Instrument, um Gedanken
                  festzuhalten und bei anderen etwas zu bewirken (z.B. Geschenkbrief, Dankeskarte,
                  Wunschliste).
                  kennen einfache Textmuster (z.B. Liste, Anrede, Namenskarte, Unterschrift) und nutzen
                  diese für das eigene Schreiben.

           c kennen das Muster eines persönlichen Briefs mit Anrede und Grussformel, um es für
                  das eigene Schreiben nutzen zu können.
                  kennen Elemente eines Geschichtenmusters (z.B. Märchenanfang/-ende), um sie für
                  das eigene Schreiben nutzen zu können.
                  kennen verschiedene Muster einfacher Informationstexte (z.B. einfaches Lernplakat,
                  Spielanleitung), um sie für das eigene Schreiben nutzen zu können.
                  kennen Muster verschiedener Kurztexte (z.B. Elfchen, Rätsel, Vers), um sie für das
                  eigene Schreiben nutzen zu können.

2          d kennen das Muster eines Dialogs, um es für das eigene Schreiben nutzen zu können.

           e kennen Erzählmuster wie Erzählperspektive, Perspektivenwechsel, um sie für das               BG.1.B.1.1b
                  eigene Schreiben nutzen zu können (z.B. Erlebniserzählung aus Sicht von zwei oder
                  mehr Figuren, Parallelgeschichte).
                  kennen inhaltliche und formale Merkmale von dokumentierenden Textsorten (z.B.
                  Lernjournal, Protokol), um sie für das eigene Schreiben nutzen zu können.

           f kennen vielfältige Textmuster (z.B. poetische Formen, Zusammenfassung, Interview, E- BO
                 Mail, Portfolio, Plakat, Wandzeitung, Präsentationsfolien), um sie für das eigene
                 Schreiben nutzen zu können.

3          g kennen Merkmale eines Bewerbungsschreibens und eines Lebenslaufs, um sie für das BO

           eigene Schreiben von Bewerbungen nutzen zu können.

           h kennen vielfältige Textmuster (z.B. Erzählung, Argumentation, Zeitungsbericht,               MI - Produktion und
                  Geschäftsbrief, Blog-Beitrag, Lernjournal, Flyer, Präsentationsfolien), um sie für das  Präsentation
                  eigene Schreiben nutzen zu können.                                                      MI - Produktion und
                  kennen Formulierungmuster, die typisch für verschiedene Textsorten sind (z.B.           Präsentation
                                                                                                          MI - Produktion und
                                                                                                          Präsentation

           Geschäftsbrief vs. E-Mail vs. privater Brief), um sie für das eigene Schreiben nutzen zu

           können.

           kennen alle Teile von Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Bewerbungsbrief).

                                                                                                                                                                                                                                   D

15.3.2016                                         Lehrplan 21                                                                                                                                                                      4
84 Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau

   D.4      Schreiben

   C        Schreibprozess: Ideen finden und planen

                                                                                                                                                                                                            Querverweise

            1. Die Schülerinnen und Schüler können ein Repertoire an angemessenen EZ - Fantasie und Kreativität
                                                                                                                                                                                                            (6)
                    Vorgehensweisen zum Ideenfinden und Planen aufbauen und dieses im

                    Schreibprozess zielführend einsetzen.

   D.4.C.1  Die Schülerinnen und Schüler ...

   1

            a können aus Geschichten, Bilderbüchern, Puppentheatern Ideen für eigene Geschichten MI.1.1.a
                   entwickeln und sich darüber austauschen.
                   können beschreiben, woher sie Informationen erhalten (z.B. Printmedien, Fernsehen,
                   Internet).

            b können unter Anleitung verschiedene Vorgehensweisen zur Ideenfindung und                MI - Recherche und

                                                                                                      Lernunterstützung
            Textplanung einsetzen (z.B. gemeinsam erstelltes Cluster, Ideennetz, W-Fragen, innere BG.1.A.1.a

            Bilder).

            können mithilfe von vorgegebenen Medien Informationen zu einem bestimmten Thema

            beschaffen (z.B. Buch, Zeitschrift, Lernspiel, Spielgeschichte, Website), damit sie die

            Inhalte für einen entsprechenden Sachtext erarbeiten können.

            c können erste Zielvorstellungen davon entwickeln, wozu sie schreiben.
                   zeigen die Bereitschaft, während des Schreibens neue Ideen zu entwickeln.

   2        d können allein oder in Gruppen verschiedene Schreibideen entwickeln, diese

            strukturieren und ihren Schreibprozess unter Anleitung planen (z.B. Mindmap,

            Stichwortliste).

            e können verschiedene Vorgehensweisen zur Ideenfindung bei Geschichten und Gedichten MI - Recherche und
                                                                                                      Lernunterstützung
            selbstständig einsetzen.
                                                                                                      BG.1.A.1.b

            können verschiedene Recherchiertechniken einsetzen, um die Inhalte für einen

            Sachtext zu erarbeiten und den Text zu planen.

            können Medien auswählen und als Informationsquelle für ihr Lernen nutzen (z.B.

            Lexikon, Suchmaschine, Schulfernsehen), damit sie die Inhalte für einen

            entsprechenden Sachtext erarbeiten können.

            f zeigen die Bereitschaft, auch längere Texte immer wieder mit neuen Ideen zu ergänzen
                  und auch bei auftauchenden Problemen den Schreibprozess entsprechend zu planen.
                  können Zielvorstellungen entwickeln und beschreiben, welches Schreibziel sie
                  verfolgen.

   3        g können Strategien zur Ideenfindung und Planung selbstständig so einsetzen, dass sich BG.1.A.1.c

            diese gegenseitig unterstützen.

            können Medien für den eigenen Lernprozess beim Ideenfinden und Planen

            selbstständig einsetzen (z.B. Sachbuch, Zeitschrift, Tool, soziales Netzwerk).

            h können mit Unterstützung längere Texte und grössere Schreibprojekte mit mehreren
                   Texten planen.
                   können an verschiedene Adressat/innen schreiben und kooperativ planen.
                   können das eigene Repertoire an Strategien beim Planen ihrer Texte selbstständig,
                   situationsangemessen und auf das Schreibziel ausgerichtet einsetzen.

D

4                                                    Lehrplan 21                                                          15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                                         85

D.4               Schreiben

D                 Schreibprozess: formulieren

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können ihre Ideen und Gedanken in eine
                   sinnvolle und verständliche Abfolge bringen. Sie können in einen
                   Schreibfluss kommen und ihre Formulierungen auf ihr Schreibziel
                   ausrichten.

D.4.D.1           Die Schülerinnen und Schüler ...

1                 können ihren produktiven Wortschatz erweitern, indem sie die als Formulierungshilfen
                  vorgegebenen Wörter und Wendungen für ihre Geschichten nutzen.
               a
               b  können in eine Geschichte oder ein Thema eintauchen und ihre Gedanken und Ideen
               c  ansatzweise in eine verständliche Abfolge bringen.

2d                können ihre Gedanken und Ideen in eine verständliche Abfolge bringen und in passende       MI - Produktion und
                  Worte fassen. Die Schreibsituation und der Schreibprozess werden dabei zunehmend           Präsentation
                  eigenständig gestaltet.
                  können ihre Formulierungen zunehmend dem Schreibziel anpassen (z.B.
                  adressatengerecht ausgerichtet).
                  können ihre Texte auch am Computer entwerfen und Grundfunktionen eines
                  Textverarbeitungsprogramms einsetzen (z.B. Elementen der Bedienungsoberfläche
                  nutzen: Datei öffnen, schreiben, speichern).

                  können Wörter, Begriffe und Wendungen zum Thema aufbauen und angemessen                    MI - Produktion und
                  verwenden.                                                                                 Präsentation

                  können sich in einen Schreibfluss versetzen (z.B. automatisches Schreiben,

                  Herumgehen und vor sich hin sprechen, gegenseitiges Erzählen, drauflos schreiben und

                  nicht dauernd korrigieren).

                  können ihre Gedanken und Ideen im Text in eine verständliche und sinnvolle Abfolge

                  bringen.

                  können Grundfunktionen von Programmen (z.B. verschieben, kopieren, löschen) nutzen,

                  um ihre Produkte zu erstellen und zu bearbeiten (z.B. Text, Tabelle, Präsentation, Bild).

3          e können vorgegebene Wörter als Formulierungshilfen nutzen und so ihren produktiven

                  Wortschatz erweitern.

                  kennen angemessene Vorgehensweisen, um Schreibblockaden zu überwinden (z.B. sich

                  bewegen, etwas trinken, kritzeln, mit jemanden reden).

                  können ihre Gedanken und Ideen im Text in eine verständliche und sinnvolle Abfolge

                  bringen und eine gezielte Wirkung erzeugen.

           f können textstrukturierende Mittel (z.B. Titel, Absätze) und textverknüpfende Mittel (z.B. MI.1.4.d
                                                                                                             MI - Produktion und
                  Pronomen, Partikel) beim Entwerfen gezielt setzen, um den Text klarer zu
                                                                                                             Präsentation

                  strukturieren.

                  können einzelne Mittel zur Leserführung beim Entwerfen eines längeren Textes

                  einsetzen (z.B. Überleitung, Untertitel, Wiederaufnahme).

                  können Vorlagen zur Strukturierung und Gestaltung von Texten verwenden.

                                                                                                                                                                                                                         D

15.3.2016                                           Lehrplan 21                                                                                                                                                          4
86 Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau

   D.4      Schreiben

   E        Schreibprozess: inhaltlich überarbeiten

                                                                                                              Querverweise

            1. Die Schülerinnen und Schüler können ihren Text in Bezug auf
                    Schreibziel und Textsortenvorgaben inhaltlich überarbeiten.

   D.4.E.1  Die Schülerinnen und Schüler ...

   1

            a können inhaltliche Unklarheiten besprechen, wenn die Lehrperson auf die
                   entsprechenden Textstellen hinweist.

            b können im Austausch mit anderen (z.B. Schreibkonferenz, Feedback) einzelne positive
                   Aspekte und Unstimmigkeiten im eigenen Text erkennen.

   2        c können die Leserperspektive ansatzweise einnehmen (z.B. mit Leitfragen, Denkmuster).

            d können einzelne vorher besprochene Punkte in ihren Texten mithilfe von Kriterien am
                   Computer oder auf Papier überarbeiten.
                   können mithilfe von Kriterien positive Aspekte erkennen sowie Unstimmigkeiten in
                   Bezug auf ihr Schreibziel feststellen und Alternativen finden (z.B. Wörter, Wendungen,
                   Aufbau, Reihenfolge).

            e können beim Besprechen ihrer Texte auch die Leserperspektive einnehmen und bei
                   Bedarf zusätzliche textstrukturierende Mittel einsetzen (z.B. Titel, Absatz, Aufzählung).

   3        f können im Austausch mit anderen am Computer oder auf Papier positive Aspekte                    BO

            erkennen sowie Unstimmigkeiten in Bezug auf ihr Schreibziel und Textsortenvorgaben

            feststellen und mit Hilfsmitteln Alternativen finden (z.B. Wörterbuch, Internet).

            können einzelne dieser Überarbeitungsprozesse selbstständig ausführen, wenn sie

            dabei Punkt für Punkt vorgehen.

            können Bewerbungsunterlagen mit Unterstützung (z.B. Lehrperson, Textbausteine)

            inhaltlich auf ihre Bewerbungssituation anpassen.

            g können einzelne Überarbeitungsprozesse am Computer und auf Papier selbstständig MI - Produktion und
                                                                                                              Präsentation
            ausführen, reflektieren und zielführende Strategien für das inhaltliche Überarbeiten
                                                                                                              MI - Produktion und

            finden.                                                                                           Präsentation

            können in Überarbeitungsprozessen Mittel zur Leserführung gezielt einsetzen, um den

            Text leserfreundlicher zu gestalten (z.B. Überleitung, Wiederaufnahme).

D

4                                                    Lehrplan 21                                                                   15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                                             87

D.4        Schreiben

F          Schreibprozess: sprachformal überarbeiten

                                                                                                       Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können ihren Text in Bezug auf
                   Rechtschreibung und Grammatik überarbeiten.

D.4.F.1    Die Schülerinnen und Schüler ...

1

           a können unter Anleitung bei der formalen Überarbeitung erste Regeln beachten:
                  lautgetreue Schreibweise, Wortgrenzen, Eigennamen und konkrete Nomen gross,
                  Satzanfang gross, Punkt am Satzende.

           b können ihren Text im Austausch mit anderen sprachformal überarbeiten, wenn die
                  Fehlerstelle markiert ist. Sie können dabei folgende Regeln in typischen Fällen
                  beachten: sch-Schreibung, sp-/st-Schreibung, ng-Schreibung, gebräuchliche abstrakte
                  Nomen gross, Satzschlusszeichen.

2          c können am Computer durch gezieltes Ausprobieren falsche Wortschreibungen

           korrigieren, wenn der Computer eine Falschschreibung anzeigt.

           können beim gemeinsamen Überarbeiten auf folgende Regeln achten: ie-Schreibung,

           e-/ä-Schreibung, Komma bei Aufzählungen.

           d zeigen die Bereitschaft, ihren Text auf Fehler hin durchzulesen und entwickeln dabei FS1GR.4.B.1.b
                  auch eine Fehlersensibilität.
                  können im Austausch mit anderen die meisten Unkorrektheiten in Wörtern und Sätzen
                  finden und sprachformal überarbeiten, wenn sie dabei Punkt für Punkt vorgehen. Sie
                  beachten dabei folgende Regeln: Wortstammregel bei leicht erkennbaren Stämmen,
                  Doppelkonsonantenregel, Grossschreibung von typischen abstrakten Nomen (z.B.
                  Glück), Kommas zwischen leicht erkennbaren Verbgruppen (Teilsätze). Die Zeichen bei
                  der direkten Rede können sie mithilfe eines grafischen Schemas setzen.
                  können die rechtschreibrelevanten Grammatikproben gezielt einsetzen.
                  können für Zweifelsfälle das Wörterbuch nutzen.

           e können einfache Rechtschreibprobleme erkennen und eine passende Lösungsstrategie MI - Produktion und
                                                                                                       Präsentation
           wählen (z.B. Stamm erkennen, Analogie suchen, Regelwissen aktivieren,
                                                                                                       FS2GR.4.B.1.b

           nachschlagen).

           können am Computer Korrekturprogramme angemessen einsetzen.

           können im Austausch mit anderen Unkorrektheiten in Wörtern und Sätzen feststellen

           und korrigieren. Sie beachten dabei folgende Regeln: Grossschreibung von abgeleiteten

           Nomen mit häufigen Nachmorphemen (z.B. Frei-heit, Entdeck-ung).

3          f können Texte sprachformal überarbeiten. Sie beachten dabei folgende Regeln inklusive BO

                                                                                                                                                                                                        MI - Produktion und
           wichtiger Ausnahmen: Wortstammregel, Doppelkonsonantenregel, Grossschreibung Präsentation

           von konkreten und abstrakten Nomen sowie abgeleitete Nomen mit Nachmorphemen, FS1GR.4.B.1.d

                                                                                                                                                                                              FS2GR.4.B.1.d

           Komma zwischen leicht erkennbaren Verbgruppen.

           können Wortschreibungen kritisch hinterfragen und mit dem Schul-Wörterbuch oder

           mit Nachfragen klären.

           können Bewerbungsunterlagen mit Unterstützung (z.B. Lehrperson, Textbausteine)

           durch mehrfaches Überarbeiten fehlerfrei herstellen.

           g können selbstständig auf Papier oder am Computer ihre Texte sprachformal                  MI - Produktion und
                  überarbeiten.                                                                        Präsentation

                                                                                                                                                                                                                             D

15.3.2016                                         Lehrplan 21                                                                                                                                                                4
88 Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau

   D.4      Schreiben

   G        Reflexion über den Schreibprozess und eigene Schreibprodukte

                                                                                                         Querverweise

            1. Die Schülerinnen und Schüler können über ihren Schreibprozess und
                    ihre Schreibprodukte nachdenken und deren Qualität einschätzen.

   D.4.G.1  Die Schülerinnen und Schüler ...

   1

            a können anhand von Leitfragen ihre Texte besprechen (z.B. einzelne Wörter, Sätze oder
                   Gestaltungselemente zeigen, die ihnen besonders gefallen).

            b können unter Anleitung ihre Vorgehensweisen beim Ideensammeln, Planen und                  FS1GR.4.B.1.a
                   Entwerfen besprechen.                                                                 FS2GR.4.B.1.a

   2        c können mithilfe von Kriterien über Textqualitäten sprechen, um damit ein Gefühl für

            gelungene Textstellen zu entwickeln (z.B. einzelne Wörter oder Sätze, die ihnen

            besonders gut oder nicht gefallen).

            können problematische Textstellen finden und alternative Formulierungen vorschlagen.

            d können im Austausch mit anderen eine Distanz zum eigenen Text aufbauen und ihn
                   mithilfe von Kriterien einschätzen (z.B. in einer Schreibkonferenz).
                   können beschreiben, was sie mit ihrem Text für eine Wirkung erzielen wollten (z.B.
                   Spannung, Überraschung, Ästhetik, Provokation), und im Austausch einschätzen, ob sie
                   diese Wirkung erreicht haben.

            e können die nötige Ausdauer aufbringen, um über ihre Texte und ihr Schreiben
                   nachzudenken.
                   können im Austausch mit anderen das eigene Schreibziel reflektieren und zur
                   Schreibaufgabe in Bezug setzen.
                   können Möglichkeiten und Grenzen eines Korrekturprogramms reflektieren und
                   erkennen mögliche Schwierigkeiten (z.B. Gross-/Kleinschreibung; Schreibungen
                   akzeptieren und im Wörterbuch aufnehmen).

   3        f können im Austausch mit anderen mithilfe von Kriterien einzelne Qualitäten ihres

            Textes besprechen, einschätzen und reflektieren und über die Qualität der Alternativen

            nachdenken.

            können wirkungsvolle und gelungene Textstellen identifizieren, beschreiben und daraus

            für ihr Schreiben Konsequenzen benennen.

            können ihre Schreibsituation und ihr Vorgehen beim Schreiben reflektieren und mit

            dem Vorgehen anderer vergleichen.

            g können im Austausch mit anderen über ihre Texte ihr Repertoire an Schreibstrategien FS1GR.4.B.1.c

                                                                                                                                                                                                          FS2GR.4.B.1.c

                   reflektieren und ausbauen.
                   können allein oder im Gespräch die kommunikative und ästhetische Wirkung und
                   Qualitäten ihrer Texte mithilfe von Kriterien differenziert einschätzen.

D

4                                                    Lehrplan 21                                                                                                                                                         15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                                         89

D.5        Sprache(n) im Fokus

A          Verfahren und Proben

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Sprache erforschen und Sprachen

                   vergleichen.

D.5.A.1    Die Schülerinnen und Schüler ...

1          a können sprachliches Material nach vorgegebenen Kriterien auswählen und ordnen (z.B.

           Wörter nach Anlaut sortieren, Reime ordnen, Wörter zu Begriffsfeld sammeln,

           Grussformen sammeln).

           können ansatzweise ihr Vorgehen beschreiben.

2          b können sprachliches Material aus einer vorgegebenen Sammlung auswählen oder

           dieses aus einer oder mehreren Sprachen selber erstellen (z.B. Laute, Klangbild

           anderer Sprachen, Wörter, Sätze, Piktogramme, Geheimschriften und andere

           Schriftarten, Redewendungen, Texte) und ihr Vorgehen nachvollziehbar beschreiben.

           können ihre Sammlung nach inhaltlichen und formalen Kriterien ordnen, wenn sie dafür

           die nötigen Kriterien erhalten.

           können mithilfe eines gezielten Hinweises auf die Ersatz-, Verschiebe-, Erweiterungs-

           oder Weglassprobe Sprachstrukturen untersuchen.

           können eigene Vermutungen über das untersuchte Sprachphänomen formulieren.

3          c können selbstständig Ersatz-, Verschiebe-, Erweiterungs- und Weglassprobe

           anwenden, um Sprachstrukturen (nach formalen Kritieren) zu untersuchen.

           können ihr Vorgehen beim Sammeln, Auswählen und Ordnen begründen (z.B. im

           Vergleich von zwei Phänomenen in einer Sprache oder von einem Phänomen in zwei

           Sprachen) und die verschiedenen Lösungen miteinander vergleichen.

           d können eigene Vermutungen über das untersuchte Sprachphänomen begründen, indem
                  sie die grammatischen Proben und Begriffe zur Begründung nutzen.

                                                                                                                                                                                                                         D

15.3.2016                                         Lehrplan 21                                                                                                                                                            5
90 Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau

   D.5               Sprache(n) im Fokus

   B                 Sprachgebrauch untersuchen

        1. Die Schülerinnen und Schüler können den Gebrauch und die Wirkung                              Querverweise
                von Sprache untersuchen.                                                                 EZ - Lernen und Reflexion (7)
                                                                                                         BNE - Geschlechter und
                                                                                                         Gleichstellung
                                                                                                         BNE - Kulturelle Identitäten
                                                                                                         und interkulturelle
                                                                                                         Verständigung

   D.5.B.1           Die Schülerinnen und Schüler ...

   1a                können Erfahrungen mit Gesprächsverhalten und Gesprächsregeln in der Grossgruppe
                     sammeln (z.B. Sprecherwechsel, Klassengespräch) und über deren Nutzen
                  b  nachdenken.
                     können erste Erfahrungen mit der Sprachenvielfalt in der Klasse sammeln (z.B.
                  c  Begrüssungsrituale, Sprachmelodie, Lieblingswörter).

                     können sich über Erfahrungen mit verschiedenen Formen von Gesprächsverhalten        NMG.11.3.b
                     austauschen (z.B. Grussformeln, Gesprächsregeln und Gebrauch
                     Mundart/Standardsprache in verschiedenen Situationen).
                     können sich über Erfahrungen mit verschiedenen Sprachen austauschen (z.B.
                     Sprachmelodie; Wörter, die etwas bezeichnen, das man riechen kann; erfundene
                     Wörter).

                     können untersuchen, in welchen Situationen Mundart und Standardsprache verwendet
                     werden. Sie denken dabei auch über Funktion und Wirkung dieser beiden Sprachformen
                     nach.
                     können untersuchen, wie sich die sprachlichen Mittel je nach Adressat/in ändern
                     können (z.B. Gesprächsverhalten mit Freunden vs. mit Erwachsenen).
                     können verschiedene Sprachen untersuchen (z.B. in Bezug auf Grussformeln, auf
                     politische Bildung, auf geschlechterbewusste Sprache, auf Gesprächsregeln in
                     vergleichbaren Situationen, in Bezug auf Übersetzungsprobleme).
                     können sich unter Anleitung mit verschiedenen sprachlichen Themen auseinander
                     setzen (z.B. Spracherwerb, Verständlichkeit/Internationalität von Piktogrammen,
                     Geheimsprachen/-schriften, Mehrsprachigkeit in Graubünden).

        d können den Gebrauch von sprachlichen Mitteln untersuchen (z.B. Chat eher mündlich,
               Präsentation eher schriftlich, Bewerbungsschreiben und -gespräch sehr formell,
               kulturelle Prägung).
               können unter Anleitung verschiedene sprachliche Themen auch in Bezug auf mehrere
               Sprachen entlang von vorgegebenen Fragen untersuchen (z.B. Entwicklung der
               Schrift/Rechtschreibung, Sprachwandel in Bezug auf Verwendung in verschiedenen
               Medien, Einfluss der Völkerwanderung auf Ortschaftsnamen und Kantonssprachen).
               können die Vor- und Nachteile verschiedener Medien (z.B. Brief vs. Telefonat vs. SMS,
               Zeitungsartikel) für unterschiedliche kommunikative Funktionen reflektieren (z.B.
               Manipulation, technische Abhängigkeit, Medien als vierte Gewalt).

D

5                                                      Lehrplan 21                                                   15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                                                   91

D.5        Sprache(n) im Fokus

C          Sprachformales untersuchen

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Sprachstrukturen in Wörtern und EZ - Zusammenhänge und
                                                                                                                                                                                                           Gesetzmässigkeiten (5)
                   Sätzen untersuchen.

D.5.C.1    Die Schülerinnen und Schüler ...

1          a können Erfahrungen sammeln mit Reimen, Silben und Lauten (phonologische

           Bewusstheit).

           b können Wörter in Bezug auf ihre Lautstruktur untersuchen.
                  können Erfahrungen sammeln mit: Wort- und Satzbau (z.B. Wortgrenzen und Anzahl
                  Wörter in einem Satz bestimmen); unterschiedlichen Lautstrukturen der verschiedenen
                  Sprachen in der Klasse (Satzmelodie); unterschiedlichen Schriftsystemen (z.B.
                  Bilderschrift).

           c können ihr Wissen im Bereich der phonologischen Bewusstheit für die Sprachreflexion
                  auch in Bezug auf ihre Erstsprache nutzen (z.B. Anlaut, Reim, Silbe).
                  können unter Anleitung eine orthografische Regel untersuchen und so ein erstes
                  Verständnis für die Regel entwickeln (z.B. sp-/st-Schreibung, Grossschreibung).

2          d können Lautung, Wort- und Satzbau in verschiedenen Sprachen (der Klasse)

           vergleichen (z.B. unterschiedliche Laute, Wortübersetzung, unterschiedliche

           Wortstellung).

           können Wirkung und Funktion von Wörtern in Sätzen untersuchen (z.B. Welche Wörter

           kann man fürs Textverstehen weglassen?).

           können die Leistung von verschiedenen Schriftsystemen untersuchen (z.B. Alphabet- vs.

           Piktogramm-Schrift).

           können unter Anleitung orthografische Regeln untersuchen (z.B. ie-, ck-Regel, e-ä-

           Schreibung, Trennregel).

3          e können die Lautstruktur sowie Wort- und Satzbau in der Standardsprache und in der

           Mundart untersuchen und sie mit anderen Sprachen vergleichen (z.B. Verfahren der

           Wortbildung wie Kurzwörter, Neubildungen, unterschiedliche Morphem-Struktur in

           Sprachen, Pronomengebrauch in den Schulsprachen, unterschiedliche

           Satzverknüpfungen).

           können verschiedene Schreibweisen untersuchen (z.B. SMS-Schreibweise: shön vs.

           schön, lg, 4u) und Vor- und Nachteile beschreiben.

           können die Bedeutung von Rechtschreibregeln reflektieren.

                                                                                                                                                                                                                                   D

15.3.2016                                         Lehrplan 21                                                                                                                                                                      5
92 Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau

   D.5      Sprache(n) im Fokus

   D        Grammatikbegriffe

                                                                                                                                                                                                            Querverweise

            1. Die Schülerinnen und Schüler können Grammatikbegriffe für die Analyse

                    von Sprachstrukturen anwenden.

   D.5.D.1  Die Schülerinnen und Schüler ...

   1        a können erste Erfahrungen mit den drei Hauptwortarten Nomen, Verb und Adjektiv

            sammeln.

   2        b können typische Nomen, Verben und Adjektive mithilfe inhaltlicher Proben bestimmen.

            können erste Erfahrungen mit den Begriffen Präsens, Präteritum und Perfekt sammeln.

            können den Begriff Wortstamm (Stamm-Morphem) verwenden und einfache

            Wortfamilien bilden.

            können zusammengesetzte Nomen in ihre Stämme zerlegen.

            c können Nomen, Verb und Adjektiv mithilfe formaler Proben bestimmen.
                   können Präsens, Präteritum und Perfekt sowie Infinitiv und Personalform benennen.
                   können Wortstamm (Stamm-Morphem) bestimmen und Wortfamilien bilden.
                   können Wörter in Morpheme zerlegen. Sie begegnen dabei den Begriffen Stamm-, Vor-
                   und Nachmorphem.
                   können zur Konstruktion eines Verbenfächers Fragen zu einem Verb formulieren.

            d kennen den Begriff Pronomen und können Pronomen in einer Liste von Pronomen
                   nachschlagen.
                   kennen den Begriff Partikel.
                   können Erfahrungen mit den Begriffen: Futur und Plusquamperfekt; vier Fälle;
                   Nominativ, Akkusativ, Dativ und Genitiv sammeln.
                   können einfach strukturierte Sätze in einem Verbenfächer darstellen.

   3        e können Präpositionen mihilfe einer reduzierten Liste benennen.

            können in typischen Fällen Nominativ, Akkusativ, Dativ und Genitiv mithilfe der

            Ersatzprobe bestimmen.

            können Wörter in Stamm-, Vor- und Nachmorphem zerlegen.

            können einen Verbenfächer bilden und die Satzglieder Nominal- und

            Präpositionalgruppe unterscheiden.

            f können Nomen, Verb und Adjektiv mithilfe formaler Kriterien sowie Pronomen mithilfe
                   der umfassenden Pronomenliste bestimmen sowie den Rest als Partikel benennen.
                   können die Partikeln Präposition und Konjunktion in typischen Fällen bestimmen.
                   können Präsens, Präteritum, Perfekt und Futur sowie Infinitiv und Personalform
                   bestimmen.
                   können Stamm-, Vor- und Nachmorphem bestimmen.
                   können mithilfe eines Verbenfächers Satzglieder bestimmen.
                   kennen die Begriffe Subjekt und Objekt.

            g kennen die Begriffe Indikativ, Imperativ, Konjunktiv I und II sowie Aktiv und Passiv.
                   können einen Verbenfächer bilden und formal die Satzglieder Nominal- und
                   Präpositionalgruppe unterscheiden.
                   können bei klaren Beispielen zwischen Subjekt und Objekt unterscheiden.
                   können einfache und zusammengesetzte Sätze unterscheiden.

D

5                                                    Lehrplan 21                                                                                                                                                          15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                                         93

D.5        Sprache(n) im Fokus

E          Rechtschreibregeln

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können ihr orthografisches Regelwissen in

                   auf die Regel konstruierten Übungen anwenden.

D.5.E.1    Die Schülerinnen und Schüler ...

1

           a können das ABC mit Unterstützung buchstabieren.

           b können Wörter lautlich segmentieren und verschriften Wörter daher lautlich vollständig,
                  wenn auch nicht immer orthografisch korrekt.
                  können die Schreibung von Wörtern memorieren.
                  können das ABC auswendig buchstabieren, um es für das Nachschlagen von Wörtern
                  im Schul-Wörterbuch zu nutzen.
                  können folgende Rechtschreibregel in dafür konstruierten Übungen anwenden: sp-/st-
                  Regel.

2          c können in einem Wort den Stamm erkennen.

           können Vorgehensweisen für das Nachschlagen in gedruckten und elektronischen

           Schul-Wörterbüchern nutzen (z.B. das ABC in Gruppen unterteilen, Verben in den

           Infinitiv setzen).

           können die Begriffe Vokal und Konsonant verwenden.

           können folgende Rechtschreibregeln in dafür konstruierten Übungen anwenden, wobei

           die Regel jeweils vorliegt und keine Ausnahmen vorkommen: ie-Regel; ck-/tz-Regel;

           f-/v-Regel und e-/ä-Schreibung; Komma bei Aufzählungen von Einzelwörtern;

           Anführungszeichen bei direkter Rede (ohne Einschübe) mithilfe einer grafischen

           Vorlage.

           d können Wörter in ihre Morpheme zerlegen. Sie nutzen dies für die Stammregel.
                  können Wörter mit regulärer Laut-Buchstaben-Zuordnung im gedruckten und
                  elektronischen Schul-Wörterbuch mit Sicherheit auffinden.
                  können folgende Rechtschreibregeln in dafür konstruierten Übungen anwenden, wobei
                  die Regel inklusive relevanter Ausnahmen jeweils vorliegt: ie-Regel, f-/v-Regel und e-/ä-
                  Schreibung (Stammregel), Doppelkonsonantenregel (inkl. ck-/tz-Regel),
                  Grossschreibung für konkrete und gebräuchliche abstrakte Nomen (z.B. Liebe, Wut,
                  Glück), Trennregel, Komma bei Aufzählungen, Komma zwischen übersichtlichen
                  Verbgruppen.

           e können Wörter in ihre Morpheme zerlegen. Sie können dies für die Gross-Klein-
                  Schreibung nutzen (z.B. Frei-heit, Entdeck-ung).

3          f können folgende Rechtschreibregeln in dafür konstruierten Übungen anwenden:

           Nomen aus Verben mit vorhergehender Präposition plus Artikel in typischen Fällen (z.B.

           beim Essen, nach dem Essen), Höflichkeitspronomen "Sie" in Briefen.

           g können Strategien nutzen, um auch Wörter mit nicht-eindeutiger Laut-Buchstaben-
                  Zuordnung im gedruckten und elektronischen Wörterbuch aufzufinden.
                  können folgende Rechtschreibregel in dafür konstruierten Übungen anwenden: Nomen
                  aus Adjektiven mit vorhergehendem Pronomen in typischen Fällen (z.B. alles Gute,
                  etwas Schönes, viel Schlechtes); Komma bei infinitivischen Verbgruppen, bei
                  Einschüben und Relativsätzen.

                                                                                                                                                                                                                         D

15.3.2016                                         Lehrplan 21                                                                                                                                                            5
94 Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau

   D.6      Literatur im Fokus

   A        Auseinandersetzung mit literarischen Texten

                                                                                                          Querverweise

            1. Die Schülerinnen und Schüler können spielerisch und kreativ gestaltend EZ - Sprache und
                                                                                                          Kommunikation (8)
            mit literarischen Texten umgehen.
                                                                                                          EZ - Fantasie und Kreativität

                                                                                                          (6)

   D.6.A.1  Die Schülerinnen und Schüler ...

   1        a können in vorgelesene und erzählte Geschichten mit Unterstützung von Bilderbüchern

            eintauchen.

            b können zu Geschichten zeichnen und spielen. Sie können die entstandenen
                   Zeichnungen und Handlungen in Bezug zur Geschichte setzen und einzelne Episoden
                   daraus erzählen.
                   können Lieder und Verse nachsingen, nachsprechen und spielerisch umsetzen.

            c können mit Geschichten oder Szenen daraus auf folgende zwei Arten umgehen, um
                   einzelne Eigenschaften der Figuren, Orte und Handlungen zu erkennen: szenisch
                   darstellen (z.B. Handlung, Gespräch), zeichnerisch umsetzen (z.B. Figuren, Orte).
                   können in Begleitung die Bibliothek in der Schule besuchen und ihre Lieblingsbücher
                   finden und einzelne Aspekte der Geschichten (z.B. Figuren, Orte) in einfachen Formen
                   von Lesetagebüchern festhalten.

   2        d können die Sichtweise einzelner Figuren erkennen und sich in sie hineinversetzen (z.B.

            indem sie die Figuren darstellend spielen).

            e können wesentliche Eigenschaften der Figuren, Orte und Handlungen in
                   altersgerechten Geschichten oder einzelnen Szenen erkennen und auf folgende Arten
                   damit umgehen: gestaltend vorlesen (z.B. Lesetheater), szenisch darstellen (z.B.
                   Standbild, Pantomime, Stegreiftheater), schreibend umsetzen (z.B. Textanfang/-schluss
                   ergänzen, aus der Sicht einer Figur schreiben), zeichnerisch umsetzen (z.B.
                   Figurengalerie).
                   können in einem Lesetagebuch beschreiben, wie sie einen literarischen Text gelesen
                   haben und wie er ihnen gefallen hat. Sie beziehen sich dabei auf den Text.

            f können aufgrund von vorgegebenen literarischen Mustertexten (z.B. Gedicht) oder
                  Tetxtanfängen (z.B. Geschichte) eigene Texte schreiben und dabei einzelne Merkmale
                  übernehmen.

   3        g können die Innensicht und Gedanken von Figuren in eindeutigen Situationen erkennen

            und imaginieren (z.B. szenische Darstellung, innerer Monolog).

            können einzelne Textteile in eine logische Abfolge bringen, um den Aufbau des

            literarischen Textes zu verstehen.

            können ihre Gedanken und Gefühle beim Lesen eines literarischen Textes reflektieren

            (z.B. im Lesetagebuch).

            h können historische Informationen und Tatsachen aus der realen Welt in einem Buch
                   finden, sie mit anderen Quellen vergleichen und darstellen (z.B. auf einem Plakat).
                   können nach dem Muster eines literarischen Textes (z.B. Gedicht, Kurzgeschichte,
                   Fantasy, Fotoroman) selber einen Text mit den entsprechenden Merkmalen schreiben.

            i können eine Geschichte aus der Sicht einer einzelnen Figur darstellen, um Innensicht,
                   Gedanken und Beweggründe des Handelns zu verstehen (z.B. Briefwechsel, Tagebuch).
                   können detailliert mit Bezug zum Text darstellen, wie Figuren, Orte oder Handlungen
                   der Geschichte auf sie wirken.

D

6                                                    Lehrplan 21                                                             15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau                                                                       95

                                                                                                         Querverweise

           2. Die Schülerinnen und Schüler können über literarische Texte und die
                   Art, wie sie die Texte lesen, ein literarisches Gespräch führen. Sie
                   reflektieren dabei, wie sie die Texte verstehen und die Texte auf sie
                   wirken.

D.6.A.2    Die Schülerinnen und Schüler ...

1          a können sich darauf einlassen, immer wieder neue Bilderbücher, Hörbücher, Hörspiele,

           Filme anzuschauen, zu lesen, zu hören und darüber zu sprechen.

           b können unter Anleitung einzelne Figuren aus Geschichten beschreiben und darüber
                  sprechen, was ihnen an der Figur/Geschichte gefällt.
                  entwickeln Interesse am Austausch ihrer eigenen Erfahrungen mit literarischen Texten
                  und können mitteilen, welche Geschichten ihnen gefallen und welche nicht.
                  können beschreiben, was ihnen an gern genutzten Medien gefällt (z.B. Buch,
                  Fernsehen, Film, Hörbuch, Spielgeschichte).

           c können die persönlichen Lese-/Hör- und Seherfahrungen mit literarischen Texten den
                  anderen verständlich mitteilen.

           d können im Gespräch Bezug auf den Text nehmen, umschreiben, was sie gelesen,
                  angeschaut oder gehört haben.
                  können sich auch dann auf literarische Texte einlassen, wenn sie ihnen nicht auf den
                  ersten Blick gefallen.

2          e können im Gespräch unter Anleitung ihre eigene Leseart des literarischen Textes

           formulieren.

           können unter Anleitung beschreiben, wie Figuren, Orte oder Handlungen auf sie wirken.

           f entwickeln Interesse am Austausch unterschiedlicher Lese-, Seh- oder Hörerfahrungen
                 eines literarischen Textes und vergleichen ihr Textverstehen.
                 können ihr Verständnis des literarischen Texts mit Textstellen belegen.

           g können im Gespräch verschiedene Bedeutungen und Verstehensweisen erkennen und
                  sind fähig, einfachere Stellen selbstständig zu analysieren.
                  können den anderen literarische Texte empfehlen, die ihnen gefallen. Sie können dabei
                  ihren Lese-/Hör-/Sehgeschmack erläutern (z.B. mit Textbeispielen).

3          h können ihr Leseverhalten reflektieren: Wann und wo lesen sie was?

           können im Gespräch ihr Verstehen eines literarischen Textes formulieren und dieses

           dialogisch weiterentwickeln.

           können im Gespräch verschiedene Bedeutungen eines literarischen Textes erkennen

           und daher unterschiedliche Verstehensweisen entwickeln.

           i können sich darauf einlassen, ihr erstes Verstehen eines literarischen Textes zu
                 hinterfragen und zu relativieren.
                 können erkennen, dass andere einen literarischen Text anders verstehen.

           j können Nicht-Verstandenes erkennen, reflektieren und sind bereit, es im Gespräch zu
                 formulieren. Sie halten die sich daraus ergebenden Ungereimtheiten und Ambivalenzen
                 aus.
                 können im literarischen Gespräch ihr Verstehen bzw. Nicht-Verstehen erläutern und
                 beziehen sich dabei auf den literarischen Text.

                                                                                                                       D

15.3.2016                                         Lehrplan 21                                                          6
96 Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau

   D.6      Literatur im Fokus

   B        Auseinandersetzung mit verschiedenen Autor/innen und verschiedenen Kulturen

                                                                                                        Querverweise

            1. Die Schülerinnen und Schüler kennen einzelne Autor/innen der Kinder-, BNE - Kulturelle Identitäten
                                                                                                                                                                                                            und interkulturelle
                    Jugend- und Erwachsenenliteratur und können Texte aus verschiedenen Verständigung

            Kulturen lesen, hören, sehen und deren Besonderheiten erkennen und                          FS1GR.6.A.1
                                                                                                        FS2GR.6.A.1

            wertschätzen.

   D.6.B.1  Die Schülerinnen und Schüler ...

   1        a können Erfahrungen sammeln mit literarischen Texten (z.B. Lied, Vers, Bilderbuch,

            Märchen, Audiotext, Film) aus ihrer eigenen (Sprach-)kultur und aus anderen

            (Sprach-)kulturen und unter Anleitung darüber sprechen.

            wissen, dass literarische Texte von einer Autorin/einem Autoren verfasst worden sind.

   2        b kennen einzelne Autor/innen der Kinderliteratur und einzelne Aspekte aus deren Leben.

            c kennen einzelne bedeutende Vertreter/innen von Kinderliteratur auch aus anderen
                   Kulturen und können ihr Wissen über die Autor/innen in Bezug zu einzelnen Texten
                   setzen und schriftlich festhalten (z.B. Lesetagebuch, Plakat).
                   können in Bibliotheken und Buchhandlungen gezielt nach Autor/innen suchen.
                   können beim eigenen Schreiben einfache sprachliche Muster von Autor/innen
                   übernehmen und somit ihren Wortschatz erweitern (z.B. auffallende Wörter und
                   Wendungen).

            d entwickeln Interesse für literarische Texte der Kinder- und Jugendliteratur aus
                   verschiedenen Zeiten und Kulturen. Sie können diese Texte in Bezug zur eigenen Zeit
                   und Kultur setzen.
                   können erkennen, wie Autor/innen sprachlich gestalten. Sie können dabei unter
                   Anleitung sprachliche Muster für ihr eigenes Schreiben nutzen (z.B. Wortwahl,
                   Wendungen, Satzmuster) und reflektieren eigene Gestaltungsprobleme (z.B. Ideen
                   finden, Texte überarbeiten).

   3        e können über einzelne bedeutende Autor/innen der Kinder- und Jugendliteratur

            Informationen sammeln und dieses Wissen in Bezug zu einzelnen Texten setzen.

            kennen einzelne ausgewählte Texte bedeutender Vertreter/innen der deutschen

            Literatur.

            können sich mit literarischen Texten aus anderen Kulturen auseinandersetzen und

            unter Anleitung Unterschiede zur eigenen Kultur erkennen und diese darstellen.

            f kennen mehrere Werke einer ausgewählten Autorin/eines ausgewählten Autors und
                  können diese in Bezug zu deren Zeit und Kultur setzen.
                  können literarische Texte kritisch lesen und unter Anleitung deren kulturelle
                  Bedingtheit erkennen (z.B. eine andere Kultur, eine Person aus einer anderen
                  Kultur/mit einer anderen Lesensweise wird stereotyp dargestellt).

D

6                                                    Lehrplan 21                                                      15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                                         97

D.6        Literatur im Fokus

C          Literarische Texte: Beschaffenheit und Wirkung

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler erfahren, erkennen und reflektieren, dass
                   literarische Texte in Bezug auf Inhalt, Form und Sprache bewusst
                   gestaltet sind, um eine ästhetische Wirkung zu erzielen. Sie kennen
                   wesentliche Merkmale von Genres und literarischen Gattungen.

D.6.C.1    Die Schülerinnen und Schüler ...

1          a können Bilder und Spiele mit ihrer Wirklichkeit verknüpfen und diese als real erleben

           (z.B. Puppentheater).

           b können sich in erzählte Geschichten hineinversetzen.
                  können Verse, Reime, Lieder und Gedichte rhythmisch nachsprechen oder singen und
                  Takt, Rhythmus und spezifische Wortwahl (z.B. Sprachspiel) als Bereicherung erleben.
                  können sich gemeinsam mit typischen Genres wie Märchen und anderen Geschichten in
                  Bilderbüchern auseinandersetzen und beschreiben, was ihnen daran gefällt.

           c können einzelne typische Merkmale bekannter Genres benennen (z.B.
                  Märchenanfang/-ende, typische Figuren).
                  können Erfahrungen sammeln mit vielfältigen, altersgerechten literarischen Texten
                  (z.B. Bilderbuch, vorgelesener Text, Audiotext, Film, Theater) und sich darüber
                  austauschen, inwiefern diese sie bereichern.
                  können verschiedene Figuren, die Stimmung von unterschiedlichen Orten,
                  unterschiedliche Spannung von Handlungen erleben und verstehen.

           d können unter Anleitung verschiedene Handlungsabsichten von typischen Figuren
                  erkennen und verstehen (z.B. gut/böse; dumm/klug).

2          e können einfache formale und sprachliche Merkmale von literarischen Texten v.a. bei

           sprachspielerischen Elementen selbstständig erkennen (z.B. Reim, Vers, Strophe,

           Wortwahl).

           f kennen einzelne typische inhaltliche, formale oder sprachliche Merkmale von                NMG.9.4.c

           Erzähltexten (z.B. Märchen, Sage, Fabel, Kurzgeschichte), lyrischen Texten (z.B. Reim)       NMG.12.2.e

           und Theaterstücken/Filmen (z.B. Dialog).

           können sich mit literarischen Texten auseinandersetzen, wenn ihnen das Textmuster

           vertraut ist (z.B. Buch, Audiotext, Film), und sich darüber austauschen, inwiefern

           literarische Texte sie bereichern.

           können Besonderheiten von fiktionalen und realistischen Texten erkennen in Bezug auf

           Inhalt (z.B. Spannung, Figuren, Handlungen, Orte), Form (z.B. Reimschema, Aufbau)

           und Sprache (z.B. besondere Wortwahl, Variation, Wiederholungen).

           g können unter Anleitung Unterschiede zwischen eigentlicher und übertragener
                  Bedeutung von Aussagen erkennen.
                  können die Figuren selbst und deren Handeln mithilfe von Kategorien wie
                  gerecht/ungerecht beurteilen.

3          h können sich mit unvertrauten literarischen Texten auseinandersetzen (z.B. aus einer

           anderen Zeit, Theater, unbekanntes Filmgenre) und sich darüber austauschen.

           können eindeutige oder gebräuchliche inhaltliche Gestaltungsprinzipien der Texte

           erkennen (z.B. Elemente von Spannung, Motive).

           können unterschiedliche Wirkung von Fiktion und Realität in komplexeren Geschichten

           erklären.

           kennen einzelne typische inhaltliche, formale oder sprachliche Merkmale von

           Erzähltexten (z.B. Kurzgeschichte, Roman) und lyrischen Texten (z.B. Ballade).

                                                                                                                                                                                                                         D

15.3.2016                                            Lehrplan 21                                                                                                                                                         6
98 Fachbereichslehrplan | Deutsch | Kompetenzaufbau

                                                                                          Querverweise

   i können typische Perspektiven von Figuren in literarischen Texten nachvollziehen.
         können die Sprechweise der Figuren analysieren, um die Figuren und deren Motive
         genauer zu erfassen.

D

6                                                    Lehrplan 21                                        15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Deutsch/Italienisch/Romanisch 1. Fremdsprache | Kompetenzaufbau  99

Deutsch/Italienisch/
Romanisch
1. Fremdsprache

                                                                                        FS1GR

15.3.2016             Lehrplan 21
100 Fachbereichslehrplan | Deutsch/Italienisch/Romanisch 1. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS1GR.1 Hören

       A                        Monologische und dialogische Texte hören und verstehen

                                                                                                                            Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können verschiedenartige Hörtexte und

                                Gespräche verstehen (Sachtexte, ästhetische Texte, Texte im Schulalltag,

                                Gespräche im Kontakt mit Deutsch, Italienisch bzw. Romanisch

                                sprechenden Personen).

       FS1GR.1.A.1              Die Schülerinnen und Schüler ...

       2a                       können vertraute Wörter, ganz einfache Informationen, einfache Aufgaben und
                         A 1.1  Anleitungen verstehen, wenn deutlich gesprochen wird und wenn Illustrationen oder
                                Gestik dabei helfen (z.B. Reim, Kinderlied, Anweisung).
                      b         können einfache und häufige Ausdrücke und einfache Fragen zur eigenen Person
                                verstehen (z.B. Name, Adresse).
                         A 1.2
                                können sich bei einfachen kurzen Texten eine Vorstellung vom Inhalt machen, wenn der
                      c         Text mit Illustrationen oder Gestik unterstützt wird (z.B. Trickfilm, Theaterszene, Lied).
                                können einfachen kurzen Texten grundlegende Informationen entnehmen, wenn
                         A 2.1  langsam, deutlich und mit Pausen gesprochen wird (z.B. Spielanleitung, kleines
                     GK 1.FS    Experiment).
                                können kurze Gespräche über vertraute Themen verstehen, wenn langsam und deutlich
       3d                       gesprochen wird (z.B. Schule, Familie, Freizeit).
                         A 2.2
                            GK  können in einfachen kurzen Texten zu vertrauten Themen die Hauptinformation
                      1.+2.FS   verstehen, wenn langsam und deutlich gesprochen wird (z.B. Geschichte).
                                können in kurzen, einfachen und klaren Durchsagen die Hauptinformation oder
                      e         Einzelinformationen verstehen (z.B. Wettervorhersage, Sportresultat).
                                können aus kurzen Mitteilungen zu vertrauten Themen einfache Informationen
                         B 1.1  entnehmen, wenn langsam und deutlich gesprochen wird (z.B. Wegbeschreibung).

                      f         können in Beiträgen über vertraute Themen verstehen, worum es geht, wenn langsam
                                und deutlich gesprochen wird (z.B. Vortrag, Reportage, Filmszene).
                         B 1.2  können einfache Mitteilungen, Anweisungen und Erklärungen verstehen (z.B. Anleitung
                                zu einem Experiment, einfache Gebrauchsanweisung), die man ihnen persönlich gibt.
                                können in längeren Gesprächen über vertraute Themen meistens verstehen, worum es
                                geht, wenn deutlich gesprochen wird (z.B. Interview, Telefongespräch, persönliche
                                Begegnung).

                                können längere Gespräche und Texte über vertraute Themen (z.B. Trendsportart,
                                Markenartikel) in groben Zügen verstehen, wenn langsam und deutlich gesprochen wird
                                oder wenn Passagen mehrmals gehört werden können (z.B. Hörbuch, Diskussion,
                                Fernsehsendung).
                                können aus längeren Texten über vertraute Themen wichtige Informationen
                                heraushören, wenn relativ langsam und deutlich gesprochen wird (z.B. Nachricht,
                                Interview, Vortrag).

                                können den Inhalt von längeren Gesprächen und Texten, die sie interessieren, im
                                Grossen und Ganzen verstehen, wenn deutlich gesprochen wird (z.B. Reportage,
                                Diskussion, Dialog in einem Film).
                                können detaillierte Anweisungen genau verstehen (z.B. Spielanleitung).
                                können klare und unkompliziert aufgebaute Texte über einigermassen vertraute
                                Themen verstehen (z.B. Präsentation, Hörbuch).

FS1GR                                                   Lehrplan 21                                                                       15.3.2016
   1
Fachbereichslehrplan | Deutsch/Italienisch/Romanisch 1. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                              101

                                                                                                     Querverweise

           2. Die Schülerinnen und Schüler können die ästhetische Wirkung von
                   Hörtexten entdecken und beschreiben.

FS1GR.1.A.2       Die Schülerinnen und Schüler ...

2a                können in einen langsam und deutlich vorgelesenen/gesprochenen Hörtext eintauchen
3b                (z.B. einfaches Hörbuch, Geschichte).

               c  können in Hörtexten einzelne ästhetische Gestaltungsmittel entdecken und in der    FS3GR.1.A.2.b
                  Schulsprache beschreiben (z.B. Slam Poetry, Sketch).

                  können über Hörtexte neue Welten entdecken und zu eigenen Vorlieben finden.

15.3.2016                                           Lehrplan 21                                                     FS1GR
                                                                                                                       1
102 Fachbereichslehrplan | Deutsch/Italienisch/Romanisch 1. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS1GR.1 Hören

       B                 Strategien

          1. Die Schülerinnen und Schüler können Hörstrategien einsetzen und                                    Querverweise
                  reflektieren. Dabei nutzen sie auch in anderen Sprachen aufgebaute                            FS3GR.1.B.1
                  Strategien.

       FS1GR.1.B.        Die Schülerinnen und Schüler ...
       1
                         können unter Anleitung bekannte Hörstrategien aus der Schulsprache und anderen         D.1.D.1.c
       2a                Sprachen transferieren und einsetzen (z.B. mehrfach hören, auf Geräusche,
                         Satzmelodie, Gestik und Mimik achten).
                      b  können unter Anleitung mitteilen, welche Hörstrategien hilfreich sind.
                      c
                         können einzelne Wörter heraushören, die aus anderen Sprachen bekannt sind (z.B.        D.1.B.1.e
       3d                Parallelwörter, bekannte Wörter, Namen, Zahlen).

                      e  können Hörstrategien einsetzen, wenn sie dabei teilweise unterstützt werden, und sich  D.1.B.1.b
                         über deren Nutzen austauschen. (z.B. Vorwissen aktivieren, Thema erkennen, auf
                         Bekanntes achten, schriftlichen Begleittext nutzen).

                         können beurteilen, welche Hörstrategien, auch aus anderen Sprachen, für sie hilfreich  D.1.D.1.d
                         sind und diese einsetzen (z.B. auf Bekanntes, Geräusche und Bilder achten, Gestik und
                         Verhalten der Sprecherin/des Sprechers beobachten).

                         können Hörstrategien zunehmend selbstständig einsetzen (z.B. mehrfach hören,           D.1.B.1.e
                         Vorwissen aktivieren, Thema erkennen, unbekannte Wörter erschliessen,
                         Satzbedeutung ableiten).

FS1GR                                                      Lehrplan 21                                                        15.3.2016
   1
Fachbereichslehrplan | Deutsch/Italienisch/Romanisch 1. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                                     103

FS1GR.1 Hören

C                 Sprachmittlung

                                                                                                             Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Inhalte von Gesprächen und
                   Hörtexten auf Deutsch, Italienisch bzw. Romanisch verstehen und
                   sinngemäss in die Schulsprache übertragen.

FS1GR.1.C.1       Die Schülerinnen und Schüler ...

2a                können die Hauptaussagen aus kurzen und einfachen Mitteilungen (z.B. auf
3b                Anrufbeantworter, Arbeitsanweisung) verstehen und sinngemäss mündlich oder
                  schriftlich in der Schulsprache wiedergeben.
               c
               d  können in einem einfachen Gespräch mit einer Deutsch, Italienisch bzw. Romanisch
                  sprechenden Person einfache, kurze Fragen und Informationen zur Person oder zu
                  alltäglichen Situationen verstehen und sinngemäss mündlich in der Schulsprache
                  wiedergeben (z.B. Herkunft, Hobby, Interessen). Voraussetzung ist, dass diese Person
                  deutlich spricht.
                  können Einzelinformationen von Lautsprecherdurchsagen und Mitteilungen (z.B.
                  Verspätungsmeldung, Hausaufgabe, Fernsehnachricht) sowie die Hauptaussagen eines
                  kurzen Interviews verstehen und sinngemäss mündlich oder schriftlich in der
                  Schulsprache wiedergeben. Voraussetzung ist, dass langsam und deutlich gesprochen
                  wird und es sich um ein vertrautes Thema handelt.

                  können längere, klar aufgebaute Gespräche und Hörtexte zu Themen des Alltagslebens
                  verstehen und die Hauptaussagen oder Einzelinformationen sinngemäss mündlich oder
                  schriftlich in der Schulsprache wiedergeben (z.B. Interview, Treffen mit Partnerklasse).

                  können in einem einfachen Gespräch mit einer Deutsch, Italienisch bzw. Romanisch
                  sprechenden Person einfache, kurze Fragen und Informationen zur Person oder zu
                  alltäglichen Situationen verstehen und sinngemäss mündlich auf Englisch wiedergeben
                  (z.B. Herkunft, Hobby, Interessen). Voraussetzung ist, dass die Person, die in der ersten
                  Fremdsprache spricht, deutlich spricht und bereit ist zu helfen.

15.3.2016                         Lehrplan 21                                                                              FS1GR
                                                                                                                              1
104 Fachbereichslehrplan | Deutsch/Italienisch/Romanisch 1. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS1GR.2 Lesen

       A                        Texte lesen und verstehen

                                                                                                                                                                                                          Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können verschiedenartige Texte lesen und
                  verstehen (Sachtexte, ästhetische Texte, Texte im Schulalltag, Texte im
                  Kontakt mit Deutsch, Italienisch bzw. Romanisch sprechenden Personen).

       FS1GR.2.A.1              Die Schülerinnen und Schüler ...

       2a                       können einzelne Ausdrücke mithilfe von Illustrationen verstehen (z.B. Flyer,
                         A 1.1  Bilderrätsel, Reim).
                                können in ganz einfachem Informationsmaterial oder kurzen Mitteilungen (z.B. Schild,
                      b         Plakat, Postkarte) grundlegende Informationen finden und verstehen (z.B. Ort, Datum,
                                Zeit).
                         A 1.2  können kurze wiederkehrende Anweisungen verstehen (z.B. im Lehrmittel).

                      c         können einfache kurze Texte mithilfe von Illustrationen verstehen (z.B.
                                Bildergeschichte, Comic).
                         A 2.1  können Informationsmaterialien grundlegende Aussagen entnehmen (z.B. Angebot,
                     GK 1.FS    Preis in Werbetext).
                                können einfache kurze Mitteilungen verstehen (z.B. SMS, Einladung, Arbeitsanweisung).
       3d
                         A 2.2  können eine kurze, klar aufgebaute Geschichte in groben Zügen verstehen, wenn das
                            GK  Thema vertraut ist (z.B. Handlung, wichtigste Akteure oder Figuren).
                      1.+2.FS   können aus kurzen, klar aufgebauten Texten zu vertrauten Themen grundlegende
                                Informationen entnehmen (z.B. Liste, Kochrezept, Portrait, Limerick).
                      e         können in einfachen persönlichen Nachrichten konkrete Mitteilungen verstehen (z.B. E-
                                Mail, Chat).
                         B 1.1
                                können in klar strukturierten Texten die Hauptinformation oder Einzelinformationen
                      f         verstehen, wenn das Thema vertraut ist (z.B. Geschichte, Reportage, Vorschrift).
                                können einfache kurze Anleitungen befolgen, wenn die Schritte illustriert sind (z.B.
                         B 1.2  Experiment, Spiel, Rezept).
                                können einfache persönliche Texte über vertraute Dinge verstehen (z.B. Brief, Blog).

                                können unterschiedlich lange Texte zu Themen, die sie interessieren, verstehen (z.B.
                                vereinfachter literarischer Text, Buchbesprechung, Reportage).
                                können klar strukturierten Hinweisen wichtige Informationen entnehmen (z.B.
                                Bedienungsanleitung).
                                können in unkomplizierten Texten zu Themen, die sie interessieren oder zu denen sie
                                Vorkenntnisse haben, die Hauptaussagen verstehen (z.B. Reisebericht, Briefaustausch).

                                können Texte im Wesentlichen verstehen, wenn das Thema vertraut ist (z.B. Auszug aus
                                einem Jugendbuch, Songtext, unkomplizierter Sachtext).
                                können klaren schriftlichen Anleitungen folgen (z.B. Lernprojekt, Gerätebedienung,
                                Spiel).
                                können in einfachen argumentativen Texten die zugrunde liegende Meinung oder
                                Haltung erkennen (z.B. Blogeintrag).

FS1GR                                                      Lehrplan 21                                                                                                                                                  15.3.2016
   2
Fachbereichslehrplan | Deutsch/Italienisch/Romanisch 1. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                                  105

                                                                                                         Querverweise

           2. Die Schülerinnen und Schüler können die ästhetische Wirkung von
                   Lesetexten entdecken und beschreiben.

FS1GR.2.A.2       Die Schülerinnen und Schüler ...

2a                können in einfachen Texten ästhetische Gestaltungsmittel entdecken (z.B. Reimform,     FS2GR.2.A.2.a
                  Wiederholung im Vers, Wortspiel).
               b
                  können in einfache, mit Bilder illustrierte kurze Texte eintauchen (z.B. Comic,
3c                illustrierte Geschichte).

               d  können in Texten ästhetische Gestaltungsmittel entdecken und in der Schulsprache       FS3GR.2.A.2.b

                  beschreiben (z.B. Wortspiele in einem Prosatext, Slang in einem Comic, Reime in einem

                  Gedicht).

                  können sich in eine Geschichte hineinversetzen, neue Welten entdecken und zu eigenen
                  Vorlieben finden (z.B. Kriminalgeschichte, Science Fiction, Comic).

15.3.2016                                           Lehrplan 21                                                         FS1GR
                                                                                                                           2
106 Fachbereichslehrplan | Deutsch/Italienisch/Romanisch 1. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS1GR.2 Lesen

       B                 Strategien

          1. Die Schülerinnen und Schüler können Lesestrategien einsetzen und                                     Querverweise
                  reflektieren. Dabei nutzen sie auch in anderen Sprachen aufgebaute                              FS3GR.2.B.1
                  Strategien.

       FS1GR.2.B.        Die Schülerinnen und Schüler ...
       1
                         können unter Anleitung erste Lesestrategien aus der Schulsprache und anderen             D.2.D.1.c
       2a                Sprachen transferieren und einsetzen (z.B. Bilder und Titel betrachten, Text durch W-
                         Fragen erschliessen, Unbekanntes nachschlagen).
                      b  können unter Anleitung mitteilen, welche Lesestrategien hilfreich sind.
                      c
                         können einzelne Wörter erkennen, die aus anderen Sprachen bekannt sind (z.B.             D.2.B.1.f
       3d                Parallelwörter, bekannte Wörter, Namen, Zahlen).

                      e  können Lesestrategien einsetzen, wenn sie dabei teilweise unterstützt werden, und sich   D.2.B.1.f
                         über deren Nutzen austauschen (z.B. Vorwissen aktivieren, Thema erkennen,
                         Unbekanntes erschliessen, wiederholtes Lesen, verschiedene Informationsquellen
                         nutzen).

                         können beurteilen, welche Lesestrategien, auch aus anderen Sprachen, für sie hilfreich   D.2.D.1.e
                         sind und diese einsetzen (z.B. Vorwissen aktivieren, Bilder und Titel betrachten, Thema
                         erkennen, Bekanntes und Parallelwörter erkennen, Schlüsselwörter erkennen,
                         Unbekanntes erschliessen, verschiedene Informationsquellen nutzen).

                         können Lesestrategien zunehmend selbstständig einsetzen (z.B. Informationen aus der D.2.B.1.h
                         Textstruktur nutzen, Kernaussagen markieren, Thema erkennen, Bedeutungen aus dem
                         Kontext ableiten, internationale Wörter finden).

FS1GR                                                      Lehrplan 21                                                          15.3.2016
   2
Fachbereichslehrplan | Deutsch/Italienisch/Romanisch 1. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                                  107

FS1GR.2 Lesen

C                 Sprachmittlung

                                                                                                          Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Inhalte schriftlicher Texte auf
                   Deutsch, Italienisch bzw. Romanisch verstehen und sinngemäss in die
                   Schulsprache übertragen.

FS1GR.2.C.1       Die Schülerinnen und Schüler ...

2a                können die Hauptaussagen aus kurzen und einfachen Mitteilungen (z.B. Schild, Plakat)
3b                verstehen und sinngemäss mündlich oder schriftlich in der Schulsprache wiedergeben.

               c  können die Hauptaussagen oder Einzelinformationen aus einfachen, kurzen Texten
                  verstehen und sinngemäss mündlich oder schriftlich in der Schulsprache wiedergeben
               d  (z.B. E-Mail, Sachtext, Liedtext). Voraussetzung ist, dass es sich um vertraute Themen
                  handelt (z.B. Schule, Freizeit, Tiere).

                  können längere, klar aufgebaute Texte zu Themen des Alltagslebens verstehen und die
                  Hauptaussagen oder Einzelinformationen sinngemäss mündlich oder schriftlich in der
                  Schulsprache wiedergeben (z.B. Internetseite, Artikel, Geschichte).

                  können die Hauptaussagen oder Einzelinformationen aus einfachen, kurzen Texten
                  verstehen und sinngemäss schriftlich auf Englisch wiedergeben (z.B. Sachtext, E-Mail).
                  Voraussetzung ist, dass es sich um vertraute, konkrete Themen handelt.

15.3.2016                         Lehrplan 21                                                                           FS1GR
                                                                                                                           2
108 Fachbereichslehrplan | Deutsch/Italienisch/Romanisch 1. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS1GR.3 Sprechen

       A                        Dialogisches Sprechen

                                                                                                                           Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können an verschiedenen Gesprächen

                                teilnehmen (über Sachthemen, über ästhetische Themen, im Schulalltag,

                                mit Deutsch, Italienisch bzw. Romanisch sprechenden Personen).

       FS1GR.3.A.1              Die Schülerinnen und Schüler ...

       2a                       können mit ganz einfachen Worten Kontakt aufnehmen und sich verständigen (z.B. sich
                         A 1.1  begrüssen, verabschieden, bedanken, etwas bestellen).
                      b
                         A 1.2  können sich in vertrauten Situationen auf einfache Art verständigen, wenn die
                                Gesprächspartner/innen Rücksicht nehmen und behilflich sind (z.B. Spiel, Freizeit,
                      c         Schule).
                                können einfache Fragen zu vertrauten Themen stellen und mit einzelnen Wörtern,
                         A 2.1  Ausdrücken oder kurzen Sätzen antworten (z.B. Zeit, Befinden, Farbe).
                     GK 1.FS
                                können in alltäglichen Situationen mit einfachen Worten Informationen austauschen
       3d                       und einholen (z.B. Rollenspiel, Gruppenarbeit).
                         A 2.2  können zu vertrauten Themen einfache Fragen stellen und beantworten, kurz etwas
                            GK  dazu sagen oder auf Gesagtes reagieren (z.B. Unterricht, Einkauf).
                      1.+2.FS
                                können einfache Aussagen zu vertrauten Themen machen und darauf reagieren (z.B.
                      e         etwas erklären, Verständnis prüfen).
                                können zu alltäglichen Aktivitäten Fragen stellen und beantworten (z.B. Freizeit, Reisen,
                         B 1.1  Unterricht).
                                können ausdrücken, ob sie einverstanden sind oder lieber etwas anderes möchten (z.B.
                      f         Vorschlag, Abmachung).
                                können vertraute Personen um einen Gefallen bitten und auf Bitten reagieren (z.B.
                         B 1.2  etwas ausleihen, Wunsch äussern).

                                können zu vertrauten Themen auf einfache Art Informationen austauschen (z.B. Mode,
                                Film, Musik).
                                können ihre Meinung sagen und nach der Meinung von anderen fragen (z.B. Diskussion,
                                Interview, Gruppenarbeit).
                                können einfache Telefongespräche führen.

                                können mit Gleichaltrigen längere Gespräche über gemeinsame Interessen führen, falls
                                diese sich um gegenseitiges Verstehen bemühen (z.B. Ferienbekanntschaft,
                                Austauschpartner/in).
                                können spontan Fragen stellen zu besonderen Ereignissen oder Erlebnissen (z.B.
                                Ferien, Fest, Unfall).
                                können in Diskussionen oder bei Entscheidungen die eigene Haltung argumentativ
                                einbringen, Vorschläge machen und die Meinungen anderer kurz kommentieren (z.B.
                                Projektarbeit, Wahl der Lektüre, Streitgespräch).
                                können sich in alltäglichen Situationen beschweren (z.B. im Restaurant).

FS1GR                                                  Lehrplan 21                                                                       15.3.2016
   3
Fachbereichslehrplan | Deutsch/Italienisch/Romanisch 1. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                                                                                                                                   109

FS1GR.3 Sprechen

B                        Monologisches Sprechen

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können zu verschiedenen Themen und in
                   unterschiedlichen Situationen zusammenhängend sprechen (über
                   Sachthemen, über ästhetische Themen, über Themen und Abläufe im
                   Schulalltag, im Kontakt mit Deutsch, Italienisch bzw. Romanisch
                   sprechenden Personen).

FS1GR.3.B.               Die Schülerinnen und Schüler ...
1
                         können einfache kurze Reime vortragen.
2a                       können alltägliche und vertraute Dinge benennen (z.B. Schulgegenstände, Esswaren).
                  A 1.1  können mit einfachen Worten über sich selber sprechen (z.B. Name, Alter,
                         Befindlichkeit).
               b
                         können einfache Lieder mitsingen.
                  A 1.2  können grundlegende Informationen über sich und vertraute Personen geben (z.B.
                         Herkunft, Freunde).
               c         können sich über Vorlieben und Abneigungen zu sehr vertrauten Themen äussern (z.B.
                         Essen, Farben, Kleidung).
                  A 2.1
              GK 1.FS    können ein einfaches kurzes Gedicht vortragen (z.B. Haiku, Rap).
                         können sehr vertraute Themen in einem kurzen vorbereiteten Vortrag präsentieren (z.B.
3d                       Hobby, Tiere, Musik).
                  A 2.2  können Menschen, Gegenstände und Abläufe auf einfache Weise beschreiben (z.B.
                     GK  Aussehen, Tagesablauf, Weg).
               1.+2.FS   können sagen, was sie gut können, was weniger gut (z.B. Schule, Sport).

               e         können kurze Gechichten erzählen, indem sie die Ereignisse aneinanderreihen.
                         können ihre persönlichen Meinungen, Vorlieben und Vermutungen mit einfachen
                  B 1.1  Worten äussern und begründen (z.B. Musik, Buch, Regeln).
                         können vertraute Dinge und Sachverhalte kurz beschreiben (z.B. Tier, Feiertag,
               f         Umgebung).
                         können mit einfachen Worten alltägliche Ereignisse und persönliche Erfahrungen
                  B 1.2  beschreiben und kurz begründen, was ihnen gefällt und was weniger (z.B. Ausflug,
                         Party).

                         können Geschichten nacherzählen und ihre Meinung dazu äussern (z.B. Film, Buch).
                         können ihre Ansichten, Vermutungen und Pläne kurz erklären und begründen (z.B.
                         Ausflug, Reise).
                         können über alltägliche Themen mit einfachen Worten ihre Meinung äussern und
                         begründen (z.B. Taschengeld).

                         können über selbst gewählte Themen berichten (z.B. Geschichte, Ereignis).
                         können ihre Meinung sagen und begründen (z.B. Berufswünsche).
                         können detailliert erklären, wie man etwas macht, was sie selbst gut können (z.B.
                         Arbeitsschritte bei Projektarbeit, kochen).
                         können zu persönlichen Erlebnissen ihre Gefühle beschreiben und begründen.

15.3.2016                                        Lehrplan 21                                                                                                                                                             FS1GR
                                                                                                                                                                                                                            3
110 Fachbereichslehrplan | Deutsch/Italienisch/Romanisch 1. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

                                                                                                               Querverweise

       2. Die Schülerinnen und Schüler können beim Vortragen Texte gestalten
               und eine ästhetische Wirkung erzielen.

       FS1GR.3.B.        Die Schülerinnen und Schüler ...
       2
                         können beim Vortragen von einfachen Texten mit ästhetischen Gestaltungsmitteln        MU.1.B.1.2e
       2a                spielerisch experimentieren (z.B. Reim, Zungenbrecher, Vers).

                      b  können verschiedene Textformen kreativ vortragen (z.B. Liedtext, Rap, Gedicht,
                         Lesetheater).
       3c
                         können Texte kreativ gestalten und eine ästhetische Wirkung erzielen (z.B. Sketch,
                      d  kurze Geschichte).

                         können Texte bewusst gestalten und inszenieren und sich in der Schulsprache über die
                         Wirkung austauschen (z.B. Slam Poetry, Geschichte, Szene aus einem Theaterstück).

FS1GR                                                      Lehrplan 21                                                       15.3.2016
   3
Fachbereichslehrplan | Deutsch/Italienisch/Romanisch 1. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                                111

FS1GR.3 Sprechen

C                 Strategien

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Strategien einsetzen und                              Querverweise
                   reflektieren, um das Sprechen zu steuern. Dabei nutzen sie auch in                   FS3GR.3.C.1
                   anderen Sprachen aufgebaute Strategien.

FS1GR.3.C.1       Die Schülerinnen und Schüler ...

2a                können unter Anleitung erste Sprechstrategien aus der Schulsprache und anderen        D.3.B.1.d
                  Sprachen transferieren und einsetzen (z.B. Gesprächspartner beobachten, Gestik und
               b  Mimik einsetzen, Nichtverstehen signalisieren, Redewendungen und wiederkehrende
               c  Wortkombinationen (sog. Chunks) nutzen).
                  können unter Anleitung mitteilen, welche Sprechstrategien hilfreich sind.
3d
                  können Sprechstrategien einsetzen, wenn sie dabei teilweise unterstützt werden, und   D.3.B.1.e
               e  sich über deren Nutzen austauschen (z.B. zur Erstsprache wechseln, Verstehen oder
                  Nichtverstehen signalisieren, Textbausteine und Notizen nutzen).

                  können Sprechhemmungen überwinden, bei Bedarf mit Unterstützung, und dabei
                  Fehler als Lerngelegenheiten nutzen.

                  können Sprechstrategien einsetzen, um eine bessere Wirkung ihrer Gesprächsbeiträge    D.3.D.1.e
                  zu erzielen (z.B. um Wiederholung bitten, Umschreibungen und Stichwörter nutzen, im
                  Selbstgespräch üben).
                  können beurteilen, welche Sprechstrategien für sie hilfreich sind und welche sie aus
                  anderen Sprachen übertragen können.

                  können Sprechstrategien zunehmend selbstständig einsetzen (z.B. formelhafte           D.3.B.1.e
                  Wendungen zur Gesprächssteuerung einsetzen, andere zur Beteiligung auffordern,
                  nachfragen, um Bestätigung bitten)
                  können einige Fehler, die beim freien Sprechen auftreten, erkennen und sich selber
                  korrigieren.

15.3.2016                                           Lehrplan 21                                                       FS1GR
                                                                                                                         3
112 Fachbereichslehrplan | Deutsch/Italienisch/Romanisch 1. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS1GR.3 Sprechen

       D                 Sprachmittlung

                                                                                                                                                                                                          Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können Inhalte aus Gesprächen, Hörtexten
                  oder schriftlichen Texten in der Schulsprache sinngemäss auf Deutsch,
                  Italienisch bzw. Romanisch übertragen.

       FS1GR.3.D.        Die Schülerinnen und Schüler ...
       1
                         können die Hauptaussagen aus kurzen, einfachen schriftlichen Mitteilungen in der
       2a                Schulsprache (z.B. Schild, Plakat, SMS) sinngemäss auf Deutsch, Italienisch bzw.
       3b                Romanisch wiedergeben.

                      c  können aus einem einfachen Gespräch mit einer in der Schulsprache sprechenden
                      d  Person einfache, kurze Fragen und Informationen zur Person oder zu alltäglichen
                         Situationen sinngemäss auf Deutsch, Italienisch bzw. Romanisch wiedergeben (z.B.
                         Herkunft, Hobby, Interessen).
                         können Lautsprecherdurchsagen und kurze mündliche Mitteilungen in der
                         Schulsprache mit einfachen Sätzen und Wendungen sinngemäss auf Deutsch,
                         Italienisch bzw. Romanisch wiedergeben (z.B. Verspätungsmeldung, Wetterbericht).
                         können die Hauptaussagen oder Einzelinformationen aus einfachen und kurzen
                         schriftlichen Texten in der Schulsprache (z.B. E-Mail, Prospekt,
                         Veranstaltungsprogramm) sinngemäss auf Deutsch, Italienisch bzw. Romanisch
                         wiedergeben. Voraussetzung ist, dass es sich um vertraute Themen handelt (z.B.
                         Schule, Freizeit, Tiere).

                         können die Hauptaussagen oder Einzelinformationen aus einem längeren, klar
                         aufgebauten Gespräch mit einer in der Schulsprache sprechenden Person sowie aus
                         Hörtexten oder schriftlichen Texten in der Schulsprache (z.B. Treffen mit Partnerklasse,
                         Geschichte, Sachtext) sinngemäss auf Deutsch, Italienisch bzw. Romanisch
                         wiedergeben. Voraussetzung ist, dass es sich um vertraute Themen handelt.

                         können in einer Gesprächssituation zwischen einer Deutsch, Italienisch bzw. Romanisch
                         sprechenden und einer englischsprachigen Person sinngemäss vermitteln (z.B.
                         einfache, kurze Fragen und Informationen zur Person oder zu alltäglichen Situationen).

FS1GR                                    Lehrplan 21                                                                                                                                                                    15.3.2016
   3
Fachbereichslehrplan | Deutsch/Italienisch/Romanisch 1. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                                        113

FS1GR.4 Schreiben

A                        Schriftliche Texte verfassen

                                                                                                                Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können verschiedene Texte verfassen

                         (Sachtexte, ästhetische Texte, Texte im Schulalltag, im schriftlichen

                         Kontakt mit Deutsch, Italienisch bzw. Romanisch sprechenden Personen).

FS1GR.4.A.1              Die Schülerinnen und Schüler ...

2a                       können mit bekannten Wörtern Listen erstellen und Bilder beschriften (z.B. Leporello,
                  A 1.1  Checkliste).
                         können Formulare mit persönlichen Angaben ergänzen (z.B. Anmeldung).
               b         können in kurzen, einfachen Sätzen Informationen über sich selbst geben (z.B. Name,
                         Wohnort, Alter).
                  A 1.2
                     GK  können von einer Geschichte die wichtigsten Elemente festhalten (z.B. Cluster,
                         Mindmap).
               1.+2.FS   können mit einfachen Worten alltägliche Situationen und Gegenstände beschreiben (z.B.
                         Farbe, Grösse, Material).
3c                       können mit einfachen Worten Informationen über sich selbst oder vertraute Personen
                  A 2.1  und Sachverhalte verfassen (z.B. Familie, Zimmer, Hobby).
                     GK  können ganz einfache Mitteilungen und Fragen formulieren (z.B. Einladung, SMS,
               1.+2.FS   Notiz).

               d         können mit sprachlichem Support (z.B. Wendungen, feste Ausdrücke) einfache
                         Geschichten beginnen oder zu Ende führen.
                  A 2.2  können sich einfache Notizen machen und kurze Mitteilungen verfassen (z.B.
                         Sachverhalt, Wegbeschreibung zu Skizze, Einladung).
               e         können mit einfachen Sätzen und Ausdrücken über vertraute Gegenstände und
                         Personen berichten (z.B. Tagesablauf, Portrait, Aktivität).
                  B 1.1
                         können mit einfachen Sätzen kurze Geschichten erzählen (z.B. zu einer
                         Bildergeschichte).
                         können in einfachen Sätzen darüber berichten, was wann und wo geschehen ist (z.B.
                         Erlebnis).
                         können Gleichaltrige auf einfache Weise über sich selbst oder alltägliche Dinge
                         informieren und auf solche Informationen reagieren (z.B. Lebenslauf, Wandzeitung,
                         Anzeige).

                         können einfache Texte über vertraute Themen zusammenfassen und ihre Meinung dazu
                         äussern (z.B. Buch- oder Filmbesprechung).
                         können in einfachen zusammenhängenden Texten über ein Ereignis berichten (z.B.
                         Reisebericht, Experiment, kultureller Anlass).
                         können vertraute Themen mit kurzen Texten und Bildern darstellen (z.B. Poster,
                         Blogeintrag, Schülerzeitung).

15.3.2016                                              Lehrplan 21                                                            FS1GR
                                                                                                                                 4
114 Fachbereichslehrplan | Deutsch/Italienisch/Romanisch 1. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

                                                                                                             Querverweise

       2. Die Schülerinnen und Schüler können eigene Texte kreativ und
               spielerisch gestalten und eine ästhetische Wirkung erzielen.

       FS1GR.4.A.2       Die Schülerinnen und Schüler ...

       2a                können mit einfachen ästhetischen Gestaltungsmitteln spielerisch experimentieren
       3b                (z.B. Wörter zeichnen, Reimwörter).

                      c  können in eigenen Texten mit einfachen Gestaltungsmitteln eine ästhetische Wirkung
                         erzielen (z.B. Gedicht, Comic, Bildgeschichte).

                         können beim kreativen Schreiben verschiedene ästhetische Gestaltungsmittel bewusst
                         einsetzen und sich in der Schulsprache über die Wirkung austauschen (z.B.
                         Kurzgeschichte, Raptext, Werbespot).

FS1GR                    Lehrplan 21                                                                                       15.3.2016
   4
Fachbereichslehrplan | Deutsch/Italienisch/Romanisch 1. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                                       115

FS1GR.4 Schreiben

B                 Strategien

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Strategien zur                                        Querverweise
                                                                                                        FS3GR.4.B.1

                  Schreibunterstützung einsetzen und reflektieren. Dabei nutzen sie auch

                  in anderen Sprachen aufgebaute Strategien.

FS1GR.4.B.        Die Schülerinnen und Schüler ...
1
                  können unter Anleitung erste Schreibstrategien aus der Schulsprache und anderen       D.4.G.1.b
2a                Sprachen transferieren und einsetzen (z.B. Wörter aus Vorlage neu kombinieren,
                  fehlendes Vokabular durch Symbole, Zeichnungen oder Wörter aus anderen Sprachen
               b  ersetzen).
                  können unter Anleitung mitteilen, welche Schreibstrategien hilfreich sind.
3c
                  können Schreibstrategien einsetzen, wenn sie dabei teilweise unterstützt werden, und  D.4.F.1.d
               d  sich über deren Nutzen austauschen (z.B. Modellsätze verwenden, Wortlisten und
                  Bilderwörterbuch nutzen, Merktechniken, Eselsbrücken).

                  können beurteilen, welche Schreibstrategien, auch aus anderen Sprachen, für sie       D.4.G.1.g
                  hilfreich sind, und diese einsetzen, um eine bessere Wirkung ihrer Texte zu erzielen  MI - Produktion und
                  (z.B. Informationen sammeln, Planungs- und Strukturierungshilfen nutzen,              Präsentation
                  grammatische Übersichten und Merkblätter, Textmuster und
                  Textverarbeitungsprogramm verwenden).

                  können Schreibstrategien zunehmend selbstständig einsetzen (z.B. Informationen        D.4.F.1.f
                  sammeln, Mindmap, Cluster erstellen, Vokabular in verschiedenen Medien suchen, Text   MI - Recherche und
                  überarbeiten und korrigieren, Wörter-, Grammatikbücher und das Internet gezielt       Lernunterstützung
                  nutzen).
                  können einige Fehler, die beim Schreiben auftreten, erkennen und korrigieren.

15.3.2016                                           Lehrplan 21                                                              FS1GR
                                                                                                                                4
116 Fachbereichslehrplan | Deutsch/Italienisch/Romanisch 1. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS1GR.4 Schreiben

       C                 Sprachmittlung

                                                                                                                  Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können Inhalte von Texten in der
                  Schulsprache sinngemäss ins Deutsche, Italienische bzw. Romanische
                  übertragen.

       FS1GR.4.C.1       Die Schülerinnen und Schüler ...

       2a                können zu einfachen schriftlichen Texten in der Schulsprache (z.B. Einladung, einfache
       3b                Sachtexte) Stichworte auf Deutsch, Italienisch bzw. Romanisch festhalten.

                      c  können einfache mündliche und schriftliche Mitteilungen oder Fragen in der
                         Schulsprache (z.B. Ankunftszeit, Treffpunkt, Bitte um Rückruf) in kurzen, einfachen
                      d  Notizen und Nachrichten sinngemäss auf Deutsch, Italienisch bzw. Romanisch
                         festhalten.

                         können aus schriftlichen Texten in der Schulsprache (z.B. Broschüre, E-Mail, Artikel in
                         einer Zeitschrift) die wesentlichen Angaben sinngemäss auf Deutsch, Italienisch bzw.
                         Romanisch wiedergeben.

                         können Hauptaussagen oder Einzelinformationen aus einfachen und kurzen
                         schriftlichen Mitteilungen in Englisch mit einfachen Sätzen und Wendungen sinngemäss
                         auf Deutsch, Italienisch bzw. Romanisch wiedergeben. Voraussetzung ist, dass es sich
                         um vertraute, konkrete Themen handelt.

FS1GR                                    Lehrplan 21                                                                            15.3.2016
   4
Fachbereichslehrplan | Deutsch/Italienisch/Romanisch 1. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                             117

FS1GR.5 Sprache(n) im Fokus

A                 Bewusstheit für Sprache

           1. Die Schülerinnen und Schüler können ihre Aufmerksamkeit auf                            Querverweise
                   sprachliche Vielfalt richten.                                                     FS2GR.5.A.1

FS1GR.5.A.1       Die Schülerinnen und Schüler ...

2a                können mehrsprachige Situationen bewusst wahrnehmen und benennen (z.B. in der
3b                eigenen Klasse, Umgebung, am Ferienort, in Medien).

               c  können sprachliche Vielfalt in Europa und in der Welt erkennen.
                  können die Sprachenvielfalt in der Schweiz und insbesondere in Graubünden
                  beschreiben.

                  können Status und Rolle verschiedener Sprachen untereinander vergleichen (z.B.
                  Kantonssprachen, Landessprachen, Nationalsprachen, Herkunftssprachen,
                  internationale Verkehrssprachen).

           2. Die Schülerinnen und Schüler können ihre Aufmerksamkeit auf                            Querverweise
                   sprachliche Phänomene richten.                                                    FS3GR.5.A.1

FS1GR.5.A.2       Die Schülerinnen und Schüler ...

2a                können einzelne sprachliche Phänomene in verschiedenen Sprachen mit Unterstützung
                  wahrnehmen und Unterschiede oder Ähnlichkeiten erkennen (z.B. verschiedene
3b                Schriftsysteme, Begrüssungsrituale).

               c  können verschiedene Varietäten wahrnehmen (Mundart und Dialekt; Dialekt und
                  Standarditalienisch; Ortsdialekt, Idiom und Rumantsch Grischun).

                  können in der Fremdsprache verschiedene Register erkennen (z.B. formelle und
                  informelle Sprache, Umgangssprache).
                  können sprachliche Phänomene in verschiedenen Sprachen vergleichen (z.B. Herkunft
                  von Wörtern, Lehnwörter, Internationalismen).

15.3.2016                                  Lehrplan 21                                                             FS1GR
                                                                                                                      5
118 Fachbereichslehrplan | Deutsch/Italienisch/Romanisch 1. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS1GR.5 Sprache(n) im Fokus

       B                 Wortschatz

                                                                                                                Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler verfügen über einen angemessenen
                   Wortschatz, um sich mündlich und schriftlich zu äussern.

       FS1GR.5.B.        Die Schülerinnen und Schüler ...

       12  a             verfügen über ein begrenztes Repertoire an einzelnen Wörtern und Wendungen, die sich
                         auf bestimmte Situationen beziehen, um sich kurz und einfach zu vertrauten Themen zu
           b             äussern.

       3c                verfügen über ein elementares Repertoire an häufigen Wörtern und Wendungen, das
                         ihnen erlaubt, einfache Texte zu alltäglichen Themen zu verfassen sowie an einfachen
           d             Gesprächen aktiv teilzunehmen.

                         verfügen über ein genügend grosses Repertoire an Wörtern und Wendungen, das ihnen
                         erlaubt, Texte zu allgemeineren Themen zu verfassen sowie an routinemässigen
                         Gesprächen aktiv teilzunehmen.

                         verfügen über ein ausreichendes Repertoire an Wörtern und Wendungen, das ihnen
                         erlaubt, Texte zu unterschiedlichen Themen der eigenen Lebenswelt zu verfassen sowie
                         an alltäglichen Gesprächen aktiv teilzunehmen.

           2. Die Schülerinnen und Schüler können Strategien und Techniken zum                                  Querverweise
                                                                                                                FS3GR.5.B.2

                         Wortschatzerwerb und Regeln der Wortbildung reflektieren und für ihr

                         Lernen nutzen. Sie können dabei auf Lernerfahrungen und Kenntnisse in

                         anderen Sprachen zurückgreifen.

       FS1GR.5.B.        Die Schülerinnen und Schüler ...
       2
                         können unter Anleitung Strategien und Techniken für das Wortschatzlernen nutzen (z.B.
       2a                Klebezettel, Wort-Bild-Karten, Parallelwörter).

                      b  können Erfahrungen mit Strategien und Techniken zum Wortschatzerwerb reflektieren      MI - Recherche und
                         und unter Anleitung entscheiden, welche ihnen am besten zusagt (z.B. Wortkartei,       Lernunterstützung
       3c                Wörternetz, Lernspiel, Bildwörterbücher, elektronische Wörterbücher, App).
                         können ausgehend vom bestehenden individuellen Wortschatz mit Hilfe von Hör-,
                      d  Lesetexten und Gesprächen ihren produktiven Wortschatz erweitern.

                         können, wenn nötig mit Unterstützung, dem eigenen Lernstil angepassten Techniken
                         zum Wortschatzerwerb auswählen (z.B. Cluster, Mindmap, Tonaufnahme).
                         können unter Anleitung Regeln der Wortbildung (auch sprachenübergreifend) erkennen
                         und neue Wörter und Wendungen bilden (z.B. Nation/nazione/naziun,
                         reparieren/riparare/reparar, Wortfamilie).

                         können selbstständig Regeln der Wortbildung ableiten und für ihr Lernen nutzen
                         können verschiedene Formen von Wörterbüchern (z.B. in Papierform, elektronische,
                         online) vergleichen und sich über deren Anwendungsmöglichkeiten austauschen.

FS1GR                                                      Lehrplan 21                                                              15.3.2016
   5
Fachbereichslehrplan | Deutsch/Italienisch/Romanisch 1. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                                        119

FS1GR.5 Sprache(n) im Fokus

C                 Aussprache

                                                                                                                Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können klar und verständlich sprechen
                   und vorlesen.

FS1GR.5.C.1       Die Schülerinnen und Schüler ...

2a                können vertraute Wörter und Wendungen so aussprechen oder vorlesen, dass sie
                  meistens verstanden werden.
               b
                  können häufige Konventionen der Aussprache und Intonation so anwenden, dass sie
3c                beim Sprechen und lauten Lesen verstanden werden.

               d  können trotz eines merklichen Akzents in der Regel verständlich sprechen und
                  vorlesen.

                  können sich meist so ausdrücken, dass die Aussprache gut verständlich ist und die
                  Intonation dem Inhalt entspricht.

                                                                                                                Querverweise

           2. Die Schülerinnen und Schüler können typische Aussprache- und

                  Intonationsregeln der deutschen, italienischen bzw. romanischen Sprache

                  verstehen.

FS1GR.5.C.2       Die Schülerinnen und Schüler ...

2a                können einzelne typische Laute wahrnehmen, die sich in Deutsch, Italienisch bzw.
                  Romanisch und in der Schulsprache unterscheiden (z.B. dt. v/w, c/k/ck, oi, eu, ital. gli,
               b  sc, gn, rom. tg, chi, gn, gi, tsch).
               c
                  können die Auswirkung der Intonation auf die Bedeutung einer Aussage erkennen und
3d                Schlüsse daraus ziehen (z.B. Intonationsfrage, Befehlsform).

               e  können einzelne spezifische Laute und Lautfolgen der deutschen, italienischen bzw.
                  romanischen Sprache beobachten, gegebenenfalls mit anderen Sprachen vergleichen
                  und in der Schulsprache Vermutungen über das Verhältnis von Schrift und Laut
                  anstellen (z.B. dt. ich/ach-Laut, ie > ii, ital. cia > tscha, gi > dschi, putér -aun > -em),
                  Wort-und Satzbetonung).

                  können unter Anleitung häufig vorkommende Schriftbilder mit der korrekten
                  Aussprache verbinden und daraus Regeln ableiten (z.B. dt. -ung > Nominalisierung, ital.
                  ri > wieder, rom. mal > Negation im Nomen und Adjektiv).

                  können durch unterschiedliche Betonung und Intonation die Wirksamkeit ihrer Aussage
                  erkennen und steuern.

15.3.2016                     Lehrplan 21                                                                                     FS1GR
                                                                                                                                 5
120 Fachbereichslehrplan | Deutsch/Italienisch/Romanisch 1. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS1GR.5 Sprache(n) im Fokus

       D                 Grammatik

                                                                                                                                                                                                          Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können grammatische Strukturen in Texten
                  erkennen und für das Verständnis nutzen sowie beim Sprechen und
                  Schreiben anwenden.

       FS1GR.5.D.        Die Schülerinnen und Schüler ...
       1
                         können beim Sprechen und Schreiben mit Unterstützung sehr einfache grammatische
       2a                Strukturen verwenden, machen aber je nach Unterstützungsgrad noch häufig Fehler
                         (z.B. regelmässige Pluralform, einzelne Konjugationsformen).
                      b  können einzelne, formelhafte und auf bestimmte Situationen bezogene grammatische
                         Strukturen mit Unterstützung erkennen und für das Verständnis nutzen (z.B. Negation,
       3c                Fragewörter).

                      d  können beim Sprechen und Schreiben einige einfache grammatische Strukturen
                         verwenden, machen dabei aber noch Fehler (z.B. Konjugationsformen wichtiger Verben,
                         Personalpronomen, einfache Frage mit Fragewort).
                         können auf bestimmte Situationen bezogene grammatische Strukturen mit
                         Unterstützung erkennen und für das Verständnis nutzen (z.B. Zeitangaben,
                         Ortsangaben).

                         können beim Sprechen und Schreiben einfache grammatische Strukturen verwenden,
                         machen dabei aber teilweise noch Fehler (z.B. Wortfolge in einfachen Aussagesätzen
                         und Fragen, Verben mit zwei Objekten, unregelmässige Pluralformen, häufige
                         Präpositionen).
                         können in Texten einfache grammatische Strukturen erkennen und für das Verständnis
                         nutzen. (z.B. Wortfolge im Satz, Frage mit Fragewort oder Intonation,
                         Konjugationsformen).

                         können beim Sprechen und Schreiben auch einige komplexere grammatische
                         Strukturen ausreichend korrekt verwenden (z.B. Hilfs- und Modalverben, verschiedene
                         Formen der Negation, Demonstrativ- und Reflexivpronomen).
                         können in Texten auch komplexere Strukturen erkennen und für das Verständnis
                         nutzen. (z.B. Zeitform der Verben, häufige Modalverben, Konjunktionen zur Begründung,
                         Possessiv- und Reflexivpronomen).

FS1GR                               Lehrplan 21                                                                                                                                                                         15.3.2016
   5
Fachbereichslehrplan | Deutsch/Italienisch/Romanisch 1. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                                                                                                                                   121

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           2. Die Schülerinnen und Schüler können grammatische Strukturen verstehen FS3GR.5.D.2

                   und mit anderen Sprachen vergleichen.

FS1GR.5.D.        Die Schülerinnen und Schüler ...
2
                  können unter Anleitung einzelne grammatische Strukturen erforschen, gegebenenfalls
2a                mit anderen Sprachen vergleichen und darüber in der Schulsprache Vermutungen
                  anstellen (z.B. Singular-Pluralform, bestimmter/unbestimmter Artikel, Wortstellung in
3b                einem Fragesatz).

               c  können unter Anleitung komplexere grammatische Strukturen untersuchen, mit
                  anderen Sprachen vergleichen und Regeln ableiten (z.B. Zeitform, einfache
                  Konjugation).

                  können über den Vergleich von grammatischen Strukturen verschiedener Sprachen
                  sprachspezifische Regeln erkennen, reflektieren und für den eigenen Sprachgebrauch
                  einschätzen (z.B. Relativpronomen und Relativsatz, unregelmässige Steigerungsform,
                  Konditionalsatz).

15.3.2016         Lehrplan 21                                                                                                                                                                                            FS1GR
                                                                                                                                                                                                                            5
122 Fachbereichslehrplan | Deutsch/Italienisch/Romanisch 1. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS1GR.5 Sprache(n) im Fokus

       E                 Rechtschreibung

                                                                                                                    Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können angemessen korrekt schreiben.

       FS1GR.5.E.1       Die Schülerinnen und Schüler ...

       2a                können einzelne Wörter und kurze Wendungen korrekt abschreiben.
                         können einzelne Wörter und kurze Wendungen aufschreiben, dies kann aber noch
                      b  lautgetreu sein.

       3c                können Wendungen und kurze Sätze korrekt abschreiben.
                         können in eigenen kurzen Texten teilweise die korrekte Rechtschreibung benutzen.
                      d  können in einfachen Sätzen die wichtigsten Satzzeichen anwenden.

                         können in kürzeren Texten zu vertrauten Themen angemessen korrekt schreiben.
                         können häufig verwendete Formen korrekt schreiben (z.B. dt. ich bin, ital. sono, rom. jeu
                         sun).

                         können Texte zu allgemeinen Themen angemessen korrekt schreiben, auffällige
                         Rechtschreibefehler sind selten.

                                                                                                                                                                                                          Querverweise

          2. Die Schülerinnen und Schüler können Rechtschreibregeln der deutschen,

                  italienischen bzw. romanischen Sprache reflektieren und verstehen.

       FS1GR.5.E.2       Die Schülerinnen und Schüler ...                                                           FS3GR.5.E.2.a

       2a                können unter Anleitung elementare Rechtschreibregeln wahrnehmen (z.B. dt. sp/st,           MI - Produktion und
                         ck/tz, f/v, ital. chi/ci, rom. s-ch, à, ì).                                                Präsentation
                      b                                                                                             FS3GR.5.E.2.b
                         können elementare Rechtschreibregeln erforschen und in der Schulsprache
       3c                Vermutungen darüber anstellen.
                         können eigene Fehler mithilfe von Textvorlagen erkennen und korrigieren.

                         können unter Anleitung häufige Rechtschreibregeln ableiten.
                         können die Rechtschreibung überprüfen (z.B. mithilfe eines Wörterbuchs).

FS1GR                                     Lehrplan 21                                                                                                                                                                   15.3.2016
   5
Fachbereichslehrplan | Deutsch/Italienisch/Romanisch 1. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                              123

FS1GR.5 Sprache(n) im Fokus

F                 Sprachlernreflexion und -planung

           1. Die Schülerinnen und Schüler können ihr eigenes Sprachenlernen                          Querverweise
                   reflektieren und planen.                                                           FS3GR.5.F.1

FS1GR.5.F.1       Die Schülerinnen und Schüler ...

2a                können auf ganz einfache Weise, und unterstützt durch die Lehrperson, über ihre
                  Sprachlernerfahrungen nachdenken und Lernfortschritte festhalten (z.B. im
               b  Lernjournal).

3c                können mit Unterstützung ihren Lernstand einschätzen und daraus persönliche Ziele
                  ableiten (z.B. über gezieltes Sammeln von Produkten, Portfolio).
               d
                  können, bei Bedarf mit Unterstützung, die eigenen Fortschritte und Lernergebnisse
                  einschätzen.
                  können sich persönliche Ziele setzen und das eigene Lernen planen.

                  können sich über Lernerfahrungen austauschen.
                  können auch ausserschulische Lerngelegenheiten erkennen und nutzen (z.B. Internet,
                  Begegnungen, Medien).

15.3.2016                                           Lehrplan 21                                                     FS1GR
                                                                                                                       5
124 Fachbereichslehrplan | Deutsch/Italienisch/Romanisch 1. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS1GR.6 Kulturen im Fokus

       A                 Kenntnisse

          1. Die Schülerinnen und Schüler kennen einige Merkmale deutsch-,                                       Querverweise
                  italienisch- bzw. romanischsprachiger Regionen sowie kulturelle                                D.6.B.1
                  Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

       FS1GR.6.A.1       Die Schülerinnen und Schüler ...

       2a                kennen einige Kulturerzeugnisse, Eigenheiten und sprachspezifische Gegebenheiten MU.2.B.1.f

                      b                                                                                                                                                                                     BG.3.A.1.2b

                      c  deutsch-, italienisch- bzw. romanischsprachiger Regionen (z.B. Lieder, Kulinarik, Orte).

       3d                kennen einige Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der eigenen Sprachregion
                         und deutsch-, italienisch- bzw. romanischsprachigen Regionen (z.B. häufig beobachtete
                      e  nonverbale Kommunikation oder Grussformeln, Rituale im Schulalltag, Kinderliteratur).

                         wissen, dass Kenntnisse, die sie über deutsch-, italienisch- bzw. romanischsprachige    ERG.5.5.d
                         Regionen haben, häufig klischeehafte Aspekte beinhalten und dass in allen Kulturen
                         vielfältige Lebens- und Verhaltensweisen nebeneinander existieren (z.B. Wohnsituation,
                         Essensgewohnheiten, Grussverhalten).

                         kennen kulturelle Gegebenheiten und exemplarische Kulturerzeugnisse deutsch-,           MU.2.B.1.h
                         italienisch- bzw. romanischsprachiger Regionen (z.B. Bräuche, Musik, geschichtliche     BG.3.A.1.2c
                         Ereignisse, Regionen, Persönlichkeiten, Malerei, Film).

                         wisssen, dass sowohl in der eigenen als auch in den deutsch-, italienisch- bzw.         ERG.5.5.a
                         romanischsprachigen Regionen unterschiedliche Normen und Werte nebeneinander
                         existieren (z.B. Subkulturen, Musikkulturen, Traditionen in Gemeinden, Geschlechter,
                         Generationen).

FS1GR                                                      Lehrplan 21                                                                                                                                                   15.3.2016
   6
Fachbereichslehrplan | Deutsch/Italienisch/Romanisch 1. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                                        125

FS1GR.6 Kulturen im Fokus

B           Haltungen

                                                                                                Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können über ihre Haltung gegenüber                   BNE - Kulturelle Identitäten

                                                                                                und interkulturelle
            deutsch-, italienisch- bzw. romanischsprachigen Regionen und gegenüber Verständigung

            kultureller Vielfalt nachdenken.

FS1GR.6.B.  Die Schülerinnen und Schüler ...                                                    NMG.7.2.g
1
            können ihre Haltung gegenüber fremden Sprachen und Kulturen ausdrücken.
2a          können ihre Eindrücke und Haltung in Bezug auf Kontakte mit deutsch-, italienisch-
            bzw. romanischsprachigen Regionen beschreiben (z.B. Austauschaktivitäten,
3b          Schultraditionen).

            können über Zweck und Nutzen des Lernens der Fremdsprache Deutsch, Italienisch
            bzw. Romanisch nachdenken und diskutieren.
            können ihre Eindrücke in Bezug auf Kontakte mit deutsch-, italienisch- bzw.
            romanischsprachigen Regionen reflektieren und ihre Haltung begründen (z.B.
            Jugendkultur).
            können aufgrund der erworbenen kulturellen Erfahrungen ihre Haltung gegenüber
            Klischees formulieren und diskutieren.

15.3.2016                                     Lehrplan 21                                                                     FS1GR
                                                                                                                                 6
126 Fachbereichslehrplan | Deutsch/Italienisch/Romanisch 1. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS1GR.6 Kulturen im Fokus

       C                 Handlungen

          1. Die Schülerinnen und Schüler begegnen Menschen und Erzeugnissen                                        Querverweise
                  deutsch-, italienisch- bzw. romanischsprachiger Regionen virtuell und                             BNE - Kulturelle Identitäten
                  real.                                                                                             und interkulturelle
                                                                                                                    Verständigung

       FS1GR.6.C.1       Die Schülerinnen und Schüler ...

       2a                können kulturelle Merkmale beobachten und beschreiben (z.B. Lebensalltag, Feste,           NMG.7.1.d
                         Traditionen).
                      b
                      c  können Aspekte des Lebensalltags aus deutsch-, italienisch- bzw. romanischsprachigen NMG.7.2.g
                         Regionen mit ihren eigenen Erfahrungen vergleichen (z.B. durch Briefkontakte,
       3d                Geschichten, Reportagen, Blog).

                      e  können mit deutsch-, italienisch- bzw. romanischsprachigen Menschen in Kontakt             NMG.7.2.f
                         treten und machen dadurch Bekanntschaft mit deren Sprachkulturen (z.B. Brief, Text,
                         Bild, Zeichnung, E-Mail).

                         können in der Auseinandersetzung mit kulturellen Gegebenheiten und
                         Kulturerzeugnissen aus deutsch-, italienisch- bzw. romanischsprachigen Regionen die
                         eigene Lebenswelt bewusster wahrnehmen und erkennen, dass eigene Norm- und
                         Wertvorstellungen relativ sind (z.B. Sprachenfolge, geschichtliches Ereignis, Sport,
                         Persönlichkeit).

                         können in Austauschsituationen ihr erworbenes kulturelles Wissen beobachten,
                         überprüfen und relativieren (z.B. durch Briefkontakt, in den Ferien, in einer realen oder
                         virtuellen Begegnung).

FS1GR                                                      Lehrplan 21                                                         15.3.2016
   6
Fachbereichslehrplan | Englisch 2. Fremdsprache | Kompetenzaufbau               127

Englisch
2. Fremdsprache

                                                                                FS2GR

15.3.2016                                                          Lehrplan 21
128 Fachbereichslehrplan | Englisch 2. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS2GR.1 Hören

       A                        Monologische und dialogische Texte hören und verstehen

                                                                                                                            Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können verschiedenartige Hörtexte und

                                Gespräche verstehen (Sachtexte, ästhetische Texte, Texte im Schulalltag,

                                Gespräche im Kontakt mit Englisch sprechenden Personen).

       FS2GR.1.A.1              Die Schülerinnen und Schüler ...

       2a                       können vertraute Wörter, ganz einfache Informationen, einfache Aufgaben und
                         A 1.1  Anleitungen verstehen, wenn deutlich gesprochen wird und wenn Illustrationen oder
                                Gestik dabei helfen (z.B. Reim, Kinderlied, Anweisung).
                      b         können einfache und häufige Ausdrücke und einfache Fragen zur eigenen Person
                                verstehen (z.B. Name, Adresse).
                         A 1.2
                     GK 2.FS    können sich bei einfachen kurzen Texten eine Vorstellung vom Inhalt machen, wenn der
                                Text mit Illustrationen oder Gestik unterstützt wird (z.B. Trickfilm, Theaterszene, Lied).
                      c         können einfachen kurzen Texten grundlegende Informationen entnehmen, wenn
                                langsam, deutlich und mit Pausen gesprochen wird (z.B. Spielanleitung, kleines
                         A 2.1  Experiment).
                                können kurze Gespräche über vertraute Themen verstehen, wenn langsam und deutlich
       3d                       gesprochen wird (z.B. Schule, Familie, Freizeit).
                         A 2.2
                            GK  können in einfachen kurzen Texten zu vertrauten Themen die Hauptinformation
                      1.+2.FS   verstehen, wenn langsam und deutlich gesprochen wird (z.B. Geschichte).
                                können in kurzen, einfachen und klaren Durchsagen die Hauptinformation oder
                                Einzelinformationen verstehen (z.B. Wettervorhersage, Sportresultat).
                                können aus kurzen Mitteilungen zu vertrauten Themen einfache Informationen
                                entnehmen, wenn langsam und deutlich gesprochen wird (z.B. Wegbeschreibung).

                                können in Beiträgen über vertraute Themen verstehen, worum es geht, wenn langsam
                                und deutlich gesprochen wird (z.B. Vortrag, Reportage, Filmszene).
                                können einfache Mitteilungen, Anweisungen und Erklärungen verstehen (z.B. Anleitung
                                zu einem Experiment, einfache Gebrauchsanweisung), die man ihnen persönlich gibt.
                                können in längeren Gesprächen über vertraute Themen meistens verstehen, worum es
                                geht, wenn deutlich gesprochen wird (z.B. Interview, Telefongespräch, persönliche
                                Begegnung).

            e können längere Gespräche und Texte über vertraute Themen (z.B. Trendsportart,
          B 1.1 Markenartikel) in groben Zügen verstehen, wenn langsam und deutlich gesprochen wird

                    oder wenn Passagen mehrmals gehört werden können (z.B. Hörbuch, Diskussion,
                    Fernsehsendung).
                    können aus längeren Texten über vertraute Themen wichtige Informationen
                    heraushören, wenn relativ langsam und deutlich gesprochen wird (z.B. Nachricht,
                    Interview, Vortrag).

             f können den Inhalt von längeren Gesprächen und Texten, die sie interessieren, im
          B 1.2 Grossen und Ganzen verstehen, wenn deutlich gesprochen wird (z.B. Reportage,

                    Diskussion, Dialog in einem Film).
                    können detaillierte Anweisungen genau verstehen (z.B. Spielanleitung).
                    können klare und unkompliziert aufgebaute Texte über einigermassen vertraute
                    Themen verstehen (z.B. Präsentation, Hörbuch).

FS2GR                                                                  Lehrplan 21                                                        15.3.2016
   1
Fachbereichslehrplan | Englisch 2. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                                              129

                                                                                                Querverweise

           2. Die Schülerinnen und Schüler können die ästhetische Wirkung von
                   Hörtexten entdecken und beschreiben.

FS2GR.1.A.2  Die Schülerinnen und Schüler ...

2a           können in einen langsam und deutlich vorgelesenen/gesprochenen Hörtext eintauchen
3b           (z.B. einfaches Hörbuch, Geschichte).

             können in Hörtexten einzelne ästhetische Gestaltungsmittel entdecken und in der    FS3GR.1.A.2.b
             Schulsprache beschreiben (z.B. Slam Poetry, Sketch).

           c können über Hörtexte neue Welten entdecken und zu eigenen Vorlieben finden.

15.3.2016                                                          Lehrplan 21                                 FS2GR
                                                                                                                  1
130 Fachbereichslehrplan | Englisch 2. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS2GR.1 Hören

       B                 Strategien

          1. Die Schülerinnen und Schüler können Hörstrategien einsetzen und                                    Querverweise
                  reflektieren. Dabei nutzen sie auch in anderen Sprachen aufgebaute                            FS3GR.1.B.1
                  Strategien.

       FS2GR.1.B.        Die Schülerinnen und Schüler ...
       1
                         können unter Anleitung bekannte Hörstrategien aus der ersten Fremdsprache und          D.1.D.1.c
       2a                anderen Sprachen transferieren und einsetzen (z.B. mehrfach hören, auf Geräusche,
                         Satzmelodie, Gestik und Mimik achten).
                      b  können unter Anleitung mitteilen, welche Hörstrategien hilfreich sind.
                      c
                         können einzelne Wörter heraushören, die aus anderen Sprachen bekannt sind (z.B.        D.1.B.1.e
       3d                Parallelwörter, bekannte Wörter, Namen, Zahlen).

                         können Hörstrategien einsetzen, wenn sie dabei teilweise unterstützt werden, und sich  D.1.B.1.c
                         über deren Nutzen austauschen (z.B. Vorwissen aktivieren, Thema erkennen, auf
                         Bekanntes achten, schriftlichen Begleittext nutzen).

                         können beurteilen, welche Hörstrategien, auch aus anderen Sprachen, für sie hilfreich  D.1.D.1.d
                         sind und diese einsetzen (z.B. auf Bekanntes, Geräusche und Bilder achten, Gestik und
                         Verhalten der Sprecherin/des Sprechers beobachten).

          e können Hörstrategien zunehmend selbstständig einsetzen (z.B. mehrfach hören,                        D.1.B.1.g
                 Vorwissen aktivieren, Thema erkennen, unbekannte Wörter erschliessen,
                 Satzbedeutung ableiten).

FS2GR                                                                  Lehrplan 21                                            15.3.2016
   1
Fachbereichslehrplan | Englisch 2. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                                                         131

FS2GR.1 Hören

C            Sprachmittlung

                                                                                                            Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Inhalte aus Gesprächen und
                   Hörtexten auf Englisch verstehen und sinngemäss in die Schulsprache
                   übertragen.

FS2GR.1.C.1  Die Schülerinnen und Schüler ...

2a           können die Hauptaussagen aus kurzen und einfachen Mitteilungen (z.B. auf
             Anrufbeantworter, Arbeitsanweisung) verstehen und sinngemäss mündlich oder
3b           schriftlich in der Schulsprache wiedergeben.

             können in einem einfachen Gespräch mit einer Englisch sprechenden Person (z.B.
             Austauschschülerin oder -schüler) einfache, kurze Fragen und Informationen zur
             Person oder zu alltäglichen Situationen verstehen und sinngemäss mündlich in der
             Schulsprache wiedergeben (informelles Dolmetschen, z.B. Herkunft, Hobby,
             Interessen). Voraussetzung ist, dass diese Person deutlich spricht.
             können Einzelinformationen von Lautsprecherdurchsagen und Mitteilungen (z.B.
             Verspätungsmeldung, Hausaufgabe, Fernsehnachricht) sowie die Hauptaussagen eines
             kurzen Interviews verstehen und sinngemäss mündlich oder schriftlich in der
             Schulsprache wiedergeben. Voraussetzung ist, dass langsam und deutlich gesprochen
             wird und es sich um ein vertrautes Thema handelt.

           c können längere, klar aufgebaute Gespräche und Hörtexte zu Themen des Alltagslebens
                  verstehen und die Hauptaussagen oder Einzelinformationen sinngemäss mündlich oder
                  schriftlich in der Schulsprache wiedergeben (z.B. Interview, Treffen mit Partnerklasse).

           d können in einem einfachen Gespräch mit einer Englisch sprechenden Person (z.B.
                  Austauschschülerin oder -schüler) einfache, kurze Fragen und Informationen zur
                  Person oder zu alltäglichen Situationen verstehen und sinngemäss mündlich in der
                  ersten Fremdsprache wiedergeben (z.B. Herkunft, Hobby, Interessen). Voraussetzung
                  ist, dass die Englisch sprechende Person deutlich spricht und bereit ist zu helfen.

15.3.2016                                                          Lehrplan 21                                            FS2GR
                                                                                                                             1
132 Fachbereichslehrplan | Englisch 2. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS2GR.2 Lesen

       A                        Texte lesen und verstehen

                                                                                                                                                                                                          Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können verschiedenartige Texte lesen und
                  verstehen (Sachtexte, ästhetische Texte, Texte im Schulalltag, Texte im
                  Kontakt mit Englisch sprechenden Personen).

       FS2GR.2.A.1              Die Schülerinnen und Schüler ...

       2a                       können einzelne Ausdrücke mithilfe von Illustrationen verstehen (z.B. Flyer,
                         A 1.1  Bilderrätsel, Reim).
                                können in ganz einfachem Informationsmaterial oder Mitteilungen (z.B. Schild, Plakat,
                      b         Postkarte) grundlegende Informationen finden und verstehen (z.B. Ort, Datum, Zeit).
                                können kurze wiederkehrende Anweisungen verstehen (z.B. im Lehrmittel).
                         A 1.2
                     GK 2.FS    können einfache kurze Texte mithilfe von Illustrationen verstehen (z.B.
                                Bildergeschichte, Comic).
                      c         können Informationsmaterialien grundlegende Aussagen entnehmen (z.B. Angebot,
                                Preis in Werbetext).
                         A 2.1  können einfache kurze Mitteilungen verstehen (z.B. SMS, Einladung, Arbeitsanweisung).

       3d                       können eine kurze, klar aufgebaute Geschichte in groben Zügen verstehen, wenn das
                         A 2.2  Thema vertraut ist (z.B. Handlung, wichtigste Akteure oder Figuren).
                            GK  können aus kurzen, klar aufgebauten Texten zu vertrauten Themen grundlegende
                      1.+2.FS   Informationen entnehmen (z.B. Liste, Kochrezept, Portrait, Limerick).
                                können in einfachen persönlichen Nachrichten konkrete Mitteilungen verstehen (z.B. E-
                                Mail, Chat).

                                können in klar strukturierten Texten die Hauptinformation oder Einzelinformationen
                                verstehen, wenn das Thema vertraut ist (z.B. Geschichte, Reportage, Vorschrift).
                                können einfache kurze Anleitungen befolgen, wenn die Schritte illustriert sind (z.B.
                                Experiment, Spiel, Rezept).
                                können einfache persönliche Texte über vertraute Dinge verstehen (z.B. Brief, Blog).

            e können unterschiedlich lange Texte zu Themen, die sie interessieren, verstehen (z.B.
          B 1.1 vereinfachter literarischer Text, Buchbesprechung, Reportage).

                    können klar strukturierten Hinweisen wichtige Informationen entnehmen (z.B.
                    Bedienungsanleitung).
                    können in unkomplizierten Texten zu Themen, die sie interessieren oder zu denen sie
                    Vorkenntnisse haben, die Hauptaussagen verstehen (z.B. Reisebericht, Briefaustausch).

             f können Texte im Wesentlichen verstehen, wenn das Thema vertraut ist (z.B. Auszug aus
          B 1.2 einem Jugendbuch, Songtext, unkomplizierter Sachtext).

                    können klaren schriftlichen Anleitungen folgen (z.B. Lernprojekt, Gerätebedienung,
                    Spiel).
                    können in einfachen argumentativen Texten die zugrunde liegende Meinung oder
                    Haltung erkennen (z.B. Blogeintrag).

FS2GR                                                                  Lehrplan 21                                                                                                                                      15.3.2016
   2
Fachbereichslehrplan | Englisch 2. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                                                       133

                                                                                                         Querverweise

           2. Die Schülerinnen und Schüler können die ästhetische Wirkung von
                   Lesetexten entdecken und beschreiben.

FS2GR.2.A.2       Die Schülerinnen und Schüler ...

2a                können in einfachen Texten ästhetische Gestaltungsmittel entdecken (z.B. Reimform,     FS1GR.2.A.2.a
                  Wiederholung im Vers, Wortspiel).
               b
                  können in einfache, mit Bilder illustrierte kurze Texte eintauchen (z.B. Comic,
3c                illustrierte Geschichte).

                  können in Texten ästhetische Gestaltungsmittel entdecken und in der Schulsprache       FS3GR.2.A.2.b

                  beschreiben (z.B. Wortspiele in einem Prosatext, Slang in einem Comic, Reime in einem

                  Gedicht).

           d können sich in eine Geschichte hineinversetzen, neue Welten entdecken und zu eigenen
                  Vorlieben finden (z.B. Kriminalgeschichte, Science Fiction, Comic).

15.3.2016                                                          Lehrplan 21                                          FS2GR
                                                                                                                           2
134 Fachbereichslehrplan | Englisch 2. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS2GR.2 Lesen

       B                 Strategien

          1. Die Schülerinnen und Schüler können Lesestrategien einsetzen und                                     Querverweise
                  reflektieren. Dabei nutzen sie auch in anderen Sprachen aufgebaute                              FS3GR.2.B.1
                  Strategien.

       FS2GR.2.B.        Die Schülerinnen und Schüler ...
       1
                         können unter Anleitung bekannte Lesestrategien aus der ersten Fremdsprache und           D.2.D.1.c
       2a                anderen Sprachen transferieren und einsetzen (z.B. Bilder und Titel betrachten, Text
                         durch W-Fragen erschliessen, Unbekanntes nachschlagen).
                      b  können unter Anleitung mitteilen, welche Lesestrategien hilfreich sind.
                      c
                         können einzelne Wörter erkennen, die aus anderen Sprachen bekannt sind (z.B.             D.2.B.1.f
       3d                Parallelwörter, bekannte Wörter, Namen, Zahlen).

                         können Lesestrategien einsetzen, wenn sie dabei teilweise unterstützt werden, und sich   D.2.B.1.f
                         über deren Nutzen austauschen (z.B. Vorwissen aktivieren, Thema erkennen,
                         Unbekanntes erschliessen, wiederholtes Lesen, verschiedene Informationsquellen
                         nutzen).

                         können beurteilen, welche Lesestrategien, auch aus anderen Sprachen, für sie hilfreich   D.2.D.1.e
                         sind und diese einsetzen (z.B. Vorwissen aktivieren, Bilder und Titel betrachten, Thema
                         erkennen, Bekanntes und Parallelwörter erkennen, Schlüsselwörter erkennen,
                         Unbekanntes erschliessen, verschiedene Informationsquellen nutzen).

          e können Lesestrategien zunehmend selbstständig einsetzen (z.B. Informationen aus der D.2.B.1.h
                 Textstruktur nutzen, Kernaussagen markieren, Thema erkennen, Bedeutungen aus dem
                 Kontext ableiten, internationale Wörter finden).

FS2GR                                                                  Lehrplan 21                                              15.3.2016
   2
Fachbereichslehrplan | Englisch 2. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                                                   135

FS2GR.2 Lesen

C            Sprachmittlung

                                                                                                      Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Inhalte schriftlicher Texte auf
                   Englisch verstehen und sinngemäss in die Schulsprache übertragen.

FS2GR.2.C.1  Die Schülerinnen und Schüler ...

2a           können die Hauptaussagen aus kurzen und einfachen Mitteilungen (z.B. Schild, Plakat)
3b           verstehen und sinngemäss mündlich oder schriftlich in der Schulsprache wiedergeben.

             können die Hauptaussagen oder Einzelinformationen aus einfachen, kurzen Texten
             verstehen und sinngemäss mündlich oder schriftlich in der Schulsprache wiedergeben
             (z.B. E-Mail, Sachtext, Liedtext). Voraussetzung ist, dass es sich um vertraute Themen
             handelt (z.B. Schule, Freizeit, Tiere).

           c können längere, klar aufgebaute Texte zu Themen des Alltagslebens verstehen und die
                  Hauptaussagen oder Einzelinformationen sinngemäss mündlich oder schriftlich in der
                  Schulsprache wiedergeben (z.B. Internetseite, Artikel, Geschichte).

           d können die Hauptaussagen oder Einzelinformationen aus einfachen, kurzen Texten
                  verstehen und sinngemäss schriftlich in der ersten Fremdsprache wiedergeben (z.B.
                  Sachtext, E-Mail). Voraussetzung ist, dass es sich um vertraute, konkrete Themen
                  handelt.

15.3.2016                                                          Lehrplan 21                                      FS2GR
                                                                                                                       2
136 Fachbereichslehrplan | Englisch 2. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS2GR.3 Sprechen

       A                        Dialogisches Sprechen

                                                                                                                           Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können an verschiedenen Gesprächen

                                teilnehmen (über Sachthemen, über ästhetische Themen, im Schulalltag,

                                mit Englisch sprechenden Personen).

       FS2GR.3.A.1              Die Schülerinnen und Schüler ...

       2a                       können mit ganz einfachen Worten Kontakt aufnehmen und sich verständigen (z.B. sich
                         A 1.1  begrüssen, verabschieden, bedanken, etwas bestellen).
                      b
                         A 1.2  können sich in vertrauten Situationen auf einfache Art verständigen, wenn die
                     GK 2.FS    Gesprächspartner/innen Rücksicht nehmen und behilflich sind (z.B. Spiel, Freizeit,
                                Schule).
                      c         können einfache Fragen zu vertrauten Themen stellen und mit einzelnen Wörtern,
                                Ausdrücken oder kurzen Sätzen antworten (z.B. Zeit, Befinden, Farbe).
                         A 2.1
                                können in alltäglichen Situationen mit einfachen Worten Informationen austauschen
       3d                       und einholen (z.B. Rollenspiel, Gruppenarbeit).
                         A 2.2  können zu vertrauten Themen einfache Fragen stellen und beantworten, kurz etwas
                            GK  dazu sagen oder auf Gesagtes reagieren (z.B. Unterricht, Einkauf).
                      1.+2.FS
                                können einfache Aussagen zu vertrauten Themen machen und darauf reagieren (z.B.
                                etwas erklären, Verständnis prüfen).
                                können zu alltäglichen Aktivitäten Fragen stellen und beantworten (z.B. Freizeit, Reisen,
                                Unterricht).
                                können ausdrücken, ob sie einverstanden sind oder lieber etwas anderes möchten (z.B.
                                Vorschlag, Abmachung).
                                können vertraute Personen um einen Gefallen bitten und auf Bitten reagieren (z.B.
                                etwas ausleihen, Wunsch äussern).

            e können zu vertrauten Themen auf einfache Art Informationen austauschen (z.B. Mode,
          B 1.1 Film, Musik).

                    können ihre Meinung sagen und nach der Meinung von anderen fragen (z.B. Diskussion,
                    Interview, Gruppenarbeit).
                    können in Diskussionen oder bei Entscheidungen die eigene Haltung argumentativ
                    einbringen, Vorschläge machen und die Meinungen anderer kurz kommentieren (z.B.
                    Projektarbeit, Wahl der Lektüre, Streitgespräch).
                    können einfache Telefongespräche führen.

             f können mit Gleichaltrigen längere Gespräche über gemeinsame Interessen führen, falls
          B 1.2 diese sich um gegenseitiges Verstehen bemühen.

                    können spontan Fragen stellen zu besonderen Ereignissen oder Erlebnissen (z.B.
                    Ferien, Fest, Unfall).
                    können sich in alltäglichen Situationen beschweren (z.B. defektes Produkt).

FS2GR                                                                  Lehrplan 21                                                       15.3.2016
   3
Fachbereichslehrplan | Englisch 2. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                        137

FS2GR.3 Sprechen

B                        Monologisches Sprechen

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können zu verschiedenen Themen und in
                   unterschiedlichen Situationen zusammenhängend sprechen (über
                   Sachthemen, über ästhetische Themen, über Themen und Abläufe im
                   Schulalltag, im Kontakt mit Englisch sprechenden Personen).

FS2GR.3.B.               Die Schülerinnen und Schüler ...
1
                         können einfache kurze Reime vortragen.
2a                       können alltägliche und vertraute Dinge benennen (z.B. Schulgegenstände, Esswaren).
                  A 1.1  können mit einfachen Worten über sich selber sprechen (z.B. Name, Alter,
                         Befindlichkeit).
               b
                         können einfache Lieder mitsingen.
                  A 1.2  können grundlegende Informationen über sich und vertraute Personen geben (z.B.
              GK 2.FS    Herkunft, Freunde).
                         können sich über Vorlieben und Abneigungen zu sehr vertrauten Themen äussern (z.B.
               c         Essen, Farben, Kleidung).

                  A 2.1  können ein einfaches kurzes Gedicht vortragen (z.B. Chant, Rap).
                         können sehr vertraute Themen in einem kurzen vorbereiteten Vortrag präsentieren (z.B.
3d                       Hobby, Tiere, Musik).
                  A 2.2  können Menschen, Gegenstände und Abläufe auf einfache Weise beschreiben (z.B.
                     GK  Aussehen, Tagesablauf, Weg).
               1.+2.FS   können sagen, was sie gut können, was weniger gut (z.B. Schule, Sport).

                         können kurze Geschichten erzählen, indem sie die Ereignisse aneinanderreihen.
                         können ihre persönlichen Meinungen, Vorlieben und Vermutungen mit einfachen
                         Worten äussern und begründen (z.B. Musik, Buch, Regeln).
                         können vertraute Dinge und Sachverhalte kurz beschreiben (z.B. Tier, Feiertag,
                         Umgebung).
                         können mit einfachen Worten alltägliche Ereignisse und persönliche Erfahrungen
                         beschreiben und kurz begründen, was ihnen gefällt und was weniger (z.B. Ausflug,
                         Party).

             e können Geschichten nacherzählen und ihre Meinung dazu äussern (z.B. Film, Buch).
           B 1.1 können ihre Ansichten, Vermutungen und Pläne kurz erklären und begründen (z.B.

                     Ausflug, Reise).
                     können über alltägliche Themen mit einfachen Worten ihre Meinung äussern und
                     begründen (z.B. Taschengeld).

              f können über selbst gewählte Themen berichten (z.B. Geschichte, Ereignis).
           B 1.2 können ihre Meinung sagen und begründen (z.B. Berufswünsche).

                     können detailliert erklären, wie man etwas macht, was sie selbst gut können (z.B.
                     Arbeitsschritte bei Projektarbeit, Kochen).
                     können zu persönlichen Erlebnissen ihre Gefühle beschreiben und begründen.

15.3.2016                                                          Lehrplan 21                                                                                                                                           FS2GR
                                                                                                                                                                                                                            3
138 Fachbereichslehrplan | Englisch 2. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

                                                                                                             Querverweise

       2. Die Schülerinnen und Schüler können beim Vortragen Texte gestalten
               und eine ästhetische Wirkung erzielen.

       FS2GR.3.B.        Die Schülerinnen und Schüler ...                                                    MU.1.B.1.2e
       2
                         können beim Vortragen von einfachen Texten mit ästhetischen Gestaltungsmitteln
       2a                spielerisch experimentieren (z.T. Reim, Zungenbrecher, Vers).

                      b  können verschiedene Textformen kreativ vortragen (z.B. Liedtext, Rap, Gedicht,
                         Lesetheater).
       3c
                         können Texte kreativ gestalten und eine ästhetische Wirkung erzielen (z.B. Sketch,
                         kurze Geschichte).

       d können Texte bewusst gestalten und inszenieren und sich in der Schulsprache über die
              Wirkung austauschen (z.B. Slam Poetry, Geschichte, Szene aus einem Theaterstück).

FS2GR                                                                  Lehrplan 21                                         15.3.2016
   3
Fachbereichslehrplan | Englisch 2. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                                                     139

FS2GR.3 Sprechen

C                 Strategien

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Strategien einsetzen und                              Querverweise
                   reflektieren, um das Sprechen zu steuern. Dabei nutzen sie auch in                   FS3GR.3.C.1
                   anderen Sprachen aufgebaute Strategien.

FS2GR.3.C.1       Die Schülerinnen und Schüler ...

2a                können unter Anleitung bekannte Sprechstrategien aus der ersten Fremdsprache          D.3.B.1.d
                  transferieren und einsetzen (z.B. Gesprächspartner beobachten, Gestik und Mimik
               b  einsetzen, Nichtverstehen signalisieren, auswendig gelernte Wendungen [Chunks]
               c  nutzen).
                  können unter Anleitung mitteilen, welche Sprechstrategien hilfreich sind.
3d
                  können Sprechstrategien einsetzen, wenn sie dabei teilweise unterstützt werden, und   D.3.B.1.e
                  sich über deren Nutzen austauschen (z. B. zur Erstsprache wechseln, Verstehen oder
                  Nichtverstehen signalisieren, Textbausteine und Notizen nutzen).

                  können Sprechhemmungen überwinden, bei Bedarf mit Unterstützung, und dabei
                  Fehler als Lerngelegenheiten nutzen.

                  können Sprechstrategien einsetzen, um eine bessere Wirkung ihrer Gesprächsbeiträge    D.3.D.1.e
                  zu erzielen (z.B. um Wiederholung bitten, Umschreibungen und Stichwörter nutzen, im
                  Selbstgespräch üben).
                  können beurteilen, welche Sprechstrategien für sie hilfreich sind und welche sie aus
                  anderen Sprachen übertragen können.

           e können Sprechstrategien zunehmend selbstständig einsetzen (z.B. formelhafte                D.3.B.1.e
                  Wendungen zur Gesprächssteuerung einsetzen, andere zur Beteiligung auffordern,
                  nachfragen, um Bestätigung bitten).
                  können einige Fehler, die beim freien Sprechen auftreten, erkennen und sich selber
                  korrigieren.

15.3.2016                                                          Lehrplan 21                                        FS2GR
                                                                                                                         3
140 Fachbereichslehrplan | Englisch 2. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS2GR.3 Sprechen

       D           Sprachmittlung

                                                                                                                                                                                                          Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können Inhalte aus Gesprächen, Hörtexten
                  oder schriftlichen Texten in der Schulsprache sinngemäss ins Englische
                  übertragen.

       FS2GR.3.D.  Die Schülerinnen und Schüler ...
       1
                   können die Hauptaussagen aus kurzen, einfachen schriftlichen Mitteilungen in der
       2a          Schulsprache (z.B. Schild, Plakat, SMS) sinngemäss auf Englisch wiedergeben.

       3b          können aus einem einfachen Gespräch mit einer in der Schulsprache sprechenden
                   Person einfache, kurze Fragen und Informationen zur Person oder zu alltäglichen
                   Situationen sinngemäss auf Englisch wiedergeben (informelles Dolmetschen, z.B.
                   Herkunft, Hobby, Interessen).
                   können Lautsprecherdurchsagen und kurze mündliche Mitteilungen in der
                   Schulsprache mit einfachen Sätzen und Wendungen sinngemäss auf Englisch
                   wiedergeben (z.B. Verspätungsmeldung, Wetterbericht).
                   können die Hauptaussagen oder Einzelinformationen aus einfachen und kurzen
                   schriftlichen Texten in der Schulsprache (z.B. E-Mail, Prospekt,
                   Veranstaltungsprogramm) sinngemäss auf Englisch wiedergeben. Voraussetzung ist,
                   dass es sich um vertraute Themen handelt (z.B. Schule, Freizeit, Tiere).

          c können die Hauptaussagen oder Einzelinformationen aus einem längeren, klar
                 aufgebauten Gespräch mit einer in der Schulsprache sprechenden Person sowie aus
                 Hörtexten oder schriftlichen Texten in der Schulsprache (z.B. Treffen mit Partnerklasse,
                 Geschichte, Sachtext) sinngemäss auf Englisch wiedergeben. Voraussetzung ist, dass es
                 sich um vertraute Themen handelt.

          d können in einer Gesprächssituation zwischen einer in der ersten Fremdsprache
                 sprechenden und einer englischsprachigen Person sinngemäss vermitteln (z.B.
                 einfache, kurze Fragen und Informationen zur Person oder zu alltäglichen Situationen).

FS2GR                                                                  Lehrplan 21                                                                                                                                      15.3.2016
   3
Fachbereichslehrplan | Englisch 2. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                                                             141

FS2GR.4 Schreiben

A                        Schriftliche Texte verfassen

                                                                                                                Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können verschiedene Texte verfassen
                   (Sachtexte, ästhetische Texte, Texte im Schulalltag, im schriftlichen
                   Kontakt mit Englisch sprechenden Personen).

FS2GR.4.A.1              Die Schülerinnen und Schüler ...

2a                       können mit bekannten Wörtern Listen erstellen und Bilder beschriften (z.B. Leporello,
                  A 1.1  Checkliste).
                         können Formulare mit persönlichen Angaben ergänzen (z.B. Anmeldung).
               b         können in kurzen, einfachen Sätzen Informationen über sich selbst geben (z.B. Name,
                         Wohnort, Alter).
                  A 1.2
                     GK  können von einer Geschichte die wichtigsten Elemente festhalten (z.B. Cluster,
                         Mindmap).
               1.+2.FS   können mit einfachen Worten alltägliche Situationen und Gegenstände beschreiben (z.B.
                         Farbe, Grösse, Material).
3c                       können mit einfachen Worten Informationen über sich selbst oder vertraute Personen
                  A 2.1  und Sachverhalte verfassen (z.B. Familie, Zimmer, Hobby).
                     GK  können ganz einfache Mitteilungen und Fragen formulieren (z.B. Einladung, SMS,
               1.+2.FS   Notiz).

                         können mit sprachlichem Support (z.B. Chunks) einfache Geschichten beginnen oder zu
                         Ende führen.
                         können sich einfache Notizen machen und kurze Mitteilungen verfassen (z.B.
                         Sachverhalt, Wegbeschreibung zu Skizze, Einladung).
                         können mit einfachen Sätzen und Ausdrücken über vertraute Gegenstände und
                         Personen berichten (z.B. Tagesablauf, Portrait, Aktivität).

             d können mit einfachen Sätzen kurze Geschichten erzählen (z.B. zu einer
           A 2.2 Bildergeschichte).

                     können in einfachen Sätzen darüber berichten, was wann und wo geschehen ist (z.B.
                     Erlebnis).
                     können Gleichaltrige auf einfache Weise über sich selbst oder alltägliche Dinge
                     informieren und auf solche Informationen reagieren (z.B. Lebenslauf, Wandzeitung,
                     Anzeige).

             e können einfache Texte über vertraute Themen zusammenfassen und ihre Meinung dazu
           B 1.1 äussern (z.B. Buch- oder Filmbesprechung).

                     können in einfachen zusammenhängenden Texten über ein Ereignis berichten (z.B.
                     Reisebericht, Experiment, kultureller Anlass).
                     können vertraute Themen mit kurzen Texten und Bildern darstellen (z.B. Poster,
                     Blogeintrag, Schülerzeitung).

15.3.2016                                                          Lehrplan 21                                                FS2GR
                                                                                                                                 4
142 Fachbereichslehrplan | Englisch 2. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

                                                                                                        Querverweise

       2. Die Schülerinnen und Schüler können eigene Texte kreativ und
               spielerisch gestalten und eine ästhetische Wirkung erzielen.

       FS2GR.4.A.2  Die Schülerinnen und Schüler ...

       2a           können mit einfachen ästhetischen Gestaltungsmitteln spielerisch experimentieren
       3b           (z.B. Wörter zeichnen, Reimwörter).

                    können in eigenen Texten mit einfachen Gestaltungsmitteln eine ästhetische Wirkung
                    erzielen (z.B. Gedicht, Cartoon, Bildgeschichte).

       c können beim kreativen Schreiben verschiedene ästhetische Gestaltungsmittel bewusst
              einsetzen und sich in der Schulsprache über die Wirkung austauschen (z.B.
              Kurzgeschichte, Raptext, Werbespot).

FS2GR                                                                  Lehrplan 21                                    15.3.2016
   4
Fachbereichslehrplan | Englisch 2. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                                                                143

FS2GR.4 Schreiben

B                 Strategien

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Strategien zur                                            Querverweise
                                                                                                            FS3GR.4.B.1

                  Schreibunterstützung einsetzen und reflektieren. Dabei nutzen sie auch

                  in anderen Sprachen aufgebaute Strategien.

FS2GR.4.B.        Die Schülerinnen und Schüler ...
1
                  können unter Anleitung bekannte Schreibstrategien aus der ersten Fremdsprache und         D.4.G.1.b
2a                anderen Sprachen transferieren und einsetzen (z.B. Wörter aus Vorlage neu
                  kombinieren, fehlendes Vokabular durch Symbole, Zeichnungen oder Wörter aus
               b  anderen Sprachen ersetzen).
                  können unter Anleitung mitteilen, welche Schreibstrategien hilfreich sind.
3c
                  können Schreibstrategien einsetzen, wenn sie dabei teilweise unterstützt werden, und      D.4.F.1.e
                  sich über deren Nutzen austauschen (z.B. Modellsätze verwenden, Wortlisten und
                  Bilderwörterbuch nutzen, Merktechniken, Eselsbrücken).

                  können beurteilen, welche Schreibstrategien für sie hilfreich sind, und diese einsetzen,  D.4.G.1.g
                  um eine bessere Wirkung ihrer Texte zu erzielen (z.B. Informationen sammeln,              MI - Produktion und
                  Planungs- und Strukturierungshilfen nutzen, grammatische Übersichten und                  Präsentation
                  Merkblätter, Textmuster und Textverarbeitungsprogramm verwenden).

           d können Schreibstrategien zunehmend selbstständig einsetzen (z.B. Informationen                 D.4.F.1.f

                                                                                                            MI - Recherche und
                  sammeln, Mindmap, Cluster erstellen, Vokabular in verschiedenen Medien suchen, Text Lernunterstützung

                  überarbeiten und korrigieren, Wörter-, Grammatikbücher und das Internet gezielt

                  nutzen).

                  können einige Fehler, die beim Schreiben auftreten, erkennen und korrigieren.

15.3.2016                                                          Lehrplan 21                                                   FS2GR
                                                                                                                                    4
144 Fachbereichslehrplan | Englisch 2. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS2GR.4 Schreiben

       C            Sprachmittlung

                                                                                                            Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können Inhalte von Texten in der
                  Schulsprache sinngemäss ins Englische übertragen.

       FS2GR.4.C.1  Die Schülerinnen und Schüler ...

       2a           können zu einfachen schriftlichen Texten in der Schulsprache (z.B. Einladung, einfache
       3b           Sachtexte) Stichworte auf Englisch festhalten.

                    können einfache mündliche und schriftliche Mitteilungen oder Fragen in der
                    Schulsprache (z.B. Ankunftszeit, Treffpunkt, Bitte um Rückruf) in kurzen, einfachen
                    Notizen und Nachrichten auf Englisch festhalten.

          c können aus schriftlichen Texten in der Schulsprache (z.B. Broschüre, E-Mail, Artikel in
                 einer Zeitschrift) die wesentlichen Angaben sinngemäss auf Englisch wiedergeben.

          d können Hauptaussagen oder Einzelinformationen aus einfachen und kurzen
                 schriftlichen Mitteilungen in der ersten Fremdsprache mit einfachen Sätzen und
                 Wendungen sinngemäss auf Englisch wiedergeben. Voraussetzung ist, dass es sich um
                 vertraute, konkrete Themen handelt.

FS2GR                                                                  Lehrplan 21                                        15.3.2016
   4
Fachbereichslehrplan | Englisch 2. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                                                  145

FS2GR.5 Sprache(n) im Fokus

A            Bewusstheit für Sprache

           1. Die Schülerinnen und Schüler können ihre Aufmerksamkeit auf                            Querverweise
                   sprachliche Vielfalt richten.                                                     FS1GR.5.A.1

FS2GR.5.A.1  Die Schülerinnen und Schüler ...

2a           können mehrsprachige Situationen bewusst wahrnehmen und benennen (z.B. in der
3b           eigenen Klasse, Umgebung, am Ferienort, in Medien).

             können sprachliche Vielfalt in Europa und in der Welt erkennen.
             können die Sprachenvielfalt in der Schweiz beschreiben.

           c können Status und Rolle verschiedener Sprachen untereinander vergleichen (z.B.
                  Kantonssprachen, Landessprachen, Nationalsprachen, Herkunftssprachen,
                  internationale Verkehrssprachen).

           2. Die Schülerinnen und Schüler können ihre Aufmerksamkeit auf                            Querverweise
                   sprachliche Phänomene richten.                                                    FS3GR.5.A.1

FS2GR.5.A.2  Die Schülerinnen und Schüler ...

2a           können einzelne sprachliche Phänomene in verschiedenen Sprachen mit Unterstützung
             wahrnehmen und Unterschiede oder Ähnlichkeiten erkennen (z.B. verschiedene
3b           Schriftsysteme, Begrüssungsrituale).

             können verschiedene Varietäten des Englischen wahrnehmen (American and British
             English, Standard English and dialects, written and spoken English).

           c können in der Fremdsprache verschiedene Register erkennen (z.B. formelle und
                  informelle Sprache, Umgangssprache).
                  können sprachliche Phänomene in verschiedenen Sprachen vergleichen (z.B. Herkunft
                  von Wörtern, Lehnwörter, Internationalismen).

15.3.2016                                                          Lehrplan 21                                     FS2GR
                                                                                                                      5
146 Fachbereichslehrplan | Englisch 2. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS2GR.5 Sprache(n) im Fokus

       B                 Wortschatz

                                                                                                                Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler verfügen über einen angemessenen
                   Wortschatz, um sich mündlich und schriftlich zu äussern.

       FS2GR.5.B.        Die Schülerinnen und Schüler ...

       12  a             verfügen über ein begrenztes Repertoire an einzelnen Wörtern und Wendungen, die sich
                         auf bestimmte Situationen beziehen, um sich kurz und einfach zu vertrauten Themen zu
           b             äussern.

       3c                verfügen über ein elementares Repertoire an häufigen Wörtern und Wendungen, das
                         ihnen erlaubt, einfache Texte zu alltäglichen Themen zu verfassen sowie an einfachen
           d             Gesprächen aktiv teilzunehmen.

                         verfügen über ein genügend grosses Repertoire an Wörtern und Wendungen, das ihnen
                         erlaubt, Texte zu allgemeineren Themen zu verfassen sowie an routinemässigen
                         Gesprächen aktiv teilzunehmen.

                         verfügen über ein ausreichendes Repertoire an Wörtern und Wendungen, das ihnen
                         erlaubt, Texte zu unterschiedlichen Themen der eigenen Lebenswelt zu verfassen sowie
                         an alltäglichen Gesprächen aktiv teilzunehmen.

           2. Die Schülerinnen und Schüler können Strategien und Techniken zum                                  Querverweise
                                                                                                                FS3GR.5.B.2

                         Wortschatzerwerb und Regeln der Wortbildung reflektieren und für ihr

                         Lernen nutzen. Sie können dabei auf Lernerfahrungen und Kenntnisse in

                         anderen Sprachen zurückgreifen.

       FS2GR.5.B.        Die Schülerinnen und Schüler ...
       2
                         können unter Anleitung Strategien und Techniken für das Wortschatzlernen nutzen (z.B.
       2a                Klebezettel, Wort-Bild-Karten, Parallelwörter).

                      b  können Erfahrungen mit Strategien und Techniken zum Wortschatzerwerb reflektieren      MI - Recherche und
                         und unter Anleitung entscheiden, welche ihnen am besten zusagt (z.B. Wortkartei,       Lernunterstützung
       3c                Wörternetz, Lernspiel, Bildwörterbücher, elektronische Wörterbücher, App).
                         können ausgehend vom bestehenden individuellen Wortschatz mit Hilfe von Hör-,
                         Lesetexten und Gesprächen ihren produktiven Wortschatz erweitern.

                         können, wenn nötig mit Unterstützung, dem eigenen Lernstil angepassten Techniken
                         zum Wortschatzerwerb auswählen
                         (z.B. Cluster, Mindmap, Tonaufnahme).
                         können unter Anleitung Regeln der Wortbildung (auch sprachenübergreifend) erkennen
                         und neue Wörter und Wendungen bilden (z.B. nation/Nation/nazione/naziun,
                         repair/reparieren/riparare/reparar, Wortfamilie).

           d können selbstständig Regeln der Wortbildung ableiten und für ihr Lernen nutzen
                  können verschiedene Formen von Wörterbüchern (z.B. in Papierform, elektronische,
                  online) vergleichen und sich über deren Anwendungsmöglichkeiten austauschen.

FS2GR                                                                  Lehrplan 21                                                  15.3.2016
   5
Fachbereichslehrplan | Englisch 2. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                                                            147

FS2GR.5 Sprache(n) im Fokus

C                 Aussprache

                                                                                                               Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können klar und verständlich sprechen
                   und vorlesen.

FS2GR.5.C.1       Die Schülerinnen und Schüler ...

2a                können vertraute Wörter und Wendungen so aussprechen oder vorlesen, dass sie
                  meistens verstanden werden.
               b
                  können häufige Konventionen der Aussprache und Intonation so anwenden, dass sie
3c                beim Sprechen und lauten Lesen verstanden werden.

                  können trotz eines merklichen Akzents in der Regel verständlich sprechen und
                  vorlesen.

           d können sich meist so ausdrücken, dass die Aussprache gut verständlich ist und die
                  Intonation dem Inhalt entspricht.

                                                                                                               Querverweise

           2. Die Schülerinnen und Schüler können typische Aussprache- und
                   Intonationsregeln der englischen Sprache verstehen.

FS2GR.5.C.2       Die Schülerinnen und Schüler ...

2a                können einzelne typische Laute wahrnehmen, die sich in Englisch und in der
                  Schulsprache unterscheiden (z.B. th/v).
               b
               c  können die Auswirkung der Intonation auf die Bedeutung einer Aussage erkennen und
                  Schlüsse daraus ziehen (z.B. Intonationsfrage, Befehlsform).
3d
                  können einzelne spezifische Laute und Lautfolgen der englischen Sprache beobachten,
                  gegebenenfalls mit anderen Sprachen vergleichen und in der Schulsprache
                  Vermutungen über das Verhältnis von Schrift und Laut anstellen (z.B. my > may, live-
                  life; Wort-und Satzbetonung).

                  können unter Anleitung häufig vorkommende Schriftbilder mit der korrekten
                  Aussprache verbinden und daraus Regeln ableiten (call, tell, miss, jazz, but, bus, us, if).

           e können durch unterschiedliche Betonung und Intonation die Wirksamkeit ihrer Aussage
                  erkennen und steuern.

15.3.2016                                                          Lehrplan 21                                               FS2GR
                                                                                                                                5
148 Fachbereichslehrplan | Englisch 2. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS2GR.5 Sprache(n) im Fokus

       D                 Grammatik

                                                                                                                                                                                                          Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können grammatische Strukturen in Texten
                  erkennen und für das Verständnis nutzen sowie beim Sprechen und
                  Schreiben anwenden.

       FS2GR.5.D.        Die Schülerinnen und Schüler ...
       1
                         können beim Sprechen und Schreiben mit Unterstützung sehr einfache grammatische
       2a                Strukturen verwenden, machen aber je nach Unterstützungsgrad noch häufig Fehler
                         (z.B. regelmässige Pluralform, einzelne Konjugationsformen).
                      b  können einzelne auf bestimmte Situationen bezogene grammatische Strukturen mit
                         Unterstützung erkennen und für das Verständnis nutzen (z.B. Negation, Fragewörter).
       3c
                         können beim Sprechen und Schreiben einige einfache grammatische Strukturen
                         verwenden, machen dabei aber noch Fehler (z.B. Konjugationsformen wichtiger Verben,
                         Personalpronomen, einfache Frage mit Fragewort).
                         können auf bestimmte Situationen bezogene grammatische Strukturen mit
                         Unterstützung erkennen und für das Verständnis nutzen (z.B. Zeitangaben,
                         Ortsangaben).

                         können beim Sprechen und Schreiben einfache grammatische Strukturen verwenden,
                         machen dabei aber teilweise noch Fehler (z.B. Wortfolge in einfachen Aussagesätzen
                         und Fragen, Verben mit zwei Objekten, unregelmässige Pluralformen, häufige
                         Präpositionen).
                         können in Texten mit Unterstützung einfache grammatische Strukturen erkennen und
                         für das Verständnis nutzen. (z.B. Wortfolge im Satz, Frage mit Fragewort oder
                         Intonation, Konjugationsformen).

          d können beim Sprechen und Schreiben auch einige komplexere grammatische
                 Strukturen ausreichend korrekt verwenden (z.B. Hilfs- und Modalverben, verschiedene
                 Formen der Negation, Demonstrativ- und Reflexivpronomen).
                 können in Texten auch komplexere Strukturen erkennen und für das Verständnis
                 nutzen. (z.B. Zeitform der Verben, häufige Modalverben, Konjunktionen zur Begründung,
                 Possessiv- und Reflexivpronomen).

FS2GR                                                                  Lehrplan 21                                                                                                                                      15.3.2016
   5
Fachbereichslehrplan | Englisch 2. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                        149

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           2. Die Schülerinnen und Schüler können grammatische Strukturen verstehen FS3GR.5.D.2

                   und mit anderen Sprachen vergleichen.

FS2GR.5.D.  Die Schülerinnen und Schüler ...
2
            können unter Anleitung einzelne grammatische Strukturen erforschen, gegebenenfalls
2a          mit anderen Sprachen vergleichen und darüber in der Schulsprache Vermutungen
            anstellen (z.B. Singular-Pluralform, bestimmter/unbestimmter Artikel, Wortstellung in
3b          einem Fragesatz).

            können unter Anleitung komplexere grammatische Strukturen untersuchen, mit
            anderen Sprachen vergleichen und Regeln ableiten (z.B. Zeitform, einfache
            Konjugation).

           c können über den Vergleich von grammatischen Strukturen verschiedener Sprachen
                  sprachspezifische Regeln erkennen, reflektieren und für den eigenen Sprachgebrauch
                  einschätzen (z.B. Relativpronomen und Relativsatz, unregelmässige Steigerungsform,
                  Konditionalsatz).

15.3.2016                                                          Lehrplan 21                                                                                                                                           FS2GR
                                                                                                                                                                                                                            5
150 Fachbereichslehrplan | Englisch 2. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS2GR.5 Sprache(n) im Fokus

       E                 Rechtschreibung

                                                                                                             Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können angemessen korrekt schreiben.

       FS2GR.5.E.1       Die Schülerinnen und Schüler ...

       2a                können einzelne Wörter und kurze Wendungen korrekt abschreiben.
                         können einzelne Wörter und kurze Wendungen aufschreiben, dies kann aber noch
                      b  lautgetreu sein.

       3c                können Wendungen und kurze Sätze korrekt abschreiben.
                         können in eigenen kurzen Texten teilweise die korrekte Rechtschreibung benutzen.
                         können in einfachen Sätzen die wichtigsten Satzzeichen anwenden.

                         können in kürzeren Texten zu vertrauten Themen angemessen korrekt schreiben.
                         können häufig verwendete Formen korrekt schreiben (z.B. I am, they are).

          d können Texte zu allgemeinen Themen angemessen korrekt schreiben, auffällige
                 Rechtschreibefehler sind selten.

                                                                                                                                                                                                          Querverweise

          2. Die Schülerinnen und Schüler können Rechtschreibregeln der englischen

                  Sprache reflektieren und verstehen.

       FS2GR.5.E.2       Die Schülerinnen und Schüler ...

       2a                können unter Anleitung elementare Rechtschreibregeln wahrnehmen (z.B. what, where,
                         why /I).
                      b
                         können elementare Rechtschreibregeln erforschen und in der Schulsprache             FS3GR.5.E.2.a
       3c                Vermutungen darüber anstellen.
                         können eigene Fehler mithilfe von Textvorlagen erkennen und korrigieren.            MI - Produktion und
                                                                                                             Präsentation
                         können unter Anleitung häufige Rechtschreibregeln ableiten.                         FS3GR.5.E.2.b
                         können die Rechtschreibung überprüfen (z.B. mithilfe eines Wörterbuchs).

FS2GR                                                                  Lehrplan 21                                                                                                                                      15.3.2016
   5
Fachbereichslehrplan | Englisch 2. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                                                   151

FS2GR.5 Sprache(n) im Fokus

F                 Sprachlernreflexion und -planung

           1. Die Schülerinnen und Schüler können ihr eigenes Sprachenlernen                          Querverweise
                   reflektieren und planen.                                                           FS3GR.5.F.1

FS2GR.5.F.1       Die Schülerinnen und Schüler ...

2a                können auf ganz einfache Weise, und unterstützt durch die Lehrperson, über ihre
                  Sprachlernerfahrungen nachdenken und Lernfortschritte festhalten (z.B. im
               b  Lernjournal).

3c                können mit Unterstützung ihren Lernstand einschätzen und daraus persönliche Ziele
                  ableiten (z.B. über gezieltes Sammeln von Produkten, Portfolio).

                  können, bei Bedarf mit Unterstützung, die eigenen Fortschritte und Lernergebnisse
                  einschätzen.
                  können sich persönliche Ziele setzen und das eigene Lernen planen.

           d können sich über Lernerfahrungen austauschen.
                  können auch ausserschulische Lerngelegenheiten erkennen und nutzen (z.B. Internet,
                  Begegnungen, Medien).

15.3.2016                                                          Lehrplan 21                                      FS2GR
                                                                                                                       5
152 Fachbereichslehrplan | Englisch 2. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS2GR.6 Kulturen im Fokus

       A                 Kenntnisse

          1. Die Schülerinnen und Schüler kennen einige Merkmale des                                            Querverweise
                  englischsprachigen Kulturraums sowie kulturelle Gemeinsamkeiten und                           D.6.B.1
                  Unterschiede.

       FS2GR.6.A.1       Die Schülerinnen und Schüler ...

       2a                kennen einige Kulturerzeugnisse, Eigenheiten und landeskundliche Gegebenheiten des MU.2.B.1.f

                      b                                                                                                                                                                                     BG.3.A.1.2b

                      c  englischsprachigen Kulturraums (z.B. Lieder, Kulinarik, Städte).

       3d                kennen einige Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den eigenen und anderen
                         Kulturen, insbesondere im englischsprachigen Raum (z.B. häufig beobachtete
                         nonverbale Kommunikation oder Grussformeln, Rituale im Schulalltag, Kinderliteratur).

                         wissen, dass Kenntnisse, die sie über die englischsprachigen Kulturen haben, häufig    ERG.5.5.d
                         klischeehafte Aspekte beinhalten und dass in allen Kulturen vielfältige Lebens- und
                         Verhaltensweisen nebeneinander existieren (z.B. Wohnsituation, Essensgewohnheiten,
                         Grussverhalten).

                         kennen kulturelle Gegebenheiten und exemplarische Kulturerzeugnisse des                MU.2.B.1.h
                         englischsprachigen Kulturraumes (z.B. Mode, Musik, Technik, geschichtliche             BG.3.A.1.2c
                         Ereignisse, Regionen, Staatsform, Persönlichkeiten, Malerei, Jugendliteratur, Film).

          e wissen, dass sowohl in der eigenen als auch in englischsprachigen Kulturen                          ERG.5.5.a
                 unterschiedliche Normen und Werte nebeneinander existieren (z.B. Subkulturen,
                 Musikkulturen, Kleidungsstile, Geschlechter, Generationen).

FS2GR                                                                  Lehrplan 21                                                                                                                                       15.3.2016
   6
Fachbereichslehrplan | Englisch 2. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                                                    153

FS2GR.6 Kulturen im Fokus

B           Haltungen

                                                                                                Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können über ihre Haltung gegenüber dem BNE - Kulturelle Identitäten
                                                                                                und interkulturelle
            englischsprachigen Kulturraum und gegenüber kultureller Vielfalt
                                                                                                Verständigung

            nachdenken.

FS2GR.6.B.  Die Schülerinnen und Schüler ...
1
            können ihre Haltung gegenüber fremden Sprachen und Kulturen ausdrücken.             NMG.7.2.f
2a
            können ihre Eindrücke und Haltung in Bezug auf Kontakte mit dem englischsprachigen
3b
            Kulturraum beschreiben (z.B. Austauschaktivitäten, Schultraditionen).

            können über Zweck und Nutzen des Lernens der Fremdsprache Englisch nachdenken
            und diskutieren.
            können ihre Eindrücke in Bezug auf Kontakte mit dem englischsprachigen Kulturraum
            reflektieren und ihre Haltung begründen (z.B. Jugendkultur).
            können aufgrund der erworbenen kulturellen Erfahrungen ihre Haltung gegenüber
            Klischees formulieren und diskutieren.

15.3.2016                                                          Lehrplan 21                                       FS2GR
                                                                                                                        6
154 Fachbereichslehrplan | Englisch 2. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS2GR.6 Kulturen im Fokus

       C                 Handlungen

                                                                                                              Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler begegnen Menschen und Erzeugnissen des BNE - Kulturelle Identitäten
                                                                                                              und interkulturelle
                         englischsprachigen Kulturraums virtuell und real.
                                                                                                              Verständigung

       FS2GR.6.C.1       Die Schülerinnen und Schüler ...                                                     NMG.7.1.d
                                                                                                              NMG.7.2.f
       2a                können kulturelle Merkmale beobachten und beschreiben (z.B. Lebensalltag, Feste,     NMG.7.2.e
                         Traditionen).
                      b
                         können Aspekte des Lebensalltags aus dem englischsprachigen Kulturraum mit ihren
                      c  eigenen Erfahrungen vergleichen (z.B. durch Briefkontakte, Geschichten, Reportagen,
                         Comics, Blog).
       3d
                         können mit englischsprachigen Menschen in Kontakt treten und machen dadurch
                         Bekanntschaft mit deren Kulturen (z.B. Brief, Text, Bild, Zeichnung, E-Mail).

                         können in der Auseinandersetzung mit kulturellen Gegebenheiten und
                         Kulturerzeugnissen aus dem englischsprachigen Raum die eigene Lebenswelt
                         bewusster wahrnehmen und erkennen, dass eigene Norm- und Wertvorstellungen
                         relativ sind (z.B. Schulsystem, geschichtliches Ereignis, Sport, Persönlichkeit).

          e können in Austauschsituationen ihr erworbenes kulturelles Wissen beobachten,
                 überprüfen und relativieren (z.B. durch Briefkontakt, in den Ferien, in einer realen oder
                 virtuellen Begegnung).

FS2GR                                                                  Lehrplan 21                                                 15.3.2016
   6
Fachbereichslehrplan | Französisch/Italienisch/Romanisch 3. Fremdsprache | Kompetenzaufbau  155

Französisch/Italienisch/
Romanisch
3. Fremdsprache

                                                                                            FS3GR

15.3.2016                 Lehrplan 21
156 Fachbereichslehrplan | Französisch/Italienisch/Romanisch 3. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS3GR.1 Hören

       A                        Monologische und dialogische Texte hören und verstehen

                                                                                                                            Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können verschiedenartige Hörtexte und

                                Gespräche verstehen (Sachtexte, ästhetische Texte, Texte im Schulalltag,

                                Gespräche im Kontakt mit Französisch, Italienisch bzw. Romanisch

                                sprechenden Personen).

       FS3GR.1.A.1              Die Schülerinnen und Schüler ...

       3a                       können vertraute Wörter, ganz einfache Informationen, einfache Aufgaben und
                         A 1.1  Anleitungen verstehen, wenn deutlich gesprochen wird und wenn Illustrationen oder
                                Gestik dabei helfen (z.B. Dialog, Lied, Anweisung).
                      b         können einfache und häufige Ausdrücke und einfache Fragen zur eigenen Person
                                verstehen (z.B. Name, Adresse).
                         A 1.2
                                können sich bei einfachen kurzen Texten eine Vorstellung vom Inhalt machen, wenn der
                      c         Text mit Illustrationen oder Gestik unterstützt wird (z.B. Trickfilm, Theaterszene, Lied).
                                können einfachen kurzen Texten grundlegende Informationen entnehmen, wenn
                         A 2.1  langsam, deutlich und mit Pausen gesprochen wird (z.B. Spielanleitung, Beschreibung).
                                können kurze Gespräche über vertraute Themen verstehen, wenn langsam und deutlich
                      d         gesprochen wird (z.B. Schule, Familie, Freizeit).

                         A 2.2  können in einfachen kurzen Texten zu vertrauten Themen die Hauptinformation
                                verstehen, wenn langsam und deutlich gesprochen wird (z.B. Geschichte).
                                können in kurzen, einfachen und klaren Durchsagen die Hauptinformation oder
                                Einzelinformationen verstehen (z.B. Wettervorhersage, Sportresultat).
                                können aus kurzen Mitteilungen zu vertrauten Themen einfache Informationen
                                entnehmen, wenn langsam und deutlich gesprochen wird (z.B. Wegbeschreibung).

                                können in Beiträgen über vertraute Themen verstehen, worum es geht, wenn langsam
                                und deutlich gesprochen wird (z.B. Vortrag, Reportage, Filmszene).
                                können einfache Mitteilungen, Anweisungen und Erklärungen verstehen (z.B. Anleitung
                                zu einem Experiment, einfache Gebrauchsanweisung), die man ihnen persönlich gibt.
                                können in längeren Gesprächen über vertraute Themen meistens verstehen, worum es
                                geht, wenn deutlich gesprochen wird (z.B. Interview, Telefongespräch, persönliche
                                Begegnung).

                                                                                                                            Querverweise

          2. Die Schülerinnen und Schüler können die ästhetische Wirkung von
                  Hörtexten entdecken und beschreiben.

       FS3GR.1.A.2              Die Schülerinnen und Schüler ...

       3a                       können in einen langsam und deutlich vorgelesenen/gesprochenen Hörtext eintauchen
                                (z.B. einfaches Hörbuch, Geschichte).
                      b
                                können in Hörtexten einzelne ästhetische Gestaltungsmittel entdecken und in der             FS1GR.1.A.2.b
                      c         Schulsprache beschreiben (einfaches Wortspiel, Sketch).                                     FS2GR.1.A.2.b

                                können über Hörtexte neue Welten entdecken und zu eigenen Vorlieben finden.

FS3GR                                                             Lehrplan 21                                                              15.3.2016
   1
Fachbereichslehrplan | Französisch/Italienisch/Romanisch 3. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                               157

FS3GR.1 Hören

B                 Strategien

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Hörstrategien einsetzen und                              Querverweise
                   reflektieren. Dabei nutzen sie auch in anderen Sprachen aufgebaute                      FS1GR.1.B.1
                   Strategien.                                                                             FS2GR.1.B.1

FS3GR.1.B.        Die Schülerinnen und Schüler ...
1
                  können unter Anleitung bekannte Hörstrategien aus der ersten und zweiten
3a                Fremdsprache oder aus anderen Sprachen transferieren und einsetzen (z.B. mehrfach
                  hören, auf Geräusche, Satzmelodie, Gestik und Mimik achten).
               b  können mitteilen, welche Hörstrategien hilfreich sind.
               c
                  können einzelne Wörter heraushören, die aus anderen Sprachen bekannt sind (z.B.
               d  Parallelwörter, bekannte Wörter, Namen, Zahlen).

                  können Hörstrategien einsetzen, wenn sie dabei teilweise unterstützt werden, und sich
                  über deren Nutzen austauschen (z.B. Vorwissen aktivieren, Thema erkennen, auf
                  Bekanntes achten, schriftlichen Begleittext nutzen, mehrfach hören).

                  können beurteilen, welche Hörstrategien für sie hilfreich sind und diese zunehmend
                  selbstständig einsetzen (z.B. auf Geräusche und Bilder achten, Gestik und Verhalten der
                  Sprecherin/des Sprechers beobachten, unbekannte Wörter erschliessen und
                  Satzbedeutung ableiten).

15.3.2016                     Lehrplan 21                                                                                FS3GR
                                                                                                                            1
158 Fachbereichslehrplan | Französisch/Italienisch/Romanisch 3. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS3GR.1 Hören

       C                 Sprachmittlung

                                                                                                                   Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können Inhalte aus Gesprächen und
                  Hörtexten auf Französisch, Italienisch bzw. Romanisch verstehen und
                  sinngemäss in die Schulsprache übertragen.

       FS3GR.1.C.1       Die Schülerinnen und Schüler ...

       3a                können die Hauptaussagen aus kurzen und einfachen Mitteilungen (z.B. auf
                         Anrufbeantworter, Arbeitsanweisung) verstehen und sinngemäss mündlich oder
                      b  schriftlich in der Schulsprache wiedergeben.

                      c  können in einem einfachen Gespräch mit einer Französisch, Italienisch bzw. Romanisch
                      d  sprechenden Person einfache, kurze Fragen und Informationen zur Person oder zu
                         alltäglichen Situationen verstehen und sinngemäss mündlich in der Schulsprache
                         wiedergeben (informelles Dolmetschen, z.B. Herkunft, Hobby, Interessen).
                         Voraussetzung ist, dass diese Person deutlich spricht.
                         können Einzelinformationen von Lautsprecherdurchsagen und Mitteilungen (z.B.
                         Verspätungsmeldung, Hausaufgabe, Fernsehnachricht) sowie die Hauptaussagen eines
                         kurzen Interviews verstehen und sinngemäss mündlich oder schriftlich in der
                         Schulsprache wiedergeben. Voraussetzung ist, dass langsam und deutlich gesprochen
                         wird und es sich um ein vertrautes Thema handelt.

                         können längere, klar aufgebaute Gespräche und Hörtexte zu Themen des Alltagslebens
                         verstehen und die Hauptaussagen oder Einzelinformationen sinngemäss mündlich oder
                         schriftlich in der Schulsprache wiedergeben (z.B. Interview, Treffen mit Partnerklasse).

                         können in einem einfachen Gespräch mit einer Französisch, Italienisch bzw. Romanisch
                         sprechenden Person (z.B. Austauschschülerin oder -schüler) einfache, kurze Fragen
                         und Informationen zur Person oder zu alltäglichen Situationen verstehen und
                         sinngemäss mündlich in der ersten Fremdsprache oder Englisch wiedergeben (z.B.
                         Herkunft, Hobby, Interessen). Voraussetzung ist, dass die Person, die in der dritten
                         Fremdsprache spricht, deutlich spricht und bereit ist zu helfen.

FS3GR                                    Lehrplan 21                                                                             15.3.2016
   1
Fachbereichslehrplan | Französisch/Italienisch/Romanisch 3. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                                                                                                                                159

FS3GR.2 Lesen                                                                                                                                                                                                            FS3GR
                                                                                                                                                                                                                            2
A                        Texte lesen und verstehen

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können verschiedenartige Texte lesen und
                   verstehen (Sachtexte, ästhetische Texte, Texte im Schulalltag, Texte im
                   Kontakt mit Französisch, Italienisch bzw. Romanisch sprechenden
                   Personen).

FS3GR.2.A.1              Die Schülerinnen und Schüler ...

3a                       können einzelne Ausdrücke mithilfe von Illustrationen verstehen (z.B. Flyer, einzelne
                  A 1.1  Bilder).
                         können in ganz einfachem Informationsmaterial oder Mitteilungen (z.B. Schild, Plakat,
               b         Postkarte) grundlegende Informationen finden und verstehen (z.B. Ort, Datum, Zeit).
                         können kurze wiederkehrende Anweisungen verstehen (z.B. im Lehrmittel).
                  A 1.2
                         können einfache kurze Texte mithilfe von Illustrationen verstehen (z.B.
               c         Bildergeschichte, Comic).
                         können Informationsmaterialien grundlegende Aussagen entnehmen (z.B. Angebot,
                  A 2.1  Preis in Werbetext).
                         können einfache kurze Mitteilungen verstehen (z.B. SMS, Einladung, Arbeitsanweisung).
               d
                         können eine kurze, klar aufgebaute Geschichte in groben Zügen verstehen, wenn das
                  A 2.2  Thema vertraut ist (z.B. Handlung, wichtigste Akteure oder Figuren).
                         können aus kurzen, klar aufgebauten Texten zu vertrauten Themen grundlegende
                         Informationen entnehmen (z.B. Liste, Kochrezept, Portrait).
                         können in einfachen persönlichen Nachrichten konkrete Mitteilungen verstehen (z.B. E-
                         Mail, Chat).

                         können in klar strukturierten Texten die Hauptinformation oder Einzelinformationen
                         verstehen, wenn das Thema vertraut ist (z.B. Geschichte, Reportage, Vorschrift).
                         können einfache kurze Anleitungen befolgen, wenn die Schritte illustriert sind (z.B.
                         Experiment, Spiel, Rezept).
                         können einfache persönliche Texte über vertraute Dinge verstehen (z.B. Brief, Blog).

                                                                                                                Querverweise

           2. Die Schülerinnen und Schüler können die ästhetische Wirkung von
                   Lesetexten entdecken und beschreiben.

FS3GR.2.A.2              Die Schülerinnen und Schüler ...

3a                       können in einfache, mit Bildern illustrierte kurze Texte eintauchen (z.B. Comic,       FS1GR.2.A.2.c
                         illustrierte Geschichte).                                                              FS2GR.2.A.2.c
               b
                         können in Texten einzelne ästhetische Gestaltungsmittel entdecken und in der
               c         Schulsprache beschreiben (z.B. Wortspiele in einem Prosatext, Slang in einem Comic,
                         Reim in einem Gedicht, Wiederholung im Vers).

                         können sich in eine Geschichte hineinversetzen, neue Welten entdecken und zu eigenen
                         Vorlieben finden (z.B. Kriminalgeschichte in didaktisierten Lektüren, Comic).

15.3.2016                                                  Lehrplan 21
160 Fachbereichslehrplan | Französisch/Italienisch/Romanisch 3. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS3GR.2 Lesen

       B                 Strategien

          1. Die Schülerinnen und Schüler können Lesestrategien einsetzen und                                    Querverweise
                  reflektieren. Dabei nutzen sie auch in anderen Sprachen aufgebaute                             FS1GR.2.B.1
                  Strategien.                                                                                    FS2GR.2.B.1

       FS3GR.2.B.        Die Schülerinnen und Schüler ...
       1
                         können unter Anleitung bekannte Lesestrategien aus der ersten und zweiten
       3a                Fremdsprache oder aus anderen Sprachen transferieren und einsetzen (z.B. Bilder und
                         Titel betrachten, Text durch W-Fragen erschliessen, Unbekanntes nachschlagen).
                      b  können mitteilen, welche Lesestrategien hilfreich sind.
                      c
                         können einzelne Wörter erkennen, die aus anderen Sprachen bekannt sind (z.B.
                      d  Parallelwörter, bekannte Wörter, Namen, Zahlen).

                         können Lesestrategien einsetzen, wenn sie dabei teilweise unterstützt werden, und sich
                         über deren Nutzen austauschen (z.B. Vorwissen aktivieren, Thema erkennen, Bilder und
                         Titel betrachten, wiederholtes Lesen, verschiedene Informationsquellen nutzen).

                         können beurteilen, welche Lesestrategien für sie hilfreich sind und diese zunehmend
                         selbstständig einsetzen (z.B. Thema erkennen, Bekanntes und Parallelwörter erkennen,
                         Schlüsselwörter erkennen, Kernaussagen markieren, Unbekanntes erschliessen,
                         verschiedene Informationsquellen nutzen).

FS3GR                                Lehrplan 21                                                                               15.3.2016
   2
Fachbereichslehrplan | Französisch/Italienisch/Romanisch 3. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                              161

FS3GR.2 Lesen

C                 Sprachmittlung

                                                                                                          Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Inhalte schriftlicher Texte auf

                  Französisch, Italienisch bzw. Romanisch verstehen und sinngemäss in die

                  Schulsprache übertragen.

FS3GR.2.C.1       Die Schülerinnen und Schüler ...

3a                können die Hauptaussagen aus kurzen und einfachen Mitteilungen (z.B. Schild, Plakat)
                  verstehen und sinngemäss mündlich oder schriftlich in der Schulsprache wiedergeben.
               b
                  können die Hauptaussagen oder Einzelinformationen aus einfachen, kurzen Texten
               c  verstehen und sinngemäss mündlich oder schriftlich in der Schulsprache wiedergeben
                  (z.B. E-Mail, Sachtext, Songtext). Voraussetzung ist, dass es sich um vertraute Themen
               d  handelt (z.B. Schule, Freizeit, Tiere).

                  können längere, klar aufgebaute Texte zu Themen des Alltagslebens verstehen und die
                  Hauptaussagen oder Einzelinformationen sinngemäss mündlich oder schriftlich in der
                  Schulsprache wiedergeben (z.B. Internetseite, Artikel, Geschichte).

                  können die Hauptaussagen oder Einzelinformationen aus einfachen, kurzen Texten
                  verstehen und diese sinngemäss schriftlich in der ersten Fremdsprache oder Englisch
                  wiedergeben (z.B. Sachtext, E-Mail). Voraussetzung ist, dass es sich um vertraute,
                  konkrete Themen handelt.

15.3.2016                                   Lehrplan 21                                                                 FS3GR
                                                                                                                           2
162 Fachbereichslehrplan | Französisch/Italienisch/Romanisch 3. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS3GR.3 Sprechen

       A                        Dialogisches Sprechen

                                                                                                                           Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können an verschiedenen Gesprächen

                                teilnehmen (über Sachthemen, über ästhetische Themen, im Schulalltag,

                                mit Französisch, Italienisch bzw. Romanisch sprechenden Personen).

       FS3GR.3.A.1              Die Schülerinnen und Schüler ...

       3a                       können mit ganz einfachen Worten Kontakt aufnehmen und sich verständigen (z.B. sich
                         A 1.1  begrüssen, verabschieden, bedanken, etwas bestellen).
                      b
                         A 1.2  können sich in vertrauten Situationen auf einfache Art verständigen, wenn die
                                Gesprächspartner/innen Rücksicht nehmen und behilflich sind (z.B. Spiel, Freizeit,
                      c         Schule).
                                können einfache Fragen zu vertrauten Themen stellen und mit einzelnen Wörtern,
                         A 2.1  Ausdrücken oder kurzen Sätzen antworten (z.B. Zeit, Befinden, Farbe).

                      d         können in alltäglichen Situationen mit einfachen Worten Informationen austauschen
                                und einholen (z.B. Rollenspiel, Gruppenarbeit).
                         A 2.2  können zu vertrauten Themen einfache Fragen stellen und beantworten, kurz etwas
                                dazu sagen oder auf Gesagtes reagieren (z.B. Unterricht, Einkauf).

                                können einfache Aussagen zu vertrauten Themen machen und darauf reagieren (z.B.
                                erklären, Verständnis prüfen).
                                können zu alltäglichen Aktivitäten Fragen stellen und beantworten (z.B. Freizeit, Reisen,
                                Unterricht).
                                können ausdrücken, ob sie einverstanden sind oder lieber etwas anderes möchten (z.B.
                                Vorschlag, Abmachung).
                                können vertraute Personen um einen Gefallen bitten und auf Bitten reagieren (z.B.
                                etwas ausleihen, Wunsch äussern).

FS3GR                                                  Lehrplan 21                                                                       15.3.2016
   3
Fachbereichslehrplan | Französisch/Italienisch/Romanisch 3. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                                                                                                                                163

FS3GR.3 Sprechen                                                                                                                                                                                                         FS3GR
                                                                                                                                                                                                                            3
B                        Monologisches Sprechen

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können zu verschiedenen Themen und in
                   unterschiedlichen Situationen zusammenhängend sprechen (über
                   Sachthemen, über ästhetische Themen, über Themen und Abläufe im
                   Schulalltag, im Kontakt mit Französisch, Italienisch bzw. Romanisch
                   sprechenden Personen).

FS3GR.3.B.               Die Schülerinnen und Schüler ...
1
                         können einfache kurze Reime vortragen.
3a                       können alltägliche und vertraute Dinge benennen (z.B. Schulgegenstände, Esswaren).
                  A 1.1  können mit einfachen Worten über sich selber sprechen (z.B. Name, Alter,
                         Befindlichkeit).
               b
                         können einfache Lieder mitsingen.
                  A 1.2  können grundlegende Informationen über sich und vertraute Personen geben (z.B.
                         Herkunft, Freunde).
               c         können sich über Vorlieben und Abneigungen zu sehr vertrauten Themen äussern (z.B.
                         Essen, Farben, Kleidung).
                  A 2.1
                         können einfache, kurze Texte vortragen (z.B. Gedicht, Zungenbrecher).
               d         können sehr vertraute Themen in einem kurzen vorbereiteten Vortrag präsentieren (z.B.
                         Hobby, Tiere, Musik).
                  A 2.2  können Menschen, Gegenstände und Abläufe auf einfache Weise beschreiben (z.B.
                         Aussehen, Tagesablauf, Weg).
                         können sagen, was sie gut können, was weniger gut (z.B. Schule, Sport).

                         können kurze Geschichten erzählen, indem sie die Ereignisse aneinanderreihen.
                         können ihre persönlichen Meinungen, Vorlieben und Vermutungen mit einfachen
                         Worten äussern und begründen (z.B. Musik, Buch, Regeln).
                         können vertraute Dinge und Sachverhalte kurz beschreiben (z.B. Tier, Feiertag,
                         Umgebung).
                         können mit einfachen Worten alltägliche Ereignisse und persönliche Erfahrungen
                         beschreiben und kurz begründen, was ihnen gefällt und was weniger (z.B. Ausflug,
                         Party).

                                                                                                                Querverweise

           2. Die Schülerinnen und Schüler können beim Vortragen Texte gestalten
                   und eine ästhetische Wirkung erzielen.

FS3GR.3.B.               Die Schülerinnen und Schüler ...
2
                         können beim Vortragen von einfachen Texten mit ästhetischen Gestaltungsmitteln
3a                       spielerisch experimentieren (z.B. Reim, Zungenbrecher, Vers).

               b         können Texte kreativ gestalten und eine ästhetische Wirkung erzielen (z.B. Liedtext,
                         Rap, Sketch, Gedicht, kurze Geschichte).
               c
                         können Texte bewusst gestalten und inszenieren und sich in der Schulsprache über die
                         Wirkung austauschen (z.B. Geschichte, Szene aus einem Theaterstück, Improvisation).

15.3.2016                                        Lehrplan 21
164 Fachbereichslehrplan | Französisch/Italienisch/Romanisch 3. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS3GR.3 Sprechen

       C                 Strategien

          1. Die Schülerinnen und Schüler können Strategien einsetzen und                                        Querverweise
                  reflektieren, um das Sprechen zu steuern. Dabei nutzen sie auch in                             FS1GR.3.C.1
                  anderen Sprachen aufgebaute Strategien.                                                        FS2GR.3.C.1

       FS3GR.3.C.1       Die Schülerinnen und Schüler ...

       3a                können unter Anleitung bekannte Sprechstrategien aus der ersten und zweiten
                         Fremdsprache transferieren und einsetzen (z.B. Gesprächspartner beobachten, Gestik
                      b  und Mimik einsetzen, Nichtverstehen signalisieren, auswendig gelernte Wendungen und
                      c  feste Ausdrücke nutzen).
                      d  können mitteilen, welche Sprechstrategien hilfreich sind.

                         können Sprechstrategien einsetzen, wenn sie dabei teilweise unterstützt werden, und
                         sich über deren Nutzen austauschen (z. B. zur Muttersprache wechseln, Verstehen oder
                         Nichtverstehen signalisieren, Textbausteine und Notizen nutzen).

                         können Sprechhemmungen überwinden, bei Bedarf mit Unterstützung, und dabei
                         Fehler als Lerngelegenheiten nutzen.

                         können beurteilen, welche Sprechstrategien für sie hilfreich sind, und diese zunehmend
                         selbstständig einsetzen, um eine bessere Wirkung ihrer Gesprächsbeiträge zu erzielen
                         (z.B. um Wiederholung bitten, nachfragen, im Selbstgespräch üben, formelhafte
                         Wendungen zur Gesprächssteuerung einsetzen, Umschreibungen und Stichwörter
                         nutzen).
                         können einige Fehler, die beim freien Sprechen auftreten, erkennen und sich selber
                         korrigieren.

FS3GR                                Lehrplan 21                                                                               15.3.2016
   3
Fachbereichslehrplan | Französisch/Italienisch/Romanisch 3. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                                                                                                                               165

FS3GR.3 Sprechen

D                 Sprachmittlung

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Inhalte aus Gesprächen, Hörtexten
                   oder schriftlichen Texte in der Schulsprache sinngemäss ins
                   Französische, Italienische bzw. Romanische übertragen.

FS3GR.3.D.        Die Schülerinnen und Schüler ...
1
                  können die Hauptaussagen aus kurzen, einfachen schriftlichen Mitteilungen in der
3a                Schulsprache (z.B. Schild, Plakat, SMS) sinngemäss auf Französisch, Italienisch bzw.
                  Romanisch wiedergeben.
               b
                  können aus einem einfachen Gespräch mit einer in der Schulsprache sprechenden
               c  Person einfache, kurze Fragen und Informationen zur Person oder zu alltäglichen
               d  Situationen sinngemäss auf Französisch, Italienisch bzw. Romanisch wiedergeben
                  (informelles Dolmetschen, z.B. Herkunft, Hobby, Interessen).
                  können Lautsprecherdurchsagen und kurze mündliche Mitteilungen in der
                  Schulsprache mit einfachen Sätzen und Wendungen sinngemäss auf Französisch,
                  Italienisch bzw. Romanisch wiedergeben (z.B. Verspätungsmeldung, Wetterbericht).
                  können die Hauptaussagen oder Einzelinformationen aus einfachen und kurzen
                  schriftlichen Texten in der Schulsprache (z.B. E-Mail, Prospekt,
                  Veranstaltungsprogramm) sinngemäss auf Französisch, Italienisch bzw. Romanisch
                  wiedergeben. Voraussetzung ist, dass es sich um vertraute Themen handelt (z.B.
                  Schule, Freizeit, Tiere).

                  können die Hauptaussagen oder Einzelinformationen aus einem längeren, klar
                  aufgebauten Gespräch mit einer in der Schulsprache sprechenden Person sowie aus
                  Hörtexten oder schriftlichen Texten in der Schulsprache (z.B. Treffen mit Partnerklasse,
                  Geschichte, Sachtext) sinngemäss auf Französisch, Italienisch bzw. Romanisch
                  wiedergeben. Voraussetzung ist, dass es sich um vertraute Themen handelt.

                  können in einer Gesprächssituation zwischen einer in der ersten Fremdsprache
                  sprechenden bzw. englischsprachigen und einer französisch-, italienisch- bzw.
                  romanischsprachigen Person sinngemäss vermitteln (z.B. einfache, kurze Fragen und
                  Informationen zur Person oder zu alltäglichen Situationen).

15.3.2016                         Lehrplan 21                                                                                                                                                                            FS3GR
                                                                                                                                                                                                                            3
166 Fachbereichslehrplan | Französisch/Italienisch/Romanisch 3. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS3GR.4 Schreiben

       A                        Verfassen schriftlicher Texte

                                                                                                                       Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können verschiedene Texte verfassen
                  (Sachtexte, ästhetische Texte, Texte im Schulalltag, im schriftlichen
                  Kontakt mit Französisch, Italienisch bzw. Romanisch sprechenden
                  Personen).

       FS3GR.4.A.1              Die Schülerinnen und Schüler ...

       3a                       können mit bekannten Wörtern Listen erstellen und Bilder beschriften (z.B. Foto,
                         A 1.1  Checkliste).
                                können Formulare mit persönlichen Angaben ergänzen (z.B. Anmeldung).
                      b         können in kurzen, einfachen Sätzen Informationen über sich selbst geben (z.B. Name,
                                Wohnort, Alter).
                         A 1.2
                                können von einer Geschichte die wichtigsten Elemente festhalten (z.B. Cluster,
                      c         Mindmap).
                                können mit einfachen Worten alltägliche Situationen und Gegenstände beschreiben (z.B.
                         A 2.1  Farbe, Grösse, Material).
                                können mit einfachen Worten Informationen über sich selbst oder vertraute Personen
                      d         und Sachverhalte verfassen (z.B. Familie, Zimmer, Hobby).
                                können ganz einfache Mitteilungen und Fragen formulieren (z.B. Einladung, SMS,
                         A 2.2  Notiz).

                                können mit sprachlichem Support (z.B. Redewendungen, wiederkehrende
                                Wortkombinationen (sog. Chunks)) einfache Geschichten beginnen oder zu Ende führen.
                                können sich einfache Notizen machen und kurze Mitteilungen verfassen (z.B.
                                Sachverhalt, Wegbeschreibung zu Skizze, Einladung).
                                können mit einfachen Sätzen und Ausdrücken über vertraute Gegenstände und
                                Personen berichten (z.B. Tagesablauf, Portrait, Aktivität).

                                können mit einfachen Sätzen kurze Geschichten erzählen (z.B. zu einer
                                Bildergeschichte).
                                können in einfachen Sätzen darüber berichten, was wann und wo geschehen ist (z.B.
                                Erlebnis).
                                können Gleichaltrige auf einfache Weise über sich selbst oder alltägliche Dinge
                                informieren und auf solche Informationen reagieren (z.B. Lebenslauf, Wandzeitung,
                                Anzeige).

FS3GR                                                          Lehrplan 21                                                           15.3.2016
   4
Fachbereichslehrplan | Französisch/Italienisch/Romanisch 3. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                          167

                                                                                                      Querverweise

           2. Die Schülerinnen und Schüler können eigene Texte kreativ und
                   spielerisch gestalten und eine ästhetische Wirkung erzielen.

FS3GR.4.A.2       Die Schülerinnen und Schüler ...

3a                können mit einfachen ästhetischen Gestaltungsmitteln spielerisch experimentieren
                  (z.B. Reimwörter).
               b
                  können in eigenen Texten mit einfachen Gestaltungsmitteln eine ästhetische Wirkung
               c  erzielen (z.B. Gedicht, Cartoon, Bildgeschichte).

                  können beim kreativen Schreiben verschiedene ästhetische Gestaltungsmittel bewusst
                  einsetzen und sich in der Schulsprache über die Wirkung austauschen (z.B.
                  Kurzgeschichte, Raptext, Werbespot).

15.3.2016         Lehrplan 21                                                                                       FS3GR
                                                                                                                       4
168 Fachbereichslehrplan | Französisch/Italienisch/Romanisch 3. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS3GR.4 Schreiben

       B                 Strategien

                                                                                                               Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können Strategien zur                                                FS1GR.4.B.1

                         Schreibunterstützung einsetzen und reflektieren. Dabei nutzen sie auch                FS2GR.4.B.1

                         in anderen Sprachen aufgebaute Strategien.

       FS3GR.4.B.        Die Schülerinnen und Schüler ...
       1
                         können unter Anleitung bekannte Schreibstrategien aus der ersten und zweiten
       3a                Fremdsprache oder aus anderen Sprachen transferieren und einsetzen (z.B. Wörter aus
                         Vorlage neu kombinieren, fehlendes Vokabular durch Symbole, Zeichnungen oder
                      b  Wörter aus anderen Sprachen ersetzen).
                         können mitteilen, welche Schreibstrategien hilfreich sind.
                      c
                         können Schreibstrategien einsetzen, wenn sie dabei teilweise unterstützt werden, und
                         sich über deren Nutzen austauschen (z.B. Modellsätze verwenden, Wortlisten und
                         Bilderwörterbuch nutzen, Merktechniken, Eselsbrücken, Vokabular in verschiedenen
                         Medien suchen).

                         können beurteilen, welche Schreibstrategien für sie hilfreich sind, und diese
                         zunehmend selbstständig einsetzen, um eine bessere Wirkung ihrer Texte zu erzielen
                         (z.B. Informationen sammeln, Mindmap, Cluster erstellen, Planungs- und
                         Strukturierungshilfen nutzen, grammatische Übersichten und Merkblätter, Textmuster
                         und Textverarbeitungsprogramm verwenden, Text überarbeiten und korrigieren,
                         Wörter- und Grammatikbücher und das Internet gezielt nutzen).
                         können einige Fehler, die beim freien Schreiben auftreten, erkennen und korrigieren.

FS3GR                                Lehrplan 21                                                                             15.3.2016
   4
Fachbereichslehrplan | Französisch/Italienisch/Romanisch 3. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                               169

FS3GR.4 Schreiben

C                 Sprachmittlung

                                                                                                           Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Inhalte von Texten in der

                  Schulsprache sinngemäss ins Französische, Italienische bzw. Romanische

                  übertragen.

FS3GR.4.C.1       Die Schülerinnen und Schüler ...

3a                können zu einfachen schriftlichen Texten in der Schulsprache (z.B. Einladung, einfache
                  Sachtexte) Stichworte auf Französisch, Italienisch bzw. Romanisch festhalten.
               b
                  können einfache mündliche und schriftliche Mitteilungen oder Fragen in der
               c  Schulsprache (z.B. Ankunftszeit, Treffpunkt, Bitte um Rückruf) in kurzen, einfachen
                  Notizen und Nachrichten auf Französisch, Italienisch bzw. Romanisch festhalten.
               d
                  können aus schriftlichen Texten in der Schulsprache (z.B. Broschüre, E-Mail, Artikel in
                  einer Zeitschrift) die wesentlichen Angaben sinngemäss auf Französisch, Italienisch
                  bzw. Romanisch wiedergeben.

                  können Hauptaussagen oder Einzelinformationen aus einfachen und kurzen
                  schriftlichen Mitteilungen in der ersten Fremdsprache oder Englisch mit einfachen
                  Sätzen und Wendungen sinngemäss auf Französisch, Italienisch bzw. Romanisch
                  wiedergeben. Voraussetzung ist, dass es sich um vertraute, konkrete Themen handelt.

15.3.2016                         Lehrplan 21                                                                            FS3GR
                                                                                                                            4
170 Fachbereichslehrplan | Französisch/Italienisch/Romanisch 3. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS3GR.5 Sprache(n) im Fokus

       A                 Bewusstheit für Sprache

          1. Die Schülerinnen und Schüler können ihre Aufmerksamkeit auf                                          Querverweise
                  sprachliche Phänomene richten.                                                                  FS1GR.5.A.2
                                                                                                                  FS2GR.5.A.2

       FS3GR.5.A.1       Die Schülerinnen und Schüler ...

       3a                können einzelne sprachliche Phänomene des Französischen, Italienischen bzw.
                         Romanischen mit Unterstützung wahrnehmen, mit anderen Sprachen vergleichen und
                      b  dabei Unterschiede oder Ähnlichkeiten erkennen (z.B. Herkunft von Wörtern,
                         Lehnwörter, Internationalismen).
                      c
                         können, auch im Vergleich mit anderen Sprachen, im Französischen, Italienischen bzw.
                         Romanischen verschiedene Register erkennen (z.B. formelle und informelle Sprache,
                         Umgangssprache).

                         können Status und Rolle des Französischen, Italienischen bzw. Romanischen im
                         Vergleich zu anderen Sprachen einschätzen und können erkennen, dass es
                         verschiedene Varietäten gibt (Le français dans le monde, Dialekt - Standarditalienisch,
                         Ortsdialekt - Regionalschriftsprache - Rumantsch Grischun).

FS3GR                                             Lehrplan 21                                                                   15.3.2016
   5
Fachbereichslehrplan | Französisch/Italienisch/Romanisch 3. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                           171

FS3GR.5 Sprache(n) im Fokus

B              Wortschatz

                                                                                                       Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler verfügen über einen angemessenen
                   Wortschatz, um sich mündlich und schriftlich zu äussern.

FS3GR.5.B.     Die Schülerinnen und Schüler ...

13         a   verfügen über ein begrenztes Repertoire an einzelnen Wörtern und Wendungen, die sich
               auf bestimmte Situationen beziehen, um sich kurz und einfach zu vertrauten Themen zu
           b   äussern.

            c  verfügen über ein elementares Repertoire an häufigen Wörtern und Wendungen, das
               ihnen erlaubt, einfache Texte zu alltäglichen Themen zu verfassen sowie an einfachen
               Gesprächssituationen aktiv teilzunehmen.

               verfügen über ein genügend grosses Repertoire an Wörtern und Wendungen, das ihnen
               erlaubt, Texte zu allgemeineren Themen zu verstehen und zu verfassen sowie an
               routinemässigen Gesprächen aktiv teilzunehmen.

                                                                                                       Querverweise

           2. Die Schülerinnen und Schüler können Strategien und Techniken zum                         FS1GR.5.B.2

               Wortschatzerwerb und Regeln der Wortbildung reflektieren und für ihr                    FS2GR.5.B.2

               Lernen nutzen. Sie können dabei auf Lernerfahrungen und Kenntnisse in

               anderen Sprachen zurückgreifen.

FS3GR.5.B.     Die Schülerinnen und Schüler ...

23         a   können, teilweise unter Anleitung, bereits bekannte Strategien und Techniken für die
               Erschliessung neuer Wörter in der französischen, italienischen bzw. romanischen
           b   Sprache nutzen (z.B. Klebezettel, Wort-Bild-Karten, Parallelwörter).

            c  können Erfahrungen mit Strategien und Techniken zum Wortschatzerwerb, die sie auch
               aus anderen Sprachfächern kennen, reflektieren und sich zunutze machen (z.B.
               Wortkartei, Wörternetz, Lernspiel, Bildwörterbücher, elektronische Wörterbücher, App).
               können ausgehend vom bestehenden individuellen Wortschatz mithilfe von Hör-,
               Lesetexten und Gesprächen ihren produktiven Wortschatz erweitern.

               können, wenn nötig mit Unterstützung, dem eigenen Lernstil angepasste Techniken
               zum Wortschatzerwerb auswählen (z.B. Cluster, Mindmap, Tonaufnahme).
               können Regeln der Wortbildung (auch sprachenübergreifend) erkennen und neue
               Wörter und Wendungen bilden (z.B. franz. possible/impossible, ital.
               possibile/impossibile, rom. pussaivel/nunpussaivel/impussibel).

15.3.2016                                       Lehrplan 21                                                          FS3GR
                                                                                                                        5
172 Fachbereichslehrplan | Französisch/Italienisch/Romanisch 3. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS3GR.5 Sprache(n) im Fokus

       C                 Aussprache

                                                                                                                 Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können klar und verständlich sprechen
                  und vorlesen.

       FS3GR.5.C.1       Die Schülerinnen und Schüler ...

       3a                können vertraute Wörter und Wendungen so aussprechen oder vorlesen, dass sie
                         meistens verstanden werden.
                      b
                         können sich meist so ausdrücken, dass die Aussprache gut verständlich ist und die
                         Intonation dem Inhalt entspricht.

                                                                                                                 Querverweise

          2. Die Schülerinnen und Schüler können typische Aussprache- und
                  Intonationsregeln der französischen, italienischen bzw. romanischen
                  Sprache verstehen.

       FS3GR.5.C.2       Die Schülerinnen und Schüler ...

       3a                können einzelne spezifische Laute und Lautfolgen der französischen, italienischen bzw.
                         romanischen Sprache beobachten, gegebenenfalls mit anderen Sprachen vergleichen
                      b  und in der Schulsprache Vermutungen über das Verhältnis von Schrift und Laut
                         anstellen (z.B. franz. ou > u, ital. ciao > tsch, rom. tg, gn).

                         können durch unterschiedliche Betonung und Intonation die Wirksamkeit ihrer Aussage
                         erkennen und steuern (z.B. Intonationsfrage, Befehlsformen).

FS3GR                                Lehrplan 21                                                                               15.3.2016
   5
Fachbereichslehrplan | Französisch/Italienisch/Romanisch 3. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                                                                                                                               173

FS3GR.5 Sprache(n) im Fokus

D                 Grammatik

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können grammatische Strukturen in Texten
                   erkennen und für das Verständnis nutzen sowie beim Sprechen und
                   Schreiben anwenden.

FS3GR.5.D.        Die Schülerinnen und Schüler ...
1
                  können beim Sprechen und Schreiben mit Unterstützung sehr einfache grammatische
3a                Strukturen verwenden und dabei auf ihr Vorwissen aus den anderen Sprachen
                  zurückgreifen, machen aber je nach Unterstützungsgrad noch häufig Fehler (z.B.
               b  regelmässige Pluralform, erste Konjugationsformen).
                  können einzelne auf bestimmte Situationen bezogene grammatische Strukturen mit
               c  Unterstützung erkennen und für das Verständnis nutzen (z.B. Negation, Fragewörter).

                  können beim Sprechen und Schreiben einige einfache grammatische Strukturen
                  verwenden, machen dabei aber noch Fehler (z.B. häufige Präpositionen,
                  unregelmässige Pluralformen, Angleichung von Adjektiven, Possessiv- und
                  Reflexivpronomen).
                  können auf bestimmte Situationen bezogene grammatische Strukturen mit
                  Unterstützung erkennen und für das Verständnis nutzen (z.B. Zeitangaben,
                  Ortsangaben).

                  können beim Sprechen und Schreiben einfache grammatische Strukturen verwenden,
                  machen dabei aber teilweise noch Fehler (z.B. häufige Konjugationsformen, Hilfs- und
                  Modalverben, Wortfolge, Präpositionen).
                  können in Texten einfache grammatische Strukturen erkennen und für das Verständnis
                  nutzen (z.B. Wortfolge im Satz, Frage mit Fragewort oder Intonation,
                  Konjugationsformen, Zeitform der Verben, häufige Modalverben).

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           2. Die Schülerinnen und Schüler können grammatische Strukturen verstehen FS1GR.5.D.2
                                                                                                                                                                                                           FS2GR.5.D.2
                   und mit anderen Sprachen vergleichen.

FS3GR.5.D.        Die Schülerinnen und Schüler ...
2
                  können unter Anleitung einzelne grammatische Strukturen erforschen, mit anderen
3a                Sprachen vergleichen und darüber in der Schulsprache Vermutungen anstellen (z.B.
                  Singular-Pluralform, bestimmter/unbestimmter Artikel, Wortstellung in einem
               b  Fragesatz).

                  können, teilweise unter Anleitung, grammatische Strukturen untersuchen, mit anderen
                  Sprachen vergleichen und Regeln ableiten; dabei können sie sich auch grammatische
                  Übersichten zunutze machen (z.B. Zeitform, einfache Konjugation, Relativpronomen).

15.3.2016                    Lehrplan 21                                                                                                                                                                                 FS3GR
                                                                                                                                                                                                                            5
174 Fachbereichslehrplan | Französisch/Italienisch/Romanisch 3. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS3GR.5 Sprache(n) im Fokus

       E                 Rechtschreibung

                                                                                                                    Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können angemessen korrekt schreiben.

       FS3GR.5.E.1       Die Schülerinnen und Schüler ...
                         können einzelne Wörter und kurze Wendungen weitgehend korrekt abschreiben.
       3a

          b können Wendungen und kurze Sätze korrekt abschreiben.
                 können in eigenen kurzen Texten teilweise die korrekte Rechtschreibung benutzen.
                 können in einfachen Sätzen die wichtigsten Satzzeichen anwenden.
                 können häufig verwendete Formen korrekt schreiben (z.B. franz. j'ai, je suis, ital. ho,
                 sono, rom. eu sun, jeu hai).

          c können in kürzeren Texten zu vertrauten Themen angemessen korrekt schreiben.

                                                                                                                    Querverweise

          2. Die Schülerinnen und Schüler können Rechtschreiberegeln der

                         französischen, italienischen bzw. romanischen Sprache reflektieren und

                         verstehen.

       FS3GR.5.E.2       Die Schülerinnen und Schüler ...

       3a                können elementare Rechtschreibregeln erforschen und in der Schulsprache                    FS1GR.5.E.2.b
                         Vermutungen darüber anstellen (z.B. franz. é, Schreibung vor Nasallauten, ital. chi / ci,  FS2GR.5.E.2.b
                      b  rom. s-ch, ì).
                         können eigene Fehler mithilfe von Textvorlagen erkennen und korrigieren.

                         können häufige Rechtschreiberegeln ableiten.                                               FS1GR.5.E.2.c
                         können die Rechtschreibung überprüfen (z.B. mithilfe eines Wörterbuchs).                   FS2GR.5.E.2.c

FS3GR                                                      Lehrplan 21                                                             15.3.2016
   5
Fachbereichslehrplan | Französisch/Italienisch/Romanisch 3. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                          175

FS3GR.5 Sprache(n) im Fokus

F                 Sprachlernreflexion und -planung

           1. Die Schülerinnen und Schüler können ihr eigenes Sprachenlernen                          Querverweise
                   reflektieren und planen.                                                           FS1GR.5.F.1
                                                                                                      FS2GR.5.F.1

FS3GR.5.F.1       Die Schülerinnen und Schüler ...

3a                können sich mit Unterstützung und aufgrund der Erfahrungen in anderen
                  Fremdsprachen persönliche Ziele beim Lernen der französischen, italienischen bzw.
               b  romanischen Sprache setzen (z.B. Lernjournal, Portfolio).
               c
               d  können mit Unterstützung ihren Lernstand einschätzen und die persönlichen Ziele
                  anpassen (z.B. über gezieltes Sammeln von Produkten, Portfolio).

                  können, bei Bedarf mit Unterstützung, die eigenen Fortschritte und Lernergebnisse
                  einschätzen und das eigene Lernen planen.

                  können sich über Lernerfahrungen austauschen.
                  können auch ausserschulische Lerngelegenheiten erkennen und nutzen (z.B. Internet,
                  Begegnungen, Medien).

15.3.2016                                           Lehrplan 21                                                     FS3GR
                                                                                                                       5
176 Fachbereichslehrplan | Französisch/Italienisch/Romanisch 3. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS3GR.6 Kulturen im Fokus

       A                 Kenntnisse

                                                                                                                                                                                                          Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler kennen einige Merkmale der französisch-,
                  italienisch- bzw. romanischsprachigen Regionen sowie kulturelle
                  Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

       FS3GR.6.A.1       Die Schülerinnen und Schüler ...

       3a                kennen einige Kulturerzeugnisse, Eigenheiten und landeskundliche Gegebenheiten         BG.3.A.1.2c
                         französisch-, italienisch- bzw. romanischsprachiger Regionen (z.B. Lieder, Kulinarik,
                      b  Orte).
                      c
                         kennen einige Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der eigenen Sprachregion
                      d  und französisch-, italienisch- bzw. romanischsprachigen Regionen (z.B. häufig
                      e  beobachtete nonverbale Kommunikation oder Grussformeln, Rituale im Schulalltag).

                         wissen, dass Kenntnisse, die sie über französisch-, italienisch- bzw.                  ERG.5.5.d
                         romanischsprachige Regionen (Romandie - Frankreich - weltweite Frankophonie,
                         Italienische Schweiz - Italien, Regionalschriftsprachen nach Regionen) haben, häufig
                         klischeehafte Aspekte beinhalten und dass in allen Kulturen vielfältige Lebens- und
                         Verhaltensweisen nebeneinander existieren (z.B. Wohnsituation, Essensgewohnheiten,
                         Grussverhalten).

                         kennen kulturelle Gegebenheiten und exemplarische Kulturerzeugnisse französisch-,      MU.1.C.1.h
                         italienisch- bzw. romanischsprachiger Regionen (z.B. Mode, Musik, Technik,             MU.2.B.1.h
                         geschichtliche Ereignisse, Regionen, Staatsform, Persönlichkeiten, Malerei, Film).

                         wissen, dass sowohl in der eigenen als auch in den französisch-, italienisch- bzw.
                         romanischsprachigen Regionen unterschiedliche Normen und Werte nebeneinander
                         existieren (z.B. Subkulturen, Musikkulturen, Kleidungsstile, Geschlechter,
                         Generationen).

FS3GR                                                      Lehrplan 21                                                                                                                                                  15.3.2016
   6
Fachbereichslehrplan | Französisch/Italienisch/Romanisch 3. Fremdsprache | Kompetenzaufbau                              177

FS3GR.6 Kulturen im Fokus

B                 Haltungen

                                                                                                          Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können über ihre Haltung gegenüber
                   französisch-, italienisch- bzw. romanischsprachigen Regionen und
                   gegenüber kultureller Vielfalt nachdenken.

FS3GR.6.B.        Die Schülerinnen und Schüler ...
1
                  können ihre Eindrücke und Haltung in Bezug auf Kontakte mit französisch-, italienisch-
3a                bzw. romanischsprachigen Regionen beschreiben (z.B. Austauschaktivitäten,
                  Schultraditionen).
               b
                  können über Zweck und Nutzen des Lernens der Fremdsprache Französisch, Italienisch
                  bzw. Romanisch nachdenken und diskutieren.
                  können ihre Eindrücke in Bezug auf Kontakte mit französisch-, italienisch- bzw.
                  romanischsprachigen Regionen reflektieren und ihre Haltung begründen (z.B.
                  Jugendkultur).
                  können aufgrund der erworbenen kulturellen Erfahrungen ihre Haltung gegenüber
                  Klischees formulieren und diskutieren.

15.3.2016                    Lehrplan 21                                                                                FS3GR
                                                                                                                           6
178 Fachbereichslehrplan | Französisch/Italienisch/Romanisch 3. Fremdsprache | Kompetenzaufbau

       FS3GR.6 Kulturen im Fokus

       C                 Handlungen

                                                                                                                    Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler begegnen Menschen und Erzeugnissen

                         französisch-, italienisch- bzw. romanischsprachiger Regionen virtuell und

                         real.

       FS3GR.6.C.1       Die Schülerinnen und Schüler ...

       3a                können Aspekte des Lebensalltags aus französisch-, italienisch- bzw.
                         romanischsprachigen Regionen mit ihren eigenen Erfahrungen vergleichen (z.B. durch
                      b  Briefkontakte, Geschichten, Reportagen, Comics, Blog).
                      c
                         können mit französisch-, italienisch- bzw. romanischsprachigen Menschen in Kontakt
                      d  treten und machen dadurch Bekanntschaft mit deren Sprachkulturen (z.B. Brief, Text,
                         Bild, Zeichnung, E-Mail).

                         können in der Auseinandersetzung mit kulturellen Gegebenheiten und                         NMG.7.2.g
                         Kulturerzeugnissen aus französisch-, italienisch- bzw. romanischsprachigen Regionen
                         die eigene Lebenswelt bewusster wahrnehmen und erkennen, dass eigene Norm- und
                         Wertvorstellungen relativ sind (z.B. Schulsystem, geschichtliches Ereignis, Sport,
                         Persönlichkeit).

                         können in Austauschsituationen ihr erworbenes kulturelles Wissen beobachten,
                         überprüfen und relativieren (z.B. durch Briefkontakt, in den Ferien, in einer realen oder
                         virtuellen Begegnung).

FS3GR                                                      Lehrplan 21                                                            15.3.2016
   6
Mathematik
Elemente des Kompetenzaufbaus

Impressum            Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement Graubünden
                     Lehrplan 21 Graubünden
Herausgeber:         Fassung vom 15.03.2016
Zu diesem Dokument:  Alexey Klementiev/Hemera/Thinkstock
                     Alle Rechte liegen beim Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement des Kantons Graubünden.
Titelbild:           gr-d.lehrplan.ch
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Internet:
Fachbereichslehrplan | Mathematik | Inhalt

Inhalt

Bedeutung und Zielsetzungen                                    182

Didaktische Hinweise                                           184

Strukturelle und inhaltliche Hinweise                          186

MA.1       Zahl und Variable                                   188

A          Operieren und Benennen                              190

B          Erforschen und Argumentieren                        195

C          Mathematisieren und Darstellen                      198

MA.2       Form und Raum                                       198

A          Operieren und Benennen                              200

B          Erforschen und Argumentieren                        203

C          Mathematisieren und Darstellen                      205

MA.3       Grössen, Funktionen, Daten und Zufall               207

A          Operieren und Benennen                              209

B          Erforschen und Argumentieren                        213

C          Mathematisieren und Darstellen                      215

                                                                    MA

15.3.2016                                         Lehrplan 21
182 Fachbereichslehrplan | Mathematik | Bedeutung und Zielsetzungen

    Bedeutung und Zielsetzungen

                                 Mathematik ist ein Werkzeug, um die Umwelt zu erschliessen und zu verstehen. Der
                                 Fachbereichslehrplan Mathematik leitet zu einem verständnisvollen, kritischen und
                                 kreativen Umgang mit diesem Werkzeug an. Er zielt darauf ab, mathematisches Tun
                                 mit mathematischen Inhalten zu verbinden. Die Beschäftigung mit Mathematik
                                 unterstützt die Entwicklung von Abstraktionsfähigkeit, Vorstellungsvermögen,
                                 Problemlösekompetenz und rationalem Denken. Der Umgang mit neuen
                                 Herausforderungen, die Darstellung von Sachverhalten und eigenen
                                 Gedankengängen sind dabei zentral. Die Kompetenzaufbauten beleuchten ein
                                 Lernfeld, das heutigen Ansprüchen an eine mathematische Bildung gerecht werden
                                 soll.

    Kulturhistorisch gewachsene  Ein national und international weitgehend einheitliches und selbstverständlich
    Mathematik                   gewordenes Curriculum hat dazu geführt, dass die Schülerinnen und Schüler in der
                                 Volksschule seit langer Zeit gleichen oder ähnlichen mathematischen Inhalten
                                 begegnen.

                                 Dabei darf nicht vergessen werden, dass Mathematik eine Wissenschaft mit
                                 geografisch weit auseinander liegenden Wurzeln und jahrtausendealter Tradition ist.
                                 Eine heute scheinbar fertige Mathematik ist im Verlauf von Jahrhunderten
                                 kulturhistorisch gewachsen.

                                 Neue Einsichten entwickelten sich meist über Umwege, mittels Austausch von
                                 Gedanken, und orientierten sich an bereits Bekanntem. Entsprechend sind auch
                                 Schülerinnen und Schüler oft auf Umwege und Austausch mit anderen zur
                                 Entwicklung neuer Einsichten angewiesen.

    Ansprüche der Gesellschaft   Eine sich verändernde Gesellschaft stellt neue Anforderungen an den
                                 Mathematikunterricht und rückt den Umgang mit Medien und Daten in den
                                 Vordergrund. Während Daten und Ergebnisse noch vor wenigen Jahrzehnten von
                                 Menschen erhoben und berechnet wurden, werden heute automatisierbare Abläufe
                                 von Maschinen und Computern ausgeführt. Tätigkeiten wie Recherchieren, Sichten,
                                 Interpretieren und Verarbeiten bereits vorhandener Daten sind ins Zentrum gerückt.
                                 In Beruf und Freizeit bestehen mathematische Herausforderungen vermehrt darin,
                                 Daten einzugeben, zu beurteilen, in Beziehung zu setzen, zu interpretieren und zu
                                 kommunizieren.

                                 Gesellschaftliche Erwartungen an die Mathematik bestehen auch hinsichtlich der
                                 Selektion. Selektionsentscheide werden mit Ergebnissen von Leistungsmessungen
                                 in der Mathematik begründet, weil es auf den ersten Blick einfach und präzise
                                 erscheint, mathematische Kompetenzen anhand richtig gelöster Aufgaben
                                 auszuweisen. Dabei kann der Anspruch, in Lernkontrollen und Tests erfolgreich
                                 abzuschneiden, in Konkurrenz zu verständnisorientiertem Lernen treten.

                                 Der gesellschaftliche Wandel spiegelt sich auch in den Forderungen der Arbeitswelt
                                 nach einer anschlussfähigen mathematischen Grundbildung wieder.

                                 Die folgenden fachspezifischen Zielsetzungen sind mit Blick auf die kulturhistorisch
                                 und gesellschaftlich bedingte Bedeutung der Mathematik zu lesen. Sie skizzieren
                                 eine mathematische Grundbildung, die für die Teilhabe an Berufs- und Alltagsleben
                                 bedeutsam ist.

    Spezifisches mathematisches  Das spezifisch mathematische Wissen umfasst Kenntnisse, Fertigkeiten und
    Wissen erwerben              Routinen, die im Alltag oder im Beruf wesentlich sind.

                                 Der Fachbereichslehrplan Mathematik nimmt fachspezifisches Wissen und Können
                                 in erster Linie im Handlungsaspekt Operieren und Benennen auf. Im
                                 Kompetenzbereich Zahl und Variable stehen ein gesichertes Zahlverständnis und ein
                                 versierter Umgang mit Stellenwerten im Vordergrund, im Kompetenzbereich Form
                                 und Raum sind Beziehungen zwischen Längen, Flächeninhalten und Volumen
                                 zentral.

MA

                                                                     Lehrplan 21  15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Mathematik | Bedeutung und Zielsetzungen                                                     183

Orientierungs- und             Entwicklungen und Prozesse in beinahe sämtlichen Lebensbereichen bedienen sich
Anwendungswissen entwickeln    der Mathematik. In diesem Licht ist Mathematik eine Wissenschaft, die anderen
                               Fachbereichen zudient. Zu Themen aus dem Umfeld der Schülerinnen und Schüler
Denk-, Urteils- und            wie elektronische Kommunikation oder Umgang mit Geld, aber auch zu Themen wie
Kritikfähigkeit stärken        Bevölkerungsentwicklung, Architektur, Astronomie oder Klimatologie gilt es, den
                               mathematischen Gehalt zu erkennen, zu diskutieren, zu mathematisieren,
Mathematik als Sprache nutzen  darzustellen und zu berechnen.

Interesse an der Mathematik    Der Fachbereichslehrplan Mathematik greift entsprechende Themen vor allem im
entwickeln                     Kompetenzbereich Grössen, Funktionen, Daten und Zufall auf.

                               Im Mathematikunterricht werden die Fähigkeiten zum Erkennen von
                               Zusammenhängen und Regelmässigkeiten, zum Transfer, zur Umkehrung der
                               Gedankengänge, zur Abstraktion, zur Logik und zum folgerichtigen Denken
                               gefördert. Dies setzt ein auf Verstehen ausgerichtetes Lernen und Lehren von
                               Mathematik voraus, welches zu eigenen Einsichten führt und die Denk- und
                               Urteilsfähigkeit für die Auseinandersetzung mit künftig auftretenden Problemen
                               stärkt. Das Lernen von Mathematik erfordert zusätzlich Genauigkeit und Disziplin im
                               Denken und ist damit auch Denkschulung.

                               Diesem Anliegen trägt der Fachbereichslehrplan insbesondere im Handlungsaspekt
                               Erforschen und Argumentieren Rechnung. Die Schülerinnen und Schüler finden im
                               Austausch mit anderen individuelle Zugänge, entwickeln Lösungsansätze zu
                               Fragestellungen und erweitern personale, soziale und methodische Kompetenzen.

                               Mathematik ist auch eine Sprache, mit der die Ausdrucksmöglichkeiten in logischer,
                               struktureller und visueller Hinsicht beträchtlich erweitert werden können. Ein
                               regelmässiger Austausch zwischen Schülerinnen und Schülern trägt gleichzeitig zur
                               Entwicklung alltags- und fachsprachlicher Kompetenzen und zum Aufbau der
                               Reflexionsfähigkeit bei.

                               Der Fachbereich Mathematik regt die Erweiterung sprachlicher Kompetenzen
                               insbesondere unter den Handlungsaspekten Mathematisieren und
                               Darstellen und Erforschen und Argumentieren an.

                               Eigenes Tun und eigene (auch kleine) persönliche Erfolge vermögen, Interesse
                               auszulösen und regen zum Weiterdenken an. So kann die Arbeit an Zahlenfolgen, an
                               Ornamenten oder auch an Sachaufgaben spannend sein, wenn diese selbst
                               entwickelt, verändert, interpretiert und ausgetauscht werden. Beim Entwickeln
                               eigener Lösungen, Gedanken und Fragen sowie beim Entdecken von
                               Zusammenhängen erfahren die Schülerinnen und Schüler Mathematik als
                               sinnhaltig. Der Fachbereichslehrplan misst dem Erkennen, Variieren, Erzeugen und
                               Betrachten von Mustern grosses Gewicht bei. Ein spielerischer, explorativer Zugang
                               zur Mathematik spricht die Lernenden emotional an und verstärkt das Interesse an
                               Mathematik.

                                                                                                                    MA

15.3.2016                                                        Lehrplan 21
184 Fachbereichslehrplan | Mathematik | Didaktische Hinweise

    Didaktische Hinweise

    Verstehensorientiert lernen  Operationen, Begriffe und Beziehungen können handelnd, bildhaft und sprachlich-
                                 symbolisch dargestellt werden. Für das verstehensorientierte Lernen ist der
                                 Wechsel zwischen diesen drei Darstellungsformen bedeutsam. Deshalb sind
                                 Lernanlässe zu schaffen, bei denen konkrete Situationen oder bildliche
                                 Darstellungen in die abstrakte Fachsprache übertragen oder umgekehrt Begriffe
                                 oder Terme konkretisiert werden.

                                 Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit mathematisch gehaltvollen
                                 Anschauungsmitteln, Modellen und Strukturen auseinander. Dadurch können sie
                                 mathematische Sachverhalte besser verstehen, Erkenntnisse gewinnen und
                                 Operationen, Begriffe, Verfahren und Konzepte anwenden.

    Produktives Üben             Produktives Üben orientiert sich an mathematischen Strukturen. In solchen Lernan-
                                 lässen berechnen Schülerinnen und Schüler einzelne Operationen und gelangen zu
                                 einer verbesserten Geläufigkeit. Die zugrunde liegenden Strukturen können er-
                                 forscht, dargestellt, weitergeführt, verändert und begründet werden. Geschicktes
                                 Rechnen beruht auf Beziehungen, die in produktiven Übungen bewusst werden.

    Automatisieren               Schülerinnen und Schüler müssen grundlegende Einsichten und Rechenergebnisse
                                 geläufig verfügbar haben. Schülerinnen und Schüler, die das kleine Einmaleins
                                 auswendig kennen, sind in der Lage, sich das grosse Einmaleins zu erschliessen
                                 oder Produkte mit grossen Zahlen abzuschätzen. Wiederholen, sich erinnern,
                                 automatisieren und trainieren gehören ebenso zum Mathematiklernen wie
                                 erforschen und argumentieren.

                                 Ein zu frühes, nicht vorstellungs- und verständnisorientiertes Automatisieren kann
                                 zwar zu kurzfristigen Lernerfolgen führen, behindert jedoch weiterführende
                                 Lernprozesse.

    Aufgaben                     Reichhaltige Aufgaben orientieren sich an mathematischen oder sachlichen
                                 Strukturen, die entdeckt bzw. genutzt werden können. Sie sind offen in Bezug auf
                                 Lösungswege, Lösungen, Strategien, Darstellungen, Hilfsmittel und Zahlenräume.
                                 Durch diese Offenheit sind sie für alle Schülerinnen und Schüler zugänglich und
                                 können auf verschiedenen Niveaus bearbeitet werden.

                                 Geschlossene Aufgaben, die scheinbar nur ein Ergebnis oder einen Lösungsweg
                                 zulassen, lassen sich oft anreichern. Dabei stellen die Lehrpersonen z.B. einen
                                 Term in eine strukturierte Aufgabenserie und regen zum Vergleichen oder zum
                                 Übertragen in eine andere Darstellung an.

    Beurteilung                  Lernprozesse und Lernergebnisse in Mathematik die beurteilt und bewertet werden,
                                 beziehen sich auf die im Lehrplan beschriebenen Kompetenzen. Dabei sind
                                 individuelle, konkrete Rückmeldungen an die Schülerinnen und Schüler wichtig. Die
                                 Hinweise unterstützen bei der Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und bei der
                                 Planung weiterer Lernschritte.

                                 Lernkontrollen und Tests werden durch Beurteilungsanlässe mit reichhaltigen
                                 Aufgaben ergänzt. Dabei werden die Leistungen der Schülerinnen und Schüler nach
                                 qualitativen Kriterien eingeschätzt.

                                 Beispielsweise wird beurteilt, wie Schülerinnen und Schüler

                                          Wissen und Fähigkeiten anwenden;
                                          fachlich überlegen;
                                          Fragen, Gedanken und Lösungswege nachvollziehbar darlegen bzw.
                                          dokumentieren;
                                          unbefriedigend gelöste Aufgaben überarbeiten.

                                 Zu bestimmten Zeitpunkten werden Informationen aus Lernkontrollen, Tests,
                                 Beurteilungsanlässen mit reichhaltigen Aufgaben, Präsentationen bzw. Lösungs-
                                 protokollen zu Forscheraufgaben, Standortgesprächen und Lernjournals zu einer
                                 Gesamtbeurteilung verdichtet. (Siehe auch Grundlagen Kapitel Lern- und
                                 Unterrichtsverständnis.)

MA

                                                              Lehrplan 21  15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Mathematik | Didaktische Hinweise                                                              185

Individuell und gemeinsam lernen  Schülerinnen und Schüler lernen Mathematik wirkungsvoll durch eigenes Tun und
                                  Erfahren sowie von- und miteinander. Das gemeinsame Lernen steht in einem
Heterogenität berücksichtigen     ständigen Wechselspiel mit dem individuellen Lernen. Dazu braucht es reichhaltige
                                  und fachlich bedeutsame Aufgaben. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten diese
Schwerpunkte überfachliche        zum Beispiel vorerst selbstständig. Danach tauschen sie ihre Vorgehensweisen,
Kompetenzen                       Darstellungen und Lösungen aus. Dieser Austausch geht der Klärung
Hinweise zum 1. Zyklus            mathematischer Vereinbarungen und Regeln voraus.

                                  Die Lehrperson stellt den fachlichen Rahmen her. Sie bereitet den Unterricht vor,
                                  gestaltet Lernumgebungen und führt in Problem- und Aufgabenstellungen ein, die
                                  das Verständnis der Schülerinnen und Schüler fördern. Während der Arbeitsphase
                                  beobachtet sie die Schülerinnen und Schüler, fragt nach, öffnet passende Zugänge,
                                  fordert zu Begründungen auf, klärt Kernpunkte und weist auf mathematisch
                                  korrekte Schreib- und Sprechweisen hin.

                                  Der Leistungsheterogenität kann mit innerer Differenzierung und mit dem Prinzip
                                  der natürlichen Differenzierung begegnet werden. Bei der inneren Differenzierung
                                  weisen die Lehrpersonen den Schülerinnen und Schülern Aufgaben,
                                  Bearbeitungsformen und Hilfsmittel entsprechend den Vorkenntnissen, den
                                  Leistungsmöglichkeiten und dem Förderbedarf zu.

                                  Im Unterricht differenzieren reichhaltige Aufgaben natürlich: Sie enthalten
                                  Anforderungen für das gesamte Leistungsspektrum. Die Schülerinnen und Schüler
                                  bearbeiten die gleiche Aufgabe entsprechend ihren Fähigkeiten und stellen ihre
                                  Lösungswege und Lösungen individuell dar. Die Lehrpersonen inszenieren
                                  geeignete Aufgaben, begleiten deren Bearbeitung und geben individuelle Hinweise
                                  zur bestmöglichen Förderung.

                                  Die Mathematik setzt den Schwerpunkt bei der Förderung methodischer
                                  Kompetenzen, indem die Schülerinnen und Schüler systematisch variieren,
                                  Informationen entnehmen, Daten ordnen und nutzen, Annahmen treffen, Analogien
                                  suchen, einen Lösungsweg planen, Ergebnisse überprüfen, Sachsituationen
                                  skizzieren oder Daten tabellarisch darstellen. Der Mathematikunterricht trägt
                                  ebenso zur Entwicklung personaler Kompetenzen wie Selbstständigkeit und
                                  Reflexionsfähigkeit bei, etwa wenn Schülerinnen und Schüler Aufgaben
                                  selbstständig bearbeiten, nach Lösungswegen suchen, erforschen, argumentieren,
                                  Lösungen überprüfen sowie Vorgehensweisen und Darstellungen reflektieren.
                                  (Siehe auch Grundlagen Kapitel Überfachliche Kompetenzen.)

                                  Die ersten Bildungsjahre stellen wichtige Weichen für den späteren
                                  schulmathematischen Erfolg. Spätestens ab dem 4. Altersjahr interessieren sich die
                                  meisten Kinder fürs Zählen, für Zahlen und Formen. Ein entwicklungs- und
                                  kompetenzorientierter Unterricht nimmt solche Motive auf und öffnet Zugänge zu
                                  weiteren Einsichten. Im Zentrum stehen das spielerische Erforschen,
                                  Primärerfahrungen, das Entdecken und Darstellen mathematischer Beziehungen,
                                  die Annäherung an die mathematische Logik, die Erweiterung mathematischer
                                  Strategien und das Gespräch darüber. Grundsätzlich gelten dieselben didaktischen
                                  Prinzipien wie für den gesamten Fachbereich Mathematik: Die Kinder knüpfen am
                                  eigenen Vorwissen an, sie suchen eigene Wege oder Lösungen und sie tauschen
                                  ihre Erfahrungen untereinander aus. Vielfältige Angebote und Differenzierungen
                                  tragen den grossen Wissens- und Verstehensunterschieden Rechnung. (Siehe auch
                                  Grundlagen Kapitel Schwerpunkte des 1. Zyklus.)

                                                                                                                      MA

15.3.2016                                                 Lehrplan 21
186 Fachbereichslehrplan | Mathematik | Strukturelle und inhaltliche Hinweise

     Strukturelle und inhaltliche Hinweise

      Mathematische Inhalte und Tätigkeiten

                                                                  Mathematische Kompetenz zeigt sich, wenn mathematisches Wissen in konkreten
                                                                  Situationen angewendet wird, oder im Zusammenspiel von mathematischen
                                                                  Inhalten und Tätigkeiten. Die formulierten Kompetenzen beziehen sich daher auf
                                                                  Kompetenzbereiche bzw. Inhalte (was?) und Handlungsaspekte bzw. Tätigkeiten
                                                                  (wie?).
                                                                  Die Kompetenzbereiche und die Handlungsaspekte sind als gleichwertig zu sehen,
                                                                  aus der gewählten Reihenfolge ist keine Hierarchie abzuleiten. Das Lernen und
                                                                  Lehren von Mathematik kann sich daher nicht auf einzelne Zellen der
                                                                  untenstehenden Tabelle beschränken, sondern bezieht das gesamte Feld
                                                                  mathematischen Tuns ein, das durch Kompetenzbereiche und Handlungsaspekte
                                                                  aufgespannt wird.

    Kompetenzbereiche (Inhalte)

                       Der Fachbereichslehrplan unterscheidet die drei Kompetenzbereiche Zahl und
                       Variable (Arithmetik und Algebra), Form und Raum (Geometrie) sowie Grössen,
                       Funktionen, Daten und Zufall (entspricht am ehesten dem Sachrechnen).

    Zahl und Variable  Zahlen ermöglichen das Bestimmen von Anzahlen und Reihenfolgen. Auf dem
                       fundamentalen Prinzip des Stellenwertsystems gründen die Einsichten in
                       Eigenschaften und Strukturen von Zahlen, Zahlmengen und Operationen. Damit
                       können beliebig grosse und kleine Zahlen in der gewünschten Genauigkeit
                       dargestellt werden.

                       In der Algebra werden zusätzlich zu den Zahlen Variablen verwendet, um Strukturen
                       und Beziehungen zu verallgemeinern.

                       Ein Grundverständnis für Zahlen, Variablen, Operationen und Terme ist notwendig,
                       um sich in der Welt von heute zu orientieren und diese mitzugestalten.

                       Zentrale Inhalte:

                                Anzahlen;
                                Zahlenfolgen mit natürlichen, ganzen und gebrochenen Zahlen;
                                Zehnersystem bzw. Stellenwertsystem;
                                Zahlvorstellungen und -darstellungen;
                                Rechengesetze und Rechenvorteile;
                                Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren, Dividieren, Potenzieren;
                                Überschlagen, Runden;
                                Beziehungen zwischen Operationen und Ergebnissen.

MA

                                 Lehrplan 21  15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Mathematik | Strukturelle und inhaltliche Hinweise                                           187

Form und Raum                   Punkte, Linien, Figuren und Körper bzw. deren Eigenschaften, Beziehungen und
                                Muster sind Gegenstand des Kompetenzbereichs Form und Raum. Beispiele aus
                                dem Alltag (z.B. in der Architektur, Kunst, Technik und Natur) können veranlassen,
                                geometrische Objekte anzuschauen, zu deuten, zu verändern, darzustellen und in
                                Beziehung zu setzen. Tragfähige arithmetische Zahlvorstellungen werden durch
                                geometrische Darstellungen unterstützt. Umgekehrt lassen sich geometrische
                                Objekte und deren Eigenschaften mit Hilfe von Zahlen, Variablen oder Termen
                                beschreiben. Die Übergänge zwischen Form und Raum und den beiden andern
                                Kompetenzbereichen sind fliessend.

                                Zentrale Inhalte:

                                         Orientierung im Raum;
                                         Eigenschaften von Figuren und Körpern;
                                         Skizzen, Zeichnungen und Konstruktionen;
                                         Operationen mit Figuren und Körpern, z.B. Drehen, Verschieben, Spiegeln;
                                         Flächeninhalt und Umfang von Figuren sowie Volumen und Oberflächen von
                                         Körpern;
                                         Geometrische Gesetzmässigkeiten und Muster;
                                         Modelle in der Ebene und im Raum;
                                         Lagebeziehungen und Koordinaten von Figuren und Körpern.

Grössen, Funktionen, Daten und  Der Kompetenzbereich Grössen, Funktionen, Daten und Zufall beschäftigt sich mit
Zufall                          Phänomenen aus der Umwelt. Dabei geht es um quantifizierbare Aspekte, die sich
                                mithilfe von Zahlen erforschen und beschreiben sowie mit Tabellen, Graphen,
                                Texten oder Diagrammen darstellen lassen.

                                Grössen beziehen sich u.a. auf Längen, Flächeninhalte, Volumen, Gewichte bzw.
                                Massen, Geldbeträge, Zeitpunkte und Zeitdauern. Sie werden mit Masszahlen
                                beschrieben.

                                Funktionen beschreiben Beziehungen zwischen zwei Grössen (z.B. zwischen Preis
                                und Gewicht).

                                Daten lassen sich mit Methoden der Statistik auswerten.

                                Zufall bezieht sich auf Zufallsexperimente und Kombinatorik.

                                Zentrale Inhalte:

                                         Eigenschaften von Objekten (Länge, Fläche, Volumen, Gewicht);
                                         Grössen bestimmen und mit ihnen rechnen;
                                         SI-Einheiten (z.B. Längenmasse: km, m, dm, cm, mm);
                                         Kombinatorik in konkreten Situationen;
                                         Datenerhebungen und -analysen;
                                         Wahrscheinlichkeiten im Alltag und in Zufallsexperimenten;
                                         Funktionen zur Beschreibung quantitativer Zusammenhänge;
                                         Unterschiedliche Darstellungen funktionaler Zusammenhänge (Sprache,
                                         Tabelle, Term, Graph);
                                         Lineare, proportionale und umgekehrt proportionale Zuordnungen.

Handlungsaspekte (Tätigkeiten)

                                Der Fachbereichslehrplan unterscheidet die drei Handlungsaspekte Operieren und
                                Benennen, Erforschen und Argumentieren sowie Mathematisieren und Darstellen.

Operieren und Benennen          Beim Operieren werden Begriffe, Zahlen, Formen oder Körper in Beziehung gesetzt
                                oder verändert und Ergebnisse festgehalten.

                                Das Benennen betont das Verwenden der mathematischen Fachsprache. Sie
                                erleichtert eine klare Kommunikation und hilft, Missverständnisse zu vermeiden.

                                Zentrale Tätigkeiten:

                                         Zusammenhänge zum Rechnen nutzen;
                                         Grundlegende Formeln und Gesetze anwenden (z.B. beim Umformen und

                                                                                                                    MA

15.3.2016                       Lehrplan 21
188 Fachbereichslehrplan | Mathematik | Strukturelle und inhaltliche Hinweise

    Erforschen und Argumentieren             Auswerten von Termen);
    Mathematisieren und Darstellen           Ergebnisse berechnen (Kopfrechnen, mit Notieren eigener Rechenwege und
                                             schriftliche Verfahren);
                                             Automatisiertes Abrufen von Rechnungen (z.B. im Einspluseins und
                                             Einmaleins);
                                             Grössen bezeichnen, umrechnen und schätzen;
                                             Instrumente, Werkzeuge und Hilfsmittel sowie Messgeräte verwenden;
                                             Begriffe und Symbole deuten und verwenden;
                                             Mit Formen operieren (zerlegen, zusammenführen, verschieben, drehen,
                                             spiegeln, vergrössern, verkleinern, überlagern);
                                             Skizzieren, zeichnen und Grundkonstruktionen ausführen.

                                    Beim Erforschen und Argumentieren erkunden und begründen die Lernenden
                                    mathematische Strukturen. Dabei können beispielhafte oder allgemeine Einsichten,
                                    Zusammenhänge oder Beziehungen entdeckt, beschrieben, bewiesen, erklärt oder
                                    beurteilt werden.

                                    Zentrale Tätigkeiten:

                                             Sich auf Unbekanntes einlassen, ausprobieren, Beispiele suchen;
                                             Vermutungen und Fragen formulieren;
                                             Sachverhalte, Darstellungen und Aussagen untersuchen;
                                             Einer Frage durch Erheben und Analysieren von Daten nachgehen;
                                             Zahlen, Figuren, Körper oder Situationen systematisch variieren;
                                             Ergebnisse beschreiben, überprüfen, hinterfragen, interpretieren und
                                             begründen;
                                             Muster entdecken, verändern, weiterführen, erfinden und begründen;
                                             Mit Beispielen und Analogien argumentieren;
                                             Beweise führen.

                                    Beim Mathematisieren werden Situationen und Texte in Skizzen, Operationen und
                                    Terme übertragen. Umgekehrt gilt es, Operationen, Terme und Skizzen zu
                                    konkretisieren bzw. zu veranschaulichen.

                                    In mathematischen Kontexten bedeutet Mathematisieren, Beziehungen, Analogien
                                    oder Strukturen zu erkennen und durch Regeln, Gesetze oder Formeln zu
                                    verallgemeinern. Umgekehrt können Terme und Formeln visualisiert bzw. mit
                                    Modellen erläutert werden.

                                    Das Darstellen von Erkenntnissen erfolgt sprachlich, bildhaft, graphisch abstrakt
                                    und formal oder auch konkret mit Gegenständen und Handlungen. Der Begriff
                                    Darstellen wird weit gefasst. Er umfasst alle Tätigkeiten, die Gedanken, Muster oder
                                    Sachverhalte nachvollziehbar, erkennbar oder verständlich machen.

                                    Zentrale Tätigkeiten:

                                             Eine Situation vereinfachen und darstellen;
                                             Muster, Strukturen und Gesetzmässigkeiten erkennen und beschreiben;
                                             Handlungen, Bilder, Grafiken, Texte, Terme oder Tabellen in eine andere
                                             Darstellungsform übertragen;
                                             Mathematische Modelle, Lösungswege, Gedanken und Ergebnisse darstellen
                                             und interpretieren;
                                             Mathematische Inhalte darstellen (mündlich und schriftlich, mit Tabellen,
                                             Figuren und Körpern, Grafiken, Texten oder Situationen);
                                             Figurierte Zahlen (aufgrund der Legeordnung leicht bestimmbare Anzahlen)
                                             in Zahlenmuster oder Zahlenfolgen übertragen;
                                             Zahlenmuster und Zahlenfolgen visualisieren (z.B. durch Punkte oder
                                             Zählstriche).

MA

                                    Lehrplan 21                                15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Mathematik | Strukturelle und inhaltliche Hinweise                                       189

Weitere Hinweise             Bei wenigen Kompetenzaufbauten sind keine Grundansprüche gesetzt worden. Bei
                             diesen Aufbauten wird nicht vorausgesetzt, dass die Schülerinnen und Schüler im
Fehlende Grundansprüche und  betreffenden Zyklus eine bestimmte Kompetenzstufe erreichen sollen. Sie müssen
Orientierungspunkte          aber die Möglichkeit erhalten, an den Kompetenzstufen, die zum Auftrag des
                             jeweiligen Zyklus gehören, zu arbeiten. Bei wenigen Kompetenzaufbauten sind keine
Erweiterungen                Orientierungspunkte gesetzt worden. Dort kann auch erst nach Mitte des Zyklus mit
                             der Arbeit an den jeweiligen Kompetenzstufen begonnen werden.

                             Im 3. Zyklus des Kompetenzaufbaus sind vor dem Grundanspruch einige Inhalte mit
                             Erweiterung gekennzeichnet. Diese Inhalte müssen nicht von allen Schülerinnen
                             und Schülern bearbeitet werden. Die Erweiterungen werden allenfalls in einer
                             Aufnahmeprüfung für eine weiterführende Schule verlangt. Aus fachlicher Logik
                             stehen sie vor dem Grundanspruch.

                                                                                                                MA

15.3.2016                    Lehrplan 21
190 Fachbereichslehrplan | Mathematik | Kompetenzaufbau

    MA.1              Zahl und Variable

    A                 Operieren und Benennen

                                                                                                                Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler verstehen und verwenden arithmetische
                  Begriffe und Symbole. Sie lesen und schreiben Zahlen.

    MA.1.A.1          Die Schülerinnen und Schüler ...

    1a                können Anzahlen mit verschieden angeordneten Elementen vergleichen und die
                      Begriffe ist/wird grösser/kleiner; ist/wird mehr/weniger; sind gleich viele; am meisten;
                   b  am wenigsten verwenden.
                   c
                      verstehen und verwenden die Begriffe plus, minus, gleich und die Symbole +, - , =.
                   d
                      verstehen und verwenden die Begriffe mal, grösser als, kleiner als, gerade, ungerade,
    2e                ergänzen, halbieren, verdoppeln, Zehner, Einer und die Symbole ·, <, >.
                      können natürliche Zahlen bis 100 lesen und schreiben.
                   f
                      verstehen und verwenden den Begriff durch und das Symbol :.

                      verstehen und verwenden die Begriffe Addition, Subtraktion, Multiplikation, Division,
                      Rest, Zahlenstrahl, Quadratzahl, Hunderter, Tausender, Stellenwerte.
                      können natürliche Zahlen bis 1'000 lesen und schreiben.

                      verstehen und verwenden die Begriffe Summand, Summe, Differenz, Faktor, Produkt,
                      Quotient.
                      können natürliche Zahlen bis 1 Million lesen und schreiben.

          g verstehen und verwenden die Begriffe Bruch, Prozent, Teiler, Vielfache, Zähler, Nenner,
                 überschlagen, runden.
                 verwenden die Symbole %, .
                 können Dezimalzahlen und Brüche lesen und schreiben.

          h verstehen und verwenden die Begriffe Gleichung, Klammer, Primzahl.
                 können die Symbole +, -, /, *, =, x², (),  verwenden und Rechner entsprechend nutzen.
                 können Brüche (Nenner 2, 3, 4, 5, 6, 8, 10, 20, 50, 100, 1'000), Dezimalzahlen und
                 Prozentzahlen je in die beiden anderen Schreibweisen übertragen.

    3     i verstehen und verwenden die Begriffe Term, Variable, Unbekannte, hoch, Potenz,

                      Zehnerpotenz, Vorzeichen, positive Zahlen, negative Zahlen, (Quadrat-) Wurzel.

                      Erweiterung: verstehen und verwenden die Begriffe Basis, Exponent.

                      können die Symbole , ,  verwenden und Rechner entsprechend nutzen.

                      können Zahlen bis 1 Milliarde lesen und schreiben.

          j können Zahlen in wissenschaftlicher Schreibweise mit positiven Exponenten lesen und
                 schreiben (z.B. 1.32 · 10 = 132 000 000).
                 können Potenzen mit rationaler Basis und natürlichem Exponenten lesen und
                 schreiben.

          k verstehen und verwenden die Begriffe natürliche Zahlen, ganze Zahlen, rationale
                 Zahlen, Kehrwert, 3. Wurzel.
                 können Zahlen in wissenschaftlicher Schreibweise, auch mit negativen Exponenten,
                 lesen und schreiben.

          l verstehen und verwenden die Begriffe reelle Zahlen, irrationale Zahlen.

MA

1                                                        Lehrplan 21                                                          15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Mathematik | Kompetenzaufbau                                                                           191

                                                                                                                Querverweise

           2. Die Schülerinnen und Schüler können flexibel zählen, Zahlen nach der
                   Grösse ordnen und Ergebnisse überschlagen.

MA.1.A.2          Die Schülerinnen und Schüler ...

1a                können bis zu 20 Elemente auszählen und Zahlpositionen vergleichen.

               b  können im Zahlenraum bis 20 von beliebigen Zahlen aus vorwärts und rückwärts
                  zählen.
               c  können in 2er-Schritten vorwärts zählen, von 2 bis 20.
               d  können Fingerbilder von 1 bis 10 spontan zeigen sowie Anzahlen bis 5 ohne Zählen
                  erfassen.
2e
                  können im Zahlenraum bis 100 in 1er-, 2er-, 5er- und 10er-Schritten vorwärts zählen.
               f  können im 100er-Raum Zahlen ordnen (z.B. auf dem Zahlenstrahl und auf der 100er-
                  Tafel).

                  können im Zahlenraum bis 100 von beliebigen Zahlen aus vorwärts und rückwärts
                  zählen.
                  können im Zahlenraum bis 100 von beliebigen 10er-Zahlen aus in 2er-, 5er- und 10er-
                  Schritten vorwärts und rückwärts zählen.

                  können im Zahlenraum bis 1'000 von beliebigen Zahlen aus in 1er-, 2er-, 10er- und
                  100er-Schritten vorwärts und rückwärts zählen.
                  können Zahlen bis 1'000 ordnen.

                  können im Zahlenraum bis 1 Million von beliebigen Zahlen aus in angemessenen
                  Schritten vorwärts und rückwärts zählen (z.B. von 320'000 in 20'000er-Schritten).
                  können Zahlen bis 1 Million ordnen (z.B. die ungefähre Position von 72'000 auf einem
                  Zahlenstrahl bestimmen).

           g können von beliebigen Dezimalzahlen aus in angemessenen Schritten vorwärts und
                  rückwärts zählen (z.B. von 0.725 in 0.005er-Schritten).
                  können Brüche mit den Nennern 2, 3, 4, 5, 6, 8, 10, 20, 50, 100 ordnen.
                  können Dezimalzahlen ordnen (z.B. 1.043; 1.43; 1.05; 1.5; 1.403).
                  können Grundoperationen mit natürlichen Zahlen überschlagen (z.B. 13'567 + 28'902 
                  40'000; 592'000 : 195  600'000 : 200).

           h können Summen und Differenzen mit Dezimalzahlen überschlagen (z.B. 0.723 - 0.04 
                  0.7; 23'268 + 4'785  28'000).
                  können in Prozentrechnungen Ergebnisse überschlagen (z.B. 263 von 830 sind etwa
                  30%; 45% von 13'000 sind mehr als 5'000).

3          i Erweiterung: können Produkte und Quotienten von Dezimalzahlen überschlagen.

                  (z.B. 0.382 : 42.8  0.4 : 40 = 0.4 : 4 : 10 = 0.01; 32.7 : 0.085  30 : 0.1 = 300 : 1 = 300).

           j können positive und negative rationale Zahlen auf dem Zahlenstrahl ordnen.

                                                                                                                              MA

15.3.2016                                            Lehrplan 21                                                              1
192 Fachbereichslehrplan | Mathematik | Kompetenzaufbau

       3. Die Schülerinnen und Schüler können addieren, subtrahieren,                                           Querverweise
               multiplizieren, dividieren und potenzieren.                                                      EZ - Zusammenhänge und
                                                                                                                Gesetzmässigkeiten (5)

    MA.1.A.3          Die Schülerinnen und Schüler ...

    1                 können im Zahlenraum bis 20 ohne Zählen verdoppeln, halbieren, addieren und
                      subtrahieren.
                   a
                   b  können bis 100 ohne 10er-Überträge addieren und subtrahieren ohne Zählen (z.B. 35 +
                      13)
                   c  können auf den nächsten 10er ergänzen.
                      können bis 100 verdoppeln (5er- und 10er-Zahlen) und halbieren (10er-Zahlen).
    2d                können zweistellige Zahlen in 10er und 1er zerlegen (z.B. 25 in zwei 10er und fünf 1er).

                   e  können im Zahlenraum bis 100 verdoppeln, halbieren, addieren und subtrahieren.
                      kennen Produkte aus dem kleinen Einmaleins mit den Faktoren 2, 5 und 10.
                      können Produkte aus dem kleinen Einmaleins in Faktoren zerlegen (z.B. 36 = 6 · 6 = 4 ·
                      9).

                      können beim Addieren und Subtrahieren Rechenwege notieren und Ergebnisse
                      überprüfen.
                      können schriftlich addieren und subtrahieren.
                      kennen die Produkte des kleinen Einmaleins.

                      können bis 4 Wertziffern im Kopf addieren und subtrahieren (z.B. 320'000 + 38'000; 402 +
                      90).
                      können bis 4 Wertziffern multiplizieren (im Kopf oder mit Notieren eigener Rechenwege,
                      z.B. 45 · 240).
                      können natürliche Zahlen durch einstellige Divisoren dividieren (im Kopf oder mit
                      Notieren eigener Rechenwege, z.B. 231 : 7).

       f können Dezimalzahlen bis 5 Wertziffern addieren und subtrahieren (im Kopf oder mit
             Notieren eigener Rechenwege, z.B. 30.8 + 5.6).
             können Brüche mit den Nennern 2, 3, 4, 5, 6, 8, 10, 20, 50, 100 am Rechteckmodell
             kürzen, erweitern, addieren und subtrahieren.
             können Grundoperationen mit dem Rechner ausführen.

       g können Dezimalzahlen bis 5 Wertziffern multiplizieren und die Ergebnisse überprüfen
              (im Kopf oder mit Notieren eigener Rechenwege, z.B. 308 · 52; 12 · 0,3).
              können Brüche mit den Nennern 2, 3, 4, 5, 6, 8, 10, 20, 50, 100 am Rechteckmodell
              multiplizieren.
              können Brüche mit den Nennern 2, 3, 4, 5, 6, 8, 10, 20, 50, 100, 1'000 als Dezimalzahlen
              schreiben.
              können bestimmen, wie oft Stammbrüche in ganzen Zahlen enthalten sind (z.B. Wie
              viele Male ist  in 2 enthalten?  2 : ).

    3  h können Prozentrechnungen mit dem Rechner ausführen.

                      Erweiterung: können natürliche Zahlen in Primfaktoren zerlegen.

       i können die Grundoperationen mit rationalen Zahlen ausführen.können Wurzeln und
             Potenzen mit dem Rechner berechnen (z.B. 4³ · 4³ = 4'096; 4³ + 4³ = 128; ³?8000).
             Erweiterung: können die Grundoperationen mit gewöhnlichen Brüchen mit Variablen
             ausführen und mit Zahlen belegen:

MA

1                                                        Lehrplan 21                                            15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Mathematik | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                                                193

                                                                                                           Querverweise

           j können Terme mit Potenzen und Quadratwurzeln umformen und berechnen
                 (z.B.

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           4. Die Schülerinnen und Schüler können Terme vergleichen und umformen, EZ - Zusammenhänge und
                                                                                                                                                                                                           Gesetzmässigkeiten (5)
                   Gleichungen lösen, Gesetze und Regeln anwenden.

MA.1.A.4          Die Schülerinnen und Schüler ...

1a                können unterschiedliche Anzahlen einander angleichen (z.B. 8 und 4 Knöpfe  6 und 6
                  Knöpfe).
               b
               c  können Zahlen bis 20 verschieden zerlegen (z.B. 5 = 1 + 4 = 3 + 2 = 3 + 1 + 1) und
                  umformen (Kommutativgesetz: z.B. 5 + 3 = 3 + 5).
               d
                  können die Addition als Umkehroperation der Subtraktion nutzen (z.B. 18 - 15 = 3, weil
2e                15 + 3 = 18).
                  können Beziehungen zwischen Additionen mit dem Kommutativgesetz (z.B. 2 + 18 = 18
               f  +2) und dem Assoziativgesetz (z.B. 17 + 18 = 17 + 3 + 15 = 20 + 15) nutzen.

                  können Beziehungen zwischen Produkten nutzen (z.B. 6 · 8 ist um 8 grösser als 5 · 8
                  oder mit dem Kommutativgesetz: z.B. 8 · 3 = 3 · 8).

                  verstehen die Division als Umkehroperation der Multiplikation und den Zusammenhang
                  zur Addition (z.B. 28 : 7 = 4  28 = 4 · 7  28 = 7 + 7 + 7 + 7).
                  können Beziehungen zwischen dem kleinen Einmaleins und dem Zehnereinmaleins
                  nutzen.

                  können Produkte durch Verdoppeln und Halbieren umformen (z.B. 8 · 26 = 4 · 52 = 2 ·
                  104).
                  können das Assoziativgesetz bei Summen und Produkten nutzen (z.B. 136 + 58 + 42 =
                  136 + (58 + 42); 38 · 4 · 25 = 38 · (4 · 25)).
                  können natürliche Zahlen auf 10er, 100er und 1'000er runden.

           g erkennen Zahlen, die durch 2, 5, 10, 100, 1'000 teilbar sind.
                  können Dezimalzahlen runden (z.B. 17'456 auf 100er; 1.745 auf Zehntel).

           h können Gleichungen mit Variablen durch Einsetzen oder Umkehroperationen lösen.
                  können die Rechenregeln Punkt vor Strich und die Klammerregeln befolgen
                  (z.B. 4 + 8 - 2 · 3 = 6; (4 + 8 - 2) · 3 = 30; 4 + (8 - 2) · 3 = 22).
                  Erweiterung: können Teilbarkeitsregeln durch 3, 4, 6, 8, 9, 25, 50 nutzen und Teiler
                  natürlicher Zahlen bestimmen.

3          i können ein Produkt mit gleichen Faktoren als Potenz schreiben und umgekehrt (z.B. 15

                  · 15 · 15 = 15³ ; a · a · a · a = a).

                  können das Distributivgesetz bei Termumformungen anwenden (z.B. a · (b + c) = a · b + a

                  · c = ab + ac).

                  können Rechenergebnisse sinnvoll runden.

                  Erweiterung: verstehen die Konventionen über die Notation algebraischer Terme (z.B.

                  abc = a · b · c aber 789  7 · 8 · 9).

                                                                                                                                                                                                                                   MA

15.3.2016                                                Lehrplan 21                                                                                                                                                               1
194 Fachbereichslehrplan | Mathematik | Kompetenzaufbau

                                                                                                                                                                                                 Querverweise

    j Erweiterung: können lineare Gleichungen mit einer Variablen mit
          Äquivalenzumformungen lösen (z.B. 5x + 3 = 7).
          Erweiterung: können Polynome addieren und subtrahieren (z.B. 3(a² + 2b) - 2(a² + b) = a²
          +4b).
          Erweiterung: können Terme ausmultiplizieren und ausklammern (Faktorzerlegung).
          Erweiterung: können Gleichungen sprachlich deuten (z.B. x = y + 1  x ist um 1 grösser
          als y) und Textgleichungen umsetzen.
          Erweiterung: können Terme mit Variablen umformen bzw. sinnvoll vereinfachen
          (ausklammern, ausmultiplizieren, kürzen und Vorzeichenregeln).

    k können Terme mit Variablen addieren und subtrahieren (z.B. a + 2a + b + 3b + ¼ +  =
           3a + 4b + ).

    l können quadratische Gleichungen durch Faktorzerlegung lösen (z.B. x² - 4 = 0).

    können Terme mit Binomen umformen und dabei die binomischen Formeln anwenden

    (z.B.                                                ).

    können die Rechenregeln                                  sowie Potenz vor Punkt vor Strich anwenden.

    m können Bruchterme mit Binomen umformen.

    können lineare Gleichungssysteme mit 2 Unbekannten lösen.
    können Rechengesetze bei Termen mit Potenzen und Wurzeln sowie bei Zahlen in
    wissenschaftlicher Schreibweise befolgen.
    können Bruchgleichungen mit der Unbekannten im Nenner (z.B.

MA

1                                                            Lehrplan 21                                                                                                                                       15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Mathematik | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                                           195

MA.1              Zahl und Variable

B                 Erforschen und Argumentieren

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Zahl- und Operationsbeziehungen EZ - Sprache und
                                                                                                                                                                                                           Kommunikation (8)
                   sowie arithmetische Muster erforschen und Erkenntnisse austauschen.

MA.1.B.1          Die Schülerinnen und Schüler ...

1a                können Muster mit Anzahlen bilden, sich Muster einprägen, abdecken und weiterführen
                  (z.B. rot, gelb / rot, rot, gelb, gelb / rot, gelb).
               b
                  können Additionen bis 20 systematisch variieren, Auswirkungen beschreiben bzw. mit
               c  Anschauungsmaterial aufzeigen (z.B. 8 + 8 = 16, 8 + 9 = 17; die Summe erhöht sich um 1,
                  weil der zweite Summand um 1 zunimmt).
               d  können Zahlenfolgen (figurierte Zahlen) bilden, weiterführen und verändern (z.B. 1, 2, 3 /
                  2, 3, 4 / 3, 4, 5 / 4, 5, 6).
2e
                  können Summen und Differenzen bis 100 systematisch variieren und Auswirkungen mit
               f  Hilfe von Anschauungsmaterial austauschen (z.B. Basiszahlen einer Zahlenmauer
                  variieren; 25 + 11, 35 + 11, 45 + 11, ... untersuchen).

                  können Produkte systematisch variieren und Auswirkungen beschreiben bzw. mit
                  Anschauungsmaterial zeigen (z.B. 3 · 3, 6 · 3; 3 · 4, 6 · 4; 3 · 5, 6 · 5).
                  suchen eigene Lösungswege und tauschen sie aus.

                  können Operationen systematisch variieren und Erkenntnisse austauschen (z.B. mit 3
                  Zahlen < 10 gleiche Ergebnisse bilden: 30 = 8 · 3 + 6 = 7 · 4 + 2 = 7 · 3 + 9; 32 = ...).

                  lassen sich auf offene Aufgaben ein, erforschen Beziehungen, formulieren Vermutungen
                  und suchen Lösungsalternativen.

           g können operative Beziehungen zwischen natürlichen Zahlen erforschen und
                  beschreiben (z.B. die Differenz von 2 Umkehrzahlen ist ein Vielfaches von 9: 41 - 14 = 27;
                  83 - 38 = 45).

           h können heuristische Strategien verwenden: ausprobieren, Beispiele suchen, Analogien
                  bilden, Regelmässigkeiten untersuchen, Annahmen treffen, Vermutungen formulieren.
                  können systematische Aufgabenfolgen bilden, weiterführen, verändern und beschreiben
                  (z.B. auf einer Zahlentafel 5 Zahlen mit einer Figur abdecken und die Summe
                  berechnen. Die Figur um eine, zwei, drei, ... Position(en) verschieben).

           i können heuristische Strategien verwenden: durch Fragen die Problemstellung klären,
                 systematisch variieren, mit vertrauten Aufgaben vergleichen, Annahmen treffen,
                 Lösungsansätze austauschen.
                 können Beziehungen zwischen rationalen Zahlen erforschen und beschreiben (z.B. die
                 Abstände zwischen den Stammbrüchen ½, , ¼, ... auf dem Zahlenstrahl; Erweiterung:
                 das Wachstum der Quotienten bei kleiner werdenden Divisoren, 4 : 2, 4 : 1, 4 : 0.5 ...).
                 können arithmetische Zusammenhänge durch systematisches Variieren von Zahlen,
                 Stellenwerten und Operationen erforschen und Beobachtungen festhalten (z.B. 10 : 9 =
                 1 R1, 100 : 9 = 11 R1, 1'000 : 9 = ...).

3          j können heuristische Strategien verwenden: Vermutungen überprüfen,

                  Vorwärtsarbeiten, Rückwärtsarbeiten, Rückschau halten.

                  Erweiterung: können arithmetische Muster bilden, weiterführen, verändern und

                  algebraisch beschreiben (z.B. 1 · 4 - 2 · 3 / 2 · 5 - 3 · 4 / 3 · 6 - 4 · 5 / ...  a · (a + 3) - (a +

                  1)(a + 2)).

                                                                                                                                                                                                                              MA

15.3.2016                                            Lehrplan 21                                                                                                                                                              1
196 Fachbereichslehrplan | Mathematik | Kompetenzaufbau

                                                                                                                                                                                                     Querverweise

       k können arithmetische und algebraische Zusammenhänge erforschen, Strukturen auf
              andere Zahlbeispiele übertragen und Beobachtungen festhalten (z.B. 10² + 10 + 11 = 11²;
              11² + 11 + 12 = 12²).

       l können Zahlen, Ziffern und Operationen systematisch variieren, Beobachtungen
              formulieren und auf Buchstabenterme beziehen (z.B. Wann gilt: a · b · c < 100a + 10b +
              c? Finde Beispiele und Gegenbeispiele).

       2. Die Schülerinnen und Schüler können Aussagen, Vermutungen und                                     Querverweise
               Ergebnisse zu Zahlen und Variablen erläutern, überprüfen, begründen.                         EZ - Lernen und Reflexion (7)

    MA.1.B.2          Die Schülerinnen und Schüler ...

    1a                können Aussagen zu Anzahlen und Zahlpositionen an konkretem Material überprüfen
                      (z.B. ein Turm mit 3 Klötzen ist höher als einer mit 2).
                   b
                   c  können Summen und Differenzen mit Anschauungsmaterial überprüfen.

                   d  können Produkte mit einer Summe überprüfen (z.B. 3 · 4 = 4 + 4 + 4).
                      können Differenzen mit der Umkehroperation überprüfen (z.B. 27 - 6 = 21  21 + 6 =
    2e                27).

                      können Quotienten mit der Umkehroperation überprüfen (z.B. 21 : 3 = 7  7 · 3 = 21).

                      können Divisionen mit Rest mit der Umkehroperation begründen (z.B. 32 : 6 gibt Rest,
                      weil 32 keine Zahl aus der 6er-Reihe ist).

       f können Ergebnisse mit Überschlagsrechnungen überprüfen.
             können die Anzahl Stellen von Produkten und Quotienten erforschen und begründen.

       g können Ergebnisse zu Grundoperationen durch Vereinfachen (z.B. 8 · 13 = 4 · 26 = 2 · 52),
              Zerlegen (z.B. 17.8 + 23.5 = 17 + 3 + 20 + 1.3) und Umkehroperationen überprüfen.

       h können Aussagen zu arithmetischen Gesetzmässigkeiten erforschen, begründen oder
              widerlegen (z.B. eine ungerade Summe ensteht durch Addition einer geraden und einer
              ungeraden Zahl; die Produkte vier aufeinanderfolgender Zahlen sind durch 24 teilbar).
              können die Anzahl Nachkommastellen bei Produkten und Quotienten von
              Dezimalzahlen erforschen und begründen (z.B. mit Rechner).

    3  i Erweiterung: können Äquivalenzumformungen mit Kontrollrechnungen überprüfen.

       j können algebraische Aussagen durch Einsetzen von Zahlen überprüfen (z.B. a³ + 5a ist
              durch 6 teilbar: 4³ + 5?4 = 84 ? 84 : 6 = 14;

       k können Ergebnisse durch Verallgemeinern begründen (z.B. das Quadrat einer Zahl ist
              um 1 grösser als das Produkt der beiden Nachbarzahlen: 4 · 4 -1 = 3 · 5  a² - 1 = (a -
              1)(a + 1)).
              können Term- und Äquivalenzumformungen überprüfen.

MA

1                                                        Lehrplan 21                                                                                                                                               15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Mathematik | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                                    197

           3. Die Schülerinnen und Schüler können beim Erforschen arithmetischer                            Querverweise
                   Muster Hilfsmittel nutzen.                                                               EZ - Zusammenhänge und
                                                                                                            Gesetzmässigkeiten (5)

MA.1.B.3          Die Schülerinnen und Schüler ...

1                 können Anschauungsmaterialien beim Erforschen arithmetischer Muster nutzen (z.B.
                  20er-Feld und Plättchen).
               a
                  können Punktefeld, 100er-Tafel und Zahlenstrahl beim Erforschen arithmetischer
               b  Muster nutzen (z.B. die Positionen der 9er-Reihe auf der 100er-Tafel).

2c                können Stellenwerttafel beim Erforschen arithmetischer Strukturen nutzen (z.B.
                  Plättchen in die Stellenwerttafel legen und verschieben).
               d
                  können Anweisungen zu Handlungssequenzen (z.B. in Flussdiagrammen) befolgen und
                  beim Erforschen arithmetischer Strukturen nutzen (z.B. 1. Starte mit einer zweistelligen
                  Zahl / 2. Wenn die Zahl gerade ist: Dividiere durch 2, sonst: Multipliziere mit 3 und
                  addiere 1 / 3. Wiederhole 2.).

           e können elektronische Medien beim Erforschen arithmetischer Strukturen nutzen (z.B. MI - Produktion und

                                                                                                                                                                                                         Präsentation

                  umwandeln von 1/11, 2/11, 3/11, ... in periodische Dezimalzahlen und die Ziffernfolge
                  untersuchen).

           f können mit elektronischen Medien Daten erfassen, sortieren und darstellen                      MI - Produktion und
                 (Tabellenkalkulationsprogramm).                                                            Präsentation

3          g können Formelsammlungen, Nachschlagewerke und das Internet zur Lösung                          MI - Recherche und
                                                                                                            Lernunterstützung
                  numerischer Aufgaben sowie zur Erforschung von Strukturen nutzen.                         MI - Produktion und
                                                                                                            Präsentation
                  können Vorlagen in einem Tabellenkalkulationsprogramm anwenden.

           h können mit einem Tabellenkalkulationsprogramm durch systematisches Variieren                   MI - Produktion und
                  Gleichungen lösen sowie Formeln eingeben bzw. verwenden (z.B. A = ½(s·h).                 Präsentation

                                                                                                                                                                                                                       MA

15.3.2016                                            Lehrplan 21                                                                                                                                                       1
198 Fachbereichslehrplan | Mathematik | Kompetenzaufbau

    MA.1              Zahl und Variable

    C                 Mathematisieren und Darstellen

          1. Die Schülerinnen und Schüler können Rechenwege darstellen,                                           Querverweise
                  beschreiben, austauschen und nachvollziehen.                                                    EZ - Fantasie und Kreativität
                                                                                                                  (6)

    MA.1.C.1          Die Schülerinnen und Schüler ...

    1a                können zeigen, wie sie zählen.

                   b  können Summen darstellen und Darstellungen nachvollziehen (z.B. auf dem 20er-Feld
                      oder auf dem Zahlenstrahl).
                   c
                      können Rechenwege zu Additionen und Subtraktionen darstellen und nachvollziehen
                   d  (z.B. 18 + 14 mit Hilfe des Rechenstrichs).

    2e                erkennen in grafischen Modellen multiplikative Beziehungen, insbesondere
                      Verdoppelungen und 1 · mehr bzw. 1 · weniger (z.B. 3 · 4 und 6 · 4 in einem Punktefeld
                      als Verdoppelung).

                      können Rechenwege zu den Grundoperationen darstellen, austauschen und
                      nachvollziehen (z.B. 80 + 5 + 5 + 5 + 5 = 80 + 4 · 5; 347 - 160  160 + 40 + 147 = 347).

          f können Rechenwege zu Grundoperationen mit Dezimalzahlen darstellen, austauschen
                und nachvollziehen (z.B. 35.7 + 67.8 in mehrere Summanden zerlegen und auf dem
                Rechenstrich darstellen).

          g können Summen, Differenzen und Produkte von Brüchen und von Dezimalzahlen mit
                 geeigneten Modellen darstellen und beschreiben (z.B. Produkt:  von ¾ mit dem
                 Rechteckmodell; Summe: ½ + ¼ mit dem Kreismodell).

    3     h können Operationen mit Zahlen und Variablen darstellen und beschreiben (z.B. 18 · 22 =

                      (20 - 2)(20 + 2)  (a - b)(a + b) als Fläche) sowie verallgemeinern.

          i können zwischen exakten und gerundeten Ergebnissen unterscheiden.entscheiden
                situativ, mit gerundeten oder exakten Werten zu operieren (z.B.

                                                                                                                                                                                                          Querverweise

          2. Die Schülerinnen und Schüler können Anzahlen, Zahlenfolgen und Terme EZ - Lernen und Reflexion (7)

                  veranschaulichen, beschreiben und verallgemeinern.

    MA.1.C.2          Die Schülerinnen und Schüler ...

    1a                können Anzahlen verschieden darstellen (z.B. mit Punkten oder Strichen) und
                      verschieden anordnen (z.B. auf einer Linie und in der Fläche verteilt).
                   b
                      können Anzahlen bis 20 strukturiert darstellen (z.B. an 5ern und 10ern orientiert: 9 = 5 +
                      4; 12 = 10 + 2).
                      können Additionen und Subtraktionen mit Handlungen, Rechengeschichten und Bildern
                      konkretisieren.

MA

1                                                        Lehrplan 21                                              15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Mathematik | Kompetenzaufbau                                                                       199

                                                                                                            Querverweise

           c können die Bedeutung der Ziffern im Stellenwertsystem darstellen (z.B. 5 10-er-Stäbe
                  und 7 1er-Würfel stellen 57 dar).
                  können Beziehungen in und zwischen Additionen und Subtraktionen zeigen oder
                  beschreiben (z.B. in einer systematischen Aufgabenfolge die Veränderung der Summen
                  aufzeigen).

           d können Grundoperationen mit Handlungen, Sachbildern, Rechengeschichten und
                  grafischen Strukturen veranschaulichen und Veranschaulichungen interpretieren.
                  können Beziehungen in und zwischen Grundoperationen zeigen und beschreiben (z.B.
                  die Veränderung der Produkte 1 · 3, 2 · 4, 3 · 5, 4 · 6, ...).

2          e können die Bedeutung der Ziffern im Stellenwertsystem darstellen (z.B. 2 100er-

           Platten, 5 10-er-Stäbe und 7 1er-Würfel stellen 257 dar).

           f können Zahlenfolgen und Produkte veranschaulichen (z.B. 14 · 14 mit dem Malkreuz;
                 die Zahlenfolge 1, 3, 6, 10, ... mit Punkten).

           g können Gesetzmässigkeiten im Bereich der natürlichen Zahlen mit Beispielen
                  konkretisieren (z.B. Quadratzahlen haben eine ungerade Anzahl Teiler  16: 1, 2, 4, 8,
                  16).
                  können Brüche mit den Nennern 2, 3, 4, 5, 6, 8, 10 darstellen und vergleichen sowie
                  Darstellungen interpretieren (z.B. Kreis-, Rechteckmodell, Zahlenstrahl).
                  können Zahlenfolgen mit positiven rationalen Zahlen beschreiben
                  (z.B. ½, ¼, , ...; 0.7, 0.77, 0.777, ...).

           h können Zahlenrätsel mathematisieren und erfinden (z.B. wenn man eine Zahl
                  verdreifacht und um 3 vergrössert gibt es 33).
                  können Figurenfolgen numerisch beschreiben (z.B. die Anzahl sichtbarer Seiten bei
                  Würfeltürmen mit 1, 2, 3, 4, ... Würfeln).

3          i können Zusammenhänge zwischen Termen und Figuren beschreiben (z.B. n(n+1) als

           Rechteck interpretieren; Die Summe der ersten n ungeraden Zahlen als Quadrat

           darstellen: 1 + 3 + 5 + 7 = 4 · 4).

           können Terme zu Streckenlängen, Flächeninhalten und Volumen bilden und

           entsprechende Terme deuten.

           können arithmetische und algebraische Terme veranschaulichen, insbesondere mit

           Text, Symbolen und Skizzen (z.B. das Produkt zweier Binome, die Summe dreier

           aufeinanderfolgender Zahlen).

           können arithmetische Gesetzmässigkeiten mit Buchstabentermen verallgemeinern (z.B.

           3(4 + 5) = 3 · 4 + 3 · 5  a(b + c) = ab + ac).

           Erweiterung: können arithmetische Strukturen algebraisch formulieren (z.B. die

           Produkte 2 · 3 · 4 / 3 · 4 · 5 / 5 · 6 · 7, ... sind durch 6 teilbar  a(a + 1) · (a + 2) ·  ist

           ganzzahlig).

           j können Terme geometrisch interpretieren (z.B. a² · b als Quader mit quadratischer
                  Grundfläche, a · b als Rechteck mit den Seitenlängen a und b und a + b als Summe
                  zweier Strecken).
                  können lineare Figurenfolgen in einen Term übertragen (z.B. die Anzahl benötigte
                  Hölzchen, um eine Reihe von n gleichseitigen Dreiecken zu legen, als 2n + 1).

           k können Aussagen zu Zahlenfolgen und Termen numerisch belegen oder
                  veranschaulichen (z.B. ½n(n+1) + ½(n+1)(n+2) ist eine Quadratzahl n = 1  1 + 3 = 4, n =
                  2  3 + 6 = 9, ... n = 6  21 + 28 = 49).
                  können lineares, quadratisches und exponentielles Wachstum in Termen, Zahlenfolgen
                  und Graphen erkennen und Unterschiede beschreiben.

                                                                                                                          MA

15.3.2016                                                  Lehrplan 21                                                    1
200 Fachbereichslehrplan | Mathematik | Kompetenzaufbau

    MA.2              Form und Raum

    A                 Operieren und Benennen

                                                                                                             Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler verstehen und verwenden Begriffe und
                  Symbole.

    MA.2.A.1          Die Schülerinnen und Schüler ...

    1a                können Linien aufzeichnen und ordnen (z.B. kurze, lange, gerade, gewellte Linien).
                      können Kreis, Dreieck, Rechteck, Quadrat, Würfel und Kugel benennen.
                   b
                      können Strecken, Kreise, Dreiecke, Quadrate, Rechtecke sowie Kugeln und Würfel
                   c  ordnen und beschreiben. Sie verwenden die Begriffe länger, kürzer, am längsten, am
                   d  kürzesten, grösser, kleiner, am grössten, am kleinsten.
                      können überschneidende Figuren identifizieren (z.B. Umfang nachfahren) und
    2e                benennen.

                      beschreiben Raumlagen mit den Begriffen zwischen, neben, auf, über, unter, innerhalb, NMG.8.4.a
                      ausserhalb, in der Mitte, vor, hinter, links, rechts.

                      verstehen und verwenden die Begriffe Figur, Länge, Breite, Fläche, Körper, spiegeln,
                      verschieben.

                      verstehen und verwenden die Begriffe Punkt, Ecke, Kante, Seitenfläche, Würfel, Quader.

          f erkennen und benennen geometrische Körper (Würfel, Quader, Kugel, Zylinder,
                Pyramide) und Figuren in der Umwelt und auf Bildern.

          g verstehen und verwenden die Begriffe Seite, Diagonale, Durchmesser, Radius,
                 Flächeninhalt, Mittelpunkt, Parallele, Linie, Gerade, Strecke, Raster, Schnittpunkt,
                 schneiden, Senkrechte, Symmetrie, Achsenspiegelung, Umfang, Winkel, rechtwinklig,
                 Verschiebung, Geodreieck.
                 verwenden die Symbole für rechte Winkel und parallele Linien.

          h verstehen und verwenden die Begriffe Koordinaten, Ansicht, Seitenansicht, Aufsicht,
                 Vorderansicht.

    3     i verstehen und verwenden die Begriffe Seitenhalbierende, Winkelhalbierende, Höhe, Lot,

                      Grundlinie, Grundfläche, Mittelsenkrechte, Schenkel, Netz (Abwicklung), Umkreis,

                      Inkreis, Viereck, Vieleck, Rhombus, Parallelogramm, Drachenviereck, Trapez,

                      gleichschenklig, gleichseitig, stumpfwinklig, spitzwinklig, Punktspiegelung, Drehung,

                      Originalpunkt, Bildpunkt, kongruent, Koordinatensystem, zweidimensional,

                      dreidimensional.

                      können geometrische Objekte korrekt beschriften: Punkte, Bildpunkte, Seiten und

                      Winkel von Drei- und Vierecken.

          j verstehen und verwenden die Begriffe x-Koordinate, y-Koordinate, x-Achse, y-Achse,
                Einheitsstrecke, Mantelfläche, Prisma, Zylinder.
                können Drei- und Vierecke nach Winkel, Parallelität, Diagonalen, Seitenlängen
                charakterisieren.

          k verstehen und verwenden die Begriffe Kongruenz(-abbildung), Basis, Kegel, Prisma,
                 Pyramide, .

MA

2                                                        Lehrplan 21                                                       15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Mathematik | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                                   201

                                                                                                                                                                                                        Querverweise

           l verstehen und verwenden die Begriffe Tetraeder, Raumdiagonale, Körperhöhe,
                 Seitenhöhe, Kreissektor, Scheitel, Ähnlichkeit, Hypotenuse, Kathete, Tangente, Sehne.
                 können Körper durch ihre Eigenschaften beschreiben (Streckenlängen, Parallelität von
                 Strecken, Winkel zwischen Strecken und Flächen, Flächeninhalt, Volumen,
                 Raumdiagonalen, Netz, Anzahl und Form der Seitenflächen, Eckpunkte und Kanten).

           2. Die Schülerinnen und Schüler können Figuren und Körper abbilden,                         Querverweise
                   zerlegen und zusammensetzen.                                                        EZ - Räumliche Orientierung
                                                                                                       (4)

MA.2.A.2          Die Schülerinnen und Schüler ...

1a                können sich Muster mit 3 verschiedenen Figuren einprägen, diese weiterführen und
                  eigene Muster bilden (z.B. Kreis, Dreieck, Quadrat).
               b
               c  können Dreieck, Quadrat, Rechteck und Kreis nachzeichnen und ohne Vorlage zeichnen
                  sowie Kugel und Würfel formen.
2d                können Figuren und Körper aus Teilstücken zusammensetzen.

               e  können Figuren in Rastern nachzeichnen, symmetrisch ergänzen bzw. spiegeln und
                  Symmetrieachsen einzeichnen.
                  können Rechteck, Quadrat, Dreieck, Kreis, Kugel und Würfel zerlegen und
                  zusammensetzen (z.B. falten schneiden und aufkleben; Tangramteile).
                  können Bandornamente beschreiben, fortsetzen und variieren (z.B. Kreis, Dreieck,
                  Quadrat, Rechteck, Kreis fortsetzen und Reihenfolge oder Lage variieren).

                  können Figuren in Rastern vergrössern, verkleinern und verschieben.
                  können Vielecke in Drei- und Vierecke zerlegen und Figuren zusammensetzen (z.B. mit
                  Dreiecken Figuren legen).

                  können mit Grundfiguren verschieden parkettieren (z.B. mit Dreiecken oder
                  Pentominos).
                  können Figuren an Achsen spiegeln und Spiegelbilder skizzieren.

           f können reale Körper verschieben, kippen, drehen und erkennen entsprechende
                 Abbildungen (z.B. einen Würfel zwei Mal kippen).

           g können Linien und Figuren mit dem Geodreieck vergrössern, verkleinern, spiegeln und
                  verschieben und erkennen entsprechende Abbildungen.

3          h können Figuren in Rastern um 90°, 180° (Punktspiegelung) und 270° drehen und

                  erkennen entsprechende Abbildungen.

           i können Figuren mit dem Geodreieck an einer Achse oder einem Punkt spiegeln,
                 verschieben sowie mit Zirkel und Geodreieck um 90°, 180° und 270° drehen.

           j können Figuren und Quader bei gegebenem Streckfaktor und Streckzentrum strecken.
                 können Abbildungen im Koordinatensystem nach Anweisungen ausführen und
                 verändern (z.B. x-Koordinaten bleiben konstant, y-Koordinaten werden verdoppelt).

                                                                                                                                                                                                                      MA

15.3.2016                                              Lehrplan 21                                                                                                                                                    2
202 Fachbereichslehrplan | Mathematik | Kompetenzaufbau

       3. Die Schülerinnen und Schüler können Längen, Flächen und Volumen                                    Querverweise
               bestimmen und berechnen.                                                                      EZ - Zusammenhänge und
                                                                                                             Gesetzmässigkeiten (5)

    MA.2.A.3          Die Schülerinnen und Schüler ...

    1                 erfahren die Konstanz von Längen und Volumen bei Veränderung der Gestalt (z.B. gleich
                      bleibende Länge nach Biegen von Drähten).
                   a  können die Längen unterschiedlicher Linienverläufe vergleichen (z.B. Wege auf einem
                      Karopapier).
                   b
                      können Längen mit Hilfsgrössen (z.B. Fingerlänge oder Raster) vergleichen und auf
                   c  1 cm genau messen.
                      können den Inhalt von Gefässen mit einem Becher messen und vergleichen.
    2d
                      können Seitenlängen und Flächeninhalte von Drei- und Vierecken sowie Volumen von
                      Würfeln und Quadern vergleichen (z.B. in zwei verschieden grosse Rechtecke mit
                      Quadraten belegen).

                      können Flächen mit Einheitsquadraten auszählen (z.B. das Schulzimmer mit
                      Meterquadraten).

       e können den Umfang von Vielecken messen und berechnen.
              können den Flächeninhalt von Quadraten und Rechtecken berechnen.
              können Quader aus einer gegebenen Anzahl Würfeln bilden und Quader in eine
              bestimmte Anzahl Quader zerlegen.

       f können Volumen von Quadern berechnen.
             können den Flächeninhalt von nicht rechteckigen Figuren in Rastern annähernd
             bestimmen (z.B. die Anzahl Einheitsquadrate in einem Kreis auszählen).

    3  g können Vielecke und gerade Prismen zur Berechnung von Flächeninhalten und

                      Volumen zerlegen.

                      können den Flächeninhalt von Drei- und Vierecken berechnen.

                      können Kantenlängen, Seitenflächen und Volumen von Quadern berechnen.

       h können Längen und Flächeninhalte mithilfe des Satzes von Pythagoras berechnen.                      MI - Produktion und

                      können bei geometrischen Berechnungen Formeln und Tabellenkalkulation verwenden.       Präsentation

       i können Umfang und Flächeinhalt von Kreisen berechnen.
              können Kantenlängen, Flächen und Volumen an geraden Prismen und Zylindern
              berechnen.
              können Volumen beliebiger Körper schätzen durch Zerlegen oder Vergleichen mit
              bekannten Körpern.

       j können Strecken, Flächen und Volumen an Pyramiden, Kegeln und Kugeln berechnen.
              können Winkel aufgrund von Winkelsummen, Satz von Thales, Ähnlichkeit und
              Kongruenz bestimmen.

       k können Ähnlichkeiten erkennen und bei ähnlichen Figuren und Körpern Längen,
              Flächeninhalte und Volumen berechnen.

MA

2                                                        Lehrplan 21                                                              15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Mathematik | Kompetenzaufbau                                                                                  203

MA.2              Form und Raum

B                 Erforschen und Argumentieren

           1. Die Schülerinnen und Schüler können geometrische Beziehungen,                             Querverweise
                   insbesondere zwischen Längen, Flächen und Volumen, erforschen,                       EZ - Räumliche Orientierung
                   Vermutungen formulieren und Erkenntnisse austauschen.                                (4)

MA.2.B.1          Die Schülerinnen und Schüler ...

1a                können Kreis, Dreieck, Quadrat, Rechteck, Kugel und Würfel durch Ertasten
                  identifizieren.
               b
               c  experimentieren mit dem Spiegel und entdecken Symmetrien.

               d  erforschen Symmetrien an Figuren und Objekten und formulieren Vermutungen (z.B.
                  Symmetrien an einer Hausfassade).
2e
                  erforschen Figuren und Körper und können Beziehungen formulieren (z.B. die
                  Seitenflächen eines Quaders sind Rechtecke).

                  können Figuren mit gegebenem Umfang bilden (z.B. Dreiecke mit 5, 6, oder 7
                  Streichhölzern legen).

           f können Beziehungen zwischen Seitenlängen und Flächeninhalt bei Rechtecken in einem
                 Raster erforschen.

           g können Strecken an Figuren systematisch variieren, Auswirkungen erforschen,
                  Vermutungen formulieren und austauschen (z.B. Flächeninhalt eines Rechtecks bei
                  gegebenem Umfang mit einem Raster).

           h können beim Erforschen geometrischer Beziehungen Vermutungen formulieren,
                  überprüfen und allenfalls neue Vermutungen formulieren.
                  lassen sich auf Forschungsaufgaben zu Form und Raum ein (z.B. Rechtecke auf
                  Rasterlinien zeichnen und die Anzahl Gitterpunkte auf den Diagonalen untersuchen).

3          i können den Computer zur Erforschung geometrischer Beziehungen nutzen (z.B. die             MI - Recherche und
                                                                                                        Lernunterstützung
                  Lage des Umkreismittelpunkts bei spitzwinkligen, rechtwinkligen und stumpfwinkligen

                  Dreiecken).

           j können geometrische Beziehungen in Vielecken - insbesondere zwischen Winkeln,              MI - Recherche und
                 Längen und Flächen - variieren, dazu Vermutungen austauschen (z.B. die Spitze in       Lernunterstützung

                  einem Dreieck parallel zur Grundlinie verschieben; Winkelbeziehungen in einem

                  Dreiecksgitter).

                  können dynamische Geometriesoftware zum Erforschen geometrischer Beziehungen

                  verwenden (z.B. das Verhältnis der Teilstrecken bei Seitenhalbierenden; die Lage des

                  Umkreismittelpunkts bei verschiedenen Dreiecken).

           k können Winkel, Strecken und Flächen an Figuren und Körpern systematisch variieren
                  und Vermutungen formulieren (z.B. Winkel über einer Sehne im Kreis, Verhältnis
                  zwischen Kreisdurchmesser und Umfang).
                  können Kantenlängen, Oberfläche oder Volumen von Körpern systematisch variieren
                  und Zusammenhänge formulieren (z.B. Veränderung von Kantenlängen, Oberflächen
                  und Volumen eines Quaders bei der Halbierung / Verdoppelung aller Kanten).
                  können geometrische Probleme mit dynamischer Geometriesoftware konstruktiv lösen
                  sowie Figuren und Zusammenhänge systematisch variieren (z.B. die Quadrate über den
                  beiden kleineren Seiten in einem Dreieck mit dem grössten Quadrat vergleichen).

                                                                                                                                     MA

15.3.2016                                            Lehrplan 21                                                                     2
204 Fachbereichslehrplan | Mathematik | Kompetenzaufbau

                                                                                                              Querverweise

              l können Probleme aus der kombinatorischen Geometrie untersuchen (z.B. Anzahl
                    Raumdiagonalen in platonischen Körpern).

              2. Die Schülerinnen und Schüler können Aussagen und Formeln zu                                  Querverweise
                      geometrischen Beziehungen überprüfen, mit Beispielen belegen und                        EZ - Eigenständigkeit und
                      begründen.                                                                              soziales Handeln (9)

    MA.2.B.2  Die Schülerinnen und Schüler ...

              a können Eigenschaften von Figuren und Körpern erforschen und beschreiben (z.B. beim
                     Halbieren eines Quadrates entstehen u.a. Dreiecke oder Rechtecke).

    2         b können heuristische Strategien verwenden: Linien und Winkel verändern, Beispiele

              skizzieren, Figuren und Körper vergleichen.

              können Würfel- und Quadernetze durch Falten überprüfen.

              c können Aussagen zu geometrischen Beziehungen im Dreieck, Viereck und Kreis
                     überprüfen (z.B. ein Kreis und ein Viereck können sich in mehr als 4 Punkten
                     schneiden).

              d können Aussagen sowie Umfang- und Flächenformeln zu Quadrat und Rechteck
                     überprüfen und begründen oder widerlegen (z.B. in Rechtecken und Quadraten
                     schneiden sich die Diagonalen rechtwinklig).

    3         e können heuristische Strategien verwenden: planen, skizzieren, Beispiele untersuchen,

              vorwärts arbeiten, von einer angenommenen Lösung aus rückwärts arbeiten.

              können Aussagen und Flächenformeln zu Drei- und Vierecken mit Skizzen und

              Modellen belegen (z.B. ein Rechteck wird von den Diagonalen in vier flächengleiche

              Dreiecke zerlegt; der Flächeninhalt eines Rhombus ist halb so gross wie das Produkt

              der Diagonalenlängen).

              f können Formeln und geometrische Eigenschaften an Beispielen erklären
                     (z.B. Flächenformel zum Dreieck, gleiche Länge der vier Raumdiagonalen im Quader; in
                     einem rechtwinkligen Dreieck betragen die beiden spitzen Winkel zusammen 90°).

              g können Volumenformeln für Prismen und Pyramiden erläutern (z.B. einen Würfel durch
                     Schnitte in Pyramiden zerlegen und deren Volumen bestimmen).
                     können Sätze zur ebenen Geometrie mit Beispielen belegen und die Begründungen
                     nachvollziehen (z.B. Satz von Pythagoras, Peripheriewinkelsatz, Satz von Thales).

              h können geometrisches und algebraisches Wissen verbinden und Folgerungen ziehen
                     (z.B. in einem rechtwinkligen, gleichschenkligen Dreieck können nicht alle Seitenlängen
                     ganzzahlig sein).

MA

2                                                        Lehrplan 21                                                        15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Mathematik | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                                      205

MA.2              Form und Raum

C                 Mathematisieren und Darstellen

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Körper und räumliche Beziehungen EZ - Fantasie und Kreativität
                                                                                                                                                                                                           (6)
                   darstellen.

MA.2.C.1          Die Schülerinnen und Schüler ...

1a                können mit verschiedenen Techniken und Materialien Figuren darstellen (z.B. malen,
                  biegen).
               b
                  können Objekte als Figuren und Körper darstellen (z.B. Tisch als Rechteck, eine
               c  Baumkrone als Kugel).
               d
                  können mit Bauklötzen vorgegebene Körper darstellen.
2e
                  können die Aufsicht von Würfelgebäuden auf Karopapier zeichnen.

                  können die Aufsicht, Vorderansicht und Seitenansicht von Quadern und Würfelgebäuden
                  skizzieren.
                  können Würfelgebäude entsprechend der Aufsicht und Seitenansicht bauen und
                  beschreiben.

           f können Würfel und Quader im Schrägbild skizzieren.

           g können aus Quadraten und Rechtecken Würfel und Quader herstellen und umgekehrt
                  das Netz von Würfeln und Quadern durch Abwickeln zeichnen.

           h können zusammengesetzte Körper skizzieren und beschreiben (z.B. aus Schachteln,
                  Rollen und Prismen).

3          i können das Schrägbild, die Aufsicht, Vorderansicht und Seitenansicht von

                  rechtwinkligen Körpern in einem Raster zeichnen (z.B. 3 versetzt angeordnete Quader).

           j Erweiterung: können Strecken und Ebenen in Quadern und Würfeln skizzieren und
                 zeichnen (z.B. Schnittebenen in einem Quader).
                 Erweiterung: können am Computer Körper zeichnen bzw. darstellen.

           k können Prismen und Pyramiden skizzieren und als Schrägbild, in der Aufsicht,
                  Vorderansicht und Seitennasicht darstellen sowie deren Netz zeichnen.

           l können Skizzen für massstabgetreue Modelle anfertigen oder Modelle herstellen (z.B.
                  Netz eines Satteldaches im Masstab 1: 50).

                                                                                                                                                                                                                         MA

15.3.2016                                            Lehrplan 21                                                                                                                                                         2
206 Fachbereichslehrplan | Mathematik | Kompetenzaufbau

                                                                                                                                                                                                       Querverweise

       2. Die Schülerinnen und Schüler können Figuren falten, skizzieren, zeichnen
               und konstruieren sowie Darstellungen zur ebenen Geometrie austauschen
               und überprüfen.

    MA.2.C.2          Die Schülerinnen und Schüler ...

    1a                können symmetrische Figuren durch Falten halbieren (z.B. Dreieck, Quadrat, Rechteck,
                      Kreis, Bäume, Tiere).
                   b  können mit der Schere Streifen, Ecken und Rundungen schneiden und sammeln
                      Erfahrungen mit Scherenschnitten.
                   c
                   d  können den Flächeninhalt von Quadraten und Rechtecken halbieren (z.B. ein Rechteck
                      in vier gleiche Streifen falten und 2 von 4 Streifen anmalen).
    2e
                      können Quadrate, Rechtecke, Kreise in 2, 4, 8 oder 16 gleich grosse Teile falten.

                      können nach bildlicher Anleitung falten (z.B. ein Schiff).

                      können Rechtecke mit gegebenen Seitenlängen zeichnen.
                      können Flächenornamente mit Zirkel und Lineal zeichnen, verändern und beschreiben.

       f können mit Rastern, Zirkel und Geodreieck zeichnen (z.B. parallele Linien, rechte
             Winkel, rechtwinklige Dreiecke, Quadrate und Rechtecke).

       g können Faltungen, Skizzen und Zeichnungen nachvollziehen, beschreiben und                          MI.2.2.f

                      überprüfen.

                      können Winkel übertragen und Winkel mit dem Geodreieck messen.

                      können mit dem Computer Formen zeichnen, verändern und anordnen.

                      können in einer Programmierumgebung Befehle zum Zeichnen von Formen eingeben,

                      verändern und die Auswirkungen beschreiben (z.B. vorwärts, links drehen, vorwärts).

    3  h können Senkrechte, Winkelhalbierende und Mittelsenkrechte mit dem Geodreieck

                      zeichnen.

                      können Winkelhalbierende, Mittelsenkrechte und gleichseitiges Dreieck mit Zirkel und

                      Lineal konstruieren.

                      können am Computer Figuren zeichnen.

       i können Figuren und geometrische Beziehungen skizzieren und Zeichnungen mit
             Geodreieck und Zirkel oder dynamischer Geometriesoftware ausführen (z.B. ein
             Parallelogramm mit a, b und ha zeichnen oder konstruieren).

       j können geometrische Darstellungen und Konstruktionen fachsprachlich beschreiben.

MA

2                                                           Lehrplan 21                                                                                                                                              15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Mathematik | Kompetenzaufbau                                                                                   207

           3. Die Schülerinnen und Schüler können sich Figuren und Körper in                             Querverweise
                   verschiedenen Lagen vorstellen, Veränderungen darstellen und                          EZ - Räumliche Orientierung
                   beschreiben (Kopfgeometrie).                                                          (4)

MA.2.C.3          Die Schülerinnen und Schüler ...

1a                können verdeckte Figuren und Körper ertasten und nachzeichnen bzw. -formen und
                  beschreiben.
               b
               c  können Unterschiede zwischen sichtbaren Formen oder Raumlagen und
                  Erinnerungsbildern ermitteln.
2d
                  können Figuren, Körper und deren Anordnung aus der Erinnerung nachzeichnen oder
               e  nachbauen (z.B. ein Gebäude mit 7 Würfeln nachbauen oder Stäbe entsprechend einer
                  Vorlage umlegen).
3f
                  können die Lage einer Figur oder eines Quaders in der Vorstellung verändern sowie
               g  Veränderungen beschreiben (z.B. ein Pult im Kopf um 180° drehen).
                  können Würfel- und Quadernetze in der Vorstellung überprüfen.

                  können Körper in der Vorstellung zerlegen und zusammenfügen (z.B. eine vorgegebene
                  Figur aus zwei Teilen des Somawürfels nachbauen).
                  können Operationen am Modell ausführen und Ergebnisse beschreiben (z.B. einen
                  Würfel 4 Mal kippen, so dass die gleiche Augenzahl wieder oben liegt).

                  können Figuren und Körper in der Vorstellung drehen und schieben (z.B. Ansichten
                  eines Körpers mit 5 bis 8 Würfeln).

                  können Körper in der Vorstellung verändern und Ergebnisse beschreiben (z.B. alle
                  Ecken eines Würfels in der Vorstellung abschleifen und den neuen Körper beschreiben).
                  können Operationen im Kopf ausführen und Ergebnisse darstellen (z.B. ein
                  Würfelgebäude mit 4 Würfeln um 90° drehen und skizzieren).

                                                                                                         Querverweise

           4. Die Schülerinnen und Schüler können in einem Koordinatensystem die
                   Koordinaten von Figuren und Körpern bestimmen bzw. Figuren und
                   Körper aufgrund ihrer Koordinaten darstellen sowie Pläne lesen und
                   zeichnen.

MA.2.C.4          Die Schülerinnen und Schüler ...

1                 können in einem Punkteraster gezeichnete Grundfiguren und zusammengesetzte
                  Figuren in ein leeres Punkteraster übertragen.
               a  können Positionen in einem Koordinatensystem bestimmen (z.B. Schiffe versenken auf
                  der 100er-Tafel mit den Koordinaten 2 E 5 Z / 7 E 1 Z / ...).
               b  können Objekte in einem Plan darstellen (z.B. Sitzordnung im Klassenzimmer).
                  können Figuren in einem Koordinatensystem zeichnen, horizontal und vertikal
               c  verschieben sowie die Koordinaten der Eckpunkte angeben.

2d

                                                                                                                                      MA

15.3.2016                                            Lehrplan 21                                                                      2
208 Fachbereichslehrplan | Mathematik | Kompetenzaufbau

                                                                                              Querverweise

       e können Pläne und Fotografien zur Orientierung im Raum lesen und nutzen.

       f können zu Koordinaten Figuren zeichnen sowie die Koordinaten von Punkten             NMG.8.5.f

       bestimmen (z.B. Figuren auf dem Geobrett nach Koordinaten aufspannen und zeichnen).

       g können einen Wohnungsplan nach Massstab zeichnen bzw. entsprechende Pläne lesen. NMG.8.5.h
              können Wege und Lagebeziehungen skizzieren (z.B. Schulweg) bzw. entsprechende
              Pläne nutzen.

    3  h können Lagebeziehungen von Objekten massstabgetreu in einem Koordinatensystem

       darstellen (z.B. den Pausenplatz).

       i können Figuren im kartesischen Koordinatensystem darstellen (auch mit negativen und
             nicht ganzzahligen Koordinaten).
             können in einem Koordinatensystem Abstände und Flächeninhalte berechnen.

       j können geometrische Abbildungen im Koordinatensystem darstellen (z.B. Spiegelung
             eines Dreiecks an der Geraden x = 2).

MA

2                                                        Lehrplan 21                                        15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Mathematik | Kompetenzaufbau                                                                                       209

MA.3              Grössen, Funktionen, Daten und Zufall

A                 Operieren und Benennen

           1. Die Schülerinnen und Schüler verstehen und verwenden Begriffe und                            Querverweise
                   Symbole zu Grössen, Funktionen, Daten und Zufall.                                       EZ - Lernen und Reflexion (7)
                                                                                                           NMG.9.1

MA.3.A.1          Die Schülerinnen und Schüler ...

1a                können Gegenstände und Situationen mit lang/kurz (zeitlich und räumlich)
                  schnell/langsam, vorher/nachher, breit/schmal, dick/dünn, gross/klein, schwer/leicht
               b  beschreiben.

               c  verstehen und verwenden die Begriffe Geld, Münzen und Noten zwischen 1 und 20
                  Franken.
               d  können Unterschiede zwischen Gegenständen und Situationen mit Steigerungsformen
                  beschreiben, insbesondere bezüglich Preisen, Längen, Zeitpunkten, Zeitdauern,
2e                Gewichten und Inhalten (z.B. B ist schwerer als A, C ist am schwersten).

               f  verstehen und verwenden die Begriffe Länge, Meter, Zentimeter, Zeit, Stunden, Minuten,
                  Franken, Rappen, Preis.
                  können sich an Referenzgrössen orientieren: 1 Zentimeter, 1 Meter.
                  können Masseinheiten zu Geld und Länge und die Abkürzungen Fr., Rp., cm, m
                  verwenden.

                  können mit Münzen und Noten bis 100 Fr. Beträge legen.

                  verstehen und verwenden die Begriffe Gewicht, Inhalt, Zeitpunkt, Zeitdauer, Sekunde.
                  können sich an Referenzgrössen orientieren: 1 km, 1 dm, 1 mm, 1 kg, 100 g, 1 l, 1 dl, 1
                  h, 1 min (z.B. 1 kg mit einer Packung Mehl assoziieren).
                  können Masseinheiten und deren Abkürzungen benennen und verwenden: Längen (km,
                  dm, mm), Hohlmasse (l, dl ), Gewichte (kg, g), Zeit (h, min).

                  können Masseinheiten und deren Abkürzungen benennen und verwenden: Hohlmasse
                  (l, dl, cl, ml), Gewichte (t, kg, g, mg), Zeit (h, min, s).
                  können sich an Referenzgrössen orientieren: 1 s, 1 min.
                  können Vorsätze verstehen und verwenden: Kilo, Dezi, Centi, Milli.

           g verstehen und verwenden die Begriffe (un)wahrscheinlich, (un)möglich, sicher.

           h verstehen und verwenden die Begriffe Proportionalität, Flächeninhalt, Volumen, Inhalt, MI.2.3.f
                  Mittelwert, Kreisdiagramm, Säulendiagramm, Liniendiagramm, Daten, Häufigkeit,
                  Zufall, Speicher.
                  können sich an Referenzgrössen orientieren: 1 m², 1 dm², 1 cm², 1 mm², 1 bit, 1 Byte, 1
                  kB.
                  können Masseinheiten benennen und deren Abkürzungen verwenden: Flächenmasse
                  (km², m², dm², cm², mm²), Zeit (d, h, min, s).

           i können sich an Referenzgrössen orientieren: 1 m³, 1 dm³, 1 cm³.
                 können Vorsätze verstehen und verwenden: Mega, Giga, Tera.

3          j verstehen und verwenden die Begriffe Koordinatensystem, Währung, arithmetisches

                  Mittel (Erweiterung: indirekte Proportionalität).

                  können Masseinheiten und deren Abkürzungen verwenden sowie sich an

                  Referenzgrössen orientieren: Flächenmasse (km², ha, a, m², dm², cm², mm²),

                  Raummasse (km³, m³, dm³, cm³, mm³), Geld (CHF, , $).

                                                                                                                                          MA

15.3.2016                                            Lehrplan 21                                                                          3
210 Fachbereichslehrplan | Mathematik | Kompetenzaufbau

                                                                                                                                                                                                    Querverweise

     k verstehen und verwenden die Begriffe absolute und relative Häufigkeit, x-Koordinate, y-
            Koordinate, x-Achse, y-Achse, Einheitsstrecke, Wahrscheinlichkeit.
            können Masseinheiten und deren Abkürzungen verwenden: Geschwindigkeit (km/h, m/s,
            kB/s, dpi).

     l verstehen und verwenden die Begriffe Steigung in %, Zins, Zinssatz, Kapital, Rabatt,
            Brutto, Netto.

    m verstehen und verwenden die Begriffe (lineare) Funktion, sichere, mögliche, unmögliche
            Ereignisse, Flussdiagramm, Bit, Byte.
            können Vorsätze verstehen und verwenden: Mikro, Nano.
            können Masseinheiten und deren Abkürzungen verwenden: Dichte (kg/dm³, g/cm³).

    n verstehen und verwenden die Begriffe exponentielles Wachstum, Fakultät.

    2. Die Schülerinnen und Schüler können Grössen schätzen, messen,                                           Querverweise
            umwandeln, runden und mit ihnen rechnen.                                                           EZ - Zeitliche Orientierung (3)

    MA.3.A.2          Die Schülerinnen und Schüler ...

    1a                können Längen und Volumen verteilen (z.B. eine Schnur in etwa gleiche Teile schneiden    NMG.9.1.a
                      oder Wasser auf Becher verteilen).
                   b  können den Tagesverlauf in Morgen, Mittag, Nachmittag, Abend und Nacht einteilen
                   c  (z.B. den Tagesabschnitten Aktivitäten zuordnen).

                   d  können ganze Frankenbeträge bis 20 Franken legen sowie addieren und subtrahieren.
                      können die Uhrzeit auf halbe Stunden bestimmen.
    2e
                      können Längen bis 1 m schätzen, messen und addieren (z.B. 15 cm + 35 cm).
                   f  können Längen und Geldbeträge verdoppeln und halbieren, 1 Meter in 2, 5 und 10
                      gleiche Teile aufteilen sowie ganze Frankenbeträge bis 100 Fr. mit Münzen und Noten
                      legen.

                      können Geldbeträge mit Fr. und Rp. bilden, addieren und subtrahieren (z.B. 20 Fr. mit 2
                      · 5 Fr. + 5 · 2 Fr. bilden; 25 Fr. 60 Rp. + 14 Fr. 30 Rp.).
                      können analoge und digitale Uhrzeiten bestimmen.

                      können Grössen schätzen, messen und in benachbarte Masseinheiten umwandeln: l, dl;
                      m, cm, mm; kg, g (z.B. 2'000 g = 2 kg).
                      können Grössen addieren, subtrahieren und vervielfachen: l, dl; m, cm, mm; kg, g (z.B.
                      3 cm 5 mm + 2 cm 7 mm).
                      können Längen, Volumen und Gewichte schätzen und mit Repräsentanten vergleichen.

                      können Längen, Gewichte, Inhalte, Zeitpunkte und Zeitdauern schätzen und messen          NMG.3.1.f
                      sowie mit einer geeigneten Masseinheit angeben.

    g können mit Längen, Gewichten, Volumen und Zeitangaben rechnen sowie
           entsprechende Grössen in benachbarte Masseinheiten umwandeln.

    h können Grössen (Geld, Längen, Gewicht bzw. Masse, Zeit, Volumen [l]) schätzen,
           bestimmen, vergleichen, runden, mit ihnen rechnen, in benachbarte Masseinheiten
           umwandeln und in zweifach benannten Einheiten schreiben.

MA

3                                                        Lehrplan 21                                                                                                                                              15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Mathematik | Kompetenzaufbau                                                                            211

                                                                                                                 Querverweise

3          i können Flächeninhalte und Volumen [m³] in einer geeigneten Masseinheit schätzen und

                  in benachbarte Masseinheiten umwandeln.

                  können Grössen absolut und relativ vergleichen (z.B. 120 Stück oder 60% bzw.  einer

                  Menge).

                  können Distanzen und Zeitdauern für Geschwindigkeitsberechnungen messen.

           j können das System der dezimalen Masseinheiten (SI-System) nutzen und die Vorsätze
                  Mega, Kilo, Dezi, Centi und Milli den Zehnerpotenzen zuordnen.

           k können Berechnungen mit zusammengesetzten Masszahlen durchführen und
                  Grössenangaben von einer Einheit in eine andere umrechnen.
                  können Geschwindigkeiten umwandeln (z.B. von 200m/10s in 72 km/h).

                                                                                                                 Querverweise

           3. Die Schülerinnen und Schüler können funktionale Zusammenhänge
                   beschreiben und Funktionswerte bestimmen.

MA.3.A.3          Die Schülerinnen und Schüler ...

1                 können Wertetabellen beschreiben (z.B. 1 Flasche ? 2 Franken; 2 Flaschen ? 4 Franken;
                  3 Flaschen ? 6 Franken).
               a  können lineare Zahlenfolgen und Wertetabellen mit ganzen Zahlen beschreiben und
                  weiterführen (z.B. 0, 9, 18, 27, 36, ...; 1 m  8 Fr.; 2 m  16 Fr.; 3 m  24 Fr., ...).
               b  können lineare und nichtlineare Zahlenfolgen weiterführen (z.B. 90, 81, 70, 57, ...; 1, 4, 9,
                  16, ...; 1, 3, 6, 10, 15, ...).
2c                können Wertetabellen zu proportionalen Zusammenhängen mit Geldbeträgen
                  beschreiben und weiterführen (z.B. 100 g  5.40 Fr.; 200 g  10.80 Fr.; 300 g  16.20
               d  Fr., ...).

           e können funktionale Zusammenhänge in Wertetabellen erfassen (z.B. zurückgelegte                      NMG.3.1.g
                  Distanzen bei einer Geschwindigkeit von 4.5 km/h nach 10 min, 20 min, 30 min, ...).
                  können mit proportionalen Beziehungen rechnen (z.B. 300 g Käse zu 20 Fr./kg;
                  Treibstoffverbrauch für 700 km zu 6 l/100 km).

           f können Anteile bestimmen und vergleichen (z.B. in X mit 2 Spielwarengeschäften leben
                 12 000 Menschen; in Y mit 8 Spielwarengeschäften leben 30 000 Menschen).

3          g können Funktionswerte aufgrund von Funktionsgraphen bestimmen.

                  können mit indirekt proportionalen Beziehungen rechnen (z.B. Anzahl Karten je Person

                  bei 72 Karten und x Mitspielenden).

                  verstehen Prozentangaben als proportionale Zuordnungen und führen

                  Prozentrechnungen aus (z.B. Wie viele Prozente sind 7 von 35 sowie wie viel sind 7% von

                  35?).

           h können zu einer Funktionsgleichung Wertepaare bestimmen und in einem
                  Koordinatensystem einzeichnen.
                  können Streckenlängen aufgrund von Massstabangaben bestimmen und umgekehrt
                  (z.B. auf einer Karte geeignete Routen für einen 12 km-Wanderung eintragen).

                                                                                                                               MA

15.3.2016                                              Lehrplan 21                                                             3
212 Fachbereichslehrplan | Mathematik | Kompetenzaufbau

                                                                                          Querverweise

    i können den Funktionswert zu einer gegebenen Zahl aus einer Wertetabelle, einer      MI - Produktion und

    graphischen Darstellung und mit der Funktionsgleichung bestimmen sowie Wertepaare     Präsentation

    im Koordinatensystem einzeichnen (z.B. y = 2x + 1. Für x = 7  y = 15).

    können Rechner oder geeignete Software (z.B. Tabellenkalkulation) zur Berechnung von

    Funktionswerten und Masszahlen benutzen.

    können Sachaufgaben mit Prozentangaben lösen (z.B. zu Steigung und Zins).

    j können den Schnittpunkt zweier Geraden algebraisch und graphisch bestimmen.

    k können zu linearen Funktionen den Funktionsgraphen zeichnen, die Steigung, den y-
           Achsenabschnitt und die Nullstelle bestimmen.

MA

3                                                        Lehrplan 21                                           15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Mathematik | Kompetenzaufbau                                                                                 213

MA.3              Grössen, Funktionen, Daten und Zufall

B                 Erforschen und Argumentieren

           1. Die Schülerinnen und Schüler können zu Grössenbeziehungen und                              Querverweise
                   funktionalen Zusammenhängen Fragen formulieren, diese erforschen                      EZ - Eigenständigkeit und
                   sowie Ergebnisse überprüfen und begründen.                                            soziales Handeln (9)

MA.3.B.1          Die Schülerinnen und Schüler ...

1a                können Anzahlen, Längen, Flächen und Volumen miteinander vergleichen.

               b  können Anzahlen und Preise variieren und Auswirkungen untersuchen (z.B. 3 Bälle zu 4
                  Franken und 5 Bälle zu 2 Franken).
               c
                  können Sachsituationen bezüglich Anzahlen, Strecken, Zeitpunkten, Zeitdauern und
               d  Preisen erforschen sowie Zusammenhänge beschreiben und erfragen (z.B. Zeitdauer
                  für den Hin- und Rückweg mit dem Hinweg vergleichen).
2e
                  können Beziehungen zwischen Längen, Preisen und Zeiten überprüfen (z.B. grössere
                  Gegenstände sind teurer oder weitere Wege brauchen mehr Zeit).

                  können zu Beziehungen zwischen Grössen Fragen formulieren, erforschen, und
                  funktionale Zusammenhänge überprüfen (z.B. die Füllhöhe von ½ Liter, 1 Liter, 2 Liter
                  in verschiedenen Gefässen; das Verhältnis zwischen Preis und Gewicht eines Produkts;
                  das Gewicht eines Lightgetränks und einer Limonade).

           f können Grössen anderer Kulturen erforschen (z.B. verschiedene Längeneinheiten im
                 Mittelalter der deutschen Schweiz).
                 können Experimente, Messungen und Berechnungen vergleichen (z.B. Wie genau lässt
                 sich die Raumlänge mit Fusslängen messen?).

           g können funktionale Zusammenhänge, insbesondere zu Preis - Leistung und Weg - Zeit,
                  formulieren und begründen (z.B. Kauf von Getränken, die in verschiedenen
                  Packungsgrössen angeboten werden).

3          h Erweiterung: können Parameter in Gleichungen und Formeln verändern und die                  MI - Produktion und
                                                                                                         Präsentation
                  Auswirkungen insbesondere mit elektronischen Hilfsmitteln untersuchen (z.B.

                  Veränderung der monatlichen Handykosten bei teurem Abo und günstigen

                  Gesprächstarifen).

           i können Ergebnisse und Aussagen zu funktionalen Zusammenhängen überprüfen,
                 insbesondere durch Interpretation von Tabellen, Graphen und Diagrammen (z.B. der
                 Arbeitsweg mit Fahrrad und Zug von X nach Y dauert weniger lang und ist günstiger als
                 der Weg mit dem Auto).

           j können funktionale und statistische Zusammenhänge erforschen, dazu Fragen stellen
                 sowie Ergebnisse vergleichen (z.B. Zusammenhang zwischen Steigung in Grad und
                 Steigung in Prozent).
                 können statistische Rohdaten zu sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen
                 Fragestellungen erforschen und Vermutungen dazu austauschen.

                                                                                                                                    MA

15.3.2016                                            Lehrplan 21                                                                    3
214 Fachbereichslehrplan | Mathematik | Kompetenzaufbau

       2. Die Schülerinnen und Schüler können Sachsituationen zur Statistik,                                  Querverweise
               Kombinatorik und Wahrscheinlichkeit erforschen, Vermutungen                                    EZ - Fantasie und Kreativität
               formulieren und überprüfen.                                                                    (6)

    MA.3.B.2          Die Schülerinnen und Schüler ...

    1                 können Anordnungen variieren, ordnen und notieren (z.B. zweistellige Zahlen mit den
                      Ziffern 1, 2, 3; gleich lange Wege in einem schematischen Stadtplan; Sitzordnungen von
                   a  drei Kindern).
                      können die Beeinflussbarkeit von Situationen einschätzen (z.B. Beeinflussbarkeit des
    2b                Wetters; Beeinflussbarkeit der Dauer des Schulwegs).

                      können systematisch kombinieren und variieren (z.B. Paarbildungen mit 6 Kindern).
                      können zu statistischen Daten Fragen stellen und beantworten (z.B. der längste
                      Schulweg ist mehr als doppelt so lang wie der kürzeste; die meisten Kinder wohnen
                      weniger als 1 km von der Schule entfernt).

       c können auszählbare Kombinationen und Permutationen erforschen, Beobachtungen
              festhalten und Aussagen überprüfen (z.B. Kombinationen von Zahlen beim Veloschloss;
              Permutationen mit Buchstaben ADEN, ADNE, AEDN, ...).

       d können in auszählbaren Variationen und Kombinationen alle Möglichkeiten
              systematisch aufschreiben (z.B. Zahlen mit den Ziffern 1, 2, 3 mit und ohne
              Wiederholung: 123, 132, 213, 231, 312, 321, 112, 121, 211, ...).

    3  e können Häufigkeiten experimentell bestimmen und Vermutungen zu deren

                      Wahrscheinlichkeiten formulieren (z.B. Reissnagel werfen: Kopf oder Spitze unten; mit

                      zwei Würfeln zwei gerade Zahlen oder die Summe 7 erreichen).

                      sind bereit, sich mit unbekannten Fragestellungen zu Kombinatorik und

                      Wahrscheinlichkeit auseinanderzusetzen.

       f können Wahrscheinlichkeiten und statistische Angaben überprüfen und begründen
              (z.B. die Wahrscheinlichkeit, mit einer Münze zwei mal hintereinander Kopf zu werfen,
              ist 0.25; In den Voralpen besitzen relativ mehr Jugendliche einen Roller als im
              Mittelland).

       g vergleichen kombinatorische Probleme, erkennen und erfinden Analogien (z.B.
              Handshakes bei 5 Personen ist analog zu von 5 Personen erhalten 2 einen Fünfliber).

MA

3                                                              Lehrplan 21                                    15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Mathematik | Kompetenzaufbau                                                                             215

MA.3              Grössen, Funktionen, Daten und Zufall

C                 Mathematisieren und Darstellen

                                                                                                           Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Daten zu Statistik, Kombinatorik
                   und Wahrscheinlichkeit erheben, ordnen, darstellen, auswerten und
                   interpretieren.

MA.3.C.1          Die Schülerinnen und Schüler ...

1a                sammeln und ordnen (z.B. Steine nach Farbe ordnen und zählen).

               b  können Häufigkeiten, Längen und Preise erheben, protokollieren, ordnen und
                  interpretieren (z.B. Strichlisten zu Augenzahlen beim Würfeln; Körperlängen).
               c  können Anzahlen aus dem Umfeld darstellen (z.B. 7 blonde Kinder mit 7 Karos, 5
                  braunhaarige Kinder mit 5 Karos).
2d
                  können Längen und Preise grafisch darstellen (z.B. 1 Fr. oder 1 cm mit je einem Karo).

                  können Daten zu Längen, Inhalten, Gewichten, Zeitdauern, Anzahlen und Preisen in
                  Tabellen und Diagrammen darstellen und interpretieren (z.B. zu Haustieren).
                  können Zufallsexperimente durchführen, Ergebnisse protokollieren und interpretieren
                  (z.B. 50 mal zwei Würfel werfen).

           e können Daten statistisch erfassen, ordnen, darstellen und interpretieren (z.B.
                  Schulwege: Distanz, Transportmittel, Zeitdauer).

           f können Datensätze nach Kriterien auswerten und in Datensätzen Mittelwert, Maximum
                 und Minimum bestimmen.

           g können Daten zu Längen, Inhalten, Gewichten, Zeitdauern, Anzahlen und Preisen mit             MI - Produktion und
                  dem Computer in Diagrammen darstellen und interpretieren.                                Präsentation
                  können die Wahrscheinlichkeit einzelner Ereignisse vergleichen.

3          h können mehrstufige Zufallsexperimente mit Würfeln, Münzen oder Karten durchführen

                  und mögliche Ereignisse darstellen (z.B. ein Baumdiagramm zum dreimaligen Werfen

                  einer Münze zeichnen).

           i Erweiterung: können Zufallsexperimente durchführen und die Wahrscheinlichkeiten
                 ermitteln (z.B. die Wahrscheinlichkeit bestimmen, aus einem Kartenspiel 2x
                 hintereinander die gleiche Farbe zu ziehen).
                 Erweiterung: können Aussagen zur Wahrscheinlichkeit aus der relativen Häufigkeit
                 eines Ereignisses ableiten (z.B. in einem Monat verspäten sich 88 von 2'750 Zügen mehr
                 als 5 min, 57 davon mehr als 10 min).

           j können Beziehungen zwischen verschiedenen Grössen datengestützt herstellen
                 (z.B. Zusammenhang zwischen Laufstrecke und Sieg im Fussball).
                 können soziale (z.B. Unfallprävention), wirtschaftliche (z.B. Zins, Rabatt, Leasing) und
                 ökologische (z.B. Wasserverbrauch, Entsorgung) Fragestellungen bearbeiten und
                 vergleichen Zahlenangaben absolut und relativ.

                                                                                                                                MA

15.3.2016                                            Lehrplan 21                                                                3
216 Fachbereichslehrplan | Mathematik | Kompetenzaufbau

                                                                                                                                                                                                       Querverweise

       2. Die Schülerinnen und Schüler können Sachsituationen mathematisieren, EZ - Sprache und
                                                                                                                                                                                                       Kommunikation (8)
               darstellen, berechnen sowie Ergebnisse interpretieren und überprüfen.

    MA.3.C.2          Die Schülerinnen und Schüler ...

    1a                können in Sachsituationen Anzahlen, Muster und Ordnungen vergleichen (mehr,
                      weniger, gleichviel, länger, kürzer, gleich lang).
                   b
                      können zu Sachsituationen, Rechengeschichten und Bildern Grundoperationen notieren,
                   c  lösen und Ergebnisse interpretieren (z.B. 13 Mädchen und 5 Jungen als 18 Kinder; 1
                      Buch kostet 10 Fr.  5 Bücher kosten 5 · 10 Fr.).
    2d                erkennen wesentliche und unwesentliche Angaben zur Lösung von Aufgaben (z.B. ein
                      Buch ist 5 cm dick, hat 75 Seiten und ist gratis. Wie viel bezahlt man dafür?).

                      können zu Rechengeschichten Grundoperationen mit Platzhaltern bzw.
                      Umkehroperationen bilden, diese lösen und interpretieren (z.B. ein Geschenk kostet 36
                      Fr., 23 Fr. wurden gespart. Wie viel fehlt noch?).

                      können zu Texten, Tabellen und Diagrammen Fragen stellen, eigene Berechnungen
                      ausführen sowie Ergebnisse interpretieren und überprüfen.

       e erkennen in Sachsituationen Proportionalitäten (z.B. zwischen Anzahl Schritten und
              Distanz).
              können Informationen aus Sachtexten, Tabellen, Diagrammen und Bildern aus den
              Medien verarbeiten.

    3  f erkennen proportionale und lineare (Erweiterung: indirekt proportionale)

                      Zusammenhänge in Sachsituationen (z.B. Taxipreis bei Grundtaxe und festem

                      Preis/km).

                      können Wertepaare sowie Funktionsgraphen im Koordinatensystem darstellen (z.B.

                      Zwischenzeiten in 10'000 m - Läufen; Gewicht bzw. Masse und Preis von Lebensmitteln).

                      können Alltagssituationen (z.B. Flächeninhalt eines Zimmers; Geschwindigkeit eines

                      Autos; Benzinverbrauch) in mathematische Sprache übersetzen, die richtigen Grössen

                      identifizieren und geeignete Masseinheiten wählen.

       g können die Abhängigkeit zweier Grössen mit einem Funktionsgraphen darstellen sowie
              Graphenverläufe interpretieren (z.B. Weg - Zeit - Diagramm zu einem 400 m - Lauf).
              Erweiterung: können zu Wertetabellen eine geeignete Skalierung im Koordinatensystem
              wählen.
              Erweiterung: können lineare funktionale Zusammenhänge mit einem Term beschreiben
              (z.B. Wechselkurse).

       h können Wertetabellen, Diagramme, Sachtexte, Terme und Graphen einander zuordnen
              und interpretieren.
              können Sachsituationen nach funktionalen, statistischen und probabilistischen
              Gesichtspunkten bearbeiten, angemessene Entscheidungen treffen und Lösungswege
              mit Wertetabellen, Diagrammen, Texten, Termen und Graphen darstellen.

       i können Software zur graphischen Darstellung von Funktionen verwenden.

MA

3                                                        Lehrplan 21                                                                                                                                                      15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Mathematik | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                                      217

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           3. Die Schülerinnen und Schüler können Terme, Formeln, Gleichungen und

                   Tabellen mit Sachsituationen konkretisieren.

MA.3.C.3          Die Schülerinnen und Schüler ...

1a                können Anzahlen mit Beispielen konkretisieren.

               b  können Additionen und Subtraktionen mit Rechengeschichten, Bildern und Handlungen
                  eine Bedeutung geben (z.B. 12 + 8  auf dem Pausenplatz sind 12 Mädchen und 8
               c  Jungen).

               d  können Grundoperationen und Tabellen mit Rechengeschichten, Bildern und
                  Handlungen eine Bedeutung geben (z.B. 5 · 8  ein Kind baut 5 Häuser mit je 8
2e                Klötzen).

                  können Gleichungen mit einem Platzhalter durch Rechengeschichten oder Bilder
                  konkretisieren (z.B. 28 + _ = 50  ein Bus hat 50 Sitzplätze, 28 sind bereits besetzt).

                  können Rechentermen und Tabellen eine Bedeutung geben (z.B. 125 Fr. + 4 Fr. + 4 Fr. +
                  4 Fr. - 34 Fr.  125 Fr. Ersparnisse. 3 Wochen zu je 4 Franken Sackgeld. Kauf eines
                  Balles für 34 Fr.).

           f können zu einer proportionalen Wertetabelle Zusammenhänge beschreiben (z.B. die
                 Anzahl min je zurückgelegtem km).

3          g Erweiterung: können Buchstabenterme, Formeln und lineare Funktionsgleichungen mit

                  Sachsituationen konkretisieren (z.B. die Funktionsgleichung y = 2x + 3 mit Preis = 2 ·

                  Anzahl + 3).

                                                                                                                                                                                                                         MA

15.3.2016                                            Lehrplan 21                                                                                                                                                         3
Natur, Mensch,
Gesellschaft
Elemente des Kompetenzaufbaus

Impressum            Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement Graubünden
                     Lehrplan 21 Graubünden
Herausgeber:         Fassung vom 15.03.2016
Zu diesem Dokument:  luxiangjian4711/iStock/Thinkstock
                     Alle Rechte liegen beim Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement des Kantons Graubünden.
Titelbild:           gr-d.lehrplan.ch
Copyright:
Internet:
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Inhalt

Inhalt

Zum Fachbereich                                                                     223

Bedeutung und Zielsetzungen                                                         224

Didaktische Hinweise                                                                227

Strukturelle und inhaltliche Hinweise                                               238

Natur, Mensch, Gesellschaft                                                         243

NMG.1 Identität, Körper, Gesundheit - sich kennen und sich Sorge tragen             244

NMG.2 Tiere, Pflanzen und Lebensräume erkunden und erhalten                         248

NMG.3 Stoffe, Energie und Bewegungen beschreiben, untersuchen und nutzen            252

NMG.4 Phänomene der belebten und unbelebten Natur erforschen und erklären           255

NMG.5 Technische Entwicklungen und Umsetzungen erschliessen, einschätzen und        259

           anwenden

NMG.6 Arbeit, Produktion und Konsum - Situationen erschliessen                      262

NMG.7 Lebensweisen und Lebensräume von Menschen erschliessen und vergleichen        266

NMG.8 Menschen nutzen Räume - sich orientieren und mitgestalten                     269

NMG.9 Zeit, Dauer und Wandel verstehen - Geschichte und Geschichten unterscheiden   274

NMG.10 Gemeinschaft und Gesellschaft - Zusammenleben gestalten und sich engagieren  277

NMG.11 Grunderfahrungen, Werte und Normen erkunden und reflektieren                 280

NMG.12 Religionen und Weltsichten begegnen                                          282

Natur und Technik                                                                   285

NT.1       Wesen und Bedeutung von Naturwissenschaften und Technik verstehen        286

NT.2       Stoffe untersuchen und gewinnen                                          288

NT.3       Chemische Reaktionen erforschen                                          289

NT.4       Energieumwandlungen analysieren und reflektieren                         292

NT.5       Mechanische und elektrische Phänomene untersuchen                        294

NT.6       Sinne und Signale erforschen                                             296

NT.7       Körperfunktionen verstehen                                               298

NT.8       Fortpflanzung und Entwicklung analysieren                                300

NT.9       Ökosysteme erkunden                                                      302

                                                                                         NMG

15.3.2016                                                    Lehrplan 21
     Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Inhalt

     Wirtschaft, Arbeit, Haushalt                                                       304

     WAH.1  Produktions- und Arbeitswelten erkunden                                     305

     WAH.2  Märkte und Handel verstehen - über Geld nachdenken                          307

     WAH.3  Konsum gestalten                                                            309

     WAH.4  Ernährung und Gesundheit - Zusammenhänge verstehen und reflektiert handeln  311

     WAH.5  Haushalten und Zusammenleben gestalten                                      314

     Räume, Zeiten, Gesellschaften                                                      316

     RZG.1  Natürliche Grundlagen der Erde untersuchen                                  317

     RZG.2  Lebensweisen und Lebensräume charakterisieren                               319

     RZG.3  Mensch-Umwelt-Beziehungen analysieren                                       322

     RZG.4  Sich in Räumen orientieren                                                  324

     RZG.5  Schweiz in Tradition und Wandel verstehen                                   326

     RZG.6  Weltgeschichtliche Kontinuitäten und Umbrüche erklären                      328

     RZG.7  Geschichtskultur analysieren und nutzen                                     330

     RZG.8  Demokratie und Menschenrechte verstehen und sich dafür engagieren           332

            Planungsbeispiel                                                            336

     Ethik, Religionen, Gemeinschaft                                                    336

     ERG.1  Existentielle Grunderfahrungen reflektieren                                 337

     ERG.2  Werte und Normen klären und Entscheidungen verantworten.                    338

     ERG.3  Spuren und Einfluss von Religionen in Kultur und Gesellschaft erkennen      339

     ERG.4  Sich mit Religionen und Weltsichten auseinandersetzen                       340

     ERG.5  Ich und die Gemeinschaft - Leben und Zusammenleben gestalten                343

NMG

                                                                  Lehrplan 21           15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Zum Fachbereich                                   223

Zum Fachbereich

                 Der Fachbereich Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG) umfasst die vier inhaltlichen
                 Perspektiven Natur und Technik (NT), Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (WAH), Räume,
                 Zeiten, Gesellschaften (RZG) und Ethik, Religionen, Gemeinschaft (ERG). Im 1. und 2.
                 Zyklus sind die verschiedenen inhaltlichen Perspektiven in einem Fachbereich
                 zusammengefasst. Mit Natur, Mensch, Gesellschaft werden daher sowohl der
                 gesamte Fachbereich vom 1. - 3. Zyklus als auch der Fachbereichslehrplan im 1.
                 und 2. Zyklus bezeichnet. Im 3. Zyklus werden die vier Perspektiven in den jeweils
                 spezifisch ausgerichteten Fachbereichen dargestellt. In den einleitenden Kapiteln
                 sind jeweils zuerst Aussagen aufgeführt, die für den gesamten Fachbereich NMG
                 und über alle drei Zyklen Gültigkeit haben. Im zweiten Teil der Kapitel folgen dann
                 spezifische Hinweise zu den vier inhaltlichen Perspektiven NT, WAH, RZG und ERG.

                                                                                                       NMG

15.3.2016        Lehrplan 21
224 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Bedeutung und Zielsetzungen

     Bedeutung und Zielsetzungen

     Auseinandersetzung mit der Welt

                                    Im Zentrum von Natur, Mensch, Gesellschaft steht die Auseinandersetzung
                                    der Schülerinnen und Schüler mit der Welt. Um sich in der Welt orientieren, diese
                                    verstehen, sie aktiv mitgestalten und in ihr verantwortungsvoll handeln zu können,
                                    erwerben und vertiefen sie grundlegendes Wissen und Können. Sie erweitern ihre
                                    Erfahrungen und entwickeln neue Interessen.

                                    Die Schülerinnen und Schüler lernen, sich mit natürlichen Erscheinungen,
                                    unterschiedlichen Lebensweisen, vielfältigen gesellschaftlichen und kulturellen
                                    Errungenschaften aus verschiedenen Perspektiven auseinanderzusetzen. Sie
                                    entwickeln eigene Sichtweisen auf die Welt, lernen zukünftigen Herausforderungen
                                    zu begegnen sowie Erfahrungen, Strategien und Ressourcen nachhaltig zu nutzen
                                    und ihr Handeln zu verantworten. Ausgangspunkte für das Lernen bilden
                                    Vorstellungen, das Vorwissen und bisherige Erfahrungen der Schülerinnen und
                                    Schüler von und über die Welt. Lernen in der Schule wird mit ausserschulischen
                                    Erfahrungen verbunden.

     Vier Handlungsaspekte für die  Wenn Kinder und Jugendliche der Welt begegnen und sich mit ihr
     Kompetenzentwicklung           auseinandersetzen, nehmen sie neue Phänomene, Sachen und Situationen wahr,
                                    erschliessen sich diese und ordnen sie in ihre Vorstellungen zur Welt ein. Dabei
                                    gewinnen sie zunehmend Orientierung in der Welt und erlangen Handlungsfähigkeit.
                                    Dies alles erfordert Wissen und Können, Erfahrungen und Interessen und geschieht
                                    in einem Prozess, in dem die vier Handlungsaspekte verknüpft sind und sich
                                    permanent abwechseln (Abbildung 2).

     Die Welt wahrnehmen            Schülerinnen und Schüler nehmen wahr, was sie umgibt und wie Dinge auf sie
     Sich die Welt erschliessen     wirken. Sie drücken eigene Wahrnehmungen, Vorstellungen und Erfahrungen aus
                                    und entwickeln dabei Neugier und Interesse an der Welt.

                                    Schülerinnen und Schüler erschliessen soziale, kulturelle und natürliche
                                    Situationen und Phänomene. Sie stellen Fragen, recherchieren und erkunden die
                                    Welt aus verschiedenen Perspektiven. Sie erweitern dadurch schrittweise ihre
                                    Kenntnisse und Erkenntnisse.

NMG

                                      Lehrplan 21                                     15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Bedeutung und Zielsetzungen                                   225

Sich in der Welt orientieren  Schülerinnen und Schüler ordnen Phänomene, Sachen und Situationen sowie
                              Eindrücke und Einsichten in Zusammenhänge ein. Sie analysieren und beurteilen
                              aktuelle und vergangene Situationen und reflektieren diese. Dabei strukturieren und
                              vertiefen sie ihre Erkenntnisse und entwickeln sachbezogene Konzepte. Sie
                              gewinnen zunehmend Orientierung in der Welt, ausgerichtet auf gegenwärtige und
                              zukünftige Herausforderungen.

In der Welt handeln           Schülerinnen und Schüler treffen Entscheidungen und handeln reflektiert. Sie
                              setzen Erkenntnisse kreativ und konstruktiv um, wirken an der Gestaltung ihrer
                              Umwelt mit und übernehmen Mitverantwortung für sich selbst, für die Gemeinschaft
                              und für die Gesellschaft. Dabei werden auch Eigenständigkeit, Dialogfähigkeit und
                              Zusammenarbeit mit Blick auf ein kompetentes und zukunftsorientiertes Handeln in
                              der Welt gefördert.

Inhaltliche Perspektiven auf die Welt

                              Natürliche und kulturelle, wirtschaftliche, soziale und historische Phänomene,
                              Situationen und Sachen stehen im Fachbereich Natur, Mensch, Gesellschaft im
                              Vordergrund, insbesondere auch die Wechselwirkungen zwischen Menschen und
                              ihrer Um- und Mitwelt. Diese Phänomene, Sachen und Situationen können aus
                              verschiedenen inhaltlichen Perspektiven und mit verschiedenen Zugangsweisen und
                              Methoden betrachtet und erschlossen werden. Im Fachbereich Natur, Mensch,
                              Gesellschaft werden diese verschiedenen inhaltlichen Perspektiven zu vier
                              Perspektiven zusammengefasst. Während im 1. und 2. Zyklus alle vier Perspektiven
                              gemeinsam den Fachbereich Natur, Mensch, Gesellschaft bilden und von einer
                              weitgehend integrierenden Zugangsweise ausgegangen wird, wird im 3. Zyklus jede
                              dieser vier Perspektiven in einem eigenen Fachbereich dargestellt. In der Folge
                              werden diese vier inhaltlichen Perspektiven beschrieben.

Natur und Technik             In der Perspektive Natur und Technik erschliessen sich die Schülerinnen und
                              Schüler die belebte und unbelebte Natur mit ihren Funktionsweisen und
                              Gesetzmässigkeiten. Sie bauen dabei sowohl physikalische, chemische und
                              biologische als auch allgemein naturwissenschaftlich-technische Kompetenzen auf.
                              Durch den naturwissenschaftlichen Unterricht sollen Phänomene aus Alltag und
                              Technik besser verstanden und eigene Erfahrungen mit der Umwelt erklärt werden
                              können. In der Auseinandersetzung mit Phänomenen und technischen Objekten
                              erlernen die Kinder und Jugendlichen zudem typische Handlungsweisen: Sie
                              beobachten, beschreiben, fragen, vermuten, messen, untersuchen,
                              experimentieren, konstruieren und ziehen Schlüsse. Dabei sind sowohl die direkte
                              Begegnung und die Erklärung der Phänomene als auch die Nutzung
                              naturwissenschaftlicher Erkenntnisse für technische Anwendungen von Bedeutung.
                              Diese Verknüpfung von Naturwissenschaften und Technik bildet die Grundlage für
                              ein ausbaufähiges Technikverständnis.

Wirtschaft, Arbeit, Haushalt  In der Perspektive Wirtschaft, Arbeit, Haushalt entwickeln die Schülerinnen und
                              Schüler Kompetenzen zur Gestaltung der Lebenswelt und zur beruflichen und
                              gesellschaftlichen Orientierung. Dazu gehört die Auseinandersetzung mit Fragen
                              der Existenzsicherung, des Konsums, der Produktion und Verteilung von Gütern
                              sowie des unternehmerischen Handelns in Betrieben. Die Schülerinnen und Schüler
                              befassen sich mit Rahmenbedingungen, Situationen und Entscheidungen in
                              Haushalten, Arbeits- und Berufswelten sowie mit Fragen zu Gesundheit und
                              Ernährung und erarbeiten Kompetenzen in der Nahrungszubereitung.

                              Ausgehend von eigenen Erfahrungen erschliessen sie Sachverhalte in Wirtschaft,
                              Arbeit, Haushalt mehrperspektivisch. Die Lernenden denken über Werthaltungen
                              und Zielkonflikte nach und begründen Entscheidungen zunehmend differenzierter
                              und eigenständiger. Dabei erwerben sie Kompetenzen für die verantwortungsvolle
                              Mitgestaltung einer gegenwärtigen und zukünftigen Welt für alle.

                                                                                                                   NMG

15.3.2016                     Lehrplan 21
226 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Bedeutung und Zielsetzungen

     Räume, Zeiten, Gesellschaften    In der Perspektive Räume, Zeiten, Gesellschaften entwickeln und erweitern die
     Ethik, Religionen, Gemeinschaft  Schülerinnen und Schüler ihre Kompetenzen zu räumlichen, historischen,
                                      gesellschaftlichen und politischen Themen. Sie machen sich eigene Vorstellungen
                                      zu Raum und Zeit bewusst, lernen neue Sichtweisen kennen, erschliessen und
                                      verarbeiten entsprechende Informationen. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich
                                      mit Zusammenhängen und Beziehungen zwischen natürlichen Gegebenheiten und
                                      gesellschaftlichen Aktivitäten aus verschiedenen Räumen der Welt auseinander. Sie
                                      können sich so in der Welt räumlich und thematisch orientieren.

                                      In der Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Zeit, mit Dauer und Wandel, mit
                                      der Entwicklung von Menschen und Gesellschaften lernen die Kinder und
                                      Jugendlichen den Unterschied zwischen Geschichte und Geschichten kennen und
                                      erfahren, dass wir immer aus der Gegenwart heraus Vergangenes rekonstruieren,
                                      um Orientierung für die Zukunft zu gewinnen. Diese Sinnbildung geschieht in den
                                      Dimensionen Herrschaft, Wirtschaft und Kultur und umfasst damit Individuen und
                                      Gesellschaften als Ganzes.

                                      Auf diese Weise lernen Kinder und Jugendliche, sich im Raum, in der Zeit, in der
                                      Gesellschaft und in der Beziehung von Menschen zu ihrer natürlichen und
                                      gestalteten Umwelt zu orientieren. Sie werden dazu befähigt, bei der Gestaltung und
                                      Bewahrung der räumlichen Lebensgrundlagen mitzuwirken, in der Gegenwart zu
                                      handeln und sich Gedanken zur Zukunft sowie zu einer nachhaltigen Entwicklung
                                      auf lokaler, regionaler und globaler Ebene zu machen.

                                      In der Perspektive Ethik, Religionen, Gemeinschaft entwickeln Schülerinnen und
                                      Schüler Kompetenzen für das Leben mit verschiedenen Kulturen, Religionen,
                                      Weltanschauungen und Werteeinstellungen. In einer pluralistischen und
                                      demokratischen Gesellschaft gilt es, eine eigene Identität zu finden, Toleranz zu
                                      üben und zu einem respektvollen Zusammenleben beizutragen. Dazu denken
                                      Schülerinnen und Schüler über menschliche Grunderfahrungen nach und gewinnen
                                      ein Verständnis für Wertvorstellungen und ethische Grundsätze. Sie begegnen
                                      religiösen Traditionen und Vorstellungen und lernen mit weltanschaulicher Vielfalt
                                      und kulturellem Erbe respektvoll und selbstbewusst umzugehen. Dies trägt zur
                                      Toleranz und Anerkennung von religiösen und säkularen Lebensweisen und damit
                                      zur Glaubens- und Gewissensfreiheit in der demokratischen Gesellschaft bei. Es
                                      handelt sich dabei um einen Unterricht über Religionen, nicht um Unterweisung in
                                      einer Religion. Diese ist Sache der Eltern sowie der Kirchen und
                                      Glaubensgemeinschaften.

                                      Die Schülerinnen und Schüler erproben Möglichkeiten, das Zusammenleben zu
                                      gestalten und soziale Herausforderungen zu bewältigen, und werden zu
                                      eigenständiger Lebensgestaltung und verantwortlicher Teilhabe an der
                                      Gemeinschaft ermutigt.

NMG

                                      Lehrplan 21                                     15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Didaktische Hinweise                                               227

Didaktische Hinweise

                                 Die nachfolgenden didaktischen Hinweise zur Gestaltung des Unterrichts gelten für
                                 den ganzen Fachbereich Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG) über alle drei Zyklen.
                                 Im Anschluss daran sind ergänzende und explizite Hinweise in Bezug auf die vier
                                 inhaltlichen Perspektiven ausgeführt. Diese gelten ebenfalls für alle drei Zyklen.

Unterricht gestalten

Erfahrungen und Vorwissen als    Kinder und Jugendliche nehmen sich und ihre Umwelt in vielfältiger und
Ausgangspunkte                   unterschiedlicher Weise wahr. Sie bringen vielfältige Erfahrungen, eigene
                                 Vorstellungen und subjektive Konzepte in den Unterricht mit. Lehrpersonen
                                 beziehen die Erfahrungen und das Vorwissen der Schülerinnen und Schüler in die
                                 Planung und Durchführung des Unterrichts ein. Der Unterricht orientiert sich an
                                 Themen und Lerninhalten, die den Schülerinnen und Schülern zugänglich sind oder
                                 zugänglich gemacht werden (Alltagsbezug, Aktualitäten, Mehrperspektivität) und
                                 bedeutsam für die Zukunft der Schülerinnen und Schüler und der Gesellschaft sind.

Begriffsaufbau, Vertiefung und   Im Fachbereich NMG vertiefen, differenzieren und verändern die Schülerinnen und
Weiterentwicklung von Konzepten  Schüler ihre Vorstellungen und Konzepte von der Welt. Neues Wissen wird erworben
                                 und neue Begriffe werden aufgebaut und gefestigt. Im Unterricht werden
                                 Schülerinnen und Schüler befähigt, ihr Wissen und Können zunehmend
                                 selbstständig zu erweitern und zu vertiefen. Der Kompetenzerwerb als Aufbau von
                                 Vorstellungen und Konzepten über die Welt geschieht dabei aktiv und in vielfältigen
                                 Formen des Austauschs. Lehr-Lerndialoge und die Unterstützung durch
                                 Lehrpersonen spielen dabei eine zentrale Rolle. In der Lernarbeit erfahren und
                                 erproben die Schülerinnen und Schüler verschiedene Denk-, Arbeits- und
                                 Handlungsweisen. Authentische Begegnungen mit fachbedeutsamen Inhalten
                                 ermöglichen es ihnen, Erfahrungen zu machen und Zusammenhänge zu verstehen.

Sprachliche Kompetenzen und      Vorstellungen und Konzepte zu Phänomenen, Sachen und Situationen der Welt
Begriffsbildung                  entwickeln sich durch Sprache und Begriffsbildung. Durch die Sprache bringen wir
                                 unsere Eindrücke, inneren Bilder, Erfahrungen, Erwartungen und Einstellungen
                                 zum Ausdruck, tauschen uns aus und verständigen uns. Die Begegnung von
                                 Menschen mit der Welt ist sprachbasiert. Begriffe sind die Bausteine des Wissens,
                                 die erworben, durchgearbeitet und gefestigt werden müssen. Die direkte Begegnung
                                 mit Dingen und Personen erleichtert dabei die Versprachlichung. Die Schülerinnen
                                 und Schüler sollen im Unterricht Gelegenheit erhalten, Beobachtungen und
                                 Gedanken sprachlich präzis auszudrücken und anderen mitzuteilen. Sprachliche
                                 und begriffliche Kompetenzen entwickeln sich bei Kindern vom Konkreten zum
                                 Abstrakten. (Siehe auch Grundlagen, Kapitel Lern- und Unterrichtsverständnis.)

Lernumgebungen                   Inhaltlich attraktive und methodisch durchdachte Lernumgebungen bieten
                                 Gelegenheiten, um:

                                          Sachen, Situationen, Prozessen unserer natürlichen, kulturellen und sozialen
                                          Um- und Mitwelt zu begegnen, sie zu erkunden und dabei in einen direkten
                                          Kontakt mit Menschen zu treten (auch ausserhalb der Schule);
                                          eigenen und vorgegebenen Fragen nachzugehen sowie über Phänomene und
                                          Sachverhalte unserer Um- und Mitwelt nachzudenken;
                                          sich mit Fragen und Sachen forschend-entdeckend zu beschäftigen sowie
                                          Vorgänge und Veränderungen auch über längere Zeit zu verfolgen;
                                          zunehmend eigenständig und kooperativ Sachen nachzugehen, Vorhaben zu
                                          planen und darzustellen;
                                          Ideen und Perspektiven für die eigene Teilhabe an der Gestaltung unserer
                                          Umwelt zu entwickeln, zu entwerfen und umzusetzen.

Aufgaben                         Anspruchsvolle, kognitiv aktivierende Aufgaben stellen wichtige Lerngelegenheiten
                                 dar und berücksichtigen die vier NMG-spezifischen Handlungsaspekte: Die
                                 Schülerinnen und Schüler werden angeleitet, die Vielfalt der Welt wahrzunehmen,

                                                                                                                        NMG

15.3.2016                        Lehrplan 21
228 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Didaktische Hinweise

         Dokumentation von           sich bedeutsame Phänomene, Sachen und Situationen zu erschliessen, sich in der
         Lernprozessen               Welt zu orientieren und darin kompetent und verantwortungsvoll zu handeln. Gute
                                     Lernaufgaben ermöglichen dabei die vertiefende Auseinandersetzung mit
         Beurteilen                  fachspezifischen Inhalten. Die Lehrperson wählt je nach Zielsetzung eine
                                     integrierende oder fachliche Zugangsweise. Produktive Lernaufgaben
         Schwerpunkte überfachliche
         Kompetenzen                          setzen bei einer Frage mit aktuellem, lebensweltlichem Bezug oder mit der
                                              Begegnung einer interessanten Sache an;
NMG                                           ermöglichen aktives und entdeckendes Lernen;
                                              lassen Raum für Mitbestimmung und eigene Steuerung bei Lerninhalten und
                                              Lernwegen;
                                              fordern die Schülerinnen und Schüler auf, ihre Erkenntnisse in
                                              unterschiedlichen Formen festzuhalten und zu dokumentieren, selber zu
                                              erzählen, zu erklären;
                                              regen zu Stellungnahmen, Beurteilungen oder Handlungen an;
                                              ermöglichen das Nachdenken und die Reflexion über die Welt und über das
                                              Lernen;
                                              fördern das eigene Entwickeln, Gestalten und die Mitwirkung bei Vorhaben.

                                     Um Lerninhalte zu vertiefen und zu sichern, müssen Schülerinnen und Schüler die
                                     Ergebnisse ihres Lernprozesses festhalten. Dazu stellen sie gesammelte
                                     Informationen und Erkenntnisse zusammen. Dokumentationen machen
                                     Lernprozesse bewusst und sichtbar. Elemente einer Dokumentation können sein:

                                              persönliche Vorstellungen zu Themen, Berichte über Erfahrungen;
                                              Ergebnisse aus Erkundungen, Experimenten, Beobachtungsreihen,
                                              Interviews, Gesprächen;
                                              Austauschrunden in der Klasse;
                                              selbstständig formulierte und sprachlich bearbeitete Texte mit Darstellungen
                                              zu Themen;
                                              Lernjournal, Erfahrungen zum eigenständigen Arbeiten oder
                                              Zusammenarbeiten;
                                              Verarbeitete Quellen und Informationen, Arbeitsblätter und Unterlagen zu
                                              Themen.

                                     Das Beurteilen von Lernprozessen und Lernergebnissen bezieht sich auf die im
                                     Lehrplan festgehaltenen Kompetenzen.

                                     Dabei kann sich die Lehrperson auf folgende Informationsquellen abstützen. Diese
                                     werden von der Lehrperson entsprechend der Lernsituation und dem
                                     Beurteilungszweck ausgewählt, angepasst und eingesetzt:

                                              Beobachtungen und entsprechende Protokolle der Lehrpersonen;
                                              Prozessdokumentationen der Lernenden (z.B. Lernjournal, Erkundungs- und
                                              Forschungstagebücher, Experimentierhefte);
                                              Standortgespräche und Rückblicke nach Unterrichtsvorhaben, Erkundungen,
                                              eigenständigen Arbeiten zu Fragen und Themen;
                                              Testaufgaben (Anwendungsaufgaben zu Themen und Inhalten);
                                              Zusammenstellung von Ergebnissen aus Experimentier- und
                                              Erkundungsaufgaben (z.B. Protokoll, Skizze, kommentierte Bildreihe);
                                              Ergebnisse aus Präsentations- und Austauschsequenzen;
                                              Ergebnisse aus Projekten oder Befragungen;
                                              Dokumentationen von Einzelnen oder Gruppen zu vorgegebenen oder selbst
                                              gewählten Themen;
                                              Dokumentation des Lernfortschritts;
                                              Portfolios mit vereinbarten Dokumenten und Ergebnissen aus verschiedenen
                                              Lernanlässen oder einem Themenschwerpunkt.

                                     (Siehe auch Grundlagen, Kapitel Lern- und Unterrichtsverständnis.)

                                     Die Weiterentwicklung überfachlicher Kompetenzen wird integriert und umfassend
                                     gefördert. In der Begegnung von Schülerinnen und Schülern mit der Welt sind

                                     Lehrplan 21                               15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Didaktische Hinweise                                               229

Hinweise zum 1. Zyklus           personale, soziale und methodische Kompetenzen stets mit einbezogen und
                                 werden gefördert. Begegnungen mit der Welt erfolgen sowohl in einem individuellen
Hinweise zum sexualkundlichen    als auch dialogischen Rahmen durch Austauschen, Vergleichen, Reflektieren,
Unterricht                       Nachdenken, durch gemeinsames Entwickeln sowie Zusammenarbeiten bei der
Fächerübergreifender Unterricht  Umsetzung von Vorhaben. Dies alles dient zur Förderung

Bildung für Nachhaltige                   der Selbst- und Eigenständigkeit in der Erschliessung und Orientierung in
Entwicklung                               der Welt, bei der Bearbeitung von Fragen und Aufgaben, der Planung und
                                          Umsetzung eigener Vorhaben;
                                          der Einschätzung und Weiterentwicklung eigener Interessen und
                                          Möglichkeiten;
                                          der Entwicklung der Beziehungs-, Kooperations- und Konfliktfähigkeit sowie
                                          des Umgangs mit gesellschaftlicher Vielfalt;
                                          der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit;
                                          des Erschliessens und des Umgangs mit Informationen;
                                          der Entwicklung von Lernstrategien und der Planung und Umsetzung von
                                          Vorhaben und der Mitwirkung bei Projekten in Klasse und Schule.

                                 (Siehe auch Grundlagen, Kapitel Überfachliche Kompetenzen.)

                                 Kinder von 4 bis 8 Jahren machen in ihrem Alltag vielfältige Erfahrungen zu
                                 Phänomenen in der Welt und entwickeln ein grosses fachspezifisches Wissen in
                                 Themen, die sie interessieren und in denen sie sich spielerisch und nach eigenen
                                 Ideen vertiefen dürfen. Dort entwickeln sie erstaunliche Detailkenntnisse,
                                 Abstraktionsleistungen und vielfältige Kompetenzen. Darum ist es wichtig, das
                                 Spielen, Lernen und Arbeiten im 1. Zyklus auch von den Interessen der Kinder aus
                                 zu planen. Die Spielangebote nehmen Bezug auf Kompetenzbereiche aus Natur,
                                 Mensch, Gesellschaft und sind so gestaltet, dass sie Eigenaktivität und spielerisches
                                 Lernen im Dialog begünstigen. Bedeutsam sind auch das Bereitstellen von
                                 förderlichen Spielräumen, Angebote von Spielsachen, entsprechende Zeiträume und
                                 die ansprechende Gestaltung der Innen- und Aussenräume. Mit einer
                                 professionellen Spielbegleitung unterstützt die Lehrperson die Entwicklung der
                                 Spielfähigkeit, so dass möglichst alle Kinder die komplexen Spielformen für ihr
                                 Lernen ausschöpfen können. (Siehe auch Grundlagen Kapitel Schwerpunkte des 1.
                                 Zyklus.)

                                 Der sexualkundliche Unterricht wird dem Entwicklungsstand der Schülerinnen und
                                 Schüler angepasst. Die Gestaltung von Unterricht mit sexualerzieherischen
                                 Elementen erfordert von den Lehrpersonen pädagogisches Feingefühl. Die
                                 Verantwortung für die Sexualerziehung liegt in erster Linie bei den Eltern und
                                 Erziehungsberechtigten. Es wird daher empfohlen, sie über Ziele und Inhalte des
                                 Unterrichts zu informieren.

                                 Der fächerübergreifende Unterricht bietet die Möglichkeit, die Grenzen der
                                 einzelnen Fachbereiche aufzulösen und Themen aus verschiedenen Perspektiven zu
                                 betrachten. Erst damit werden Komplexität und Zusammenhänge von Phänomenen
                                 und Situationen deutlich. Querverweise zu anderen Fachbereichen geben jeweils
                                 Hinweise für den fächerübergreifenden Unterricht. Entsprechende Absprachen und
                                 die Zusammenarbeit mit Lehrpersonen aus anderen Fachbereichen (innerhalb von
                                 Natur, Mensch, Gesellschaft und auch zu anderen Fachbereichen) tragen zu einem
                                 bereichernden und vertiefenden Unterricht bei.

                                 Die fächerübergreifenden Themen unter der Leitidee Nachhaltiger Entwicklung sind
                                 zu einem grossen Teil in den Kompetenzen und Kompetenzstufen des Fachbereichs
                                 Natur, Mensch, Gesellschaft verankert und mit Querverweisen gekennzeichnet.

                                 Diese Kompetenzen und Kompetenzstufen eigenen sich besonders für einen fä-
                                 cherübergreifenden Unterricht unter der Leitidee Nachhaltiger Entwicklung. Die Ko-
                                 ordination der Beiträge aus den verschiedenen Fachbereichen und Absprachen
                                 zwischen den jeweils zuständigen Lehrpersonen wirken sich günstig auf das er-
                                 folgreiche Lernen der Schülerinnen und Schüler im Bereich der Nachhaltigen Ent-

                                                                                                                        NMG

15.3.2016                        Lehrplan 21
230 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Didaktische Hinweise

                                wicklung aus. (Siehe auch Grundlagen, Kapitel Bildung für Nachhaltige Entwicklung.)

     Ausserschulische Lernorte  Die Verbindung von Lernen innerhalb und ausserhalb der Schule ist von zentraler
                                Bedeutung. Da Manches nur ausserhalb der Schule sicht- und erlebbar ist, ist es
                                wichtig, ausserschulische Lerngelegenheiten im Unterricht zugänglich zu machen
                                und mannigfache Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler mit ihrer Umwelt in
                                den Unterricht zu integrieren.

                                Ausserschulische Lernorte sind dadurch gekennzeichnet, dass direkte
                                Begegnungen und Erkundungen ermöglicht werden. Diese Begegnungen werden
                                von der Lehrperson initiiert und begleitet. Dabei stehen entdeckende, forschende
                                und problembezogene Zugangsweisen für die Erschliessung im Vordergrund.
                                Ausserschulische Lernorte sind Örtlichkeiten, die extra zum Lernen aufgesucht
                                werden. Dazu gehören:

                                         Standorte in der naturnahen Umwelt (z.B. im Wald, an Fliessgewässern, auf
                                         einer Wiese, am Weiher; botanische und zoologische Gärten, Sternwarten), in
                                         einer kulturgeprägten Umgebung (z.B. Äcker, Rebberge, archäologische
                                         Stätten) oder in der gebauten Umwelt (z.B. in der Stadt, bei historischen
                                         Bauten, in Kirchen);
                                         Betriebe, Anlagen, Arbeitsstätten, die durch Fachpersonen (z.B. Försterinnen
                                         und Förster, Wildhüterinnen und Wildhüter, Handwerkerinnen und
                                         Handwerker, Dienstleistende) betreut und erschlossen werden (z.B.
                                         Arbeitsstätten, Betriebe oder Anlagen für den Verkehr);
                                         Begegnungsorte und Situationen mit Menschen ausserhalb der Schule, die
                                         Zugänge zur Alltagswelt und unserer Umwelt ermöglichen (z.B. mit älteren
                                         Menschen, Religionsgemeinschaften);
                                         Einrichtungen mit spezifisch didaktischer Ausrichtung oder
                                         museumspädagogischen Angeboten (z.B. Museen, Ausstellungen, Lehrpfade,
                                         Produktionsbetriebe).

     Räumliche Ausstattung,     Spezielle räumliche Ausstattungen und Einrichtungen, insbesondere für das
     Materialien, Geräte und    Experimentieren in Natur und Technik sowie für das Untersuchen, Verarbeiten und
     Instrumente                Zubereiten von Nahrungsmitteln in Wirtschaft, Arbeit, Haushalt ermöglichen direkte
                                Erfahrungen und den Aufbau von praktischen Kompetenzen.

                                Materialien, Geräte und Instrumente für das praktische Arbeiten sowie
                                Anschauungsmaterialien (z.B. Globus, Wandkarten, exemplarische Gegenstände aus
                                früheren Epochen, Präparate) unterstützen authentisches, anschauliches,
                                lebensweltbezogenes und handlungsorientiertes Lernen.

     Medien im Unterricht       Viele Phänomene entziehen sich der direkten Anschauung oder können nicht in die
                                Schule geholt werden. Der Kompetenzerwerb der Schülerinnen und Schüler wird
                                deshalb mit passenden Medien unterstützt (z.B. Lehrmittel, Bilder, Bücher, Karten,
                                Internet, Filme, Modelle). Dadurch wird der Unterricht anschaulicher und konkreter.
                                Schülerinnen und Schüler erwerben dabei auch Kenntnisse über die Medien und zur
                                Funktion verschiedener Geräte und Instrumente sowie zu technischen
                                Entwicklungen. Schülerinnen und Schüler haben Gelegenheit, Fähigkeiten und
                                Fertigkeiten im Umgang mit Medien sachorientiert und anwendungsbezogen zu
                                lernen. Dazu gehören beispielsweise die Auswahl sowie die Nutzung von Medien,
                                Mediatheken und Datenbanken. Die Arbeit mit Medien wird periodisch reflektiert.
                                Insbesondere der Umgang mit virtuellen Situationen wird geübt, besprochen und
                                reflektiert. (Siehe auch Modullehrplan Medien und Informatik.)

     Didaktische Hinweise zu Natur und Technik

                                Im naturwissenschaftlichen Unterricht sollen Schülerinnen und Schüler selbst
                                Naturwissenschaften betreiben, indem sie genau beobachten, eigene Fragen stellen
                                und Phänomene selbst erforschen. Das Sammeln von (experimentellen) Daten
                                gehört dabei ebenso dazu wie das Kommunizieren und Interpretieren von Prozess

NMG

                                Lehrplan 21                                    15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Didaktische Hinweise                                           231

Physik                         und Ergebnis oder die Reflexion über das, was die Naturwissenschaften ausmacht.
Chemie
Biologie                       Physikalische Kompetenzen werden durch die Beschäftigung mit Vorgängen vor
                               allem der unbelebten Natur und ihrer (mathematischen) Beschreibung aufgebaut.
Naturwissenschaftliche         Das Zusammenspiel von Experiment und theoretischer Modellbildung spielt dabei
Arbeitsweisen                  eine zentrale Rolle. Beim Aufbau chemischer Kompetenzen stehen die
                               Untersuchung und Beschreibung von Stoffen und Stoffumwandlungen sowie deren
Wesen der Naturwissenschaften  Erklärung mithilfe von Modellen im Mittelpunkt. Der Unterricht in diesem Bereich
                               soll also wesentlich zum Verständnis materieller Gesetzmässigkeiten beitragen.
                               Biologische Kompetenzen werden in der Auseinandersetzung mit zentralen
                               Phänomenen der belebten Natur aufgebaut. Durch unmittelbare und direkte
                               Begegnung sollen emotionale Bindungen zum Lebendigen vertieft und die
                               grundlegenden Prinzipien lebender Systeme von der zellulären Ebene bis zum
                               Ökosystem erschlossen und verstanden werden.

                               Das Erlernen naturwissenschaftlicher Arbeitsweisen ist beim Kompetenzaufbau von
                               zentraler Bedeutung, denn naturwissenschaftliche Kompetenzen können nicht allein
                               durch theoretische Vermittlung und passives Aufnehmen erworben werden. Diese
                               Arbeitsweisen müssen kontinuierlich eingeübt und zunehmend vertieft werden,
                               wobei geeignete Rahmenbedingungen (z.B. Infrastruktur und Gruppengrössen) den
                               Lernprozess unterstützen. Auch wenn der Aufbau der methodischen Kompetenzen
                               zum Teil stark an den jeweiligen Inhalt gekoppelt ist, geschieht der Gesamtaufbau
                               kontinuierlich über alle Zyklen und Inhalte hinweg. Zunächst werden die
                               Schülerinnen und Schüler vor allem explorieren (spielerisch an einer
                               Problemlösung arbeiten), dann laborieren (angeleitet Versuche durchführen) und
                               Phänomene der belebten und unbelebten Natur untersuchen, um schliesslich
                               vollständige Experimentierabläufe zu absolvieren (Fragen stellen, Hypothesen
                               bilden, Untersuchung oder Experiment planen, durchführen und auswerten,
                               schlussfolgern, Ergebnisse darstellen und reflektieren). Welche dieser Stufen des
                               naturwissenschaftlichen Arbeitens jeweils angemessen ist, hängt von den
                               Erfahrungen und bereits vorhandenen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler
                               im jeweiligen Thema ab. Auch die Art der Ergebnissicherung wird mit zunehmenden
                               Kompetenzen der Lernenden anspruchsvoller und führt vom einfachen Beschreiben
                               von Erfahrungen und Beobachtungen in Alltagssprache bis zur sachgemässen
                               Stellungnahme zu aufgestellten Hypothesen und dem Ableiten von
                               Regelhaftigkeiten.

                               Die Beschäftigung mit dem Wesen der Naturwissenschaften (nature of science) soll
                               die Schülerinnen und Schüler befähigen, sich kritisch mit der Welt und ihren
                               Gesetzmässigkeiten auseinanderzusetzen und sich diese zu erschliessen. Dabei
                               geht es beispielsweise darum, was die Naturwissenschaften charakterisiert, was
                               naturwissenschaftliches Wissen ausmacht, wie Erkenntnisse gewonnen werden, wie
                               sich naturwissenschaftliche Zweige entwickelt haben oder welche gesellschaftliche
                               Bedeutung den Naturwissenschaften zukommt. Die Auseinandersetzung mit diesen
                               Fragen wird auf unterschiedliche Weise angeregt:

                                        durch einen impliziten Zugang, welcher durch das Anwenden
                                        naturwissenschaftlicher Methoden realisiert wird,
                                        durch einen historischen Zugang, wobei naturwissenschaftliche
                                        Erkenntnisgewinnung historisch eingeordnet und nachvollzogen wird,
                                        durch einen expliziten Zugang, der sich dadurch auszeichnet, dass Prozesse
                                        der Erkenntnisgewinnung diskutiert und reflektiert werden.

                               Die Auseinandersetzung mit dem Wesen der Naturwissenschaften beginnt in
                               Ansätzen in den ersten beiden Zyklen (z.B. indem der Unterschied zwischen einer
                               Beobachtung und einer Schlussfolgerung explizit thematisiert wird) und wird im 3.
                               Zyklus zu einem vertieften Verständnis ausgebaut, welches die Jugendlichen
                               befähigt, sachlich begründet zu argumentieren.

                                                                                                                    NMG

15.3.2016                      Lehrplan 21
232 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Didaktische Hinweise

     Didaktische Hinweise zu Wirtschaft, Arbeit, Haushalt

                          Die Auseinandersetzung mit der Perspektive Wirtschaft, Arbeit, Haushalt ist eng mit
                          der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler verbunden. Schülerinnen und Schüler
                          konsumieren, tätigen Einkäufe, nehmen Dienstleistungen in Anspruch, begegnen
                          Menschen in Arbeitswelten und erleben Formen von Zusammenleben in Schule,
                          Freizeit und Familie. Ausgehend von diesen Erfahrungen entwickeln sie
                          Vorstellungen zu grundlegenden lebensweltlichen und ökonomischen Fragen und
                          erarbeiten sich damit Orientierung für eigene Zielsetzungen, Möglichkeiten, Denk-
                          und Handlungsweisen. Die bildungswirksame Erschliessung von zentralen
                          Fragestellungen der Perspektive gelingt oft nur in enger Verzahnung der drei
                          Bereiche Wirtschaft, Arbeit, Haushalt. Originale Begegnungen mit Menschen in
                          Produktions- und Arbeitswelten oder Befragungen von Menschen zu Konsum und
                          Handel sind Beispiele authentischer Lernsituationen, die den Schülerinnen und
                          Schülern Einblick geben in grundlegende Fragen, Zusammenhänge und Prinzipien
                          der Perspektive, wobei nicht immer trennscharf zwischen Konzepten der Wirtschaft,
                          der Arbeitswelt oder des Haushalts unterschieden werden kann.

     Wirtschaft           Beim Aufbau von ökonomischen Kompetenzen geht es zuerst einmal darum,
                          ökonomische Fragen und Sachverhalte als solche wahrzunehmen und von anderen
                          Zugängen (z.B. von technischen, historischen oder sozialen) zu unterscheiden.
                          Darauf aufbauend setzen sich die Lernenden mit grundlegenden wirtschaftlichen
                          Konzepten auseinander und erschliessen Zusammenhänge und
                          Gestaltungsspielräume bei ökonomischen Entscheidungen. Zum eigenständigen,
                          forschenden Erschliessen der Inhalte helfen problemorientierte Zugänge, Projekte,
                          Recherchen, Fallstudien, Rollenspiele, ausserschulische Erkundungen,
                          Zukunftswerkstätten und Zugänge über Modelle und Simulationen.

     Arbeit               Aktivitäten von Menschen in Arbeit und Nicht-Arbeit (Freizeit) zu unterscheiden, ist
                          eine Konvention neueren Datums. Die Lernenden setzen sich mit dem Wandel des
                          Arbeitsbegriffs, mit Fragen nach dem Zweck, dem Wert der Arbeit und ihrer
                          Bedeutung für Menschen, mit Fragen der Verteilung von Arbeit und dem Verlust von
                          bezahlter Arbeit, mit Formen von Arbeitsteilung und mit technologischen Folgen in
                          Arbeitswelten auseinander. Sie erkunden unterschiedliche Arbeitswelten, befragen
                          Menschen zu beruflichen Tätigkeiten und dokumentieren und reflektieren die
                          Ergebnisse. Über die Auseinandersetzung mit diesen Inhalten erwerben die
                          Lernenden Kompetenzen die ihnen helfen, ihre Neigungen, Fähigkeiten und
                          Fertigkeiten wahrzunehmen und erste Überlegungen zu der eigenen beruflichen
                          Laufbahn anzustellen.

     Haushalt             In Haushalten organisieren und gestalten Menschen ihren Alltag und sichern den
                          langfristigen Bedarf an Ressourcen. Schülerinnen und Schüler setzen sich mit
                          unterschiedlichen Formen von Haushalten und Alltagsorganisation auseinander und
                          erkennen wirtschaftliche und politische Zusammenhänge, welche die Situation in
                          Haushalten beeinflussen. Sie nehmen Handlungsspielräume und Anforderungen
                          wahr, die eine selbstständige Lebensführung mit sich bringt. Durch die
                          Auseinandersetzung mit konkreten Alltagssituationen und alltagsorientierten
                          Fragen üben sich die Schülerinnen und Schüler im Finden von reflektierten
                          Entscheidungen, Problemlösungen und Vorgehensweisen.

     Ökonomisches Lernen  Bereits Schülerinnen und Schüler der Vorschulstufe haben ökonomische
                          Vorstellungen zu Bedürfnissen, Tausch, Eigentum, Arbeit und einer gerechten
                          Verteilung von Gütern. Ökonomisches Denken und Handeln heisst Prozesse und
                          Handlungen zu optimieren und knappe Ressourcen effizient und nachhaltig
                          einzusetzen. Ethische, naturwissenschaftliche und sozialwissenschaftliche Bezüge
                          spielen bei der Beurteilung von ökonomischen Situationen eine zentrale Rolle. Die
                          im Unterricht thematisierten Inhalte und Handlungen sind realitäts- und lebensnah
                          und weisen direkte Bezüge zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler auf. Die

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                          Lehrplan 21                                          15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Didaktische Hinweise                                          233

                              Auseinandersetzung damit hilft ihnen, sich in einer stärker ökonomisch geprägten
                              Welt zu orientieren, diese mitzugestalten und Entscheidungen zu begründen.

Handlungsorientiertes Lernen  Im Zentrum stehen auf Handlung ausgerichtete Unterrichtseinheiten, die Planung,
                              Durchführung und Reflexion beinhalten. So erarbeiten sich die Schülerinnen und
                              Schüler zum Beispiel eine Angebotsübersicht, indem sie in Läden vor Ort
                              Erkundungen machen, die Ergebnisse festhalten, reflektieren und Zusammenhänge
                              diskutieren; sie recherchieren Kriterien für Konsumentscheidungen und befragen
                              Menschen oder Experten zu ihren Erfahrungen, Vorgehensweisen und
                              Begründungen; sie erstellen ein konkretes Budget usw.

                              Im Wechsel zwischen handlungsorientiertem Tun und systematischer Reflexion
                              entwickeln die Schülerinnen und Schüler grundlegende Handlungskompetenzen, die
                              auf weitere Lebenssituationen übertragbar sind.

Praktisches Lernen bei der    Konkretes Handeln ist auch leitendes Prinzip im ernährungspraktischen
Nahrungszubereitung
                              Unterrichtsteil, in welchem Schülerinnen und Schüler grundlegende Kompetenzen

                              zur Nahrungszubereitung entwickeln. Sie erfahren, dass das Zubereiten von

                              Nahrung ein Zusammenspiel von manuellem handwerklichem Arbeiten sowie

                              denkendem Steuern und Nachvollziehen ist und sich somit Kopf- und Handarbeit im

                              konkreten  Handeln                           ergänzen  beziehungsweise  gegenseitig

                              bedingen. Die Schülerinnen und Schüler erleben sich als selbsttätig und

                              selbstwirksam, da ein Gericht für ein gemeinsames Essen entsteht.

                              Nahrungszubereitung hat im Unterricht den Charakter eines Projektes. Die
                              Schülerinnen und Schüler üben sich im Umgang mit Nahrungsmitteln, Rezepten
                              und in der Zubereitung von Gerichten und lernen, selbstständig zu planen. Sie
                              nutzen unterschiedliche Varianten der Zusammenarbeit, reflektieren und evaluieren
                              ihren Arbeitsprozess sowie das dabei entstandene Gericht. Forschende
                              Vorgehensweisen ermöglichen den Lernenden zudem, Eigenschaften von
                              unterschiedlichen Nahrungsmitteln differenzierter wahrzunehmen oder die Wirkung
                              von Vorgehensweisen bei der Zubereitung nachzuvollziehen.

                              Die Schülerinnen und Schüler erleben, dass organisiertes Arbeiten sowie
                              Selbstständigkeit und Kooperationsfähigkeit das Zubereiten von Nahrung
                              vereinfachen. Auf diese Weise erarbeiten sie sich grundlegende Vorgehensweisen
                              und Arbeitsstrukturen, die auch im Alltag und in der Berufswelt nutzbar sind.

Didaktische Hinweise zu Räume, Zeiten, Gesellschaften

                              Die inhaltliche Perspektive von Räume, Zeiten und Gesellschaften fokussiert sowohl
                              geografische als auch geschichtliche Anliegen. Die didaktischen Hinweise werden
                              getrennt formuliert, auch wenn Berührungspunkte zwischen den beiden Fächern
                              bestehen (siehe auch Kapitel Strukturelle und inhaltliche Hinweise).

Geografie                     Die geografische Perspektive verbindet naturwissenschaftliche und
                              sozialwissenschaftliche Bildungsbereiche und zielt darauf ab, systemische
                              Zusammenhänge zwischen Mensch und Umwelt zu erkennen, zu analysieren und zu
                              hinterfragen. Naturgeografische Aspekte werden daher mit humangeografischen
                              Aspekten zu Mensch-Umwelt-Beziehungen zusammengeführt.

                              Geografischen Fragestellungen begegnen Kinder und Jugendliche sowohl in ihrer
                              direkten Umgebung als auch in Medien und entsprechenden gesellschaftlichen
                              Diskussionen. Daher sind Lernzugänge, die von Alltagsvorstellungen und
                              Lebensweltbezügen ausgehen genauso bedeutend wie die direkte Begegnung mit
                              Begriffen, Sachverhalten und Menschen an ausserschulischen Orten. Zudem soll
                              das aktiv-entdeckende Lernen mit dem anschaulichen, multimedialen Lernen
                              kombiniert werden.

Räumliche Orientierung        Räumliche Orientierung wird als ein umfassendes Konzept von vier Aspekten
                              verstanden: Topografie, Orientierung im Realraum, Umgang mit

                                                                                                                   NMG

15.3.2016                                Lehrplan 21
234 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Didaktische Hinweise

         Regionen und Länder            Orientierungsmitteln und Raumwahrnehmungen. Alle vier Aspekte müssen im
         Aktuelle Ereignisse            Unterricht berücksichtigt und umgesetzt werden.
         Geschichte
         Narrativität                   Für die Förderung des topografischen Orientierungswissens ist es zentral,
         Exemplarität                   topografische Merkmale immer mit thematischen Bezügen zu verknüpfen. Auf diese
         Quellenarbeit                  Weise bleibt topografisches Wissen nicht träge bzw. leer, sondern führt zu einer mit
         Perspektivität und Pluralität  inhaltlichem Wissen verknüpften Orientierungskompetenz. Umgesetzt werden kann
                                        dies beispielsweise mit der mitwachsenden Karte.
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                                        Alle Menschen entwickeln durch die individuelle Raumwahrnehmung andere
                                        Vorstellungen von Räumen und Sachverhalten. Der Umgang mit diesen
                                        verschiedenen Vorstellungen, Stereotypen und Vorurteilen sind sowohl
                                        Ausgangslage für Lernprozesse als auch Diskussionsgrundlage oder
                                        Anknüpfungspunkt für Lernreflexionen.

                                        Die Auswahl von entsprechenden Regionen oder Ländern obliegt der Lehrperson.
                                        Empfohlen wird, Regionen aus Europa und Nordamerika zeitlich in der Regel vor
                                        Regionen aus Asien, Afrika oder Lateinamerika in den Unterricht zu integrieren. In
                                        der Umsetzung der regional-thematischen Geografie werden ausgewählte
                                        Kompetenzen jeweils einer Region/einem Land zugeordnet, sodass an diesen
                                        Kompetenzen sowohl thematisch als auch mit regionalem Bezug gearbeitet werden
                                        kann.

                                        Aktuelle Ereignisse und Situationen sind für den Unterricht bedeutsam. Damit sind
                                        sowohl gegenwärtig gesellschaftlich relevante Fragestellungen gemeint als auch
                                        Tagesaktualitäten beispielsweise bei Naturrisiken. Erstere können systematisch und
                                        geplant in den Unterricht integriert werden, zweitere müssen einfliessen, wenn sich
                                        eine Situation ergibt. Die Wichtigkeit von Aktualitäten bezieht sich sowohl auf
                                        Themen als auch auf Länder bzw. Regionen.

                                        Menschen beschäftigen sich natürlicherweise mit Vergangenheit. Sie wollen zum
                                        Beispiel wissen, wie sie zu dem geworden sind, was sie sind. Dazu suchen sie im
                                        Universum des Historischen Materialien aus der oder über die Vergangenheit und
                                        fügen die Informationen zu einer für sie sinnvollen Geschichte zusammen. Da aus
                                        denselben Quellen unterschiedliche Erzählungen entstehen können, wird immer
                                        wieder die Frage nach der Triftigkeit gestellt: Was ist wahr oder richtig? Was ist
                                        erfunden oder falsch? Was ist gut für mich und für uns in Gegenwart und Zukunft?

                                        Geschichte entsteht und wird lebendig mit Geschichten. Ohne Geschichten zu
                                        erzählen oder erzählen zu lassen, gibt es kein historisches Lernen. Die Auswahl der
                                        Geschichten geschieht entlang bedeutsamer Schlüsselprobleme und orientiert sich
                                        an gesellschaftlichen Traditionen.

                                        Geschichtsunterricht zielt darauf ab, dass Schülerinnen und Schüler anhand von
                                        Beispielen aus der Vergangenheit allgemeine, über das konkrete Beispiel
                                        hinausweisende Einsichten für die Gegenwart und Zukunft gewinnen. Gut gewählt
                                        sind die Beispiele dann, wenn ein Bezug zur Gegenwart und zu den Lernenden
                                        besteht.

                                        Geschichtsunterricht stützt sich auf die Arbeit mit Quellen als Basis unseres
                                        rekonstruierten Wissens über die Vergangenheit und die Auseinandersetzung mit
                                        Darstellungen. Neben verschiedenen Textsorten sind insbesondere auch bildliche
                                        (z.B. Gemälde, Fotografie, Film, Karikatur, Karte) und gegenständliche Materialien
                                        wichtig und didaktisch sinnvoll. Schülerinnen und Schüler lernen bei der Arbeit mit
                                        Quellen und Darstellungen, dass diese keine historische Wahrheit darstellen,
                                        sondern kritisch analysiert werden müssen.

                                        Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven unterschiedlich gedeutet. Diese
                                        verschiedenen Blickwinkel auf die Dinge lassen sich in den zeitgenössischen
                                        Quellen feststellen, aber auch in heutigen Darstellungen. So wie es nicht eine

                                        Lehrplan 21                            15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Didaktische Hinweise                                                 235

                                  einzige Perspektive gibt, gibt es auch nicht die eine historische Wahrheit. Eng
                                  verknüpft mit dem Prinzip der Multiperspektivität ist das der Pluralität. Der
                                  Geschichtsunterricht soll sich mit unterschiedlichen Deutungen geschichtlicher
                                  Vorgänge auseinandersetzen. Darüber hinaus lassen sich historische Sachverhalte
                                  nur erklären, indem das Zusammenspiel mehrerer Ursachen berücksichtigt sowie
                                  die möglichen und tatsächlichen Folgen betrachtet werden.

Personalisierung und              Geschichte erzählt von menschlichem Handeln in gesellschaftlicher Praxis.
Personifizierung                  Geschichte thematisiert deshalb Frauen, Männer und wenn immer möglich Kinder
                                  und Jugendliche und fragt, was ihr Handeln prägt, was es bewirkt und wie es in der
                                  Gesellschaft eingebettet ist. In den Blick kommen dabei Veränderungen und
                                  Entwicklungszusammenhänge.

Didaktische Hinweise zu Ethik, Religionen, Gemeinschaft

                                  Die Perspektiven Ethik, Religionen, Gemeinschaft tragen der gesellschaftlichen
                                  Situation und der Komplexität moderner Welterfahrung Rechnung. Diesen drei
                                  Perspektiven sind die Kompetenzbereiche zugeordnet.

Ethik                             Ethische Herausforderungen geben Anlass, über Erfahrungen, Werte und Normen
                                  nachzudenken. Vielfalt von Meinungen und Vorstellungen beruht einerseits auf indi-
                                  viduellen Erfahrungen und Überzeugungen, anderseits auf kulturellen Traditionen
                                  und Errungenschaften. Differenzen können verunsichern, regen aber auch zu Fra-
                                  gen an, die oft nicht einheitlich oder abschliessend beantwortet werden können.

Sich eigener Werte bewusst        Im Nachdenken über Grunderfahrungen und Handlungsweisen lernen Schülerinnen
werden                            und Schüler, sich ihrer Wertvorstellungen und Normen bewusst zu werden und sie
                                  zu denjenigen anderer in Beziehung zu setzen.

Kontroversität berücksichtigen    Kontroverse Einschätzungen geben dabei nicht nur Anlass zu Diskussionen; sie
                                  können auch berechtigte Ergebnisse von Lernprozessen darstellen. Gleichwohl sind
                                  grundlegende Wertkonzepte wie Gerechtigkeit, Freiheit, Solidarität, Menschenwürde
                                  in Bezug auf ethisch herausfordernde Situationen zu verdeutlichen und in deren
                                  Beurteilung einzubeziehen: Was heisst hier gerecht und ungerecht? Wer trägt hier
                                  Verantwortung und wie kann sie wahrgenommen werden? Werden Beteiligte in ihrer
                                  Würde geachtet oder verletzt?

Aktualitäten aufgreifen           Stufengemäss können Anlässe in der Umgebung, Medienberichte sowie öffentliche
                                  Debatten aufgegriffen werden.

Philosophieren - fokussieren und  Nachdenklichkeit kann das Lernen auf jeder Stufe bereichern. Methoden des
Sichtweisen erweitern             Philosophierens helfen, Themen zu fokussieren: Begriffe klären, Meinungen
                                  hinterfragen, Sachverhalte prüfen, gute Gründe finden, eigene Erfahrungen
                                  einbringen, Sichtweisen im Dialog erweitern. Analytische Zugänge können mit
                                  kreativen und kommunikativen Methoden ergänzt werden.

                                  Die Lehrperson leitet mit ihrer nicht manipulativen Haltung zu offenen Gesprächen
                                  an, an denen alle Kinder teilnehmen können, und bringt grundlegende, anerkannte
                                  Wertkonzepte wie Gerechtigkeit, Freiheit, Solidarität, Menschenwürde ein.

Religionen                        Mit den Religionen begegnen Schülerinnen und Schüler vertrauten und fremden
                                  Traditionen und Vorstellungen. Religiöse Vielfalt ist in der Gesellschaft nicht nur in
                                  verschiedenen Religionen begründet; sie zeigt sich vielmehr auch in individueller
                                  Einstellung und Praxis sowie Distanz zu Religion.

Glaubens- und Gewissensfreiheit   Der Unterricht über Religionen gehört zum obligatorischen Unterricht der
respektieren                      Volksschule. Er ist daher zu gestalten, dass er von Schülerinnen und Schülern
                                  ungeachtet ihrer Religionszugehörigkeit oder Konfessionslosigkeit unter
                                  Respektierung der Glaubens- und Gewissensfreiheit im Sinne von Art. 15 der

                                                                                                                          NMG

15.3.2016                         Lehrplan 21
236 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Didaktische Hinweise

     Schülerinnen und Schüler nicht  Bundesverfassung besucht werden kann. Es dürfen im Unterricht keine religiösen
     vereinnahmen                    Handlungen vollzogen werden, und es darf keine religiöse Unterweisung stattfinden.

     Kultur erschliessen             Grundlage und Ziel des Unterrichts ist eine unvoreingenommene, offene Haltung
                                     und ein nicht diskriminierender Umgang mit Religionen und Weltanschauungen.
     Auf Begegnung und Dialog        Deren Darstellungen sollen unparteiisch erfolgen und Beteiligte nicht festlegen
     ausrichten                      oder zuschreibend vereinnahmen. Vergleiche zwischen verschiedenen Traditionen
                                     sind im Einzelfall dann sinnvoll, wenn sie Anknüpfungsmöglichkeiten an Kultur und
     Gemeinschaft                    Lebenswelt bieten (z.B. Fastenzeiten), Verbindungen aufzeigen (z.B. Ruhetag in
                                     Judentum und Christentum sowie in säkularer Gesellschaft), ohne dass sie mit
     Privatheit respektieren         Wertungen verbunden werden. Ein so gestalteter Unterricht ermöglicht es allen
                                     Schülerinnen und Schülern, sich ungeachtet ihrer Zugehörigkeit oder Distanz zu
                                     religiösen Traditionen und Überzeugungen am Unterricht zu beteiligen.

                                     Schülerinnen und Schüler sind aufgrund ihrer Herkunft, Erfahrung und Entwicklung
                                     beim Lernen über Religionen unterschiedlich herausgefordert. Es ist darauf zu
                                     achten, dass einzelne Schülerinnen und Schüler nicht vereinnahmt oder überfordert
                                     werden, indem sie zum Beispiel die Religion, der sie allenfalls angehören, als
                                     Experten vertreten oder erklären müssen. Was den einen bekannt, vertraut oder
                                     selbstverständlich ist, kann für andere befremdend und unbegreiflich sein.

                                     Der Vollzug religiöser Handlungen hat im Unterricht keinen Platz. Die religiöse
                                     Erziehung bleibt den Erziehungsberechtigten und Religionsgemeinschaften
                                     überlassen.

                                     Die Welt der Religionen ist den Schülerinnen und Schüler stufengemäss zu
                                     erschliessen, wie dies Umgebung, gesellschaftliches Umfeld und globale Horizonte
                                     erfordern. Religionen werden sichtbar in kulturellen Spuren, in der Vielfalt religiöser
                                     Praxis, in religiösen Vorstellungen und ihren Wirkungen in der Gesellschaft.

                                     Grundkenntnisse christlicher Traditionen und Werte sind nicht nur für christlich
                                     sozialisierte Schülerinnen und Schüler, vielmehr gerade auch für solche ohne oder
                                     mit anderer Religionszugehörigkeit wichtig, um sich kompetent in Kultur und
                                     Gesellschaft zu orientieren.

                                     Im Unterricht steht nicht nur die je eigene Weltsicht, sondern auch das Verständnis
                                     gegenüber anderen Traditionen und Überzeugungen im Fokus. Auch wer sie nicht
                                     teilt, muss sie in einer demokratischen Gesellschaft respektieren. Der Unterricht
                                     trägt damit zur Religionsfreiheit bei. Mit Menschen unterschiedlicher Traditionen
                                     und Weltanschauungen zusammenzuleben, erfordert, ihnen mit Interesse und
                                     Offenheit zu begegnen. Auffassungen, die für die betreffenden Personen
                                     verbindlichen Anspruch haben, haben nicht generelle Geltung; sie können in der
                                     jeweiligen Religionsgemeinschaft eine Stimme unter anderen darstellen.

                                     Die Lehrperson ist sich ihres eigenen weltanschaulichen Horizontes bewusst und
                                     leitet die Schülerinnen und Schüler transparent mit einer interessierten und
                                     respektvollen Haltung zu Erkundungen und Begegnungen an.

                                     Die Schülerinnen und Schüler werden herausgefordert, ihr Leben und
                                     Zusammenleben zu gestalten. Die Schule selber ist sowohl Erfahrungsraum als
                                     auch Übungsfeld dafür. Lebensfragen sind Herausforderungen für die Einzelnen
                                     und für das Leben in der Gemeinschaft. Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher
                                     Individualisierung und Pluralisierung wird auch lebenskundliche Orientierung
                                     wichtiger.

                                     Auf jeder Stufe ergeben sich Anlässe, um Lebensfragen anzusprechen und
                                     lebenskundliche Themen zu bearbeiten. Das Leben in der Schule bietet
                                     Gelegenheiten, Erfahrungen der Selbst- und Eigenständigkeit zu machen sowie
                                     initiativ und verantwortlich zur Gemeinschaft beizutragen.

                                     Umgang mit Lebensfragen und Aspekten der Lebensgestaltung setzt in der Schule
                                     Respekt vor Privatheit (Individuum, Familie) voraus. Schülerinnen und Schüler

NMG

                                     Lehrplan 21                               15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Didaktische Hinweise                237

           sollen im Unterricht eigene Erfahrungen und Überzeugungen einbringen können,
           sie dürfen jedoch nicht dazu verpflichtet werden.

           Die Lehrperson moderiert Reflexion und Austausch, vermittelt relevante
           Informationen und beteiligt die Lernenden an Aktivitäten der Klasse und am
           Schulleben.

                                                                                         NMG

15.3.2016  Lehrplan 21
238 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Strukturelle und inhaltliche Hinweise

     Strukturelle und inhaltliche Hinweise

                                     Im Folgenden sind zunächst Hinweise zu Struktur und Inhalt aufgeführt, die für den
                                     gesamten Fachbereich Natur, Mensch, Gesellschaft (1. - 3. Zyklus) gelten.
                                     Anschliessend sind die spezifischen Hinweise für die Fachbereiche im 3. Zyklus
                                     dargestellt.

     Natur, Mensch, Gesellschaft (1. - 3. Zyklus)

                                     Kompetenzbereiche und Kompetenzen wurden ausgehend von thematisch-
                                     inhaltlichen Gesichtspunkten gebildet und mit ausgewählten Denk-, Arbeits- und
                                     Handlungsweisen verbunden.

     Kompetenzbereiche im 1. und 2.  Der 1. und 2. Zyklus sind in zwölf Kompetenzbereiche eingeteilt. Die
     Zyklus                          Kompetenzbereiche 1, 4, 5, 7, 10 und 11 orientieren sich an grundlegenden
                                     Fragestellungen, die uns als Menschen oder unsere soziale, kulturelle und
                                     natürliche Um- und Mitwelt betreffen. In diesen Kompetenzbereichen sind mehrere
                                     inhaltliche Perspektiven miteinander verknüpft. In den Kompetenzbereichen 2, 3, 6,
                                     8, 9, und 12 sind grundlegende Ideen, Konzepte und Themen aus den inhaltlichen
                                     Perspektiven des Fachbereichs aufgenommen. Diese Kompetenzbereiche sind,
                                     ähnlich den Kompetenzbereichen im 3. Zyklus, stärker fachlich beziehungsweise
                                     disziplinär ausgerichtet.

     Übergang vom 1./2. in den 3.    Im 3. Zyklus werden die Kompetenzen aus dem 1. und 2. Zyklus in die vier
     Zyklus                          Fachbereiche Natur und Technik (NT), Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (WAH), Räume,
                                     Zeiten, Gesellschaften (RZG) und Ethik, Religionen, Gemeinschaft (ERG)
                                     weitergeführt und ausdifferenziert. In den Fachbereichslehrplänen wird dies mit
                                     Verweisen am Ende des Kompetenzaufbaus im 1. und 2. Zyklus beziehungsweise zu
                                     Beginn des Kompetenzaufbaus im 3. Zyklus sichtbar gemacht. In Tabelle 1 ist die
                                     Weiterführung der Kompetenzbereiche des 1. und 2. Zyklus in den 3. Zyklus in der
                                     Mittelspalte aufgeführt.

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                                     Lehrplan 21                                                15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Strukturelle und inhaltliche Hinweise              239

Kompetenzaufbau und  Im Kompetenzaufbau ist eine Lernabfolge mitgedacht. Diese Lernabfolge bildet
Progressionslogiken  nicht in jedem Fall eine zwingende Stufung ab, sondern folgt unterschiedlichen
                     Progressionslogiken. Möglichkeiten sind:
15.3.2016
                              zunehmende Schwierigkeit und Komplexität des Inhalts beziehungsweise der
                              Denk-, Arbeits- oder Handlungsweise: z.B. vom Erkennen und Beschreiben

                                                                                                        NMG

                     Lehrplan 21
240 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Strukturelle und inhaltliche Hinweise

     Verbindliche Inhalte und                 von Merkmalen in einem Lebensraum zum Analysieren und Strukturieren
     Beispiele                                von Zusammenhängen;
                                              zunehmende Breite und Menge: z.B. von Informationen oder von
     Fehlende Grundansprüche und              durchzuführenden Verfahren;
     Orientierungspunkte                      zunehmende Tiefe, Genauigkeit und Differenzierung: z.B. durch Verwendung
                                              entsprechender Begriffe, durch strukturiertes Erzählen;
     Leere Kompetenzstufen im 1.              zunehmende Verallgemeinerung und Abstraktion: z.B. vom Wahrnehmen und
     Zyklus                                   Erkennen eines Phänomens zur Erkenntnis von Gesetzmässigkeiten, vom
     Orientierungspunkte in einer             Nahen, Vertrauten, Singulären zum Fremden, Fernen, Allgemeinen;
     leeren Kompetenzstufe                    verschiedene Perspektiven: von der eigenen Sichtweise zur Betrachtung aus
     Handlungsaspekte                         mehreren Perspektiven beziehungsweise zum Perspektivenwechsel;
                                              zunehmende Selbstständigkeit: vom stark angeleiteten Lernen zum zuneh-
     Liste der Denk-, Arbeits-, und           mend eigenständig und selbstverantworteten und -organisierten Lernen.
     Handlungsweisen
                                     In den einer Kompetenz zugeordneten Stufenbeschreibungen können mehrere
                                     Progressionslogiken enthalten sein.

                                     In den Kompetenzstufenbeschreibungen werden Präzisierungen verwendet. Sie sind
                                     folgendermassen zu lesen: Eine Aufzählung von Inhalten, die mit dem Symbol
                                     bezeichnet ist, bedeutet, dass die aufgezählten Inhalte verbindlich zu bearbeiten
                                     sind. Die Verwendung von z.B. bedeutet, dass die aufgezählten Inhalte eine Auswahl
                                     sind und der Illustration dienen. Die Lehrpersonen können aus den Beispielen
                                     auswählen oder andere Inhalte bearbeiten. (Siehe auch Überblick.)

                                     In einzelnen, ausgewählten Kompetenzaufbauten sind keine Grundansprüche
                                     gesetzt. Bei diesen Aufbauten wird nicht vorausgesetzt, dass die Schülerinnen und
                                     Schüler im betreffenden Zyklus eine bestimmte Kompetenzstufe erreichen sollen.
                                     Sie müssen aber die Möglichkeit erhalten, an den Kompetenzstufen, die zum
                                     Auftrag des jeweiligen Zyklus gehören, zu arbeiten.

                                     In einzelnen, ausgewählten Kompetenzaufbauten sind keine Orientierungspunkte
                                     festgelegt. Dies kommt immer dann vor, wenn der Aufbau von Kompetenzstufen
                                     schwer einem bestimmten Zeitpunkt zuzuordnen ist.

                                     Eine leere Stufe am Anfang eines Kompetenzaufbaus bedeutet, dass mit der Arbeit
                                     an dieser Kompetenz nicht zu Beginn des 1. Zyklus begonnen wird.

                                     Ein Orientierungspunkt in einer leeren Kompetenzstufe bedeutet, dass mit der
                                     Arbeit an den Kompetenzstufen ab Mitte des betreffenden Zyklus begonnen wird.

                                     Die vier Handlungsaspekte - Die Welt wahrnehmen, Sich die Welt erschliessen, Sich
                                     in der Welt orientieren, In der Welt handeln - sind im konkreten Lernprozess nicht
                                     immer genau zu trennen, sondern gehen ineinander über und sind miteinander
                                     verbunden. Es ergeben sich dabei sinnvolle Zusammenhänge und zum Teil
                                     Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Handlungsaspekten. Voraussetzung für die
                                     Orientierung ist z.B. ein sachgemässes Erschliessen von Informationen oder die
                                     Analyse und Strukturierung entsprechender Sachverhalte. Die Reihenfolge bei der
                                     Zusammenstellung der Handlungsaspekte entspricht nicht einer Hierarchie oder
                                     einem vorgegebenen Muster für die Bearbeitung und Förderung im Unterricht.

                                     Die Zusammenstellung der Denk-, Arbeits- und Handlungsweisen in Tabelle 2 dient
                                     dem besseren Verständnis der Handlungsaspekte und ist nicht abschliessend. Sie
                                     kann bei der Planung des Unterrichts und der Formulierung passender Aufgaben
                                     nützlich sein.

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                                     Lehrplan 21                                                15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Strukturelle und inhaltliche Hinweise  241

                                                                                            NMG

15.3.2016  Lehrplan 21
242 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Strukturelle und inhaltliche Hinweise

     Natur und Technik (3. Zyklus)

     Kompetenzbereiche  Natur und Technik umfasst die klassischen Naturwissenschaften Physik, Chemie
                        und Biologie sowie einen übergreifenden Bereich, der insbesondere die technischen
                        Anwendungen der Naturwissenschaften und ihre Wechselwirkung mit der
                        Lebenswelt beinhaltet. Entsprechend sind die Kompetenzbereiche angelegt: Neben
                        naturwissenschaftlich übergreifenden Kompetenzen, welche das Wesen der
                        Naturwissenschaften und die naturwissenschaftlich-technischen Arbeitsweisen
                        beinhalten, sind Kompetenzen zum Aufbau rein disziplinärer Fähigkeiten und
                        Fertigkeiten formuliert. Im Kompetenzaufbau von Natur und Technik spiegelt sich
                        somit wieder, dass die Naturwissenschaften als Einheit mit vielen Gemeinsamkeiten
                        betrachtet werden, welche im Wesentlichen fächerübergreifend behandelt werden,
                        ohne das Spezifische der einzelnen Disziplinen ausser Acht zu lassen.

     Bezüge zu anderen  Von Natur und Technik gibt es diverse Bezüge zu Wirtschaft, Arbeit,
     Fachbereichen      Haushalt (Ökosysteme, Stoffwechsel), Räume, Zeiten, Gesellschaften (Ökosysteme,
                        Rohstoffe, Energie) und Ethik, Religionen, Gemeinschaft (Gesundheit, Sexualität,
                        Weltsichten und Weltdeutungen). Darüber hinaus gibt es Bezüge zur Mathematik
                        (Darstellen von Grössen, Interpretieren von Daten in Diagrammen), zu Textilem und
                        Technischem Gestalten (Nutzung, Einschätzung und Diskussion
                        naturwissenschaftlich-technischer Erkenntnisse für technische Konstruktionen) und
                        zu Musik (Akustik). In den Stufenbeschreibungen zu Natur und Technik sind davon
                        nur die NT-spezifischen Anteile enthalten, so dass keine Dopplungen entstehen. Die
                        entsprechenden Stellen sind mit Querverweisen gekennzeichnet.

     Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (3. Zyklus)

                        Mit der Fachbereichsbezeichnung Wirtschaft, Arbeit, Haushalt erhält das bisherige
                        Fach Hauswirtschaft eine inhaltliche Erweiterung um die Perspektiven Wirtschaft
                        und Arbeit. Die Kompetenzbereiche orientieren sich an den Anforderungen und
                        Herausforderungen der alltäglichen Lebensführung und tragen somit zu deren
                        Bewältigung bei.

                        Menschen leisten bezahlte und unbezahlte Arbeit. Sie sind als Erwerbstätige in
                        unterschiedliche Arbeits- und Berufswelten eingebunden und verdienen Geld. Sie
                        sind aufgefordert, im privaten Alltag die physische und psychische Regeneration für
                        sich und andere sicherzustellen. Damit ist Arbeit sowohl für Wirtschaft wie Haushalt
                        zentral. Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass alltägliche Lebensführung
                        nicht auf Arbeiten im Haushalt beschränkt, sondern in vielfältiger Weise mit
                        weiteren Lebensbereichen vernetzt ist. Sie setzen sich damit auseinander, dass
                        Menschen Entscheidungen auf Märkten treffen, mit begrenzten Mitteln haushalten
                        und dabei Nutzen, Kosten und Risiken abwägen. Sie realisieren, dass vieles selber
                        entscheiden zu dürfen, eine Zunahme der Verantwortlichkeiten bedeutet und jeder
                        Mensch aufgefordert ist, die Gestaltung seines Alltags mit den individuell
                        verfügbaren materiellen, kulturellen, personalen und sozialen Ressourcen
                        abzustimmen.

     Kompetenzbereiche  Diese Überlegungen sind im Lehrplan Wirtschaft, Arbeit, Haushalt in den folgenden
                        fünf Kompetenzbereichen aufgenommen:

                        Der Kompetenzbereich Produktions- und Arbeitswelten erkunden (WAH 1) greift die
                        Bedeutung von Arbeit, die damit verbundenen Anforderungen für den Menschen und
                        die Produktion von Gütern und Dienstleistungen auf. Im Kompetenzbereich Märkte
                        und Handel verstehen über Geld nachdenken (WAH 2) stehen die Prinzipien der
                        Marktwirtschaft, die Bedeutung des Handels und der Umgang mit Geld im
                        Vordergrund. Der Kompetenzbereich Konsum gestalten (WAH 3) befasst sich mit den
                        Einflüssen, Folgen von Konsum, sowie mit Konsumentscheidungen. Der
                        Kompetenzbereich Ernährung und Gesundheit Zusammenhänge verstehen und
                        reflektiert handeln (WAH 4) greift die Thematik der Ernährung und

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                                    Lehrplan 21                                                 15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Strukturelle und inhaltliche Hinweise                       243

                          Nahrungszubereitung auf, während im Kompetenzbereich Haushalten und
                          Zusammenleben gestalten (WAH 5) Aspekte und Herausforderungen der
                          Alltagsgestaltung integriert sind.

Hinweise zur Beruflichen  Im Fachbereich Wirtschaft, Arbeit, Haushalt sind im Kompetenzbereich Produktions-
Orientierung              und Arbeitswelten erkunden zwei Kompetenzen enthalten, die beim Bildungs- und
                          Berufswahlprozess eine wichtige Grundlage darstellen. Die Schülerinnen und
                          Schüler setzen sich mit der individuellen und gesellschaftlichen Bedeutung von
                          Arbeit sowie mit Anforderungen und Gestaltungsspielräumen in Arbeitswelten
                          auseinander. Der Kompetenzaufbau findet im Unterricht Wirtschaft, Arbeit,
                          Haushalt statt. Eine Koordination zwischen der Lehrperson Wirtschaft, Arbeit,
                          Haushalt und den Lehrpersonen, die den individuellen Bildungs- und
                          Berufswahlprozess der Jugendlichen begleiten, ist notwendig. (Siehe auch
                          Modullehrplan Berufliche Orientierung.)

Bezüge zu anderen         Bezüge zu Natur und Technik (Ökosysteme, Stoffwechsel), zu Räume, Zeiten und
Fachbereichen             Gesellschaften (Rohstoffe, Handel, Produktion, Veränderung von Arbeitswelten) und
                          zu Ethik, Religionen, Gemeinschaft (Lebensweisen, Zusammenleben) sind mit
                          entsprechenden Querverweisen gekennzeichnet. Fächerübergreifende
                          Absprachen erleichtern die Zusammenarbeit und bereichern den Unterricht.

Räume, Zeiten, Gesellschaften (3. Zyklus)

                          Geografie und Geschichte sind neu im Fachbereich Räume, Zeiten, Gesellschaften
                          zusammengefasst. Die jeweiligen Perspektiven sind in je eigenen
                          Kompetenzbereichen aufgeführt. Wo möglich, werden räumliche und zeitliche
                          Perspektiven zueinander in Bezug gesetzt. Um mögliche Berührungspunkte der
                          beiden Perspektiven zu verdeutlichen, wird im Anschluss an den
                          Fachbereichslehrplan ein Planungsbeispiel aufgeführt.

Kompetenzbereiche         Die geografischen Kompetenzbereiche sind so strukturiert, dass der erste
                          Kompetenzbereich die naturgeografischen Aspekte beinhaltet und der zweite
                          Kompetenzbereich die humangeografischen Schwerpunkte. Im dritten
                          Kompetenzbereich werden die für den Geografieunterricht zentralen Mensch-
                          Umwelt-Beziehungen zusammengeführt. Die ersten drei Kompetenzbereiche
                          fokussieren somit eher inhaltliche Aspekte. Der vierte Kompetenzbereich beschreibt
                          die vier Aspekte der Räumlichen Orientierung. Diese Kompetenzen müssen im
                          Sinne von Querschnittelementen in jedes Themenfeld eingebunden bzw. zu jedem
                          anderen Kompetenzbereich zugeordnet werden. Daher enthält der
                          Kompetenzbereich auch keine Orientierungspunkte.

                          Die geschichtlichen Kompetenzbereiche spiegeln die gängige Aufteilung nach
                          Schweizer Geschichte, Weltgeschichte, Politischer Bildung und Geschichtskultur.
                          Der Kompetenzbereich zur Schweizer Geschichte ist nach Herrschaft, Wirtschaft
                          und Kultur, derjenige zur Weltgeschichte entlang der Chronologie gegliedert. Im
                          Kompetenzbereich zur Geschichtskultur werden je unterschiedliche Möglichkeiten
                          und Wege aufgezeigt, wie geschichtliches Wissen vermittelt und Erkenntnisse
                          erarbeitet werden können. Bei der Politischen Bildung stehen die Basiskonzepte
                          Demokratie und Menschenrechte im Zentrum.

Themenfelder              Die ersten drei geografischen Kompetenzbereiche werden im Unterricht in der
                          Regel zu Themenfeldern zusammengefasst. Einerseits bedeutet dies, dass an einer
                          Kompetenz mehrfach gearbeitet wird, andererseits deckt ein Themenfeld mehrere
                          Kompetenzen auch aus unterschiedlichen Kompetenzbereichen ab.

                          Weil für geschichtliches Denken die Orientierung in der Zeit eine zentrale Grundlage
                          bildet, geschieht die Themenauswahl zu den Kompetenzbereichen zur Schweizer
                          Geschichte, zur Weltgeschichte und zur Politischen Bildung in erster Linie gemäss
                          dem chronologischen Ordnungsprinzip. Parallel und ergänzend dazu werden
                          Vergleiche ermöglicht, die die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen als historisches

                                                                                                                 NMG

15.3.2016                 Lehrplan 21
244 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Strukturelle und inhaltliche Hinweise

                        Strukturprinzip verdeutlichen. Im Kompetenzbereich Geschichtskultur analysieren
                        und nutzen wird in der Regel nicht ein eigenes Thema gewählt, sondern die
                        Entwicklung und Erarbeitung der hier festgelegten Kompetenzen geschieht bei
                        denjenigen Themen der anderen Kompetenzbereiche, die sich dafür gerade
                        anbieten. Dies verstärkt die Lebensweltorientierung des Unterrichts.

     Bezüge zu anderen  Aus geografischer Perspektive sind zahlreiche Bezüge zu Natur und
     Fachbereichen      Technik (Ökosysteme, Rohstoffe, Energie), zu Wirtschaft, Arbeit,
                        Haushalt (Rohstoffe, Wirtschaftsgeografie, Handel, Produktion) und zu Ethik,
                        Religionen, Gemeinschaft (Lebensweisen, Kulturen) möglich. Aus geschichtlicher
                        Perspektive ergeben sich nebst andern Fachbereichen vor allem Berührungspunkte
                        zu Ethik, Religionen, Gemeinschaft (Thematisierung von Traditionen,
                        Lebensverhältnissen und Lebensweisen; Auseinandersetzung mit Werten, Normen
                        und Weltsichten) und zu Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (wirtschaftliche
                        Veränderungen, Alltagsleben von Menschen zu verschiedenen Zeiten).

     Ethik, Religionen, Gemeinschaft (3. Zyklus)

                        Die drei Perspektiven Ethik, Religionen, Gemeinschaft sind in verschiedenen
                        Kompetenzbereichen abgebildet und im Unterricht gleichwertig zu gewichten.

     Kompetenzbereiche  Die Kompetenzen zur Perspektive Ethik sind in ERG 1 und ERG 2 aufgenommen.
                        Bildung schliesst Raum zum eigenen Nachdenken und freien Austausch über Leben
                        und Lebensführung ein. Ethische Reflexion kann Themen aus allen Fächern
                        aufnehmen und bereichern. Horizont und Methoden der Philosophie tragen zum
                        Klären und Vertiefen von Fragen und Problemstellungen bei.

                        In den Kompetenzbereichen ERG 3 und ERG 4 wird die Perspektive Religionen mit
                        den entsprechenden Kompetenzen abgebildet. Religionen sind wie im 1. und 2.
                        Zyklus auch im 3. Zyklus nicht enzyklopädisch zu behandeln. Elemente der Re-
                        ligionen werden mit ihren Ursprüngen, in ihren lebensweltlichen Kontexten oder im
                        Zusammenhang gesellschaftlicher Fragen und Debatten exemplarisch erschlossen.
                        Die Verteilung auf Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus und an-
                        dere Religionen ist nicht festgelegt. Der Horizont der grossen Religionen der Welt
                        sowie die aktuelle religiöse Landschaft der Schweiz muss im Laufe des 3. Zyklus
                        jedenfalls in den Blick kommen. Das Christentum in seiner konfessionellen und
                        individuellen Vielgestaltigkeit ist mit grundlegenden Lehren und Vorstellungen,
                        seiner Geschichte und kulturellen Wirkungen angemessen zu berücksichtigen.

                        Die Unterscheidung von Glauben und Wissen ist für die westliche Kultur eine
                        zentrale Bildungsfrage. Kompetenz mit ihr umzugehen, heisst nicht sie
                        abschliessend zu lösen, vielmehr die Spannung von Glauben und Wissen als von
                        kulturell grundlegender Bedeutung für das Verständnis von Wissenschaft und
                        Religion zu betrachten. Religionskunde kann dazu beitragen, diesen
                        Perspektivenwechsel zu beachten.

                        Der Kompetenzbereich ERG 5 greift die Perspektive Gemeinschaft auf. Dieser
                        Kompetenzbereich ist mit seinen lebenskundlichen Kompetenzen auf die Lernenden
                        und die Klasse zu beziehen. Deshalb legt es sich nahe, dass die Klassenlehrperson
                        für die Arbeit in diesem Kompetenzbereich zuständig ist.

     Bezüge zu anderen  Ethische Fragestellungen ergeben sich in allen Fächern (und Lebensbereichen) und
     Fachbereichen      erfordern fächerübergreifende Arbeit.

                        Fragen von Traditionen, Lebensverhältnissen und Lebensweisen berühren vor allem
                        die Fachbereiche Räume, Zeiten, Gesellschaften und Wirtschaft, Arbeit, Haushalt,
                        aber auch Musik, Gestalten und Sprachen. Lebenskundliche Themen betreffen auch
                        Kompetenzen und Inhalte der Fachbereiche Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (z.B.
                        Zusammenleben, Lebensformen, Lebensstile) und Natur und Technik (Gesundheit,
                        Sexualität, Weltsichten und Weltdeutungen) sowie des Fachbereichs Sprachen
                        (Kommunikation).

NMG

                        Lehrplan 21                                                             15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau  245

Natur, Mensch, Gesellschaft

                                                                      NMG

15.3.2016                    Lehrplan 21
246 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau

     NMG.1 Identität, Körper, Gesundheit - sich kennen und sich Sorge tragen

                                                                                                                                                                                                     Querverweise

     1. Die Schülerinnen und Schüler können sich und andere wahrnehmen und

             beschreiben.

     NMG.1.1           Ich bin ich
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1a
                       können sich als Person mit vielfältigen Merkmalen beschreiben (z.B. äussere
                    b  Merkmale, Familie, Freunde, Hobby) und sich von anderen unterscheiden.

     2c                können anhand von Beispielen (z.B. in Geschichten) Gefühle und Interessen beschreiben
                       und Unterschiede und Gemeinsamkeiten benennen.
                    d
                       können ihre Fähigkeiten erkunden und sich selber charakterisieren.
                    e
                       können von ihrem bisherigen Leben erzählen und dabei Veränderungen und
                       Gleichbleibendes erkennen.

                       können Vorstellungen für ihre Zukunft entwickeln und davon erzählen (z.B. Schulwahl,
                       Berufswunsch, Hobbys, Lebensweise).

                       Nachfolgende Kompetenz: ERG.5.1

                                                                                                                                                                                                     Querverweise

     2. Die Schülerinnen und Schüler können Mitverantwortung für Gesundheit EZ - Wahrnehmung (2)
                                                                                                                                                                                                     BNE - Gesundheit
             und Wohlbefinden übernehmen und können sich vor Gefahren schützen. EZ - Körper, Gesundheit und
                                                                                                                                                                                                     Motorik (1)

     NMG.1.2           Gesundheit und Wohlbefinden
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1
                       können subjektives Wohlbefinden beschreiben und mit Erfahrungen verbinden (z.B.
                    a  Situationen der Freude, Aktivität, Ruhe, Zufriedenheit).
                    b
                       können sich vor Gefahren schützen und kennen entsprechende Schutzmassnahmen
     2c                (z.B. im Strassenverkehr, bei Gewalt in der Schule, bei handwerklichen Arbeiten).
                       können unangenehme und ungewollte Handlungen an ihrem Körper benennen und sich
                       dagegen abgrenzen (z.B. Nein-Sagen, Hilfe holen).

                       können in konkreten Situationen (z.B. aus dem Alltag, aus Geschichten, Filmen) den
                       Grad des Wohlbefindens und den Gesundheitszustand von Menschen erkennen.
                       kennen Möglichkeiten, Gesundheit zu erhalten und Wohlbefinden zu stärken (z.B.
                       Bewegung, Schlaf, Ernährung, Körperpflege, Freundschaften).

     d können sexuelle Übergriffe (z.B. sprachliche Anzüglichkeiten, taxierende Blicke,
            Berührungen, Gesten) und sexuelle Gewalt erkennen, wissen wie sie sich dagegen
            wehren und wo sie Hilfe holen können.

     e kennen präventive Vorkehrungen zur Erhaltung der Gesundheit und können diese
            umsetzen (z.B. Hygienemassnahmen, Körperpflege, Ernährung, Bewegung).

     f können Merkmale von Abhängigkeiten und Sucht beschreiben und Möglichkeiten der                         BNE - Gesundheit
           Prävention erkennen.

NMG                    Nachfolgende Kompetenzen: NT.7.4, WAH.4.1

1                      Lehrplan 21                                                                                                                                                                                 15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                     247

           3. Die Schülerinnen und Schüler können Zusammenhänge von Ernährung                         Querverweise
                   und Wohlbefinden erkennen und erläutern.                                           BNE - Gesundheit

NMG.1.3           Ernährung, Lebensmittel
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1a
                  können Lebensmittel (z.B. Zutaten für Bündner Spezialitäten) untersuchen und nach
               b  Kriterien ordnen (z.B. nach Geruch, nach Geschmack, nach Aussehen, nach
                  Erntezeitpunkt, nach Herkunft).
               c
                  können Ernährungsgewohnheiten beschreiben und kulturelle Eigenheiten entdecken
2d                und die von anderen Menschen respektieren.

                  können angeleitet eine Mahlzeit zubereiten (z.B. Znüni, Zvieri, einfaches Essen).

                  können in Grundzügen die Bedeutung von Wasser und Nährstoffen für eine
                  ausgewogene Ernährung beschreiben.

           e können eigene Vorstellungen zur Ernährung mit Modellen vergleichen sowie die
                  Funktion von Modellen im Alltag einordnen (z.B. Ernährungsscheibe,
                  Ernährungspyramide).

           f können die Herkunft von ausgewählten Lebensmitteln untersuchen und über den
                  Umgang nachdenken (z.B. regionale, saisonale Produkte;
                  sparsamer/verschwenderischer Umgang mit Lebensmitteln). Lebensmittelverschwendung,

                      Footprint

           g können Merkmale zum sachgerechten Umgang mit Lebensmitteln beschreiben (z.B.
                  Hygiene, Haltbarkeit, Lagerung, Konservierung).

                  Nachfolgende Kompetenzen: RZG.3.2, WAH.4.2, WAH.4.3, WAH.4.4, WAH.4.5

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           4. Die Schülerinnen und Schüler können den Aufbau des eigenen Körpers EZ - Körper, Gesundheit und
                                                                                                                                                                                                           Motorik (1)
                   beschreiben und Funktionen von ausgewählten Organen erklären.

NMG.1.4           Aufbau und Funktion des menschlichen Körpers
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1a
                  können Körperteile, deren Lage und Funktion beschreiben.
               b
                  können spezifische Eigenschaften ausgewählten Körperteilen zuordnen und die
               c  Bedeutung erfassen (z.B. Gelenke sind beweglich, Augen sind empfindlich,
                  Schädelknochen wirken als Schutz).
2d
                  können Vorgänge und Funktionen im eigenen Körper beobachten und im
                  Zusammenhang von Organsystemen beschreiben (z.B. Bewegung-Muskulatur und
                  Skelett; Verdauung-Kauapparat und Verdauungsorgane).

                  können Reaktionen im Körper auf Grund von Bau und Funktion einzelner Organe
                  erkennen und Folgerungen ableiten (z.B. schwitzen, erröten, Schutz gegen
                  Sonnenbrand). Bau und Funktion der Haut

           e können Zusammenhänge zwischen Bau und Funktion des menschlichen Körpers
                  erklären. Aufrechter Gang: Skelett, Muskeln; Blutkreislauf: Herz, Venen, Arterien

15.3.2016         Lehrplan 21                                                                                                                                                                                            NMG
                                                                                                                                                                                                                           1
248 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau

                                                                                                       Querverweise

     f können Grundlagen für die Gesunderhaltung des Körpers nennen und entsprechend
           handeln. Körperfunktionen: Beweglichkeit, Gleichgewicht, Kraft, Ausdauer

            Nachfolgende Kompetenzen: NT.7.1, NT.7.2

                                                                                                       Querverweise

     5. Die Schülerinnen und Schüler können Wachstum und Entwicklung des
             menschlichen Körpers wahrnehmen und verstehen.

     NMG.1.5           Wachstum und Entwicklung des menschlichen Körpers
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1a
                       können Körperveränderungen messen, beschreiben und zu Wachstum und Entwicklung
                    b  des Menschen einordnen (z.B. grösser werden-stärker werden). Körpergrösse

     2c                können Unterschiede im Körperbau von Mädchen und Knaben mit angemessenen
                       Wörtern benennen.

                       können über die zukünftige Entwicklung zu Frau und Mann sprechen.

     d erhalten die Möglichkeit, Fragen und Unsicherheiten bezüglich Sexualität zu äussern.

     e können Veränderungen des Körpers mit angemessenen Begriffen benennen. Stimmbruch,

                Menstruation

     f verstehen Informationen zu Geschlechtsorganen, Zeugung, Befruchtung, Verhütung,
            Schwangerschaft und Geburt. Bau und Funktion der Geschlechtsorgane

     g können unter Anleitung die Qualität von ausgewählten Informationsquellen zu Sexualität MI.1.2.e
            vergleichen und einschätzen.

     h kennen psychische Veränderungen in der Pubertät (z.B. verstärkte Scham und
            Befangenheit, veränderte Einstellung zum eigenen Körper, erwachendes sexuelles
            Interesse) und wissen, dass diese zur normalen Entwicklung gehören.

            Nachfolgende Kompetenzen: ERG.5.3, NT.7.3

NMG                    Lehrplan 21                                                                                   15.3.2016
  1
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                               249

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           6. Die Schülerinnen und Schüler können Geschlecht und Rollen reflektieren. EZ - Lernen und Reflexion (7)
                                                                                                                                                                                                           BNE - Geschlechter und
                                                                                                                                                                                                           Gleichstellung

NMG.1.6           Geschlecht und Rollen
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1a
                  können anhand von Beispielen Rollenverhalten beschreiben und vergleichen (z.B. Wer
               b  hat welche Aufgaben und Befugnisse? Wer trägt welche Kleidung? Wer pflegt welche
                  Hobbys?).
2c
                  können vielfältige Geschlechterrollen beschreiben (z.B. in Beruf, Familie, Sport) und
                  wissen, dass Mädchen/Frauen und Jungen/Männer dieselben Rechte haben.

                  verwenden im Zusammenhang mit Geschlecht und Rollen eine sachliche und
                  wertschätzende Sprache.

           d können Geschlechterrollen (z.B. Merkmale, Stereotypen, Verhalten) beschreiben und           MI.1.2.e
                  hinterfragen sowie Vorurteile und Klischees in Alltag und Medien erkennen.

                  Nachfolgende Kompetenzen: ERG.5.2, ERG.5.3

15.3.2016         Lehrplan 21                                                                                                                                                                                                      NMG
                                                                                                                                                                                                                                     1
250 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau

     NMG.2 Tiere, Pflanzen und Lebensräume erkunden und erhalten

                                                                                                            Querverweise

     1. Die Schülerinnen und Schüler können Tiere und Pflanzen in ihren                                     BNE - Natürliche Umwelt und

                       Lebensräumen erkunden und dokumentieren sowie das Zusammenwirken                     Ressourcen

                       beschreiben.

     NMG.2.1           Tiere, Pflanzen, Lebensräume
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1a
                       können bildhaft darstellen und erläutern, welche Pflanzen und Tiere in selber        MI.1.3.b
                    b  erkundeten Lebensräumen vorkommen.                                                   BG.1.A.2.2a

                    c  können Lebewesen ihren typischen Lebensräumen zuordnen (z.B. Wiese: Wildkräuter,
                       Gräser, Insekten, Regenwurm, Käfer).

                       können nahegelegene Lebensräume (z.B. Nationalpark, Waldreservat Val Cama,
                       Auenlandschaft Rhäzüns, Rheinschlucht/Ruinaulta, Roseg Gletscher) und deren
                       Lebewesen erkunden (z.B. mit Masstab, Feldstecher, Lupe, Bestimmungsbuch) und ihre
                       Forschungsresultate protokollieren sowie das Zusammenleben beschreiben.

     d können erklären, welche Tiere oder Pflanzen voneinander abhängig sind und
            Vermutungen über Wechselwirkungen zwischen Lebewesen anstellen (z.B. Weiher:
            Amphibien, Reiher, Süsswasserfische, Mücken; Nahrungsketten, Nationalpark: Flechte,
            Arve, Arvenhäher, Eichhörnchen, Steinbock, Steinadler, Bartgeier, Murmeltier).

     e können zu Wechselwirkungen in Lebensräumen Informationen sammeln und
            schematisch darstellen (z.B. Nahrungsnetze, Räuber-Beute Beziehung).

            Nachfolgende Kompetenzen: NT.9.1, NT.9.2, NT.9.3, RZG.3.1

     2. Die Schülerinnen und Schüler können die Bedeutung von Sonne, Luft,                                  Querverweise
             Wasser, Boden und Steinen für Lebewesen erkennen, darüber                                      EZ - Zusammenhänge und
             nachdenken und Zusammenhänge erklären.                                                         Gesetzmässigkeiten (5)
                                                                                                            BNE - Natürliche Umwelt und
                                                                                                            Ressourcen

     NMG.2.2           Natürliche Grundlagen für Lebewesen
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1
                       können Einflüsse von Licht, Wärme, Luft, Wasser, Boden und Steinen auf das Wachstum
                    a  und die Lebensweise von Pflanzen und Tieren an alltagsnahen Beispielen explorieren
                       und Ergebnisse dazu darstellen und beschreiben.
                    b
                       können Vermutungen anstellen und erkennen, welche Bedeutung Sonne/Licht, Luft,
                    c  Wasser, Boden, Steine für Pflanzen, Tiere und Menschen haben und was sie zum Leben
                       brauchen.

                       können an Beispielen in der eigenen Umgebung Anpassungen von Pflanzen und Tieren
                       an die natürlichen Grundlagen erkunden und untersuchen, Ergebnisse ordnen sowie
                       kommentieren (z.B. Frühblüher, Pionierpflanzen im Hochgebirge, Tiere am und im
                       Wasser, Pflanzen an verschiedenen Standorten).

NMG                                                      Lehrplan 21                                                      15.3.2016
  2
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                   251

                                                                                                                                                                                                         Querverweise

           d können typische Merkmale und das Vorkommen von Gesteinen, Boden, Wasser in der
                  eigenen Umgebung erkunden, Vergleiche zwischen ausgewählten Standorten und
                  Lebensräumen anstellen und Ergebnisse dokumentieren (z.B. an Gewässern, in einer
                  Kiesgrube, im Wald).

           e können Einflüsse von Sonne/Licht, Luft, Wärme, Wasser, Boden auf das Wachstum und
                  die Lebensweise von Pflanzen und Tieren untersuchen, Beobachtungen über längere
                  Zeit vornehmen, Ergebnisse festhalten und darstellen.

           f können verschiedene Phänomene und Merkmale zu Sonne/Licht, Luft, Wärme, Wasser,
                  Boden, Gesteine in Beziehung stellen und strukturieren sowie Erkenntnisse daraus
                  erklären und einordnen. Phänomene und Merkmale: Umwandlung, Lichtstrahlung, Wärmestrahlung, Erwärmung und

                      Abkühlung, Verdunstung und Kondensation; Wasser und Wasserkreislauf; Aufbau von Bodenschichten

           g können ausgewählten Fragen zu Einflüssen und Zusammenhängen von
                  Naturgrundlagen auf die Lebensweise von Tieren, Pflanzen und Menschen nachgehen,
                  Informationen dazu erschliessen, Fachpersonen befragen sowie Ergebnisse und
                  Erkenntnisse ordnen, charakterisieren und erklären.

                  Nachfolgende Kompetenzen: NT.9.1, NT.9.2, NT.9.3, RZG.1.4, RZG.3.1

                                                                                                                                  Querverweise

           3. Die Schülerinnen und Schüler können Wachstum, Entwicklung und
                   Fortpflanzung bei Tieren und Pflanzen beobachten und vergleichen.

NMG.2.3           Wachstum, Entwicklung, Fortpflanzung
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1a
                  können das Wachstum von Pflanzen und Tieren aus der eigenen Umgebung beobachten
               b  und von ihren Beobachtungen berichten.
               c
                  können Wachstum und Entwicklung bei Pflanzen und Tieren beobachten, zeichnen und
2d                beschreiben. Entwicklung der Raupe über die Puppe zum Schmetterling; Blüten und Früchte von Pflanzen

                  können bei Tieren Besonderheiten zur Sicherung des Fortbestands erkennen,
                  vergleichen und Unterschiede beschreiben (z.B. Entwicklung im Ei-schlüpfen,
                  Entwicklung im Beutel, Entwicklung im Tierleib-lebendgebährend).

                  können Informationen zur Bestäubung von Pflanzen erschliessen und darstellen sowie
                  Samenkeimung, Wachstum und Verbreitung bei Pflanzen erforschen (z.B.
                  Verbreitungsarten: Wind, Tiere, Wasser, Mensch). Staubbeutel, Pollen, Fruchtknoten, Stempel, Narbe,

                  Frucht, Samen, Keimung

           e können Informationen zu Wachstum, Entwicklung und Fortpflanzung von Säugetieren
                  erschliessen und festhalten (z.B. in Steckbriefen).

           f können die Fortpflanzung, das Wachstum und die Entwicklung von Tieren beobachten
                  und beschreiben. Entwicklung der Amphibien von der Kaulquappe zum Frosch; Entwicklung von der Kiemenatmung zur

                      Lungenatmung

                  Nachfolgende Kompetenzen: NT.8.2, NT.8.3

15.3.2016         Lehrplan 21                                                                                                                                                                                          NMG
                                                                                                                                                                                                                         2
252 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau

                                                                                                                                                                                                     Querverweise

     4. Die Schülerinnen und Schüler können die Artenvielfalt von Pflanzen und

             Tieren erkennen und sie kategorisieren.

     NMG.2.4           Artenvielfalt und Ordnungssysteme
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1a
                       können ausgewählte Pflanzen- oder Tiergruppen auf ihre Eigenschaften untersuchen
                    b  sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede beschreiben (z.B. Vögel haben ein Gefieder,
                    c  Reptilien eine Haut aus Hornschuppen).

                    d  können ausgewählte Zuordnungen von Pflanzen und Tieren mithilfe ihrer Merkmale
                       vornehmen. Nadelbäume/Laubbäume; Wildtiere/Nutztiere/ Heimtiere
                    e
                    f  können Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Pflanzen und Tieren (z.B. Singvögel,
                       Wasservögel, Greifvögel, Eulen; Zugvögel/Standvögel) mit geeigneten Instrumenten
                       untersuchen (z.B. Lupe, Feldstecher, Bestimmungsbuch), Vergleiche anstellen sowie
                       Informationen dazu suchen und wiedergeben.

                       können Merkmale von Pflanzen und Tieren beschreiben, die diesen erlauben, in einem
                       bestimmten Lebensraum zu leben (z.B. Winterschlaf des Murmeltiers ist an das Leben
                       im Hochgebirge angepasst, Fell des Maulwurfs ist an das Leben in Grabgängen
                       angepasst, Kletterfähigkeit des Steinbocks ist an das Leben im hochalpinen Raum
                       angepasst, Pflanzen der Hoch- und Flachmoore sind angepasst an nährstoffarme
                       Böden; insektenfressender Sonnentau, Fettkraut).

                       können Pflanzen, Pilze oder Tiere eigenen Ordnungssystemen zuordnen und die
                       verwendeten Kriterien begründen. Kriterien von Ordnungssystemen; Merkmale von Pflanzen: Blattformen,

                       Blütenaufbau, Wuchsformen; anatomische Merkmale von Tieren

                       können gebräuchliche Ordnungssysteme nutzen (z.B. krautige/holzige Pflanzen;
                       Insekten: Schmetterlinge, Ameisen, Heuschrecken, Libellen, Käfer, Fliegen, Wespen).

                       Nachfolgende Kompetenz: NT.8.1

                                                                                                                                                                                                     Querverweise

     5. Die Schülerinnen und Schüler können Vorstellungen zur Geschichte der
             Erde und der Entwicklung von Pflanzen, Tieren und Menschen
             entwickeln.

     NMG.2.5           Erdgeschichte
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1
                       können ihre Vorstellungen zur Geschichte der Erde und von Lebewesen nacherzählen                      MI.1.2.a
                    a  (z.B. aus Geschichten, Berichten, Bilderbüchern) und in eigene zeitliche Vorstellungen
                       einordnen.
     2b
                       können Vermutungen zur Entwicklung und Veränderung von Lebewesen anstellen und
                    c  im Austausch Vorstellungen für sich klären und entwickeln.

                       können eigene Vorstellungen zur Geschichte der Erde und von Lebewesen den                             MI.1.3.e

                       Darlegungen und Darstellungen gegenüberstellen (z.B. in Sachbüchern, in Museen) und

                       Erkenntnisse daraus sowie zeitliche Dimensionen dazu beschreiben und erläutern.

NMG                                                      Lehrplan 21                                                                                                                                               15.3.2016
  2
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                         253

                                                                                                                          Querverweise

           d können reale und fiktionale Darlegungen zur Geschichte der Erde und von Lebewesen MI.1.2.e

                                                                                                                                                                                                         MI - Recherche und

                  (z.B. in Sachbüchern, Filmen, Comics) anhand von vorgegebenen Kriterien vergleichen Lernunterstützung
                  und unterscheiden sowie dabei über die Herkunft und Verlässlichkeit von Informationen
                  nachdenken.

           e können Informationen zu Entwicklungen und Veränderungen der Erde und der                                     BNE - Natürliche

                                                                                                                          Umwelt und
                  Lebewesen zeitlich einordnen und modellartig Vorstellungen zu zeitlichen Dimensionen Ressourcen

                  sowie zu Prozessen strukturieren. Epochen der Erdgeschichte, Entwicklung und Veränderung von Lebewesen

           f können Spuren der Entwicklung der Landschaft und von Lebewesen in der Wohnregion
                 erkunden sowie diese räumlich und zeitlich einordnen (z.B. Prozess, Veränderung,
                 Abfolge, Vegetationsstufen der Alpen, Deckenbau der Alpen; Unesco Welterbe
                 Tektonikarena Sardona).

           6. Die Schülerinnen und Schüler können Einflüsse des Menschen auf die                                          Querverweise
                   Natur einschätzen und über eine nachhaltige Entwicklung nachdenken.                                    BNE - Natürliche Umwelt und
                                                                                                                          Ressourcen

NMG.2.6           Beziehungen Natur - Mensch
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1a
                  können eigene Beziehungen zu Lebensräumen, Pflanzen und Tieren wahrnehmen und
               b  beschreiben (z.B. Pflege, Umgang, Wertschätzung, Respekt).
               c
                  können künstliche Lebensräume betrachten, beobachten, beschreiben und über eigene
               d  Erfahrungen und Erlebnisse berichten (z.B. Tiere im Haus, im Zoo).

2e                können natürliche Lebensräume mit künstlichen Lebensräumen vergleichen,
                  Unterschiede beschreiben und dabei über die Lebenssituation von Pflanzen und Tieren
               f  nachdenken.

                  können beim Anbau von Pflanzen und bei der Haltung von Heimtieren Aufgaben und
                  Mitverantwortung übernehmen (z.B. Tierhaltung und Pflanzenanbau in der Schule).

                  können in Lebensräumen der Wohnregion erkunden und dokumentieren, wie Menschen
                  die Lebensweise und die Lebensräume von Pflanzen und Tieren gestalten, nutzen und
                  verändern.

                  können eigene Handlungs- und Verhaltensweisen (z.B. im Umgang mit Haustieren, bei
                  Freizeitaktivitäten im Wald, am und im Wasser) den Lebensbedürfnissen von Pflanzen
                  und Tieren gegenüberstellen und einschätzen.

           g können unterschiedliche Beziehungen und Verhaltensweisen von Menschen zu
                  Pflanzen, Tieren und natürlichen Lebensräumen beschreiben und vergleichen und aus
                  verschiedenen Perspektiven betrachten.
                  können Schutz- und Verhaltensregeln zu Pflanzen und Tieren anwenden. Regeln zum Schutz

                      der Tiere, geschützte Pflanzen, Verhalten in Naturschutzgebieten

           h können über den Nutzen von Pflanzen und Tieren für die Menschen nachdenken
                  (ökonomisch, ästhetisch, für Gesundheit und Wohlbefinden).
                  können zu Einflüssen des Menschen auf die Natur mögliche Folgen abschätzen,
                  Erkenntnisse dazu ordnen und über eigene Verhaltens- und Handlungsweisen
                  nachdenken.

15.3.2016         Lehrplan 21                                                                                                                                                                                                NMG
                                                                                                                                                                                                                               2
254 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau

     NMG.3 Stoffe, Energie und Bewegungen beschreiben, untersuchen und nutzen

                                                                                                                                                                                                     Querverweise

     1. Die Schülerinnen und Schüler können Erfahrungen mit Bewegungen und EZ - Lernen und Reflexion (7)

             Kräften beschreiben und einordnen.

     NMG.3.1           Bewegungen und Kräfte
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1a
                       können Objekte auf verschiedene Arten in Bewegung bringen und über die Unterschiede
                    b  sprechen (z.B. Spielzeugauto, Schaukel, Ball: rollen, prellen, werfen; Feder aufziehen).

                    c  können das Phänomen Gleichgewicht ausprobieren, Vermutungen anstellen und diese           TTG.1.A.1.a
                    d  überprüfen (z.B. Wippe im Gleichgewicht halten, sicher stehen beim Balancieren,           TTG.2.B.1.4b
                       Gleichgewicht und Ungleichgewicht beim Spielen mit Bauklötzen).
     2e
                       können Wirkungen von Kräften in Alltagssprache beschreiben (z.B. Objekte bewegen:
                       ziehen, anstossen, heben, fallen lassen).

                       können verschiedene Hebelwirkungen ausprobieren und Erfahrungen austauschen
                       (z.B. am eigenen Körper, bei einer Wippe, Baumschere, Nussknacker, Zange).

                       können die Funktionsweise von Hebeln erläutern und im Alltag gezielt anwenden (z.B.
                       etwas Schweres anheben, nahe am Körper transportieren).

     f können Zeiten und Strecken messen und darstellen sowie Messgenauigkeiten                                  MA.3.A.2.f
            einschätzen (z.B. Streckenmessung: Anzahl Schritte vs. Messband).                                    MA.3.A.3.e

     g können Geschwindigkeiten bestimmen und vergleichen (z.B. Schnecke, Bach, Velo;                            TTG.2.B.1.4c
            Vergleich mithilfe von Zeit-Weg-Diagrammen) sowie Geschwindigkeitsänderungen                         TTG.2.B.1.4d
            beschreiben.

     h können das Zusammenspiel von Grösse und Richtung von Kräften erkennen und an
            alltagsnahen Beispielen erläutern (z.B. Ziehen eines schweren Schlittens mit kurzer
            Schnur, Flugbahn beim Ballwurf).

            Nachfolgende Kompetenz: NT.5.1

NMG                                                      Lehrplan 21                                                           15.3.2016
  3
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                     255

           2. Die Schülerinnen und Schüler können die Bedeutung von Energie und                             Querverweise
                   Energieumwandlungen im Alltag erkennen, beschreiben und reflektiert                      EZ - Zusammenhänge und
                   handeln.                                                                                 Gesetzmässigkeiten (5)

NMG.3.2           Energie und Energieumwandlungen
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1a
                  können Prozesse der Energieumwandlung wahrnehmen und darüber sprechen (z.B. die
               b  aufgezogene Feder treibt das Spielzeugauto an, die Kugel in der Kügelibahn wird beim
                  Hinunterrollen immer schneller, Wasser wird warm/kühlt ab).
               c
                  können Vorkommen und Bedeutung von Energie im Alltag beschreiben (z.B. Nahrung            BNE - Natürliche
                  liefert uns die Energie, die wir benötigen; ohne elektrische Energie könnten elektrische  Umwelt und
                  Geräte nicht betrieben werden).                                                           Ressourcen

                  können verschiedene Energieformen (z.B. Bewegungs-, Lage-, elektrische, thermische,       TTG.2.B.1.5d
                  chemische Energie) benennen und bestimmten Energieträgern oder Anwendungen im
                  Alltag zuordnen (z.B. Wind, Wasser, Sonnenstrahlung, Holz, Erdöl, Nahrung, Erdwärme,
                  Windrad Haldenstein, Stauseen, Flusskraftwerke).

           d können Informationen zu Arten der Bereitstellung und Speicherung von Energie                   TTG.2.B.1.5d
                  erschliessen und verarbeiten (z.B. Photovoltaikanlage, Batterie, Stausee).

           e können Energiewandler erkennen und deren Wirkung ohne genaue Kenntnis von Bau TTG.2.B.1.5d
                  und Funktion erläutern (z.B. Generator wandelt Bewegungsenergie in elektrische
                  Energie um).

           f können energiebewusstes Verhalten beschreiben und dies begründen (z.B. elektrische
                 Energie: Lift-Treppe, Heizung-Kleidung, Stand-by vs. Gerät ganz ausgeschaltet).

                  Nachfolgende Kompetenzen: NT.4.1, NT.4.2, RZG.1.4

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           3. Die Schülerinnen und Schüler können Stoffe im Alltag und in natürlicher EZ - Wahrnehmung (2)

                   Umgebung wahrnehmen, untersuchen und ordnen.

NMG.3.3           Stoffe und Stoffeigenschaften
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1a
                  können Objekte und Stoffe aus der Alltagswelt wahrnehmen und deren Eigenschaften
               b  beschreiben (z.B. fein, weich, elastisch, kalt, schwer, flüssig, schwimmt, brennt, tönt,
                  rollt; gefährlich/ungefährlich).
               c
                  können Beschaffenheit von Stoffen und Objekten erforschen und beschreiben (z.B. Holz, BNE - Gesundheit
2d                Steine, Kunststoffe) sowie Gefahren hinsichtlich möglicher Verletzungen oder
                  Sachbeschädigungen erkennen (z.B. Reinigungsmittel, spitziges Werkzeug).

                  können Objekte und Stoffe aus der Alltagswelt sammeln und nach Material, Gestalt,
                  Beschaffenheit, Farbe und Verwendungszweck ordnen (z.B. Spielzeug, Werkzeug,
                  Haushaltgegenstände, Baumaterialien).

                  können mit Objekten und Stoffen laborieren und ihre Erkenntnisse festhalten (z.B.
                  Verhalten gegenüber Magnet, Verhalten im Wasser: schwimmen, sinken;
                  Wärmeleitfähigkeit, elektrische Leitfähigkeit).

15.3.2016                                           Lehrplan 21                                                                                                                                                          NMG
                                                                                                                                                                                                                           3
256 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau

                                                                                                             Querverweise

     e können Informationen zu Stoffen erschliessen (z.B. durch eigene Untersuchungen,                       MI.1.2.e
            mithilfe von Medien) und können die Ergebnisse dokumentieren (z.B. Steckbriefe zu
            Stoffen: Farbe, Glanz, Härte, Verformungen, Grösse, Leitfähigkeit, Temperatur,
            Aggregatzustand). Stoffeigenschaften

     f können Eigenschaften von Stoffen mithilfe von Analogien oder einfachen Modellen
           erläutern und veranschaulichen (z.B. Aggregatzustände mit dem Modell der kleinsten
           Teilchen erklären; Magnetisierung mit dem Modell der Elementarmagnete zeigen).

                       Nachfolgende Kompetenzen: NT.2.1, RZG.1.4

                                                                                                                                                                                                     Querverweise

     4. Die Schülerinnen und Schüler können Stoffe bearbeiten, verändern und EZ - Zusammenhänge und
                                                                                                                                                                                                     Gesetzmässigkeiten (5)
             nutzen.

     NMG.3.4           Stoffbearbeitungen und Stoffveränderungen
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1a
                       können Objekte und Stoffe angeleitet bearbeiten (z.B. Nüsse knacken, mahlen; Farb-
                    b  und Aromastoffe aus Teeblättern lösen).

     2c                können Objekte und Stoffe bearbeiten oder verändern und über das Verfahren berichten
                       (z.B. Fruchtsaft pressen, aus Rahm Butter schlagen, Wachs schmelzen und Kerzen
                       ziehen).

                       können nutzbare Stoffe aus dem Boden oder dem Wasser durch einfache
                       Trennverfahren gewinnen (z.B. sieben, aufschlämmen, sedimentieren, filtrieren,
                       verdunsten).

     d können Stoffveränderungen als Verfahren beschreiben und deren Nutzung im Alltag
            erklären (z.B. brennen, verbrennen, verkohlen; Zucker schmelzen, in Wasser auflösen;
            Beeren zu Konfitüre verarbeiten; Salzwasser auskristallisieren).

            Nachfolgende Kompetenzen: NT.2.2, NT.3.1, NT.3.2

NMG                    Lehrplan 21                                                                                         15.3.2016
  3
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                     257

NMG.4 Phänomene der belebten und unbelebten Natur erforschen und erklären

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Signale, Sinne und                                              Querverweise
                   Sinnesleistungen erkennen, vergleichen und erläutern.                                          EZ - Körper, Gesundheit und
                                                                                                                  Motorik (1)

NMG.4.1           Signale, Sinne, Sinnesleistungen
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1a
                  können im Alltag gebräuchliche Signale erkennen und deren Bedeutung beschreiben
               b  (z.B. Sirene der Feuerwehr, Verkehrsampel, Handzeichen).
               c
                  können Sinne, Sinnesorgane und Sinnesleistungen erforschen und Alltagserfahrungen
2d                beschreiben. Ohr, Hören; Auge, Sehen; Zunge, Schmecken; Nase, Riechen; Haut, Fühlen und Tasten

                  können ausgewählte Signale des Körpers und Reaktionen darauf wahrnehmen,
                  einschätzen und entsprechend handeln (z.B. Gänsehaut, frieren, warm anziehen; Gefahr
                  erkennen, bremsen, Bremsweg; starke Sonneneinstrahlung, blinzeln, Sonnenbrille
                  tragen).

                  können Signale, Reizbarkeit und Reaktionen von Pflanzen und Tieren erkennen (z.B.
                  Hinwendung zur Sonne, Reaktion bei Berührung, tarnen, warnen).

           e können Informationen zu Möglichkeiten und Grenzen von Sinnesleistungen erschliessen
                  (z.B. Facettenaugen; Geruchssinn und Gehör des Hundes) und Folgen von
                  Beeinträchtigungen abschätzen (z.B.schlecht oder gar nicht hören/sehen,
                  Gebärdensprache, Brailleschrift).

           f können Besonderheiten, Unterschiede und Zusammenhänge verschiedener
                  Sinnesleistungen und Signale beobachten, beschreiben und erklären (z.B.
                  Zusammenhänge zwischen riechen, sehen, schmecken; erst sieht man den Blitz, dann
                  hört man den Donner).

                  Nachfolgende Kompetenz: NT.6.1

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           2. Die Schülerinnen und Schüler können akustische Phänomene vergleichen EZ - Wahrnehmung (2)
                                                                                                                                                                                                           MU.2.A.1
                   und untersuchen.

NMG.4.2           Akustische Phänomene, Ohr
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1a
                  können Schallquellen und akustische Phänomene erkunden und beschreiben (z.B.
               b  Rauschen des Waldes oder Bachs, Singen der Vögel und Menschen, Küchengeräusche,
                  Bau- oder Verkehrslärm, Stille).
2c
                  können Ideen für Schutzmassnahmen gegen laute und anhaltende Geräusche                          BNE - Gesundheit
                  entwickeln und deren Wirkung einschätzen (z.B. Kopfhörer, Ohrstöpsel,                           MU.2.C.1.2a
                  Lärmschutzwände).

                  können den Zusammenhang zwischen Schwingungen und Tönen erforschen und
                  beschreiben (z.B. Luftbewegung mit flackernder Kerze vor schwingender Membran bei
                  der Lautsprecherbox).
                  können Merkmale des Ohrs benennen sowie die jeweiligen Vorgänge und Funktionen
                  beschreiben. Ohr: Ohrmuschel, Gehörgang, Trommelfell

15.3.2016                                           Lehrplan 21                                                                                                                                                          NMG
                                                                                                                                                                                                                           4
258 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau

                                                                                                                               Querverweise

     d können akustische Phänomene erforschen sowie einfache Gesetzmässigkeiten                                                MU.4.C.1.d
            aufzeigen und erklären (z.B. Schallausbreitung: Echo benötigt Zeit; Verstärkung:
            Schalltrichter; Dämmung: Vorhang, Teppich).

     e können den Zusammenhang zwischen intensiver Gehörbelastung (Dauer, Lautstärke) BNE - Gesundheit

                                                                                                                                                                                                   MU.2.C.1.2b

            und Hörschäden herstellen und an konkreten Beispielen im Alltag aufzeigen.

                       Nachfolgende Kompetenz: NT.6.2

                                                                                                                                                                                                     Querverweise

     3. Die Schülerinnen und Schüler können optische Phänomene erkennen und EZ - Zusammenhänge und
                                                                                                                                                                                                     Gesetzmässigkeiten (5)
             untersuchen.

     NMG.4.3           Optische Phänomene, Auge
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1a
                       können verschiedene Lichtquellen unterscheiden und benennen (z.B. Sonne, Lampe,
                    b  Scheinwerfer, Kerze, Feuer).

                    c  können Phänomene zu Licht und Schatten angeleitet untersuchen, vergleichen und
                       beschreiben.
     2d
                       können die äusseren Merkmale des Auges benennen und die jeweiligen Vorgänge und
                       Funktionen beschreiben. Auge: Augenbraue, Augenlid mit Wimpern, Tränenflüssigkeit, Hornhaut, Bindehaut

                       können Handlupe, Binokularlupe und Feldstecher in verschiedenen Situationen gezielt
                       einsetzen und verwenden.

     e können den prinzipiellen Aufbau des Auges beschreiben und ein einfaches Augenmodell
            herstellen (z.B. Lochkamera).

     f können optische Phänomene untersuchen und beschreiben (z.B. Spiegelbilder,
            Lichtbrechung: Übergang Wasser-Luft, Prisma, Abbildungen in der Lochkamera).

     g können optische Phänomene mithilfe des Modells des Lichtstrahls bzw. Lichtbündels
            darstellen. Modell des Lichtstrahls bzw. Lichtbündels

            Nachfolgende Kompetenzen: NT.6.2, NT.6.3

NMG                                                    Lehrplan 21                                                                                                                                              15.3.2016
  4
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                     259

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           4. Die Schülerinnen und Schüler können Wetterphänomene beobachten, sich EZ - Lernen und Reflexion (7)
                   über Naturereignisse informieren sowie entsprechende Phänomene und
                   Sachverhalte erklären.

NMG.4.4          Wetter und Witterung
                 Die Schülerinnen und Schüler ...
1
                 können über eigene Erlebnisse und Erfahrungen mit unterschiedlichem Wetter
             1a  berichten.
             1b
                 können wahrnehmen und erkennen, welche Bedeutung unterschiedliches Wetter für
             1c  uns und für andere Menschen hat (z.B. für die Arbeit, für Freizeit und Ferien, für die
                 Landwirtschaft).
2 1d
                 können einfache Wetterphänomene beobachten und unterscheiden und dabei eigene
                 Erkenntnisse festhalten und darstellen (z.B. Bewölkung, Wind, Niederschlag).

                 können Wetterphänomene und typische Merkmale dazu beschreiben, verschiedenen
                 Jahreszeiten zuordnen sowie mit eigenen Erfahrungen und Beobachtungen verbinden
                 (z.B. Wolken, Wind, Niederschlagsformen, Temperaturveränderungen).

           1e können Beobachtungen, Messungen und Versuche zu Wetterelementen durchführen, MI - Produktion und

                                                                                                                                                                                                           Präsentation

                    Ergebnisse ordnen, Messergebnisse in Diagrammen darstellen sowie Sachverhalte
                    dazu festhalten und kommentieren. Wetterelemente: Temperatur, Bewölkung, Niederschlag, Wind, Luftdruck

           1f können Wetterprognosen lesen, Merkmale zu Wetterlagen einordnen und für die                          MI - Recherche und
                   Planung eigener Vorhaben nutzen (z.B. Freizeit, Schulreise).                                    Lernunterstützung
                   können Verhaltensregeln bei unterschiedlicher Witterung anwenden (z.B. Schutz vor
                   Blitzschlag, Hagel, Sturmwinde).

           1g können ausgewählten Fragen, Merkmalen und einfachen Zusammenhängen zu Wetter
                    und Witterung nachgehen, Ergebnisse strukturieren und einordnen sowie Vorstellungen
                    dazu modellartig darstellen (z.B. zu Wetterfronten, Gewitter).

NMG.4.4          Naturereignisse und Naturgefahren
                 Die Schülerinnen und Schüler ...
1
                 können ausgehend von Erzählungen, Berichten und Bildern zu Naturereignissen eigene
             2a  Vorstellungen entwickeln und über eigene Erfahrungen berichten.
             2b
                 können Schutz- und Verhaltensregeln für Kinder bei Naturereignissen erkennen und für BNE - Gesundheit
             2c  sich anwenden (z.B. an Gewässern, im Schnee, bei Wetterereignissen wie Gewitter und
                 Starkregen).

                 können Spuren von Naturereignissen in der eigenen Umgebung betrachten und
                 erkennen, dazu Vermutungen anstellen, was sich ereignet hat sowie einschätzen, was
                 Menschen gefährden und schützen kann (z.B. Flimser Bergsturz, Lawinen, Hochwasser
                 in Poschiavo, Auftauen von Permafrost).

           2d können eigene Vorstellungen und Erfahrungen mit Informationen und Berichten zu
                    Naturereignissen in Verbindung bringen und daraus Merkmale und Prozesse bei
                    Naturereignissen erkennen und benennen. Überschwemmungen, Lawinen, Sturmwetter, Veränderungen

                        durch Naturereignisse früher und heute

15.3.2016        Lehrplan 21                                                                                                                                                                                             NMG
                                                                                                                                                                                                                           4
260 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau

                                                                                                                Querverweise

     2e können Schutz- und Verhaltensregeln im Zusammenhang mit Naturereignissen                                BNE - Gesundheit

                       einordnen, einschätzen und in entsprechenden Situationen anwenden. Verhaltensregeln bei

                       Gewittern, beim Baden, Skifahren, unterwegs in den Bergen

                       Nachfolgende Kompetenzen: RZG.1.2, RZG.1.3

     5. Die Schülerinnen und Schüler können Erscheinungen auf der Erde und                                      Querverweise
             Bewegungen von Himmelskörpern wahrnehmen, beschreiben und                                          EZ - Zusammenhänge und
             erklären.                                                                                          Gesetzmässigkeiten (5)

     NMG.4.5           Erde und Universum
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1
                       können eigene Vorstellungen zu Himmel, Himmelskörpern und Weltall beschreiben und
                    a  vergleichen.
                    b
                       können Erscheinungen am Tag- und Nachthimmel beobachten, beschreiben, darstellen
     2c                und erklären. Sonnenlauf, Mond, Sterne

                    d  können Fragen zur Erde als Planet und zu Himmelskörpern bearbeiten und klären,
                       Informationen dazu erschliessen sowie Ergebnisse darstellen (z.B. zu Tag- und
                    e  Nachtverteilungen an verschiedenen Orten auf der Erde, zu Phänomenen und
                       Eigenschaften von ausgewählten Himmelskörpern und deren Bewegungen).
                    f
                       können Beobachtungen zum Tag- und Nachthimmel über längere Zeit vornehmen und
                       Ergebnisse dazu ordnen und strukturieren (z.B. Tag und Nacht, Jahreszeiten,
                       Mondphasen, auffällige Sterne).

                       können Phänomene zu Erde, Mond, Planeten, Sonne und Sterne auf einfache Modelle
                       übertragen und dabei Merkmale und Zusammenhänge zu Bewegungen sowie
                       räumlichen und zeitlichen Situationen beschreiben, erklären und verknüpfen. Modelle:

                       Bewegungen der Erde, Erde im Sonnensystem, Dimensionen des Universums

                       können zu ausgewählten Fragen zu Erde, Himmelskörpern und Universum                      MI.1.3.f
                       Informationen erschliessen, Sachverhalte untersuchen sowie Erkenntnisse
                       zusammenstellen, ordnen und darstellen (z.B. zu Galaxien, Sternen, Sternbildern,
                       Planeten, Kometen, zu Raum und Zeit im Universum, zu bedeutenden Astronominnen
                       und Astronomen).

                       Nachfolgende Kompetenz: RZG.1.1

NMG                                                                               Lehrplan 21                                     15.3.2016
  4
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                   261

NMG.5             Technische Entwicklungen und Umsetzungen erschliessen, einschätzen
                  und anwenden

                                                                                                                  Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Alltagsgeräte und technische
                   Anlagen untersuchen und nachkonstruieren.

NMG.5.1           Funktion von Geräten und Anlagen
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1a
                  können durch Spielen und Ausprobieren entdecken und beschreiben, wie Alltagsgeräte TTG.3.A.2.a
               b  technisch aufgebaut sind und funktionieren (z.B. Spielgeräte, einfache Haushaltgeräte
                  und Werkzeuge, Schloss und Schlüssel, Regenschirm).
               c
                  können spielerisch und modellartig technische Geräte und Anlagen nachkonstruieren
2d                (z.B. Türme, Brücken, Wippe, Balkenwaage) und dabei Vermutungen zu Konstruktion
                  und Funktion anstellen sowie reale Beispiele suchen und beschreiben (z.B. auf dem
                  Spielplatz, im Schulzimmer, auf dem Schulweg, bei Baustellen).

                  können Alltagsgeräte untersuchen und dabei einfache naturwissenschaftliche und                  TTG.2.B.1.4b
                  technische Prinzipien erkennen und erläutern (z.B. Gleichgewicht bei Wippe,
                  Balkenwaage, Stabilität bei Brücken, Türmen, Mauern, Hebel bei Schere, Zange,
                  Hammer).

                  können zentrale Elemente von Konstruktionen bei Bauten und technischen Geräten und
                  Anlagen entdecken, modellartig nachkonstruieren und darstellen (z.B. Winkel-,
                  Zickzack- und U-Profile aus Papier und Karton, Umlenkrollen mit Fadenspulen,
                  Ausgleichsgewichte bei Barrieren, Zugbrücken, Fallschirm, Heissluftballon).

           e können zu ausgewählten Geräten, Maschinen, Bauten und Anlagen Informationen über TTG.2.B.1.4c

                                                                                                                                                                                                         TTG.2.B.1.4d

                  Konstruktionsweisen von früher und heute erschliessen, Entwicklungen vergleichen
                  und einordnen (z.B. mechanischer Antrieb-elektrischer Antrieb, Dampfmaschine-
                  moderner Verbrennungsmotor; Lochkamera-moderner Fotoapparat).

           f können bei technischen Geräten, Bauten und Anlagen naturwissenschaftliche und                        TTG.2.B.1.4c
                 technische Prinzipien erkennen, die Funktionsweisen beschreiben und erklären (z.B.               TTG.2.B.1.4d

                  Konstruktionsweisen bei Fahrrad, Kran, Ruderboot, Barriere). Hebel, Umlenkrolle, Keil, schiefe

                  Ebene, Gleichgewicht, Stabilität, Bewegung

                  Nachfolgende Kompetenz: NT.1.2

15.3.2016                                                     Lehrplan 21                                                                                                                                              NMG
                                                                                                                                                                                                                         5
262 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau

     2. Die Schülerinnen und Schüler können elektrische und magnetische                                        Querverweise
             Phänomene sowie deren technische Anwendungen untersuchen.                                         EZ - Zusammenhänge und
                                                                                                               Gesetzmässigkeiten (5)

     NMG.5.2          Elektrische Phänomene und technische Anwendungen
                      Die Schülerinnen und Schüler ...
     1
                      können die beiden Pole einer Batterie unterscheiden und entsprechend richtig             TTG.2.B.1.5a
                  1a  einsetzen (z.B. Taschenlampe, batteriebetriebenes Spielzeug).

                  1b  können einfache Stromkreise aufbauen und die einzelnen Bestandteile benennen.            TTG.2.B.1.5a
                                                                                                               TTG.2.B.1.5b
     2 1c
                      können elektrischen Strom als bewegte kleinste Teilchen beschreiben und die Analogie
                  1d  zu strömendem Wasser herstellen und erklären.

                      können verzweigte Stromkreise als Serie- oder Parallelschaltung aufbauen,                TTG.2.B.1.5c
                      ausprobieren, die Bauteile benennen und an Alltagsgeräten wieder erkennen (z.B. bei
                      Spielgeräten, Beleuchtung). Serie- und Parallelschaltung von Stromkreisen

     1e können Stromkreise schematisch darstellen sowie einfache Schaltpläne lesen und                         TTG.2.B.1.5c

                      umsetzen. Stromkreise

                      können mithilfe eines einfachen Stromkreises experimentell zeigen, welche Materialien

                      elektrisch leiten und welche nicht. elektrische Leitfähigkeit

     1f können untersuchen und darstellen, wie sich Veränderungen in Stromkreisen                              TTG.2.B.1.5c

                      auswirken (z.B. schwächere Batterie, zwei statt ein Lämpchen, in Serie statt parallel).

     NMG.5.2          Magnetische Phänomene und technische Anwendungen
                      Die Schülerinnen und Schüler ...
     1 2a
                      können verschiedene Magnete und Magnetspielzeuge untersuchen und das Verhalten
                  2b  beschreiben: stossen sich ab, ziehen sich an, nichts passiert.

     2 2c             können beschreiben, dass Magnete immer zwei Pole haben, dass sich gleiche Pole
                      abstossen und dass sich ungleiche Pole anziehen. Magnet, Magnetpole

                      können die Wirkung von Magneten auf verschiedene Materialien untersuchen (z.B.
                      messen, bei welchem Abstand eine Büroklammer angezogen wird; magnetische
                      Türschliesser und Tragkraft von magnetischen Haken prüfen). magnetische Anziehung,

                      Abstossung; Wechselwirkung von Magneten untereinander

     2d können einfache Elektromagnete unter Anleitung bauen und anwenden (z.B. Schraube
              mit Draht umwickeln und an Batterie anschliessen). Elektromagnet

     2e können Anwendungen von Magneten und Elektromagneten im Alltag erkennen und
              erklären (z.B. Kompass reagiert auf Magnetfeld der Erde, Induktionskochfeld).

              Nachfolgende Kompetenzen: NT.5.2, NT.5.3

NMG                                          Lehrplan 21                                                                     15.3.2016
  5
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                     263

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           3. Die Schülerinnen und Schüler können Bedeutung und Folgen technischer TTG.2.B.1

                   Entwicklungen für Mensch und Umwelt einschätzen.

NMG.5.3           Bedeutung und Folgen von technischen Entwicklungen
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1
                  können am Beispiel von Geräten aus ihrer Alltagswelt erzählen, wozu sie uns dienen        TTG.3.A.2.a
               a
               b  und was sie uns im Alltag erleichtern (z.B. zu Hause, auf Spielplätzen, auf Baustellen).

2c                können vermuten, wie es zu Erfindungen und Entwicklungen von Geräten gekommen ist
                  (z.B. Backofen, Mixer, Bügeleisen, Regenschirm, Kugelschreiber, mechanische und
               d  elektrische Geräte).

                  können die Bedeutung von technischen Entwicklungen von Geräten und Anlagen für das BNE - Natürliche
                                                                                                            Umwelt und
                  Leben im Alltag heute erkennen und einschätzen (z.B. Armbanduhr, elektrische
                                                                                                            Ressourcen

                  Zahnbürste, Geschirrspüler, Seilbahnen, Baumaschinen, Internet).                          TTG.3.A.2.b

                  können Informationen zu Erfinderinnen und Erfindern und ihren technischen                 MI.1.3.e
                  Entwicklungen erschliessen und darstellen (z.B. Marconi - Radio; Franklin -               TTG.3.A.2.b
                  Blitzableiter).

           e können Phänomene und Dinge in der Natur als Vorbild für technische Entwicklungen
                  erkennen, vergleichen und zuordnen (z.B. Bionik: Vogelflügel - Flugzeugflügel, Kletten -
                  Klettverschluss, Kälte- und Wärmeschutz bei Pflanzen und Tieren und bei technischen
                  Geräten).

           f können technische Anwendungen von früher und heute vergleichen, einordnen und                  BNE - Natürliche

                                                                                                            Umwelt und
                  einschätzen, was sich dadurch im Alltag für die Menschen und die Umwelt verändert hat Ressourcen

                  (z.B. Beleuchtung, Heizung, Bauen, Verkehr, Kommunikationsmöglichkeiten,                  TTG.3.A.2.b

                  Wasserkraftnutzung, Rhätische Bahn, Elektrifizierung, Kunstschneelagen). Bedeutung

                  technischer Entwicklungen für das Alltagsleben

           g können angeleitet Informationen zur Bedeutung eines für die Naturwissenschaften                MI - Recherche und

                                                                                                            Lernunterstützung
                  wichtigen Geräts recherchieren und dokumentieren (z.B. Entwicklungen in der Medizin TTG.3.A.2.b

                  durch das Mikroskop, Veränderungen des Bildes zu Erde und Universum durch das

                  Fernrohr).

                  Nachfolgende Kompetenzen: NT.1.1, NT.1.3

15.3.2016                                                         Lehrplan 21                                                                                                                                            NMG
                                                                                                                                                                                                                           5
264 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau

     NMG.6 Arbeit, Produktion und Konsum - Situationen erschliessen

                                                                                                                                                                                                     Querverweise

     1. Die Schülerinnen und Schüler können unterschiedliche Arbeitsformen und EZ - Lernen und Reflexion (7)
                                                                                                                                                                                                     BNE - Wirtschaft und Konsum
             Arbeitsplätze erkunden.

     NMG.6.1           Bedeutung der Arbeit, Arbeitswelten                                                           BNE - Geschlechter
                       Die Schülerinnen und Schüler ...                                                              und Gleichstellung
     1
                       können verschiedene Arbeitsorte in der Umgebung erkunden und über Tätigkeiten,
                    a  typische Arbeitsgeräte, Arbeitskleidung berichten.

                    b  können Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Hausarbeit, Erwerbsarbeit und
                       Freiwilligenarbeit beschreiben (z.B. Leistung, Lohn).
                    c
                       können Arbeitsteilung angeleitet organisieren sowie über das Resultat und die
     2d                Verteilung der Arbeit nachdenken (z.B. Schulfest, Verkaufsstand).

                       können Arbeiten von Frauen und Männern vergleichen, Unterschiede benennen und
                       Überlegungen zur Beseitigung von Ungerechtigkeiten diskutieren (z.B. ungleiche
                       Wahlmöglichkeiten und Chancen).

     e können Arbeitsformen und Arbeitszeitmodelle an ausgewählten Arbeitsplätzen
            erkunden und Unterschiede beschreiben (z.B.Hand-, Kopf-, Maschinenarbeit,
            Dienstleistung bzw. Voll-, Teilzeitarbeit, Arbeit auf Abruf). Arbeit als Tätigkeit, Arbeit als Ergebnis

     f kennen Gründe für Erwerbslosigkeit und mögliche Folgen für den Einzelnen und die
            Familie (z.B. Veränderungen beruflicher Anforderungen).

            Nachfolgende Kompetenzen: WAH.1.1, WAH.1.2

                                                                                                                                                                                                     Querverweise

     2. Die Schülerinnen und Schüler können Berufswelten erkunden und Berufe BNE - Wirtschaft und Konsum

             nach ausgewählten Kriterien beschreiben.

     NMG.6.2           Berufliche Orientierung                                                                       MI - Recherche und
                       Die Schülerinnen und Schüler ...                                                              Lernunterstützung
     1
                       können eigene Vorstellungen zu Berufen aus dem familiären und weiteren Umfeld
                    a  beschreiben (z.B. Tätigkeiten) und Berufe benennen.
                       können Informationen zu unterschiedlichen Berufen sammeln und nach Merkmalen
                    b  ordnen (z.B. Arbeitsort, Tätigkeiten, Hilfsmittel, Kleidung, Arbeitsresultate).
                       können eigene Interessen für Berufe beschreiben und sich über Traumberufe sowie
                    c  Rollenbilder austauschen (z.B. Männer- und Frauenberufe).
                       können Frauen und Männer zu ihrer Berufsarbeit befragen und die Bedeutung der
     2d                Berufsarbeit für das familiäre Leben erkennen.

NMG                    Lehrplan 21                                                                                                       15.3.2016
  6
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                     265

                                                                                                                                                                                                         Querverweise

           e können anhand von Kriterien ausgewählte Berufe (z.B. Berufe im Bergkanton:
                  Hüttenwart/in, Schneesportlehrperson, Bergführer/in, Revierförster/in,
                  Bergbauer/-bäurin, Jagdaufseher/in) vergleichen und die Ausbildungswege zu diesen
                  Berufen beschreiben (z.B. Tätigkeiten, Anforderungen, Laufbahn, Weiterbildung).

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           3. Die Schülerinnen und Schüler können die Produktion und den Weg von

                   Gütern beschreiben.

NMG.6.3           Verarbeitung von Rohstoffen, Produktion von Gütern                                     BNE - Natürliche
                  Die Schülerinnen und Schüler ...                                                       Umwelt und
1a                                                                                                       Ressourcen
                  kennen unterschiedliche Rohstoffe und können über deren Bedeutung im Alltag
               b  nachdenken (z.B. Holz, Wasser, Wolle, Gesteine).

2c                können an Beispielen der täglichen Versorgung die Verarbeitung von Rohstoffen zu
                  Produkten verfolgen und beschreiben (z.B. Apfel - Apfelsaft, Getreide - Brot, Milch -
                  Käse).

                  können Informationen zu Rohstoffen erschliessen und über deren Bedeutung für
                  Menschen nachdenken (z.B. Erdöl, Glas, Metalle).

           d können an Beispielen den Produktionsprozess von Gütern beschreiben und darstellen
                  (z.B. vom Erdöl zum Legostein). Rohstoffkeislauf, Wertschöpfung

           e können Informationen zum Weg von Gütern sammeln und vergleichen (z.B. Kartoffeln, T-
                  Shirt, Schokolade, Handy) sowie Arbeitsprozesse beschreiben.

           f können Produktions- und Dienstleistungsbetriebe der nahen Umgebung erkunden und
                  typische Abläufe und Produktionsverfahren dokumentieren (z.B. Warenströme,
                  Produktionsverfahren, Aufgaben und Ziele des Betriebes).

                  Nachfolgende Kompetenzen: NT.3.3, RZG.1.4, RZG.3.2, WAH.1.3

15.3.2016         Lehrplan 21                                                                                                                                                                                            NMG
                                                                                                                                                                                                                           6
266 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau

                                                                                                                Querverweise

     4. Die Schülerinnen und Schüler können Tauschbeziehungen untersuchen
             und einfache wirtschaftliche Regeln erkennen.

     NMG.6.4           Rollen und Regeln beim Kaufen, Tauschen, Verkaufen
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1
                       können Sachen tauschen (z.B. im Spiel, Tauschbörsen), unterschiedliche Interessen von
                    a  Käufern und Verkäufern entdecken sowie Ablauf und Handlungen beim Tausch von
                       Waren bzw. Dienstleistungen gegen Geld beschreiben.
                    b
                       erkunden Tauschbeziehungen (z.B. auf dem Wochenmarkt, im Supermarkt, im
                    c  Hofladen) und können Regeln und deren Bedeutung erkennen (z.B. Angebot, Nachfrage,
                       Ware gegen Geld, Interessenskonflikte, Kooperation der Tauschpartner). Gütermarkt, Geld
     2d
                       können Eigenschaften von Tauschmitteln erklären (z.B. begehrt, knapp, portionierbar,
                       haltbar, echt) und die Funktion von Geld in Tauschgeschäften erkennen.

                       können Güter verkaufen (z.B. für ein Schulprojekt) und den Prozess nach
                       wirtschaftlichen Gesichtspunkten planen, durchführen und reflektieren (z.B. Einkaufs-,
                       Materialaufwand, Stückzahlen, Verkaufspreis, Werbung, Gewinnmarge).

     e können an alltäglichen Beispielen untersuchen, wie sich Preise bilden und verändern
            (z.B. grosses Angebot-tiefer Preis, kleines Angebot-hoher Preis).

     f kennen das Modell des einfachen Wirtschaftskreislaufes in Grundzügen. Tausch von Gütern, BNE - Wirtschaft und

                                                                                                                                                                                                   Konsum
                Arbeitskraft und Geld zwischen Unternehmen und Haushalten

     g können den Handel als Bindeglied zwischen Produktion und Konsum erkennen.

     h können an Beispielen (z.B. Besuch eines Landwirtschafts-Gewerbebetriebes,
            Medienbericht) einfache wirtschaftliche Regeln und Zusammenhänge erkennen (z.B.
            Produktionskosten, Qualität, Verkaufspreis).

            Nachfolgende Kompetenzen: WAH.2.1, WAH.2.2, WAH.2.3, WAH.3.1, WAH.3.3

NMG                    Lehrplan 21                                                                                            15.3.2016
  6
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                     267

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           5. Die Schülerinnen und Schüler können Rahmenbedingungen von Konsum BNE - Wirtschaft und Konsum

                   wahrnehmen sowie über die Verwendung von Gütern nachdenken.

NMG.6.5           Wünsche, Bedürfnisse, Konsum
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1
                  können individuelle Wünsche und Bedürfnisse des eigenen Konsums benennen, ordnen,
               a  mit andern vergleichen sowie unterschiedliche Ideen entwickeln, wie sie sich Wünsche
                  und Bedürfnisse erfüllen können (z.B. Geburtstagswünsche formulieren, Taschengeld
               b  sparen, Bibliothek und Ludothek nutzen, Vorhandenes anpassen und verwenden, mit
                  anderen tauschen).
               c
               d  können Preise von Gütern (z.B. Spielsachen) und Dienstleistungen (z.B. Post, Coiffeur,
                  Einrichtungen und Angebote in touristischen Gebieten, Skigebiet, Hallenbad)
2e                vergleichen.

                  können einen einfachen Einkauf planen sowie Nutzen, Kosten und Sparmöglichkeiten
                  abwägen. Konflikte zwischen Wünschen, Bedürfnissen und knappen Mitteln

                  können an Beispielen den Wandel von Konsumgewohnheiten untersuchen sowie
                  Auswirkungen auf den Alltag aufzeigen (z.B. Schulutensilien).

                  können Grundbedürfnisse von Menschen nach Dringlichkeit ordnen und Wünsche von
                  überlebenswichtigen Bedürfnissen unterscheiden (z.B. Nahrung, Wohnen versus
                  Spielsachen, Ausflüge).

           f können Konsumgüter als Statussymbole und als Zeichen der Zugehörigkeit oder
                  Abgrenzung von Gruppen erkennen.

           g können an Beispielen Konsumentscheidungen unter Berücksichtigung der finanziellen
                  Möglichkeiten prüfen sowie Alternativen der Bedürfnisdeckung diskutieren (z.B. selber
                  herstellen).

           h können an Beispielen die Verteilung von Gütern analysieren und Gründe für die
                  Unterschiede erkennen. Wohlstand, Armut

                  Nachfolgende Kompetenzen: WAH.2.3, WAH.3.1, WAH.3.2, WAH.3.3

15.3.2016         Lehrplan 21                                                                                                                                                                                            NMG
                                                                                                                                                                                                                           6
268 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau

     NMG.7             Lebensweisen und Lebensräume von Menschen erschliessen und
                       vergleichen

            1. Die Schülerinnen und Schüler können unterschiedliche Lebensweisen                                Querverweise
                    beschreiben und erkennen, was Menschen ihre Herkunft und                                    BNE - Kulturelle Identitäten
                    Zugehörigkeiten bedeuten.                                                                   und interkulturelle
                                                                                                                Verständigung

     NMG.7.1           Verschiedene Lebensweisen
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1a
                       können Alltagswelten (z.B. soziales Umfeld, familiäre Organisation, Leben in der Stadt,
                    b  auf dem Land) von Kindern beschreiben (z.B. in Geschichten, Filmen) und darin
                       Vertrautes und Unvertrautes entdecken.
                    c
                    d  können unterschiedliche Merkmale und Lebensweisen von Mädchen/Frauen und
                       Jungen/Männern beschreiben (z.B. Sprache, Kultur, Behinderung) und verwenden eine
                    e  wertschätzende Sprache.

                       können wahrnehmen, was Herkunft und Zugehörigkeiten (z.B. Familie, Sprache,              FS1GR.6.C.1.a
                       Vereine, Herkunftsland, Religion) Menschen bedeuten.                                     FS2GR.6.C.1.a

                       können ihre Vorstellungen über wenig vertraute Lebensweisen in ihrer Alltagswelt         MI.1.1.c
                       anhand von Informationen und eigenen Erkundungen erweitern (z.B. kulturelle              MI.1.2.e
                       Merkmale, Gemeinschaftsformen, religiöses Leben).

                       können Stereotypen und Vorurteile über Menschen mit anderen Lebensweisen
                       hinterfragen (z.B. auf dem Pausenplatz, in Medien, Politik).

                       Nachfolgende Kompetenzen: ERG.5.5, RZG.2.2

                                                                                                                Querverweise

            2. Die Schülerinnen und Schüler können Vorstellungen zu Lebensweisen                                EZ - Sprache und

                                                                                                                Kommunikation (8)
                       von Menschen in fernen Gebieten der Erde beschreiben, vergleichen und BNE - Kulturelle Identitäten

                       entwickeln.                                                                              und interkulturelle
                                                                                                                Verständigung

     NMG.7.2           Lebensweisen in fernen Gebieten
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1
                       können über eigene Vorstellungen zu Lebensweisen von Menschen in fernen Gebieten
                    a  der Erde erzählen, austauschen und Unterschiede benennen.
                    b
                       können ausgehend von Berichten und Darstellungen über den Alltag von Kindern in
                    c  fernen Gebieten der Erde Merkmale von Lebensweisen (z.B. Wohnen, Arbeiten,
                       Zusammenleben) und deren Vielfalt wahrnehmen, beschreiben und einordnen.

                       können zu ausgewählten Themen der Alltagsgestaltung und Lebensweise von
                       Menschen in fernen Gebieten der Erde Fragen stellen, angeleitet Informationen
                       erschliessen, ordnen und darüber berichten (Wohnen, Sich-Ernähren, Zusammenleben,
                       Arbeiten, Unterwegs-Sein).

NMG                                                      Lehrplan 21                                                                 15.3.2016
  7
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                     269

                                                                                                        Querverweise

2          d können Merkmale der Lebensweise von Menschen in fernen Gebieten der Erde

                  vergleichen, die Vielfalt und Eigenart von Lebensweisen erkennen und einordnen (z.B.

                  Lebensweisen in kalten, heissen, trockenen, sehr feuchten Gebieten, am Meer/im

                  Gebirge, Stadt/Land).

           e können Informationen und Berichte in Medien zu Lebenssituationen und aktuellen             FS2GR.6.C.1.c

                  Ereignissen in fernen Gebieten der Erde verarbeiten, Fragen stellen und im Austausch  MI.1.2.e

                  mit anderen Sachverhalte klären und einordnen.

           f können eigene Vorstellungen zu Lebensweisen und Lebensräumen in fernen Gebieten FS1GR.6.C.1.c
                                                                                                        FS2GR.6.B.1.a
                  der Erde mit Informationen und Darstellungen vergleichen (z.B. in Sachbüchern,
                                                                                                        FS2GR.6.C.1.b

                  Filmen, Atlanten).                                                                    MI.1.3.e

                  können dokumentieren, wie sich ihre Vorstellungen und das eigene Wissen zu

                  Lebensweisen in fernen Gebieten entwickeln und verändern.

           g können eigene Einschätzungen und Einstellungen zur Lebensweise von und gegenüber FS1GR.6.B.1.a

                                                                                                                                                                                                         FS1GR.6.C.1.b

                  Bevölkerungsgruppen in fernen Gebieten der Erde bewusst machen, vergleichen und FS3GR.6.C.1.c
                  dabei Ideen entwickeln, wie man mit möglichen Stereotypen und Vorurteilen umgehen
                  kann.

                  Nachfolgende Kompetenzen: ERG.5.5, RZG.2.2

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           3. Die Schülerinnen und Schüler können Formen des Unterwegs-Seins von
                   Menschen, Gütern und Nachrichten erkunden sowie Nutzen und Folgen
                   des Unterwegs-Sein für Mensch und Umwelt abschätzen.

NMG.7.3           Mobilität, Verkehr, Transport
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1a
                  können über Erfahrungen zum Unterwegs-Sein auf Ausflügen und Reisen und beim
               b  Wechsel von Wohnorten erzählen.

               c  können Vermutungen anstellen, wie und warum Güter unseres Alltags zu uns gelangen,
                  angeleitet das Unterwegs-Sein von ausgewählten Waren und Nachrichten erkunden und
2d                Ergebnisse dazu ordnen (z.B. Transportmittel, -wege und -anlagen).

               e  können Elemente und Merkmale zum Unterwegs-Sein von Menschen, Gütern und
                  Nachrichten benennen, beschreiben und ordnen. Reise- und Transportgründe; Reise- und

                  Transportmittel, Transportwege und -anlagen

                  können ausgehend von eigenen Gewohnheiten die Bedeutung des Unterwegs-Seins und
                  des Verkehrs für das tägliche Leben beschreiben und einschätzen.

                  können an ausgewählten Beispielen das Unterwegs-Sein von Menschen, Gütern und         MI - Recherche und
                  Nachrichten in der Umgebung und über weite Strecken auf der Erde angeleitet           Lernunterstützung
                  recherchieren und Ergebnisse ordnen und darstellen.

           f können aufgrund von Berichten das Unterwegs-Sein von Menschen nacherzählen (z.B.
                 Reisen, Auswanderung, Wohnortwechsel, Flucht), eigene Vorstellungen und
                 Erfahrungen dazu beschreiben sowie eigene Unterwegs- und Reisegeschichten
                 zusammentragen und dokumentieren.

15.3.2016                                           Lehrplan 21                                                                                                                                                          NMG
                                                                                                                                                                                                                           7
270 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau

                                                                                                                                                                                                   Querverweise

     g können Vergleiche zur Mobilität und zum Verkehr früher und heute anstellen (z.B.
            Passverkehr über Splügenpass, Säumerwege, Ausbau Rhätische Bahn, Tunnelbauten
            wie Vereinatunnel, Transitachsen wie A13/San Bernardino), Veränderungen beschreiben
            sowie Beispiele von Nutzen und Folgen für die Lebensqualität der Menschen und für die
            Natur einschätzen.

     h können Ideen und Perspektiven für die Mobilität und für Formen des Unterwegs-Seins
            in der Zukunft entwickeln sowie mögliche Handlungsweisen überdenken und
            einschätzen.

            Nachfolgende Kompetenzen: RZG.2.1, RZG.2.4, RZG.2.5, WAH.2.2

                                                                                                             Querverweise

     4. Die Schülerinnen und Schüler können Zusammenhänge und                                                EZ - Zusammenhänge und

                                                                                                             Gesetzmässigkeiten (5)
                       Abhängigkeiten zwischen Lebensweisen und Lebensräumen von Menschen BNE - Globale Entwicklung

                       wahrnehmen, einschätzen und sich als Teil der einen Welt einordnen.                   und Frieden
                                                                                                             BNE - Kulturelle Identitäten

                                                                                                             und interkulturelle

                                                                                                             Verständigung

     NMG.7.4           Zusammenhänge und Abhängigkeiten zwischen Räumen
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1
                       können ausgehend von Geschichten und Darstellungen in Kinderbüchern und Filmen        MI.1.2.a
                    a  Verbindungen zwischen Menschen in verschiedenen Gebieten der Erde wahrnehmen
                       und benennen.
                    b
                       können ausgehend von Alltagssituationen beschreiben, wie und in welcher Form sie mit
     2c                Menschen und Produkten aus fernen Gebieten der Erde in Verbindung stehen (z.B.
                       Nahrungsmittel, Spielzeuge, Musik).
                    d
                       können beschreiben, welche Fragen und Themen sie zu unserer Welt und zum
                       Zusammenleben von Menschen auf der Erde beschäftigen, diesen nachgehen und für
                       sich und im Austausch mit anderen klären und einordnen.

                       können sich bewusstmachen, beschreiben und einschätzen, was aus ihrer Sicht für das
                       Zusammenleben von Menschen in verschiedenen Gebieten und für die Zukunft auf der
                       Erde wichtig ist.

     e können sich mit Fragen zu Unterschieden und Ungleichheiten auf der Erde (z.B. Schule,
            Arbeit von Kindern, Wasserversorgung, Ernährung) auseinandersetzen, Vermutungen
            über Gründe und Ursachen dieser Unterschiede anstellen und sie einschätzen und
            einordnen.

     f setzen sich mit Formen von Begegnungen und Konflikten zwischen
            Bevölkerungsgruppen in verschiedenen Gebieten der Erde in früheren Zeiten und heute
            auseinandersetzen und können Folgen für die Lebensweise der Menschen einschätzen
            (z.B. Entdeckungen, Eroberungen, aktuelle Beispiele).

     g können zu aktuellen Themen über die Situation und die Entwicklung in verschiedenen
            Gebieten der Erde eigene Vorstellungen und Überlegungen darlegen, Fragen stellen
            und Sachverhalte klären (z.B. Entwicklung der Bevölkerung, Armut,
            Nahrungssicherheit).

            Nachfolgende Kompetenzen: ERG.5.5, RZG.2.1, RZG.2.2, RZG.2.3, RZG.3.2

NMG                    Lehrplan 21                                                                                                                                                                               15.3.2016
  7
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau                                                                        271

NMG.8 Menschen nutzen Räume - sich orientieren und mitgestalten

           1. Die Schülerinnen und Schüler können räumliche Merkmale, Strukturen                             Querverweise
                   und Situationen der natürlichen und gebauten Umwelt wahrnehmen,                           EZ - Lernen und Reflexion (7)
                   beschreiben und einordnen.

NMG.8.1           Räume, Raumwahrnehmung
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1
                  können erkennen und beschreiben, was sie in der Wohn- und Schulumgebung vorfinden
               a  und was ihnen in Räumen bekannt und vertraut ist (z.B. bestimmte Häuser,
                  Einkaufsorte, Verkehrsanlagen, für sie wichtige Orte).
               b
                  können Räume in der vertrauten Umgebung erkunden, Objekte in der Natur und in der
2c                gebauten Umwelt benennen, verorten (z.B. Wälder, Gewässer, Felsgebiete,
                  unterschiedliche und typische Bauten und Anlagen in Siedlungen und Naturräumen)
               d  und Unterschiede in der Gestaltung von Räumen beschreiben.

                  können zusammentragen und ordnen, welche unterschiedlichen Raumelemente (z.B.
                  Bauten, Anlagen, Gewässer, Wälder) in der natürlichen und gebauten Umwelt
                  vorkommen und deren Anordnung im Raum charakterisieren und dokumentieren (z.B.
                  mit Skizzen, Plänen, Fotos).

                  können über eigene Wahrnehmungen, Vorstellungen und Bewertungen zu persönlich
                  bedeutsamen Räumen am Wohnort und in der Wohnregion nachdenken, diese
                  beschreiben und mit der Einschätzung anderer Kinder vergleichen (z.B. persönlich
                  wichtige Orte, schöne Orte, Orte wo ich oft bin, gefährliche Orte, Orte, wo es mir gar
                  nicht gefällt).

           e können erkunden, ordnen und dokumentieren, wie in verschiedenen Gebieten der
                  näheren und weiteren Umgebung räumliche Merkmale (z.B. Bauten für verschiedene
                  Zwecke, Anlagen für Verkehr, Freizeit, Ver- und Entsorgung) miteinander in Beziehung
                  stehen und verflochten sind.

           f können Merkmale der natürlichen und gebauten Umwelt in unterschiedlichen Räumen
                  charakterisieren und typische Merkmale in verschiedenen Räumen der Schweiz, im
                  Jura, im Mittelland und im Alpenraum vergleichen und einordnen (z.B. Typologie der
                  Walsersiedlungen, Engadiner Seenlandschaft, Terrassenlandschaften). typische Merkmale von

                      Räumen in Städten, Agglomerationen, ländlichen Gebieten, Berggebieten

           g können sich mit Beschreibungen und Zuschreibungen zu Räumen und
                  Bevölkerungsgruppen in der Wohnregion und in der Schweiz auseinandersetzen, sich
                  dazu informieren, Vergleiche vornehmen sowie Aussagen überprüfen und einschätzen
                  (z.B. Was ist typisch? Was ist anders? Zuschreibungen, Klischees, Realitäten).

                  Nachfolgende Kompetenz: RZG.2.3

15.3.2016         Lehrplan 21                                                                                                               NMG
                                                                                                                                              8
272 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau

                                                                                                                      Querverweise

     2. Die Schülerinnen und Schüler können die unterschiedliche Nutzung von EZ - Sprache und
                                                                                                                                                                                                     Kommunikation (8)
             Räumen durch Menschen erschliessen, vergleichen und einschätzen und BNE - Natürliche Umwelt und

                       über Beziehungen von Menschen zu Räumen nachdenken.                                            Ressourcen

     NMG.8.2           Raumnutzung, Beziehungen Mensch ­ Raum
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1
                       können über Erfahrungen erzählen, wie sie selber unterschiedliche Räume brauchen
                    a  und nutzen (zum Wohnen, in der Freizeit, zum Einkaufen, zum Unterwegs-Sein).

                    b  können wahrnehmen, benennen und begründen, in welchen Räumen sie sich gerne
                       bzw. nicht gerne aufhalten und was ihnen in ihrem Lebensraum wichtig ist.
     2c
                       können anhand von Beispielen in der eigenen Umgebung recherchieren und darlegen,
                       wie Menschen unterschiedliche Räume und Raumelemente nutzen (z.B. Bauten,
                       Anlagen, Gewässer, Wälder) und was sie den Menschen im Alltag
                       ermöglichen. Nutzungsformen: Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Freizeit, Verkehr, Wasserversorgung

     d können zusammentragen und vergleichen, welche Bedeutung verschiedene Räume für
            die Nutzung verschiedener Menschen haben und über ihre eigene Ansprüche an Räume
            nachdenken (am Wohnort, in der Wohnregion, in der Stadt, an Freizeit- und
            Ferienorten).

     e können sich mithilfe von Bildern, Texten, Karten über Unterschiede und die Vielfalt von MI.1.2.e
            Nutzungsformen der Menschen in verschiedenen Landschaften informieren, diese
            vergleichen und einordnen. Vielfalt von Nutzungsformen in der Stadt, in der Agglomeration, in ländlichen Gebieten,

                in Berggebieten, in Tälern, an Seen, in ebenen Gebieten

     f können in verschiedenartigen Räumen in der näheren und weiteren Umgebung
            erkunden und recherchieren, welche Nutzungsansprüche verschiedene Menschen
            haben sowie vermuten und einschätzen, welche Nutzungskonflikte dabei entstehen
            können (z.B. Landwirtschaft - Bauen, Wohnen - Verkehr, Freizeit/Tourismus -
            Naturschutz).

            Nachfolgende Kompetenzen: RZG.2.3, RZG.2.4, RZG.2.5, RZG.3.1, RZG.3.2, RZG.3.3

NMG                    Lehrplan 21                                                                                                  15.3.2016
  8
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau                                                                  273

           3. Die Schülerinnen und Schüler können Veränderungen in Räumen                                Querverweise
                   erkennen, über Folgen von Veränderungen und die künftige Gestaltung                   BNE - Natürliche Umwelt und
                                                                                                         Ressourcen

                  und Entwicklung nachdenken.

NMG.8.3           Raumveränderungen, Raumentwicklung
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1
                  können Veränderungen in der eigenen Umgebung über einen längeren Zeitraum
               a  beobachten und dokumentieren (z.B. durch Bauen und Umgestalten im eigenen
                  Quartier, an einem vertrauten Ort in der Natur über mehr als eine Jahreszeit hinweg).
2b
                  können wahrnehmen, beschreiben und darüber nachdenken, wie Menschen z.B. durch
               c  das Wohnen, die Produktion von Nahrungsmitteln, das Unterwegs-Sein, die
                  Freizeitgestaltung unsere Umgebung und unseren Lebensraum gestalten und
                  verändern.

                  können für die Gestaltung des Lebensraumes eigene Wünsche und Anliegen benennen,
                  Ideen und Perspektiven entwickeln und dazu Stellung nehmen (z.B. auf dem
                  Schulhausareal, in der Wohnumgebung, Vorhaben zur Sicherheit im Verkehr, zur
                  Gestaltung von Freizeiträumen, Schutz von Naturräumen).

           d können ausgehend von Spuren im Raum sowie von Informationen (z.B. Bilder, Berichte,
                  Gespräche mit älteren Menschen) Veränderungen in der eigenen Wohnumgebung
                  erfassen und Vergleiche zwischen früher und heute anstellen.

           e können über die Auswirkungen von Veränderungen im Raum für die Menschen und die
                  Natur nachdenken (z.B. im Verkehr, bei Freizeitanlagen, an Gewässern) und über
                  Gestaltungs- und Verhaltensmöglichkeiten in der Zukunft nachdenken.

                  Nachfolgende Kompetenzen: RZG.2.3, RZG.3.1, RZG.3.3

           4. Die Schülerinnen und Schüler können Elemente und Merkmale von                              Querverweise
                   Räumen in Darstellungsmitteln auffinden sowie raumbezogene                            EZ - Räumliche Orientierung
                   Orientierungsraster aufbauen und anwenden.                                            (4)

NMG.8.4           Räumliche Orientierungsmittel und -raster
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1
                  können die Lage und Richtung von Objekten im eigenen Erfahrungsraum beschreiben MA.2.A.1.c
               a  und dabei Orientierungsmuster anwenden (z.B. links/rechts, oben/unten, vorne/hinten).

               b  können auf Karten und Plänen der Region, des Wohnortes der Schweiz, der Welt und
                  auf dem Globus erkennen und zeigen, welche Orte und Gebiete sie schon kennen und
2c                diese beschreiben.

                  können räumliche Orientierungspunkte verorten und für die eigene Orientierung im
                  Raum anwenden (z.B. Himmelsrichtungen, markante Bauten, Anlagen in der
                  Umgebung).

15.3.2016                                      Lehrplan 21                                                                            NMG
                                                                                                                                        8
274 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau

                                                                                                            Querverweise

     d können Orte und Gebiete auf Karten, Luftbildern und auf dem Globus auffinden (z.B.
            Flüsse, Seen, Gebirge, Orte, wichtige Städte, Verkehrslinien).

     e können räumliche Ordnungsraster charakterisieren und erklären (z.B.
            Grosslandschaften der Schweiz, Lage und Verteilung der Meere und Kontinente,
            Verteilung der Bevölkerung).

     f können räumliche Grössen, Verhältnisse und Dimensionen in Beziehung zueinander
            setzen (z.B. Einordnung von Wohnort, Region, Kanton, Schweiz, Europa, Kontinente,
            Welt; ausgewählte Vorstellungen zu Distanzen und Flächen in der Region, in der
            Schweiz und weltweit).

     g können ausgehend von Informationen zu aktuellen Ereignissen (z.B. Naturereignisse,
            Konflikte zwischen Bevölkerungsgruppen) räumliche Bezüge in Orientierungsmitteln
            auffinden und Informationen zu räumlichen Situationen einordnen.

            Nachfolgende Kompetenzen: RZG.4.1, RZG.4.2

                                                                                                                                                                                                     Querverweise

     5. Die Schülerinnen und Schüler können sich in ihrer näheren und weiteren EZ - Räumliche Orientierung
                                                                                                                                                                                                     (4)
             Umgebung orientieren, sicher bewegen und dabei Orientierungsmittel

             nutzen und anwenden.

     NMG.8.5           Räumliche Orientierung im Gelände
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1
                       können sich nach Anleitung auf dem Kindergarten- bzw. Schulareal, auf dem Schulweg
                    a  und in der näheren Umgebung bewegen und orientieren sowie begangene Wegverläufe
                       beschreiben. Kindergarten- und Schulareal, Schulweg
                    b
                    c  können selbstständig Wege im Wohn- und Schulumfeld zurücklegen, dabei sichere und BNE - Gesundheit
                       unsichere Stellen erkennen, benennen und Regeln im Verkehr beachten.
                    d
                       können mithilfe von einfachen Orientierungsmitteln (z.B. Skizzen, Schularealkarten,  BS.1.A.1.3c
     2e                Schatzkarten, Plan mit Bildern und Piktogrammen) Orte im Gelände auffinden sowie
                       Richtungen und Lagebezüge von Objekten im eigenen Wohnquartier bzw. am eigenen
                    f  Wohnort beschreiben.

                       können räumliche Situationen (z.B. eigenes Zimmer, Schulzimmer, Spielplatz) mit
                       eigenen Skizzen und Plänen darstellen und diese anderen Personen erklären.

                       können in der Umgebung vertraute räumliche Elemente mithilfe von Karten, bzw.
                       Objekte im Gelände in Karten auffinden und dabei Darstellungsformen lesen und
                       anwenden (z.B. Massstabs- und Richtungsangaben, ausgewählte Signaturen).

                       können in einfachen Karten und Modellen räumliche Situationen der natürlichen und    MA.2.C.4.f
                       gebauten Umwelt proportional angemessen darstellen und erklären.

     g können mit Velo und öffentlichem Verkehr selbstständig in der Wohnregion unterwegs BNE - Gesundheit

                                                                                                                                                                                                   BS.5.1.1c

            sein und dabei auf die Sicherheit im Verkehr achten und Regeln einhalten.

NMG                                                       Lehrplan 21                                                                                                                                         15.3.2016
  8
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                       275

                                                                                       Querverweise

           h können sich mithilfe unterschiedlicher Orientierungsmittel im Raum orientieren (z.B. MA.2.C.4.g
                                                                                       MI - Recherche und
           Ortsplan, OL-Karten, topographischen Karten, Verkehrsnetzplan der Region).
                                                                                       Lernunterstützung

           können ausgewählte Orte im Gelände auffinden sowie begangene Wege und       BS.1.A.1.3e

           wahrgenommene Objekte in Karten eintragen.

           i können unterschiedliche Orientierungsmittel (z.B. Karten, Kompass, GPS) im Gelände MI - Recherche und

                                                                                                                                                                                                        Lernunterstützung

                 anwenden und mithilfe von Legenden Angaben aus Orientierungsmitteln herauslesen
                 und räumliche Situationen charakterisieren.

           Nachfolgende Kompetenz: RZG.4.3

15.3.2016                                   Lehrplan 21                                                                                                                                                                    NMG
                                                                                                                                                                                                                             8
276 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau

     NMG.9             Zeit, Dauer und Wandel verstehen - Geschichte und Geschichten
                       unterscheiden

                                                                                                                                                                                                            Querverweise

            1. Die Schülerinnen und Schüler können Zeitbegriffe aufbauen und korrekt EZ - Zeitliche Orientierung (3)
                                                                                                                                                                                                            MA.3.A.1
                    verwenden, Zeit als Konzept verstehen und nutzen sowie den Zeitstrahl

                    anwenden.

     NMG.9.1           Zeit und Zeitkonzept
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1a
                       können Zeitbegriffe korrekt anwenden (z.B. morgen, heute, gestern) und zeitliche      MA.3.A.2.a
                    b  Reihen und Listen bilden. Zeitwörter, Wochentage, Monate

                    c  können Zeit grafisch darstellen (z.B. Jahreskreis), markante Punkte im Jahresverlauf
                       bezeichnen und die Uhr lesen. Frühling, Sommer, Herbst, Winter, Uhr
                    d
                       können Handlungsabfolgen denken, durchführen, reflektieren sowie Zeitdauer erleben
                    e  und deren Dauer schätzen.

     2f                können gleichbleibende und variierende Tagesstrukturen unterscheiden und diese
                       vergleichen.

                       können Zeitdauer von Handlungen schätzen, messen und grafisch darstellen. Zeitstrahl

                       können eine Entwicklung (z.B. eigene Familie) über drei Generationen auf einem
                       Zeitstrahl einordnen.

            g können Epochen der Geschichte auf einem Zeitstrahl einordnen. Steinzeit, Antike, Mittelalter,

                       Neuzeit

            h können ausgewählte historische Ereignisse oder Veränderungen auf einem Zeitstrahl D.2.B.1.g
                   einordnen (z.B. Erfindung der Schrift, Bundesbrief 1291, Entstehung des Freistaats der
                   Drei Bünde, Entstehung des Veltlins, Calvenschlacht, Eintritt Graubünden in die
                   Eidgenossenschaft).

                                                                                                                                                                                                            Querverweise

            2. Die Schülerinnen und Schüler können Dauer und Wandel bei sich sowie

                    in der eigenen Lebenswelt und Umgebung erschliessen.

     NMG.9.2           Dauer und Wandel
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1a
                       können die eigene Entwicklung als Kind und die Entwicklung ihrer Familie über drei
                    b  Generationen erzählen (z.B. mit einer Fotoreihe).

                    c  können alte und moderne Dinge vergleichen. Was ist gleich? Was ist anders? (z.B.
                       Werkzeuge, Kleider, Essen). früher/heute, alt/modern
                    d
                       können beschreiben, was in der eigenen Entwicklung und der eigenen Familie gleich
                       geblieben ist und was sich geändert hat.

                       können historische Bilder aus der Umgebung mit der heutigen Situation vergleichen.
                       Was ist gleich? Was ist anders? (z.B. Häuser, Strassen in der eigenen Umgebung).

NMG                                                      Lehrplan 21                                                                                                                                                      15.3.2016
  9
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau                                                                       277

                                                                                                          Querverweise

2          e können früher und heute vergleichen. Was ist gleich geblieben? Was hat sich geändert?

                  (z.B. kindliche Lebenswelten, Wohnen, Feuer machen in der Altsteinzeit,

                  Geschlechterverhältnisse). Altsteinzeit

           f können den Wandel menschlicher Kultur in einer früheren Epoche beschreiben (z.B. von
                 der Alt- zur Jungsteinzeit, von der Antike zum Mittelalter). Jungsteinzeit

                  Nachfolgende Kompetenzen: RZG.5.1, RZG.5.2, RZG.5.3

           3. Die Schülerinnen und Schüler können verstehen, wie Geschichte aus                           Querverweise
                   Vergangenheit rekonstruiert wird.                                                      EZ - Zeitliche Orientierung (3)
                                                                                                          EZ - Fantasie und Kreativität
                                                                                                          (6)

NMG.9.3           Geschichte als Rekonstruktion von Vergangenheit
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1a
                  können das Prinzip von Geschichten und ihren typischen Aufbau verstehen (z.B. eine
               b  Geschichte hat einen Anfang, eine Mitte und einen Schluss; sie besteht aus einer
               c  Handlung mit verschiedenen Personen). Aufbau einer Geschichte

               d  können aus Ruinen oder Bauten Vorstellungen entwickeln, wie diese in der
                  Vergangenheit ausgesehen haben (z.B. Burgen, Höhlen, alte Häuser). Ruine
2e
                  können aus Funden und alten Gegenständen (z.B. Objekte in Museen, prähistorische
                  Felsmalereien, Ausgrabungen, Ausgrabungsgegenstände von Crestaulta Lumbrein,
                  Cresta Cazis, Mutta in Falera, Castello di Mesocco) Vorstellungen über das Leben einer
                  früheren Gesellschaft gewinnen (z.B. Steinzeit, Römer, Spätmittelalter). Ausgrabung,

                  Fundstück

                  können sich aus Geschichten, Erzählungen, Bildern ein Bild über eine vergangene         MI.1.2.c
                  Kultur machen (z.B. China, Altes Ägypten, Römisches Imperium).

                  können sich aus Sachtexten, Karten, Quellen ein differenziertes Bild einer historischen MI.1.2.e
                  Epoche erarbeiten. Sachtext, Karte, Quelle

           f können verstehen, dass man ein historisches Ereignis in unterschiedlicher Weise
                  erzählen kann (z.B. Eroberung des Veltlins, Calvenschlacht, Hexenverfolgungen,
                  Eroberung Amerikas).

           g können verstehen, dass unterschiedliche Sichtweisen von Vergangenheit mit aktuellen
                  Interessen in Zusammenhang stehen (z.B. Alte Eidgenossenschaft).

                  Nachfolgende Kompetenzen: RZG.6.1, RZG.6.2, RZG.6.3

15.3.2016                                                  Lehrplan 21                                                                     NMG
                                                                                                                                             9
278 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau

                                                                                                          Querverweise

     4. Die Schülerinnen und Schüler können Geschichte und Geschichten
             voneinander unterscheiden.

     NMG.9.4           Geschichte und Geschichten
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1a
                       können fiktive Geschichten von realen Geschichten unterscheiden.                   MI.1.2.b
                    b                                                                                     D.6.C.1.f
                       können die Absichten von Geschichten erkennen und die Wirkung von Geschichten auf
     2c                sich selber beschreiben.

                       können erklären, aufgrund welcher Merkmale sich fiktive Geschichten von realen
                       Geschichten unterscheiden. fiktive/reale Geschichten

     d können die Absichten von Sagen und Mythen erklären (z.B. Sage von Wilhelm Tell,
            mündliche und schriftliche Überlieferungen aus Graubünden).

     e können Kriterien geleitet Sagen und Mythen von geschichtlichen Darstellungen
            unterscheiden (z.B. Sagen der Schweiz).

     f können den Gebrauch von Sagen und Mythen in der aktuellen Gegenwart kritisch
            reflektieren und deren Verwendung in der politischen Diskussion erkennen.

            Nachfolgende Kompetenzen: RZG.7.1, RZG.7.2, RZG.7.3

NMG                                                      Lehrplan 21                                                    15.3.2016
  9
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau                                                                   279

NMG.10 Gemeinschaft und Gesellschaft - Zusammenleben gestalten und sich
               engagieren

           1. Die Schülerinnen und Schüler können auf andere eingehen und                               Querverweise
                   Gemeinschaft mitgestalten.                                                           BNE - Politik, Demokratie und
                                                                                                        Menschenrechte
                                                                                                        EZ - Eigenständigkeit und
                                                                                                        soziales Handeln (9)

NMG.10.1          Gemeinschaft und Konflikte
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1a
                  können Erfahrungen von Zusammenleben beschreiben und Möglichkeiten für
               b  gelungenes Zusammenleben formulieren (z.B. Rücksicht nehmen, miteinander feiern).
               c
                  können in Konflikten angeleitet eigene Bedürfnisse und Befindlichkeiten formulieren
2d                und jene von anderen wahrnehmen. Gesprächsregeln, Mobbing

               e  können Vorschläge für eine faire Konfliktlösung äussern und sich an Abmachungen
               f  halten. Klassenregeln, Vertrag

                  können gemeinschaftsfördernde Aktivitäten in der Klasse vorschlagen und umsetzen
                  sowie Mitverantwortung für das Wohlergehen aller übernehmen (z.B. Ordnung im
                  Klassenzimmer, wertschätzender Umgang miteinander).

                  lernen, Konflikte in der Gruppe fair zu lösen und können verschiedene Strategien
                  anwenden (z.B. Schlichtung, Abstimmung, Konsens).

                  können sich in andere Menschen hinein versetzen und deren Gefühle, Bedürfnisse und
                  Rechte respektieren und sich für sie einsetzen (z.B. bei Streit, Mobbing).

                  Nachfolgende Kompetenzen: ERG.5.4, ERG.5.6

           2. Die Schülerinnen und Schüler können Freundschaft und Beziehungen                          Querverweise
                   pflegen und reflektieren.                                                            EZ - Sprache und
                                                                                                        Kommunikation (8)
                                                                                                        EZ - Eigenständigkeit und
                                                                                                        soziales Handeln (9)

NMG.10.2          Freundschaft
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1a
                  können von Freundschaft erzählen und Freundschaft sprachlich, zeichenhaft sowie
               b  handelnd ausdrücken.

2c                können Merkmale von Freundschaft beschreiben (z.B. Zuneigung, geteilte Interessen)
                  und eigene Erwartungen reflektieren.
               d
                  können Freundschaft auch in Konfliktsituationen und bei gegenläufigen Interessen
               e  gestalten (z.B. sich versöhnen, verschiedene Interessen berücksichtigen).

                  können Qualitäten von Freundschaft und Liebe beschreiben (z.B. Zuneigung, Vertrauen,
                  Gleichberechtigung).

                  setzen sich mit dem Zusammenhang von Freundschaft, Liebe und Sexualität
                  auseinander.

                  Nachfolgende Kompetenz: ERG.5.3

15.3.2016         Lehrplan 21                                                                                                          NMG
                                                                                                                                        10
280 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau

                                                                                                                 Querverweise

     3. Die Schülerinnen und Schüler können grundlegende Funktionen
             öffentlicher Institutionen verstehen.

     NMG.10.3          Öffentliche Institutionen
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1a
                       können Namen für Aufgaben nennen (z.B. Ämtli in der Klasse) und diese der
                    b  entsprechenden Funktion zuordnen.
                    c
                       können Ämter und Funktionen in der Gemeinde benennen und unterscheiden (z.B.
     2d                Polizist/in, Feuerwehrmann/frau, Förster/in, Gemeinderat/rätin).

                    e  können öffentliche Institutionen und Einrichtungen in der Gemeinde benennen und
                       deren Funktion verstehen (z.B. Spital, Schule, Feuerwehr, Abfallentsorgung, Gericht).

                       können den Unterschied zwischen privater und öffentlicher Sphäre beschreiben (z.B.
                       Unterschied zwischen Regeln in der Familie und Gesetzen wie ein Fahrverbot). öffentliche

                       und private Sphäre

                       können zuständige Stellen für Fragen und Anliegen identifizieren (z.B. die Lehrperson,
                       die Schulleitung, der/die Schulhauswart/-in, die Gemeindebehörde).

     f können ausgewählte Aufgaben einer Gemeinde den Ressorts einer Gemeinde zuordnen
            und deren Zusammenspiel erklären (z.B. Schneeräumung, Wasserversorgung). Ressort,

                Gemeinde

     g können das Zusammenwirken von verschiedenen Teilbereichen des Staates an einem
            Beispiel erklären (z.B. Polizei und Gericht).

            Nachfolgende Kompetenz: RZG.8.1

     4. Die Schülerinnen und Schüler können das Verhältnis von Macht und                                         Querverweise
             Recht in Gegenwart und Vergangenheit verstehen.                                                     BNE - Politik, Demokratie und
                                                                                                                 Menschenrechte
                                                                                                                 EZ - Eigenständigkeit und
                                                                                                                 soziales Handeln (9)

     NMG.10.4          Macht und Recht
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1a
                       können Prinzipien der Entscheidungsfindung beispielhaft verstehen und in der Klasse
                    b  anwenden (z.B. Los, Einstimmigkeit, Autorität, Delegation, Schlichtung). Mehrheit,
                    c
                       Schiedsrichter
                    d
                       können verantwortungsvoll über andere bestimmen (z.B. Chef/in sein) und sich im Team
     2e                an Anweisungen halten.

                       können anhand von exemplarischen Situationen (z.B. aus Geschichten, aus Märchen,
                       aus dem Alltag) erkennen, wer Macht ausübt und wie Machtmissbrauch begegnet
                       wird. Macht

                       können Sanktionen in Zusammenhang mit vorher bekannten Regeln bringen. Prinzip:

                       Strafe für eine Übertretung soll vorher bekannt sein

                       können über Sanktionen bei Regelverletzungen hinsichtlich ihrer Verhältnismässigkeit
                       nachdenken. Prinzip der Verhältnismässigkeit

NMG                    Lehrplan 21                                                                                             15.3.2016
 10
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                   281

                                                                                                                                                                                                         Querverweise

           f können die Verteilung von Macht an einem geschichtlichen Beispiel erklären (z.B. Altes
                  Ägypten, Römisches Imperium, Zunftverfassung) und Modelle von Macht
                  unterscheiden. Monarchie, Demokratie

           g können den Weg von einer familienrechtlichen Gesellschaft zu einem Territorialrecht
                  mit rechtstaatlichen Ansätzen erkennen (z.B. Innerschweizer
                  Eidgenossenschaft). Bundesbrief 1291

           h können das Entstehen von staatlichen Strukturen an einem Beispiel nachvollziehen (z.B.
                  Bundesbrief von 1524, Gemeindefusionen). Eidgenossenschaft im 13.-15. Jahrhundert

           i können das Ineinandergreifen von Wirtschaft, Politik und Recht an einem Beispiel
                  erkennen (z.B. Alte Eidgenossenschaft und Alpenpässe).

                  Nachfolgende Kompetenzen: RZG.5.1, RZG.8.1, RZG.8.2, RZG.8.3

                                                                                                                       Querverweise

           5. Die Schülerinnen und Schüler können eigene Anliegen einbringen sowie BNE - Politik, Demokratie und
                                                                                                                       Menschenrechte
                  politische Prozesse erkennen.
                                                                                                                       EZ - Eigenständigkeit und

                                                                                                                       soziales Handeln (9)

NMG.10.5          Politische Handlungskompetenz
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1a
                  können sich für die eigenen Interessen einsetzen und die Möglichkeiten zur aktiven
               b  Mitsprache wahrnehmen (z.B. im Morgenkreis, im Klassenrat).

2c                können sich stellvertretend für die Interessen anderer einsetzen (z.B. im
                  Schülerrat). Prinzip der Delegation

                  können politische Prozesse an einem aktuellen Beispiel nachvollziehen.

           d können an einem politischen Prozess aus dem Nahraum die Phasen und die
                  Möglichkeiten der Mitwirkung erkennen. Problemdefinition, Meinungsbildung, Lösungssuche, Entscheid,

                      Bewertung

           e können Rechte und Pflichten von Individuen in unserer Gesellschaft nennen. Schulpflicht,

                      Kinderrechte

                  Nachfolgende Kompetenzen: ERG.5.6, RZG.3.3, RZG.8.1, RZG.8.2

15.3.2016                                        Lehrplan 21                                                                                                                                                           NMG
                                                                                                                                                                                                                        10
282 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau

     NMG.11 Grunderfahrungen, Werte und Normen erkunden und reflektieren

                                                                                                            Querverweise

     1. Die Schülerinnen und Schüler können menschliche Grunderfahrungen
             beschreiben und reflektieren.

     NMG.11.1          Menschliche Grunderfahrungen
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1a
                       können in Geschichten und Berichten menschliche Grunderfahrungen entdecken (z.B.
     2b                Gelingen, Scheitern, Angst, Geborgenheit), haben die Gelegenheit über vergleichbare
                       Erfahrungen zu berichten und dazu Fragen zu stellen.
                    c
                       können beschreiben, wie Menschen mit menschlichen Grunderfahrungen umgehen und
                    d  daran Anteil nehmen. (z.B. Erfolg, Niederlage, Krankheit, Geburt, Tod, Abschied).

                       können an Beispielen beschreiben, wie Religionen menschliche Grunderfahrungen
                       rituell gestalten (z.B. Umgang mit Geburt, Erwachsenwerden und Tod).

                       können menschliche Grunderfahrungen aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten    BNE - Geschlechter
                       und vergleichen (z.B. verschiedene Kulturen, Generationen, Geschlecht).              und Gleichstellung
                                                                                                            BNE - Kulturelle
                                                                                                            Identitäten und
                                                                                                            interkulturelle
                                                                                                            Verständigung

                       Nachfolgende Kompetenz: ERG.1.1

                                                                                                                                                                                                     Querverweise

     2. Die Schülerinnen und Schüler können philosophische Fragen stellen und EZ - Lernen und Reflexion (7)

             über sie nachdenken.

     NMG.11.2          Philosophieren
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1a
                       lernen in Bezug auf Erlebtes und Erzähltes Neugier, Staunen, Befremden und
                    b  Verwunderung auszudrücken, äussern sich dazu und stellen Fragen.

     2c                stellen Fragen, die man nicht abschliessend beantworten kann und denken über sie
                       nach und tauschen sich aus (z.B. Was ist Glück? Warum sind wir unterschiedlich?).

                       nehmen zu philosophischen Fragen verschiedene Perspektiven ein und bilden sich eine
                       eigene Meinung.

                       Nachfolgende Kompetenz: ERG.1.2

NMG                                                      Lehrplan 21                                                            15.3.2016
 11
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau                                                      283

           3. Die Schülerinnen und Schüler können Werte und Normen erläutern,                          Querverweise
                   prüfen und vertreten.                                                               EZ - Sprache und
                                                                                                       Kommunikation (8)

NMG.11.3          Werte und Normen
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1a
                  können beschreiben, was ihnen und Menschen in ihrer Umgebung wertvoll und
               b  bedeutsam ist. materielle und immaterielle Werte
                  können dabei materielle und immaterielle Werte unterscheiden (z.B. Besitz,
2c                Freundschaft).

               d  können verschiedene Normen und ihre Geltungsbereiche unterscheiden und über ihren D.5.B.1.b
               e  Sinn nachdenken (z.B. Duzen oder Siezen; verschiedene Umgangsformen und Regeln in
               f  Schule, Familie oder Freizeit, Verkehrsregeln).

                  können beschreiben, wofür sich Menschen engagieren und reflektieren, welche Motive
                  und Werte darin zum Ausdruck kommen. Gerechtigkeit, Menschlichkeit, Solidarität

                  können im eigenen Handeln Werte erkennen und beschreiben, wie sie Verantwortung
                  übernehmen können (z.B. Ressourcennutzung, zwischenmenschlicher Umgang).

                  können Werte und Normen verschiedener Generationen vergleichen (z.B. Gehorsam,
                  Bedeutung materieller Güter, Freizeit).

                  können Werte, die in ihrem Leben bedeutsam sind, beschreiben, vertreten und mit
                  denen von anderen vergleichen.

                  Nachfolgende Kompetenz: ERG.2.1

                                                                                                       Querverweise

           4. Die Schülerinnen und Schüler können Situationen und Handlungen
                   hinterfragen, ethisch beurteilen und Standpunkte begründet vertreten.

NMG.11.4          Ethische Urteilsbildung
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1a
                  können in Geschichten und Alltagssituationen gerechte und ungerechte Momente
               b  wahrnehmen und benennen.
                  können anhand dieser Geschichten und Alltagssituationen über Schritte zu mehr
2c                Gerechtigkeit sprechen.

               d  können ethisch problematische Situationen aus der Lebenswelt beschreiben und
                  diskutieren (z.B. Ungerechtigkeit, Gewalt).

                  können Informationen zu ethisch problematischen Situationen erschliessen und
                  Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation erwägen (z.B. Krieg, Ausbeutung,
                  Sexismus, Fortschritt).

                  können ethisch problematische Situationen aus verschiedenen Perspektiven betrachten
                  und einen Standpunkt einnehmen.

                  Nachfolgende Kompetenz: ERG.2.2

15.3.2016         Lehrplan 21                                                                                             NMG
                                                                                                                           11
284 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau

     NMG.12 Religionen und Weltsichten begegnen

                                                                                                                                                                                                     Querverweise

     1. Die Schülerinnen und Schüler können religiöse Spuren in Umgebung und

             Alltag erkennen und erschliessen.

     NMG.12.1          Religiöse Spuren
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1a
                       können in der Umgebung Spuren religiösen Lebens entdecken und benennen (z.B.                                  MI.1.3.e
                    b  Kirche, Bilder, Namen). Kirchen, Statuen, Hausinschriften, Symbole
                    c
                       können in Bildern religiöse Gestalten und Motive identifizieren und beschreiben (z.B.
                    d  Barmherziger Samariter, Arche Noah, Leben Jesu). religiöse Gestalten und Motive

                       können in der Umgebung und in Medien religiöse Spuren entdecken, Informationen
                       dazu erschliessen und darstellen (z.B. Megalithische Kultstätte Falera, Schalensteine,
                       Kirche St. Martin in Zillis, Klöster in Cazis, Disentis, Ilanz, Poschiavo und Müstair,
                       Kapelle von Peter Zumthor in Sogn Benedetg, Stiva da morts von Gion A. Caminada in
                       Vrin).

                       können in der Sprache (z.B. Ausdrücke, Redewendungen) religiöse Motive identifizieren
                       und ihre Bedeutung erschliessen.

                       Nachfolgende Kompetenzen: ERG.3.1, ERG.3.2

                                                                                                                                                                                                     Querverweise

     2. Die Schülerinnen und Schüler können Inhalt, Sprachform und Gebrauch EZ - Sprache und
                                                                                                                                                                                                     Kommunikation (8)
             religiöser Texte erläutern.

     NMG.12.2          Texte und Lehren
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1a
                       können bekannte Geschichten aus der Bibel und aus verschiedenen Religionen                                    D.3.B.1.d
                    b  nacherzählen.

     2c                können zum Leben bedeutender Gestalten aus verschiedenen Religionen Geschichten
                       erzählen. Mose, Jesus, Mohammed, Buddha

                       können erläutern, wie religiöse Texte und Schriften traditionell verwendet werden. Bibel,

                       Torah, Koran, Pali-Kanon, Veden; Gebet, Gottesdienst, Fest; Erzählen, Vortragen, Kalligraphieren, Memorieren

     d können in Texten verschiedener Religionen religiöse Vorstellungen erkennen (z.B.
            Jenseitsvorstellungen, Gebote, Wunder, Gestalten).

     e können religiöse Sprachformen erkennen und von geschichtlichen Darstellungen und D.6.C.1.f
            naturwissenschaftlichen Erkenntnissen unterscheiden. Schöpfungsmythen, Legenden, Gleichnisse

            Nachfolgende Kompetenz: ERG.4.1

NMG                                                      Lehrplan 21                                                                                                                                                    15.3.2016
 12
Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau                                                    285

                                                                                                          Querverweise

           3. Die Schülerinnen und Schüler können religiöse Praxis im
                   lebensweltlichen Kontext beschreiben.

NMG.12.3          Rituale und Bräuche
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1a
                  können Rituale im Tagesablauf erkennen (z.B. Tischrituale, Gutenacht-Ritual,
               b  Verabschiedung, Gebet).

2c                können Merkmale von Ritualen wahrnehmen und über ihre Wirkung sprechen (z.B.
                  Wiederholung, bestimmte Handlung/Zeichen, benutzte Gegenstände).
               d
                  können anhand von Gebäuden Rituale und Bräuche in Religionen beschreiben. Kirche,
               e
                  Moschee, Synagoge, Tempel; Gebet, Gottesdienst, Segen

                  können zu Bräuchen (z.B. Fasten, Kleidung, Scheibenschlagen Untervaz, Trer schibettas
                  in Danis, Churer Maiensässfahrt, Troccas Surselva, Chalandamarz, Cagorda in der
                  Mesolcina) und ausgewählten Ritualen im Lebenslauf (z.B. Geburtsrituale, Hochzeit,
                  Begräbnis) Hintergrundwissen erschliessen und sie den entsprechenden Religionen
                  zuordnen.

                  können Rituale und Bräuche der Religionen miteinander vergleichen und Unterschiede
                  in der Praxis beschreiben (z.B. regionale und konfessionelle Unterschiede).

                  Nachfolgende Kompetenz: ERG.4.2

                                                                                                          Querverweise

           4. Die Schülerinnen und Schüler können Festtraditionen charakterisieren.

NMG.12.4          Festtraditionen
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1a
                  können von Festanlässen in der Familie oder der Umgebung erzählen (z.B. Geburtstag,
               b  Weihnachten, Neujahrssingen) und Merkmale benennen (z.B. Vorbereitung, Rollen,
                  Rituale, Gegenstände).
2c
                  können einige Feste verschiedener Religionen beschreiben, über die Funktion von
               d  Festen nachdenken (z.B. Gemeinschaft, Erinnerung, Freude) und vergleichbare
                  Elemente erkennen (z.B. Speisen, Dekoration, Gaben, Besuche, Geschichten).

                  können Hauptfeste des christlichen Kirchenjahres, Brauchtum und Festzeiten
                  verschiedener Religionen anhand ihrer Bräuche und Erzählungen erläutern und
                  miteinander vergleichen. Weihnachten, Ostern, Fasnacht, Pessach, Ramadan, Holi, Divali

                  können säkulare Gedenkanlässe und Feiertage beschreiben und ihre Bedeutung
                  erläutern (z.B. Bundesfeier, Tag der Arbeit, Tag der Menschenrechte, regionale Feste).

15.3.2016         Lehrplan 21                                                                                           NMG
                                                                                                                         12
286 Fachbereichslehrplan | Natur, Mensch, Gesellschaft | Kompetenzaufbau

     5. Die Schülerinnen und Schüler können sich in der Vielfalt religiöser                                Querverweise
             Traditionen und Weltanschauungen orientieren und verschiedenen                                BNE - Kulturelle Identitäten
             Überzeugungen respektvoll begegnen.                                                           und interkulturelle
                                                                                                           Verständigung

     NMG.12.5          Weltanschauliche und kulturelle Vielfalt
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1a
                       nehmen wahr und erkennen, wie sich Religionen im Leben von Menschen zeigen und
                    b  was sie ihnen bedeuten.

     2c                können einzelne Elemente (z.B. Feste, Gebäude, Gegenstände) der entsprechenden
                       Religion zuordnen.
                    d
                       können untersuchen, wie Menschen mit ihren religiösen und säkularen Vorstellungen,
                    e  Überzeugungen und Ausdrucksweisen ihr Leben gestalten und sie können ihnen
                       respektvoll begegnen.

                       können verschiedene Religionen und Konfessionen benennen und anhand elementarer
                       Merkmale beschreiben und unterscheiden (z.B. Feste, Gebäude, Gegenstände,
                       Geschichten, Lehren).

                       können Gemeinsamkeiten und Bezüge zwischen Judentum, Christentum und Islam an
                       Beispielen erläutern.

                       Nachfolgende Kompetenzen: ERG.4.4, ERG.4.5

NMG                    Lehrplan 21                                                                         15.3.2016
 12
Fachbereichslehrplan | Natur und Technik | Kompetenzaufbau               287

Natur und Technik
mit Physik, Chemie, Biologie

                                                                         NT

15.3.2016                                                   Lehrplan 21
288 Fachbereichslehrplan | Natur und Technik | Kompetenzaufbau

    NT.1    Wesen und Bedeutung von Naturwissenschaften und Technik verstehen

                    Vorangehende Kompetenz: NMG.5.3                                                                                                      Querverweise
                                                                                                                                                         ERG.4.5
            1. Die Schülerinnen und Schüler können Wege zur Gewinnung
                    naturwissenschaftlicher Erkenntnisse beschreiben und deren kulturelle
                    Bedeutung reflektieren.

    NT.1.1  Physik, Chemie, Biologie, Technik: Prinzipien der Naturwissenschaften
            Die Schülerinnen und Schüler ...

    3       a können beschreiben, wie naturwissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden (z.B.

            Was ist eine Beobachtung? Was ist eine naturwissenschaftliche Frage? Was ist eine

            Hypothese? Was ist ein Experiment? Welche Rolle spielen die

            Untersuchungsbedingungen?). Naturwissenschaftliche Beobachtung

            können naturwissenschaftliche Erkenntnisse von nicht naturwissenschaftlichen

            unterscheiden und an Beispielen verdeutlichen (z.B. Chemie versus Alchemie,

            Astronomie versus Astrologie). Naturwissenschaftliches Experimentieren

            b können Informationen zu ausgewählten Persönlichkeiten (z.B. Galilei, le Verrier, Adams
                   und Galle, Curie, Einstein, das Team um Watson und Crick) erschliessen und daraus
                   ableiten, was Naturwissenschaftler/innen machen bzw. wie sie zu ihren Erkenntnissen
                   gelangen.

            c können angeleitet Informationen über eine naturwissenschaftliche Erkenntnis
                   zusammenstellen sowie nachvollziehen und kommunizieren, wie diese Erkenntnis
                   unser Weltbild verändert hat (z.B. Kopernikanische Wende, Entdeckung des
                   Magensaftes, Gravitationsgesetz, Rutherfords Streuversuch, Atomtheorie, Entdeckung
                   der Kernenergie, Penizillin, Entdeckung der Gene, Urknalltheorie).

            d können generalisieren, wie naturwissenschaftliche Erkenntnisgewinnung abläuft,
                   welchen Prinzipien sie unterliegt und diese nicht naturwissenschaftlicher
                   Erkenntnisgewinnung gegenüberstellen. Prinzipien der Naturwissenschaften: grundsätzliche Verstehbarkeit

                       der Welt, Einfachheit der Lösung, Objektivität und Reproduzierbarkeit, Beständigkeit und Vorläufigkeit, Grenzen der Erkenntnisse

NT

1                                                               Lehrplan 21                                                                                            15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Natur und Technik | Kompetenzaufbau                                                                              289

           Vorangehende Kompetenz: NMG.5.1                                                                 Querverweise

           2. Die Schülerinnen und Schüler können technische Alltagsgeräte bedienen ERG.4.5
                   und ihre Funktionsweise erklären.

NT.1.2     Technik: Technik im Alltag
           Die Schülerinnen und Schüler ...

3          a können die Funktionsweise einfacher technischer Geräte erfassen und Komponenten TTG.3.B.4.c

           nachbauen (z.B. Handbohrmaschine, Heissluftballon). Einfache technische Geräte: Funktionsweise

           können eine einfache Fehlersuche bei nicht funktionierenden Geräten durchführen und

           die Fehl- oder Nichtfunktion genau beschreiben (z.B. defekte Lampe, Sicherung, Kabel

           richtig einstecken). Einfache Fehlersuche

           b können Anwendungsmöglichkeiten technischer Geräte unter unterschiedlichen                     TTG.2.A.3.c
                  Rahmenbedingungen bzw. Einflüssen testen (z.B. erhöhte Reibung, tiefere                  TTG.3.B.4.c
                  Temperatur). Testverfahren
                  können technische Geräte austesten, hinterfragen und dazu Verbesserungen
                  vorschlagen (z.B. Schattenwurf und Neigungswinkel bei Solarzellen).

           c können Grundprinzipien von Alltagsgeräten erkennen, vergleichen und präsentieren
                  (z.B. wärmeerzeugende Geräte, Wärmepumpe, Lampen, Übersetzung Fahrrad,
                  Zapfenzieher, Personenlift, Sicherungsautomat, Lautsprecher, Leuchtdiode,
                  Solarzellen).

           d können die grundlegende Funktionsweise aktueller Technologien aufgrund von
                  Sachtexten erfassen und künftige Anwendungsmöglichkeiten unter unterschiedlichen
                  Rahmenbedingungen skizzieren (z.B. Geothermie, Informations- und
                  Kommunikationstechnologie, Handy in Funkzellen, GPS, Flachbildschirm, Endoskop,
                  Induktionsherd).

                   Vorangehende Kompetenz: NMG.5.3                                                         Querverweise

           3. Die Schülerinnen und Schüler können die Nachhaltigkeit                                       BNE - Natürliche Umwelt und
                   naturwissenschaftlich-technischer Anwendungen diskutieren.                              Ressourcen

NT.1.3     Physik, Chemie, Biologie, Technik: Nachhaltigkeit von Anwendungen
           Die Schülerinnen und Schüler ...
3

           a können sich angeleitet über die Bedeutung von naturwissenschaftlich-technischen               BNE - Wirtschaft und
                  Anwendungen für den Menschen informieren, insbesondere in den Bereichen                  Konsum
                  Gesundheit, Sicherheit und Ethik (z.B. Gentechnik, Nanostoffe, Haltbarmachung von        BNE - Gesundheit
                  Milch, Antibiotika).                                                                     TTG.3.B.2.c
                                                                                                           TTG.3.B.3.c

           b können sich angeleitet über die Nachhaltigkeit von naturwissenschaftlich-technischen BNE - Wirtschaft und
                                                                                                           Konsum
           Anwendungen informieren sowie Chancen und Risiken diskutieren (z.B.
                                                                                                           TTG.3.B.2.c

           Verbrennungsmotoren, Kernenergie, Herstellung von Düngemittel, Computer).                       TTG.3.B.3.c

           c können selbstständig Sachinformationen zu naturwissenschaftlich-technischen                   BNE - Wirtschaft und

                                                                                                           Konsum
           Themenbereichen recherchieren, reflektieren und präsentieren (z.B. Auswirkungen bei MI - Produktion und

           Rohstoffmangel).                                                                                Präsentation
                                                                                                           MI - Recherche und

                                                                                                           Lernunterstützung

                                                                                                           TTG.3.B.2.c

                                                                                                           TTG.3.B.3.c

                                                                                                                                        NT

15.3.2016                                                   Lehrplan 21                                                                 1
290 Fachbereichslehrplan | Natur und Technik | Kompetenzaufbau

    NT.2    Stoffe untersuchen und gewinnen

                    Vorangehende Kompetenz: NMG.3.3                                                                                         Querverweise

            1. Die Schülerinnen und Schüler können Stoffe untersuchen, beschreiben
                    und ordnen.

    NT.2.1  Chemie, Physik: Stoffeigenschaften
            Die Schülerinnen und Schüler ...
    3 1a
            können Stoffeigenschaften nach Anleitung bestimmen, dazu geeignete Messverfahren
            und -geräte einsetzen. Schmelz- und Siedetemperatur, Dichte, Löslichkeit, pH-Wert, Brennbarkeit; Messgeräte

            1b können Versuchsergebnisse vergleichen und Messgenauigkeit diskutieren. Messverfahren,

                         Messgenauigkeit

            1c können Versuche zur Unterscheidung oder Gruppierung von Stoffen selbstständig
                     planen, durchführen und auswerten.

    NT.2.1  Chemie, Physik: Teilchenmodell
            Die Schülerinnen und Schüler ...
    3 2a
            können die Aggregatzustände und Zustandsänderungen mithilfe des Teilchenmodells
            erklären und veranschaulichen. Aggregatzustände, Zustandsänderungen; Teilchenmodell: Energie, Anziehung,

            Abstände und Ordnung der Teilchen

            2b können die Grenzen des Teilchenmodells bei ausgewählten Stoffeigenschaften,
                     Lösevorgängen und Stoffgemischen aufzeigen und beschreiben, welche Vorteile die
                     Weiterentwicklungen Ladungsmodell oder Elementarmagnetmodell haben. Ladungsmodell:

                         elektrostatische Eigenschaften, elektrische Leitfähigkeit; Elementarmagnetmodell: Magnetismus, Magnetisierbarkeit

            2c können Unterschiede zwischen Modell und Wirklichkeit aufzeigen.

            Vorangehende Kompetenz: NMG.3.4                                                                                                 Querverweise

            2. Die Schülerinnen und Schüler können Stoffe aufgrund ihrer Eigenschaften
                    gezielt trennen.

    NT.2.2  Chemie, Technik: Trennverfahren
            Die Schülerinnen und Schüler ...

    3       a können Stoffe aufgrund ihrer Zusammensetzung benennen und nach ausgewählten

            naturwissenschaftlichen Prinzipien ordnen. Reinstoff/Gemisch, Gemischarten, Metall/Nichtmetall,

            Element/Verbindung

            b können einfache Gemische mit ausgewählten Methoden nach Anleitung trennen und
                   das Vorgehen fachlich korrekt beschreiben. Extraktion, Chromatografie, Destillation

            c können Anwendungen der Trennverfahren im Alltag und bei Alltagsprodukten erkennen
                   (z.B. Tee-, Kaffeezubereitung, Wäschereinigung, Kläranlage, Ölabscheider,
                   Magnetscheide).

NT

2                                                               Lehrplan 21                                                                               15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Natur und Technik | Kompetenzaufbau                                                                                       291

NT.3             Chemische Reaktionen erforschen

                   Vorangehende Kompetenz: NMG.3.4                                                                                 Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Stoffumwandlungen untersuchen
                   und beschreiben.

NT.3.1           Chemie: Chemische Reaktionen
                 Die Schülerinnen und Schüler ...
3 1a
                 können Sicherheitsvorschriften und Regeln im Umgang mit Chemikalien und
             1b  Gerätschaften einhalten. Laborführerschein: Gefahren- und Sicherheitshinweise nach globalem Klassifikations- und

                 Einstufungssystem für Chemikalien GHS

                 können ausgewählte Stoffumwandlungen (z.B. Kerzen- und Brennerflammen,
                 Verbrennung, Gerinnung von Eiklar) beobachten, untersuchen, als materielle und
                 energetische Umwandlung erkennen und in Fachsprache beschreiben. Chemische Reaktion,

                 Reaktionsschema in Worten

           1c können angeleitet Reaktionen mit Sauerstoff durchführen, protokollieren, Fragen
                    stellen, Vermutungen formulieren und diese experimentell überprüfen. Oxide,

                        Korrosion/Korrosionsschutz

           1d können Zusammenhänge und Gesetzmässigkeiten bei chemischen Reaktionen
                    vermuten und überprüfen (z.B. Einfluss der Temperatur, Erhaltung der Masse).

NT.3.1           Chemie, Technik: Nachweisreaktionen
                 Die Schülerinnen und Schüler ...
3

           2a können angeleitet Kohlenstoffdioxid, Sauerstoff, Zucker, Stärke und Proteine chemisch
                    nachweisen. Nachweisreaktionen

           2b können neutrale, saure oder basische Lösungen mittels Indikatoren nachweisen (z.B.
                    Rotkohlsaft, Universalindikator) sowie Wirkungen von Säuren und Basen
                    untersuchen. Eigenschaften Säuren/Basen, pH-Streifen, Neutralisation
                    können ausgewählte Neutralisationen nach Anleitung durchführen und das Ergebnis
                    beschreiben.

           2c können beim Untersuchen von Stoffen aus dem Alltag geeignete Nachweisverfahren
                    auswählen, selbstständig einsetzen (z.B. Messstäbchen) und dabei die nötigen
                    Sicherheits- und Sorgfaltsaspekte beachten. pH-Wert, Wasserhärte

                                                                                                                                                 NT

15.3.2016                                                   Lehrplan 21                                                                          3
292 Fachbereichslehrplan | Natur und Technik | Kompetenzaufbau

            Vorangehende Kompetenz: NMG.3.4                                                                              Querverweise

            2. Die Schülerinnen und Schüler können Stoffumwandlungen einordnen und
                    erklären.

    NT.3.2  Chemie: Periodensystem und Modelle
            Die Schülerinnen und Schüler ...

    3       a können in der Entstehungsgeschichte des Periodensystems der Elemente PSE die

            Bedeutung des systematischen Beschreibens und Ordnens erkennen. Element Metalle,

            Nichtmetalle, Edelgase

            können aus dem Periodensystem Informationen zu den Elementen herauslesen.

            b können eine chemische Reaktion mit dem Teilchenmodell veranschaulichen. Kugelmodell
                   können Energiediagramme skizzieren und ausgewählten chemischen Reaktionen
                   zuordnen. Energiediagramme

            c können am Beispiel der Entwicklungsgeschichte des Kern-Hülle-Modells die
                   Bedeutung der Grenzen von Modellen erkennen. Masse-Ladungsmodell nach Thompson, Kern-Hülle-

                       Modell nach Rutherford

                   können Atome mit dem Kern-Hülle-Modell darstellen sowie Protonen und Neutronen
                   als Kernbausteine benennen. PSE: Ordnungszahl, Atommasse, Hauptgruppen; Isotop

            d können Zusammenhänge zwischen Schalenmodell und PSE aufzeigen Schalenmodell
                   können Stoffumwandlungen als Veränderung in der Anordnung von Teilchen und als
                   Veränderung chemischer Bindungen erklären. Wertigkeit, Donator-Akzeptor-Konzept bei Redoxreaktionen,

                       Bindungstypen, Edelgasregel

            e können die Vielfalt der Stoffe und deren Eigenschaften auf Anordnung und Kombination
                   verschiedener Atome zurückführen. Ionen-, Metall-, Molekülbindung;Modifikation
                   können Gesetzmässigkeiten mit Modellen erklären (z.B. Erhaltung der Masse,
                   Reaktionsgeschwindigkeit).

                    Vorangehende Kompetenz: NMG.6.3                                                                      Querverweise

            3. Die Schülerinnen und Schüler können Stoffe als globale Ressource                                          BNE - Natürliche Umwelt und
                    erkennen und nachhaltig damit umgehen.                                                               Ressourcen

    NT.3.3  Physik, Chemie, Biologie, Technik: Stoffkreisläufe
            Die Schülerinnen und Schüler ...

    3       a können in ausgewählten Medien Informationen zusammentragen und die                                         MI - Produktion und
                                                                                                                         Präsentation
            Umwandlungsschritte vom Rohstoff zu einem Produkt mit geeigneten

            Darstellungsformen präsentieren (z.B. Flusswasser - Trinkwasser, Steinsalz -

            Kochsalz, Rohöl - Fraktionsprodukte). Rohstoff und Produkt

            b können Stoffkreisläufe erklären und darstellen. Rohstoff-, Kohlenstoffkreislauf

            c können aufzeigen, welche lokalen und globalen Folgen die Nutzung von Rohstoffen auf MI.1.2.h
                   die Umwelt hat und Möglichkeiten zum nachhaltigen Umgang mit globalen Ressourcen
                   zusammenstellen und einschätzen. Globale Ressourcen: Wasser, Luft, fossile Brennstoffe, Uran; Endlichkeit der

                       Ressourcen

                   können Informationsquellen beurteilen und einschätzen, ob mit den Informationen
                   bestimmte Interessen vertreten werden.

NT

3                                                               Lehrplan 21                                                                   15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Natur und Technik | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                                  293

                                                                                                                                                                                                         Querverweise

           d können selbstständig in Medien nach Informationen zum Recycling von Stoffen suchen MI - Recherche und

                                                                                                                                                                                                         Lernunterstützung

                  und das eigene Recyclingverhalten reflektieren. Wertstoffkreislauf, PET
                  können Ideen zur Abfallverminderung, zur Verbesserung des Recyclingverhaltens sowie
                  Visionen für weitere Recyclingkreisläufe entwickeln und deren
                  Realisierungsmöglichkeiten einschätzen.

                                                                                                                                                                                                                            NT

15.3.2016                                                   Lehrplan 21                                                                                                                                                     3
294 Fachbereichslehrplan | Natur und Technik | Kompetenzaufbau

    NT.4    Energieumwandlungen analysieren und reflektieren

            Vorangehende Kompetenz: NMG.3.2                                                            Querverweise

            1. Die Schülerinnen und Schüler können Energieformen und -umwandlungen RZG.1.4
                    analysieren.

    NT.4.1  Physik, Chemie, Biologie: Energieformen und Energieumwandlungen
            Die Schülerinnen und Schüler ...

    3       a können Vorgänge beschreiben, bei denen eine Energieform in eine andere Energieform TTG.2.B.1.5f

            umgewandelt wird (z.B. Verbrennung von Treibstoff, Verwertung der Nahrung im

            Körper, den Berg hinunterschlitteln, einen Backofen benutzen, eine Glüh-, Halogen-

            oder Energiesparlampe verwenden, Pumpspeicherkraftwerk Zervreila). Energieformen

            qualitativ: Lage-, Bewegungs-, elektrische, chemische und thermische Energie

            b können Energieumwandlungsketten schematisch darstellen sowie Energieformen und
                   -wandler benennen (z. B. Bewegungsenergie - Energiewandler Generator - elektrische
                   Energie - Energiewandler Heizung - thermische Energie) Energieumwandlungsketten

            c kennen die Bedeutung der Systemgrenzen bei der Beschreibung von
                   Energieumwandlungsprozessen.
                   können das Prinzip der Energieerhaltung beschreiben und mithilfe von Beispielen
                   verdeutlichen.

            d können die umgewandelte Energie pro Zeit als Leistung experimentell erfassen und
                   beschreiben (z.B. mechanische Leistung beim Treppensteigen als gewonnene
                   Lageenergie pro Zeit, elektrische Leistung beim Wasserkochen als benötigte
                   elektrische Energie pro Zeit).
                   können die Arbeit als eine der massgeblichen Grössen im Prozess der
                   Energieumwandlung identifizieren und beschreiben.

            e können in verschiedenen Situationen Lage-, Bewegungs- und elektrische Energie
                   berechnen (z.B. verschieden schwere Steine werden in verschiedene Höhen gehoben,
                   verschieden lange Laufzeiten von elektrischen Geräten).
                   können mechanische und elektrische Leistung berechnen.

            f können Energieumwandlungen in lebenden Systemen als solche erkennen und
                   beschreiben. Fotosynthese, Zellatmung

NT

4                                                               Lehrplan 21                                          15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Natur und Technik | Kompetenzaufbau                                                            295

           Vorangehende Kompetenz: NMG.3.2                                                              Querverweise

           2. Die Schülerinnen und Schüler können Herausforderungen zu Speicherung,
                   Bereitstellung und Transport von Energie beschreiben und reflektieren.

NT.4.2     Physik, (Chemie, Biologie): Speicherung, Bereitstellung und Transport von Energie
           Die Schülerinnen und Schüler ...

3          a können verschiedene Möglichkeiten der Isolation an Alltagsbeispielen beschreiben

           sowie die jeweilige Wirkung vergleichen (z.B. Thermoskanne versus Glaskanne,

           grobmaschiger Wollpullover versus Baumwollhemd). Wärmeleitung, Wärmestrahlung,

           Wärmeströmung; Isolation

           b können mithilfe von Alltagsbeispielen zeigen, dass bei Energieumwandlungen fast
                  immer ein Teil der Energie in thermische Energie umgewandelt wird. Energieentwertung

           c können verschiedene Möglichkeiten der Speicherung und Bereitstellung elektrischer TTG.2.B.1.5f
                  Energie benennen und beschreiben (z.B. Batterie, Schwungrad, Dynamo, Generatoren in
                  Energiewerken).

           d können verschiedene Formen der Energiebereitstellung recherchieren und diese               TTG.2.B.1.5f

           vergleichend analysieren. Erneuerbare und fossile Energieträger

           können den Wirkungsgrad von Energiewandlern vergleichen und bewerten (z.B. nicht

           nutzbare Energieformen, Inexistenz eines Perpetuum mobile).

           e wissen, wie Energie unter verschiedenen Rahmenbedingungen gespeichert und
                  transportiert werden kann und können jeweilige Vor- und Nachteile diskutieren.

           f können die Erkenntnisse über Energie in Alltagssituationen anwenden und im Umgang
                 mit Energieressourcen reflektiert handeln.

                                                                                                                      NT

15.3.2016                                                   Lehrplan 21                                               4
296 Fachbereichslehrplan | Natur und Technik | Kompetenzaufbau

    NT.5    Mechanische und elektrische Phänomene untersuchen

            Vorangehende Kompetenz: NMG.3.1                                                                         Querverweise

            1. Die Schülerinnen und Schüler können Bewegungen und Wirkungen von
                    Kräften analysieren.

    NT.5.1  Physik: Bewegungen und Kräfte
            Die Schülerinnen und Schüler ...

    3       a können gleichförmige Bewegungen von Körpern in Diagrammen erkennen und

            darstellen.

            b können Wirkungen von Kräften untersuchen und beschreiben (z.B. verformte
                   Plastilinkugel nach dem Herunterfallen, Bedeutung der Gurte beim Autofahren,
                   Veränderung der Flugbahn eines Balls durch Krafteinwirkung). Angriffspunkt, Richtung und Betrag

                       einer Kraft; Verformung, Bewegungs- und Lageänderungen durch Krafteinwirkung

            c können experimentell zeigen und in Diagrammen darstellen, dass die Gewichtskraft
                   proportional zur Masse ist. Umgang mit einem Kraftmesser

            d können Kräfte einordnen und darstellen. Kräftediagramm
                   können experimentell zeigen, dass bei einfachen Maschinen die benötigten Kräfte
                   verringert werden können (z.B. Hebel, schiefe Ebene, Flaschenzug,
                   Ketten-/Zahnradgetriebe).

            e können begründen, dass bei einfachen Maschinen die benötigten Kräfte verringert
                   werden können, sich gleichzeitig aber die Strecke, entlang der die Kräfte wirken,
                   verlängert (z.B. Hebel, schiefe Ebene, Flaschenzug). Goldene Regel der Mechanik

            f können beschleunigte Bewegungen von Körpern in Diagrammen erkennen und
                   darstellen.

            Vorangehende Kompetenz: NMG.5.2                                                                         Querverweise

            2. Die Schülerinnen und Schüler können Grundlagen der Elektrik verstehen
                    und anwenden.

    NT.5.2  Physik: Grundlagen der Elektrik
            Die Schülerinnen und Schüler ...

    3       a können erklären und mit einfachen Experimenten zeigen, dass der elektrische Strom TTG.2.B.1.5e

            verschiedene Wirkungen hat (z.B. Licht-, Wärme-, magnetische und chemische

            Wirkung).

            b können Veränderungen in Stromkreisen mithilfe geeigneter Messgeräte untersuchen
                   und einfache Regeln aufstellen (z.B. mehr/weniger Lämpchen,
                   Serie-/Parallelschaltung).

            c können die massgeblichen Grössen eines einfachen Stromkreises miteinander in
                   Beziehung setzen und Gesetzmässigkeiten experimentell herleiten. Stromstärke, Spannung,

                       Widerstand, Ohm'sches Gesetz

NT

5                                                               Lehrplan 21                                                       15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Natur und Technik | Kompetenzaufbau                                                                297

           d können die massgeblichen Grössen eines verzweigten Stromkreises miteinander in                 Querverweise
                  Beziehung setzen, Gesetzmässigkeiten experimentell herleiten sowie entsprechende
                  Versuchsprotokolle anfertigen. Knoten- und Maschenregel                                   TTG.2.B.1.5d
                                                                                                            TTG.2.B.1.5f
           e können die Funktionsweisen von Elektromotor und Generator beschreiben.

                   Vorangehende Kompetenz: NMG.5.2                                                          Querverweise

           3. Die Schülerinnen und Schüler können elektrische und elektronische
                   Schaltungen untersuchen und analysieren.

NT.5.3     Physik, Technik: Elektrische und elektronische Schaltungen
           Die Schülerinnen und Schüler ...
3

           a können Schalter, Dioden und veränderbare Widerstände sachgemäss in einen                       TTG.2.B.1.5e
                  Stromkreis einbauen und die prinzipielle Funktionsweise beschreiben (z.B.
                  Bimetallstreifen, Reedkontakt, Relais, Leuchtdiode, Fotowiderstand, Heiss- oder
                  Kaltleiterwiderstand). Schaltplan, Vorwiderstand, Sperr- und Durchlassrichtung, Sensoren

           b können einfache Anwendungsprobleme analysieren und eine entsprechende Schaltung TTG.2.B.1.5e
                  entwerfen (z.B. Thermoschalter im Haarföhn oder Rauchmelder).

           c können die Entwicklung der Halbleitertechnologie recherchieren und die Bedeutung für
                  die Gesellschaft diskutieren.

           d können einfache Transistorschaltungen bauen und analysieren (z.B. Alarmanlage oder TTG.2.B.1.5e
                  Feuchtigkeitsmelder). Schalter, Verstärker, Steuer-, Arbeitsstromkreis
                  können die prinzipielle Funktionsweise von Halbleitern beschreiben. n- und -p-Leiter, Dotierung

                                                                                                                          NT

15.3.2016                                                   Lehrplan 21                                                   5
298 Fachbereichslehrplan | Natur und Technik | Kompetenzaufbau

    NT.6    Sinne und Signale erforschen

                    Vorangehende Kompetenz: NMG.4.1                                                  Querverweise

            1. Die Schülerinnen und Schüler können Sinnesreize und deren
                    Verarbeitung beschreiben, analysieren und beurteilen.

    NT.6.1  Biologie: Sinnesorgane und Reizweiterleitung
            Die Schülerinnen und Schüler ...

    3       a können den Bau und die Vielfalt der Sinnesorgane in Beziehung zur Lebensweise

            ausgewählter Tiere setzen (z.B. unterschiedliche Anordnung der Augen bei Fluchttieren

            und Raubtieren, Seitenlinienorgan der Fische).

            b können beobachten, beschreiben und dokumentieren, wie ein bestimmter Reiz eine
                   entsprechende Reaktion auslöst (z.B. Stimme und Körpergeruch führen zu Zuneigung
                   oder Abneigung).

            c können Reiz und Reaktion in das Zusammenspiel von Sinnesorgan, Nerven, Gehirn und
                   Muskeln bzw. Drüsen einordnen. Reflex, unbewusste Reaktion, bewusste Reaktion

            d können mit einfachen Versuchen nachweisen, dass jeder Mensch bzw. jedes Lebewesen
                   die Welt anders wahrnimmt (z.B. unterschiedliche Farbwahrnehmungen in der
                   Dämmerung, unterschiedliches Geschmacksempfinden der Zunge). Intersubjektive

                       Wahrnehmung der Welt

                    Vorangehende Kompetenzen: NMG.4.2, NMG.4.3                                       Querverweise
            2. Die Schülerinnen und Schüler können Hören und Sehen analysieren.

    NT.6.2  Biologie, Physik: Akustik und Hören, Optik und Sehen
            Die Schülerinnen und Schüler ...

    3       a können die Schallausbreitung als fortschreitende Verdichtung der Luft beschreiben und

            mithilfe von entsprechenden Modellen erklären (z.B. grosse Spiralfeder, Magnete).

            b können mögliche Hörschäden mit unterschiedlichen Schalleinwirkungen in Beziehung BNE - Gesundheit
                   setzen (z.B. Trommelfellriss durch lauten Knall, Lücken im Hörbereich durch
                   Dauerbeschallung) und entsprechendes Verhalten daraus ableiten.

            c können die Funktionsweise des menschlichen Ohres beschreiben (z.B. Stereohören,
                   Schallverstärkung, Frequenzverarbeitung, Hinhören/Weghören).
                   können die Funktionsweise des menschlichen Auges beschreiben (z.B. Stereosehen,
                   Farbsehen, Akkommodieren).

            d können Fehlsichtigkeiten und deren Korrekturen beschreiben (z.B. Kurz-, Weit- und
                   Alterssichtigkeit).

NT

6                                                               Lehrplan 21                                        15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Natur und Technik | Kompetenzaufbau                                                           299

           Vorangehende Kompetenz: NMG.4.3                                                             Querverweise

           3. Die Schülerinnen und Schüler können optische Phänomene untersuchen.

NT.6.3     Physik: Optik
           Die Schülerinnen und Schüler ...

3          a können die Eigenschaften von Konvex- und Konkavlinsen experimentell bestimmen und

           entsprechende Versuchsprotokolle anfertigen. Brennpunkt

           b können die Entstehung von Spiegelbildern und Abbildungen mit Linsen mithilfe des
                  Modells des Lichtstrahls resp. Lichtbündels erklären.
                  können den Aufbau von optischen Geräten darstellen und die wichtigsten Bestandteile
                  benennen (z.B. Fernrohr, Mikroskop, Fotoapparat).

           c können die Bedingungen für Totalreflexion experimentell bestimmen und ein
                  Versuchsprotokoll anfertigen.

           d können das Phänomen der optischen Hebung mithilfe des Strahlengangmodells
                  erklären.

           e können die Entstehung der Abbildung in/mit optischen Geräten mithilfe des
                  Strahlengangmodells erklären (z.B. Fernrohr, Mikroskop, Fotoapparat).

                                                                                                                     NT

15.3.2016                                                   Lehrplan 21                                              6
300 Fachbereichslehrplan | Natur und Technik | Kompetenzaufbau

    NT.7    Körperfunktionen verstehen

                    Vorangehende Kompetenz: NMG.1.4                                                                               Querverweise

            1. Die Schülerinnen und Schüler können Aspekte der Anatomie und
                    Physiologie des Körpers erklären.

    NT.7.1  Biologie, (Chemie, Physik): Anatomie und Physiologie
            Die Schülerinnen und Schüler ...

    3       a können ihren eigenen Körper sowie Funktions- und Strukturmodelle dazu nutzen, um

            das Zusammenspiel von Bau und Funktion des Bewegungsapparates zu analysieren

            (z.B. Biomechanik der Muskelansatzstellen). Biomechanik: Bau und Funktion des Bewegungsapparats

            b können mithilfe ausgewählter Medien, Modelle oder realer Objekte das Zusammenspiel
                   von Bau und Funktion eines inneren Organs analysieren (z.B. Physiologie der
                   Lungenbläschen). Physiologie: Bau und Funktion innerer Organe

            c können zum exemplarisch erarbeiteten Verständnis von Physiologie und Anatomie
                   Gesetzmässigkeiten ableiten und diese erklären (z.B. Agonist - Antagonist,
                   Röhrenknochen - Platte Knochen; Resorption benötigt grosse Oberfläche). anatomische und

                       physiologische Gesetzmässigkeiten

            Vorangehende Kompetenz: NMG.1.4                                                                                       Querverweise

            2. Die Schülerinnen und Schüler können Stoffwechselvorgänge analysieren WAH.4.3
                    und Verantwortung für den eigenen Körper übernehmen.

    NT.7.2  Biologie, (Chemie, Physik): Stoffwechselvorgänge
            Die Schülerinnen und Schüler ...

    3       a können die Organe als Komponenten eines Systems erkennen, das die vier zentralen

            Stoffwechselvorgänge Aufnahme, Transport, Umwandlung und Abgabe

            umschliesst. Aufnahme: Lunge, Verdauungsorgane; Transport: Blut, Blutkreislauf, Herz; Umwandlung: Leber, Fettgewebe,

            Knochen, Muskeln, Hirn; Abgabe: Niere, Lunge Verdauungsorgane, Haut

            b können körpereigene Phänomene mit Stoffwechselvorgängen erklären (z.B.
                   unterschiedliche Gelbfärbung des Urins, Verdauungskoma). Aktion und Reaktion bei

                       Stoffwechselvorgängen

            c können Ergebnisse experimenteller Untersuchungen (z.B. Nährstoffnachweise in                                        BNE - Gesundheit

            Lebensmitteln, Verdauung im Reagenzglas) dazu nutzen, um die Ansprüche des eigenen

            Körpers einzuschätzen und entsprechend zu handeln. Nährstoffexperimente, Ernährung, Bewegung,

            Schlaf

NT

7                                                               Lehrplan 21                                                                         15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Natur und Technik | Kompetenzaufbau                                                                   301

           Vorangehende Kompetenz: NMG.1.5                                                           Querverweise

           3. Die Schülerinnen und Schüler verfügen über ein altersgemässes                          BNE - Geschlechter und

                                                                                                     Gleichstellung
           Grundwissen über die menschliche Fortpflanzung, sexuell übertragbare ERG.5.3

           Krankheiten und Möglichkeiten zur Verhütung.

NT.7.3     Biologie: Menschliche Fortpflanzung
           Die Schülerinnen und Schüler ...

3          a kennen die Wirk- und Anwendungsweise verschiedener Mittel und Methoden zur

           Empfängnisverhütung und können deren Risiken und Nebenwirkungen

           vergleichen. Fortpflanzung, Verhütung

           b wissen um die Verantwortung beider Geschlechter für Empfängnis und Verhütung.

           c kennen Krankheiten, die häufig sexuell übertragen werden, und können erläutern, wie
                  man sich davor schützt. HIV, Geschlechtskrankheiten

           d kennen altersgemässe Medien und Informationsquellen zur Sexualaufklärung.

                   Vorangehende Kompetenz: NMG.1.2                                                   Querverweise
                                                                                                     BNE - Gesundheit
           4. Die Schülerinnen und Schüler können Massnahmen gegen häufige
                   Erkrankungen beurteilen.

NT.7.4     Biologie: Krankheit und Genese
           Die Schülerinnen und Schüler ...

3          a können verschiedene Verursacher von Erkrankungen unterscheiden und kennen

           prinzipielle Reaktionsweisen des Immunsystems (z.B. Antikörper blockieren Viren in der

           Blutbahn). Krankheitsverursacher: Viren, Bakterien, Pilze; Immunsystem

           b können präventiv (z.B. Hände waschen, Impfung) und kurativ (z.B. körperliche Ruhe bei
                  einer Grippe) angemessen auf häufige Erkrankungen reagieren. Prävention, Therapie

           c können grundlegende Wirkungsweisen von Medikamenten verstehen (z.B. keine
                  Wirkung ohne Nebenwirkung), unterscheiden und abgrenzen (z.B. gegenüber
                  Placebo). Wirkung, Nebenwirkung

                                                                                                                             NT

15.3.2016                                                   Lehrplan 21                                                      7
302 Fachbereichslehrplan | Natur und Technik | Kompetenzaufbau

    NT.8    Fortpflanzung und Entwicklung analysieren

                    Vorangehende Kompetenzen: NMG.2.4, NMG.2.5                                               Querverweise

            1. Die Schülerinnen und Schüler können Artenvielfalt in Beziehung zur
                    Evolutionstheorie setzen.

    NT.8.1  Biologie: Evolutionstheorie
            Die Schülerinnen und Schüler ...
    3

            a können Ordnungssysteme der Lebewesen hinterfragen und als Modelle erkennen (z.B.
                   Stammbäume). Biologische Ordnungssysteme

            b können zentrale Prinzipien der Evolutionstheorie an Beispielen erkennen und
                   Gesetzmässigkeiten nachvollziehen. Evolutionstheorie: Mutation, Rekombination, Selektion

            c können die Veränderlichkeit der Arten erfassen, auftretende Probleme benennen und
                   begründete Vermutungen äussern (z.B. Was spricht dafür, dass Teichfrosch,
                   Wasserfrosch und Seefrosch verschiedene Arten sind, was dagegen?). Artkonzept

                    Vorangehende Kompetenz: NMG.2.3                                                          Querverweise

            2. Die Schülerinnen und Schüler können Wachstum und Entwicklung von
                    Organismen erforschen und in Grundzügen erklären.

    NT.8.2  Biologie: Wachstum und Entwicklung
            Die Schülerinnen und Schüler ...

    3       a können mikroskopische Phänomene an Zellen beobachten, dokumentieren und deren

            Funktionen präsentieren (z.B. Plasmaströme in Wasserpestzellen mikroskopieren und

            erläutern). Zellen, Mikroskopieren

            b können Experimente zu Wachstum und Entwicklung von Pflanzen planen, durchführen
                   und dokumentieren (z.B. Keimungs- und Wachstumsexperimente). Pflanzenwachstum,

                       Pflanzenentwicklung, Experimentierprozess

            c können Informationen zu Zellteilung, -streckung und -differenzierung recherchieren
                   und damit Ergebnisse von Keimungs- und Wachstumsexperimenten
                   interpretieren. Zellteilung, Zellstreckung, Zelldifferenzierung

NT

8                                                               Lehrplan 21                                                15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Natur und Technik | Kompetenzaufbau                                                                          303

                   Vorangehende Kompetenz: NMG.2.3                                                                    Querverweise

           3. Die Schülerinnen und Schüler können Grundlagen der Genetik
                   analysieren und erklären.

NT.8.3     Biologie: Genetik und Gentechnik
           Die Schülerinnen und Schüler ...
3

           a können den Zusammenhang von DNS, Genen, Proteinen und Merkmalsausprägungen
                  darstellen. Molekulare Genetik: DNS, Gene, Proteine, Phäne

           b können Ursachen und Wirkungen von Mutationen beschreiben und zur Erklärung von
                  Merkmalsveränderungen herbeiziehen. Mutationen, gentechnische Veränderung, gentechnisch veränderte

                      Organismen

                  können aus dem Grundverständnis der molekularen Genetik das Prinzip der Gentechnik
                  ableiten.

           c können die Gesetzmässigkeiten der Vererbung erkennen und zur Erklärung von
                  Phänomen herbeiziehen. Klassische Genetik: Wahrscheinlichkeit, Mendelsche Regel

                                                                                                                                    NT

15.3.2016                                                   Lehrplan 21                                                             8
304 Fachbereichslehrplan | Natur und Technik | Kompetenzaufbau

    NT.9    Ökosysteme erkunden

                    Vorangehende Kompetenzen: NMG.2.1, NMG.2.2                                       Querverweise

            1. Die Schülerinnen und Schüler können aquatische Ökosysteme                             RZG.2.5
                    untersuchen und beurteilen.                                                      RZG.3.1

    NT.9.1  Physik, Chemie, Biologie: Gewässerforschung
            Die Schülerinnen und Schüler ...

    3       a können mit geeigneten Instrumenten Daten über abiotische (z.B.

            Strömungsgeschwindigkeit, Wassertemperatur) und biotische Faktoren (z.B.

            Leitorganismen für Wassergüte wie Eintagsfliegenlarven) zu aquatischen Ökosystemen

            sammeln, ordnen und auswerten. Aquatisches Ökosystem, abiotische und biotische Faktoren

            b können die Planung sowie die Durchführung der Beobachtungen und Experimente
                   kriteriengeleitet prüfen und mögliche Optimierungen vorschlagen. Methodenkritik

            c können vertiefende Informationen zu aquatischen Ökosystemen oder zum Wasser als BNE - Natürliche

                                                                                                                                                                                                          Umwelt und

                   Lebensgrundlage suchen, mit Modellen deuten und einschätzen. Nahrungskette, Nahrungsnetze, Ressourcen

            Konkurrenz                                                                               MI - Recherche und
                                                                                                     Lernunterstützung

            Vorangehende Kompetenzen: NMG.2.1, NMG.2.2                                               Querverweise

            2. Die Schülerinnen und Schüler können Wechselwirkungen innerhalb und BNE - Natürliche Umwelt und
                                                                                                     Ressourcen
            zwischen terrestrischen Ökosystemen erkennen und charakterisieren.
                                                                                                     RZG.2.5

    NT.9.2  Physik, Chemie, Biologie: Ökosysteme
            Die Schülerinnen und Schüler ...
    3

            a können Wechselwirkungen zwischen mehreren terrestrischen Ökosystemen erkennen
                   und beschreiben (z.B. Verinselung von Lebensräumen). terrestrisches Ökosystem

            b können Untersuchungen zur Wechselwirkung zwischen Pflanzen und Böden planen,
                   durchführen und auswerten (z.B. Veränderungen des pH-Wertes mit zunehmender
                   Entfernung von einem Baumstamm, Zunahme des Sandanteils von der
                   Bodenoberfläche in den Untergrund). Bodeneigenschaften und Zeigereigenschaften von Pflanzen
                   können auf der Basis der gesammelten Daten Schlussfolgerungen zu den vermuteten
                   Wechselwirkungen innerhalb von terrestrischen Ökosystemen ziehen sowie diese
                   gewichten und generalisieren.

            c können Informationen und Informationsquellen zum Boden als Ressource einordnen, MI - Recherche und

                                                                                                                                                                                                          Lernunterstützung

                   Schlussfolgerungen für eine nachhaltige Nutzung ziehen und diese
                   beurteilen. Bodennutzung, Nährstoffkreisläufe

NT

9                                                               Lehrplan 21                                                                                                                                                  15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Natur und Technik | Kompetenzaufbau                                                                             305

                   Vorangehende Kompetenzen: NMG.2.1, NMG.2.2, NMG.2.6                                    Querverweise

           3. Die Schülerinnen und Schüler können Einflüsse des Menschen auf                              BNE - Natürliche Umwelt und
                   regionale Ökosysteme erkennen und einschätzen.                                         Ressourcen
                                                                                                          WAH.3.2
                                                                                                          RZG.2.5
                                                                                                          RZG.3.1

NT.9.3     Biologie: Naturnutzung und Naturschutz
           Die Schülerinnen und Schüler ...

3          a können den eigenen Beobachtungen zum Einfluss des Menschen auf Ökosysteme

           Informationen aus verschiedenen Quellen gegenüberstellen und daraus

           Schlussfolgerungen ziehen (z.B. naturnahe und naturfremde Ufer,

           Nährstoffanreicherung in Gewässern). anthropogene Einflüsse

           b können zum Einfluss des Menschen auf Ökosysteme verschiedene Perspektiven
                  einnehmen und prüfen, welche langfristigen Folgen zu erwarten sind (z.B. intensive und
                  extensive Bewirtschaftung, invasive Pflanzen und Tiere, Biosfera Val Müstair,
                  Kastanienselva Soglio, Wiesenbewässerung). Naturnutzung, Naturschutz

           c können aufgrund von Fakten eigene Ideen und Visionen zu einem verantwortungsvollen
                  Umgang mit der Natur entwickeln und begründen.

                                                                                                                                       NT

15.3.2016                                                   Lehrplan 21                                                                9
306 Fachbereichslehrplan | Wirtschaft, Arbeit, Haushalt | Kompetenzaufbau

     Wirtschaft, Arbeit, Haushalt
     mit Hauswirtschaft

WAH

     Lehrplan 21                                                           15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Wirtschaft, Arbeit, Haushalt | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                   307

WAH.1 Produktions- und Arbeitswelten erkunden

                   Vorangehende Kompetenzen: NMG.6.1, NMG.6.2                                              Querverweise
                                                                                                           BO
           1. Die Schülerinnen und Schüler können über die individuelle und
                   gesellschaftliche Bedeutung von Arbeit nachdenken.

WAH.1.1           Bedeutung von Arbeit
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
3a
                  können verschiedene Formen von Arbeit unterscheiden (z.B. Erwerbsarbeit, Haus-,
               b  Betreuungs- und Familienarbeit, Freiwilligenarbeit). Bezahlte und unbezahlte Arbeit

               c  können Informationen zur Zuschreibung von persönlichem und gesellschaftlichem Wert MI - Recherche und

                                                                                                                                                                                                     Lernunterstützung

                  von Arbeit zusammentragen (z.B. Befragung, Literatur, Medien) sowie
                  Gemeinsamkeiten und Unterschiede diskutieren (z.B. Verantwortlichkeit,
                  Zuverlässigkeit, Pflichtbewusstsein und Sorgfalt beim Arbeiten; persönlicher Sinngehalt
                  und soziale Anerkennung der Arbeit, wirtschaftliche Bedeutung).

                  können Ursachen und Folgen erkennen und darlegen, die mit dem Abbruch einer
                  Ausbildung (z.B. Berufslehre, Schule) oder mit Erwerbslosigkeit verbunden
                  sind. Erwerbslosigkeit

           d können sich über die Vereinbarkeit von Arbeitsformen informieren, Vor- und Nachteile
                  von Arbeitszeitmodellen einschätzen und vergleichen (z.B. Erwerbsarbeit, Haus- und
                  Familienarbeit, Freiwilligenarbeit, Vollzeit-, Teilzeitarbeit, Jobsharing, Arbeit auf
                  Abruf). Arbeitszeitmodelle, Vereinbarkeit von Haus-, Familien und Erwerbsarbeit

                   Vorangehende Kompetenzen: NMG.6.1, NMG.6.2                                              Querverweise

           2. Die Schülerinnen und Schüler können Anforderungen und                                        BO
                   Gestaltungsspielräume in Arbeitswelten vergleichen.                                     RZG.5.2

WAH.1.2           Arbeitswelten
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
3a
                  können Informationen zum Arbeitsalltag von Arbeitnehmer/innen und Arbeitgeber/innen
               b  zusammentragen (z.B. Aufgaben, Tätigkeiten, Verantwortung,
                  Gestaltungsmöglichkeiten, Risiken, Lohn, Arbeitsumfeld, Leistungserwartungen,
               c  Veränderungen des Arbeitsplatzes, Besonderheiten) und diese Informationen mit
                  eigenen Berufsvorstellungen vergleichen. Arbeitsalltag, Arbeitsbedingungen

                  können familiäre, geschlechtsspezifische, soziale und kulturelle Einflüsse in Bezug auf
                  Berufswahl und Arbeitsformen reflektieren (z.B. Vorstellungen zu geschlechtstypischen
                  Berufen, Vorstellungen zu Haus- und Familienarbeit, Bereitschaft zur
                  Freiwilligenarbeit). Vorstellungen von Arbeitsformen

                  können sich am Beispiel eines Lehrvertrages über Rechte und Pflichten der
                  Arbeitgeber/innen und Arbeitnehmer/innen informieren und Bedingungen für eine gute
                  Zusammenarbeit benennen. Lehrvertrag

           d können Gestaltungsspielräume in verschiedenen Arbeitswelten erkunden und
                  vergleichen (z.B. Arbeitsorganisation, Arbeitszeiten, Verantwortungsbereiche,
                  Weiterbildungsmöglichkeiten, berufliche Perspektiven).

15.3.2016         Lehrplan 21                                                                                                                                                                                           WAH
                                                                                                                                                                                                                          1
308 Fachbereichslehrplan | Wirtschaft, Arbeit, Haushalt | Kompetenzaufbau

             Vorangehende Kompetenz: NMG.6.3                                                                      Querverweise

     3. Die Schülerinnen und Schüler können die Produktion von Gütern und                                         BNE - Wirtschaft und Konsum
             Dienstleistungen vergleichen und beurteilen.                                                         RZG.3.2.c
                                                                                                                  RZG.3.2

     WAH.1.3  Produktion von Gütern und Dienstleistungen
              Die Schülerinnen und Schüler ...
     3a
              können den Produktionsprozess von exemplarischen Gütern darstellen und die
              produktionsbedingte Wertschöpfung einschätzen. Produktionsprozess: Rohstoffgewinnung, Herstellung,

              Vertrieb, Ge-/Verbrauch, Entsorgung; Wertschöpfung

     b können ökonomische, ökologische und soziale Überlegungen in der Güterproduktion
            bzw. der Bereitstellung von Dienstleistungen aus Sicht des Produzenten bzw. Anbieters
            beschreiben und Interessens- und Zielkonflikte erklären. Nachhaltigkeit: in der Güterproduktion, bei

                Dienstleistungen

     c können unterschiedliche Produktionsweisen innerhalb einer Produktegruppe
            vergleichen (z.B. Kleider, tierische und pflanzliche Nahrungsmittel, elektronische
            Geräte) Produktionsweisen: landwirtschaftlich, handwerklich, industriell

     d können anhand eines Unternehmens aufzeigen (z.B. Bäckerei, Schreinerei), wie
            Produktionsfaktoren zusammenspielen. Produktionsfaktoren: Wissen, Arbeit, Kapital, Boden

WAH           Lehrplan 21                                                                                         15.3.2016
  1
Fachbereichslehrplan | Wirtschaft, Arbeit, Haushalt | Kompetenzaufbau                                                                  309

WAH.2 Märkte und Handel verstehen - über Geld nachdenken

                   Vorangehende Kompetenz: NMG.6.4                                                        Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Prinzipien der Marktwirtschaft                          BNE - Wirtschaft und Konsum
                   aufzeigen.                                                                             RZG.3.2.c

WAH.2.1    Prinzipien der Marktwirtschaft
           Die Schülerinnen und Schüler ...
3

           a können einen einfachen Wirtschaftskreislauf an einem Beispiel konkretisieren (z.B.
                  Pausenkiosk, Hofverkauf, Lebensmittelgeschäft) und das Zusammenspiel von Akteuren
                  auf Märkten darstellen. Einfacher Wirtschaftskreislauf

           b können am Beispiel der Preisbildung das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage
                  beschreiben. Angebot und Nachfrage

           c können Einflüsse auf die Preisbildung sowie Auswirkungen von Preisveränderungen
                  erklären (z.B. Schwankungen in Produktion und Absatz, Wettbewerb). Preisbildung

           d können Einflussmöglichkeiten des Staates auf Märkte an Beispielen erklären (z.B.
                  Steuern, Subventionen, Umweltabgaben). Marktintervention

           Vorangehende Kompetenzen: NMG.6.4, NMG.7.3                                                     Querverweise

           2. Die Schülerinnen und Schüler können die Bedeutung des Handels für die
                   Verfügbarkeit von Gütern erklären.

WAH.2.2    Bedeutung des Handels
           Die Schülerinnen und Schüler ...
3

           a können Aufgaben von Handel und Handelsbetrieben beschreiben (z.B. Verteilung und
                  Austausch von Gütern, Sicherstellung der Versorgung und Verfügbarkeit, Import und
                  Export, Transport, Lagerung). Handelsfunktionen

           b können an exemplarischen Gütern das Zusammenspiel von Produktion und Handel
                  beschreiben (z.B. globale Arbeitsteilung bei Kleidern, Lebensmitteln: Produktionsorte,
                  Handelswege, personelle Ressourcen).

           c können sich über globale Warenströme und damit verbundene Anforderungen
                  informieren (z.B. Transportarten- und kosten, Logistik, Import- und Export-
                  Bestimmungen). globale Warenströme

15.3.2016                                    Lehrplan 21                                                                               WAH
                                                                                                                                         2
310 Fachbereichslehrplan | Wirtschaft, Arbeit, Haushalt | Kompetenzaufbau

                      Vorangehende Kompetenzen: NMG.6.4, NMG.6.5                                                  Querverweise

              3. Die Schülerinnen und Schüler können einen verantwortungsvollen
                      Umgang mit Geld entwickeln.

     WAH.2.3  Umgang mit Geld
              Die Schülerinnen und Schüler ...
     3

              a können die Anforderungen einer selbstständigen Lebensführung erkennen sowie
                     Herausforderungen und Handlungsspielräume bei unterschiedlichen finanziellen
                     Ressourcen diskutieren. Lebensführungskosten

              b können ein Budget planen, sich über fixe und variable Kosten informieren,
                     Auswirkungen von Einkommensveränderungen auf Handlungsspielräume und
                     Sparmöglichkeiten aufzeigen (z.B. Taschengeld, Lehrlingslohn). Budgetplanung, fixe/variable

                         Kosten

              c können Formen des Zahlungsverkehrs beschreiben und sich über Vertragsbedingungen
                     informieren (z.B. Barzahlung, Überweisung, Online-Shopping, Kreditkarte, Kleinkredit,
                     Leasing). Formen des Zahlungsverkehrs

              d können Ursachen von Jugendverschuldung sowie der Schuldenspirale erklären und
                     präventive Handlungsmöglichkeiten aufzeigen und diskutieren. Verschuldung: Kredite,

                         Zahlungsrückstände, Kontoüberzug, Steuerpflicht

              e können Möglichkeiten zum verantwortungsvollen Umgang mit eigenen finanziellen
                     Ressourcen, eigenen Bedürfnissen und der Vielfalt an Marktanbietern und
                     Marktangeboten diskutieren.

WAH                                             Lehrplan 21                                                                     15.3.2016
  2
Fachbereichslehrplan | Wirtschaft, Arbeit, Haushalt | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                  311

WAH.3 Konsum gestalten

                  Vorangehende Kompetenzen: NMG.6.4, NMG.6.5                                                              Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Einflüsse auf die Gestaltung des BNE - Wirtschaft und Konsum
                   Konsumalltages erkennen.

WAH.3.1           Einflüsse auf Konsum
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
3a
                  können Lebensstile vergleichen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede beschreiben
               b  (z.B. Eigentum, Gewohnheiten, Ressourcenverbrauch, Umgang mit Wahlfreiheit,
                  Werthaltungen). Wohlstand, Lebensstile, Lebensvorstellungen

                  können unterschiedliche Einflüsse auf die Gestaltung des Konsumalltages erkennen
                  und benennen, sowie deren Bedeutung für das eigene Konsumieren reflektieren (z.B.
                  Marktangebot, finanzielle Ressourcen, Medien, soziales Umfeld).

           c können bei Konsumgütern ausgewählte Marketingstrategien untersuchen und deren
                  Einfluss auf Konsumentscheidungen diskutieren (z.B. Werbe- und Verkaufsstrategien,
                  Marken). Marketingstrategien

                  Vorangehende Kompetenz: NMG.6.5                                                                         Querverweise

           2. Die Schülerinnen und Schüler können Folgen des Konsums analysieren. BNE - Natürliche Umwelt und
                                                                                                                                                                                                           Ressourcen
                                                                                                                                                                                                           NT.9.3

WAH.3.2           Konsumfolgen
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
3a
                  können auf der Grundlage von Informationen (z.B. aktuelle Studien, Fachartikel,                         MI - Recherche und
               b  Zeitungsberichte) die Wirkung alltäglicher Konsumsituationen auf die Umwelt                             Lernunterstützung
                  reflektieren (z.B. Ökobilanz). Einsatz von Ressourcen: Rohstoffe, Energie, Wasser; Entsorgung

                  können ökonomische, ökologische oder soziale Folgen des Konsums aus verschiedenen
                  Perspektiven betrachten (z.B. Konsument, Produzent, Arbeitnehmer, Gesellschaft). Fol-

                  gen des Konsums: ökonomisch, ökologisch, sozial

           c können anhand des Produktlebenszyklus von Gütern aufzeigen, welche ökonomischen,
                  ökologischen und sozialen Überlegungen in Konsumentscheidungen
                  einfliessen. Produktelebenszyklus: Rohstoffgewinnung, Herstellung, Vertrieb, Ge-/Verbrauch, Entsorgung

           d können erklären, wie persönliche Entscheidungen Folgen des Konsums beeinflussen.

15.3.2016                                           Lehrplan 21                                                                                                                                                        WAH
                                                                                                                                                                                                                         3
312 Fachbereichslehrplan | Wirtschaft, Arbeit, Haushalt | Kompetenzaufbau

              Vorangehende Kompetenzen: NMG.6.4, NMG.6.5                                                Querverweise

     3. Die Schülerinnen und Schüler können kriterien- und situationsorientierte BNE - Wirtschaft und Konsum
             Konsumentscheidungen finden.

     WAH.3.3  Konsumentscheidungen
              Die Schülerinnen und Schüler ...
     3a
              können Konsumangebote unter Berücksichtigung von Produktinformationen und
              weiteren Kriterien vergleichen (z.B. Materialeigenschaften, Praktikabilität; ökologische
              Kriterien bei Herstellung, Nutzung, Entsorgung). Kriterienorientierter Angebotsvergleich

     b können ausgehend von Situation und Bedarf sowie den Konsumangeboten eine an                      MI - Recherche und
            Kriterien orientierte Kaufentscheidung ableiten. Situationsanalyse, Bedarfsanalyse          Lernunterstützung

     c können zu unterschiedlichen Konsumgütern und Situationen Informationen
            recherchieren und so relevante Kriterien für Kaufentscheidungen zusammenstellen.

WAH           Lehrplan 21                                                                                                   15.3.2016
  3
Fachbereichslehrplan | Wirtschaft, Arbeit, Haushalt | Kompetenzaufbau                                                             313

WAH.4             Ernährung und Gesundheit - Zusammenhänge verstehen und reflektiert
                  handeln

                  Vorangehende Kompetenz: NMG.1.2                                                               Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können das Zusammenspiel                                             BNE - Gesundheit

                  unterschiedlicher Einflüsse auf die Gesundheit erkennen und den eigenen                       ERG.5.1

                  Alltag gesundheitsfördernd gestalten.

WAH.4.1           Gesundheit als Ressource
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
3a
                  können den Zusammenhang unterschiedlicher Einflüsse auf die Gesundheit erklären
               b  (z.B. Ernährung, Bewegung, Entspannung, Körperhaltung, Arbeitsbedingungen,
                  Belastungen).
               c
                  können im Alltag Bedingungen, Situationen und Handlungsweisen erkennen und
                  benennen, die für die Gesundheit eine förderliche bzw. abträgliche Wirkung haben (z.B.
                  Genuss, Sucht, Bewegung). Gesundheitsfaktoren

                  erkennen Gesundheit als Ressource und können sowohl Herausforderungen als auch
                  Strategien für deren Erhaltung benennen.

           d können den Einfluss von politischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Faktoren
                  auf gesundheitsfördernde Lebensbedingungen von Menschen erklären (z.B.
                  Wohnumfeld, Arbeitsplatzbedingungen, Höhe des Einkommens).

                  Vorangehende Kompetenz: NMG.1.3                                                               Querverweise

           2. Die Schülerinnen und Schüler können Einflüsse auf die Ernährung
                   erkennen und Essen und Trinken der Situation entsprechend gestalten.

WAH.4.2           Essen und Trinken
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
3a
                  können soziale und kulturelle Aspekte beim Essen und Trinken erkennen und deren
               b  Einflüsse auf die Entwicklung von Essverhalten reflektieren (z.B. familiäre
                  Gewohnheiten, Peers, Werbung, kulturelle Eigenheiten in Bezug auf Wahl von
               c  Nahrungsmitteln und Zubereitung von Mahlzeiten). Esskulturelle Aspekte

                  können Nahrungsmittel über die Sinne vergleichen (z.B. Aussehen, Geruch, Geschmack
                  bei Orangensaft), sensorische Eigenschaften beschreiben (z.B. Farbton,
                  Geruchsintensität, Süssegrad) und Vermutungen formulieren, wie Unterschiede
                  entstehen. Nahrungsmittel-Sensorik

                  können Handlungsmöglichkeiten für gesundheitsförderndes Essen und Trinken
                  erkennen sowie Anforderungen bei der Umsetzung diskutieren (z.B. täglicher
                  Flüssigkeitsbedarf, Umgang mit zuckerhaltigen Getränken). Mahlzeitengestaltung, Getränkewahl

           d können Essen und Trinken unterschiedlichen Situationen anpassen und variantenreich
                  gestalten.

15.3.2016                                          Lehrplan 21                                                                    WAH
                                                                                                                                    4
314 Fachbereichslehrplan | Wirtschaft, Arbeit, Haushalt | Kompetenzaufbau

             Vorangehende Kompetenz: NMG.1.3                                                                              Querverweise

     3. Die Schülerinnen und Schüler können Nahrung kriterienorientiert                                                   BNE - Wirtschaft und Konsum
             auswählen.                                                                                                   NT.7.2

     WAH.4.3           Auswahl von Nahrung
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     3a
                       können die Wahl von Nahrung aus gesundheitlicher Perspektive beurteilen und
                    b  Handlungsalternativen formulieren. Ernährungsempfehlungen: Nahrungsmittelgruppen, Nahrungsbedarf,

                       Nährstoffe, Energiebalance

                       können Informationen aus Lebensmittelkennzeichnungen erschliessen und das Angebot
                       hinsichtlich unterschiedlicher Aspekte beurteilen (z.B. Gesundheit, Haltbarkeit,
                       Lagerung, Herkunft, Produktion, Ökologie, Zertifzierung). Lebensmittelkennzeichnung

     c können die Auswahl von Nahrung auf Ernährungsempfehlungen abstützen, dabei
            Interessenskonflikte und unterschiedliche Werthaltungen erkennen und diskutieren.

             Vorangehende Kompetenz: NMG.1.3                                                                              Querverweise

     4. Die Schülerinnen und Schüler können Nahrung unter Berücksichtigung
             gesundheitlicher Aspekte zubereiten.

     WAH.4.4           Nahrungszubereitung
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     3a
                       können im Umgang mit Nahrung die Wirkung von Mikroorganismen berücksichtigen
                    b  (z.B. Haltbarkeit, Hygiene, Zubereitung). Hygiene im Umgang mit Nahrungsmitteln, Mikroorganismen
                    c
                       können Gerichte mithilfe eines Rezeptes selbstständig zubereiten.
                    d
                       können Eigenschaften von Nahrungsmitteln bei der Verarbeitung und Zubereitung
                       berücksichtigen (z.B. Erhalt von Geschmack, Konsistenz, Nährwert; Veränderung durch
                       Temperatur, Wasser, Fett). Nahrungsmittelgerechte Zubereitung

                       können Gerichte unter Berücksichtigung von gesundheitlichen und ökologischen
                       Aspekten auswählen und zubereiten (z.B. Energie- und Nährwert von Nahrungsmitteln,
                       nährstofferhaltende Zubereitung, saisonale Nahrungsmittel).

     e können Mahlzeiten situationsangepasst planen und zubereiten (z.B. wenig Zeit für die
            Nahrungszubereitung, Berücksichtigung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten,
            vorhandene Nahrungsmittel verwerten, finanzielle Möglichkeiten). Mahlzeitenplanung

WAH                    Lehrplan 21                                                                                                      15.3.2016
  4
Fachbereichslehrplan | Wirtschaft, Arbeit, Haushalt | Kompetenzaufbau                                                             315

                   Vorangehende Kompetenz: NMG.1.3                                                   Querverweise

           5. Die Schülerinnen und Schüler können globale Herausforderungen der                      BNE - Wirtschaft und Konsum
                   Ernährung von Menschen verstehen.                                                 RZG.3.2.c

WAH.4.5           Globale Herausforderungen der Ernährung
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
3a
                  können an exemplarischen Lebensmitteln globale Zusammenhänge der
               b  Lebensmittelproduktion aufzeigen (z.B. Produktionsstandorte, Produktionsprozesse,
               c  Umgang mit Ressourcen wie Luft, Boden, Wasser, Arbeits- und
               d  Einkommensbedingungen). weltweite Produktion und Verteilung von Lebensmitteln

                  können Lebensmittelangebote nach lokalen und globalen Wirkungen analysieren (z.B.
                  Fleisch, Fisch, Gemüse, Früchte).

                  setzen sich mit Fragen der zukünftigen Ernährungssicherung einer steigenden
                  Weltbevölkerung auseinander. weltweite Ernährungssicherung

                  können Handlungsmöglichkeiten als Beitrag zur weltweiten Ernährungssicherung
                  diskutieren.

15.3.2016         Lehrplan 21                                                                                                     WAH
                                                                                                                                    4
316 Fachbereichslehrplan | Wirtschaft, Arbeit, Haushalt | Kompetenzaufbau

     WAH.5 Haushalten und Zusammenleben gestalten

                                                                                                                   Querverweise

              1. Die Schülerinnen und Schüler können Arbeiten des privaten Alltags
                      situativ planen sowie zielgerichtet und effizient durchführen.

     WAH.5.1           Planung und Durchführung von Alltagsarbeiten
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     3a
                       können die Vielfalt der Arbeiten eines Haushaltes benennen, sich über Anforderungen
                    b  einer situations- und sachgerechten Arbeitsausführung informieren und diese
                       ausprobieren. Haushaltsarbeiten
                    c
                       können alltägliche Arbeiten planen und realisieren, gezielt mit Ressourcen, Geräten und
                       Werkzeugen umgehen und dabei Sicherheitsaspekte berücksichtigen (z.B.
                       Nahrungszubereitung, Reinigungsarbeiten, Textilpflege). Arbeitsplanung, Arbeitsausführung:

                       Ressourcen, Sicherheit

                       können alltägliche Arbeiten organisiert und effizient ausführen (z.B. Arbeitsverteilung
                       und -koordination im Team, Geräteeinsatz bei der Nahrungszubereitung). Arbeits-

                       organisation: Vor-, Haupt- und Nacharbeiten; Arbeitseffizienz

              d können exemplarische Alltagsarbeiten eines Haushaltes ausführen, Arbeitsergebnisse
                     reflektieren und optimieren (z.B. Unterhalts-, Reinigungs-, Organisationsarbeiten;
                     Reinigungsmaterialien).

              e können bei alltäglichen Arbeiten (z.B. Planung und Zubereitung von Mahlzeiten) der
                     Situation angepasst zwischen verschiedenen Handlungsalternativen abwägen, den
                     Entscheid erproben und Erfahrungen reflektieren (z.B. bei kurzer Mittagspause,
                     spontanem Dazukommen von Gästen).

                                                                                                                   Querverweise

              2. Die Schülerinnen und Schüler können soziale, rechtliche und

                       ökonomische Aspekte im Alltag und im Zusammenleben recherchieren.

     WAH.5.2           Soziale, rechtliche, ökonomische Aspekte im Alltag
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     3

              a können sich bei Miet- und Kaufverträgen über vertragliche Bedingungen informieren
                     und rechtliche sowie finanzielle Verpflichtungen einschätzen (z.B. Wohnungsmiete,
                     Online-Shopping, Kleinkredite, Leasing, Reparaturen, Abonnements, Reisen). Miet- und

                         Kaufvertrag

              b können unterschiedliche Formen des Zusammenlebens beschreiben, deren Chancen
                     und Herausforderungen in der Gestaltung des Alltags diskutieren (z.B.
                     Wohngemeinschaft, traditionelle Familie, Alleinerziehende, Patchworkfamilie). Vielfalt von

                         Lebensformen

              c können Überlegungen zu Sicherheit und Vorsorge im Umgang mit Risiken des täglichen
                     Lebens formulieren (z.B. obligatorische und freiwillige Versicherungen, finanzielle
                     Reserven). Vorsorge

WAH                    Lehrplan 21                                                                                               15.3.2016
  5
Fachbereichslehrplan | Wirtschaft, Arbeit, Haushalt | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                  317

                                                                                                                                                                                                         Querverweise

           d können sich über Informations- und Beratungsangebote von Fachstellen und
                  Institutionen erkundigen (z.B. bei persönlichen, rechtlichen, finanziellen Fragen und
                  Problemen).

           e können Versicherungsangebote im Hinblick auf Versicherungsleistung und
                  Vertragsbedingungen untersuchen und vergleichen (z.B. Abstimmung von
                  Situationsanforderung und Umfang der Versicherung, Rechte und Pflichten durch
                  Vertragsunterzeichnung; bei Haushalt- und Privathaftpflichtversicherung, Unfall-und
                  Krankenversicherung, Fahrzeugversicherung, Reiserversicherung). Versicherungen:

                      obligatorische, freiwillige

15.3.2016  Lehrplan 21                                                                                                                                                                                                 WAH
                                                                                                                                                                                                                         5
318 Fachbereichslehrplan | Räume, Zeiten, Gesellschaften | Kompetenzaufbau

     Räume, Zeiten, Gesellschaften
     mit Geografie, Geschichte

RZG

     Lehrplan 21                                                            15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Räume, Zeiten, Gesellschaften | Kompetenzaufbau                                                                   319

RZG.1             Natürliche Grundlagen der Erde untersuchen

                  Vorangehende Kompetenzen: NMG.2.5, NMG.4.5                                                           Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können die Erde als Planeten beschreiben.

RZG.1.1           Geografie: Planet Erde
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
3a
                  können Merkmale der Erde als Planeten beschreiben. Gestalt der Erde, Neigung der Erdachse,
               b
                  Rotation, Erdrevolution
               c
                  können Phänomene erklären, die sich aus Stellung und Bewegung der Erde im
                  Sonnensystem ergeben. Jahreszeiten, Tageslängen, Zeitzonen

                  können verschiedene Weltbilder zeitlich und räumlich einordnen. Weltbilder

                   Vorangehende Kompetenz: NMG.4.4                                                                     Querverweise
           2. Die Schülerinnen und Schüler können Wetter und Klima analysieren.

RZG.1.2           Geografie: Wetter und Klima
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
3a
                  können verschiedene Landschaftszonen beschreiben und ihnen die sie
               b  kennzeichnenden klimatischen Grundlagen (z.B. Klimadiagramme) zuordnen. Kalte Zone,

                  gemässigte Zone, Subtropenzone und Tropenzone; Höhenstufen; kontinentale und ozeanische Lage

                  können Grosswetterlagen und grossräumige Windsysteme benennen und die daraus
                  entstehenden typischen Wetterabläufe erklären. tropische Zirkulation; europäische Grosswetterlagen:

                  Föhn, Frontverlauf, Bise

           c können sich über den Klimawandel informieren, Ursachen erläutern und Auswirkungen
                  des Klimawandels auf verschiedene Regionen der Welt, insbesondere die Schweiz,
                  einschätzen (z.B. Rückgang Gletscher: Gletscherlehrpfad im Vorfeld des
                  Morteratschgletschers, Gletschertöpfe bei Maloja, Auftauen von Permafrost, Schweizer
                  Lawinenforschungsinstitut). Treibhauseffekt; Extremereignisse: Hochwasser

           d können die aktuelle Situation in die Klimaentwicklung einordnen sowie Beiträge zur                        BNE - Natürliche
                  Begrenzung des Klimawandels in der Zukunft formulieren.                                              Umwelt und
                                                                                                                       Ressourcen

                                                                                                                                         RZG

15.3.2016         Lehrplan 21                                                                                                            1
320 Fachbereichslehrplan | Räume, Zeiten, Gesellschaften | Kompetenzaufbau

             Vorangehende Kompetenzen: NMG.2.5, NMG.4.4                                                     Querverweise

     3. Die Schülerinnen und Schüler können Naturphänomene und
             Naturereignisse erklären.

     RZG.1.3           Geografie: Naturphänomene und Naturereignisse                                        BNE - Natürliche
                       Die Schülerinnen und Schüler ...                                                     Umwelt und
     3a                                                                                                     Ressourcen
                       können Naturphänomene und Naturlandschaften (z.B. Glazial-, Auen-,
                    b  Vulkanlandschaft) beschreiben und deren Entstehung als Ergebnis endogener und
                    c  exogener Prozesse erklären. Plattentektonik, Erosion, Ablagerung
                    d
                       können sich über aktuelle Naturereignisse informieren und deren Ursachen
                       erklären. Vulkanismus, Erdbeben, Murgang, Felssturz

                       können die Auswirkungen von Naturereignissen auf Lebenssituationen von Menschen
                       und auf die Umwelt benennen und einschätzen.

                       können Naturlandschaften und Spuren von Naturereignissen an ausserschulischen
                       Lernorten erkennen und untersuchen (z.B. Unesco Welterbe Tektonikarena Sardona,
                       Flimser Bergsturz).

             Vorangehende Kompetenzen: NMG.2.2, NMG.3.2, NMG.3.3, NMG.6.3                                   Querverweise

     4. Die Schülerinnen und Schüler können natürliche Ressourcen und                                       BNE - Natürliche Umwelt und
             Energieträger untersuchen.                                                                     Ressourcen
                                                                                                            NT.4.1

     RZG.1.4           Geografie: Rohstoffe und Energieträger
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     3a
                       können für den Menschen wichtige natürliche Ressourcen (z.B. Gesteine, mineralische
                    b  Rohstoffe, Wasser, Boden) und deren Nutzung nennen. Rohstoff, Ressource

                    c  können zwischen erneuerbaren und nicht-erneuerbaren Energieträgern unterscheiden
                       (z.B. Sonnenstrahlen, Wasserkraft, Erdöl, Holz) und deren Vor- und Nachteile
                       vergleichen. Energieträger

                       können Auswirkungen analysieren, die durch die Gewinnung, den Abbau und die
                       Nutzung natürlicher Ressourcen auf Mensch und Umwelt entstehen.

     d können Probleme benennen, die sich aus dem begrenzten Vorkommen von natürlichen
            Ressourcen ergeben und daraus entstehende Interessenskonflikte untersuchen.

     e reflektieren das eigene Verhalten im Hinblick auf einen nachhaltigen Umgang mit                      BNE - Wirtschaft und
            natürlichen Ressourcen.                                                                         Konsum

RZG

1                      Lehrplan 21                                                                                            15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Räume, Zeiten, Gesellschaften | Kompetenzaufbau                                                                               321

RZG.2             Lebensweisen und Lebensräume charakterisieren

                   Vorangehende Kompetenzen: NMG.7.3, NMG.7.4                                                             Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Bevölkerungsstrukturen und                                              BNE - Globale Entwicklung
                   -bewegungen erkennen und einordnen.                                                                    und Frieden

RZG.2.1           Geografie: Bevölkerung und Migration
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
3a
                  können Bevölkerungsverteilungen und -entwicklungen in ausgewählten Regionen der
                  Welt beschreiben und anhand von Bevölkerungsdiagrammen vergleichen. Globales

                  Bevölkerungswachstum

           b können aktuelle Bevölkerungsbewegungen erkennen, diese räumlich und zeitlich
                  strukturieren sowie Gründe für Migration erklären. Migration in die Schweiz; wirtschaftliche, soziale,

                      ökologische und politische Migrationsgründe

           c können diskutieren, welche Auswirkungen Migration auf die betroffenen Personen und
                  die Aufnahmegesellschaft hat.

                   Vorangehende Kompetenzen: NMG.7.1, NMG.7.2, NMG.7.4                                                    Querverweise

           2. Die Schülerinnen und Schüler können Lebensweisen von Menschen in                                            BNE - Globale Entwicklung
                   verschiedenen Lebensräumen vergleichen.                                                                und Frieden
                                                                                                                          ERG.5.5

RZG.2.2           Geografie: Lebensweisen und Ungleichheiten
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
3a
                  können eigene Vorstellungen von vertrauten und fremden Lebensweisen darstellen, mit
               b  anderen vergleichen und ordnen. Mental Maps

                  können vergangene und gegenwärtige Lebensweisen in verschiedenen Räumen
                  untersuchen, charakterisieren und vergleichen (z.B. demografische Entwicklungen im
                  Kanton Graubünden, vom Bauern- zum Tourismusdorf am konkreten Beispiel,
                  Emigration-Immigration in Graubünden). Daseinsgrundfunktionen

           c können soziale Ungleichheiten beschreiben, deren Ursachen erklären und
                  Lebensbedingungen in verschiedenen Lebensräumen bewerten. Armut, Hunger, Bildung

           d können Auswirkungen von sozialen Ungleichheiten untersuchen, Massnahmen zu deren
                  Verringerung beurteilen (z.B. Millenniumsziele, Entwicklungszusammenarbeit) und
                  entsprechende eigene Ideen entwickeln.

                                                                                                                                                     RZG

15.3.2016         Lehrplan 21                                                                                                                        2
322 Fachbereichslehrplan | Räume, Zeiten, Gesellschaften | Kompetenzaufbau

             Vorangehende Kompetenzen: NMG.7.4, NMG.8.1, NMG.8.2, NMG.8.3                                                 Querverweise

     3. Die Schülerinnen und Schüler können die Dynamik in städtischen und
             ländlichen Räumen analysieren.

     RZG.2.3           Geografie: Dynamik in Stadt und Land
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     3a
                       können ihre Vorstellungen von städtischen und ländlichen Räumen darstellen, mit
                    b  anderen vergleichen und hinterfragen.

                       können Merkmale und Funktionen von städtischen und ländlichen Räumen erkennen
                       und vergleichen. Zentrums-, Erholungs-, Wohnfunktion, Bevölkerungsverteilung, Nationalitäten

     c können Entwicklungen und Veränderungen in städtischen und ländlichen Räumen
            untersuchen und benennen. Agglomeration, Siedlungsentwicklung, Verstädterung, Landflucht, Push/Pullfaktoren,

                Segregation

     d können Wechselwirkungen zwischen städtischen und ländlichen Räumen hinterfragen BNE - Politik,
                                                                                                                          Demokratie und
                       und daraus resultierende Auswirkungen auf Mensch und Umwelt ableiten.
                                                                                                                          Menschenrechte

             Vorangehende Kompetenzen: NMG.7.3, NMG.8.2                                                                   Querverweise

     4. Die Schülerinnen und Schüler können Mobilität und Transport                                                       BNE - Natürliche Umwelt und
             untersuchen.                                                                                                 Ressourcen

     RZG.2.4           Geografie: Mobilität und Transport
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     3a
                       können an Beispielen aus der Schweiz und im weltweiten Kontext die Entwicklung des
                    b  Transports von Personen und Gütern, sowie die Entwicklung der Nachrichtentechnik
                       analysieren.
                    c
                       können die Auswirkungen von Transport und Mobilität auf Mensch, Umwelt und
                       Raumstrukturen untersuchen und benennen (z.B. Auswirkungen des Baus der
                       Rhätischen Bahn, des Ausbaus am Gotthard und San Bernardino, der NEAT sowie der
                       Einführung des Automobils in Graubünden). öffentlicher Verkehr, Individualverkehr

                       kennen Kriterien für ein nachhaltiges und sicheres Mobilitätsverhalten und können
                       diese für die Reflexion des eigenen Mobilitätsverhaltens anwenden.

RZG

2                      Lehrplan 21                                                                                                        15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Räume, Zeiten, Gesellschaften | Kompetenzaufbau                                                                  323

            5.    Vorangehende Kompetenzen: NMG.7.3, NMG.8.2                                               Querverweise

RZG.2.5           Die Schülerinnen und Schüler können die Bedeutung des Tourismus                          BNE - Wirtschaft und Konsum
                  einschätzen.                                                                             BNE - Natürliche Umwelt und
3a                                                                                                         Ressourcen
                                                                                                           NT.9.1
               b                                                                                           NT.9.2
               c                                                                                           NT.9.3

               d  Geografie: Tourismus
                  Die Schülerinnen und Schüler ...

                  können das Verhalten von Tourist/innen beschreiben und im Vergleich mit statistischen
                  Kennzahlen einordnen (z.B. Destinationen, Zweck, Dauer, Form, Übernachtung,
                  Verkehrsmittel).

                  können Formen des Tourismus am Beispiel des Schweizer Alpenraumes und des
                  Mittelmeerraumes beschreiben sowie die wirtschaftliche Bedeutung für ausgewählte
                  Regionen charakterisieren. Individualtourismus, Massentourismus, sanfter Tourismus

                  können den Einfluss touristischer Aktivitäten auf Gebirgs- und Küstenregionen
                  einschätzen und deren Auswirkungen für Mensch und Umwelt benennen (z.B. intensive
                  und extensive Formen des Tourismus, Schneesport). Winter- und Sommertourismus, Verkehr,

                  Infrastruktur, Landschaftsveränderungen

                  können die Anliegen des nachhaltigen Tourismus erklären und reflektieren sie in Bezug
                  auf die eigene Feriengestaltung.

                                                                                                                                        RZG

15.3.2016                                           Lehrplan 21                                                                         2
324 Fachbereichslehrplan | Räume, Zeiten, Gesellschaften | Kompetenzaufbau

     RZG.3    Mensch-Umwelt-Beziehungen analysieren

              Vorangehende Kompetenzen: NMG.2.1, NMG.2.2, NMG.2.5, NMG.2.6, NMG.8.2, NMG.8.3 Querverweise

              1. Die Schülerinnen und Schüler können natürliche Systeme und deren                                 BNE - Natürliche Umwelt und
                      Nutzung erforschen.                                                                         Ressourcen
                                                                                                                  NT.9.1
                                                                                                                  NT.9.3

     RZG.3.1  Geografie: Natürliche Systeme
              Die Schülerinnen und Schüler ...
     3a
              können natürliche Systeme charakterisieren und räumlich einordnen. Regenwald, Meer,

              Arktis/Antarktis, Gebirge, Wüsten, Städte

              b können Nutzungsformen natürlicher Systeme (z.B. Landwirtschaft, Fischfang,
                     Rohstoffgewinnung, Tourismus, Besiedlung) untersuchen und den Nutzungswandel im
                     Verlauf der Zeit beschreiben. Kulturlandschaftswandel in der Schweiz

              c können die Auswirkungen der Nutzung natürlicher Systeme auf das Landschaftsbild
                     und den Verbrauch natürlicher Ressourcen ableiten. Desertifikation, Waldrodung, Bewässerung

              d können sich über Interessenskonflikte bei der Nutzung natürlicher Systeme
                     informieren, diese abwägen und Eingriffe des Menschen in natürliche Systeme
                     bewerten.

              e können Schutzmassnahmen von natürlichen Systemen bewerten (z.B. Wildruhezohnen,
                     Schweizerischer Nationalpark, Parc Adula, Ela, Biosfera Val Münstair, Naturpark
                     Beverin, Riserva forestale Val Cama, Umweltlabels, Kampagnen) und über mögliche
                     nachhaltige Nutzungen nachdenken.

              Vorangehende Kompetenzen: NMG.1.3, NMG.6.3, NMG.7.4, NMG.8.2                                        Querverweise

              2. Die Schülerinnen und Schüler können wirtschaftliche Prozesse und die BNE - Wirtschaft und Konsum
                                                                                                                                                                                                              WAH.1.3
                      Globalisierung untersuchen.

     RZG.3.2  Geografie: Wirtschaftsgeografie und Globalisierung
              Die Schülerinnen und Schüler ...
     3

              a können verschiedene Wirtschaftsräume beschreiben und unterscheiden. Agrarräume,

                         Industrieregionen, Dienstleistungszentren

              b können landwirtschaftliche Produktionsformen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die
                     Landschaft, den Verbrauch natürlicher Ressourcen und die Arbeitssituation der
                     Menschen vergleichen und einschätzen sowie regionale und globale Verflechtungen
                     erläutern. Landwirtschaftliche Produktionsformen: Berglandwirtschaft, Plantage

              c können die Produktion von industriellen Gütern und die Bereitstellung von                         WAH.1.3
                     Dienstleistungen hinsichtlich ihrer räumlichen und sozialen Auswirkungen                     WAH.2.1
                                                                                                                  WAH.4.5

              untersuchen, sowie regionale und globale Verflechtungen erläutern. Bedarf an Ressourcen wie

              Boden, Wasser, Arbeitskräfte

              d können räumliche Veränderungen beschreiben, die sich aufgrund des Strukturwandels
                     ergeben haben (z.B. Landwirtschaft - Industrie - Dienstleistung). Umnutzung und Aufwertung

                         ehemaliger Industriezentren; Rolle der Kommunikationsmedien

RZG

3                                           Lehrplan 21                                                                         15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Räume, Zeiten, Gesellschaften | Kompetenzaufbau                                                                      325

                                                                                                             Querverweise

           e setzen sich mit der nachhaltigen Produktion von Gütern auseinander und können
                  Erkenntnisse in Bezug auf das eigene Verhalten reflektieren.

                   Vorangehende Kompetenzen: NMG.10.5, NMG.8.2, NMG.8.3                                      Querverweise
                                                                                                             BNE - Politik, Demokratie und
           3. Die Schülerinnen und Schüler können Prozesse der Raumplanung                                   Menschenrechte
                   nachvollziehen.
                                                                                                             MI.1.2.h
RZG.3.3    Geografie: Raumplanung                                                                            BNE - Natürliche
           Die Schülerinnen und Schüler ...                                                                  Umwelt und
3                                                                                                            Ressourcen

           a können die gesellschaftliche Bedeutung geografischer und raumplanerischer
                  Fragestellungen in Medien erkennen, sie auswerten und darüber diskutieren.

           b können fachliche Grundlagen bei raumplanerischen Prozessen erarbeiten,
                  verschiedene Positionen dazu nennen und sich eine eigene Meinung bilden (z.B.
                  Siedlungsraumgestaltung, Umzonung, Gesamtmelioration Forst- und
                  Landwirtschaft). Raumplanung, Zersiedlung, Landschaftsschutz, nachhaltige Raumentwicklung

                                                                                                                                            RZG

15.3.2016                                    Lehrplan 21                                                                                    3
326 Fachbereichslehrplan | Räume, Zeiten, Gesellschaften | Kompetenzaufbau

     RZG.4             Sich in Räumen orientieren

                    Vorangehende Kompetenz: NMG.8.4                                                                              Querverweise
            1. Die Schülerinnen und Schüler können Orte lokalisieren.

     RZG.4.1           Geografie: Topografie und Orientierungsraster                                                             MI - Recherche und
                       Die Schülerinnen und Schüler ...                                                                          Lernunterstützung
     3a                                                                                                                          MI - Produktion und
                       können zu Lernsituationen passende Orte auf Karten, analogen und digitalen Globen                         Präsentation
                    b  sowie Satellitenbildern in verschiedenen Massstabsebenen einzeichnen und
                    c  auffinden. Kontinente, Ozeane, Gebirge, Länder, Ortschaften, Gewässer, Grosslandschaften

                       können die Lage von ausgewählten Orten mithilfe von Raummerkmalen geografisch
                       charakterisieren (z.B. am Meer, im Alpenvorland, in aridem Gebiet).

                       können Orte in räumliche Orientierungsraster einordnen. Gradnetz, Vegetationszonen,

                       Plattengrenzen; Wirtschaftsräume

                    Vorangehende Kompetenz: NMG.8.4                                                                              Querverweise

            2. Die Schülerinnen und Schüler können Karten und Orientierungsmittel
                    auswerten.

     RZG.4.2           Geografie: Karten und Orientierungsmittel                                                                 MI - Recherche und
                       Die Schülerinnen und Schüler ...                                                                          Lernunterstützung
     3a                                                                                                                          MI - Recherche und
                       können verschiedene Kartendarstellungen (z.B. euro- oder polzentriert, verzerrte                          Lernunterstützung
                    b  Kartogramme) beschreiben und vergleichen.

                    c  können verschiedene Karten und Orientierungsmittel zur Beantwortung von
                    d  Fragestellungen nutzen und auswerten. Orientierungsmittel: Sachtext, Bild, Blockbild, Profil, Statistik,

                       Diagramm, Modell

                       können Kartenskizzen und einfache Karten zeichnen.

                       können räumliche Situationen und Problemstellungen in Modellen darstellen (z.B.
                       Tellurium, Sandkasten, Grundwassermodell) und mithilfe einfacher Experimente
                       untersuchen.

RZG

4                                                  Lehrplan 21                                                                                        15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Räume, Zeiten, Gesellschaften | Kompetenzaufbau                                                    327

                   Vorangehende Kompetenz: NMG.8.5                                                    Querverweise
           3. Die Schülerinnen und Schüler können sich im Realraum orientieren.

RZG.4.3           Geografie: Orientierung im Realraum
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
3a
                  können mithilfe von Karten und Orientierungsmitteln den eigenen Standort bestimmen
               b  sowie Orte und Objekte im Realraum auffinden. Koordinaten

               c  können sich mithilfe von Orientierungsmitteln (z.B. Kompass, GPS, Ralleykarte,      MI - Recherche und
                  Verkehrsnetzplan) im Realraum fortbewegen.                                          Lernunterstützung
                                                                                                      MI - Recherche und
                                                                                                      Lernunterstützung
                                                                                                      BS.1.A.1.3f

                  können einfache Kartierungen zu ausgewählten Fragestellungen im Realraum
                  vornehmen.

                                                                                                                          RZG

15.3.2016                                              Lehrplan 21                                                        4
328 Fachbereichslehrplan | Räume, Zeiten, Gesellschaften | Kompetenzaufbau

     RZG.5             Schweiz in Tradition und Wandel verstehen

                      Vorangehende Kompetenzen: NMG.10.4, NMG.9.2                                                                        Querverweise

              1. Die Schülerinnen und Schüler können Entstehung und Entwicklung der
                      Schweiz erklären.

     RZG.5.1           Geschichte: Schweizer Geschichte
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     3a
                       können wichtige Ereignisse aus Entstehung und Entwicklung der Eidgenossenschaften
                    b  kurz erklären und berühmten Bildern zuordnen. Ursprungsmythen, Eidgenossenschaften, Gegensatz

                       Stadtorte-Landorte, Konfessionelle Spaltung

                       können Entstehung und Entwicklung der Schweiz als Bundesstaat schildern und in                                    BNE - Politik,
                       einen europäischen Zusammenhang stellen. Helvetik, Bundesstaat, Nation                                            Demokratie und
                                                                                                                                         Menschenrechte

              c können zu einem wichtigen Ereignis der Schweizer Geschichte im 20. Jahrhundert                                           ERG.3.2.c

                       Ursachen, Verlauf und Folgen aufzeigen. Schweiz während der Zeit der Weltkriege; Landesstreik; Schweiz im

                       Kalten Krieg, in der Hochkonjunktur; Frauenstimmrecht

              d können zu ausgewählten Veränderungen in der Schweiz der letzten 200 Jahre                                                ERG.3.2.c

                       selbstständig Materialien finden und damit die Veränderungen veranschaulichen (z.B.                               MI.1.3.f

                       Umwelt, Alltag, Geschlecht, Migration, Religion, Auswanderung aus den Bergregionen

                       nach Italien, Russland und Nordamerika im 19. Jahrhundert).

                      Vorangehende Kompetenz: NMG.9.2                                                                                    Querverweise

              2. Die Schülerinnen und Schüler können aufzeigen, wie Menschen in der                                                      BNE - Wirtschaft und Konsum
                      Schweiz durch wirtschaftliche Veränderungen geprägt werden und wie                                                 WAH.1.2
                      sie die Veränderungen gestalten.

     RZG.5.2           Geschichte: Schweizer Geschichte
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     3

              a können die Entwicklung der Erwerbssektoren am Beispiel der Schweiz aufzeigen und
                     erläutern (z.B. Veränderungen der Anzahl Bauernhöfe in der Schulgemeinde,
                     Entwicklung der Anzahl Beschäftigten in den drei Erwerbssektoren im 19. und 20.
                     Jahrhundert in der Schweiz). Wandel von der Agrar- zur Industrie- und zur Dienstleistungsgesellschaft; Schweiz als

                         Auswanderungs- und Einwanderungsland

              b können die Veränderung eines Berufs im Laufe der Zeit darstellen (z.B. mit Bild-,
                     Textquellen). Technischer Fortschritt

              c können Auswirkungen von wirtschaftlichen Veränderungen auf einzelne Menschen
                     erklären (z.B. Technisierung, Inflation, Hochkonjunktur, Energieknappheit).

RZG

5                                                                             Lehrplan 21                                                                15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Räume, Zeiten, Gesellschaften | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                      329

                  Vorangehende Kompetenz: NMG.9.2                                                            Querverweise

           3. Die Schülerinnen und Schüler können das Alltagsleben von Menschen in
                   der Schweiz in verschiedenen Jahrhunderten vergleichen.

RZG.5.3           Geschichte: Schweizer Geschichte
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
3a
                  können die Veränderungen eines Ortes im Verlaufe der Zeit dokumentieren und
               b  erklären (z.B. Schulhaus, Dorfplatz, Stadtbild, Strasse, Tal). Schulgeschichte, Orts- und

                  Regionalgeschichte

                  können einzelne Aspekte des Alltagslebens aus verschiedenen Zeiten vergleichen und
                  Ursachen von Veränderungen benennen (z.B. Wohnen, Ernährung, Freizeit). Alltags-

                  geschichte

           c können einzelne Schweizerinnen und Schweizer porträtieren, die einen wichtigen                  BNE - Kulturelle

                                                                                                             Identitäten und
                  Beitrag zur Entwicklung des Zusammenlebens oder der sozialen Gerechtigkeit in der interkulturelle

                  Schweiz und der Welt geleistet haben (z.B. Niklaus von Flüe, Huldrych Zwingli,             Verständigung

                  Guillaume-Henri Dufour, Alfred Escher, Emilie Kempin-Spyri, Henry Dunant, Marie

                  Heim-Vögtlin, Robert Grimm, Denis de Rougemont, Henri Guisan, Gertrud Kurz, Emilie

                  Lieberherr). Kulturelle und religiöse Minderheiten, Gerechtigkeit, Zivilcourage

           d können eine Quelle oder eine Darstellung zum Alltag eines Menschen in der Schweiz in MI - Recherche und

                                                                                                                                                                                                         Lernunterstützung

                  einer Bibliothek oder einem Archiv finden, lesen und analysieren (z.B. zu Familie,
                  Gesundheit, Mobilität).

                                                                                                                                                                                                                            RZG

15.3.2016                                          Lehrplan 21                                                                                                                                                              5
330 Fachbereichslehrplan | Räume, Zeiten, Gesellschaften | Kompetenzaufbau

     RZG.6             Weltgeschichtliche Kontinuitäten und Umbrüche erklären

                    Vorangehende Kompetenzen: NMG.9.1, NMG.9.3                                                           Querverweise

            1. Die Schülerinnen und Schüler können die Geschichte vom Beginn der
                    Neuzeit bis heute in ausgewählten Längsschnitten erzählen.

     RZG.6.1           Geschichte: Weltgeschichte
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     3a
                       können mit Materialien aufzeigen, wie sich das Bild der Welt zu Beginn der Neuzeit                BNE - Kulturelle
                    b  verändert hat (z.B. mit Karten, Bildern zu Entdeckungsreisen). Neuzeit: Kulturbegegnungen,        Identitäten und
                                                                                                                         interkulturelle
                       Weltbild                                                                                          Verständigung

                       können an einem geschichtlichen Umbruch der frühen Neuzeit darlegen, wie sich
                       Denken und Leben von Menschen verändert haben. Europäische Expansion, Reformation, Absolutismus,

                       Aufklärung

            c können einen groben Überblick zur Geschichte vom Beginn der Neuzeit bis heute
                   entwickeln (z.B. mit einem einfachen Zeitstrahl, einer Tabelle mit Informationen aus
                   verschiedenen Kontinenten). Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft

            d können eine kurze historische Darstellung einer ausgewählten Region vom Beginn der
                   Neuzeit bis heute verfassen (z.B. zum Heimatland, zum Ferienziel, zu den USA, zum
                   Nahen Osten, zu China).

                    Vorangehende Kompetenz: NMG.9.3                                                                      Querverweise

            2. Die Schülerinnen und Schüler können Kontinuitäten und Umbrüche im
                    19. Jahrhundert charakterisieren.

     RZG.6.2           Geschichte: Weltgeschichte
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     3a
                       können Ursachen und Folgen der Französischen Revolution erklären. Ständegesellschaft;
                    b
                       Französische Revolution: Freiheit, Gleichheit

                       können zu einem Aspekt der Industrialisierung verschiedene Informationen finden und               MI - Recherche und
                       miteinander vergleichen (z.B. ein Bild, eine Textquelle, ein Erlebnisbericht zur                  Lernunterstützung
                       Dampfmaschine). Industrialisierung, Soziale Frage, Kinderarbeit

            c können mit vorgegebenen Materialien eine kurze, historisch sachgerechte Geschichte BNE - Politik,
                                                                                                                         Demokratie und
                       zum 19. Jahrhundert erzählen. Imperialismus, Kolonialismus, Nationalismus
                                                                                                                         Menschenrechte

            d können Materialien zu Erfindungen und Entdeckungen im 19. Jahrhundert erschliessen MI - Recherche und

                                                                                                                                                                                                          Lernunterstützung

                   und damit Ursache, Verlauf und Wirkung der Veränderung darstellen.

RZG

6                                                        Lehrplan 21                                                                                                                                                         15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Räume, Zeiten, Gesellschaften | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                    331

                   Vorangehende Kompetenz: NMG.9.3                                                                              Querverweise

           3. Die Schülerinnen und Schüler können ausgewählte Phänomene der
                   Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts analysieren und deren
                   Relevanz für heute erklären.

RZG.6.3    Geschichte: Weltgeschichte
           Die Schülerinnen und Schüler ...
3

           a können darlegen, warum das 20. Jahrhundert als Zeitalter der Extreme bezeichnet                                    BNE - Politik,
                  wird. Weltkriege, Faschismus, Kommunismus, Holocaust, Kalter Krieg, Unabhängigkeitsbewegung, Globalisierung,  Demokratie und
                                                                                                                                Menschenrechte
                      Bürgerkrieg, Terrorismus

           b können die Geschichte von ausgewählten Institutionen und Menschen erzählen, die sich BNE - Globale
                                                                                                                                Entwicklung und
           im 20. und 21. Jahrhundert für Freiheit, Frieden, Wohlstand, Gerechtigkeit oder
                                                                                                                                Frieden

           Nachhaltige Entwicklung einsetzten (z.B. Bertha von Suttner, Martin Luther King,

           Mutter Theresa, Nelson Mandela, Mahathma Ghandi). Humanitäres Völkerrecht, Rotes Kreuz, Flucht,

           Migration, Asyl

           c können anhand vorgegebener Materialien Geschichten von Krieg betroffener Menschen BNE - Globale

                                                                                                                                                                                                         Entwicklung und

                  aus den letzten 50 Jahren erzählen und diese in einen geschichtlichen Zusammenhang Frieden
                  stellen.

                                                                                                                                                                                                                          RZG

15.3.2016                                    Lehrplan 21                                                                                                                                                                  6
332 Fachbereichslehrplan | Räume, Zeiten, Gesellschaften | Kompetenzaufbau

     RZG.7             Geschichtskultur analysieren und nutzen

                       Vorangehende Kompetenz: NMG.9.4                                                              Querverweise

            1. Die Schülerinnen und Schüler können sich an ausserschulischen
                    geschichtlichen Bildungsorten zurechtfinden und sie zum Lernen nutzen.

     RZG.7.1           Geschichte: Geschichtskultur
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     3a
                       können nach einem Museumsbesuch (z.B. Rhätisches Museum, Heimatmuseum
                    b  Poschiavo, San Vittore, Chesa Granda, Chesa Planta in Samedan, Museum Regiuna
                       Surselva) einen Ausstellungsgegenstand beschreiben und dazu eine Geschichte
                       erzählen. Museum

                       können eine Karte relevanter Denkmäler und historisch bedeutsamer Orte in der
                       eigenen Umgebung erstellen. Denkmal, historischer Schauplatz, Erinnerungsort

            c können erklären, woran ein ausgewähltes Denkmal erinnert. Recherche                                   BNE - Kulturelle
                                                                                                                    Identitäten und
                                                                                                                    interkulturelle
                                                                                                                    Verständigung

            d können Mitschülerinnen/Mitschüler durch einen Teil eines Museums oder eines
                   historischen Schauplatzes führen und dabei ausgewählte Gegenstände bzw. Orte
                   erklären.

                    Vorangehende Kompetenz: NMG.9.4                                                                 Querverweise

            2. Die Schülerinnen und Schüler können Geschichte zur Bildung und
                    Unterhaltung nutzen.

     RZG.7.2           Geschichte: Geschichtskultur
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     3a
                       können zu einem selber gewählten geschichtlichen Thema unterschiedliche Materialien
                    b  finden, diese fachgerecht beschreiben und nach Quellenarten ordnen. Textquelle, Bildquelle,

                       historische Karikatur, Fotografie, historische Karte und Geschichtskarte

                       können eine populäre Geschichtsdarstellung zu einem historischen Thema
                       zusammenfassen und in einen historischen Zusammenhang stellen. populäre

                       Geschichtsdarstellung: historischer Comic, Spielfilm, historisches Jugendbuch

            c können zu einer ausgewählten populären Geschichtsdarstellung weitere Materialien
                   finden und diese mit der Darstellung vergleichen. Quelle und Darstellung, Quellenkritik

            d können erklären, wie Geschichte ihr Leben beeinflusst hat und worin für sie selber der
                   Nutzen der Beschäftigung mit Geschichte liegt.

RZG

7                                                       Lehrplan 21                                                                   15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Räume, Zeiten, Gesellschaften | Kompetenzaufbau                                               333

                   Vorangehende Kompetenz: NMG.9.4                                                     Querverweise

           3. Die Schülerinnen und Schüler können aus Gesprächen mit Zeitzeugen
                   Erkenntnisse über die Vergangenheit gewinnen.

RZG.7.3           Geschichte: Geschichtskultur
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
3a
                  können zur Geschichte des eigenen Lebens Quellen finden und in eine Erzählung
               b  integrieren. Biografie: Fotografien, Gegenstände, Urkunden

                  können bei einem historischen Gegenstand darstellen, wie Menschen damit
                  umgegangen sind und wozu er diente (z.B. altes Spinnrad, Waschbrett, Setzkasten,
                  Dreschflegel). historischer Gegenstand

           c können zu einem geschichtlichen Ereignis oder Phänomen ein Zeitzeugeninterview
                  durchführen und dokumentieren. Zeitzeugen-Interview

           d können ein selber durchgeführtes Zeitzeugeninterview mit anderen Quellen anreichern
                  (z.B. mit Fotografien, Zeitungsberichten, Statistiken) und in einen geschichtlichen
                  Zusammenhang stellen.

                                                                                                                     RZG

15.3.2016         Lehrplan 21                                                                                        7
334 Fachbereichslehrplan | Räume, Zeiten, Gesellschaften | Kompetenzaufbau

     RZG.8             Demokratie und Menschenrechte verstehen und sich dafür engagieren

                       Vorangehende Kompetenzen: NMG.10.3, NMG.10.4, NMG.10.5                                                Querverweise

              1. Die Schülerinnen und Schüler können die Schweizer Demokratie erklären BNE - Politik, Demokratie und
                                                                                                                                                                                                              Menschenrechte
                      und mit anderen Systemen vergleichen.

     RZG.8.1           Geschichte: Politische Bildung
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     3a
                       können darlegen, wie Demokratie entstanden ist, wie sie sich weiterentwickelt hat und
                    b  sich von anderen Regierungsformen unterscheidet. Demokratie, Volkssouveränität, Machtbegrenzung,

                       Bürgerrecht

                       können die drei Gewalten auf Gemeinde-, Kantons- und Bundesebene unterscheiden
                       und aufzeigen, welche Aufgaben sie lösen. Verfassung, Gewaltenteilung, Regierung, Parlament, Gericht

              c können wichtige Besonderheiten der Schweizer Demokratie sowie die daraus
                     resultierenden Rechte und Pflichten erklären. Föderalismus, Volk, Gemeinde, direkte Demokratie,

                         Initiative, Referendum, Parteien, Verbände

              d können zu aktuellen Problemen und Kontroversen Stellung beziehen, dabei persönliche
                     Erfahrungen im schulischen und ausserschulischen Alltag einbeziehen und die
                     Positionen begründen (z.B. Verhältnis von Staat und Wirtschaft,
                     Siedlungsraumgestaltung).

                      Vorangehende Kompetenzen: NMG.10.4, NMG.10.5                                                           Querverweise

              2. Die Schülerinnen und Schüler können die Entwicklung, Bedeutung und                                          BNE - Politik, Demokratie und
                      Bedrohung der Menschenrechte erklären.                                                                 Menschenrechte
                                                                                                                             ERG.2.1.b
                                                                                                                             ERG.2.2

     RZG.8.2           Geschichte: Politische Bildung
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     3

              a können Kinder- und Menschenrechte erläutern. Grundrechte, Menschenrechte, Menschenwürde

              b können die Bedeutung von Kinder- und Menschenrechten für den eigenen Alltag und die
                     Schulgemeinschaft erkennen und einschätzen. Diskriminierung

              c können historische Beispiele schildern, die zu einer besseren Durchsetzung der Kinder-
                     und Menschenrechte geführt haben.

RZG

8                                                        Lehrplan 21                                                                       15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Räume, Zeiten, Gesellschaften | Kompetenzaufbau                                        335

           Vorangehende Kompetenz: NMG.10.4                                                     Querverweise

           3. Die Schülerinnen und Schüler können die Positionierung der Schweiz in
                   Europa und der Welt wahrnehmen und beurteilen.

RZG.8.3    Geschichte: Politische Bildung
           Die Schülerinnen und Schüler ...
3

           a können ausgewählte Ziele und Anliegen sowie die Entwicklung einer internationalen
                  Organisation beschreiben, bei der die Schweiz Mitglied ist. UNO

           b können Phasen der europäischen Einigung aufzählen und dabei die Position der
                  Schweiz charakterisieren. Neutralität; Europarat; OSZE

           c können unterschiedliche Positionen zum Verhältnis Schweiz - Europa skizzieren und
                  selber dazu Stellung nehmen.

                                                                                                              RZG

15.3.2016                                    Lehrplan 21                                                      8
336 Fachbereichslehrplan | Räume, Zeiten, Gesellschaften | Planungsbeispiel

     Planungsbeispiel               Werden Geografie und Geschichte parallel unterrichtet, sind Bezüge
                                    zwischen den beiden Fachperspektiven möglich. In der nachfolgenden
     Bezüge zwischen Geografie und  Tabelle werden diese Bezüge als Berührungspunkte dokumentiert
     Geschichte                     unter der Annahme, dass die Lehrplankompetenzen zu den
                                    vorgeschlagenen Themenfeldern zusammengefasst werden.
                                    Zu beachten ist dabei, dass die Unterrichtsanregung nur eine
                                    mögliche Variante darstellt. Ersichtlich wird zudem, dass bei den
                                    jeweiligen Themenfeldern mehrere Kompetenzen gefordert und
                                    gefördert und in den verschiedenen Lektionen in der Regel mehrere
                                    Kompetenzstufen angesprochen werden.

RZG

8                                   Lehrplan 21                              15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Räume, Zeiten, Gesellschaften | Planungsbeispiel  337

                                                                         RZG

15.3.2016  Lehrplan 21                                                   8
338 Fachbereichslehrplan | Ethik, Religionen, Gemeinschaft | Kompetenzaufbau

     Ethik, Religionen, Gemeinschaft
     mit Lebenskunde

ERG

     Lehrplan 21                                                              15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Ethik, Religionen, Gemeinschaft | Kompetenzaufbau                                                    339

ERG.1 Existentielle Grunderfahrungen reflektieren

                   Vorangehende Kompetenz: NMG.11.1                                                       Querverweise
                                                                                                          BNE - Gesundheit
           1. Die Schülerinnen und Schüler können menschliche Grunderfahrungen
                   beschreiben und reflektieren.

ERG.1.1           Menschliche Grunderfahrungen
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
3a
                  können in Erzählungen und Berichten prägende Lebenserfahrungen entdecken und
               b  interpretieren (z.B. Glück, Erfolg, Scheitern, Beziehung, Selbstbestimmung, Krankheit,
                  Krieg).

                  können Erfahrungen des Heranwachsens bzw. Erwachsenwerdens reflektieren (z.B. in
                  Bezug auf Beziehungen, Abhängigkeit, Autonomie), indem sie auf Veränderungen und
                  Entwicklungen achten.

           c können Grenzerfahrungen betrachten (z.B. Schritte ins Unbekannte, Risikoverhalten,
                  Gefahr, Rettung, Tod), indem sie deren Unumgänglichkeit, Fragwürdigkeit und
                  Faszination reflektieren.

           d können für prägende Erfahrungen Ausdrucksmöglichkeiten suchen und Worte finden
                  für Fragen, die sie selber beschäftigen.

                  Vorangehende Kompetenz: NMG.11.2                                                        Querverweise

           2. Die Schülerinnen und Schüler können philosophische Fragen stellen und
                   über sie nachdenken.

ERG.1.2           Philosophieren
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
3a
                  können in einfachen Texten aus verschiedenen Zeiten und Kulturen philosophische
               b  Fragen und Überlegungen entdecken (z.B. Anekdote, Erzählung, Sinnspruch).
               c
                  können in philosophischen Gesprächen Gedankenexperimente einsetzen (z.B. Stell dir
               d  vor,... Wenn du hättest entscheiden müssen,... Wenn du die Möglichkeit hättest,...).

                  können in Diskussionen oder Debatten philosophische Fragen identifizieren und           BNE - Globale
                  Begriffe klären (z.B. Inwiefern gibt es Grenzen der Toleranz? Gehört Gewalt zur         Entwicklung und
                  Gesellschaft? Muss oder kann es Gerechtigkeit geben? Was darf man alles                 Frieden
                  verbieten?). Philosophieren

                  können Informationen und Positionen zu aktuellen gesellschaftlichen
                  Herausforderungen und Konflikten bezüglich Interessen und Wahrheitsgehalt
                  hinterfragen (z.B. Schutz und Verwendung von Daten, Umweltfragen,
                  Friedenssicherung).

                                                                                                                            ERG

15.3.2016                                           Lehrplan 21                                                             1
340 Fachbereichslehrplan | Ethik, Religionen, Gemeinschaft | Kompetenzaufbau

     ERG.2 Werte und Normen klären und Entscheidungen verantworten.

             Vorangehende Kompetenz: NMG.11.3                                                                                Querverweise

     1. Die Schülerinnen und Schüler können Werte und Normen erläutern,                                                      BNE - Kulturelle Identitäten
             prüfen und vertreten.                                                                                           und interkulturelle
                                                                                                                             Verständigung

     ERG.2.1           Werte und Normen
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     3a
                       können über Sinn und Nutzen gesellschaftlicher und individueller Werte und Normen
                    b  nachdenken und Normen entsprechend aushandeln. Werte, Normen, Regeln, Legitimation, Legitimität

                    c  können alltägliche Situationen und gesellschaftliche Konstellationen (z.B. Jung/Alt,                  BNE - Politik,
                       Arbeitschancen, Bürgerrechte und -pflichten, Gesundheitswesen) im Hinblick auf                        Demokratie und
                       grundlegende Werte wie Gerechtigkeit, Freiheit, Verantwortung und Menschenwürde                       Menschenrechte
                       betrachten und diskutieren. Gerechtigkeit, Freiheit, Verantwortung, Menschenwürde                     RZG.8.2

                       können an exemplarischen Beispielen nachvollziehen, wie sich Werte und Normen in
                       ihrer Umgebung oder in der Gesellschaft wandeln. Wertewandel, Autoritäten, Gründe, Begründungen,

                       Generationen, Epochen

                       Vorangehende Kompetenz: NMG.11.4                                                                      Querverweise

     2. Die Schülerinnen und Schüler können Regeln, Situationen und                                                          RZG.8.2

                       Handlungen hinterfragen, ethisch beurteilen und Standpunkte begründet

                       vertreten.

     ERG.2.2           Ethische Urteilsbildung
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     3a
                       können erlebte, beobachtete oder erzählte Situationen anhand der Perspektiven
                    b  verschiedener Beteiligter beurteilen.
                    c
                    d  können Massstäbe ethischer Beurteilung reflektieren. Werte, Normen, religiöse Vorstellungen,

                    e  Deklarationen, Instanzen

                       können die Bedeutung des Gewissens für moralische, rechtliche, ethische Fragen und
                       Konflikte einschätzen und respektieren. Gewissen

                       können im alltäglichen Handeln oder gesellschaftlichen Umfeld Benachteiligungen und                   BNE - Politik,
                       Diskriminierungen erkennen und entsprechende Regeln diskutieren (z.B. Chancen,                        Demokratie und
                       Zutritt, Ausschluss, Sprachgebrauch). Diskriminierung, Emanzipation, Rechte, Interessen, Bedürfnisse  Menschenrechte

                       können kontroverse Fragen diskutieren, Positionen, deren Interessen und
                       Begründungen vergleichen und einen Standpunkt vertreten.

ERG

2                                                        Lehrplan 21                                                                         15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Ethik, Religionen, Gemeinschaft | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                        341

ERG.3 Spuren und Einfluss von Religionen in Kultur und Gesellschaft erkennen

                  Vorangehende Kompetenz: NMG.12.1                                                                Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können religiöse Motive im Alltag und in BNE - Kulturelle Identitäten
                                                                                                                                                                                                           und interkulturelle
                   kulturellen Werken erkennen und einschätzen, wie Religionen in Medien Verständigung
                   dargestellt werden.

ERG.3.1           Religionen in Gesellschaft und Medien
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
3a
                  können am Ort oder auf Reisen religiöse Spuren oder religiöse Stätten identifizieren und
               b  in ihrem Kontext betrachten. Zeichen, Symbole, Religionen

               c  können in kulturellen Werken (z.B. der Populärkultur) religiöse Motive erkennen und             BG.3.A.1.1c
                  nach ihrer Bedeutung fragen (z.B. biblische Gestalten in Bildern, Malerei, Musik, Film,         MU.2.C.1.1h
               d  Literatur, Bauten). Biblische Personen, Engel, Heilige, Gottesbilder

                  können in alltäglicher Umgebung, in kulturell bedingten Lebensweisen oder
                  Lebensstilen religiöse Aspekte identifizieren und im Kontext ihrer Verwendung deuten
                  (z.B. Kleidung, Accessoires, Musik, Wohnen). abstrakte, figürliche, konkrete Kunst

                  können Medienbeiträge zu Aspekten von Religionen und Kulturen vergleichen, nach                 MI.1.2.h
                  ihrem sachlichen Gehalt fragen sowie hinterfragen, wie Religionen und Kulturen in den
                  Medien dargestellt werden. Sachverhalte, Deutungen, Zuschreibungen

                   Vorangehende Kompetenz: NMG.12.1                                                               Querverweise

           2. Die Schülerinnen und Schüler können Rolle und Wirkungen von                                         BNE - Politik, Demokratie und
                   Religionen und Religionsgemeinschaften in gesellschaftlichen                                   Menschenrechte
                   Zusammenhängen einschätzen.

ERG.3.2           Rolle und Wirkungen von Religion                                                                RZG.5.1.c
                  Die Schülerinnen und Schüler ...                                                                RZG.5.1.d
3a
                  erkunden eine soziale oder kulturelle Einrichtung (z.B. gemeinnützige Einrichtung,
               b  Schule, Friedhof, Kloster, Veranstaltung) und können anhand deren Geschichte den
               c  religiösen Hintergrund erkennen.

               d  können positive, ambivalente und negative Wirkungen von Religion einschätzen (z.B.
                  soziale Netze, Integration, Meinungsbildung, Orientierung, Fundamentalismus).

                  können an der Geschichte des Judentums in der Schweiz und Europa Erfahrungen
                  religiöser und kultureller Minderheiten exemplarisch aufzeigen. Diaspora, Identität, Toleranz,

                  Emanzipation, Antisemitismus, Schoah/Holocaust, öffentliche Anerkennung, Zionismus

                  können aktuelle Debatten auf religiöse bzw. weltanschauliche Standpunkte und
                  diskriminierende Zuschreibungen untersuchen.

                                                                                                                                                                                                                                ERG

15.3.2016                                                Lehrplan 21                                                                                                                                                            3
342 Fachbereichslehrplan | Ethik, Religionen, Gemeinschaft | Kompetenzaufbau

     ERG.4 Sich mit Religionen und Weltsichten auseinandersetzen

                       Vorangehende Kompetenz: NMG.12.2                                                                                        Querverweise

     1. Die Schülerinnen und Schüler können erläutern, wie Texte und Lehren in BNE - Kulturelle Identitäten
                                                                                                                                               und interkulturelle
                       den Religionen überliefert und verwendet werden.
                                                                                                                                               Verständigung

     ERG.4.1           Texte und Lehren
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     3a
                       können exemplarische religiöse Texte mit ihrer kulturellen Herkunft erschliessen (z.B.
                    b  Ursprung, Epoche, Alltagswelt). Tora, Tenach, Bibel, Altes und Neues Testament, Evangelien, Koran, Sunna,
                    c
                       Hadith
                    d
                       können erläutern, wie heilige Schriften überliefert wurden und wie sie studiert und
                       verwendet werden. mündliche Überlieferung, Handschrift, Buchdruck, Übersetzung; Schriften,Ikonographie, Rezitation,

                       Meditation, Lesung, Auslegung

                       können die Bedeutung zentraler Gestalten aus den Religionen anhand von Leben und
                       Lehren sowie ihrer Darstellung und Verehrung erläutern. Die Schülerinnen und Schüler
                       können diese aus verschiedenen Perspektiven betrachten (z.B. historisch, ästhetisch,
                       kulturell). Abraham: Sarah, Isaak, Hagar, Ismael; Mose: Auszug aus Ägypten, Offenbarung am Sinai; Jesus: Maria, Jünger

                       und Jüngerinnen, Kreuz und Auferstehung; Mohammed: Chadidscha, Offenbarung des Korans, Mekka und Medina; Buddha:
                       Ausfahrten, Erwachen

                       können in ausgewählten religiösen Texten Vorstellungen, Auslegungen und Lehren der
                       betreffenden Religionen erschliessen.

             Vorangehende Kompetenz: NMG.12.3                                                                                                  Querverweise

     2. Die Schülerinnen und Schüler können religiöse Praxis im                                                                                BNE - Kulturelle Identitäten
             lebensweltlichen Kontext erläutern.                                                                                               und interkulturelle
                                                                                                                                               Verständigung

     ERG.4.2           Rituale
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     3a
                       können Gebäude verschiedener Religionen mit ihrer wesentlichen Ausstattung korrekt
                    b  benennen, beschreiben (z.B. Eindrücke, Merkmale, Stil) und sachlich erläutern (z.B.
                       Funktion, Gebrauch). Kirche, Moschee, Synagoge, Tempel
                       wissen, wie sie sich als Besucher/in rücksichtsvoll verhalten.

                       können Übergangsrituale des Erwachsenwerdens in verschiedenen Religionen und
                       Kulturen erläutern. Bar Mizwa, Firmung, Konfirmation, Pubertätsfeste, Hochzeit

     c können ausgewählte Gebote und Regeln verschiedener Religionen erläutern und
            entsprechende Auslegungen, Bräuche und Verhaltensweisen im Alltag erkennen und
            respektieren (z.B. Ernährung, Kleidung, Ruhezeiten).

     d können Angehörigen verschiedener Religionen und Weltsichten begegnen und
            respektieren, wie sie in ihrer Lebensgestaltung Traditionen einbeziehen (z.B. Rituale in
            der Familie, in der Gemeinschaft).

ERG

4                                                        Lehrplan 21                                                                                                15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Ethik, Religionen, Gemeinschaft | Kompetenzaufbau                                                                 343

                   Vorangehende Kompetenz: NMG.12.4                                                       Querverweise

           3. Die Schülerinnen und Schüler können Festtraditionen charakterisieren                        BNE - Kulturelle Identitäten
                   und kulturell einordnen.                                                               und interkulturelle
                                                                                                          Verständigung

ERG.4.3           Festtraditionen
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
3a
                  können ihre unterschiedlichen Erfahrungen mit Festtraditionen austauschen.
               b
                  können an einem Beispiel beschreiben, wie sich Festtraditionen in Familie und
                  Gesellschaft verändern und den Wandel kulturell einordnen (z.B. Generationen,
                  Migration, Modernisierung).

           c können Festzeiten verschiedener Religionen vergleichen (z.B. Bräuche, Symbole,
                  Geschichten, religiöser Gehalt und Bedeutung, soziale Funktion, gesellschaftliche
                  Bedeutung).
                  respektieren die Bedeutung von Festzeiten für religiöse Gemeinschaften, kulturelle
                  Minderheiten und die Gesellschaft.

           d können die Bedeutung säkularer Gedenktage oder -jahre einschätzen und
                  entsprechende Anlässe gemeinsam gestalten (z.B. Flüchtlingstage, Tag der
                  Menschenrechte).

                   Vorangehende Kompetenz: NMG.12.5                                                       Querverweise

           4. Die Schülerinnen und Schüler können sich in der Vielfalt religiöser                         BNE - Politik, Demokratie und
                   Traditionen und Weltanschauungen orientieren und verschiedenen                         Menschenrechte
                   Überzeugungen respektvoll begegnen.                                                    BNE - Kulturelle Identitäten
                                                                                                          und interkulturelle
                                                                                                          Verständigung

ERG.4.4           Weltanschauliche und kulturelle Vielfalt
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
3a
                  erkunden religiöses Leben und Religionsgemeinschaften in der lokalen Umgebung (z.B.
               b  Begegnungen, Besichtigungen, Recherchen, Interviews).

               c  können Religionen und kulturelle Minderheiten mit ihren Anliegen nicht diskriminierend
                  darstellen und verschiedene Auffassungen transparent wiedergeben. Lehren,
               d
                  Interpretation/Auslegung, Statements: öffentliche und private Äusserungen

                  können vereinnahmende Tendenzen - sowohl religiöser und weltanschaulicher Gruppen
                  als auch des gesellschaftlichen Mainstreams - in religiösen und moralischen Fragen
                  erkennen und aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten. Autonomie, Manipulation,

                  Abhängigkeit, Ausgrenzung, Mainstream

                  können verschiedene Auslegungen innerhalb der Religionen erkennen, der Vielfalt von
                  Überzeugungen und religiösen Traditionen sowie den Bemühungen um Toleranz,
                  Integration und Verständigung respektvoll begegnen.

                                                                                                                                         ERG

15.3.2016         Lehrplan 21                                                                                                            4
344 Fachbereichslehrplan | Ethik, Religionen, Gemeinschaft | Kompetenzaufbau

                 5.    Vorangehende Kompetenz: NMG.12.5                                                                 Querverweise
                       Die Schülerinnen und Schüler können Weltsichten und Weltdeutungen
     ERG.4.5           reflektieren.                                                                                    BNE - Globale Entwicklung
                                                                                                                        und Frieden
     3a                Glauben und Wissen                                                                               BNE - Natürliche Umwelt und
                       Die Schülerinnen und Schüler ...                                                                 Ressourcen
                    b                                                                                                   NT.1.1
                    c  können in verschiedenen Erfahrungsbereichen (z.B. individuelles Erleben, soziale                 NT.1.2
                       Beziehungen) und Fachgebieten (z.B. Technik, Kunst, Religion, Politik, Geschichte,
                       Biologie, Physik, Recht, Ökonomie) unterschiedliche Fragestellungen und Weltsichten
                       erkennen.

                       können wissenschaftliches Fragen, Forschen und Erklären von Lebensweisheit,
                       religiöser Tradition und Überzeugung abgrenzen. Wissen und Glauben, Weisheit

                       können religiös sowie nicht religiös begründete und religionskritische Positionen in
                       konkreten Situationen auf ihre Anliegen prüfen und einschätzen. Tradition, Freiheit, Identität,

                       Toleranz

ERG

4                      Lehrplan 21                                                                                      15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Ethik, Religionen, Gemeinschaft | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                   345

ERG.5 Ich und die Gemeinschaft - Leben und Zusammenleben gestalten

                   Vorangehende Kompetenz: NMG.1.1                                                      Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können eigene Ressourcen wahrnehmen,                         BNE - Gesundheit
                   einschätzen und einbringen.                                                          WAH.4.1

ERG.5.1           Eigene Ressourcen
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
3a
                  können ihre Erfahrungen und Interessen einbringen, ihre Stärken und Talente
               b  beschreiben und sich in verschiedenen Situationen (z.B. Bewerbung, neue Gruppe)
               c  entsprechend vorstellen. Stärken, Talente, Entwicklung

               d  kennen Möglichkeiten, mit Spannungssituationen und Stress umzugehen (z.B.
                  Pausengestaltung, Bewegung). Erholung, Entspannung, Planungshilfen, Lerntechniken

                  kennen Anlaufstellen für Problemsituationen (z.B. Familie, Schule, Sexualität,
                  Belästigung, Gewalt, Sucht, Armut) und können sie bei Bedarf konsultieren. Beratung,

                  Therapie, Selbsthilfe

                  können Träume und Sehnsüchte wahrnehmen, Vorstellungen ihrer Zukunft äussern und
                  ihre Umsetzbarkeit reflektieren.

                  Vorangehende Kompetenz: NMG.1.6                                                       Querverweise

           2. Die Schülerinnen und Schüler können Geschlecht und Rollen reflektieren. BNE - Geschlechter und
                                                                                                                                                                                                           Gleichstellung

ERG.5.2           Geschlecht und Rollen
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
3a
                  können Erfahrungen und Erwartungen in Bezug auf Geschlecht und Rollenverhalten in
               b  der Gruppe formulieren und respektvoll diskutieren (z.B. Bedürfnisse, Kommunikation,
                  Gleichberechtigung).
               c
                  können Darstellungen von Männer- und Frauenrollen sowie Sexualität in Medien auf      MI.1.2.h
                  Schönheitsideale und Rollenerwartungen analysieren und Diskriminierungen aufgrund
                  des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung kritisch betrachten.

                  kennen Faktoren, die Diskriminierung und Übergriffe begünstigen und reflektieren ihr
                  eigenes Verhalten. Klischee, Vorurteile, Abhängigkeit, Übergriffe

                                                                                                                                                                                                                           ERG

15.3.2016                                           Lehrplan 21                                                                                                                                                            5
346 Fachbereichslehrplan | Ethik, Religionen, Gemeinschaft | Kompetenzaufbau

                       Vorangehende Kompetenzen: NMG.1.5, NMG.1.6, NMG.10.2                                                    Querverweise

     3. Die Schülerinnen und Schüler können Beziehungen, Liebe und Sexualität BNE - Geschlechter und
                                                                                                                               Gleichstellung
                       reflektieren und ihre Verantwortung einschätzen.
                                                                                                                               NT.7.3

     ERG.5.3           Beziehung und Sexualität
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     3a
                       reflektieren eigene Erwartungen und Ansprüche in ihrem Umfeld an Beziehungen,
                    b  Freundschaften, Partnerschaft und Ehe. Freundschaft, Partnerschaft, Ehe

                    c  verbinden Sexualität mit Partnerschaft, Liebe, Respekt, Gleichwertigkeit und
                       Gleichberechtigung und können sexuelle Orientierungen nicht diskriminierend
                       benennen. Hetero-, Homosexualität

                       kennen ihre Rechte im Umgang mit Sexualität und respektieren die Rechte
                       anderer. Selbstbestimmung, Schutzalter, sexuelle Orientierung, Schutz vor Abhängigkeit und Übergriffen

     d können Verhaltensweisen und ihre Auswirkungen im Bereich Sexualität kritisch
            beurteilen. Risiken, Übergriffe, Missbrauch, Pornographie, Promiskuität, Prostitution

             Vorangehende Kompetenz: NMG.10.1                                                                                  Querverweise
     4. Die Schülerinnen und Schüler können Gemeinschaft aktiv mitgestalten.

     ERG.5.4           Gemeinschaft
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     3a
                       lernen auf Gefühle und Bedürfnisse zu achten, Spannungen wahrzunehmen und wo
                    b  nötig auszuhalten.
                    c
                       können Anerkennung aussprechen und Rückmeldungen wertschätzend anbringen.

                       können Zuständigkeiten aushandeln und vereinbaren und sich verantwortlich für die
                       Gemeinschaft engagieren (z.B. Aufgaben, Ämter, Aktivitäten planen).

     d können vereinnahmende Einflüsse auf mögliche Ursachen analysieren und sich
            abgrenzen (z.B. Manipulation, Modetrends, Gruppendruck, Mobbing).

ERG

5                      Lehrplan 21                                                                                                             15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Ethik, Religionen, Gemeinschaft | Kompetenzaufbau                                                                                                                                            347

                   Vorangehende Kompetenzen: NMG.7.1, NMG.7.2, NMG.7.4                                    Querverweise

           5. Die Schülerinnen und Schüler können verschiedene Lebenslagen und                            BNE - Kulturelle Identitäten
                   Lebenswelten erkunden und respektieren.                                                und interkulturelle
                                                                                                          Verständigung
                                                                                                          RZG.2.2

ERG.5.5           Lebenslagen und Lebenswelten
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
3a
                  können Menschen in verschiedenen Lebenslagen und Lebenswelten wahrnehmen sowie FS1GR.6.A.1.e
               b
               c                                                                                                                                                                                     FS2GR.6.A.1.e

               d  über Erfahrungen, Bedürfnisse und Werte nachdenken (z.B. berufliche, ökonomische
               e  und familiäre Situation; Krankheit, Behinderung, Asyl, Migration).

                  können Anteil nehmen, wie Menschen mit schweren Erfahrungen und
                  Benachteiligungen umgehen, indem sie ihre Perspektive einnehmen (z.B. Verlust,
                  Behinderung, Krankheit, Flucht, traumatische Erfahrungen).

                  können anhand von Beispielen Familiengeschichten in einen grösseren Zusammenhang
                  einordnen und reflektieren, wie dies die Familienmitglieder geprägt hat (z.B.
                  ökonomische Entwicklung, sozialer Wandel, Flucht, Migration, Erziehung, Rolle des
                  Geschlechts, Generationen, Traditionen).

                  können Vorurteile, Stereotypen, Feindbilder und Befürchtungen auf ihre Ursachen hin     FS1GR.6.A.1.c
                  analysieren (z.B. Medien, politische Interessen, eigene Erfahrungen).                   FS2GR.6.A.1.c
                                                                                                          FS3GR.6.A.1.c
                  können den gesellschaftlichen und politischen Umgang mit Andersdenkenden und            MI.1.2.h
                  Minderheiten diskutieren (z.B. Integration, Minoritäten, Nonkonformisten).

                   Vorangehende Kompetenzen: NMG.10.1, NMG.10.5                                           Querverweise

           6. Die Schülerinnen und Schüler können Anliegen einbringen, Konflikte                          BNE - Politik, Demokratie und
                   wahrnehmen und mögliche Lösungen suchen.                                               Menschenrechte
                                                                                                          BNE - Globale Entwicklung
                                                                                                          und Frieden

ERG.5.6           Konflikte
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
3a
                  können eigene Anliegen vertreten und Anliegen anderer zur Meinungsbildung und zu
               b  Entscheidungen in Gruppen einbeziehen.
               c
                  können mögliche Ursachen und Folgen von Aggression im alltäglichen Erleben              D.3.C.1.h
               d  erläutern und reflektieren. Aggression

                  kennen Diskussionsformen und Kommunikationsregeln (z.B. auf andere eingehen,
                  Feedback, Nonverbales) und können diese anwenden. Aussprache, Rollengespräch, Debatte;

                  Kommunikationsregeln

                  können verschiedene Wege der Konfliktbewältigung erwägen und Scheinlösungen
                  erkennen (z.B. Schuldabwälzung, Ausweichen, Verharmlosung, Mehrheitsdiktat). Konflikt-

                  lösung, Ausgleich, Mediation, Abstimmung

                                                                                                                                                                                                                    ERG

15.3.2016                                           Lehrplan 21                                                                                                                                                     5
Gestalten
Elemente des Kompetenzaufbaus

Impressum            Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement Graubünden
                     Lehrplan 21 Graubünden
Herausgeber:         Fassung vom 15.03.2016
Zu diesem Dokument:  Iwan Raschle
                     Alle Rechte liegen beim Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement des Kantons Graubünden.
Titelbild:           gr-d.lehrplan.ch
Copyright:
Internet:
Fachbereichslehrplan | Gestalten | Inhalt

Inhalt

Zum Fachbereich                                                  352
Bedeutung und Zielsetzungen                                      353
Didaktische Hinweise für das Bildnerische Gestalten              355
Didaktische Hinweise Textiles und Technisches Gestalten          358
Strukturelle und inhaltliche Hinweise                            362

Bildnerisches Gestalten                                          362
                                                                 363
BG.1       Wahrnehmung und Kommunikation                         365
A          Wahrnehmung und Reflexion                             367
B          Präsentation und Dokumentation                        366
                                                                 368
BG.2       Prozesse und Produkte                                 370
A          Bildnerischer Prozess                                 372
B          Bildnerische Grundelemente                            375
C          Bildnerische Verfahren und kunstorientierte Methoden  375
D          Materialien und Werkzeuge                             377
                                                                 378
BG.3       Kontexte und Orientierung
A          Kultur und Geschichte                                 377
B          Kunst- und Bildverständnis                            378
                                                                 380
Textiles und Technisches Gestalten                               381
                                                                 380
TTG.1      Wahrnehmung und Kommunikation                         382
A          Wahrnehmung und Reflexion                             384
B          Kommunikation und Dokumentation                       387
                                                                 388
TTG.2      Prozesse und Produkte                                 390
A          Gestaltungs- bzw. Designprozess                       389
B          Funktion und Konstruktion                             391
C          Gestaltungselemente                                   392
D          Verfahren
E          Material, Werkzeuge und Maschinen                                  GES

TTG.3      Kontexte und Orientierung
A          Kultur und Geschichte
B          Design- und Technikverständnis

15.3.2016                                     Lehrplan 21
352 Fachbereichslehrplan | Gestalten | Zum Fachbereich

     Zum Fachbereich

                      Der Fachbereich Gestalten setzt sich aus dem Bildnerischen Gestalten und dem
                      Textilen und Technischen Gestalten zusammen. Die einleitenden Kapitel beinhalten
                      beides, wobei in einem Kapitel immer zuerst die Perspektive des Bildnerischen
                      Gestaltens aufgenommen wird und danach diejenige des Textilen und Technischen
                      Gestaltens. Anschliessend folgen der Kompetenzaufbau für das Bildnerische
                      Gestalten und derjenige für das Textile und Technische Gestalten.

GES

                                                        Lehrplan 21  15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Gestalten | Bedeutung und Zielsetzungen                                                   353

Bedeutung und Zielsetzungen

Bildnerisches Gestalten      Im Bildnerischen Gestalten und in der Begegnung mit Bildern1 aus Kunst und Alltag
                             sensibilisieren sich Kinder und Jugendliche für unterschiedliche bildnerische
Gesellschaftliche Bedeutung  Ausdrucksweisen. Sie bringen ihre Vorstellungen, Ideen und Absichten in Bildern
Schulische Bedeutung         zum Ausdruck. In der praktischen wie rezeptiven Auseinandersetzung mit visuellen
                             Kommunikationsformen, Bildwirkungen und Bildfunktionen entwickeln Kinder und
Persönliche Bedeutung        Jugendliche ihre Bildkompetenz2. Sie ermöglicht ihnen, sich in einer zunehmend
                             von Bildern geprägten Gesellschaft zu orientieren.

                             Kinder und Jugendliche entwickeln ein ästhetisches Urteilsvermögen und eine
                             Werthaltung zu Kunst und Kultur. Bezüge zu Kultur und Geschichte zeigen ihnen
                             auf, dass sich Kultur im Wechselspiel von Tradition und Innovation fortwährend neu
                             erschafft. Bildnerisches Gestalten leistet durch Kontakte zu Kunstschaffenden und
                             direkten Begegnungen mit Kunstwerken in Museen, Ateliers, Galerien und im
                             öffentlichen Raum einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Bildung.

                             1Ausführungen zum Bildbegriff siehe unter Erweiterter Bildbegriff.
                             2 Siehe unter Bildkompetenz.

                             Kinder und Jugendliche setzen sich im Bildnerischen Gestalten mit äusseren und
                             inneren Bildwelten auseinander und beziehen dabei ihre jeweilige Lebenswelt ein.
                             Sie erweitern ihre Beobachtungs- und Erinnerungsfähigkeit, üben fantasievolles
                             Assoziieren und differenzieren ihr Vorstellungs- und Darstellungsvermögen.
                             Schülerinnen und Schüler dokumentieren und präsentieren Spuren ihres
                             bildnerischen Prozesses und ihrer Produkte und kommunizieren darüber. Mit
                             Ausstellungen und Präsentationen leisten sie einen wichtigen Beitrag zur
                             Schulkultur.

                             Im prozess- und produktorientierten Handeln entwickeln Schülerinnen und Schüler
                             Fragestellungen und Bildideen zu unterschiedlichen Situationen und Themen. Sie
                             erproben bildnerische Grundelemente, Verfahren und kunstorientierte Methoden3,
                             Materialien und Werkzeuge. Durch Sammeln, Ordnen, Experimentieren, Verdichten
                             und Weiterentwickeln realisieren Kinder und Jugendliche eigene Bilder.

                             Im Bildnerischen Gestalten lernen die Schülerinnen und Schüler Kunstwerke und
                             Bilder aus verschiedenen Kulturen und Zeiten kennen. Sie lernen, diese zu lesen
                             und einzuordnen. Im vergleichenden Betrachten erkennen sie, dass Bilder
                             unterschiedliche Wirkungen und Funktionen haben und an kulturelle und
                             geschichtliche Kontexte gebunden sind. Dabei erweitern Kinder und Jugendliche das
                             Verständnis für ihre kulturelle Identität und interkulturelle sowie historische
                             Unterschiede.

                             3Siehe unter Kunstorientierte Methoden.

                             Bilder lösen bei Kindern und Jugendlichen unterschiedliche Assoziationen und
                             Emotionen aus. In Momenten der ungeteilten Aufmerksamkeit und einer
                             neugierigen und forschenden Haltung machen Schülerinnen und Schüler
                             ästhetische Erfahrungen. Diese fördern die Fähigkeit, eigene Fragestellungen und
                             Lösungswege zu entwickeln, und den Mut, sich auf Unbekanntes und Ungewohntes
                             einzulassen.

                             Im Bildnerischen Gestalten realisieren Schülerinnen und Schüler eigene Bilder. Sie
                             erkunden die Lebenswelt und entdecken dabei neue Zugänge. Sie erfahren
                             Selbstwirksamkeit und erkennen die persönliche Bildsprache als eigenständige
                             Ausdrucksform.

Textiles und Technisches Gestalten

Gesellschaftliche Bedeutung  Die heutige Welt und unser Alltag sind stark von Design und Technik geprägt.4 Wir
                             sind von gestalteten und technischen Produkten und Objekten umgeben. Im Textilen

                                                                                                                 GES

15.3.2016                                                       Lehrplan 21
354 Fachbereichslehrplan | Gestalten | Bedeutung und Zielsetzungen

     Schulische Bedeutung   und Technischen Gestalten setzen sich Kinder und Jugendliche mit Produkten,
     Persönliche Bedeutung  Prozessen sowie gestalterischen und technischen Lösungen auseinander und
                            lernen deren kulturelle, historische, technische, ökonomische und ökologische
                            Bedeutung kennen. Design- und Technikverständnis klärt Sinn- und Wertfragen in
                            Zusammenhang mit der Herstellung, der Gestaltung, dem Gebrauch und der
                            Entsorgung von Produkten. Es befähigt Kinder und Jugendliche, Zusammenhänge
                            von technischen und kulturellen Entwicklungen und Produkten zu erkennen und
                            dazu Stellung zu beziehen.

                            Kinder und Jugendliche haben das Bedürfnis, ihre eigene Umwelt zu gestalten,
                            Neues zu entwickeln und Bestehendes neuen Anforderungen oder ihren
                            Vorstellungen entsprechend umzugestalten. In Gestaltungs- bzw. Designprozessen
                            erwerben Schülerinnen und Schüler grundlegende motorische und handwerkliche
                            Fertigkeiten, die sie ausserschulisch vielfältig einsetzen können. Zusammen mit
                            weiteren ästhetischen, gestalterischen und technischen Kompetenzen sind diese für
                            das Erlernen und Ausüben zahlreicher Berufe von zentraler Bedeutung.

                            Im Unterricht begegnen Schülerinnen und Schüler gestalterischen und technischen
                            Zusammenhängen und lernen, die Wahrnehmungen, die Erarbeitungsprozesse und
                            die entstandenen Produkte zu beschreiben und zu dokumentieren. Sie setzen sich
                            mit gesellschaftlich bedeutsamen Themen, Fragen der Gestaltung und der Technik
                            auseinander. Sie erkunden Materialien, lernen handwerkliche Verfahren kennen und
                            anwenden und benutzen dabei Werkzeuge und Maschinen. Sie analysieren
                            Funktionen und Konstruktionen, planen und entwickeln eigene Produkte.

                            Schülerinnen und Schüler klären und bewerten handwerkliche und industrielle
                            Produktionsweisen. Sie formulieren eigene Urteile und entwickeln ein Bewusstsein
                            für Qualität. Diese Auseinandersetzung fördert das Interesse und das Verständnis
                            für Design und Technik.

                            Im Textilen und Technischen Gestalten stellen Kinder und Jugendliche eigenständig
                            persönliche Produkte her. Sie erleben die Auswirkungen ihrer Tätigkeiten
                            unmittelbar, was den emotionalen Bezug zum Produkt fördert. Die Erfahrung, etwas
                            hergestellt und Neues gelernt zu haben, stärkt das Selbstbewusstsein von Kindern
                            und Jugendlichen und lässt sie Selbstwirksamkeit erfahren. Die eigenen Grenzen
                            oder die Grenzen der Machbarkeit zu erkennen, fördert den Realitätsbezug.

GES

                                                                    Lehrplan 21  15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Gestalten | Didaktische Hinweise für das Bildnerische Gestalten                         355

Didaktische Hinweise für das Bildnerische Gestalten

Anmerkungen zum Fachverständnis

Erweiterter Bildbegriff    Der erweiterte Bildbegriff umfasst einerseits zweidimensionale, unbewegte und
                           bewegte Bilder (z.B. Malerei, Zeichnung, Grafik, Fotografie, Video, Animation) und
                           andererseits dreidimensionale Werke in Architektur, Plastik, Installation und
                           Performance.

                           Zudem werden äussere und innere Bilder unterschieden. Innere Bilder beinhalten
                           Vorstellungen, Fantasien, Empfindungen und Assoziationen. Äussere Bilder
                           beziehen sich auf Bilder, Objekte und Phänomene aus Natur, Kultur und Kunst.

Bildkompetenz              Unter Bildkompetenz sind Fertigkeiten, Fähigkeiten, Kenntnisse und Haltungen zu
                           verstehen, die es Schülerinnen und Schülern ermöglichen, sich in einer von Bildern
                           geprägten Umwelt zu orientieren. Im Unterricht werden die Schülerinnen und
                           Schüler befähigt, Bildwirkungen und -funktionen zu erkennen wie auch subjektiv-
                           biografische und historisch-kulturelle Kontexte zu verstehen.

                           Schülerinnen und Schüler erwerben Bildkompetenz, wenn sie:

                                    Bilder imaginieren, erleben, wahrnehmen, analysieren, interpretieren
                                    (Rezeption);
                                    Bilder entwerfen, realisieren, verdichten (Produktion);
                                    Bilder zuordnen, vergleichen, verstehen (Reflexion);
                                    sich mit Bildern mitteilen, über Bilder sprechen (Kommunikation).

Kunstorientierte Methoden  Schülerinnen und Schüler nutzen Denk- und Arbeitsweisen, wie sie in der Kunst zur
                           Anwendung kommen (z.B. Umgestalten, Variieren, Kombinieren, Verfremden). Im
                           Unterricht erhalten sie Gelegenheit, durch kunstorientierte Methoden vielfältige
                           Begegnungen und Auseinandersetzungen mit Bildern und Kunstwerken zu erleben.
                           Dabei werden sie aufgefordert, ungewohnte Perspektiven einzunehmen, Grenzen
                           auszuloten und eigene Gewohnheiten zu durchbrechen.

Bildnerische Prozesse initiieren und planen

Themenfelder               Ein bildnerischer Prozess wird mit einer Fragestellung ausgehend von einem Thema
                           aus der Lebens- und Vorstellungswelt der Schülerinnen und Schüler initiiert.
                           Phänomene aus Natur und Kultur, zeitgenössische und historische Kunstwerke
                           sowie analoge und digitale Bildwelten sind die Grundlage solcher Fragestellungen.

                           Mögliche Themenfelder sind:

                                    Mensch, Figur, Selbstdarstellung;
                                    Landschaft, Pflanze, Tier;
                                    Objekt, Körper, Raum, Architektur;
                                    Farben (Material und Phänomen);
                                    Bewegung (Wahrnehmung und Darstellung);
                                    Fiktion, Wünsche, Empfindungen;
                                    Werbung, Zeichen, Symbole.

Aufgaben                   Bedeutsame Aufgaben ermöglichen den Schülerinnen und Schülern
                           kompetenzorientiertes Lernen in den drei Kompetenzbereichen Wahrnehmung und
                           Kommunikation, Prozesse und Produkte, Kontexte und Orientierung. Eine
                           Aufgabenstellung beinhaltet eine bildnerische Fragestellung sowie Prozess- und
                           Produktkriterien und fordert eigenständige Bildlösungen. Das Inszenieren des
                           Prozesses, der Einbezug der bildnerischen Grundelemente (Punkte, Linien, Formen;
                           Farbe; Raum; Oberflächenstruktur; Bewegung), die Wahl von Verfahren, Materialien
                           und kunstorientierten Methoden sowie die Bewertung stellen Planungsaspekte dar.
                           Gute Aufgaben initiieren bei den Schülerinnen und Schülern eine offene, neugierige
                           und experimentierfreudige Auseinandersetzung und fördern ihre Kreativität und
                           Bildsprache.

                                                                                                               GES

15.3.2016                        Lehrplan 21
356 Fachbereichslehrplan | Gestalten | Didaktische Hinweise für das Bildnerische Gestalten

     Bildnerischer Prozess   Im bildnerischen Prozess lernen Schülerinnen und Schüler eine Bildidee zu
                             entwickeln und mit bildnerischen Mitteln zu realisieren. Im Wechselspiel von
                             Wahrnehmen, Denken und Handeln machen Schülerinnen und Schüler ästhetische
                             Erfahrungen und differenzieren damit ihr Vorstellungs- und Darstellungsvermögen.

                             Sie beobachten, beschreiben und vergleichen Phänomene, Objekte und Bilder. Sie
                             sammeln und ordnen Materialien und Informationen, spielen und experimentieren
                             mit bildnerischen Grundelementen und Verfahren. Sie lassen sich auf den Prozess
                             ein und erproben verschiedene Vorgehensweisen. Kreative Prozesse erfahren die
                             Schülerinnen und Schüler im Wechsel von Staunen, Konzentrieren, Nicht-wissen,
                             Entscheiden, Planen, Verweilen, Geschehen-lassen, Wiederholen, Verwerfen,
                             Zögern, Wagen, Scheitern, Vergleichen und Einschätzen. Sie erarbeiten sich dabei
                             Kompetenzen für die Entwicklung und Realisierung eigener Bildlösungen. Im
                             Kontext von Kunst und Kultur lernen Schülerinnen und Schüler, ihre Bilder zu
                             vergleichen und einzuordnen.

     Bildzugänge             In der Auseinandersetzung mit Bildern sind verschiedene Bildzugänge zu
                             berücksichtigen:

                                      assoziativ (z.B. Assoziationsketten, Titel erfinden, Geschichten erzählen,
                                      Adjektivliste, fiktives Interview);
                                      deskriptiv (z.B. Reise durch das Bild, Spiel Ich sehe etwas, das du nicht siehst);
                                      handlungsorientiert (z.B. Gestik-Haltung-Mimik nachstellen, Vertonung,
                                      Bildteile verfremden, ergänzen und kombinieren, Bilddiktat);
                                      analytisch (z.B. Motiv, Bildaufbau, formale Aspekte, Malweise).

     Bildnerische Prozesse begleiten und beurteilen

     Rolle der Lehrpersonen  In der Begleitung bildnerischer Prozesse fordert und fördert die Lehrperson die
                             individuelle Ausdrucksart der Schülerinnen und Schüler und nimmt dabei
                             unterschiedliche Rollen ein. Diese umfassen

                                      die Vermittlung von Sach- und Fachwissen, Fertigkeiten, künstlerischen
                                      Denk- und Handlungsweisen;
                                      die Anleitung und den Austausch;
                                      die Beratung und die Ermutigung;
                                      das Ermöglichen von ästhetischen Erfahrungen;
                                      die Anregung zu Reflexion, Bildbetrachtung und Kommunikation;
                                      die kritische Würdigung, Beurteilung und Bewertung.

GES

                             Lehrplan 21                                                    15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Gestalten | Didaktische Hinweise für das Bildnerische Gestalten                              357

                             Die Lehrperson initiiert experimentierende und entdeckende Lernwege sowie
                             nachvollziehende und analysierende Lernsituationen. Sie unterstützt einen
                             konstruktiven Umgang mit Schwierigkeiten und Blockaden, indem sie mit einer
                             förderorientierten Grundhaltung den Blick auf Entwicklungsmöglichkeiten lenkt. Sie
                             bewertet Prozesse und Produkte kriterienorientiert.

Reflexion und Dokumentation  Prozesserfahrungen werden anhand von Studien, Entwürfen, Skizzenbüchern oder
                             Lernjournalen reflektiert, dokumentiert und kommuniziert. In der
                             Auseinandersetzung mit Prozessen und Produkten entwickeln die Schülerinnen und
                             Schüler Verständnis und Wertschätzung für unterschiedliche Arbeitsweisen und
                             Bildsprachen.

Überfachliches und Hinweise zum 1. Zyklus

Schwerpunkte überfachliche   Im Bildnerischen Gestalten ergeben sich viele Anknüpfungspunkte zur Förderung
Kompetenzen                  überfachlicher Kompetenzen. Im Bereich der personalen Kompetenzen wird
                             schwerpunktmässig gearbeitet an:

                                      Selbstständigkeit: Schülerinnen und Schüler lernen, bildnerische Prozesse
                                      zu organisieren und konzentriert und ausdauernd zu arbeiten.

                             Im Bereich der sozialen Kompetenzen wird schwerpunktmässig gearbeitet an:

                                      Kooperationsfähigkeit: Schülerinnen und Schüler lernen, gemeinsam
                                      bildnerische Prozesse zu realisieren und das Potenzial der Gruppe zu nutzen.

                             Im Bereich der methodischen Kompetenzen wird schwerpunktmässig gearbeitet an:

                                      Sprachfähigkeit: Schülerinnen und Schüler lernen, bildnerische Phänomene
                                      mit fachlichen Begriffen zu beschreiben und Prozesse und Produkte mit
                                      fachspezifischem Wortschatz zu kommentieren und präsentieren.
                                      Aufgaben/Probleme lösen: Schülerinnen und Schüler lernen, verschiedene
                                      Strategien beim Lösen von bildnerischen Aufgabenstellungen kennen und
                                      setzen diese gezielt ein. Dabei lernen sie, Herausforderungen anzunehmen,
                                      sich kreative Lösungen auszudenken, Informationen zu nutzen und
                                      Umsetzungsschritte zu planen.

                             (Siehe auch Grundlagen Kapitel Überfachliche Kompetenzen.)

Hinweise zum 1. Zyklus       Bei Kindern im 1. Zyklus sind die Übergänge vom bildnerischen Gestalten zum
                             freien Spiel fliessend. Die Auseinandersetzung mit grundlegenden Verfahren,
                             insbesondere das Zeichnen, Malen und Modellieren, ermöglicht dem Kind,
                             ausserhalb sprachlicher Ausdrucksformen Erlebnisse zu verarbeiten und zu
                             kommunizieren. Im spielerischen Umgang mit Formen, Farben und Materialien
                             strukturiert das Kind seine vielfältigen Wahrnehmungen und entwickelt dadurch
                             eigene, persönlich bedeutsame Symbole und innere Bilder. Diese bilden die
                             Grundlage, um Symbole in Bildern, Geschichten und Märchen erfassen zu können.

                             (Siehe auch Grundlagen Kapitel Schwerpunkte des 1. Zyklus.)

                                                                                                                    GES

15.3.2016                    Lehrplan 21
358 Fachbereichslehrplan | Gestalten | Didaktische Hinweise Textiles und Technisches Gestalten

     Didaktische Hinweise Textiles und Technisches Gestalten

     Unterricht planen

     Themenfelder       Die Planung eines Unterrichtsvorhabens geht von der Lebenswelt, den Interessen

                        und dem Vorwissen der Schülerinnen und Schüler aus. Ausgehend von den

                        Themenfeldern  Spiel/Freizeit,                                          Kleidung/Mode,  Bau/Wohnbereich,

                        Mechanik/Transport und Energie/Elektrizität planen Lehrpersonen konkrete

                        Lernumgebungen und Unterrichtseinheiten, in denen Schülerinnen und Schüler

                        handwerkliche und gestalterische Fertigkeiten, Wissen und Haltungen erwerben.

                        Themenfelder beinhalten gesellschaftlich bedeutsame Themen aus Design und

                        Technik, die über das Handeln, das Herstellen und das Reflektieren erschlossen

                        werden.

     Aufgaben           Gute herausfordernde Aufgaben ermöglichen den Schülerinnen und Schülern
                        Erfahrungen und Lernen in den drei Kompetenzbereichen Wahrnehmung und
                        Kommunikation, Prozesse und Produkte sowie Kontexte und Orientierung.
                        Ausgangspunkt ist meist die Auseinandersetzung mit der Funktion und Konstruktion
                        eines Produkts, mit den Gestaltungselementen, den Verfahren oder den Materialien,
                        die genau betrachtet, analysiert oder experimentell erprobt werden. Daraus werden
                        gemeinsam oder individuell Arbeitsschritte und Lösungen entwickelt.

                        Enge, halboffene und offene Aufgaben werden variantenreich eingesetzt. Dabei ist
                        das Ziel, die Schülerinnen und Schüler zu einer offenen, forschenden und
                        lösungsorientierten Auseinandersetzung mit der Aufgabe zu führen und individuelle
                        Lösungen zu ermöglichen.

                        Die Lehrpersonen definieren oder vereinbaren die Kriterien einer Aufgabe. Diese
                        leiten Schülerinnen und Schülern an, sich vertieft mit der Aufgabenstellung
                        auseinander zu setzen.

                        Bei der Aufgabenstellung sind zusätzlich die situativen Bedingungen zu
                        berücksichtigen (z.B. Klassengrösse, Raumgrösse, Ausstattung, Heterogenität).

     Gestaltungs- bzw.  Herausfordernde Aufgaben- oder Problemstellung leiten den Gestaltungs- bzw.
     Designprozess5     Designprozess ein. In diesem lassen sich verschiedene Phasen unterscheiden, die
                        meist entsprechend der Darstellung aufeinander folgen. Im Prozess kann es
                        notwendig sein, einen Schritt zurück zu machen, um noch ungelöste Teilfragen zu
                        klären.

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                                       Lehrplan 21                                                              15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Gestalten | Didaktische Hinweise Textiles und Technisches Gestalten                                       359

                        5Im 1. Zyklus wird im Lehrplan vom Gestaltungsprozess gesprochen, ab dem 2. Zyklus wird der Begriff des
                        Designprozesses eingeführt.

Gestaltungs- bzw. Designprozesse begleiten

Rolle der Lehrpersonen  Die Lehrpersonen instruieren und begleiten die Schülerinnen und Schüler in ihren
                        Lern-, Gestaltungs- und Designprozessen. Sie gestalten einen Freiraum für eigene
                        Erfahrungen und begleiten Reflexions- und Präsentationsphasen.

Handlungsorientierung   Der Unterricht erfolgt handlungsorientiert. Schülerinnen und Schüler sollen
                        gestalterische und technische Prozesse nicht nur nachahmen, sondern verstehen,
                        um diese einschätzen und umsetzen zu lernen. Auf diese Weise werden
                        Handlungskompetenzen erworben, die auch in neuen Problemstellungen im
                        Unterricht und im Alltag angewendet werden können.

Methoden                Gute herausfordernde Aufgaben erfordern den gezielten Einsatz fachspezifischer
                        Methoden.

                                                                                                                                 GES

15.3.2016               Lehrplan 21
360 Fachbereichslehrplan | Gestalten | Didaktische Hinweise Textiles und Technisches Gestalten

     Sicherheit                  Im Umgang mit Werkzeugen, Geräten und Maschinen sind die Empfehlungen der
                                 Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu), der Suva zu berücksichtigen.

     Prozesse und Produkte begutachten und beurteilen

     Begutachten, Auswerten,     Schülerinnen und Schüler vergleichen ihre Arbeitsschritte und Teillösungen bereits
     Beurteilen                  während des Gestaltungs- bzw. Designprozesses mit den Kriterien der
                                 Aufgabenstellung. Sie formulieren ihre Erfahrungen im Umgang mit den
                                 bearbeiteten Materialien, den angewendeten Verfahren, den Konstruktionen, den
                                 Gestaltungen und den Kontexten. Dadurch schärfen sie ihre Beobachtung und
                                 entwickeln eine genaue Ausdrucksweise. Die Reflexionen können in Lernjournalen
                                 festgehalten werden oder mit kriterienorientierten Begutachtungsrunden in der
                                 Lerngruppe erfolgen.

     Kriterienorientierung       Kriterien leiten Schülerinnen und Schülern dazu an, sich mit der Aufgaben- und
                                 Problemstellung vertieft auseinander zu setzen. In der Beurteilung bezieht sich die
                                 Lehrperson auf die formulierten Kriterien (z.B. zur Präsentation, zur
                                 Farbgestaltung, zur Konstruktion und Funktion oder zu ökologischen
                                 Zusammenhängen). Die Selbst- wie auch die Fremdbeurteilung erfolgen im
                                 Vergleich der Kriterien und der Ergebnisse des Gestaltungs- bzw. Designprozesses.

     Überfachliches und Hinweise zum 1. Zyklus

     Schwerpunkte überfachliche  Im Textilen und Technischen Gestalten ergeben sich vielfältige Anknüpfungspunkte
     Kompetenzen                 zur Förderung der überfachlichen Kompetenzen.

                                 Im Bereich der personalen Kompetenzen wird schwerpunktmässig gearbeitet an:

                                          Selbstreflexion: Schülerinnen und Schüler erfahren und reflektieren im
                                          Unterricht vielfältige Lern- und Problemlöseprozesse. Sie lernen im Umgang
                                          mit Objekten und Produkten deren Wirkung zu analysieren und setzen ihre
                                          Kenntnisse und Fertigkeiten in weiteren Prozessen um.

                                 Im Bereich der methodischen Kompetenzen wird schwerpunktmässig gearbeitet an:

                                          Informationen nutzen: Schülerinnen und Schüler müssen für die Umsetzung
                                          ihrer Vorhaben Informationen aus unterschiedlichen Quellen beiziehen.
                                          Zunehmend sind sie in der Lage, sich selbst Informationen zu beschaffen,

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                                 Lehrplan 21                                                    15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Gestalten | Didaktische Hinweise Textiles und Technisches Gestalten                      361

Hinweise zum 1. Zyklus           anhand von Versuchen Fragestellungen zu erarbeiten und zu bewerten.
                                 Aufgaben/Probleme lösen: Schülerinnen und Schüler sammeln Erfahrungen
                                 beim Lösen von gestalterischen und technischen Aufgaben. Sie durchlaufen
                                 vielfältige Prozesse, die sie zunehmend selber strukturieren. Indem sie ihre
                                 eigenen Vorhaben umsetzen, lernen sie, mit Herausforderungen umzugehen.

                        (Siehe auch Grundlagen Kapitel Überfachliche Kompetenzen.)

                        Im 1. Zyklus schärfen Kinder in der Begegnung mit Materialien ihre Wahrnehmung.
                        Sie setzen bei der Bearbeitung die Hände und erste Werkzeuge vielfältig ein. Dabei
                        üben sie Kraftdosierung, Koordination und Geschicklichkeit und bauen Wissen zu
                        Materialeigenschaften und Vorgehensweisen auf. Unterschiedlichste
                        Bewegungsmuster der Hände und Arme fördern insbesondere die Voraussetzungen
                        für den Schrifterwerb. Linkshändige Kinder haben einen Anspruch auf eine
                        Lernbegleitung, welche ihre Handdominanz in allen Situationen unterstützt.

                        Gestalterische Aufgaben sind auch im 1. Zyklus anspruchsvoll, müssen aber den
                        kognitiven, den motorischen und emotionalen Voraussetzungen der Kinder
                        entsprechen und bieten Entscheidungsmöglichkeiten im Prozess.

                        Materialien, welche durch Auffädeln, Zusammenstecken, Kleben, Schichten oder
                        Nageln miteinander verbunden werden können, haben einen grossen
                        Gestaltungsanreiz für Kinder. Mit dem schrittweisen Zusammenfügen der
                        Materialien entstehen während der Arbeit allmählich Ideen, Vorstellungen oder ein
                        Produkt.

                        Das Erklären von Situationen und Aufgaben, sowie das Einführen von Verfahren und
                        Vorgehensweisen, können als intensive, vernetzte Sprachförderung eingesetzt
                        werden. Durch die Kombination von Handlung (nonverbal) und gleichzeitigem
                        Sprechen (verbal) werden Begriffe für die Kinder in einen logischen Zusammenhang
                        gebracht, illustriert und in den Wortschatz integriert. (Siehe auch Grundlagen Kapitel
                        Schwerpunkte des 1. Zyklus.)

                                                                                                                GES

15.3.2016               Lehrplan 21
362 Fachbereichslehrplan | Gestalten | Strukturelle und inhaltliche Hinweise

     Strukturelle und inhaltliche Hinweise

     Zusammenspiel der drei  Die Fachbereichslehrpläne Bildnerisches Gestalten und Textiles und Technisches
     Kompetenzbereiche       Gestalten haben die gleiche Grundstruktur. Sie sind in die Kompetenzbereiche
                             Wahrnehmung und Kommunikation, Prozesse und Produkte sowie Kontexte und
                             Orientierung unterteilt. Fachspezifische Besonderheiten sind in der Binnenstruktur
                             erkennbar (siehe Tabellen 3 und 4).

                             Die drei Kompetenzbereiche stehen in wechselseitigen Beziehungen. In
                             Unterrichtsvorhaben wird mit unterschiedlicher Gewichtung und Reihenfolge in
                             allen drei Kompetenzbereichen gearbeitet. Der Kompetenzbereich Prozesse und
                             Produkte beansprucht in der Regel einen grösseren zeitlichen Anteil als die beiden
                             anderen Bereiche.

GES

                             Lehrplan 21                                      15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Gestalten | Strukturelle und inhaltliche Hinweise                                        363

Fehlende Orientierungspunkte  In den Lehrplänen Bildnerisches Gestalten und Textiles und Technisches Gestalten
Technikverständnis            wurden keine Orientierungspunkte gesetzt, weil der Kompetenzaufbau nur wenige
                              Kompetenzstufen enthält, die über den ganzen Zeitraum des jeweiligen Zyklus
                              aufgebaut werden.

                              Die Kompetenzen zum Technikverständnis sind mit den entsprechenden
                              Kompetenzen in den Fachbereichen Natur, Mensch und Gesellschaft (NMG) bzw.
                              Natur und Technik (NT) abgeglichen, wobei unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt
                              wurden: Während es im Lehrplan Textilen und Technischen Gestalten um das
                              Erfahren, das praktische Erproben, das Erschliessen und das Bewerten von
                              naturwissenschaftlichen und technischen Zusammenhängen geht, werden in Natur,
                              Mensch, Gesellschaft und Natur und Technik die theoretischen Grundlagen dazu
                              erarbeitet.

                                                                                                                GES

15.3.2016                     Lehrplan 21
364 Fachbereichslehrplan | Bildnerisches Gestalten | Kompetenzaufbau

     Bildnerisches Gestalten

BG

                                                                      Lehrplan 21  15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Bildnerisches Gestalten | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                         365

BG.1             Wahrnehmung und Kommunikation

A                Wahrnehmung und Reflexion

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können bildhaft anschauliche Vorstellungen EZ - Wahrnehmung (2)

                   aufbauen, weiterentwickeln und darüber diskutieren.

BG.1.A.1         Vorstellungen aufbauen und weiterentwickeln
                 Die Schülerinnen und Schüler ...
1a
2b               können bildhaft anschauliche Vorstellungen aufgrund von Erinnerungen und Wünschen      D.4.C.1.b
                 assoziativ aufbauen und kombinieren (z.B. Spielwelt, Schulweg, Wolkenbilder,
3c               Fantasiegestalten, Verborgenes imaginieren).
                 können von ihren bildhaft anschaulichen Vorstellungen erzählen und sich darüber
                 austauschen.

                 können bildhaft anschauliche Vorstellungen zu vergangenen, gegenwärtigen und           D.4.C.1.e
                 zukünftigen Situationen assoziativ und bewusst aus verschiedenen Blickwinkeln
                 aufbauen, kombinieren und weiterentwickeln (z.B. Bildergeschichte, Höhlenbewohner,
                 Zukunftsvision).
                 können ihre bildhaft anschauliche Vorstellungen benennen und darüber
                 kommunizieren.

                 können bildhaft anschauliche Vorstellungen aufgrund von Empfindungen, Fantasien und D.4.C.1.g
                 Wissen assoziativ und bewusst aufbauen, kombinieren und weiterentwickeln (z.B.
                 unterschiedliche Atmosphären, Konstruktionen, Komposition, Storyboard).
                 können ihre bildhaft anschauliche Vorstellungen analysieren und darüber diskutieren.

           2. Die Schülerinnen und Schüler können Bilder wahrnehmen, beobachten                         Querverweise
                   und darüber reflektieren.                                                            EZ - Sprache und
                                                                                                        Kommunikation (8)
                                                                                                        EZ - Wahrnehmung (2)

BG.1.A.2         Wahrnehmen über mehrere Sinne
                 Die Schülerinnen und Schüler ...
1 1a
2 1b             können in der visuellen, taktilen, auditiven und kinästhetischen Wahrnehmung
3 1c             Unterschiede erkennen und sich darüber austauschen.

                 können die Wechselwirkung zwischen visuellen, taktilen, auditiven und kinästhetischen
                 Wahrnehmungen erkennen, beschreiben und darüber diskutieren.

                 können die Subjektivität und Vielschichtigkeit von visuellen, taktilen, auditiven und
                 kinästhetischen Wahrnehmungen analysieren und mit anderen vergleichend
                 reflektieren.

BG.1.A.2         Aufmerksam beobachten                                                                  NMG.2.1.a
                 Die Schülerinnen und Schüler ...
1 2a
                 können Lebewesen, Situationen, Gegenstände beobachten, Bilder betrachten und
             2b  bedeutsame Merkmale sowie Empfindungen aufzeigen.

                 können ihre Beobachtungen von Farbe, Grösse, Bewegung und Form mit
                 Beobachtungen anderer vergleichen.

                                                                                                                                                                                                                         BG

15.3.2016                                                         Lehrplan 21                                                                                                                                            1
366 Fachbereichslehrplan | Bildnerisches Gestalten | Kompetenzaufbau

                                                                                                         Querverweise

    2  2c können Lebewesen, Situationen, Gegenstände über eine längere Zeit beobachten, Bilder

                      betrachten und sich über ihre Empfindungen und Erkenntnisse austauschen.

                      können ihr Vorwissen mit der Beobachtung vergleichen und Bildmerkmale erkennen.

       2d können ihre Beobachtungen zu Raum-, Farb- und Bewegungsphänomenen beschreiben
                (z.B. Nähe-Distanz, Licht-Schatten, optische Farbmischungen, Bildfolge).

    3  2e können Lebewesen, Situationen, Gegenstände und Bilder aus verschiedenen

                      Perspektiven und in unterschiedlichen Kontexten beobachten.

                      können ihr Vorwissen mit der Beobachtung vergleichen und ihren Blick schärfen.

                      können ihre Empfindungen und Erkenntnisse beschreiben und vergleichen.

       2f können ihre Beobachtungen zu Raum-, Farb- und Bewegungsphänomenen beschreiben
               (z.B. optische Täuschungen, Anamorphose, Fluchtpunkt, farbige Nachbilder,
               Wundertrommel, Animation).

       3. Die Schülerinnen und Schüler können ästhetische Urteile bilden und                             Querverweise
               begründen.                                                                                EZ - Eigenständigkeit und
                                                                                                         soziales Handeln (9)

    BG.1.A.3          Ästhetisches Urteil bilden und begründen
                      Die Schülerinnen und Schüler ...
    1a
    2b                können ihre Vorlieben in Bezug auf Merkmale und Eigenschaften von Bildern
                      beschreiben (Motive, Farben, Formen und Materialien).
                   c
                      können Eigenschaften und Qualitätsmerkmale von Bildern beschreiben und beurteilen
    3d                (z.B. Motiv, Farbklang, Bildaufbau).

                      können ein persönliches ästhetisches Urteil an Kriterien festmachen, eine eigene
                      Meinung entwickeln und diese mit anderen Standpunkten vergleichen.

                      können Eigenschaften und Qualitätsmerkmale von Bildern analysieren, einordnen und
                      beurteilen (z.B. Bildwirkung, inhaltliche und formale Umsetzung).

BG

1                                                                     Lehrplan 21                                      15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Bildnerisches Gestalten | Kompetenzaufbau                                                    367

BG.1       Wahrnehmung und Kommunikation

B          Präsentation und Dokumentation

           1. Die Schülerinnen und Schüler können bildnerische Prozesse und                      Querverweise
                   Produkte dokumentieren, präsentieren und darüber kommunizieren.               EZ - Sprache und
                                                                                                 Kommunikation (8)

BG.1.B.1   Dokumentieren                                                                         D.4.B.1.e
           Die Schülerinnen und Schüler ...
1 1a
2 1b       können Spuren ihres Prozesses aufzeigen (z.B. Bilder nach ihrer Entstehung ordnen).

3 1c       können Spuren ihres Prozesses festhalten und aufzeigen (z.B. Tagebuch, Skizzenheft,
           Sammlung der Arbeiten).

           können Phasen ihres Prozesses in Bild und Wort dokumentieren (z.B. Portfolio,
           Lernjournal).

BG.1.B.1   Präsentieren und Kommunizieren
           Die Schülerinnen und Schüler ...
1 2a
           können ihre Prozesse und Produkte im kleineren Rahmen (Klasse) und
2 2b       im grösseren Rahmen (z.B. Projektwoche, Elternabend) präsentieren und darüber
           erzählen.
3 2c       können ihren Bildern Bedeutung geben und darüber sprechen.

           können ihre Prozesse aufzeigen und ihre Produkte ausstellen (z.B. beschriften,
           beleuchten).
           können mit Fachbegriffen ihre Prozesse und Produkte kommentieren.
           können die subjektive Bedeutung ihrer Bilder aufzeigen.

           können ihre Prozesse aufzeigen und ihre Produkte präsentieren (z.B. installieren, in
           Szene setzen, digital aufbereiten).
           können mit Fachbegriffen ihre Prozesse und Produkte kommentieren und diskutieren.
           können die subjektive Bedeutung ihrer Bilder aufzeigen und zur Diskussion stellen.

                                                                                                                    BG

15.3.2016                                                         Lehrplan 21                                       1
368 Fachbereichslehrplan | Bildnerisches Gestalten | Kompetenzaufbau

    BG.2              Prozesse und Produkte

    A                 Bildnerischer Prozess

          1. Die Schülerinnen und Schüler können eigenständige Bildideen zu                                   Querverweise
                  unterschiedlichen Situationen und Themen alleine oder in Gruppen                            EZ - Fantasie und Kreativität
                  entwickeln.                                                                                 (6)

    BG.2.A.1          Bildidee entwickeln
                      Die Schülerinnen und Schüler ...
    1a
    2b                können eigene Bildideen zu Themen aus ihrer Fantasie- und Lebenswelt entwickeln
                      (z.B. Familie, Tier, Figuren und Fantasiewesen).
    3c
                      können eigene Bildideen und Fragestellungen aus ihrer Fantasie- und Lebenswelt zu
                      Natur, Kultur und Alltag entwickeln (z.B. Mensch, Tier- und Pflanzenwelt, Geschichten,
                      Erfindungen, Schriften).

                      können eigene Bildideen und Fragestellungen aus ihrem Interessensbereich und
                      gesellschaftlichen Umfeld entwickeln (z.B. Werbung, Selbstdarstellung, Schönheit,
                      Lifestyle, virtuelle Welten, Streetart).

                                                                                                                                                                                                          Querverweise

          2. Die Schülerinnen und Schüler können eigenständig bildnerische Prozesse EZ - Fantasie und Kreativität
                                                                                                                                                                                                          (6)
                  alleine oder in Gruppen realisieren und ihre Bildsprache erweitern.

    BG.2.A.2          Sammeln und Ordnen, Experimentieren
                      Die Schülerinnen und Schüler ...
    1 1a
                      können Materialien, Dinge und Bilder aus der eigenen Lebenswelt nach eigenen oder
                 1b   vorgegebenen Kriterien sammeln und ordnen sowie damit experimentieren.
                      können Sammlungen und Experimente als Inspirationsquellen für ihren weiteren
    2 1c              bildnerischen Prozess nutzen.

                 1d   können in Spiel und Experiment offen an Situationen herangehen, Neues entdecken und
                      damit ihre bildnerischen Ausdrucksmöglichkeiten erweitern.
    3 1e
                      können Materialien, Dinge und Bilder aus der eigenen Lebenswelt und dem weiteren
                  1f  Umfeld nach Kriterien sammeln und ordnen sowie damit experimentieren.
                      können Sammlungen und Experimente als Inspirationsquellen für ihren weiteren
                      bildnerischen Prozess nutzen.

                      können in Spiel und Experiment auf Unerwartetes reagieren, ihre Aufmerksamkeit für
                      Details schärfen und ihre Bildsprache erweitern.

                      können Materialien, Dinge und Bilder aus eigenen und fremden Kontexten
                      kriteriengeleitet sammeln und ordnen sowie damit experimentieren.
                      können Sammlungen und Experimente als Inspirationsquellen für ihren weiteren
                      bildnerischen Prozess nutzen.

                      können in Spiel und Experiment Unbekanntes zulassen, Besonderheiten und
                      Zusammenhänge entdecken und ihre Bildsprache differenzieren.

BG

2                                                                     Lehrplan 21                             15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Bildnerisches Gestalten | Kompetenzaufbau                               369

BG.2.A.2   Verdichten und Weiterentwickeln
           Die Schülerinnen und Schüler ...
1 2a
2 2b       können ihre Bilder begutachten und daraus Impulse für die Weiterarbeit gewinnen.

3 2c       können die Wirkung ihrer Bilder nach vorgegebenen Kriterien begutachten und daraus
           Impulse für das Verdichten oder Weiterentwickeln gewinnen.

           können die Bildidee und -wirkung ihrer Bilder nach eigenen oder vorgegebenen
           Kriterien begutachten und daraus Impulse für das Verdichten oder Weiterentwickeln
           gewinnen.

                                                                                               BG

15.3.2016                                                         Lehrplan 21                  2
370 Fachbereichslehrplan | Bildnerisches Gestalten | Kompetenzaufbau

    BG.2             Prozesse und Produkte

    B                Bildnerische Grundelemente

          1. Die Schülerinnen und Schüler können die Wirkung bildnerischer                               Querverweise
                  Grundelemente untersuchen und für ihre Bildidee nutzen.                                EZ - Lernen und Reflexion (7)

    BG.2.B.1         Punkte, Linien, Formen
                     Die Schülerinnen und Schüler ...
    1 1a
                     können durch Verdichtung, Streuung, Reihung, Überschneidung mit Punkten und Linien
    2 1b             Spuren erzeugen.
                     können offene, geschlossene, eckige, runde, organische und geometrische Formen
    3 1c             bilden.

                     können diagonale, horizontale, vertikale Anordnungen von Punkten und Linien linear
                     und flächig erproben und einsetzen.
                     können durch Kontraste, Konturen und Positiv-Negativ-Beziehungen Formen
                     entwickeln und einsetzen.

                     können Anordnungen von Punkten und Linien gezielt für eine lineare, flächige und
                     räumliche Wirkung einsetzen.
                     können durch Figur-Grund-Beziehung, Grössenveränderung, Reduktion und
                     Abstraktion Formen entwickeln und gezielt einsetzen.

    BG.2.B.1         Farbe                                                                               TTG.2.C.1.3a
                     Die Schülerinnen und Schüler ...                                                    TTG.2.C.1.3b
    1 2a
    2 2b             können nach subjektiven Vorlieben Farben mischen und anordnen.                      TTG.2.C.1.3c

    3 2c             können aus Primärfarben verwandte und gegensätzliche Farben mischen und diese
                     miteinander in Beziehung setzen.
                 2d  können die Vielfalt unterschiedlicher Farbtöne erkennen, auswählen und einsetzen.
                     können Farben gegenstandsbezogen mischen und einsetzen.

                     können Farben nach Helligkeit, Farbton und Sättigung nuanciert mischen und gezielt
                     einsetzen.
                     können Farbverläufe und Farbbeziehungen entdecken, aufeinander abstimmen und
                     einsetzen.

                     können Erscheinungsfarben mischen und bewusst einsetzen.

    BG.2.B.1         Raum
                     Die Schülerinnen und Schüler ...
    1 3a
    2 3b             können mit vorhandenem Material Räume aufbauen und einrichten.
                     können räumliche Situationen in der Fläche zeichnen oder malen.
    3 3c
                     können Raum mit Mobiles, Licht-Schatten, Modellen und Installationen aufbauen und
                     verändern.
                     können Raum durch Staffelung, Hell-Dunkel-, Vorne-Hinten-Beziehung untersuchen
                     und in der Fläche darstellen.

                     können Raum in Natur, Architektur und öffentlichem Raum untersuchen und
                     dreidimensional gestalten.
                     können Raum durch lineare Verkürzungen, Farb- und Luftperspektive in der Fläche
                     darstellen.

BG

2                                                                     Lehrplan 21                                      15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Bildnerisches Gestalten | Kompetenzaufbau                                              371

BG.2.B.1   Oberflächenstruktur
           Die Schülerinnen und Schüler ...
1 4a
2 4b       können mithilfe von Strukturen eine glatte, raue, gekringelte und gewellte
3 4c       Oberflächenwirkung erzeugen.

           können mithilfe von Strukturen eine differenzierte Oberflächenwirkung im Bild und am TTG.2.C.1.1b
           Objekt erzeugen (z.B. haarig, kantig, stachelig, porös, durchbrochen).

           können mithilfe von Strukturen eine differenzierte Oberflächenwirkung im Bild und am TTG.2.C.1.1c
           Objekt erzeugen und gezielt einsetzen (z.B. glänzend, schuppig, gerillt, zerknittert).

BG.2.B.1   Bewegung
           Die Schülerinnen und Schüler ...
1 5a
2 5b       können durch rhythmisches Zeichnen und gestisches Malen Bewegungsspuren
           darstellen.
3 5c
           können im Action Painting und Rolldruck mit ihrem Körper gezielte Bewegungspuren
           erzeugen.
           können Bewegungsmomente und Bildfolgen von bewegten Figuren und Objekten
           darstellen.

           können durch Lichtzeichnen mit ihrem Körper Bewegungsspuren erforschen und
           einsetzen.
           können die Darstellung von Bewegung durch Schärfe-Unschärfe, Zeitraffer und Zeitlupe
           erproben und darstellen.

                                                                                                              BG

15.3.2016                                                         Lehrplan 21                                 2
372 Fachbereichslehrplan | Bildnerisches Gestalten | Kompetenzaufbau

    BG.2              Prozesse und Produkte

    C                 Bildnerische Verfahren und kunstorientierte Methoden

          1. Die Schülerinnen und Schüler können die Wirkung bildnerischer                                       Querverweise
                  Verfahren untersuchen und für ihre Bildidee nutzen.                                            EZ - Lernen und Reflexion (7)
                                                                                                                 EZ - Körper, Gesundheit und
                                                                                                                 Motorik (1)

    BG.2.C.1          Zeichnen, Malen
                      Die Schülerinnen und Schüler ...
    1 1a
                      können rhythmisch, linear und flächig, kritzelnd und wischend, klecksend und
                 1b   schmierend zeichnen und malen.

    2 1c              können die Druckstärke im Zeichnen variieren und deckend sowie durchscheinend
                      malen.
                 1d
                      können gestisch zeichnen (z.B. frech, bedächtig, schnell, langsam), frottieren, kribbeln,
    3 1e              schichten und nass-in-nass malen.

                  1f  können schraffieren und gezielt deckend malen.

                      können regelmässig und unregelmässig schraffieren sowie lasierend und pastos malen.

                      können parallel, kreuz und quer schraffieren und ihren Duktus zeichnerisch und
                      malerisch variieren (z.B. Pinselführung, Druckstärke, Geste).

    BG.2.C.1          Drucken                                                                                    TTG.2.D.1.5a
                      Die Schülerinnen und Schüler ...                                                           TTG.2.D.1.5b
    1 2a                                                                                                         TTG.2.D.1.5c
                      können Materialdruck, Abklatsch und Körperabdruck erproben und anwenden.
                 2b
                      können Frottage und Stempeldruck (z.B. Schnur, Gummi, Kork) erproben und
    2 2c              anwenden.

                 2d   können Schablonendruck und Tiefdruck (z.B. Tetrapack, Styropor) erproben und
                      einsetzen.
    3 2e
                      können Monotypie, Rolldruck und Zweifarbendruck erproben und einsetzen.
                  2f
                      kennen unterschiedliche Druckverfahren und deren Eigenheiten (z.B. spiegelverkehrt,
                      verlorene Platte, Seriendruck, Reproduktion) und können diese gezielt einsetzen.

                      können Prägedruck, Siebdruck und Linoldruck erproben und gezielt einsetzen.

    BG.2.C.1          Collagieren, Montieren
                      Die Schülerinnen und Schüler ...
    1 3a
                      können durch Reissen, Schneiden, Falten und Kleben collagieren und montieren.
                 3b
                      können die Montage durch Schichten, Anhäufen, Verbinden und Kombinieren erproben
    2 3c              und anwenden.

                 3d   können durch Überlagern, Einschneiden, Aufklappen, Arrangieren collagieren und             MI - Produktion und
                      montieren und dabei Übergänge und Verbindungen beachten.                                   Präsentation
    3 3e
                      können die Collage und digitale Montage erproben und einsetzen (z.B. Bild im Bild-
                      Bezug, Bildpaare).

                      können Collage und Montage als Handlungs- und Denkweise gezielt einsetzen (z.B.
                      irreale oder surreale Bildkombinationen).

BG

2                                                                     Lehrplan 21                                                     15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Bildnerisches Gestalten | Kompetenzaufbau                                                               373

BG.2.C.1          Modellieren, Bauen, Konstruieren
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1 4a
                  können durch additives Aufbauen und freies Formen modellieren und durch Verbinden,
             4b   Schichten und Spannen bauen und konstruieren.

2 4c              können durch Abtragen und Aushöhlen modellieren und durch Zusammenfügen,
                  Wickeln und Knoten bauen und konstruieren.
             4d
                  können durch Verformen und Überformen modellieren und durch Montieren bauen und
3 4e              konstruieren (z.B. Mobile, Stabile).

              4f  können durch Abformen und Nachformen modellieren (z.B. Figur und Objekt) und durch
                  Biegen, Kleben und Schnüren bauen und konstruieren.

                  kennen aufbauende, abtragende und konstruktive Verfahren und können diese gezielt
                  einsetzen (z.B. Körperbild, Raumbild).

                  kennen Positiv-Negativ-Formen, Hohl- und Vollplastik, Skulptur, Gussform,
                  Raummodell und kinetische Objekte und können diese räumlich umsetzen.

BG.2.C.1          Spielen, Agieren, Inszenieren
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1 5a
2 5b              können mit Gegenständen, Figuren oder Materialien agieren und Spiel-Räume
3 5c              inszenieren (z.B. Kleine-Welt-Spiel, tun-als-ob-Spiel).

                  können den eigenen Körper, Objekte, Figuren und Räume inszenieren (z.B. Tableau
                  vivant, Masken, Bildräume mit farbigem Licht, Schattenspiel).

                  können durch Performance und Aktion Raum-Körperbezüge schaffen (z.B. ungewohnte
                  Beziehungen, Selbstinszenierung, Rauminstallation).

BG.2.C.1          Fotografieren, Filmen                                                                   MI - Produktion und
                  Die Schülerinnen und Schüler ...                                                        Präsentation
1 6a
2 6b              können ausgewählte Situationen fotografisch festhalten.                                 MI - Produktion und
                                                                                                          Präsentation
             6c   können unterschiedliche Blickwinkel, Lichtverhältnisse und Bildausschnitte beim         MU.5.A.1.g
                  Fotografieren einbeziehen.
3 6d
                  können Farbkontraste, Nähe und Distanz beim Fotografieren erproben und anwenden
             6e   (z.B. Fotoroman, Trickfilm).

                  kennen bildsprachliche Mittel in Fotografie und Film (z.B. Perspektive, Tiefenschärfe,
                  Einstellungsgrösse) und können diese erproben und gezielt einsetzen.
                  können Bilder und Filme digital bearbeiten (z.B. Korrekturen, Schnitt, Montage).

                  können eine Reportage, Dokumentation oder ein Storyboard in der Gruppe erstellen.

                                                                                                                               BG

15.3.2016                                                         Lehrplan 21                                                  2
374 Fachbereichslehrplan | Bildnerisches Gestalten | Kompetenzaufbau

                                                                                                        Querverweise

    2. Die Schülerinnen und Schüler können kunstorientierte Methoden
            anwenden.

    BG.2.C.2          Kunstorientierte Methoden                                                         MU.5.B.1.a
                      Die Schülerinnen und Schüler ...                                                  MU.5.B.1.d
    1a                                                                                                  MU.5.B.1.g
                      können durch Zerlegen, Vergrössern, Verkleinern, Drehen und Wiederholen
                   b  Darstellungsmöglichkeiten entdecken.

    2c                können Hör-, Riech- Schmeck-, Bewegungs- oder Tasterfahrungen bildnerisch
                      darstellen (z.B. Musik malen).
                   d
                      können durch Abbilden, Verfremden, Umgestalten und Schichten
    3e                Darstellungsmöglichkeiten erproben und anwenden.
                      können durch Umdeuten und Spiegeln Darstellungsmöglichkeiten erproben und
                   f  anwenden.

                      können Hör-, Riech- Schmeck-, Bewegungs- oder Tasterfahrungen bildnerisch
                      darstellen (z.B. Rhythmus zeichnen).

                      können durch Abstrahieren, Reduzieren, Kombinieren, Variieren und Dekonstruieren
                      Darstellungsmöglichkeiten erproben, auswählen und gezielt einsetzen.

                      können Hör-, Riech- Schmeck-, Bewegungs- oder Tasterfahrungen bildnerisch
                      darstellen (z.B. Musik als Videoclip inszenieren).

BG

2                                                                     Lehrplan 21                                     15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Bildnerisches Gestalten | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                         375

BG.2              Prozesse und Produkte

D                 Materialien und Werkzeuge

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Eigenschaften und Wirkungen von EZ - Körper, Gesundheit und
                                                                                                                                                                                                           Motorik (1)
                   Materialien und Werkzeugen erproben und im bildnerischen Prozess

                   einsetzen.

BG.2.D.1          Grafische, malerische Materialien und Bildträger
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1 1a
                  können Farbstifte, Wachskreiden, Strassenkreiden und flüssige Farben erproben und
             1b   einsetzen.
                  können verschiedene Papiere, Karton, Tafeln und Pausenplatz als Bildträger erproben
2 1c              und nutzen.

             1d   können Naturfarben, Naturmaterialien und Kohle zeichnerisch und malerisch erproben
                  und einsetzen.
3 1e              können die Eigenschaften von Bildträgern erproben und nutzen (z.B. saugend,
                  abstossend, glatt, rauh, porös).
              1f
                  können weiche und harte Bleistifte, wasserlösliche und wasserfeste Kreiden, Gouache
                  und Wasserfarbe erproben und einsetzen.
                  können Stoff, Holz und Glas als Bildträger erproben und nutzen.

                  können Tusche, Graphit, Farbpigmente und Bindemittel erproben und einsetzen.
                  können Bildträger erproben und auswählen (z.B. Postkarte, Post-it, Recyclingmaterial,
                  Schulareal).

                  können Acrylfarbe erproben und einsetzen.
                  können Packpapier, Verpackungsmaterial und Druckerzeugnisse als Bildträger
                  erproben und nutzen.

                  können Materialien zeichnerisch und malerisch erproben und einsetzen (z.B. Rötel,
                  Sprayfarbe, Ölfarbe, Aquarellfarbe).
                  können Bildträger gezielt einsetzen und variieren.

BG.2.D.1          Plastische, konstruktive Materialien                                                   TTG.2.E.1.1a
                  Die Schülerinnen und Schüler ...                                                       TTG.2.E.1.1a
1 2a                                                                                                     TTG.2.E.1.1b
                  können plastische Massen, Kleister, Recyclingmaterial, Klebeband, Papier, Sand und     TTG.2.E.1.1c
             2b   Wasser für eine räumliche Darstellung einsetzen.

2 2c              können Ton, Holz, Stoff, Draht und Schnur plastisch erproben und für eine räumliche
                  Darstellung einsetzen.
             2d
                  können die Wirkung plastischer Materialien erproben und für eine räumliche
3 2e              Darstellung einsetzen.

              2f  können Kernseife, Gips, Panzerkarton, Metall- und Plastikfolie als dreidimensionales
                  Material erproben und einsetzen.

                  können die Wirkung plastischer Materialien erproben und für eine differenzierte
                  räumliche Darstellung einsetzen.

                  können Materialien plastisch erproben und für eine räumliche Darstellung einsetzen
                  (z.B. Porenbeton, Wachs, Offsetplatte).

                                                                                                                                                                                                                         BG

15.3.2016                                                         Lehrplan 21                                                                                                                                            2
376 Fachbereichslehrplan | Bildnerisches Gestalten | Kompetenzaufbau

    BG.2.D.1  Werkzeuge
              Die Schülerinnen und Schüler ...
    1 3a
              können den Gebrauch der eigenen Hände als Werkzeuge erproben.
    2 3b      können die Anwendungsmöglichkeiten sowie die Wirkung von Borsten- und Haarpinsel
    3 3c      (z.B.Flach-, Rund-, Stupfpinsel), Schwamm und Farbrollen erproben.

              können die Anwendungsmöglichkeit und Wirkung von selbst hergestellten Werkzeugen,
              von Druckwalze, Spachtel und Rolle ausloten und diese gezielt einsetzen.

              kennen die Anwendungsmöglichkeit und Wirkung von Werkzeugen und können diese
              sachgerecht einsetzen (z.B. Modellier-, Schnittwerkzeug).

BG

2                                                                     Lehrplan 21                15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Bildnerisches Gestalten | Kompetenzaufbau                                                                         377

BG.3             Kontexte und Orientierung

A                Kultur und Geschichte

                                                                                                        Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Kunstwerke aus verschiedenen                          EZ - Zeitliche Orientierung (3)

                                                                                                        BNE - Kulturelle Identitäten
                 Kulturen und Zeiten sowie Bilder aus dem Alltag lesen, einordnen und und interkulturelle

                 vergleichen.                                                                           Verständigung

BG.3.A.1         Kunstwerke und Bilder lesen                                                            ERG.3.1.b
                 Die Schülerinnen und Schüler ...
1 1a
2 1b             können Zeichen, Farben, Formen und Materialien in Kunstwerken aus verschiedenen
3 1c             Kulturen und Zeiten sowie in Bildern aus dem Alltag untersuchen und beschreiben.

                 können Symbole, Komposition und Ausdruck in Kunstwerken aus verschiedenen
                 Kulturen und Zeiten sowie in Bildern aus dem Alltag untersuchen und beschreiben.

                 können Bildsprache und Stilmittel in Kunstwerken aus verschiedenen Kulturen und
                 Zeiten sowie in Bildern aus dem Alltag beschreiben und analysieren.

BG.3.A.1         Kunstwerke kennen
                 Die Schülerinnen und Schüler ...
1 2a
                 können sich auf Begegnungen mit Kunstwerken einlassen (z.B. Museums-,
             2b  Atelierbesuch).

             2c  kennen exemplarische Kunstwerke aus der Gegenwart und Vergangenheit sowie aus          FS1GR.6.A.1.a
                 verschiedenen Kulturen (z.B. Kunstwerke von Angelika Kaufmann, Alberto und Augusto     FS2GR.6.A.1.a
                 Giacometti, Giovanni Segantini, Ernst Ludwig Kirchner sowie Werke in aktuellen
                 Ausstellungen von Kunstmuseen und -institutionen).
                 können Fragestellungen entwickeln (z.B. in Begegnungen mit Kunstschaffenden und
                 mit originalen Kunstwerken).

                 kennen verschiedene Kunstwerke aus unterschiedlichen Kulturen und Zeiten und           FS1GR.6.A.1.d
                 können deren kulturelle Bedeutung einordnen (z.B. Kunstwerke von Alberto und           FS2GR.6.A.1.d
                 Giovanni Giacometti, Ernst Ludwig Kirchner, Matias Spescha sowie Werke in aktuellen    FS3GR.6.A.1.a
                 Ausstellungen von Kunstmuseen und -institutionen).
                 können Kunsterfahrungen beschreiben und diskutieren (z.B. in Begegnungen mit
                 Kunstschaffenden und originalen Kunstwerken).

BG.3.A.1         Eigene Bilder mit Kunstwerken vergleichen
                 Die Schülerinnen und Schüler ...
1 3a
2 3b             können Motiv, Farbe und Material in Kunstwerken mit eigenen Bildern vergleichen und
                 Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten aufzeigen.
3 3c
                 können Entstehung, Formensprache, Körper- und Raumdarstellung in Kunstwerken
                 erkennen, mit eigenen Bildern vergleichen und Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten
                 aufzeigen.

                 können Abbild, Fiktion und Abstraktion in Kunstwerken mit eigenen Bildern vergleichen
                 und Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten aufzeigen.

                                                                                                                                         BG

15.3.2016                                                         Lehrplan 21                                                            3
378 Fachbereichslehrplan | Bildnerisches Gestalten | Kompetenzaufbau

    BG.3      Kontexte und Orientierung

    B         Kunst- und Bildverständnis

          1. Die Schülerinnen und Schüler können Wirkung und Funktion von                       Querverweise
                  Kunstwerken und Bildern erkennen.                                             EZ - Zusammenhänge und
                                                                                                Gesetzmässigkeiten (5)

    BG.3.B.1  Bildwirkung                                                                       MI.1.2.g
              Die Schülerinnen und Schüler ...                                                  MI.1.2.h
    1 1a
    2 1b      können die Wirkung von Kunstwerken und Bildern beschreiben (z.B. Gefühle,
              Erinnerungen, Fantasien).
    3 1c
              können Kunstwerke und Bilder in Bezug auf Darstellungsabsicht und Bildwirkung
              untersuchen (z.B. Rollenbilder, Klischee, Fiktion).
              erkennen, dass Bilder verändert und manipuliert werden können (z.B. Blickwinkel,
              Bildausschnitt, Proportion, Farbwirkung, Kontrast, Verzerrung).

              können Kunstwerke und Bilder in Bezug auf Darstellungsabsicht und Bildwirkung
              analysieren (z.B. Stilepochen, Trends, Schönheitsideale).
              kennen Möglichkeiten der Manipulation von Bildern in analogen und digitalen
              Bildwelten.

    BG.3.B.1  Bildfunktion
              Die Schülerinnen und Schüler ...
    1 2a
    2 2b      erkennen, dass Kunstwerke und Bilder etwas erzählen und erklären können (z.B.     D.2.B.1.c
              Bildergeschichte, Sachbild).
    3 2c
              erkennen, dass Kunstwerke und Bilder auffordern, veranschaulichen, dokumentieren  D.2.B.1.f
              und informieren können (z.B. Werbebotschaft, Dokumentation, Gebrauchsanweisung,
              Fantasiebild).

              erkennen, dass Kunstwerke und Bilder irritieren, manipulieren, dekorieren, illustrieren, D.2.B.1.h

                                                                                                                                                                                                 MI.1.2.h

              klären und unterhalten können (z.B. Propaganda, Schaubild, Zierbild, Schema).

BG

3                                                                     Lehrplan 21                                                                                                                          15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Textiles und Technisches Gestalten | Kompetenzaufbau  379

Textiles und
Technisches Gestalten

                                                                             TTG

15.3.2016              Lehrplan 21
380 Fachbereichslehrplan | Textiles und Technisches Gestalten | Kompetenzaufbau

     TTG.1      Wahrnehmung und Kommunikation

     A          Wahrnehmung und Reflexion

            1. Die Schülerinnen und Schüler können gestalterische und technische                   Querverweise
                    Zusammenhänge an Objekten wahrnehmen und reflektieren.                         EZ - Wahrnehmung (2)
                                                                                                   EZ - Zusammenhänge und
                                                                                                   Gesetzmässigkeiten (5)

     TTG.1.A.1  Wirkung und Zusammenhänge
                Die Schülerinnen und Schüler ...
     1a
     2b         können die Wirkung von alltäglichen Objekten wahrnehmen und mit einfachen Worten   NMG.3.1.c
                beschreiben (Zusammenspiel von Funktion, Konstruktion, Gestaltungselementen).
     3c         können technische Zusammenhänge spielerisch erfahren und mit Worten und Gesten
                beschreiben (z.B. schaukeln, wippen, wägen, rollen, bauen).

                können die Wirkung von Objekten wahrnehmen und beschreiben (Zusammenspiel von
                Funktion, Konstruktion, Gestaltungselementen).
                erkennen, mit welchen Verfahren Objekte hergestellt wurden.
                können technische Zusammenhänge erkennen und erklären (Kraftübertragung, Antrieb,
                Zweifadensystem der Nähmaschine).

                können Funktionen und Wirkung von Objekten zielgerichtet untersuchen
                (Zusammenspiel von Funktion, Konstruktion, Gestaltungselementen).
                erkennen, mit welchen Verfahren Objekte hergestellt wurden.
                können technische Zusammenhänge erkennen und erklären
                (Energiebereitstellung, Robotik, Overlockmaschine, Web- oder Wirkmaschine).

TTG

1                                                 Lehrplan 21                                                 15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Textiles und Technisches Gestalten | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                   381

TTG.1      Wahrnehmung und Kommunikation

B          Kommunikation und Dokumentation

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Gestaltungs- bzw. Designprozesse EZ - Lernen und Reflexion (7)

                   und Produkte begutachten und weiterentwickeln.

TTG.1.B.1  Prozesse begutachten
           Die Schülerinnen und Schüler ...
1 1a
           können über eigene Prozessschritte sprechen und diese mit Vorgehensweisen anderer
2 1b       vergleichen.
3 1c       können vorhandene und neu erworbene Fertigkeiten und Erkenntnisse aufzeigen.

           können eigene Designprozesse mit denen von anderen vergleichen, Unterschiede
           beschreiben und Entwicklungsmöglichkeiten formulieren.

           können Designprozesse analysieren und daraus Konsequenzen für nächste Prozesse
           formulieren.

TTG.1.B.1  Produkte begutachten
           Die Schülerinnen und Schüler ...
1 2a
           erzählen, ob und warum sie mit dem eigenen Produkt zufrieden sind.
2 2b       können einzelne Aspekte ihres Produkts begutachten und konkrete Verbesserungen
3 2c       nennen.

           können Erwartungen an das eigene Produkt mit dem erzielten Resultat und den
           Kriterien der Aufgabenstellung vergleichen und Optimierungen formulieren.

           können Produkte kriterienorientiert begutachten, beurteilen und optimieren (z.B. mit
           professionell hergestellten Produkten vergleichen).

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           2. Die Schülerinnen und Schüler können Gestaltungs- bzw. Designprozesse EZ - Sprache und
                                                                                                                                                                                                           Kommunikation (8)
                   und Produkte dokumentieren und präsentieren.

TTG.1.B.2  Dokumentieren und Präsentieren
           Die Schülerinnen und Schüler ...
1a
           können über den erlebten Prozess berichten und ihre Produkte zeigen (z.B. Portfolio,  MI - Produktion und
2b         Lernjournal, Ausstellung).                                                            Präsentation
           können erste Fachbegriffe verwenden (z.B. Werkzeuge, Material, Raumbeziehungen,
3c         Form, Farbe, Oberflächenbeschaffenheit).

           können die Phasen des Designprozesses festhalten, veranschaulichen und die Produkte
           vorstellen (z.B. Portfolio, Lernjournal, Ausstellung).
           kennen die Fachbegriffe der im Prozess verwendeten Werkzeuge, Maschinen,
           Materialien und Verfahren und können diese anwenden.

           können die Phasen des Designprozesses und die entwickelten Produkte nachvollziehbar
           dokumentieren und präsentieren (z.B. Portfolio, Lernjournal, Ausstellung).
           können mit fachspezifischem Wortschatz über Prozesse und Produkte kommunizieren.

                                                                                                                                                                                                                              TTG

15.3.2016                                    Lehrplan 21                                                                                                                                                                      1
382 Fachbereichslehrplan | Textiles und Technisches Gestalten | Kompetenzaufbau

     TTG.2      Prozesse und Produkte

     A          Gestaltungs- bzw. Designprozess

                                                                                                                                                                                                            Querverweise

            1. Die Schülerinnen und Schüler können eine gestalterische und technische EZ - Fantasie und Kreativität
                                                                                                                                                                                                            (6)
                    Aufgabenstellung erfassen und dazu Ideen und Informationen sammeln,

                    ordnen und bewerten.

     TTG.2.A.1  Sammeln und Ordnen
                Die Schülerinnen und Schüler ...
     1a
     2b         können ihre Aufmerksamkeit auf ein Thema richten, Ideen sammeln und ordnen.

     3c         können eine Aufgabenstellung erfassen, Ideen und Informationen sammeln und nach
                eigenen oder vorgegebenen Kriterien ordnen.

                können zu Aufgabenstellungen und zu eigenen Fragestellungen Ideen entwickeln und
                Informationen recherchieren, strukturieren und bewerten.

                                                                                                                                                                                                            Querverweise

            2. Die Schülerinnen und Schüler experimentieren und können daraus eigene

                    Produktideen entwickeln.

     TTG.2.A.2  Experimentieren und Entwickeln
                Die Schülerinnen und Schüler ...
     1a
                können Materialien und Objekte aus ihrer Lebenswelt spielerisch und forschend
     2b         erkunden und eigene Produktideen entwickeln.
     3c         können bewusst einen Aspekt der Gestaltung in ihr Vorhaben integrieren (z.B. zu
                Funktion, Konstruktion, Gestaltungselemente, Verfahren, Material).

                können zu ausgewählten Aspekten Lösungen suchen und eigene Produktideen
                entwickeln (z.B. Funktion, Konstruktion, Gestaltungselementen, Verfahren, Material).
                können Lösungen für eigene Produktideen aus Experimentierreihen ableiten.

                können eigene Produktideen aufgrund selbst entwickelter Kriterien formulieren und
                experiementell entwickeln. Dabei berücksichtigen sie Funktion, Konstruktion,
                Gestaltungselemente, Verfahren, Material.

TTG

2                                                Lehrplan 21                                                                                                                                                              15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Textiles und Technisches Gestalten | Kompetenzaufbau                                                   383

           3. Die Schülerinnen und Schüler können gestalterische und technische                Querverweise
                   Produkte planen und herstellen.                                             EZ - Lernen und Reflexion (7)

TTG.2.A.3  Planen und Herstellen
           Die Schülerinnen und Schüler ...
1a
2b         können in einem Prozess angeleitete Schritte mit eigenen Ideen verbinden.
           können individuelle Produkte unter vorgegebenen Bedingungen und mit Unterstützung
3c         herstellen.

           können die formalen, funktionalen und konstruktiven Bedingungen der                 NT.1.2.b
           Aufgabenstellung berücksichtigen und für die Planung des Prozesses verwenden (z.B.
           Skizze, Plan, Arbeitsablauf, Schnittmuster, Modell).
           können das geplante Produkt mit punktueller Unterstützung herstellen.

           können unter Berücksichtigung formaler, funktionaler und konstruktiver Bedingungen
           Produkte planen (z.B. Konstruktionsplan, mehrteilige Schnittmuster, Schaltschema).
           können das geplante Produkt herstellen.

                                                                                                                              TTG

15.3.2016                                    Lehrplan 21                                                                      2
384 Fachbereichslehrplan | Textiles und Technisches Gestalten | Kompetenzaufbau

     TTG.2             Prozesse und Produkte

     B                 Funktion und Konstruktion

                                                                                                             Querverweise

            1. Die Schülerinnen und Schüler können Funktionen verstehen und eigene EZ - Fantasie und Kreativität
                                                                                                             (6)
                       Konstruktionen in den Themenfeldern Spiel/Freizeit, Mode/Bekleidung,
                                                                                                             NMG.5.3

                       Bau/Wohnbereich, Mechanik/Transport und Elektrizität/Energie entwickeln.

     TTG.2.B.1         Spiel/Freizeit
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1 1a
                       können Spielobjekte je nach Situation verändern und ergänzen.
                  1b
                       können Figuren erfinden und gestalten (z.B. Puppen, Figuren für das Rollenspiel,
     2 1c              Stofftiere)
     3 1d              können für ihre eigenen Spielideen Objekte erfinden und herstellen (z.B.
                       Geschicklichkeitsspiel, Windspiel, Spielplan).

                       können Funktionen und Konstruktionen von Spiel- und Freizeitobjekten erkennen und
                       für eigene Spielideen nutzen (z.B. Flugdrachen, technisches Spielzeug,
                       Pausenplatzgestaltung).

                       können Funktions- und Konstruktionsprinzipien von Spiel- und Freizeitobjekten
                       analysieren und für eigene Umsetzungen nutzen (z.B. Sportgerät, Skaterrampe,
                       Flipperkasten).

     TTG.2.B.1         Mode/Bekleidung
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1 2a
                       können Funktionen alltäglicher und spezifischer Kleidungsstücke in ihr Spiel
                  2b   integrieren.
                  2c   können mit Tüchern und Alttextilien spielen und experimentieren.

                  2d   können über Funktionen von Kleidungsstücken nachdenken, diese spielerisch
                       verändern und sich verkleiden (z.B. Schmuck, Schutz).
     3 2e
                       können Funktionen von Kleidungsstücken oder Accessoires erkennen, deuten und
                   2f  daraus Ideen für eigene Vorhaben ableiten (z.B. Bündner Trachten, Kleider in
                       verschiedenen Kulturen, Arbeitskleider, Sportkleider, Schutzbekleidung, Kleidung von
                       Jugendlichen).

                       können den Schritt von zweidimensionalen Schnittmustern zu dreidimenisionalen
                       Kleidungsstücken oder Accessoires nachvollziehen und unter Anleitung ausführen.

                       können einfache textile Konstruktionen ableiten und komplexere Konstruktionen
                       verstehen und unter Anleitung ausführen (Schnittmuster).
                       können Trends und Formen von Kleidungsstücken und Accessoires erkennen und für
                       eigene Produkte nutzen.

                       können geeignete textile Konstruktionen auswählen und auf individuelle Vorhaben
                       anpassen.

TTG

2                                                 Lehrplan 21                                                              15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Textiles und Technisches Gestalten | Kompetenzaufbau                                         385

TTG.2.B.1         Bau/Wohnbereich
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1 3a
                  können Funktionen von Bauwerken aus ihrer Fantasie und Lebenswelt in ihr Spiel
             3b   integrieren.
                  können Funktionen von Objekten im alltäglichen Wohnen spielerisch verwandeln.
2 3c              können mit Materialien spielen und einfache Bauten konstruieren (z.B.
                  Verpackungsmaterial, Steine, Dachlatten, Seile, Tücher).
             3d
                  können den Zusammenhang zwischen Funktion und Konstruktion von Gefässen und
3 3e              Behältern erkennen und in alltäglichen Situationen nutzen.
                  können für den Wohnbereich oder den Arbeitsplatz funktionale Objekte erfinden und mit
              3f  einfachen Konstruktionen umsetzen (z.B. Sammelkiste, Bilderrahmen).

                  können Funktionen von stabilisierenden Elementen in Konstruktionen und Bauten
                  erkennen und anwenden (z.B. Stütze, Verspannung, Verstrebung, Profil).
                  können eigene Bedürfnisse zu Einrichtungsgegenständen formulieren und ihre Ideen
                  mit einfachen Konstruktionen unter Anleitung umsetzen (z.B. Kissen, Gefässe,
                  Behälter).

                  können eigene Bedürfnisse zu Einrichtungsgegenständen formulieren und ihre Ideen
                  mit einfachen Konstruktionen selbstständig umsetzen.

                  kennen funktionale und konstruktive Elemente des Bauens und der Raumgestaltung
                  (z.B. Wärmedämmung, Skelett- oder Fachwerkbau, Raumteiler, Lichtobjekt).
                  können ausgehend von einer Analyse der Raumsituation, von Farbe und Material eigene
                  Bedürfnisse für Produkte im Wohnbereich formulieren und umsetzen.

                  kennen Materialien, funktionale und konstruktive Elemente des Bauens und der
                  Raumgestaltung und können diese anwenden (z.B. Sitzbank, Hausmodelle).

TTG.2.B.1         Mechanik/Transport
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1 4a
                  sammeln Erfahrungen mit rollenden, schwimmenden, schwebenden und fliegenden            NMG.3.1.d
             4b   Objekten.                                                                              NMG.5.1.c

2 4c              können mit beweglichen Konstruktionen experimentieren (z.B. Kugelbahn, Floss,          NMG.3.1.h
                  Fallschirm).                                                                           NMG.5.1.e
             4d   können Erfahrungen mit Hebel und Kraftübertragung sammeln (z.B. Wippe, Hammer,         NMG.5.1.f
                  Zange).
3 4e                                                                                                     NMG.3.1.h
                  kennen die Funktion und Konstruktion von Antrieben und können diese anwenden           NMG.5.1.e
              4f  (Gummiantrieb, Luftschraube, Rückstoss).                                               NMG.5.1.f
                  setzen sich mit mechanisch-technischen Grundlagen auseinander und können diese
                  funktional und konstruktiv anwenden (Fachbildung beim Weben, Rad, Getriebe).

                  kennen die Funktion und Konstruktion von Antrieben und können diese anwenden
                  (Elektromotor).
                  setzen sich mit mechanisch- technischen Grundlagen auseinander und können diese
                  anwenden (Kraftübertragung mit Getriebe).

                  kennen Maschinen und Transportmittel und können Funktionsmodelle bauen.

                  kennen ausgewählte mechanisch-technische Gesetzmässigkeiten und können diese in
                  Produkten anwenden (z.B. Steuerung, Übersetzung, Bewegungsübertragung).

                                                                                                                    TTG

15.3.2016                                           Lehrplan 21                                                     2
386 Fachbereichslehrplan | Textiles und Technisches Gestalten | Kompetenzaufbau

     TTG.2.B.1         Elektrizität/Energie
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1 5a
                       kennen Sicherheitsregeln im Umgang mit Haushaltstrom (Steckdose) und              BNE - Gesundheit
                  5b   Schwachstrom (Batterie).                                                          NMG.5.2.1a
                       machen spielerisch Erfahrungen mit Lichtquellen (z.B. Kerze, Taschenlampe).       NMG.5.2.1b
     2 5c
                       können eine batteriebetriebene Beleuchtung mit Ein-/Ausschaltfunktion verwenden.  NMG.5.2.1b
                  5d   machen Erfahrungen zu Wind- oder Wasserkraft an einem Beispiel (z.B. Wasserad
                       bewegt Hammerwerk).
     3 5e
                       setzen sich mit Eigenschaften von Stromkreisen auseinander (Leuchtdioden, Serie- und NMG.5.2.1d
                   5f                                                                                    NMG.5.2.1e
                       Parallelschaltung) und können diese in eigenen Produkten einsetzen.
                                                                                                         NMG.5.2.1f

                       kennen Energiespeicher und Energiewandler und können damit Produkte entwickeln    NMG.3.2.d
                       (Batterie oder Akku, Solarzelle oder Generator).                                  NMG.3.2.e
                                                                                                         NT.5.2.e
                                                                                                         NMG.3.2.c

                       kennen Eigenschaften von schwachstrombetriebenen Geräten und können diese         NT.5.2.a
                       anwenden (z.B. Steuerung, Robotik, Leuchte mit Leuchtdioden, Thermobiegegerät).   NT.5.3.a
                                                                                                         NT.5.3.b
                                                                                                         NT.5.3.d

                       kennen Formen der Energiebereitstellung (z.B. Photovoltaik, Wind-, Wasser-,       NT.4.2.c
                       Wärmekraftwerk) und können Elemente davon in ihre Produkte integrieren.           NT.4.2.d
                                                                                                         NT.5.2.e
                                                                                                         NT.4.1.a

TTG

2                                                        Lehrplan 21                                                       15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Textiles und Technisches Gestalten | Kompetenzaufbau                                                                                                                                              387

TTG.2      Prozesse und Produkte

C          Gestaltungselemente

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können die Gestaltungselemente Material, EZ - Wahrnehmung (2)

                   Oberfläche, Form und Farbe bewusst einsetzen.

TTG.2.C.1  Material und Oberfläche                                                              BG.2.B.1.4b
           Die Schülerinnen und Schüler ...                                                     BG.2.B.1.4c
1 1a
           können Wirkungen von Materialien und Oberflächen untersuchen, erzählend
2 1b       beschreiben und Analogien dazu finden (z.B. rau, glänzend, Analogie
3 1c       Vorhangstoff/Gitter)

           können Wirkungen von Materialien und Oberflächen treffend beschreiben und für das
           eigene Produkt bewusst auswählen.

           können Wirkungen von Materialien und Oberflächen beurteilen und gezielt in der
           eigenen Produktgestaltung einsetzen.

TTG.2.C.1  Form
           Die Schülerinnen und Schüler ...
1 2a
2 2b       können Formen, Grössen, Ordnungen und Muster unterscheiden und erzählend
           beschreiben.
3 2c
           können Formen entwerfen und auf der Fläche bewusst anordnen (z.B. reihen, spiegeln,
           streuen, konzentrieren).
           können dreidimensionale Formen in ihren Produkten bewusst einsetzen (z.B.
           geometrische, organische, unregelmässige Formen).

           können Formen und Motive entwerfen und auf der Fläche bewusst anordnen (z.B. Logo,
           Ornamentik).
           können dreidimensionale Formen gezielt einsetzen (z.B. Gesamtform, Teilform).

TTG.2.C.1  Farbe                                                                                BG.2.B.1.2a
           Die Schülerinnen und Schüler ...                                                     BG.2.B.1.2b
1 3a                                                                                            BG.2.B.1.2c
2 3b       können Farben unterscheiden und benennen und zu einfachen Aufträgen gezielt
           auswählen.
3 3c
           können eigene Farbkombinationen zusammenstellen und für die Gestaltung der
           Produkte auswählen (z.B. Hell-Dunkel, Komplementärkontrast, Qualitätskontrast,
           Quantitätskontrast).

           können Farbkombinationen entwickeln und die Farbwirkung gezielt einsetzen (z.B.
           Sättigungskontrast, Farbtypanalyse).

                                                                                                                                                                                                                         TTG

15.3.2016                         Lehrplan 21                                                                                                                                                                            2
388 Fachbereichslehrplan | Textiles und Technisches Gestalten | Kompetenzaufbau

     TTG.2      Prozesse und Produkte

     D          Verfahren

                                                                                                                                                                                                            Querverweise

            1. Die Schülerinnen und Schüler können handwerkliche Verfahren ausführen EZ - Körper, Gesundheit und
                                                                                                                                                                                                            Motorik (1)
                    und bewusst einsetzen.

     TTG.2.D.1  Formgebende Verfahren: Trennen
                Die Schülerinnen und Schüler ...
     1 1a
     2 1b       können die Verfahren erkunden, angeleitet nachvollziehen und üben:
                - schneiden, reissen, lochen (Papier, Filz, Stoffe, Styropor);
     3 1c       - sägen, bohren (Holzleisten, Sperrholz).

                können die Verfahren erkunden, zunehmend selbstständig und genau ausführen und
                üben:
                - schneiden (Karton, Textilien, Polystyrol, PET);
                - sägen, bohren (Weichholz, Holzwerkstoffe).

                können die Verfahren zunehmend selbstständig und gezielt einsetzen und anwenden:
                - schneiden (z.B. Bleche, Gewinde, Blachenstoffe, doppelte Stofflagen, Webpelz);
                - sägen, bohren (Massivholz, Metallhalbzeuge, Acrylglas).

     TTG.2.D.1  Formgebende Verfahren: Umformen
                Die Schülerinnen und Schüler ...
     1 2a
     2 2b       können die Verfahren erkunden, angeleitet nachvollziehen und üben:
                - fadenverstärkende Verfahren anwenden (z.B. knüpfen, dinteln, zwirnen);
     3 2c       - falten (z.B. Papier), raspeln, feilen und schleifen (Holz);
                - modellieren (z.B. Sand, Papiermaché, Ton).

                können die Verfahren erkunden, zunehmend selbstständig und genau ausführen und
                üben:
                - feilen, schleifen (z.B. Holzwerkstoffe);
                - biegen (Polystyrol), giessen (z.B. Zinn, Gips);
                - modellieren (z.B. Plattentechnik).

                können die Verfahren zunehmend selbstständig und gezielt einsetzen und anwenden:
                - schleifen, polieren (z.B. Kunststoff);
                - biegen (Bleche, Acrylglas), tiefziehen (Kunststoffe);
                - modellieren, giessen (z.B. Wachs, Gips, Ton).

     TTG.2.D.1  Formgebende Verfahren: Verbinden
                Die Schülerinnen und Schüler ...
     1 3a
     2 3b       können die Verfahren erkunden, angeleitet nachvollziehen und üben:
                - nähen von Hand (Papier, Textilien);
     3 3c       - nageln, kleben (Papier, Karton, Holz).

                können die Verfahren erkunden, zunehmend selbstständig und genau ausführen und
                üben:
                - nähen (Naht, Randabschlüsse, Verschlüsse, verstürzen);
                - kleben (Polystyrol), schrauben, popnieten, weichlöten.

                können die Verfahren zunehmend selbstständig und gezielt einsetzen und anwenden:
                - nähen (innovative textile Materialien, Maschenstoffe);
                - kleben (Acrylglas, textile Kunststoffe, Vliese);
                - hartlöten oder schweissen (z.B. schweissen mit Schutzgas, Kunststofffolie).

TTG

2                                      Lehrplan 21                                                15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Textiles und Technisches Gestalten | Kompetenzaufbau                                        389

TTG.2.D.1  Flächenbildende textile Verfahren
           Die Schülerinnen und Schüler ...
1 4a
2 4b       können die Verfahren erkunden, angeleitet nachvollziehen und üben:
           - bilden Flächen (z.B. Strickröhre, flechten, filzen, kaschieren).
3 4c
           können die Verfahren erkunden, zunehmend selbstständig und genau ausführen und
           üben:
           - stricken (z.B. Strickbrett), häkeln und weben.

           können die Verfahren zunehmend selbstständig und gezielt einsetzen und anwenden:
           - stricken (z.B. Rundstricken, Formen stricken) oder häkeln (z.B. Formen häkeln).

TTG.2.D.1  Oberflächenverändernde Verfahren
           Die Schülerinnen und Schüler ...
1 5a
           können die Verfahren erkunden, angeleitet nachvollziehen und üben:                         BG.2.C.1.2a
2 5b
           - kaschieren, sticken (z.B. Knötchenstich, Kettenstich, Bündner Kreuzstich), nadelfilzen;
3 5c
           - perforieren;

           - ölen, wachsen, lackieren (Acryllack), drucken (z.B. mit Fundstücken), bemalen.

           können die Verfahren erkunden, zunehmend selbstständig und genau ausführen und             BG.2.C.1.2c
           üben:
           - sticken (z.B. von Hand), applizieren (z.B. textile Materialien);
           - färben, lasieren, drucken (z.B. Schablonendruck, mit eigenem Druckstock).

           können die Verfahren zunehmend selbstständig und gezielt einsetzen und anwenden:           BG.2.C.1.2e
           - sticken (z.B. Nähmaschine, Stickcomputer), applizieren, schichten, ausschneiden (z.B.
           Quilt);
           - drucken (z.B. Transferdruck, Siebdruck).

                                                                                                                   TTG

15.3.2016                                    Lehrplan 21                                                           2
390 Fachbereichslehrplan | Textiles und Technisches Gestalten | Kompetenzaufbau

     TTG.2            Prozesse und Produkte

     E                Material, Werkzeuge und Maschinen

            1. Die Schülerinnen und Schüler kennen Materialien, Werkzeuge und                            Querverweise
                    Maschinen und können diese sachgerecht einsetzen.                                    EZ - Lernen und Reflexion (7)
                                                                                                         BNE - Gesundheit

     TTG.2.E.1        Material
                      Die Schülerinnen und Schüler ...
     1 1a
     2 1b             kennen ausgewählte Materialien und können damit gestalten (Papier, Karton, Holz, Ton, BG.2.D.1.2a
     3 1c
                                                                                                                                                                                                         BG.2.D.1.2b

                      Styropor, Textilien).

                      können Eigenschaften von Materialien benennen und diese bewusst einsetzen          BG.2.D.1.2d
                      (Holzwerkstoffe, Polystyrol, Draht, dünne Bleche, Leder, textile Materialien).

                      kennen die Eigenschaften von Materialien und können diese sachgerecht anwenden     BG.2.D.1.2f
                      (Massivholz, Acrylglas, Metallhalbzeuge, Vlies, Blache, Gewebe, Maschenstoffe).

     TTG.2.E.1        Werkzeuge und Maschinen
                      Die Schülerinnen und Schüler ...
     1 2a
                      können ihrer feinmotorischen Entwicklung entsprechend Werkzeuge und einfache
     2 2b             technische Geräte unter Anleitung und Aufsicht verwenden (Schere, Handsäge,
     3 2c             Handbohrer, Thermoschneider, Einspannvorrichtung).
                      können dabei Druck, Kraft, Geschwindigkeit und Ausdauer steuern und auf die
                  2d  Arbeitssicherheit achten.

                      können Werkzeuge und Maschinen verantwortungsbewusst und der feinmotorischen
                      Entwicklung entsprechend korrekt einsetzen (Nähmaschine, Webgeräte,
                      Decoupiersäge, Akku- und Ständerbohrmaschine).

                      können Werkzeuge und Maschinen verantwortungsbewusst einsetzen und sachgerecht
                      anwenden (z.B. Overlockmaschine, Stickcomputer, Tellerschleifmaschine, Stich- und
                      Bandsäge, Lamellen-Dübelfräse).

                      können für die Bearbeitung von Materialien Werkzeuge und Maschinen selbstständig
                      wählen und damit sachgerecht umgehen.

TTG

2                                                       Lehrplan 21                                                                                                                                                   15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Textiles und Technisches Gestalten | Kompetenzaufbau                                                                                                                              391

TTG.3      Kontexte und Orientierung

A          Kultur und Geschichte

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Objekte als Ausdruck                           Querverweise
                   verschiedener Kulturen und Zeiten erkennen und deren Symbolgehalt             EZ - Zeitliche Orientierung (3)
                   deuten (aus den Themenfeldern Spiel/Freizeit, Mode/Kleidung,
                   Bau/Wohnbereich, Mechanik/Transport, Energie/Elektrizität).

TTG.3.A.1  Bedeutung und symbolischer Gehalt
           Die Schülerinnen und Schüler ...
1a
           können an Objekten Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen früher und heute
2b         oder zwischen verschiedenen Kulturen erkennen (z.B. Bekleidung, Bauweise, Wasser-
3c         und Windrad).
           können den symbolischen Gehalt von Objekten deuten oder im Spiel neu interpretieren
           (z.B. Krone, Schmuck, Schwert).

           kennen kulturelle und historische Aspekte von Objekten und können deren Bedeutung
           für den Alltag abschätzen (z.B. Bekleidung, Wohnen, Spiel, Mobilität, Elektrizität).
           können im Alltag Objekte erkennen, welche einen symbolischen Gehalt besitzen (z.B.
           Kopfbedeckung, Schmuck).

           können eine Recherche zu kulturellen oder historischen Aspekten durchführen und
           deren Ergebnisse präsentieren (z.B. Kleidung, Mode, Freizeit, Maschine,
           Energiebereitstellung).
           können den symbolischen Gehalt von Objekten aus Design und Technik erkennen und
           deren Wirkung im Alltag deuten (z.B. Jugendkultur, Markenemblem, Logo).

                                                                                                 Querverweise

           2. Die Schülerinnen und Schüler können technische und handwerkliche                   EZ - Zusammenhänge und

           Entwicklungen verstehen und ihre Bedeutung für den Alltag einschätzen.                Gesetzmässigkeiten (5)

TTG.3.A.2  Erfindungen und Entwicklungen
           Die Schülerinnen und Schüler ...
1a
2b         kennen Erfindungen aus ihrer Lebenswelt und können Aussagen über deren Bedeutung NMG.5.1.a

3c                                                                                                                                                                                            NMG.5.3.a

           machen (z.B. Nadel, Nagel, Papier).

           können Auswirkungen von Erfindungen auf den Alltag einschätzen (z.B. Nähmaschine,     NMG.5.3.c
           Webstuhl, Bohrmaschine, Rad, Zahnrad).                                                NMG.5.3.d
           können technische Innovationen und deren Folgen einschätzen (z.B.                     NMG.5.3.g
           Energiespeicherung, Energieumwandlung).                                               NMG.5.3.f

           können Erfindungen und deren Folgen verstehen und bewerten (z.B. synthetische
           Materialien, Bionik, Energiebereitstellung, Robotik).
           können Entwicklungen und Innovationen aus Design und Technik in ihrer Vernetzung
           analysieren und deren Folgen für den Alltag einschätzen (z.B. Stickcomputer, CNC-
           Maschine, 3D-Drucker).

                                                                                                                                                                                                         TTG

15.3.2016                                    Lehrplan 21                                                                                                                                                 3
392 Fachbereichslehrplan | Textiles und Technisches Gestalten | Kompetenzaufbau

     TTG.3             Kontexte und Orientierung

     B                 Design- und Technikverständnis

            1. Die Schülerinnen und Schüler können bei Kauf und Nutzung von                                  Querverweise
                    Produkten ökonomische, ökologische und gesellschaftliche                                 BNE - Natürliche Umwelt und
                    Zusammenhänge erkennen.                                                                  Ressourcen

     TTG.3.B.1         Produktion und Nachhaltigkeit
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     2a
                       kennen ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Argumente zu Kauf und
     3b                Nutzung von Materialien, Rohstoffen und Produkten (Textilien, Holz, Holzwerkstoffe,
                       Kunststoffe).
                    c
                       können Rohstoffgewinnung und Produktion im Sinne der Nachhaltigkeit einschätzen
                       (Textilien, Möbel, Elektronik).

                       können Informationen zu ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen
                       Zusammenhängen der Rohstoffgewinnung recherchieren, um Vor- und Nachteile bei
                       Kauf und Nutzung abzuwägen.

                                                                                                             Querverweise

            2. Die Schülerinnen und Schüler kennen die Herstellung und die                                   EZ - Zusammenhänge und

                                                                                                             Gesetzmässigkeiten (5)
                       sachgerechte Entsorgung von Materialien und können deren Verwendung BNE - Natürliche Umwelt und

                       begründen.                                                                            Ressourcen

     TTG.3.B.2         Herstellung und Verwendung
                       Die Schülerinnen und Schüler ...
     1a
                       können Aussagen zu Gewinnung und Herstellung verschiedener Materialien machen,
     2b                die im Unterricht verwendet werden (Papier, Wolle, Holz).
     3c                können an Beispielen erklären, weshalb Materialien im Alltag oder für ein
                       Gestaltungsvorhaben eingesetzt und wie sie sachgerecht entsorgt werden (z.B. Papier,
                       Glas, Textilien, Farbe).

                       können die Gewinnung und die Herstellung von Materialien beschreiben und Schlüsse
                       für die Verwendung im Alltag ziehen (Holzwerkstoffe, Kunststoffe, Textilien).
                       können Materialien unterscheiden und ausgewählten Entsorgungsgruppen zuordnen
                       (Batterie, Farbe, Lösungsmittel, Leuchtmittel, PET).

                       können die Herstellungsprozesse und den Gebrauch von Materialien erläutern und nach NT.1.3.a
                                                                                                             NT.1.3.b
                       Kriterien der Nachhaltigkeit bewerten (Metalle, textile Fasern).
                                                                                                             NT.1.3.c

                       kennen die Materialien, welche besondere Entsorgungsmassnahmen nötig machen und

                       wissen um eine sinnvolle Weiter- oder Wiederverwertung (Altkleider, elektronische

                       Geräte, Holzwerkstoffe).

TTG

3                                                        Lehrplan 21                                                       15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Textiles und Technisches Gestalten | Kompetenzaufbau                                                                                                                                      393

           3. Die Schülerinnen und Schüler können handwerkliche und industrielle                  Querverweise
                   Herstellung vergleichen.                                                       BNE - Wirtschaft und Konsum

TTG.3.B.3  Handwerk und Industrie
           Die Schülerinnen und Schüler ...
1a
           können einzelne Aspekte der handwerklichen Herstellung mit dem industriellen
2b         Vorgehen vergleichen und beschreiben (z.B. Ton und Backstein, Wolle und Garn,
3c         Zellulose und Papier).

           können Einzelprodukte mit Serienprodukten vergleichen, Unterschiede erkennen und
           benennen (z.B. Auswirkungen der Automatisierung).

           können gewerblich oder industriell gefertigte Produkte aus verschiedenen Perspektiven  NT.1.3.a
           betrachten und bewerten (Unikat und Massenprodukt).                                    NT.1.3.b
           können den Zusammenhang von technischen Innovationen und der Veränderung in der        NT.1.3.c
           Berufsarbeit und im Alltag verstehen und erklären (z.B. Konfektion, industrielle
           Produktionsstrasse).

           4. Die Schülerinnen und Schüler können technische Geräte und Produkte                  Querverweise
                                                                                                  BNE - Gesundheit

           aus dem Alltag in Betrieb nehmen und das entsprechende Wissen aus

           Gebrauchsanleitungen, Montageplänen und dem Internet aufbauen.

TTG.3.B.4  Geräte und Bedienung
           Die Schülerinnen und Schüler ...
1a
2b         können Alltagsgeräte sachgemäss und sicher bedienen (z.B. Heissleimpistole, Föhn,
           Batterie einsetzen).
3c
           können technische Geräte und einfache Produkte mit Unterstützung in Betrieb nehmen MI - Recherche und

                                                                                                                                                                                              Lernunterstützung

           und sich an der Bedienungsanleitung orientieren (z.B. Digital- und Videokamera,
           technisches Spielzeug, Experimentierkasten).

           können technische Geräte und Produkte aufgrund von Bedienungsanleitung und             NT.1.2.a
           Montageplänen sicher in Betrieb nehmen (z.B. Bügeleisen, Möbelzusammenbau,             NT.1.2.b
           Heimwerkermaschine).                                                                   MI - Recherche und
                                                                                                  Lernunterstützung

                                                                                                                                                                                                                 TTG

15.3.2016                                    Lehrplan 21                                                                                                                                                         3
Musik
Elemente des Kompetenzaufbaus

Impressum            Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement Graubünden
                     Lehrplan 21 Graubünden
Herausgeber:         Fassung vom 15.03.2016
Zu diesem Dokument:  Claudio Minutella
                     Alle Rechte liegen beim Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement des Kantons Graubünden.
Titelbild:           gr-d.lehrplan.ch
Copyright:
Internet:
Fachbereichslehrplan | Musik | Inhalt

Inhalt

Bedeutung und Zielsetzungen                                 398

Didaktische Hinweise                                        399

Strukturelle und inhaltliche Hinweise                       402

MU.1       Singen und Sprechen                              402

A          Stimme im Ensemble                               404

B          Stimme als Ausdrucksmittel                       405

C          Liedrepertoire                                   406

MU.2       Hören und Sich-Orientieren                       405

A          Akustische Orientierung                          407

B          Begegnung mit Musik in Geschichte und Gegenwart  408

C          Bedeutung und Funktion von Musik                 409

MU.3       Bewegen und Tanzen                               408

A          Sensomotorische Schulung                         410

B          Körperausdruck zu Musik                          411

C          Bewegungsanpassung an Musik und Tanzrepertoire   412

MU.4       Musizieren                                       411

A          Musizieren im Ensemble                           413

B          Instrument als Ausdrucksmittel                   414

C          Instrumentenkunde                                415

MU.5       Gestaltungsprozesse                              414

A          Themen musikalisch erkunden und darstellen       416

B          Gestalten zu bestehender Musik                   417

C          Musikalische Auftrittskompetenz                  418

MU.6       Praxis des musikalischen Wissens                 417

A          Rhythmus, Melodie, Harmonie                      419

B          Notation                                         421

                                                                 MU

15.3.2016                                    Lehrplan 21
398 Fachbereichslehrplan | Musik | Bedeutung und Zielsetzungen

    Bedeutung und Zielsetzungen

    Kultur, Kunst und Gesellschaft      Das Erschaffen von Kultur gehört zum Menschen. Die Teilhabe an Kunst und Kultur
                                        in der Musik und der musikalischen Alltagswelt ermöglicht es, sich auf
                                        musikalischer Ebene mit anderen Menschen zu verbinden und über die
                                        Kulturgrenzen hinaus zu kommunizieren. Musik kennt viele Formen und Stile. Die
                                        Kinder und Jugendlichen pflegen im ausserschulischen Bereich unterschiedlichste
                                        musikalische Praxen, welche durch biographische und kulturelle Einflüsse
                                        mitgeprägt werden. Durch die Auseinandersetzung mit musikalischer Tradition und
                                        Innovation auch im zeitgenössischen Musikschaffen treten Schülerinnen und
                                        Schüler in Dialog mit der eigenen Person und der Gesellschaft und lernen, sich in
                                        einer Lebenswelt, in der Musik in verschiedensten Formen und Funktionen
                                        allgegenwärtig ist, mündig zu bewegen.

    Schule als Ort kultureller Bildung  Innerhalb der Schule als Lern- und Kulturort leistet der Musikunterricht einen
                                        wichtigen Beitrag an die kulturelle Bildung, indem er allen Kindern und
                                        Jugendlichen das Bilden und Schärfen eines ästhetischen Urteils und den aktiven
                                        Umgang mit Musik ermöglicht. Übergeordnetes Ziel ist eine musikalische
                                        Grundbildung, ausgerichtet auf Förderung von Kreativität, performative Fertigkeiten
                                        und ästhetischen Sinn sowie auf die Vermittlung von Kenntnissen in Kunst und
                                        Kultur.

                                        Weiter bietet sich die Möglichkeit, klassenübergreifend zusammenzuarbeiten und
                                        Angebote der Kulturvermittlung im Bereich Musik zu nutzen (z.B. Schülerkonzerte,
                                        Projektwochen, Musikfeste). Die Schülerinnen und Schüler gestalten auf diese
                                        Weise den Schulalltag und die Schulhauskultur aktiv mit.

    Musikunterricht                     Der Musikunterricht an der Volksschule sichert einen einzigartigen Zugang zur
                                        kulturellen Bildung und basiert auf einem erweiterten Musikverständnis, das auch
                                        Rhythmik/Musik und Bewegung sowie Elemente aus dem Tanz miteinbezieht. Er
                                        bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich in vielfältiger Weise mit
                                        sich selbst, der Gruppe und der kulturellen Umwelt auseinanderzusetzen. Die
                                        Motivation für einen aufbauenden und anhaltenden musikalischen Übungs- und
                                        Lernprozess wird in erster Linie aus positiven Erlebnissen und Freude im Umgang
                                        mit Musik gewonnen. Musikalischen Ausdruck erfahren und differenzieren sowie
                                        rezeptive und reflexive Musikbegegnung bilden das Fundament für die Entwicklung
                                        von musikalischer Kompetenz. Dies geschieht durch einen aktiv
                                        handlungsbezogenen Umgang mit Musik, welcher Stimmerfahrung, Hörerfahrung,
                                        Körpererfahrung, instrumentale Erfahrung, ästhetische Erfahrung sowie
                                        angewandtes musikalisches Wissen beinhaltet.

                                        Die Arbeit an den Kompetenzen des Fachbereiches Musik ermöglicht die
                                        handlungs- und anwendungsorientierte Auseinandersetzung mit künstlerischen und
                                        kulturellen Ausdrucksformen. Die Schülerinnen und Schüler sammeln musikalische
                                        Erfahrungen über vielfältiges, gemeinsames Erleben von Musik.

MU

                                                                Lehrplan 21  15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Musik | Didaktische Hinweise                                                                 399

Didaktische Hinweise

Didaktische Grundsätze

                              Die Entwicklung musikalischer Kompetenzen geschieht einerseits in einem linearen
                              Sinn aufbauend und andererseits in einer Spirale, in welcher einzelne Facetten einer
                              Kompetenz wiederholt in unterschiedlichen Zusammenhängen und in
                              verschiedenen Differenzierungsstufen erworben werden.

                              Die Schülerinnen und Schüler werden in einem umfassenden Sinne musikalisch
                              kompetent. Das heisst, dass sie zunehmend über Erfahrung, Können und
                              musikalisches Wissen verfügen und das Gelernte in neuen Situationen in- und
                              ausserhalb der Schule anwenden können. Angestrebt wird ein Musikunterricht, der
                              die Erfahrungen und das Erleben der Schülerinnen und Schüler ins Zentrum stellt.

Heterogenität                 Der Musikunterricht berücksichtigt die unterschiedlichen Voraussetzungen,
                              Singgewohnheiten und Spieltraditionen der Kinder und Jugendlichen in ihrem
                              Lebensumfeld (Familien, ausserschulische Musikaktivitäten und Freizeit). Die
                              Vielfalt an musikalischen Erfahrungen und Fähigkeiten der Schülerinnen und
                              Schüler wird als Chance genutzt und bereichert den Musikunterricht.

Verbindung der Sinne          Die Einheit von Körper, Musik und Bewegung bildet das Fundament der
                              musikalischen Entwicklung. Die musikalische Wahrnehmung steht am Anfang jedes
                              musikalischen Tuns und gestalterischen Prozesses. Sie benötigt und schult die
                              Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler. Die Schulung der Wahrnehmung
                              braucht Kontinuität und musikalische Anregung und lässt ein Staunen immer
                              wieder zu.

Eigengestalterische Prozesse  Kinder und Jugendliche erfahren in eigengestalterischen Prozessen wesentliche
                              Merkmale und Zusammenhänge von Musik. Alle Schülerinnen und Schülern
                              können, auf jeder Stufe und auch ohne Vorkenntnisse, musikalisch gestalten. Der
                              Entwicklung von Selbstausdruck und Kreativität wird dabei grosse Bedeutung
                              zugemessen.

Handeln, Wissen und Können    Musikalisches Lernen geschieht über den Weg des Handelns zur Aneignung des
                              Wissens und somit zum Begreifen von Musik. Im Unterricht kann diese Reihenfolge
                              auch variiert und der Situation angepasst werden.

Technikerwerb und Üben        Für den Aufbau grundlegender Fähigkeiten und Fertigkeiten (rhythmische und
                              melodische Fertigkeiten, Singfähigkeit) ist der regelmässige Übungsprozess eine
                              zentrale Lernmethode: Üben heisst wiederholen, variieren, vergleichen und
                              beurteilen, verfeinern und anwenden.

Musikhören                    Das aktive (Zu-)hören begleitet jede Musiklektion. In einer Zeit, in der Musik im
                              Alltag fast immer und überall medial präsent ist, gehört das Hinführen zum aktiven
                              Zuhören zum Inhalt des Musikunterrichtes. Die Schulung und Entwicklung des
                              bewussten, aktiven Hörens ist Ausgangspunkt für jedes musikalische Tun.

Musikvermittlung              Im Musikunterricht bietet sich die Möglichkeit, auf das musikalische Umfeld, das
                              regionale Musikleben und auf die aktuelle Musikwirklichkeit der Schülerinnen und
                              Schüler einzugehen und Angebote der Kulturvermittlung an verschiedenen Orten zu
                              nutzen (z.B. Konzertbesuche, Begegnung mit externen Musikschaffenden).

Fachsprache                   Die Anwendung einer musikalischen Fachsprache ist notwendig, damit
                              Schülerinnen und Schüler stufengerecht über Musik, ihre Funktion in der
                              Gesellschaft und über ihre persönlichen Empfindungen sprechen können. Dazu
                              gehört der Aufbau eines entsprechenden Vokabulars über alle Zyklen hinweg.

                                                                                                                    MU

15.3.2016                                            Lehrplan 21
400 Fachbereichslehrplan | Musik | Didaktische Hinweise

    Schwerpunkte überfachliche Kompetenzen

                                   (Siehe auch Grundlagen Kapitel Überfachliche Kompetenzen.)

                                   Verbunden mit den fachlichen Kompetenzen aus den sechs Kompetenzbereichen
                                   fördert musikalisches Lernen auch überfachliche Kompetenzen. Besondere
                                   Bedeutung erhalten im Musikunterricht:

    Kooperationsfähigkeit und      Beim gemeinsamen Musizieren spielt die Fähigkeit, sich an der Zusammenarbeit
    Umgang mit Vielfalt            mit anderen aktiv und kooperativ zu beteiligen, eine zentrale Rolle. Die Schülerinnen
                                   und Schüler lernen, Verschiedenheit zu akzeptieren, erfahren Vielfalt als
                                   Bereicherung und üben sich darin, Entscheide der Gruppe mitzutragen. Dies
                                   geschieht nicht nur in der Begegnung mit anderen Musikkulturen, sondern schliesst
                                   auch verschiedenste musikalische Präferenzen innerhalb der Schulklasse mit ein.

    Selbstreflexion und            Die Schülerinnen und Schüler können eigene Gefühle wahrnehmen und diese
    Eigenständigkeit               musikalisch angemessen ausdrücken. Sie können mit musikalischen
                                   Herausforderungen konstruktiv umgehen sowie einen eigenen Standpunkt
                                   einnehmen.

    Sprachfähigkeit und            Die Schülerinnen und Schüler können kreative Lösungen in einem musikalischen
    Aufgaben/Probleme lösen        Gestaltungsprozess finden und weiterentwickeln. Sie können musikalische
                                   Phänomene in der entsprechenden Fachsprache beschreiben und fachspezifische
                                   Aufgaben- und Problemstellungen lösen (z.B. ein Musikwerk in einen
                                   gesellschaftlichen Kontext stellen).

    Hinweise zum 1. Zyklus

                                   (Siehe auch Grundlagen Kapitel Schwerpunkte des 1. Zyklus.)

                                   Musik spielt im Alltag des Kindes eine wichtige Rolle. Es erfährt Musik vorwiegend
                                   im direkten Kontakt und Erleben von Musik und anderen Menschen. Das
                                   musikalische Spiel und die musikalische Kommunikation entwickeln sich vor dem
                                   Umgang mit notierter Musik.

    Sensomotorik                   Hören und Erleben von Musik erfasst beim Kind den ganzen Körper. Es lernt dabei
                                   auch, die Aufmerksamkeit auf innere Befindlichkeiten zu richten: innere Bilder,
                                   Gefühle werden ausgelöst und Fantasieräume geöffnet. Mädchen und Knaben
                                   erleben ihre Körperlichkeit, indem sie lernen, ihre Grob- und Feinmotorik zu
                                   verfeinern und Bewegungen der Musik vielseitig anzupassen. Dem eigenen Sich-
                                   Ausdrücken und Sich-Identifizieren ist genügend Raum zu geben.

    Gestaltungsräume               Im Umgang mit Liedern, Bewegungen zu Musik, Tänzen, rhythmischen und
                                   melodischen Versen, im Sich-Einfühlen-in-Rollen, im Erkunden von Klangkörpern,
                                   in offenen Gestaltungsaufgaben und weiterem gelingt es Kindern, in der Gruppe
                                   oder alleine, musikalisch orientierte Spielwelten zu bilden und in Atmosphären von
                                   Klängen und Melodien einzutauchen.

    Musikalisches Gruppenerlebnis  Eigenwahrnehmung und Fremdwahrnehmung bilden im musikalischen
                                   Zusammenspiel beim Singen, Tanzen, elementaren Musizieren ein tragendes
                                   Fundament, welches sorgfältig aufgebaut wird. Das Sich-Einordnen-Können sowie
                                   das Verstehen von Regeln im gemeinsamen musikalischen Tun sind wichtig, um
                                   innerhalb des Klassenverbandes eine Musikkultur aufzubauen.

MU

                                                         Lehrplan 21                            15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Musik | Didaktische Hinweise                                                     401

Rahmenbedingungen     Zu den musikalischen Lernarrangements im 1. Zyklus gehören Musiksequenzen in
                      geführten Aktionen sowie musikorientierte Angebote im Freispiel. Im Alltag von
                      Kindern hat das Bewegungsbedürfnis einen grossen Stellenwert. Darum sollte für
                      die Klasse genügend Raum zum musikalisch aktiven Tun vorhanden sein. Zur
                      Grundausstattung eines Musikunterrichtes des 1. Zyklus gehören Elementar- und
                      Rhythmusinstrumente, Rhythmik- und Alltagsmaterialien, Objekte, didaktische
                      Medien sowie Malutensilien.

Rolle der Lehrperson

                      Die Inhalte und Prozesse des Musikunterrichtes werden von der Lehrperson auf der
                      Grundlage der Kompetenzen und Stufenaufbauten ausgewählt. Lehrpersonen und
                      Schülerinnen und Schüler sind zusammen in einen musikalischen Übungs-, Lern-
                      und Gestaltungsprozess involviert. Die Lehrperson agiert dabei als Vorbild einer
                      musikalisch interessierten und kompetenten Person, als musikalische
                      Kommunikationspartnerin, als Mitgestalterin und als Begleitperson von
                      musikalischen Prozessen. Sie begegnet den musikalischen Äusserungen der
                      Schülerinnen und Schüler mit Interesse, Anerkennung und Wertschätzung, kann
                      Freiräume zulassen und baut eine Lernkultur auf, in der auch Fehler Platz haben.

Musikalische Grundschule und Instrumentalunterricht

                      Im Kanton Graubünden besteht die Möglichkeit, Angebote musikalischer
                      Grundbildung in den Blockzeiten anzubieten (vgl. Schulverordnung Art. 24).

                      Der Unterricht an der Musikschule, namentlich der individuelle
                      Instrumentalunterricht, ist nicht Gegenstand des Lehrplans 21. Ausserschulisch
                      erworbene instrumentale Fertigkeiten und Fähigkeiten können nach Möglichkeit in
                      den schulischen Musikunterricht miteinbezogen werden.

                                                                                                        MU

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402 Fachbereichslehrplan | Musik | Strukturelle und inhaltliche Hinweise

     Strukturelle und inhaltliche Hinweise

      Kompetenzbereiche

                                                                  Die sechs Kompetenzbereiche bilden den Fachbereich umfassend ab und
                                                                  beschreiben den aktiv handelnden Umgang mit Musik. Sie werden
                                                                  mehrperspektivisch und vielseitig miteinander in Verbindung gebracht. Die
                                                                  Kompetenzbereiche Gestaltungsprozesse (MU.5) und Praxis des musikalischen
                                                                  Wissens (MU.6) sind mit allen Kompetenzbereichen zu verbinden, um gestalterische
                                                                  Prozesse und theoretische Inhalte der Musik erfahrbar zu vermitteln.
                                                                  Jeder Kompetenzbereich ist in thematische Schwerpunkte gegliedert, welche die
                                                                  Orientierung innerhalb des Kompetenzbereichs erleichtern.

    Singen und Sprechen         Die Schülerinnen und Schüler setzen ihre Stimme im musikalischen Lernen
    Hören und Sich-Orientieren  vielfältig ein, indem sie eine Beziehung zu ihrer persönlichen Stimme aufbauen und
    Bewegen und Tanzen          sich im stimmlichen Ausdruck als Individuum erleben (Stimmbildung). Sie singen
    Musizieren                  sowohl chorisch als auch solistisch im Ensemble und erarbeiten ein vielseitiges
                                Repertoire.

                                Die Schülerinnen und Schüler orientieren sich akustisch in Zeit und Raum, lernen
                                bewusst zu hören und können Beispiele aus Musikgeschichte, Gegenwart und
                                verschiedenen Kulturräumen unterscheiden. Sie setzen sich mit Bedeutung und
                                Funktion der Musik ihrer Umgebung sowie in den Medien auseinander.

                                Die Schülerinnen und Schüler lernen, sich über ihren Körper auszudrücken und in
                                einen Dialog mit der Musik zu treten. Die differenzierte Körperwahrnehmung bildet
                                das Fundament für die sensomotorische Entwicklung als Basis eines
                                handlungsbezogenen Umgangs mit Musik.

                                Die Schülerinnen und Schüler musizieren sowohl mit verschiedenen einfachen
                                Instrumenten und Klangquellen als auch mit Körperperkussion. Das Spielen in
                                Konstellationen von Miteinander und Nacheinander, das Wechselspiel von einzeln
                                und zusammen bilden eine Basis für nonverbale Kommunikationsformen.

MU

                                Lehrplan 21  15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Musik | Strukturelle und inhaltliche Hinweise                                         403

Gestaltungsprozesse       Die Schülerinnen und Schüler bilden ihre Kreativität, indem sie sich als Person
                          einbringen, auf Gestaltungsprozesse in der Gruppe einlassen und eigenständige
Praxis des musikalischen  Ideen entwickeln. Sie erkunden, experimentieren und improvisieren mit Körper,
Wissens                   Stimme, Rhythmus, Klang sowie verschiedenen Instrumenten und Medien.
                          Ausgeformte Gestaltungen können in der Klasse oder klassenübergreifend
                          präsentiert werden.

                          Ziel der elementaren Musiklehre in der Volksschule ist das Erfahrbarmachen von
                          musikalischen Strukturen. Dies kann nicht isoliert geschehen, sondern in stetiger
                          Verbindung mit Musikpraxen der anderen Kompetenzbereiche. Die Schülerinnen
                          und Schüler eignen sich die elementare Musiklehre handlungs- und praxisorientiert
                          an.

                                                                                                             MU

15.3.2016                                                             Lehrplan 21
404 Fachbereichslehrplan | Musik | Kompetenzaufbau

    MU.1              Singen und Sprechen

    A                 Stimme im Ensemble

          1. Die Schülerinnen und Schüler können sich singend in der Gruppe                                Querverweise
                  wahrnehmen und ihre Stimme im chorischen Singen differenziert                            EZ - Wahrnehmung (2)
                  einsetzen.                                                                               EZ - Eigenständigkeit und
                                                                                                           soziales Handeln (9)

    MU.1.A.1          Die Schülerinnen und Schüler ...

    1a                können mit ihrer Singstimme Vorgesungenes nachahmen.
                      können sich singend in der Klasse einordnen.
                   b  können sich beim Singen in der Klasse in ein Klangerlebnis einlassen und dabei eine
                   c  Klangvorstellung entwickeln.
                      können in der Gruppe einstimmig singen.
                   d  können in der Klasse mehrstimmig im Kanon singen.
                   e  können ihre Stimme im chorischen Singen integrieren und sich für das gemeinsame
                      Musizieren engagieren.
    2f                können in zweistimmigen Liedern ihre Stimme halten.

                   g

          h können im chorischen Singen den Anweisungen der Lehrperson bezüglich Einsätze,
                 Tempo und Dynamik folgen.

          i können Lieder in der Klasse oder in Gruppen üben (z.B. Ausdauer zeigen, Konzentration
                beibehalten) sowie Interpretationsmöglichkeiten erproben und vergleichen.

    3     j können in mehrstimmigen Liedern ihre Stimme halten.

          k können ihren spezifischen Beitrag im mehrstimmigen chorischen Singen leisten (z.B.
                 Rhythmus, Solo, Bewegung).

          l können ein begleitetes Lied solistisch oder in Gruppen vortragen.

MU

1                                                   Lehrplan 21                                            15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Musik | Kompetenzaufbau                                                                                       405

MU.1              Singen und Sprechen

B                 Stimme als Ausdrucksmittel

           1. Die Schülerinnen und Schüler können ihre Stimme und deren                               Querverweise
                   klanglichen Ausdruck wahrnehmen, entwickeln und formen.                            EZ - Fantasie und Kreativität
                                                                                                      (6)
                                                                                                      EZ - Körper, Gesundheit und
                                                                                                      Motorik (1)
                                                                                                      D.3.A.1

MU.1.B.1          Singen
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1 1a
                  können ihre Singstimme wahrnehmen, variieren und spielerisch erkunden.
             1b   können angeleitet mit der Atmung spielen und diese beim Singen erproben.
             1c   können in vorgegebenen Tonräumen experimentieren (z.B. Fünftonraum).
             1d   können kurze ein- bis zweitaktige Tonfolgen memorieren und singen.
                  können Artikulationen beim Singen differenziert anwenden (Vokale und Konsonanten).
2 1e              können ihre Stimme für unterschiedliche Ausdrucksformen und Stimmexperimente
                  einsetzen (z.B. Beatbox, Vocal-Percussion).
              1f  können ihre Stimmlage entdecken, festigen und Töne mit der Stimme sicher treffen.

             1g

           1h können mit ihrer Stimme unterschiedliche Klangfarben erzeugen.

3          1i können zwischen Kopf- und Bruststimme unterscheiden und beide einsetzen.

           1j können die eigene Stimme im Tonumfang erweitern und kräftigen.

           1k können ihren Tonumfang erkennen und gezielt einsetzen.

MU.1.B.1          Sprechen                                                                            FS1GR.3.B.2.a
                  Die Schülerinnen und Schüler ...                                                    FS2GR.3.B.2.a
1 2a
                  können lautmalerisch mit Silben und Nonsenssprache spielen.
             2b   können Verse und Reime rhythmisch sprechen.
                  können die Sprechstimme als Ausdrucksmittel einsetzen.
             2c   können beim Sprechen deutlich artikulieren (Wortverständlichkeit).
                  können Sprechspiele, Lautmalereien und Zungenbrecher mit und ohne Vorgabe
             2d   realisieren.

2 2e

           2f können Texte mit oder ohne Begleitung rhythmisch darstellen.

           2g können Texte groovebezogen interpretieren und rappen (z.B. HipHop).

3          2h können eigene Texte einem vorgegebenen Rhythmus anpassen (z.B. viertaktige

                  Patterns).

           2i können eigene Song- und Raptexte schreiben und interpretieren.

                                                                                                                                     MU

15.3.2016                                       Lehrplan 21                                                                          1
406 Fachbereichslehrplan | Musik | Kompetenzaufbau

    MU.1              Singen und Sprechen

    C                 Liedrepertoire

                                                                                                             Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können Lieder aus verschiedenen Zeiten, EZ - Sprache und
                                                                                                             Kommunikation (8)
                      Stilarten und Kulturen singen und verfügen über ein vielfältiges
                                                                                                             EZ - Zusammenhänge und

                      Repertoire.                                                                            Gesetzmässigkeiten (5)

    MU.1.C.1          Die Schülerinnen und Schüler ...

    1a                können sich auf verschiedene Stimmungen in Liedern einlassen und mitsingen.

                   b  können aus ihrer Lebenswelt Kinderlieder und Singspiele singen (z.B. Alltag, Familie,
                      Heimat, Natur).
                   c
                      können Kinderlieder in Erstsprache, Mundart, Standardsprache, anderen
                   d  Kantonssprachen und aus unterschiedlichen Kulturen singen.

    2e                können Lieder, Kanons und Volkslieder singen und verfügen über ein Repertoire.

                      können ausgewählte Lieder aus verschiedenen Stilarten singen (z.B. klassische Musik,
                      Pop, Jazz).

          f können die Eigenart von Liedern aus unterschiedlichen Kulturen singend interpretieren BNE - Kulturelle
                                                                                                             Identitäten und
                      und dem entsprechenden kulturellen Kontext zuordnen (z.B. Liebeslied, Heimatlied,
                                                                                                             interkulturelle

                      Schweizerische Landeshymne, Lieder zu Festen und Ritualen verschiedener Länder,        Verständigung

                      Jahreszeitenlied).

          g können Beispiele aus der aktuellen Musikszene singen und ihre musikalischen
                 Präferenzen einbringen.

    3     h können Lieder aus unterschiedlichen Stilarten singen, die sprachlichen Besonderheiten FS3GR.6.A.1.d

                      berücksichtigen und den damit verbundenen Ausdruck erproben.

          i können Singtechniken aus verschiedenen Stilarten unterscheiden und erproben (z.B.
                Kunstlied, Popgesang).

          j können Lieder und exemplarische Kunstlieder aus Geschichte und Gegenwart solistisch
                oder chorisch interpretieren.

MU

1                                                   Lehrplan 21                                                                 15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Musik | Kompetenzaufbau                                                                          407

MU.2              Hören und Sich-Orientieren

A                 Akustische Orientierung

           1. Die Schülerinnen und Schüler können ihre Umwelt und musikalische                    Querverweise
                   Elemente hörend wahrnehmen, differenzieren und beschreiben.                    EZ - Wahrnehmung (2)
                                                                                                  NMG.4.2

MU.2.A.1          Die Schülerinnen und Schüler ...

1a                können ihre Aufmerksamkeit auf akustische Klangquellen fokussieren.
                  können Gehörtes wahrnehmen und differenziert in Bild und Bewegung darstellen.
               b  können die Unterschiede von Geräusch, Ton und Mehrklang erkennen, nach
                  ausgewählten Kriterien ordnen und beschreiben.
2c

           d können musikalische Verläufe hörend verfolgen, zeigen und beschreiben (z.B.
                  Melodieverlauf, Lautstärke).

           e können musikalische Formen unterscheiden und hörend wiedererkennen (z.B. Rondo,
                  Liedform).

3          f können musikalische Aspekte bewusst verfolgen und aufzeigen (z.B. Instrumentierung,

                  Form, Interpretation).

           g können zu einem gehörten Musikstück eigene Fragen generieren und mögliche
                  Antworten diskutieren.

           h können gehörte Musikabschnitte mithilfe einer Partitur musikalisch beschreiben.

                                                                                                                        MU

15.3.2016                                       Lehrplan 21                                                             2
408 Fachbereichslehrplan | Musik | Kompetenzaufbau

    MU.2              Hören und Sich-Orientieren

    B                 Begegnung mit Musik in Geschichte und Gegenwart

                                                                                                         Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können Musik aus verschiedenen Zeiten, EZ - Lernen und Reflexion (7)
                                                                                                                                                                                                          EZ - Zusammenhänge und
                  Gattungen, Stilen und Kulturräumen erkennen, zuordnen und eine offene Gesetzmässigkeiten (5)

                      Haltung einnehmen.                                                                 BNE - Kulturelle Identitäten
                                                                                                         und interkulturelle

                                                                                                         Verständigung

    MU.2.B.1          Die Schülerinnen und Schüler ...

    1a                können sich auf verschiedene Musikangebote einlassen, Lieder und Musik aus ihrer
                      Lebenswelt hören und unterscheiden.
                   b
                      können durch wiederholtes Hören musikalisch Vertrautes in Neuem wiedererkennen
                   c  (z.B. Das klingt wie...).

    2d                können ihnen bekannte Musik wiedererkennen und verschiedenen Stilen zuordnen.

                   e  können exemplarische Musikbeispiele unterscheiden und einen Bezug zu Lebenswelten
                      von Menschen herstellen.

                      kennen Biografien einiger Komponist/innen und Ausschnitte aus ihren Werken.

          f können exemplarische Musikstücke in Bezug zu Vergangenheit, Gegenwart und                    FS1GR.6.A.1.a
                Kulturräumen ordnen.                                                                     FS2GR.6.A.1.a

    3     g können sich mit Musik von Mitschüler/innen auseinandersetzen und deren                       FS1GR.6.A.1.d
                                                                                                         FS2GR.6.A.1.d
                      Musikvorlieben und Musiktraditionen mit Respekt begegnen.                          FS3GR.6.A.1.d

          h können zu musikgeschichtlichen Werken Musikkulturen recherchieren und deren
                 Eigenheiten hörend erkennen.

          i können Musik bezüglich ausgewählter Merkmale in musikgeschichtliche und                      BNE - Politik,
                gesellschaftliche Bezüge einordnen (z.B. politische Musik, Singstimmen in                Demokratie und
                verschiedenen Stilen).                                                                   Menschenrechte

          j kennen einzelne Musiker/innen und Komponist/innen der Gegenwart und können deren
                Musik mit eigenen Fragen begegnen und besprechen (z.B. Komponist/in der
                Postmoderne, Musiker/in der Popszene).

MU

2                                                   Lehrplan 21                                                          15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Musik | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                                 409

MU.2             Hören und Sich-Orientieren

C                Bedeutung und Funktion von Musik

           1. Die Schülerinnen und Schüler können verschiedene Bedeutungen,                            Querverweise
                   Funktionen sowie emotionale und physische Wirkungen von Musik in                    EZ - Lernen und Reflexion (7)
                   ihrem Umfeld, in der Gesellschaft und in den Medien erfassen.

MU.2.C.1         Bedeutung und Funktion
                 Die Schülerinnen und Schüler ...
1
                 können ein Musikereignis hörend dem jeweiligen gesellschaftlichen Anlass zuordnen
             1a  (z.B. Zirkus, Fasnacht, Besinnung, Konzert).
             1b
                 können durch Musik ausgelöste Stimmungen wahrnehmen und dabei entstehende
             1c  Gefühle zulassen und sichtbar machen (z.B. fröhlich, ausgelassen, wütend,
                 melancholisch).
2 1d
                 können musikalisch geschilderte Geschichten erfassen und dazu Situationen und
                 Figuren spielen (z.B. reiten wie ein Prinz zu festlicher Musik).

                 können in Werkbegegnungen Eindrücke beschreiben und typische Aufführungsorte
                 vermuten und zuordnen (z.B. Kirche, Konzert, Tanzmusik).

           1e können ausgewählten Hörbeispielen Stimmungen und Lebenssituationen zuordnen und
                    beschreiben.

           1f können bei Musikbeispielen hörend Eindrücke sammeln und diese in einen Bezug zu
                   den eigenen musikalischen Präferenzen bringen.

3          1g können die Wirkung eines Musikstückes aus persönlicher Sicht darlegen und

                 begründen.

           1h können Funktionen exemplarischer Musikbeispiele erkennen und einem                       ERG.3.1.b
                    gesellschaftlichen Kontext zuordnen (z.B. Disco, Filmmusik, Nationalhymne).

           1i können Atmosphären von Musikwerken und deren Wirkungsfelder differenziert
                    wahrnehmen und dazugehörige Hintergründe erarbeiten (z.B. soziale, geschichtliche
                    Aspekte).

MU.2.C.1         Gehörschutz
                 Die Schülerinnen und Schüler ...
2 2a
                 kennen die Gefahr von anhaltend lauter Musik und können Schutzmassnahmen für das BNE - Gesundheit

                                                                                                                                                                                                    NMG.4.2.b

                 Gehör treffen (z.B. Kopfhörer, Konzert).

3          2b kennen die Folgen von intensiver Gehörbelastung (Dauer, Lautstärke) und können           BNE - Gesundheit
                                                                                                       NMG.4.2.e
                 sowohl als Musizierende, als auch beim Musikkonsum verantwortungsvoll mit ihrem

                 Gehör umgehen.

                                                                                                                                                                                                               MU

15.3.2016                                       Lehrplan 21                                                                                                                                                    2
410 Fachbereichslehrplan | Musik | Kompetenzaufbau

    MU.3              Bewegen und Tanzen

    A                 Sensomotorische Schulung

          1. Die Schülerinnen und Schüler können ihren Körper sensomotorisch                            Querverweise
                  differenziert wahrnehmen, einsetzen und musikbezogen reagieren. Sie                   EZ - Wahrnehmung (2)
                  können sich zu Musik im Raum und in der Gruppe orientieren.                           EZ - Eigenständigkeit und
                                                                                                        soziales Handeln (9)

    MU.3.A.1          Die Schülerinnen und Schüler ...

    1a                können einzelne Körperteile lokalisieren, benennen und den Körper im Musizieren und BS.3.A.1.a
                      Tanzen bewusst einsetzen (z.B. winken und stampfen im Begrüssungslied).
                   b
                   c  können einzelne Sinne für die Bewegung zur Musik vielseitig nutzen (z.B.
                   d  Richtungsgehen zu Musikquelle).
                   e
                   f  können Musik mit Bewegung im Raum spielerisch darstellen (z.B. Drehungen variert  BS.3.A.1.b
                      ausführen, vorwärts, rückwärts) und sich in der Gruppe räumlich orientieren.
    2g
                      können sich in Figuren, Tiere, Gegenstände und Phänomene einfühlen und sich mit
                      ihnen in der Bewegung identifizieren (z.B. herunterrollende Steine).

                      können Kontraste und Übergänge in der Musik erkennen und mit ihrem Körper
                      darstellen (z.B. fliessend-akzentuiert-pausierend).

                      können Musik und musikalische Parameter im Körper empfinden und fantasievoll
                      darstellen (z.B. Refrain eines Liedes, melodische Phrase).

                      können ihren Körperpuls wahrnehmen, ihren Atem sowie ihre Körperspannung mit
                      Musik in Verbindung bringen.

MU

3                                                       Lehrplan 21                                                   15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Musik | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                                  411

MU.3              Bewegen und Tanzen

B                 Körperausdruck zu Musik

                                                                                                       Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können ihren Körper als Ausdrucksmittel EZ - Fantasie und Kreativität
                                                                                                                                                                                                           (6)
                   einsetzen und in Verbindung mit Materialien und Objekten zu Musik in EZ - Körper, Gesundheit und

                  Übereinstimmung bringen und in der Gruppe interagieren.                              Motorik (1)
                                                                                                       BS.3.B.1

MU.3.B.1          Die Schülerinnen und Schüler ...

1a                können Musik in der Bewegung mit Materialien sichtbar machen (z.B. mit Tuch, Feder,
                  Stab, Kugel, Nüssen).
               b
                  können Körperbewegungen musikalisch erkunden und erfinderisch einsetzen (z.B. Wie
               c  klingen Sprungkombinationen, schwingende Bänder?).

2d                können zu einem Lied oder Musikstück passende Bewegungen finden und ausformen.

               e  können musikalische Formen und Gestaltungsprinzipien mit Bewegung ausdrücken.

                  können Assoziationen zu Musik bilden und mit Bewegung darstellen (z.B. sommerlich,
                  heiter, übermütig, monoton, sehnsüchtig, gefährlich).

           f können mit Objekten, Kostümen und Requisiten Bewegungselemente ausformen und
                 damit ausgewählte Musik darstellen.

3          g können in Gruppen musizieren und dazu passende Bewegungsabläufe erfinden.

           h können Melodie und Rhythmus eines Liedes sowie Texte mit Körpersprache und
                  -ausdruck unterstützen (z.B. Song, Sprechgesang).

           i können zu Musikstücken vorgegebene Bewegungsabläufe übernehmen, variieren sowie
                 Improvisationen in Gruppen entwickeln.

                                                                                                                                                                                                                MU

15.3.2016                                       Lehrplan 21                                                                                                                                                     3
412 Fachbereichslehrplan | Musik | Kompetenzaufbau

    MU.3              Bewegen und Tanzen

    C                 Bewegungsanpassung an Musik und Tanzrepertoire

                                                                                                        Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können ihre Bewegungen koordiniert der EZ - Körper, Gesundheit und
                                                                                                        Motorik (1)
                      Musik anpassen. Sie verfügen über ein Repertoire an Tänzen aus
                                                                                                        BS.3.C.1

                      unterschiedlichen Zeiten, Kulturen und Stilen.

    MU.3.C.1          Die Schülerinnen und Schüler ...

    1a                können in Reigentänzen die Kreisform halten und Bewegungslieder ausführen.

                   b  können Bewegungsmuster zu Musik mit Füssen und Händen koordinieren und
                      wiederholen (z.B. Puls, Taktschwerpunkt, Rhythmus, Gangart, Gesten).
                   c
                      können in der Gruppe einen zweiteiligen Tanz nach Vorlage ausführen und einzelne
                   d  Elemente variieren (z.B. Kreistanz, Kindertanz).

    2e                können Tanzschritte und Handfassungen in Gruppenformationen ausführen.

                      können zu einem Musikstück eine einfache vorgegebene Choreographie üben und
                      ausführen.

          f können Rhythmusmuster in passende Bewegung umsetzen und Grundschritte aus
                verschiedenen Tanzstilen ausführen (z.B. Polka, Rock 'n' Roll).

          g können zu Musik aus verschiedenen Ländern unterschiedliche Rollen tanzen (z.B.
                 Kreis-, Volks-, Folkloretanz).

    3     h können ungewohnte Taktarten und Taktwechsel in Schrittkombinationen ausführen (z.B.

                      5-er, 7-er, Wechsel 3/4-6/8).

          i können Funktionen des Tanzes und der dazugehörenden Musik in verschiedenen
                gesellschaftlichen Situationen erkennen (z.B. Paartanz, sakraler Tanz, Jugendkultur).

          j können Bewegungs- und Tanzausschnitte und charakteristische Tanzfiguren in
                musikalischen Projekten einsetzen (z.B. in einem Musical).

MU

3                                                    Lehrplan 21                                                      15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Musik | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                                                   413

MU.4              Musizieren

A                 Musizieren im Ensemble

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können sich als Musizierende wahrnehmen EZ - Eigenständigkeit und
                                                                                                                                                                                                           soziales Handeln (9)
                   und mit Instrumenten sowie Körperperkussion in ein Ensemble einfügen.

MU.4.A.1          Die Schülerinnen und Schüler ...

1                 können sich im musikalischen Spiel der Gruppe anpassen (z.B. Tempo, Rhythmus,
                  Lautstärke).
               a  können in der Gruppe einen vorgegebenen Strukturverlauf auf einem Instrument
                  spielen oder mit Körper wiedergeben (z.B. Spannungsbogen, Melodie).
               b  können eine Begleitung spielen und sich in die musizierende Gruppe einfügen.
                  können eine Melodie- oder Rhythmusstimme in der Gruppe spielen (z.B. Ostinato).
               c

2d

           e spielen mit dem Klasseninstrumentarium und können sich dem Tempo und dem
                  musikalischen Ausdruck der Klasse anpassen.

           f üben einfache Klassenarrangements und können dabei Interpretationsmöglichkeiten
                 ausprobieren, vergleichen und ihre Vorstellung realisieren (z.B. ein Stück lustig, traurig,
                 schleppend, gehetzt spielen).

3          g können ausgewählte Rhythmus- und Melodiepatterns (z.B. aus verschiedenen Kulturen,

                  Epochen und Stilen) spielen und deren Besonderheit erkennen.

           h können nach Improvisationsvorlagen in der Gruppe musizieren (z.B. Harmoniefolge,
                  Bluestonleiter, Pentatonik).

           i können Musik aus verschiedenen Kulturen, Epochen und Stilen im Klassenarrangement
                  spielen.

           j können Elemente aus Musikstilen adaptieren oder verfremden.

                                                                                                                                                                                                                                 MU

15.3.2016                                       Lehrplan 21                                                                                                                                                                      4
414 Fachbereichslehrplan | Musik | Kompetenzaufbau

    MU.4             Musizieren

    B                Instrument als Ausdrucksmittel

                                                                                                          Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können Instrumente, Klangquellen und                            EZ - Fantasie und Kreativität

                     elektronische Medien erkunden, damit experimentieren, improvisieren und              (6)

                     nach Vorlagen spielen.

    MU.4.B.1         Akustische Instrumente
                     Die Schülerinnen und Schüler ...
    1 1a
                     können Materialien musikalisch differenziert erkunden und bespielen (z.B.
                 1b  Alltagsgegenstand, Spielobjekt, Naturmaterial).
                 1c
                 1d  können grafische Notation spielen und erfinden (z.B. Klangspur, einfache Partitur).

    2 1e             können mit Instrumenten Stimmungen und Geschichten musikalisch gestalten.

                     können sich in Gruppenimprovisationen einlassen, dabei Spielregeln definieren und
                     musizierend miteinander kommunizieren.

                     können eine eigene Klangpartitur gestalten und diese mit Instrumenten umsetzen.

          1f können musikalische Impressionen zu Stimmungen und Emotionen erfinden, spielen
                  und Gegensätze herausarbeiten (z.B. heiter/bedrohlich, Glück/Trauer).

    3     1g können zu Begriffen musikalische Spannungsverläufe entwickeln und spielen und dabei

                     verschiedene Artikulationen anwenden (z.B. wachsen, fliegen).

          1h können Pattern und Ostinati anwenden und verändern (z.B. Improvisationsmuster).

          1i können schriftliche Darstellungen umsetzen (z.B. Partiturausschnitt, Tabulatur,
                   Akkordbezeichnung) und als Vorlage für eigene Ideen verwenden.

    MU.4.B.1         Musikelektronik und neue Medien
                     Die Schülerinnen und Schüler ...
    2 2a
                     können Rhythmusstrukturen übernehmen und erfinden und aktuelle Patterns umsetzen MI.1.3.c
                     (z.B. mit Apps).

          2b können mit elektronischen Medien (z.B. Smartphone, Keyboard) musikalisch                     MI.1.3.c
                   experimentieren.
                                                                                                          MI - Produktion und
          2c können Instrumente der aktuellen Musikszene ausprobieren und Erfahrungen im                  Präsentation
                   Umgang und Spiel mit diesen Instrumenten sammeln.

    3     2d kennen ausgewählte Musiksoftware und können diese erkunden, testen und für

                     musikalische Aufgaben einsetzen.

          2e können Klänge aus ihrer Umwelt elektronisch aufnehmen, verändern und damit                   MI.1.3.h
                   musikalisch experimentieren und anwenden.                                              MI - Produktion und
                                                                                                          Präsentation
          2f können ein Klangarrangement mit Instrumenten und elektronischen Klangquellen
                   umsetzen.                                                                              MI - Recherche und
                                                                                                          Lernunterstützung

MU

4                                                      Lehrplan 21                                                             15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Musik | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                                                     415

MU.4              Musizieren

C                 Instrumentenkunde

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler kennen unterschiedliche Musikinstrumente EZ - Zusammenhänge und
                                                                                                                                                                                                           Gesetzmässigkeiten (5)
                   und können verschiedene Arten der Klangerzeugung unterscheiden und

                   deren Gesetzmässigkeiten erkennen.

MU.4.C.1          Die Schülerinnen und Schüler ...

1a                können einfache Materialien zu Instrumenten umfunktionieren (z.B. Büchse als Klinger,
                  Tontopftrommel, Plastikrohr als Rufinstrument, klingende Wassergläser).
               b
                  können eine Auswahl des Schulinstrumentariums benennen (z.B. Klangstab, Triangel,
               c  Schlagholz) und achtsam damit spielen (Materialsorgfalt).

2d                können ausgewählte Instrumente unterscheiden und beschreiben.

               e  können beim Bau von einfachen Instrumenten Gesetzmässigkeiten der Klangerzeugung NMG.4.2.d
                  ermitteln und anwenden (z.B. Erzeugung unterschiedlicher Tonhöhen durch
                  Längenteilung mit HiIfe einer Saite).

                  können Prinzipien der Klangerzeugung fantasievoll anwenden und in unterschiedlichen
                  Situationen zum musikalischen Gestalten einsetzen (z.B. streichen, schlagen, blasen).

           f können Instrumentengruppen unterscheiden und einzelne Formationen beschreiben
                 (z.B. Quartett, Orchester).

           g können einzelne Instrumente der aktuellen Musikszene (z.B. Pop, Elektro,
                  zeitgenössische Musik) unterscheiden und erkennen.

           h können Schallwellen, Obertöne, Klangfärbungen und akustische Phänomene
                  hörend verstehen und kommentieren.

3          i können die Möglichkeiten der elektronischen Verstärkung und -bearbeitung erkennen

                  und anwenden (z.B. Verstärkung der Singstimme mit Mikrofon).

           j können in einem notierten Musikstück (z.B. Partitur) Instrumente erkennen und
                 beschreiben.

                                                                                                                                                                                                                                   MU

15.3.2016                                       Lehrplan 21                                                                                                                                                                        4
416 Fachbereichslehrplan | Musik | Kompetenzaufbau

    MU.5              Gestaltungsprozesse

    A                 Themen musikalisch erkunden und darstellen

                                                                                                          Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können Themen und Eindrücke aus ihrer EZ - Räumliche Orientierung
                                                                                                                                                                                                          (4)
                  Lebenswelt alleine und in Gruppen zu einer eigenen Musik formen und EZ - Fantasie und Kreativität

                      darstellen.                                                                         (6)

    MU.5.A.1          Die Schülerinnen und Schüler ...

    1a                können Aussen- und Innenräume musikalisch erkunden und damit spielen (z.B. Wie
                      klingt der Pausenplatz? Spiel mit klingenden Objekten des Klassenzimmers).
                   b
                      können zu Themen ihrer Fantasie- und Lebenswelt eine Klanggeschichte entwickeln
    2c                (z.B. im Wald, meine Wohnstrasse).

                      können Erlebnisse (z.B. Nachmittag im Schwimmbad) als musikalische Impulse nutzen,
                      diese weiterentwickeln und musikalische Darstellungsformen finden .

          d können zu Themen (z.B. Geschichte, Kunstwerk, Emotion) eine einfache Musik
                 entwickeln und ausgestalten.

    3     e können zu musikalischen Fragestellungen kreative Lösungen finden (z.B. Wie klingt die

                      Musik der Grosseltern? Wie klingt eine Filmszene, ein Sportanlass?).

          f können eine musikalische Collage zu einem aktuellen Thema entwickeln und                      MI - Produktion und
                produzieren (z.B. aus ihrem Interessensbereich, Thema aus der Gesellschaft).              Präsentation

          g können in der Gruppe eine Performance oder einen Videoclip zu einem Thema                     BG.2.C.1.6e
                 produzieren und vertonen.                                                                MI.1.3.h
                                                                                                          MI - Produktion und
                                                                                                          Präsentation

MU

5                                                   Lehrplan 21                                                                15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Musik | Kompetenzaufbau                                                                                          417

MU.5              Gestaltungsprozesse

B                 Gestalten zu bestehender Musik

           1. Die Schülerinnen und Schüler können zu bestehender Musik                                   Querverweise
                   unterschiedliche Darstellungsformen entwickeln.                                       EZ - Fantasie und Kreativität
                                                                                                         (6)
                                                                                                         EZ - Körper, Gesundheit und
                                                                                                         Motorik (1)

MU.5.B.1          Die Schülerinnen und Schüler ...

1a                können zu Musik fantasieren, Ideen dazu entwickeln und diese in andere                 BG.2.C.2.b
                  Ausdrucksformen bringen (z.B. malen, bauen, bewegen).
               b
                  können sich zu Musik in Situationen und Rollen versetzen und diese ausgestalten (z.B.
2c                ein Schmetterling, ein spielender Bär, Kind auf einer Schlittenfahrt).

                  können zu bestehender Musik eigene musikalische Mitspielaktionen erfinden.

           d können zu bestehender Musik eine bildnerische, theatralische oder tänzerische               BG.2.C.2.d
                  Gestaltung entwickeln.

           e können Episoden aus einem Musiktheater in eine szenische Darstellung bringen.

3          f können musikalische Vorbilder und deren Performances erkunden und in persönlicher

                  Weise adaptieren.

           g können zu Musik Assoziationen bilden, eine thematische Auswahl treffen (z.B. Liebe,         BG.2.C.2.f
                  Protest, Macht) und diese in Musik und andere Medien umsetzen.                         MI.1.3.h

           h können aus einem gewählten Musikstil eine kurze Reproduktion oder Improvisation
                  entwickeln und zeigen.

                                                                                                                                        MU

15.3.2016                                           Lehrplan 21                                                                         5
418 Fachbereichslehrplan | Musik | Kompetenzaufbau

    MU.5              Gestaltungsprozesse

    C                 Musikalische Auftrittskompetenz

          1. Die Schülerinnen und Schüler können ihre musikalischen Fähigkeiten                             Querverweise
                  präsentieren.                                                                             EZ - Sprache und
                                                                                                            Kommunikation (8)

    MU.5.C.1          Die Schülerinnen und Schüler ...

    1a                können ihre eigenen musikalischen Ideen der Gruppe vorzeigen.

                   b  können in der Gruppe oder alleine vor anderen singen, tanzen und musizieren (z.B. in
                      der Klasse).
    2c
                      können ein Musikstück allein oder in der Gruppe zur Aufführung bringen (z.B.
                      Musizieren mit Klasseninstrumentarium am Elternabend).

          d können ein Lied in Form einer ausgearbeiteten Präsentation alleine oder in der Gruppe
                 zur Aufführung bringen.

          e können musikalischen Präsentationen von sich selber und ihren Mitschüler/innen
                 kritisch und gleichzeitig wertschätzend begegnen.

    3     f können den Wert von Vorbereitung und Übung in einem Projekt erkennen und Einsatz

                      und Leistungen von Projektmitwirkenden wertschätzen.

          g können Zusammenhänge zwischen Bühnenpräsenz, Bühnentechnik und der Qualität
                 der musikalischen Darbietung erkennen und benennen.

          h können ihre instrumentalen, tänzerischen und stimmlichen Fähigkeiten vor Publikum
                 oder auf der Bühne präsentieren.

MU

5                                                      Lehrplan 21                                                             15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Musik | Kompetenzaufbau                                                                                       419

MU.6             Praxis des musikalischen Wissens

A                Rhythmus, Melodie, Harmonie

           1. Die Schülerinnen und Schüler können rhythmische, melodische und                       Querverweise
                   harmonische Elemente erkennen, benennen und anwenden.                            EZ - Zeitliche Orientierung (3)
                                                                                                    EZ - Räumliche Orientierung
                                                                                                    (4)

MU.6.A.1         Rhythmus
                 Die Schülerinnen und Schüler ...
1 1a
                 können kurz/lang, schnell/langsam und schwer/leicht in Abstufungen unterscheiden.
             1b
             1c  können Bewegungen rhythmisieren (z.B. klatschen, patschen, Ballon tupfen).
             1d
                 können rhythmisierte Silben und Wörter an ein vorgegebenes Tempo anpassen.
2 1e
                 können Puls und Taktschwerpunkt in Bewegung umsetzen, halten und unterschiedliche
                 Rhythmusmuster wiederholen.

                 können unterschiedliche Taktarten mit Stimme, Bewegung oder Instrument umsetzen
                 (z.B. 2/4, 4/4, 3/4, 6/8).

           1f können rhythmische Motive mithilfe einer Rhythmussprache anwenden (hören, lesen,
                   spielen).

           1g können rhythmische Motive mit Triolen und ternären Rhythmen lesen und wiedergeben.

3          1h können Rhythmen aus punktierten Noten und Synkopen klatschen und spielen.

           1i können gleichzeitig zwei Rhythmen üben und spielen (z.B. Bodypercussion).

           1j können rhythmische Sequenzen und zusammengesetzte Taktarten mit Stimme,
                   Bewegung und Instrumenten umsetzen (z.B. 7/8, 5/8).

MU.6.A.1         Melodie
                 Die Schülerinnen und Schüler ...
1 2a
                 können hoch/tief unterscheiden sowie einfache Tonfolgen im Fünftonraum erkennen
             2b  und wiedergeben (z.B. Rufterz, Pentatonik, Quintraum).
             2c
             2d  können nach visuellen Impulsen Teile einer Tonleiter singen.

2 2e             können ein- bis zweitaktige Tonfolgen wiedergeben.

                 können nach visuellen Impulsen und Handzeichen einfache Tonfolgen und die
                 Durtonleiter singen.

                 können Halb- und Ganztonschritte in der Dur- und Moll-Tonleiter erkennen (lesen,
                 hören, singen).

           2f können kurze Melodien mit relativen Notennamen singen (z.B. Solmisation).

           2g können die Beziehung zwischen Dur- und paralleler Molltonleiter erkennen (z.B. C-Dur
                    und a-moll).

3          2h können weitere Tonsysteme singend erleben und vergleichen (z.B. Blues-Tonleiter).

           2i können Intervalle mit Liedanfängen in Verbindung bringen und umgekehrt.

                                                                                                                                     MU

15.3.2016                                       Lehrplan 21                                                                          6
420 Fachbereichslehrplan | Musik | Kompetenzaufbau

                                                                                                      Querverweise

    2j kennen spezielle Tonsysteme (z.B. Kirchentonarten, Zwölftonmusik).

    MU.6.A.1         Harmonie
                 3a  Die Schülerinnen und Schüler ...

    3 3b             können die harmonische Funktion der drei Hauptstufen anwenden.

                     können grosse und kleine Terz und Quinte im Zusammenklang erkennen und anwenden
                     (Dreiklang).

    3c können die leitereigenen Dreiklänge der Durtonleiter bestimmen und anwenden.
    3d können den Septakkord erkennen und anwenden.

MU

6                                                   Lehrplan 21                                                     15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Musik | Kompetenzaufbau                                                                             421

MU.6              Praxis des musikalischen Wissens

B                 Notation

           1. Die Schülerinnen und Schüler können die traditionelle Musiknotation                  Querverweise
                   sowohl lesend als auch schreibend anwenden und kennen grafische                 EZ - Zusammenhänge und
                   Formen der Musikdarstellung.                                                    Gesetzmässigkeiten (5)

MU.6.B.1          Die Schülerinnen und Schüler ...

1                 können Symbole (z.B. Zeichen, Geste, Muster) klanglich umsetzen und Gehörtes
                  grafisch festhalten (z.B. langsam/schnell, laut/leise).
               a  können rhythmische Motive und melodische Bewegungen im Notenbild erkennen (z.B
                  Höreindrücke zuordnen).
               b  können Notenwerten eine Bedeutung zuordnen und rhythmische Motive aus Halben,
                  Vierteln und Achteln lesen.
               c  können kurze Tonfolgen erfinden, erkennen und notieren.
                  können die Stammtöne benennen und notieren (absolute Notennamen) und kennen die
               d  Bedeutung von Vorzeichen ( und ) .
                  können notierte Melodien spielen und kurze Tonfolgen notieren.
2e

               f

           g können rhythmische Motive mit Sechzehnteln und punktierten Noten lesen und
                  schreiben.

3          h können die chromatische Tonleiter notieren.

           i kennen weitere Symbole der tradtionellen und grafischen Musiknotation (z.B. Dynamik,
                 Artikulation).

           j können eine Einzelstimme in mehrstimmigen Notenbildern hörend verfolgen (z.B. in
                 einer Partitur).

           k können musikalische Ideen mittels Notenschrift kommunizieren.

                                                                                                                           MU

15.3.2016                                       Lehrplan 21                                                                6
Bewegung und Sport
Elemente des Kompetenzaufbaus

Impressum            Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement Graubünden
                     Lehrplan 21 Graubünden
Herausgeber:         Fassung vom 15.03.2016
Zu diesem Dokument:  Mendel Perkins/iStock/Thinkstock
                     Alle Rechte liegen beim Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement des Kantons Graubünden.
Titelbild:           gr-d.lehrplan.ch
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Internet:
Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Inhalt

Inhalt

Bedeutung und Zielsetzungen                                      426

Didaktische Hinweise                                             427

Strukturelle und inhaltliche Hinweise                            432

BS.1       Laufen, Springen, Werfen                              432

A          Laufen                                                434

B          Springen                                              436

C          Werfen                                                438

BS.2       Bewegen an Geräten                                    437

A          Grundbewegungen an Geräten                            439

B          Beweglichkeit, Kraft und Körperspannung               442

BS.3       Darstellen und Tanzen                                 441

A          Körperwahrnehmung                                     443

B          Darstellen und Gestalten                              444

C          Tanzen                                                445

BS.4       Spielen                                               444

A          Bewegungsspiele                                       446

B          Sportspiele                                           447

C          Kampfspiele                                           449

BS.5       Gleiten, Rollen, Fahren                               448

BS.6       Bewegen im Wasser                                     450

A          Schwimmen                                             452

B          Ins Wasser springen und Tauchen                       453

C          Sicherheit im Wasser                                  454

                                                                      BS

15.3.2016                                           Lehrplan 21
426 Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Bedeutung und Zielsetzungen

    Bedeutung und Zielsetzungen

    Bewegung und Sport als Beitrag zur ganzheitlichen Bildung

    Beitrag zum Bildungsauftrag     Der Fachbereich Bewegung und Sport leistet einen zentralen Beitrag zum
                                    Bildungsauftrag der Volksschule, indem er diesen um die körperliche und
                                    motorische Dimension erweitert. Im Bewegungs- und Sportunterricht werden die
                                    Schülerinnen und Schüler befähigt, an der traditionellen und aktuellen Bewegungs-
                                    und Sportkultur teilzuhaben. Sie verbessern ihr Körperbewusstsein, gelangen zu
                                    einem bewussten Umgang mit sich und anderen und erkennen die Vorteile von
                                    körperlicher Bewegung für Gesundheit und Wohlbefinden. Gemeinsames Bewegen
                                    unterstützt die aktive Teilnahme an der Schulgemeinschaft und fördert das
                                    Zusammenleben.

    Teilhabe an der Bewegungs- und  Die Schülerinnen und Schüler erweitern ihre individuelle Bewegungs- und
    Sportkultur                     Sportkompetenz. Sie lernen Bewegungsabläufe, Spielformen, Sportarten und
                                    Wettkampfformen kennen. Sie erwerben Kompetenzen, um aktiv, selbstständig und
                                    verantwortungsbewusst über die Schulzeit hinaus an der aktuellen Bewegungs- und
                                    Sportkultur teilzuhaben und diese bezüglich ihrer Möglichkeiten, Chancen und
                                    Gefahren kritisch zu reflektieren.

    Bildung durch Bewegung und      Die Schülerinnen und Schüler verbessern ihre motorischen Fähigkeiten und ihre
    Sport                           körperliche Leistungsfähigkeit und entwickeln emotionale, soziale, kognitive,
                                    motivationale und volitionale Aspekte ihrer Persönlichkeit. Sie erleben sich in
                                    verschiedenen Bewegungssituationen und führen eine Vielfalt von
                                    Grundbewegungen aus, die zu sportlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten
                                    weiterentwickelt werden. Diese Bewegungserfahrungen bilden die Grundlage für
                                    das Wahrnehmen und Verstehen des eigenen Körpers und führen zu einem
                                    bewussten Umgang mit ihm. Erfolgserlebnisse und Freude an Bewegung und Sport
                                    sind entscheidend für ein nachhaltiges Interesse an sportlichen Aktivitäten.

                                    Der Fachbereich Bewegung und Sport leistet einen Beitrag zur Reflexion und
                                    realistischen Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit. Die Schülerinnen und
                                    Schüler werden sich der Entwicklungsmöglichkeiten ihres Körpers bewusst und
                                    erhöhen ihr Selbstvertrauen durch sportliche Erfolgserlebnisse.

                                    Durch Bewegungshandlungen entstehen Beziehungen zwischen den Kindern und
                                    Jugendlichen. Im Miteinander und Gegeneinander sammeln sie zu motorischen
                                    auch emotionale und soziale Erfahrungen. Der Bewegungs- und Sportunterricht
                                    leistet durch das Bearbeiten und Reflektieren dieser Erfahrungen einen
                                    wesentlichen Beitrag zur Förderung der überfachlichen Kompetenzen.

    Bewegung und Sport als Beitrag zur Schule als Gestaltungs-, Lern- und
    Lebensraum

    Schulen brauchen Bewegung und   Bewegung und Sport unterstützt Schulen darin, sich ein bewegungsfreundliches
    Sport                           und gesundheitsförderndes Schulprofil zu geben. Im Schulalltag muss dem
                                    natürlichen Bewegungsbedürfnis der Kinder und Jugendlichen Rechnung getragen
                                    werden. Durch regelmässiges Bewegen fördert die Schule die Entwicklung und das
                                    Lernen der Schülerinnen und Schüler.

                                    Lehrpersonen können durch Impulse zu einer aktiven Pausengestaltung beitragen
                                    sowie die Anliegen einer bewegten Schule unterstützen. Eine bewegungsförderliche
                                    Schule zeichnet sich durch freiwillige Schulsportangebote aus, die auch in Tages-
                                    strukturen integriert werden und als Bindeglied zum Vereinssport dienen können.

                                    Über den Unterricht hinaus werden Sportanlässe und -lager durchgeführt. Die
                                    Schülerinnen und Schüler können erworbene Fertigkeiten erweitern und anwenden
                                    oder in einem sportlichen Wettbewerb bestehen. Gleichzeitig ermöglichen solche
                                    Anlässe Gemeinschaftserlebnisse, welche die Identifikation mit der
                                    Schulgemeinschaft fördern.

BS

                                    Lehrplan 21                              15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Didaktische Hinweise                                                     427

Didaktische Hinweise

Innovation und Tradition     Der Fachbereichslehrplan Bewegung und Sport steht im Spannungsfeld von
                             Innovation und Tradition.

                             Im Lehrplan wird mit der Orientierung an Kompetenzen der Blick verstärkt auf die
                             Anwendbarkeit von Fähigkeiten, Fertigkeiten und Wissen gerichtet. Im Fachbereich
                             Bewegung und Sport ist das Können traditionell gut verankert. Darüber hinaus wird
                             dem Wissen und den Einstellungen vermehrt Beachtung geschenkt. Aspekte davon
                             finden sich in jedem Kompetenzbereich.

Bewegung und Spielen als     Bewegung und Spielen sind kindliche Primärbedürfnisse, die das Lernen
Primärbedürfnisse            unterstützen. Es gilt, diese Spielfreude und Bewegungslust durch herausfordernde
                             Bewegungsaufgaben und Erfolgserlebnisse zu erhalten und weiter zu fördern.

Vielseitiger Bewegungs- und  Eine Vielfalt von Bewegungserlebnissen und Sportarten erleichtert Schülerinnen
Sportunterricht              und Schülern den Zugang zum Sport und das Entwickeln von persönlichen
                             Interessen. Kompetenzen sollen mit verschiedenen Inhalten und Methoden erreicht
                             werden, um den unterschiedlichen Interessen und Neigungen der Schülerinnen und
                             Schüler gerecht zu werden. Die Entfaltungsmöglichkeiten von Mädchen und Jungen
                             sind spezifisch zu fördern.

Mehrperspektivischer Bewegungs- und Sportunterricht

Schwerpunkte überfachliche   Der Bewegungs- und Sportunterricht fördert fachliche und überfachliche
Kompetenzen                  Kompetenzen. Im Unterricht ergeben sich vielfältige Anknüpfungspunkte, um
                             personale, soziale und methodische Kompetenzen zu fördern. Im Lehrplan werden
                             folgende Schwerpunkte gesetzt.

                             Personale Kompetenzen:

                                      Selbstreflexion, z.B. beim Beurteilen der eigenen Leistung durch das
                                      Einschätzen der eigenen Stärken und Schwächen.
                                      Selbstständigkeit, z.B. durch selbstständiges und faires Spielen.

                             Soziale Kompetenzen:

                                      Kooperationsfähigkeit, z.B. durch das Lösen von Gestaltungsaufgaben in
                                      Gruppen.
                                      Konfliktfähigkeit, z.B. durch das Suchen von Lösungen in Konfliktsituationen.
                                      Umgang mit Vielfalt, z.B. durch die Wahrnehmung und die respektvolle
                                      Begegnung mit Bewegungs- und Ausdrucksformen anderer Menschen.

                             Methodische Kompetenzen:

                                      Aufgaben/Probleme lösen, z.B. durch das Planen, Durchführen und
                                      Auswerten des Trainingsprozesses im Dauerlauf.

                             (Siehe auch Grundlagen Kapitel Überfachliche Kompetenzen.)

Pädagogische Perspektiven    Die pädagogischen Perspektiven zeigen auf, in welcher Art und Weise Bewegungs-
                             und Sportunterricht pädagogisch wertvoll sein kann und wie Schülerinnen und
                             Schüler in ihrer Entwicklung umfassend gefördert werden können. Die Schülerinnen
                             und Schüler erfahren, welche pädagogischen Perspektiven für sie Bedeutung
                             haben. Dies unterstützt sie im Aufbau eines überdauernden Interesses an
                             sportlichen Aktivitäten. Die sechs pädagogischen Perspektiven sind:

                                      Leistung: Unter dieser Perspektive geht es darum, in Leistungssituationen
                                      des Sports zu bestehen, die Bedeutung der Leistung zu reflektieren und die
                                      eigene Einstellung zur Leistung zu begründen.
                                      Miteinander: Bewegung und Sport lebt wesentlich von der Gemeinschaft.
                                      Unter dieser Perspektive geht es darum, ein kooperatives Verhalten
                                      aufzubauen und die Gemeinschaft als unterstützend zu erleben.
                                      Ausdruck: Unter dieser Perspektive geht es darum, die expressiven
                                      Möglichkeiten des Körpers kennenzulernen und für die Gestaltung von
                                      Bewegung zu nutzen.

                                                                                                                     BS

15.3.2016                                                         Lehrplan 21
428 Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Didaktische Hinweise

                                                                            Eindruck: Unter dieser Perspektive geht es darum, Bewegungs- und
                                                                            Körpererfahrungen zu ermöglichen und eine vielseitige
                                                                            Wahrnehmungsfähigkeit zu fördern.
                                                                            Wagnis: Unter dieser Perspektive geht es darum, den Reiz von Situationen
                                                                            mit ungewissem Ausgang zu erleben und sich darin zu bewähren.
                                                                            Gesundheit: Unter dieser Perspektive geht es um Gesundheit und
                                                                            körperliches Wohlbefinden und den Beitrag, den Bewegung und Sport dazu
                                                                            leisten kann.
                                                                  Der Fachbereichslehrplan Bewegung und Sport ist in sechs Kompetenzbereiche
                                                                  gegliedert (siehe Kapitel Strukturelle und inhaltliche Hinweise). Die pädagogischen
                                                                  Perspektiven sind in diesen enthalten. Grundsätzlich kann jede pädagogische
                                                                  Perspektive mit jedem Kompetenzbereich und jeder Kompetenz verknüpft werden
                                                                  (siehe Abbildung 1). Die Lehrpersonen nehmen bei der Umsetzung des Lehrplans
                                                                  eine der Situation angepasste pädagogische Gewichtung vor.

    Kompetenzorientierte Planung, Durchführung und Auswertung des
    Unterrichts

    Heterogenität berücksichtigen  Körperliche, psychische und kognitive Voraussetzungen sowie Geschlecht, soziale
                                   Herkunft, Begabungen und Interessen sind bei der Planung und Gestaltung des
                                   Unterrichts zu berücksichtigen. Durch einen vielseitigen Bewegungs- und
                                   Sportunterricht mit differenzierten Leistungserwartungen und angepassten
                                   Unterrichtsarrangements ergeben sich individuelle Herausforderungen.

BS

                                   Lehrplan 21                     15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Didaktische Hinweise                                                         429

Geschlechtersensibler Unterricht  Das Ziel eines geschlechtersensiblen Sportunterrichts besteht darin, das
Orientierung an Kompetenzen       Bewegungs-, Spiel- und Ausdruckspotenzial durch einen bewussten Umgang mit
Aufgaben                          den Eigenheiten von Mädchen und Jungen zu fördern, z.B. durch angepasste
Zielorientierte Lernzeit          Unterrichtsarrangements, differenzierte Leistungserwartungen und Reflexion von
                                  geschlechtsspezifischen Vorlieben.
Bewegungen lernen
Förderorientierte Beurteilung     In jedem Kompetenzbereich werden die Aspekte Können, Wissen und Einstellungen
                                  berücksichtigt. Diese erscheinen im Aufbau der Kompetenzen. Zu Beginn der
                                  Planung steht das Identifizieren von Können, von Wissensaspekten und von
                                  Einstellungen. Diese fliessen in die (langfristige) Unterrichtsplanung ein und werden
                                  so im Bewegungs- und Sportunterricht handlungswirksam.

                                  Aufgaben im Bewegungs- und Sportunterricht sind herausfordernd, sprechen
                                  fachliche und überfachliche Kompetenzen an und ermöglichen allen Schülerinnen
                                  und Schülern einen Kompetenzzuwachs. Im Bewegungs- und Sportunterricht
                                  eignen sich dazu komplexe Aufgaben, die zu problemlösendem Handeln anregen.
                                  Beispiel: Die Lernenden erproben und reflektieren Lösungsmöglichkeiten für die
                                  Spielsituation zwei gegen zwei.

                                  Die Bewegungs- und Sportlektion ist ein Ganzes mit fliessenden Übergängen, wobei
                                  die Organisation möglichst wenig Zeit beanspruchen soll. Eine hohe zielorientierte
                                  Lernzeit ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal jeder Lektion. Dabei ist eine
                                  Rhythmisierung der Belastung anzustreben, d.h. Anspannung und intensive
                                  Bewegungsaktivitäten wechseln ab mit Möglichkeiten der Entspannung und des
                                  Reflektierens.

                                  Die effektive Bewegungs- und Lernzeit kann erhöht werden, z.B. indem

                                           der Wechsel zur Sporthalle und das Umziehen ausserhalb der Lektion
                                           durchgeführt werden, soweit dies die Schulorganisation zulässt.
                                           aufwändige organisatorische Massnahmen wie das Aufstellen einer
                                           Bewegungslandschaft zu Beginn und am Ende eines Halbtages von
                                           unterschiedlichen Klassen übernommen werden.
                                           das Spielen in kleinen Gruppen allen Schülerinnen und Schülern viele
                                           Ballkontakte und ein intensives Bewegen ermöglicht.

                                  Beim Erlernen von Bewegungen soll die Bewegungshandlung als sinnvolles Ganzes
                                  erlebt werden. Wichtig ist, dass die Lehrpersonen die Schülerinnen und Schüler
                                  anregen, mitzudenken und sie darin unterstützen, eine Bewegungsvorstellung
                                  aufzubauen (z.B. die Lernenden kennen die Merkmale des Schrittsprungs). Damit
                                  ein Bewegungsmuster gelernt wird, muss es variantenreich geübt werden (z.B. in
                                  Lernpartnerschaften). Eine Verankerung im Langzeitgedächtnis erfordert viele
                                  Wiederholungen unter veränderten Bedingungen. Angestrebt wird eine individuell
                                  optimale Bewegung. Dabei sind das Bewegungsgefühl und die
                                  Bewegungsvorstellung zentral (Innensicht).

                                  Klar kommunizierte Leistungserwartungen und Beurteilungskriterien zeichnen
                                  guten Bewegungs- und Sportunterricht aus. Diese orientieren sich an den
                                  individuellen Lernfortschritten, den Grundansprüchen und den weiteren
                                  Kompetenzstufen.

                                  Transparente Lernziele und Beurteilungskriterien, differenzierte Diagnosen und auf
                                  die Lernenden zugeschnittene Rückmeldungen sind Grundlagen einer
                                  förderorientierten Beurteilung.

                                  Das Dokumentieren von Erfahrungen, Erkenntnissen und Leistungen, z.B. in einem
                                  Sportheft oder Lernjournal, erleichtert den Schülerinnen und Schülern das
                                  Reflektieren und trägt zum Überdenken und Verändern von Einstellungen bei.

                                                                                                                         BS

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430 Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Didaktische Hinweise

    Sicherheit

    Allgemein                     Die Lehrpersonen ergreifen die notwendigen Massnahmen, um die Sicherheit im
                                  Unterricht zu gewährleisten. Die Prävention von Unfällen muss bereits in der
                                  Planung berücksichtigt werden. Durch geeignete Aufgabenstellungen halten die
                                  Lehrpersonen die Schülerinnen und Schüler an, Situationen und die eigenen
                                  Fähigkeiten realistisch einzuschätzen. Dabei ist den risikofreudigen wie auch den
                                  ängstlichen Schülerinnen und Schülern spezielle Beachtung zu schenken.

                                  Je älter die Schülerinnen und Schüler und je anforderungsreicher die Aufgaben
                                  sind, umso mehr muss dem Aufwärmen Beachtung geschenkt werden. Durch
                                  gegenseitiges Helfen und Sichern übernehmen die Schülerinnen und Schüler
                                  Verantwortung, und Unfälle können vermieden werden. Das konsequente Einhalten
                                  von Regeln und Fairness als pädagogischer Grundgedanke trägt wesentlich zur
                                  Sicherheit und Vermeidung von Unfällen bei.

                                  Im Bewegungs- und Sportunterricht tragen alle Beteiligten zweckmässige Kleidung,
                                  geeignetes Schuhwerk und je nach Sportart eine Schutzausrüstung.

    Im Freien                     Beim Unterrichten im Freien berücksichtigen die Lehrpersonen die Tageszeit, die
                                  Witterung (Kälte/Hitze, Ozon, Wind und Niederschläge) sowie die
                                  sportartspezifischen Bedingungen. Sie passen die Sicherheitsmassnahmen, die
                                  Dauer und die Strecke den äusseren Umständen und dem Können der Gruppe an.

                                  Bei Aktivitäten im Kompetenzbereich Gleiten, Rollen, Fahren wird das Tragen eines
                                  Helms empfohlen. Für den Aufenthalt in, an und auf Gewässern treffen die
                                  Lehrpersonen die nötigen Sicherheitsmassnahmen.

    Schwimmunterricht             Aus Sicherheitsgründen wird empfohlen, im Schwimmunterricht bei mehr als 14
                                  Schülerinnen und Schülern eine Begleitperson einzusetzen. Weitere Informationen
                                  zur Sicherheit im Wasser sind beim Amt für Volksschule und Sport erhältlich.
                                  Lehrpersonen, die Schwimmunterricht erteilen, verfügen über Kompetenzen im
                                  Rettungsschwimmen.

                                  Der Lehrplan hält als Grundanspruch im 2. Zyklus fest, dass alle Schülerinnen und
                                  Schüler sich sicher im Wasser bewegen und schwimmen können
                                  (Wassersicherheitscheck). Die Schulträgerschaften sind verpflichtet, wenn immer
                                  möglich eine Gelegenheit für Schwimmunterricht anzubieten (z.B. regionale
                                  Lösungen, Nutzung Hotelbäder in der Zwischensaison).

    Empfehlungen zur Organisation

    Bewegungszeit über die Woche  Für eine gesunde Entwicklung brauchen Kinder und Jugendliche pro Tag mehr als
                                  eine Stunde Bewegung mit mittlerer bis hoher Intensität. Aus diesem Grund wird
                                  empfohlen, die Bewegungs- und Sportlektionen regelmässig über die Woche zu
                                  verteilen. Dies trägt zur gesunden Entwicklung von Schülerinnen und Schülern bei.

    Geschlechtshomogener und      Mädchen und Jungen haben aufgrund ihrer Entwicklung und Sozialisation
    -heterogener Sportunterricht  unterschiedliche Neigungen und Bedürfnisse (z.B. in Bezug auf Themenwünsche,
                                  Krafteinsatz, Inanspruchnahme von Raum und Aufmerksamkeit der Lehrpersonen).
                                  Um beiden Geschlechtern gerecht zu werden, wird empfohlen, spätestens ab dem 3.
                                  Zyklus den Unterricht mehrheitlich geschlechtergetrennt zu organisieren.

BS

                                                                      Lehrplan 21  15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Didaktische Hinweise                                                      431

Hinweise zum 1. Zyklus

                                                         (Siehe auch Grundlagen Kapitel Schwerpunkte des 1. Zyklus.)

Bewegung gehört zum 1. Zyklus  Kinder brauchen Bewegung und lernen vieles über Bewegung. Daher gehören
                               Bewegungsrituale und -angebote zum täglichen Unterricht. Neben dem Bewegen
                               im Innenraum sind Bewegungsmöglichkeiten im Freien und Bewegung in der Natur
                               zentrale Elemente des Schulalltags. Empfohlen wird, ab dem Start des 1. Zyklus
                               mindestens eine Lektion pro Woche in der Sporthalle durchzuführen.

Schneesportwochen              Auf Kindergartenstufe haben die Schulen die Möglichkeit, Schnee und Eis für die
                               Kinder als Elemente für Bewegung, Spiel und Sport in Schneesportwochen erlebbar
                               zu machen. Kindergartenschneesportwochen sind ein- bis zweiwöchige Lager,
                               welche die Kindergartenklasse gemeinsam ohne externe Übernachtung mit (falls
                               nötig) täglichem Transport ins Skigebiet durchführt. Weitere Informationen zu den
                               Schneesportwochen sind beim Amt für Volksschule und Sport erhältlich.
                               Lagerwochen im Rahmen des freiwilligen Schulsports werden unter bestimmten
                               Voraussetzungen durch J&S und ergänzend dazu durch den Kanton finanziell
                               unterstützt.

Vom Sammeln von Erfahrungen    Ausgehend vom spielerischen Sammeln von Bewegungserfahrungen (offene
zum gezielten Üben             Bewegungsangebote und -aufgaben) verschiebt sich gegen Ende des 1. Zyklus der
                               Schwerpunkt zum gezielten Erwerb einzelner Fertigkeiten.

Selbstkonzept                  Grosse Beachtung ist dem Selbstkonzept des Kindes zu schenken. Ein
                               lernförderliches Klima ermöglicht Erfolgserlebnisse. Mädchen und Jungen, die sich
                               wenig oder zu viel zutrauen, kann durch angepasste Übungsauswahl und Begleitung
                               eine realistische Selbsteinschätzung unterstützt werden.

                                                                                                                      BS

15.3.2016                                                         Lehrplan 21
432 Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Strukturelle und inhaltliche Hinweise

    Strukturelle und inhaltliche Hinweise

    Rechtliche Grundlagen

    Sportförderungsgesetz     Das Sportförderungsgesetz des Bundes (2011) zielt auf die Steigerung der Sport-
                              und Bewegungsaktivitäten auf allen Altersstufen und die Erhöhung des Stellenwerts
                              von Bewegung und Sport in Erziehung und Ausbildung. Es gibt vor, dass die Kantone
                              im Rahmen des schulischen Unterrichts die täglichen Sport- und
                              Bewegungsmöglichkeiten fördern. In der obligatorischen Schule sind gemäss Bund
                              mindestens drei Lektionen Sportunterricht pro Woche obligatorisch.

    Kompetenzbereiche

                              Jede Bewegung besteht aus Steuerung und Energie, deren Zusammenspiel zu
                              einem koordinierten Bewegungsablauf führt. Die Förderung der Wahrnehmung
                              (visuelle, akustische, taktile, vestibuläre und kinästhetische Wahrnehmung), die
                              Entwicklung koordinativer Fähigkeiten (z.B. Gleichgewichts-, Rhythmisierungs-,
                              Orientierungs-, Differenzierungs- und Reaktionsfähigkeit) und die Verbesserung der
                              konditionellen Fähigkeiten (Schnelligkeit, Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit) sind für
                              das Bewegungslernen von zentraler Bedeutung und durchdringen alle
                              Kompetenzbereiche des Lehrplans. Sie werden exemplarisch in einzelnen
                              Kompetenzbereichen aufgeführt und sichtbar gemacht.

                              Im Folgenden werden die sechs Kompetenzbereiche beschrieben.

    Laufen, Springen, Werfen  Die Schülerinnen und Schüler entwickeln die Grundfertigkeiten Laufen, Springen
                              und Werfen weiter zu leichtathletischen Disziplinen. Sie üben schnelles und langes
                              Laufen, Laufen über Hindernisse und im Gelände. Sie lernen, in die Weite und in die
                              Höhe zu springen sowie weites und zielgerichtetes Werfen und Stossen. Sie
                              beobachten ihre Fortschritte und setzen sich mit ihren persönlichen Möglichkeiten
                              und Grenzen auseinander.

    Bewegen an Geräten        Die Schülerinnen und Schüler sammeln Erfahrungen im Umgang mit der
                              Schwerkraft und verbessern Kraft und Beweglichkeit. Sie erweitern ihr
                              Bewegungsrepertoire an verschiedenen Geräten und gestalten Bewegungsabläufe
                              harmonisch. Die Schülerinnen und Schüler lernen, Risiken einzuschätzen und
                              Ängste zu bewältigen. Gemeinsame Bewegungsgestaltung sowie das Helfen und
                              Sichern leisten einen Beitrag zur Entwicklung der Kooperationsfähigkeit.

    Darstellen und Tanzen     Die Schülerinnen und Schüler können sich im Einklang von Rhythmus und Musik
                              bewegen und verbessern die Wahrnehmung. Sie erweitern und vertiefen die
                              Rhythmisierungs-, Gestaltungs- und Ausdrucksfähigkeit und können
                              Bewegungskünste mit verschiedenen Materialien ausführen. Der respektvolle
                              Umgang mit sich und anderen führt zu konstruktiven Gruppenprozessen. Sie lernen,
                              sich durch Präsentationen zu exponieren.

    Spielen                   Die Schülerinnen und Schüler erleben im spielerischen Handeln Spielfreude und
                              Spannung. Sie entdecken vielfältige Spielmöglichkeiten, entwickeln Spielideen und
                              treffen Vereinbarungen für gemeinsame Spiele. Sie lernen, mit Sieg und Niederlage
                              umzugehen. Die Schülerinnen und Schüler verbessern im Miteinander und
                              Gegeneinander spielübergreifende und sportspielspezifische taktische und
                              technische Handlungsmuster. Beim Wetteifern lernen sie, vorgegebene Regeln und
                              Rituale einzuhalten und das Gegenüber zu achten. Es bieten sich Gelegenheiten, den
                              Umgang mit Emotionen zu thematisieren, die Konfliktfähigkeit zu verbessern und
                              Aspekte des Fairplay einzubringen.

    Gleiten, Rollen, Fahren   Die Schülerinnen und Schüler erweitern ihre Fertigkeiten im Gleiten, Rollen und
                              Fahren. Dies fördert insbesondere die Gleichgewichtsfähigkeit. Je nach lokalen
                              Gegebenheiten sammeln sie Erfahrungen auf dem Fahrrad, den Inlineskates, den
                              Schlittschuhen, den Skis oder dem Snowboard. Die erworbenen Fähigkeiten und

BS

                              Lehrplan 21                                              15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Strukturelle und inhaltliche Hinweise                   433

Bewegen im Wasser  Fertigkeiten können die Schülerinnen und Schüler auf ausserschulische
                   Sportaktivitäten übertragen. Aspekte der Sicherheit und Nachhaltigkeit im Sinne
                   eines verantwortungsbewussten Umgangs mit Mensch und Natur werden gefördert.

                   Die Schülerinnen und Schüler können Situationen im, am und auf dem Wasser
                   bezüglich Sicherheit einschätzen und sich adäquat verhalten. Im Zentrum steht
                   dabei das sichere Schwimmen. Neben dem Erlernen der Schwimmtechniken
                   erwerben sie ausgewählte Kompetenzen in weiteren Schwimmsportbereichen wie
                   Wasserspringen, Tauchen oder Rettungsschwimmen.

                                                                                                    BS

15.3.2016          Lehrplan 21
434 Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Kompetenzaufbau

    BS.1             Laufen, Springen, Werfen

    A                Laufen

          1. Die Schülerinnen und Schüler können schnell, rhythmisch, über                               Querverweise
                  Hindernisse, lang und sich orientierend laufen. Sie kennen die                         EZ - Räumliche Orientierung
                  leistungsbestimmenden Merkmale und wissen, wie sie ihre                                (4)
                  Laufleistungen verbessern können.                                                      BNE - Gesundheit
                                                                                                         EZ - Körper, Gesundheit und
                                                                                                         Motorik (1)

    BS.1.A.1         Schnell Laufen
                     Die Schülerinnen und Schüler ...
    1 1a
                     können schnell laufen (z.B. Fangspiele, auf ein Signal weglaufen).
                 1b
                 1c  können auf den Fussballen schnell laufen.

    2 1d             können aus verschiedenen Positionen schnell starten und eine kurze Strecke maximal
                     schnell laufen.

                     können wichtige Merkmale der Schnelllauftechnik nennen und anwenden.

          1e können auf den Fussballen schnell über tiefe Hindernisse laufen.

    3     1f können auf den Fussballen schnell und rhythmisch über Hindernisse laufen.

          1g können wichtige Merkmale der Schnelllauftechnik im Hürdenlauf anwenden.

    BS.1.A.1         Lange Laufen
                     Die Schülerinnen und Schüler ...
    1 2a
                     können die eigene Anstrengung und Erholung wahrnehmen.
                 2b
                 2c  können nach kurzen Erholungspausen erneut intensiv laufen.

    2 2d             können nach einer intensiven Laufbelastung beschreiben, wie sich Anstrengung und
                     Erholung im Körper anfühlen.

                     können während einer längeren Laufbelastung die Laufgeschwindigkeit anpassen.

          2e können ihr Alter in Minuten laufen und wissen, dass regelmässiges Trainieren für die
                   Leistungssteigerung entscheidend ist.

    3     2f können ihr Alter in Minuten laufen. Sie können erklären, wie Ausdauer trainiert wird,

                     und wissen, welche Prozesse im Körper ablaufen.

          2g können verschiedene Ausdauertrainingsmethoden erklären, ausführen und ihre
                   Leistungsentwicklung begründen.

BS

1                                                                Lehrplan 21                             15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Kompetenzaufbau                                                     435

BS.1.A.1         Sich-Orientieren                                                                    NMG.8.5.c
                 Die Schülerinnen und Schüler ...
1 3a
                 können sich in der Sporthalle und auf dem Pausenplatz selbstständig zurechtfinden.
             3b
             3c  können sich auf dem Schulgelände im Laufen orientieren.

2 3d             können sich beim Laufen mit Orientierungshilfen zurechtfinden (z.B. Foto-OL,
                 Schatzsuche, Schnitzeljagd).

                 können sich beim Laufen auf dem Schulgelände mit einem Plan orientieren.

           3e können sich beim Laufen in der Schulgemeinde mit einem Plan orientieren.               NMG.8.5.h
                                                                                                     RZG.4.3.b
3          3f können im Gelände oder im Wald eine Route mit einer Karte ablaufen.

           3g können erklären, worauf sie beim Orientieren mit der Karte achten und wenden dies im
                    Orientierungslauf an.

                                                                                                                BS

15.3.2016                                                    Lehrplan 21                                        1
436 Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Kompetenzaufbau

    BS.1             Laufen, Springen, Werfen

    B                Springen

                                                                                                                                                                                                          Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können vielseitig weit und hoch springen. EZ - Körper, Gesundheit und
                                                                                                                                                                                                          Motorik (1)
                  Sie kennen die leistungsbestimmenden Merkmale und können ihre

                  Leistung realistisch einschätzen.

    BS.1.B.1         Rhythmisch Springen
                     Die Schülerinnen und Schüler ...
    1 1a
                     können rhythmisch hüpfen (z.B. Galopp, Einbeinhüpfen, Hampelmann).
                 1b
                     können verschiedene Hüpf- und Sprungformen mit Material springen (z.B. Gummitwist,
                 1c  Reifen).

    2 1d             können seilspringen.

                     können verschiedene Tricks mit dem Seil springen (z.B. Kreuzen, Partnerformen).

    3     1e können verschiedene Hüpf- und Sprungfolgen ohne und mit Material kombinieren (z.B.

                     Spring- und Schwungseil).

          1f können Sprünge und Tricks den Mitschülerinnen und Mitschülern weitergeben.

    BS.1.B.1         Weit Springen
                     Die Schülerinnen und Schüler ...
    1 2a
                     können einbeinig und beidbeinig in die Weite springen.
                 2b
                     können mit Anlauf mit dem rechten und linken Bein abspringen (z.B. über einen
    2 2c             Graben).

                 2d  können mit Mehrfachsprüngen eine Strecke springen.

                     können wichtige Merkmale der Weitsprungtechnik (Schrittsprung) nennen und mit dem
                     rechten und linken Bein ab- und in die Weite springen.

          2e können die Anlaufgeschwindigkeit in einen weiten Sprung umsetzen.

    3     2f können wichtige Merkmale der Weitsprungtechnik anwenden.

          2g können wichtige Merkmale der Weitsprungtechnik bei Mitschülerinnen und Mitschülern
                   beobachten und rückmelden.

    BS.1.B.1         Hoch Springen
                     Die Schülerinnen und Schüler ...
    1 3a
                     können einbeinig und beidbeinig in die Höhe springen.
                 3b
                     können mit Anlauf mit dem rechten und linken Bein über tiefe Hindernisse springen.
    2 3c
                     können mit aufrechtem Oberkörper und deutlichem Schwungbeineinsatz mit dem
                     rechten und linken Bein in die Höhe springen.

BS

1                                                                Lehrplan 21                             15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Kompetenzaufbau                                                         437

                                                                                                      Querverweise

           3d können wichtige Merkmale des Springens in die Höhe nennen, mit dem rechten und
                    linken Bein abspringen und in einer Hochsprungtechnik in die Höhe springen (z.B.
                    Schersprung).

           3e können den Steigerungslauf in einen hohen Sprung umsetzen.

3          3f können wichtige Merkmale einer Hochsprungtechnik (z.B. Fosbury-Flop) anwenden und

           die eigene Leistung realistisch einschätzen.

           3g können wichtige Merkmale der Hochsprungtechnik bei Mitschülerinnen und
                    Mitschülern beobachten und rückmelden.

                                                                                                                    BS

15.3.2016                                                    Lehrplan 21                                            1
438 Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Kompetenzaufbau

    BS.1             Laufen, Springen, Werfen

    C                Werfen

                                                                                                                                                                                                          Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können Gegenstände weit werfen, stossen,

                  schleudern und kennen die leistungsbestimmenden Merkmale.

    BS.1.C.1         Werfen
                     Die Schülerinnen und Schüler ...
    1 1a
                     können Gegenstände in die Weite werfen.
                 1b
                     können Gegenstände mit der rechten und der linken Hand in die Weite werfen
    2 1c             (Standwurf).

                     können wichtige Merkmale der Wurftechnik mit 3-Schrittanlauf nennen und anwenden.

          1d können einen Schleuderwurf aus dem Stand ausführen (z.B. zusammengeknotetes
                   Seil).

    3     1e können wichtige Merkmale der Wurftechnik mit 5-Schrittanlauf nennen und anwenden

                     (z.B. Ball, Speer).

          1f können einen Gegenstand aus einer Drehung schleudern (z.B. Velopneu).

          1g können wichtige Merkmale des Werfens und Schleuderns bei Mitschülerinnen und
                   Mitschülern beobachten und rückmelden.

          1h können wichtige Merkmale des Speerwerfens oder des Drehwerfens nennen und
                   anwenden.

    BS.1.C.1         Stossen
                 2a  Die Schülerinnen und Schüler ...

    3 2b             können einen Gegenstand mit einer Ganzkörperstreckung weit stossen (z.B.
                     Medizinball).

                     können wichtige Merkmale der Kugelstosstechnik nennen und beim Stossen anwenden.

          2c können eine Kugel weit stossen und wichtige Merkmale bei Mitschülerinnen und
                   Mitschülern beobachten und rückmelden.

BS

1                                                                Lehrplan 21                                                                                                                                            15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Kompetenzaufbau                                                                          439

BS.2             Bewegen an Geräten

A                Grundbewegungen an Geräten

                                                                                                        Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Grundbewegungen wie Balancieren, EZ - Lernen und Reflexion (7)
                                                                                                        BNE - Gesundheit
                 Rollen-Drehen, Schaukeln-Schwingen, Springen, Stützen und Klettern
                                                                                                        EZ - Körper, Gesundheit und

                 verantwortungsbewusst ausführen. Sie kennen Qualitätsmerkmale und                      Motorik (1)

                 können einander helfen und sichern.

BS.2.A.1         Balancieren
                 Die Schülerinnen und Schüler ...
1 1a
                 können auf einer schmalen Unterlage balancieren (z.B. über Langbank gehen).
             1b
                 können auf einer schmalen Unterlage auf verschiedene Arten balancieren (z.B.
             1c  rückwärts, seitwärts, mit Drehung).

2 1d             können auf labilen Geräten balancieren (z.B. Stelzen, Wippe, Balancebrett, Pedalo).

                 können auf Geräten unter erschwerten Bedingungen balancieren (z.B. schmaler, labiler,
                 höher, mit Zusatzaufgabe).

           1e können eine Bewegungsfolge zum Balancieren ausführen.

3          1f können auf schwierigen, anspruchsvollen Geräten balancieren (z.B. Slackline).

BS.2.A.1         Rollen und Drehen
                 Die Schülerinnen und Schüler ...
1 2a
                 können auf einer schiefen Ebene rollen und drehen.
             2b
                 können eine Rolle vorwärts ausführen.
             2c
                 können an verschiedenen Geräten rollen und drehen (vorwärts, rückwärts, seitwärts).
2 2d
                 können Roll- und Drehbewegungen ausführen (z.B. Rad, Drehen an den Ringen,
                 Felgaufschwung).

           2e können eine Bewegungsfolge zum Rollen-Drehen ausführen.

3          2f können Roll- und Drehbewegungen unter erschwerten Bedingungen ausführen (z.B.

                 Rolle vorwärts mit Minitrampolin auf den Mattentisch, Handstand abrollen).

           2g können Roll- oder Drehbewegungen mit Flugphase kontrolliert ausführen (z.B. Salto
                    vorwärts).

BS.2.A.1         Schaukeln und Schwingen
                 Die Schülerinnen und Schüler ...
1 3a
                 können an und auf verschiedenen Geräten schaukeln.
             3b
                 können im Schaukeln und Schwingen den Umkehrpunkt wahrnehmen (z.B. Schaukeln
             3c  an den Ringen).

                 können rhythmisch an den Ringen schaukeln.

                                                                                                                                     BS

15.3.2016                                                    Lehrplan 21                                                             2
440 Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Kompetenzaufbau

                                                                                                             Querverweise

    2  3d können das Schaukeln und Schwingen mit Elementen ergänzen (z.B. halbe Drehung an

                     den Ringen, Grätschsitz am Barren).

    3  3e können eine Bewegungsfolge zum Schaukeln (z.B. an den Ringen) oder zum Schwingen

                     (z.B. am Barren) ausführen.

       3f können eine Bewegungsfolge unter erschwerten Bedingungen ausführen (z.B.
               synchron, zu Musik).

    BS.2.A.1         Springen, Stützen und Klettern
                     Die Schülerinnen und Schüler ...
    1 4a
                     können sich stützend und hangelnd an Geräten bewegen.
                 4b
                 4c  können kontrolliert niederspringen.

                 4d  können beidbeinig vom Sprunggerät (z.B. Reutherbrett, Minitrampolin) abspringen und
                     kontrolliert landen.
    2 4e
                     können verschiedene Hindernisse in einer Folge stützend und kletternd bewältigen (z.B.
                     Barren, Bock, Sprossenwand, Kasten).

                     können kraftvoll vom Sprunggerät abspringen, im Flug Bewegungen ausführen (z.B.
                     Strecksprung, Grätsche) und kontrolliert landen.

       4f können eine Folge von Hindernissen ökonomisch überwinden.

    3  4g können das Überwinden von Hindernissen variabel gestalten.

       4h können Überkopf-Stützsprünge ausführen (z.B. Hochwende, Handstandüberschlag).

    BS.2.A.1         Wagnis und Verantwortung
                     Die Schülerinnen und Schüler ...
    1 5a
                     können Wagnissituationen wahrnehmen und Emotionen benennen (z.B. Freude, Angst).
                 5b  können Wagnissituationen unter Anleitung reflektieren (z.B. Risiko einschätzen).
                     können sich in Wagnissituationen realistisch einschätzen.
    2 5c

       5d können in Wagnissituationen verantwortungsbewusst handeln.

    3  5e können den anderen und sich selbst gegenüber verantwortungsbewusst handeln.

    BS.2.A.1         Helfen, Sichern und Kooperieren
                     Die Schülerinnen und Schüler ...
    1 6a
                     können einander führen (z.B. mit taktilen, akustischen, visuellen Signalen).
                 6b  können einander korrekt und sicher tragen.
                     können Geräte benennen, korrekt transportieren und nach Plan aufbauen.
                 6c

BS

2                                                                Lehrplan 21                                               15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Kompetenzaufbau                                                     441

                                                                                                  Querverweise

2          6d können sich bei Bewegungsaufgaben helfen und sichern (z.B. Handstand, Partner- und

           Gruppenakrobatik).

           6e können Hilfsgriffe und Sicherheitsmassnahmen situationsgerecht anwenden.

3          6f können Bewegungsfolgen an Gerätekombinationen in der Gruppe gestalten und

           präsentieren.

                                                                                                                BS

15.3.2016                                                    Lehrplan 21                                        2
442 Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Kompetenzaufbau

    BS.2             Bewegen an Geräten

    B                Beweglichkeit, Kraft und Körperspannung

          1. Die Schülerinnen und Schüler können Körperspannung aufbauen, ihren                          Querverweise
                                                                                                         EZ - Wahrnehmung (2)

                     Körper stützen und die Gelenke in funktionellem Umfang bewegen. Sie

                     wissen, wie sie Beweglichkeit und Kraft trainieren können.

    BS.2.B.1         Beweglichkeit und Kraft
                     Die Schülerinnen und Schüler ...
    1 1a
                     können den Bewegungsumfang der Gelenke wahrnehmen.
                 1b
                     können den Bewegungsumfang der Gelenke ausnützen sowie den Körper stützen (z.B.
                 1c  im Liegestütz vorlings und rücklings).

    2 1d             können den gespannten Körper auf den Händen stützen (z.B. Handstand mit Hilfe).

                     können unter Anleitung Beweglichkeit und Kraft erhalten und steigern.

    3     1e können Trainingsgrundsätze für das Verbessern der Beweglichkeit und das Steigern der

                     Kraft erklären und anwenden.

          1f können selbstständig Beweglichkeit und Kraft trainieren.

    BS.2.B.1         Körperspannung
                     Die Schülerinnen und Schüler ...
    1 2a
                     können den Körper als schlaff und gespannt wahrnehmen (z.B. Marionette).
                 2b
                     können den Körper in statischen I-Posen anspannen (z.B. Brett am Boden).
    2 2c
                     können die Kernposen (C+, C-, I) in Bewegung gezielt anwenden (z.B. beim Schaukeln
                     an den Ringen, Strecksprung).

    3     2d können den Körper in Bewegungsabläufen im richtigen Moment anspannen und

                     entspannen.

BS

2                                                                Lehrplan 21                             15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Kompetenzaufbau                                                                      443

BS.3              Darstellen und Tanzen

A                 Körperwahrnehmung

                                                                                                    Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können ihren Körper wahrnehmen, gezielt EZ - Wahrnehmung (2)
                                                                                                    EZ - Räumliche Orientierung
                  steuern und sich in der Bewegungsausführung korrigieren.
                                                                                                    (4)

BS.3.A.1          Körperwahrnehmung
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1a
                  können die Umwelt und sich mit verschiedenen Sinnen wahrnehmen (z.B. taktil,      MU.3.A.1.a
               b  kinästhetisch, vestibulär) sowie Körperteile unterscheiden und benennen.

               c  können die Stellung des Körpers im Raum wahrnehmen (z.B. Aufstellung auf einer    MU.3.A.1.c
                  Linie, im Kreis, in versetzten Reihen).
2d
                  können Körperteile gezielt steuern.
               e
                  können Bewegungsanweisungen verstehen und umsetzen (z.B. Korrekturen umsetzen).

                  können Körperteile isoliert bewegen (z.B. Schultern, Kopf, Hüfte).

           f können auf die Qualität der Bewegung und auf die Körperhaltung achten (Wie stehe ich?
                 Wie fühlt sich die Bewegung an?).

3          g können sich in der Bewegungsausführung spüren und korrigieren.

           h können ein Verständnis für den Zusammenhang von Steuerung und Bewegungsqualität
                  entwickeln.

                                                                                                                                 BS

15.3.2016                                                    Lehrplan 21                                                         3
444 Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Kompetenzaufbau

    BS.3             Darstellen und Tanzen

    B                Darstellen und Gestalten

          1. Die Schülerinnen und Schüler können sich mit dem Körper und mit                                Querverweise
                  Materialien ausdrücken, eine Bewegungsfolge choreografieren und                           EZ - Sprache und
                  präsentieren.                                                                             Kommunikation (8)
                                                                                                            EZ - Fantasie und Kreativität
                                                                                                            (6)
                                                                                                            MU.3.B.1

    BS.3.B.1         Darstellen
                     Die Schülerinnen und Schüler ...
    1 1a
                     können sich zu Liedern, Versen und Bildern bewegen und deren Inhalte improvisierend
                 1b  darstellen (z.B. Sing- und Bewegungsspiele).

                 1c  können Bewegungen imitieren und sich in verschiedenen Rollen erleben (z.B.
                     Pantomime).
    2 1d
                     können Gefühle darstellen und dazu eigene Bewegungen finden.

                     können Bewegungen verbinden und ausdrucksvoll gestalten.

          1e können eine Bewegungsfolge nach den Kriterien Raum, Zeit und Energie variieren und
                   gestalten.

    3     1f können eine Bewegungsfolge choreografieren und präsentieren.

    BS.3.B.1         Bewegungskunststücke
                     Die Schülerinnen und Schüler ...
    1 2a
                     können einen Gegenstand entsprechend seinen Eigenschaften bewegen (z.B. Ballon in
                 2b  der Luft halten, Reif drehen).

                 2c  können einen Gegenstand mit der rechten und der linken Hand aufwerfen und fangen
                     (z.B. Sandsäckli, Jonglierball).
    2 2d
                     können Bewegungsformen mit verschiedenen Materialien ausführen (z.B. Seil, Reif,
                     Zeitung).

                     können Bewegungskunststücke mit Material präsentieren (z.B. mit Ball, Diabolo, Band).

          2e können eine Folge von Bewegungskunststücken ausführen (mit drei Bällen jonglieren).

    3     2f können eine Folge von Bewegungskunststücken choreografieren und präsentieren (z.B.

                     mit Musik).

          2g können Bewegungskunststücke vermitteln.

BS

3                                                                Lehrplan 21                                15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Kompetenzaufbau                                                                  445

BS.3             Darstellen und Tanzen

C                Tanzen

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Bewegungsmuster erkennen,                            Querverweise
                   Bewegungsfolgen und Tänze zu Musik rhythmisch gestalten und                         EZ - Wahrnehmung (2)
                   wiedergeben. Sie gehen respektvoll miteinander um.                                  MU.3.C.1

BS.3.C.1         Rhythmisch Bewegen
                 Die Schülerinnen und Schüler ...
1 1a
                 können ihre Bewegungen der Musik anpassen (z.B. Tempo, Bewegungsumfang).
             1b  können sich im Metrum bewegen (z.B. im Puls laufen, springen).
                 können sich zu akzentuierter Musik im Rhythmus bewegen (z.B. gehen, laufen, hüpfen).
2 1c

3          1d können verschiedene Taktarten und Musikstile rhythmisch interpretieren.

           1e können die Struktur der Musik erkennen und dazu eine eigene Bewegungsfolge
                    erarbeiten.

BS.3.C.1         Tanzen
                 Die Schülerinnen und Schüler ...
1 2a
                 können sich gegensätzlich bewegen (z.B. leicht/schwer, schnell/langsam, hoch/tief).
             2b
                 können sich auf verschiedene Arten tänzerisch bewegen (z.B. gehend, laufend,
2 2c             hüpfend).

                 können tanzspezifische Bewegungen (z.B. drehen, springen) unter Einbezug der
                 Raumwege ausführen (z.B. vorwärts, rückwärts, diagonal, Platzwechsel).

           2d können tanzspezifische Bewegungsmuster zu Bewegungsfolgen verbinden und tanzen
                    (z.B. Volkstanz).

           2e können Bewegungsmuster aus verschiedenen Tanzstilen erkennen und tanzen (z.B.
                    Streetdance, Rock'n'Roll, Standardtänze).

3          2f können sich Tanzchoreographien einprägen und präsentieren.

           2g können den Körper als Ausdrucks-, Darstellungs- und Kommunikationsmittel einsetzen
                    (z.B. Improvisationstanz).

BS.3.C.1         Respektvoller Umgang
                 Die Schülerinnen und Schüler ...
1 3a
                 können sich in der Gruppe bewegen und respektvoll verhalten.
             3b  können den eigenen Bewegungsausdruck wertschätzen.
                 können dem Bewegungsausdruck von anderen respektvoll begegnen.
2 3c

3          3d können in Gestaltungsprozessen respektvoll miteinander umgehen.

                                                                                                                             BS

15.3.2016                                                    Lehrplan 21                                                     3
446 Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Kompetenzaufbau

    BS.4              Spielen

    A                 Bewegungsspiele

          1. Die Schülerinnen und Schüler können Spiele spielen, weiterentwickeln                           Querverweise
                  und erfinden, indem sie gemeinsam Vereinbarungen treffen und                              EZ - Eigenständigkeit und
                  einhalten.                                                                                soziales Handeln (9)

    BS.4.A.1          Spielen, Weiterentwickeln, Erfinden
                      Die Schülerinnen und Schüler ...
    1a
                      können vorgegebene Rollen in Spielen erkennen (z.B. Fänger und Verfolgte).
                   b
                      können in unterschiedlichen Rollen an Spielen teilnehmen und die Regeln einhalten
                   c  (z.B. Fangspiele, Kreisspiele, Singspiele, Platzsuchspiele).

    2d                können sich während des Spiels in unterschiedliche Rollen versetzen und entsprechend
                      handeln (z.B. Wechsel zwischen Ballbesitzer und Balleroberer).

                      können Spiele unter den Aspekten Regeln, Spielfeld, Spielobjekt, Team, Rollen
                      verändern und selbstständig spielen.

          e können faires Verhalten und Regelübertretungen bei sich und anderen erkennen und
                 signalisieren.

    3     f können Spiele weiterentwickeln, erfinden (z.B. Spielidee, Regeln, Material),

                      selbstständig und fair spielen.

          g können Konflikte im Spiel konstruktiv bearbeiten und bewältigen.

BS

4                                                                Lehrplan 21                                15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Kompetenzaufbau                                                                          447

BS.4             Spielen

B                Sportspiele

           1. Die Schülerinnen und Schüler können technische und taktische                              Querverweise
                   Handlungsmuster in verschiedenen Sportspielen anwenden. Sie kennen                   EZ - Körper, Gesundheit und
                   die Regeln, können selbstständig und fair spielen und Emotionen                      Motorik (1)
                   reflektieren.

BS.4.B.1         Annehmen und Abspielen
                 Die Schülerinnen und Schüler ...
1 1a
                 können Gegenstände annehmen und wegspielen (z.B. aufwerfen, zuwerfen, aufspielen,
             1b  fangen).

             1c  können im Laufen einen Ball oder ein anderes Spielobjekt annehmen und wegspielen
                 (mit Hand, Fuss, Schläger, Stock).
2 1d
                 können in Spielsituationen (z.B. Schnappball, Schnurball) in kleinen Gruppen den Ball
                 oder das Spielobjekt im Spiel halten (z.B. zuspielen und annehmen).

                 können in kleinen Teamspielen den Ball oder das Spielobjekt annehmen und abspielen
                 (z.B. Linienball, Wandball, Königsball, GOBA).

           1e können in vereinfachten Sportspielen (z.B. bzgl. Regeln, Team- und Feldgrösse) den
                    Ball oder das Spielobjekt annehmen und abspielen.

3          1f können in Sportspielen den Ball oder das Spielobjekt situationsgerecht annehmen und

                 abspielen (z.B. Basketball, Handball, Fussball, Unihockey, Volleyball, Badminton,

                 Ultimate).

BS.4.B.1         Ball/Spielobjekt führen
                 Die Schülerinnen und Schüler ...
1 2a
                 können den Ball oder das Spielobjekt führen (z.B. mit Hand, Fuss, Stock).
             2b
                 können den Ball oder das Spielobjekt nebeneinander führen (z.B. mehrere Spieler
2 2c             führen den Ball im gleichen Feld).

                 können den Ball oder das Spielobjekt in kleinen Spielen führen.

3          2d können den Ball oder das Spielobjekt in Sportspielen kontrolliert führen.

           2e können den Ball oder das Spielobjekt dribbeln und dabei Täuschungen einsetzen.

BS.4.B.1         Ziel treffen
                 Die Schülerinnen und Schüler ...
1 3a
                 können aus dem Stand ein Ziel treffen (z.B. Rollmops, Wurfstationen).
             3b  können aus dem Lauf ein Ziel treffen.
                 können im Spiel ein Ziel treffen.
2 3c

                                                                                                                                     BS

15.3.2016                                                    Lehrplan 21                                                             4
448 Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Kompetenzaufbau

                                                                                                           Querverweise

    3  3d können trotz gegnerischer Beeinflussung ein Ziel treffen.

    BS.4.B.1         Taktik
                     Die Schülerinnen und Schüler ...
    1 4a
                     können Bewegungen des Mit- und Gegenspielers erkennen und darauf reagieren (z.B.
                 4b  zu dritt den Ball in Bewegung zuspielen).

    2 4c             können sich anbieten und Mitspielende sinnvoll anspielen (z.B. Schnappball).

                     können den Weg des Balls oder des Spielobjekts und den freien Raum erkennen (z.B.
                     freilaufen, anbieten, in den freien Raum spielen).

       4d können sich in der Abwehr richtig positionieren (z.B. Personendeckung) und den freien
                Raum verteidigen.

    3  4e können taktische Handlungsmuster in Sportspielen anwenden (z.B. Doppelpass, 2

                     gegen 1, sich sinnvoll positionieren).

       4f können Spielsituationen analysieren und Lösungen finden.

    BS.4.B.1         Regeln
                     Die Schülerinnen und Schüler ...
    1 5a             können Regeln nennen.
                     können Regeln einhalten.
                 5b  können Regeln beim Spielen in kleinen Gruppen umsetzen.
                     können Mit- und Gegenspieler respektieren und zeitweise ohne Schiedsrichter spielen.
                 5c

    2 5d

    3  5e können wichtige Regeln der Sportspiele erklären, selbstständig und fair spielen.

       5f können Konflikte im Spiel bearbeiten und bewältigen.

    BS.4.B.1         Emotionen
                     Die Schülerinnen und Schüler ...
    1 6a
                     können eigene Emotionen wahrnehmen (z.B. Freude über einen Sieg).
                 6b
                     können eigene Emotionen artikulieren und Emotionen der anderen wahrnehmen (z.B.
    2 6c             im Umgang mit Sieg und Niederlage).

                     können Emotionen unter Anleitung reflektieren (z.B. Teambildung).

       6d können Emotionen kontrollieren (z.B. Schiedsrichterentscheide akzeptieren).

    3  6e können Emotionen selbstständig reflektieren (z.B. Umgang mit Aggressivität).

       6f können bewusst mit Emotionen umgehen.

BS

4                                                                Lehrplan 21                                             15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Kompetenzaufbau                                                                 449

BS.4             Spielen

C                Kampfspiele

           1. Die Schülerinnen und Schüler können gewandt und mit Strategie fair                 Querverweise
                   kämpfen.                                                                      BNE - Gesundheit
                                                                                                 EZ - Eigenständigkeit und
                                                                                                 soziales Handeln (9)

BS.4.C.1         Kämpfen
             1a  Die Schülerinnen und Schüler ...

2 1b             können das Gegenüber gezielt aus dem Gleichgewicht bringen.

                 können Bewegungen des Gegenübers in Kampfspielen wahrnehmen und darauf
                 reagieren.

           1c können rund und rückwärts abrollen, um Verletzungen zu vermeiden.

3          1d können Kraft und Strategie im Kampfspiel gezielt einsetzen (z.B. offensiv: das

                 Gegenüber in Bedrängnis bringen; defensiv: sich dem Gegenüber entziehen).

BS.4.C.1         Regeln
                 Die Schülerinnen und Schüler ...
1 2a             können Berührungen zulassen.
                 können Stoppsignale des Gegenübers beachten und selber setzen.
             2b  können Rituale und Regeln in Kampfspielen nennen und einhalten.
                 können das Gegenüber beim Kampfspiel respektieren (z.B. tue nie jemandem weh).
             2c

2 2d

           2e können gefährliche Aktionen nennen und verzichten auf deren Anwendung (z.B.
                    Hebelgriffe, Würgen).

3          2f können ohne Schiedsrichter fair kämpfen, ohne das Gegenüber zu verletzen.

                                                                                                                            BS

15.3.2016                                                    Lehrplan 21                                                    4
450 Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Kompetenzaufbau

    BS.5             Gleiten, Rollen, Fahren

          1. Die Schülerinnen und Schüler können verantwortungsbewusst auf                                  Querverweise
                  verschiedenen Unterlagen gleiten, rollen und fahren.                                      BNE - Gesundheit
                                                                                                            EZ - Körper, Gesundheit und
                                                                                                            Motorik (1)

    BS.5.1           Rollen und Fahren                                                                      NMG.8.5.g
                     Die Schülerinnen und Schüler ...
    1 1a
                     können in einer geschützten, sicheren Umgebung auf Rollgeräten fahren (z.B.
                 1b  Rollbrett).

    2 1c             können auf Rollgeräten Hindernisse umfahren und sicher bremsen (z.B. Trottinett).

                     können sicher mit dem Fahrrad auf der Strasse fahren (z.B. einhändig, mit
                     kontrolliertem Tempo, Blick zurück).

    3     1d können sich auf einem Rollgerät situationsangepasst fortbewegen (z.B. Inlineskates,

                     Skateboard, Fahrrad).

    BS.5.1           Gleiten
                     Die Schülerinnen und Schüler ...
    1 2a
                     können in verschiedenen Körperpositionen rutschen (z.B. auf Rutschbahn).
                 2b
                     können mit gleitenden Geräten kontrolliert rutschen (z.B. Teppichresten, Plastiksack,
    2 2c             Tellerschlitten).

                     können sich auf gleitenden Geräten fortbewegen (z.B. Snowboard, Ski, Schlittschuhe).

          2d können Kernbewegungen (Drehen, Beugen/Strecken, Kippen/Knicken) auf gleitenden
                   Geräten ausführen.

    3     2e können Kernbewegungen (Drehen, Beugen/Strecken, Kippen/Knicken) auf gleitenden

                     Geräten variieren (z.B. rückwärts fahren).

    BS.5.1           Sicherheit und Verantwortung
                     Die Schülerinnen und Schüler ...
    1 3a
                     können sich bei unterschiedlicher Witterung und Bodenbeschaffenheit sicher in der
                 3b  Natur bewegen.
                 3c
                     können vorgegebene Sicherheitsregeln einhalten.
    2 3d
                     können Gefahrensituationen erkennen (z.B. Kuppen, Kreuzungen, andere Personen).

                     können ihr Leistungsvermögen realistisch einschätzen und kennen die Bedeutung der
                     Schutzausrüstung.

          3e können Richtlinien zur Sicherheit benennen und beachten (z.B. Verkehrsregeln, FIS-
                   und SKUS-Regeln).

          3f können Gefahrensituationen beurteilen und angepasst handeln.

BS

5                                                                Lehrplan 21                                           15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Kompetenzaufbau                                                      451

                                                                                               Querverweise

3          3g können Strategien anwenden, um Gefahrensituationen zu vermeiden und wissen, wie

           sie im Notfall handeln.

           3h können der Natur, den anderen und sich selbst gegenüber verantwortungsbewusst    BNE - Natürliche
                    handeln.                                                                   Umwelt und
                                                                                               Ressourcen

                                                                                                                 BS

15.3.2016                                                    Lehrplan 21                                         5
452 Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Kompetenzaufbau

    BS.6              Bewegen im Wasser

    A                 Schwimmen

                                                                                                       Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können sicher schwimmen. Sie kennen                          EZ - Körper, Gesundheit und

                      technische Merkmale verschiedener Schwimmtechniken und wenden sie                Motorik (1)

                      an.

    BS.6.A.1          Schwimmen
                      Die Schülerinnen und Schüler ...
    1a
                      können sich im brusttiefen Wasser frei bewegen und spielen.
                   b
                      können die Kernelemente Atmen, Schweben, Gleiten und Antreiben in verschiedenen
                   c  Situationen anwenden.

    2d                können sich eine Minute an Ort über Wasser halten (Wassersicherheitscheck WSC).

                      können in frei gewählter Technik 50m schwimmen (Wassersicherheitscheck WSC).

          e können die Kernbewegungen (Körperbewegung, Armzug, Beinschlag, Atmung) beim
                 Rücken- und Brustcrawl anwenden.

          f können die Kernbewegungen beim Brustgleichschlag anwenden.

          g können wichtige Merkmale je einer Wechselschlag- und Gleichschlagtechnik nennen
                 und auf einer Strecke von 50m anwenden.

    3     h können in frei gewählter Technik 100m schwimmen.

          i können eine lange Strecke in freier Technik schwimmen (z.B. Schwimme dein Alter in
                 Minuten).

          j können wichtige Merkmale verschiedener Schwimmtechniken nennen und anwenden.

          k können Techniken aus anderen Schwimmsportarten anwenden (z.B.
                 Synchronschwimmen, Wasserball).

BS

6                                                                Lehrplan 21                                         15.3.2016
Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Kompetenzaufbau                                                       453

BS.6              Bewegen im Wasser

B                 Ins Wasser springen und Tauchen

                                                                                                    Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können fuss- und kopfwärts ins Wasser
                   springen und tauchen.

BS.6.B.1          Ins Wasser springen und Tauchen
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1a
                  können fusswärts ins brusttiefe Wasser springen.
               b  können kurze Zeit unter Wasser bleiben und dabei ausatmen.
               c  können ins tiefe Wasser springen und vollständig untertauchen.
               d  können unter Wasser die Augen offen halten und Gegenstände im brusttiefen Wasser
                  ertauchen.
2e                können ins tiefe Wasser rollen (Wassersicherheitscheck WSC).

           f können eine kurze Strecke mit wenigen Zügen tauchen.

3          g können kopfwärts ins tiefe Wasser springen und tiefer als die Körpergrösse abtauchen.

           h können verschiedene Sprünge aus unterschiedlicher Höhe ausführen.
           i können beim Tauchen in die Tiefe den Druckausgleich anwenden.

                                                                                                                  BS

15.3.2016                                                    Lehrplan 21                                          6
454 Fachbereichslehrplan | Bewegung und Sport | Kompetenzaufbau

    BS.6             Bewegen im Wasser

    C                Sicherheit im Wasser

                                                                                                                                                                                                          Querverweise

          1. Die Schülerinnen und Schüler können eine Situation im, am und auf dem EZ - Lernen und Reflexion (7)
                                                                                                                                                                                                          BNE - Gesundheit
                  Wasser bezüglich Sicherheit einschätzen und in Gefahrensituationen

                  verantwortungsbewusst handeln.

    BS.6.C.1         Sicherheit
                     Die Schülerinnen und Schüler ...
    1 1a
                     können Gefahren im, am und auf dem Wasser nennen.
                 1b
                     können Gefahrensituationen erkennen und die Baderegeln unter Aufsicht einhalten (z.B.
    2 1c             Wassertiefe einschätzen).

                     können sich in Gefahrensituationen realistisch einschätzen und diese vermeiden.

          1d können die Bade- und Tauchregeln einhalten (z.B. tauche nie alleine).

          1e können in Gefahrensituationen verantwortungsbewusst handeln.

    3     1f können andere auf das Einhalten von Bade- und Tauchregeln aufmerksam machen.

          1g können sich selbst und anderen gegenüber verantwortungsbewusst handeln.
          1h können Ertrinkungsursachen nennen.

    BS.6.C.1         Alarmieren und Retten
                     Die Schülerinnen und Schüler ...
    1 2a
    2 2b             können auf Anweisung Alarm auslösen.
                     erkennen, wenn eine Person in einer Notlage ist und können Alarm auslösen.

    3     2c können Notsituationen erkennen und sinnvolle Massnahmen ergreifen.

          2d können grundlegende Techniken des Rettens (z.B. Nacken- und Nackenstirngriff)
                   anwenden.

BS

6                                                                Lehrplan 21                                15.3.2016
Medien und Informatik
Elemente des Kompetenzaufbaus

Impressum            Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement Graubünden
                     Lehrplan 21 Graubünden
Herausgeber:         Fassung vom 15.03.2016
Zu diesem Dokument:  Iwan Raschle
                     Alle Rechte liegen beim Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement des Kantons Graubünden.
Titelbild:           gr-d.lehrplan.ch
Copyright:
Internet:
Modullehrplan | Medien und Informatik | Inhalt

Inhalt

Zum Modul                                                    458

Bedeutung und Zielsetzungen                                  459

Didaktische Hinweise                                         461

Strukturelle und inhaltliche Hinweise                        463

MI.1       Medien                                            465

MI.2       Informatik                                        469

                                                                  MI

15.3.2016                                       Lehrplan 21
458 Modullehrplan | Medien und Informatik | Zum Modul

    Zum Modul

               Im Lehrplan 21 dienen Modullehrpläne dazu, fächerübergreifende Aufgaben der
               Schule zu beschreiben und für einen Kern dieser Aufgaben einen systematischen
               Aufbau von Kompetenzen zu gewährleisten. Module verfügen über ein begrenztes,
               nicht durchgehendes Zeitbudget.

               Die Modullehrpläne gliedern sich wie die Fachbereichslehrpläne in einleitende
               Kapitel (Bedeutung und Zielsetzungen, Didaktische Hinweise, Strukturelle und
               inhaltliche Hinweise) und die Darstellung des Kompetenzaufbaus. Der
               Modullehrplan Medien und Informatik unterscheidet die Kompetenzbereiche Medien
               und Informatik sowie die Kompetenzen zur Anwendung der Informations- und
               Kommunikationstechnologien, die als Anwendungskompetenzen bezeichnet werden.
               Zu den Kompetenzbereichen Medien und Informatik beinhaltet der Modullehrplan
               die Kompetenzaufbauten. Die Anwendungskompetenzen werden integriert in den
               Fachbereichen unterrichtet. Daher enthält der Modullehrplan dazu keinen eigenen
               Kompetenzaufbau, sondern nur eine Übersicht mit Hinweisen auf die Fachbereiche,
               in denen die Anwendungskompetenzen unterrichtet werden.

               Für die Arbeit an den Modulen stehen Lektionen gemäss Lektionentafel zur
               Verfügung.

MI

                                                       Lehrplan 21  15.3.2016
Modullehrplan | Medien und Informatik | Bedeutung und Zielsetzungen                                          459

Bedeutung und Zielsetzungen

Bedeutung

                       Die schnelle Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien prägt
                       die Gesellschaft nicht nur in der Wirtschaft, Politik und Kultur, sondern zunehmend
                       auch in der persönlichen Lebenswelt bis hin zur Gestaltung von Beziehungen. Die
                       Bedeutung von digitalen Medien und Computertechnologien als Werkzeuge zur
                       Verarbeitung, Speicherung und Übermittlung von Information nimmt nach wie vor
                       zu, und weitere Entwicklungen sind absehbar. Oft sind Informations- und
                       Kommunikationstechnologien kaum mehr erkennbar, weil unsichtbar in
                       verschiedenste Geräte und Objekte integriert (z.B. in Fahrzeuge, Ausweise oder
                       Billette). Die steigende Bedeutung der Informations- und
                       Kommunikationstechnologien für die Gesellschaft und der Übergang zu einer
                       Informationsgesellschaft haben Auswirkungen auf die Schule und betrifft sie in
                       vierfacher Hinsicht:

Lebensweltperspektive  Die heutige Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen ist durchdrungen von
                       traditionellen und digitalen Medien sowie von Werkzeugen und Geräten, die auf
                       Informations- und Kommunikationstechnologien basieren und die durch Ihre
                       Omnipräsenz neue Handlungsmöglichkeiten und neue soziale Realitäten schaffen.
                       Kinder und Jugendliche müssen lernen, damit und mit den Folgen dieser Realitäten
                       kompetent und verantwortungsbewusst umzugehen. Bereits vor Schuleintritt
                       begegnen und nutzen Kinder heute zahlreiche Medien. Eine zentrale Aufgabe der
                       Schule besteht darin, diesen vor- und ausserschulischen Mediengebrauch als
                       Ressource und Erfahrungsfeld aufzugreifen und die Schülerinnen und Schüler zu
                       einer vertieften Reflexion dieser Erfahrungen und Fähigkeiten zu führen. Die
                       Bildung der eigenen Persönlichkeit, der kulturellen Identität, der Erwerb personaler
                       und sozialer Kompetenzen geschieht heute auch in Auseinandersetzung mit Medien.
                       Ein Verständnis der zugrunde liegenden Technologien und Informatikkonzepte ist
                       nicht nur Voraussetzung für diese Auseinandersetzung, sondern ermöglicht auch
                       das Verstehen und Mitgestalten zukünftiger Entwicklungen. Dadurch werden die
                       Kinder und Jugendlichen auf dem Weg zum mündigen Umgang mit Medien
                       unterstützt.

Berufsperspektive      Beruf und Studium verlangen Kompetenzen in den Bereichen Medien, Informatik
                       und Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien. In
                       Berufsbildung und weiterführenden allgemeinbildenden Schulen spielen
                       Kompetenzen in diesen Bereichen eine entscheidende Rolle. Praktisch jeder Beruf
                       erfordert heute Kompetenzen in der Anwendung der Informations- und
                       Kommunikationstechnologien, Medienkompetenz und grundlegende Informatik-
                       Kompetenzen. Die Volkschule hat sicherzustellen, dass Schülerinnen und Schüler
                       am Ende der obligatorischen Schulzeit diese Technologien in einer weiterführenden
                       Schule oder in der Berufslehre sinnvoll und effizient einsetzen und nutzen können.

Bildungsperspektive    Die Informations- und Kommunikationstechnologien verändern unseren Alltag so
                       grundlegend, dass auch Bildung und Wissen über den Bereich Medien und
                       Informatik hinaus einer Wandlung unterliegen. So erfordert z.B. die Arbeitswelt
                       zunehmend die Fähigkeit, komplexe Probleme in Kooperation mit andern mittels
                       Nutzung medialer Werkzeuge zu lösen, während andere Prozesse zunehmend
                       automatisiert werden. Die Informationsflut und die Geschwindigkeit des
                       technologischen und gesellschaftlichen Wandels erfordern grundlegende
                       Orientierungsfähigkeit und lebenslanges Lernen. Solche Kompetenzen müssen
                       bereits in der obligatorischen Schulzeit aufgebaut werden. Die gestiegene
                       gesellschaftliche Bedeutung der Informations- und Kommunikationstechnologien
                       erfordert damit Anpassungen in allen Fachbereichen, auch im Sinne einer Stärkung
                       überfachlicher Kompetenzen.

                                                                                                             MI

15.3.2016                    Lehrplan 21
460 Modullehrplan | Medien und Informatik | Bedeutung und Zielsetzungen

    Lehr-Lernperspektive             Medien, Computer, Internet und mobile multimediale Kleingeräte wie Digitalkamera
                                     und Mobiltelefon bieten vielfältige Potenziale für Lehr- und Lernprozesse. Die oben
    Zielsetzungen                    erwähnten veränderten Anforderungen an die allgemeinen Bildungsziele bedingen
                                     entsprechende Unterrichtsmethoden. Dazu gehört auch die didaktische Integration
    Medien verstehen und             der neuen Medien in Schule und Unterricht. Eine Schule im Kontext der
    verantwortungsvoll nutzen        Informationsgesellschaft soll die Potenziale der neuen Medien auch selber
                                     situations- und stufengerecht als Lern- und Lehrwerkzeuge nutzen: für neue
    Grundkonzepte der Informatik     Formen des Lesens und Schreibens, zur multimedialen Veranschaulichung von
    verstehen und zur Problemlösung  Sachverhalten, zur Aktivierung von Schülerinnen und Schülern beim Üben und
    einsetzen                        Experimentieren, zur mediengestützten Kommunikation und Kooperation, zum
                                     Rechnen und Programmieren und zum Prüfen und zur Dokumentation des
    Erwerb von                       Gelernten. Die übergreifende Lernperspektive für den gesamten Lehrplan findet
    Anwendungskompetenzen            sich insbesondere im Kapitel Lern- und Unterrichtsverständnis.

                                     Schülerinnen und Schüler erwerben ein Verständnis für die Aufgabe und Bedeutung
                                     von Medien für Individuen sowie für die Gesellschaft, für Wirtschaft, Politik und
                                     Kultur. Sie können sich in einer rasch ändernden, durch Medien und
                                     Informatiktechnologien geprägten Welt orientieren, traditionelle und neue Medien
                                     und Werkzeuge eigenständig, kritisch und kompetent nutzen und die damit
                                     verbundenen Chancen und Risiken einschätzen. Sie kennen Verhaltensregeln und
                                     Rechtsgrundlagen für sicheres und sozial verantwortliches Verhalten in und mit
                                     Medien.

                                     Schülerinnen und Schüler verstehen Grundkonzepte der automatisierten
                                     Verarbeitung, Speicherung und Übermittlung von Information; darunter Methoden,
                                     Daten zu organisieren und zu strukturieren, auszuwerten und darzustellen. Sie
                                     erwerben ein Grundverständnis, wie Abläufe alltagssprachlich, grafisch und darauf
                                     aufbauend auch in einer formalisierten Sprache beschrieben werden können, und
                                     sie lernen, einfache, auf Informatik bezogene Lösungsstrategien in verschiedenen
                                     Lebensbereichen zu nutzen. Dies trägt zum Verständnis der
                                     Informationsgesellschaft bei und befähigt, sich an ihr aktiv zu beteiligen.

                                     Schülerinnen und Schüler erwerben grundlegendes Wissen zu Hard- und Software
                                     sowie zu digitalen Netzen, das nötig ist, um einen Computer kompetent zu nutzen.
                                     Sie erwerben Kompetenzen in der Nutzung von Informations- und
                                     Kommunikationstechnologien für effektives Lernen und Handeln in verschiedenen
                                     Fach- und Lebensbereichen, sowohl im Blick auf die Schule als auch auf den Alltag
                                     und die spätere Berufsarbeit.

MI

                                     Lehrplan 21                         15.3.2016
Modullehrplan | Medien und Informatik | Didaktische Hinweise                                                    461

Didaktische Hinweise

                           Um sich in einem auch künftig stark wandelnden, durch vielfältige Medien und
                           Informationstechnologien geprägten gesellschaftlichen Umfeld zurechtzufinden,
                           müssen Schulen und Lehrpersonen sich aufmerksam mit den neuen Entwicklungen
                           auseinandersetzen und einen Beitrag zur Informatik- und Medienbildung leisten. Da
                           die Diskussion darüber, was die Schule in diesem Bereich leisten kann und soll,
                           noch längst nicht als abgeschlossen gelten kann, ist der vorliegende Modullehrplan
                           als Ausgangspunkt für eine offene Weiterentwicklung des Fachverständnisses
                           Medien und Informatik zu verstehen.

Medien

Medienbildung und          Der Modullehrplan Medien befasst sich mit Medienbildung und Mediennutzung und
Mediennutzung              beschreibt die dafür spezifischen Kompetenzen. Aufbauend auf den ersten
                           Kontakten mit traditionellen und digitalen Medien, die vor dem Schuleintritt und im
                           1. Zyklus erfolgen, setzen die Schülerinnen und Schüler diese zunehmend als
                           Werkzeug ein. Sie sprechen in allen Zyklen über ihren alltäglichen Umgang mit
                           unterschiedlichen Medien in Unterricht und Freizeit. Erwünschte und
                           problematische Auswirkungen werden im Unterricht thematisiert, und ein
                           bewusster Umgang damit wird angestrebt. Um das Verständnis für die
                           Funktionsweise der verwendeten Medien zu fördern, werden auch allgemeine,
                           abstrakte Konzepte und Prinzipien erarbeitet. Neben dem Sachwissen spielen
                           pädagogische Aspekte in der Medienbildung eine Rolle, mit denen Identitätsbildung,
                           Kreativität, Wahrnehmungs- und Ausdrucksfähigkeit gefördert und ethische
                           Überlegungen angeregt werden.

                           Um eigene Medienerfahrungen konstruktiv verarbeiten zu können, ist es für
                           Schülerinnen und Schüler wichtig, diese im Unterricht einbringen und diskutieren
                           zu können.

Austausch mit Eltern und   Die erzieherische Verantwortung für die Mediennutzung der Kinder und
Erziehungsberechtigten     Jugendlichen ausserhalb der Schule liegt bei den Eltern und
                           Erziehungsberechtigten. Die Schule hat einen Bildungsauftrag, der die
                           Heranwachsenden im Hinblick auf eine mündige Mediennutzung unterstützen soll.

                           Schule und Elternhaus haben in Bezug auf die Mediennutzung der Kinder und
                           Jugendlichen je eigene Aufgabenschwerpunkte und eine entsprechende
                           Verantwortung. Um diese wahrnehmen zu können, ist ein Austausch zwischen
                           Schule und Elternhaus unabdingbar.

Informatik

Informatische Bildung      Der Kompetenzbereich Informatik befasst sich mit der Automatisierung der
                           Informationsverarbeitung. Die Schülerinnen und Schüler lernen, Daten als
                           symbolische Darstellung von Information zu verstehen und gewinnen Einblick in die
                           Prinzipien und Methoden der Verwaltung, Auswertung und Sicherheit von Daten.
                           Ausgehend von der Beschreibung und Analyse einfacher Abläufe lernen die
                           Schülerinnen und Schüler, grundlegende Lösungsstrategien für eine Vielfalt von
                           Aufgabenstellungen zu verstehen und als Algorithmen zu beschreiben. Beim
                           Programmieren werden Prozesse und Abläufe in eine Sprache übersetzt, die der
                           Rechner versteht und so eine automatisierte Verarbeitung von Daten erlaubt.
                           Verschiedene Grundkonzepte der Informatik können dabei auch ohne
                           Computereinsatz vermittelt werden.

Selbstständiges Entdecken  Im Informatikunterricht hat das selbstständige Entdecken einen ebenso grossen
fördern                    Stellenwert wie die Vermittlung von Wissen und Methoden. Viele
                           Aufgabenstellungen können zuerst durch selbstständiges Experimentieren gelöst
                           werden. Die dabei gesammelten Erfahrungen führen zum Entdecken allgemeiner
                           Lösungsstrategien. Diese werden beim Programmieren für weitere

                                                                                                                MI

15.3.2016                                                     Lehrplan 21
462 Modullehrplan | Medien und Informatik | Didaktische Hinweise

                                   Aufgabenstellungen auf korrekte Funktionalität getestet und bei Bedarf verbessert.
                                   Der Prozess von der Aufgabenstellung bis zum fertigen Produkt soll mit einem
                                   möglichst hohen Grad an Selbstständigkeit durchgeführt werden. Dabei lernen die
                                   Schülerinnen und Schüler auch, die Programmiersprache durch selber entwickelte
                                   Funktionen und Prozeduren zu ergänzen mit dem Ziel, die Kommunikation mit dem
                                   Rechner zu vereinfachen und eigene kreative Vorstellungen umzusetzen.

    ,,Be-greifbare" Informatik     Informatik gilt als abstraktes Thema. Für eine erfolgreiche Vermittlung in der
                                   Volksschule gilt es deshalb, Informatik anschaulich und "be-greifbar" zu vermitteln.
                                   Neben dem Lebensweltbezug bei der Wahl der Beispiele ist deshalb darauf zu
                                   achten, Informatikkonzepte wenn immer möglich auch spielerisch und
                                   handlungsbezogen zu vermitteln. Sensoren, Aktoren und Roboter verbinden die
                                   abstrakte Welt der Informatik mit eigenen Handlungserfahrungen und mit der
                                   wahrgenommenen Umwelt von Kindern und Jugendlichen.

    Anwendungskompetenzen

                                   Informations- und Kommunikationstechnologien werden in der Schule als
                                   Werkzeuge für eigenes Arbeiten genutzt. Für die konkrete Arbeit wird dabei so viel
                                   Wissen erworben wie gerade benötigt wird. Zudem wird der Reflexion von Vor- und
                                   Nachteilen, Einsatzmöglichkeiten und Wirkungen Beachtung geschenkt, denn dies
                                   erleichtert den Umgang mit Neuentwicklungen. Die Einführung neuer Anwendungen
                                   führt nur dann zu nachhaltiger Kompetenz, wenn die Anwendungen in der Folge
                                   auch regelmässig genutzt werden. Dies sollte bei der Unterrichtsplanung in den
                                   Fachbereichen, in denen die jeweilige Anwendung genutzt wird, berücksichtigt
                                   werden.

    Grundlegendes zur Planung      Anwendungskompetenzen werden zum Teil im Modul Medien und Informatik
                                   erworben, die übrigen sind Teil der Fachbereichslehrpläne. Es kann sinnvoll sein,
                                   insbesondere komplexere Anwendungen in spezifischen Lerneinheiten einzuführen.
                                   Dies bedarf der Absprache zwischen den beteiligten Lehrpersonen.

                                   Anwendungskompetenzen lassen sich nicht nebenbei vermitteln. Sie müssen unter
                                   Berücksichtigung heterogener Lernvoraussetzungen explizit eingeführt werden. So
                                   muss zum Beispiel eine systematische Datenablage wie auch das Strukturieren und
                                   Gestalten von Präsentationen, Texten oder Webseiten gelernt werden.

                                   Um eine so eingeführte Anwendung kompetent einsetzen zu können, braucht es die
                                   konkrete Nutzung in einem fachbezogenen Kontext. Aufgrund der
                                   fächerübergreifenden Bezüge stellt der Erwerb der Anwendungskompetenzen eine
                                   besondere Herausforderung für die Unterrichtsplanung dar.

    Weitere Hinweise

    Heterogenität berücksichtigen  Die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien gehört für Kinder
                                   und Jugendliche heute selbstverständlich zum Alltag. Es bestehen jedoch bei
                                   Schülerinnen und Schülern grosse Unterschiede bezüglich Zugang zu Medien und
                                   Geräten, Nutzungsverhalten und elterlicher Begleitung. Diese Unterschiede, die sich
                                   aus der sozialen und kulturellen Herkunft der Kinder und Jugendlichen, deren
                                   Geschlecht sowie dem Erziehungsverhalten von Eltern und Erziehungsberechtigten
                                   ergeben können, gilt es mit der nötigen Sorgfalt zu thematisieren und bei der
                                   Unterrichtsgestaltung zu berücksichtigen, um allen Schülerinnen und Schülern den
                                   Aufbau von Kompetenzen zu ermöglichen.

    Schwerpunkte zu Beginn des 1.  Bereits zu Beginn des 1. Zyklus eröffnen analoge und digitale Medien vielfältige
    Zyklus                         kreative Möglichkeiten. Spielerisches Experimentieren mit Bild und Ton und das
                                   Erkunden von kreativen Ausdrucksmöglichkeiten haben hohe Bedeutung. Die
                                   Mediennutzung steht dabei nicht in Konkurrenz zu realen Erfahrungen in der
                                   eigenen Umwelt, sondern ergänzt diese.

MI

                                                                  Lehrplan 21  15.3.2016
Modullehrplan | Medien und Informatik | Strukturelle und inhaltliche Hinweise                                                                 463

Strukturelle und inhaltliche Hinweise

Struktur

                                                         Der Modullehrplan Medien und Informatik unterscheidet die Kompetenzbereiche
                                                         Medien und Informatik sowie die Anwendungskompetenzen. Zu den
                                                         Kompetenzbereichen Medien und Informatik sind die Kompetenzaufbauten im
                                                         Modullehrplan dargestellt. Der Erwerb der Anwendungskompetenzen gehört
                                                         grösstenteils zum Auftrag der Fachbereiche und ist daher in die
                                                         Kompetenzaufbauten der Fachbereiche integriert beschrieben. Diejenigen
                                                         Anwendungskompetenzen, die nicht integriert in die Fachbereiche erworben werden
                                                         können, sind Teil der Moduls Medien und Informatik. Weiter unten erfolgt eine
                                                         Übersicht über die im Rahmen der Volksschule zu vermittelnden
                                                         Anwendungskompetenzen mit Querverweisen auf die Kompetenzaufbauten der
                                                         Fachbereiche bzw. des Moduls Medien und Informatik.

                                                         Die drei Bereiche sind nicht trennscharf. Gewisse Kompetenzen lassen sich nicht
                                                         eindeutig einem der drei Bereiche zuordnen. So setzt beispielsweise eine effiziente
                                                         Internetrecherche sowohl Kenntnisse über die Funktionsweise von Suchmaschinen
                                                         (Informatik) als auch Hintergründe zu Geschäftsmodellen und Zensurmassnahmen
                                                         von Suchmaschinen (Medien) voraus, als auch konkretes Wissen zur Bedienung
                                                         derzeit aktueller Suchmaschinen (Anwendung).

Überfachliche Kompetenzen         Zwischen dem Modullehrplan Medien und Informatik einerseits und den
                                  Fachbereichslehrplänen andererseits gibt es eine Vielzahl inhaltlicher
Informatik in der zweiten Hälfte  Berührungspunkte, die sich für fächerübergreifendes Lernen eignen.
des 2. Zyklus                     Entsprechende Stellen sind durch Querverweise gekennzeichnet.

                                  Mediengestützte Interaktionen in kleineren und grösseren sozialen Gruppen
                                  erfordern sowohl Sachwissen als auch soziale und personale Kompetenzen.
                                  Personale Kompetenzen sind auch Voraussetzung zur Steuerung und Reflexion der
                                  eigenen Mediennutzung. Es ist deshalb wichtig, den Unterricht entsprechend zu
                                  gestalten, neben inhaltlichen Zielen auch soziale und personale Ziele bewusst zu
                                  verfolgen und Lernfortschritte regelmässig zu reflektieren.

                                  Das Modul Medien und Informatik leistet wichtige Beiträge zur Entwicklung
                                  methodischer Kompetenzen, die in allen Fachbereichen zum Tragen kommen. Dazu
                                  gehören insbesondere das Suchen, Bewerten, Aufbereiten und Präsentieren von
                                  Informationen und Daten sowie der Erwerb von Strategien zur Bearbeitung von
                                  Aufgaben und Problemen, deren Lösung das lebensweltliche und berufliche
                                  Handeln unterstützt.

                                  Im 2. Zyklus beginnt der Unterricht im Kompetenzbereich Informatik durchgängig in
                                  der 2. Hälfte. Dies ist im Kompetenzaufbau durch das Pfeil-Symbol vor dem
                                  Orientierungspunkt gekennzeichnet.

                                                                                                                                              MI

15.3.2016                         Lehrplan 21
464 Modullehrplan | Medien und Informatik | Strukturelle und inhaltliche Hinweise

    Anwendungskompetenzen

                           Die Anwendungskompetenzen werden zum grössten Teil im Unterricht der
                           Fachbereiche vermittelt. Die entsprechenden Kompetenzbeschreibungen finden sich
                           in den Kompetenzaufbauten der Fachbereichslehrpläne. Einzelne
                           Anwendungskompetenzen sind Teil der Kompetenzbereiche Medien und Informatik.
                           In der folgenden Übersicht geben die Querverweise an, wo die jeweilige
                           Anwendungskompetenz erworben wird. Die Verantwortung, diese
                           Anwendungskompetenz zu vermitteln, liegt bei der Lehrperson, welche den
                           entsprechenden Fachbereich unterrichtet.

    Übersicht über die Anwendungskompetenzen

    Handhabung             Zyklus  Kompetenz                                                                      Ort der Einarbeitung
                           1
                                   Die Schülerinnen und Schüler ...
                           1
                           1-2     können Geräte ein- und ausschalten,                                            MI.2.3.a
                                   Programme starten und beenden,                                                 MI.2.3.b
                           1-2     einfache Funktionen nutzen, sich mit dem
                           3       eigenen Login anmelden.
                           3
                                   können Dokumente selbstständig ablegen MI.2.3.c
                                   und wieder finden.

                                   können mit grundlegenden Elementen der D.4.A.1.e
                                   Bedienoberfläche umgehen (Fenster, MI.2.3.d
                                   Menüs, mehrere geöffnete Programme).

                                   können mit der Tastatur Texte schreiben. D.4.A.1.e

                                   können ausreichend automatisiert mit der D.4.A.1.i
                                   Tastatur schreiben.

                                   können Dokumente so ablegen, dass auch MI.2.1.h
                                   andere sie wiederfinden.

    Recherche und          Zyklus  Kompetenz                                                                      Ort der Einarbeitung
    Lernunterstützung      1-3

                           2-3     Die Schülerinnen und Schüler ...

                                   können mit Hilfe von vorgegebenen                                              D.3.B.1.g
                                                                                                                  D.4.C.1.b
                                   Medien lernen und Informationen zu                                             MI.1.2.c
                                                                                                                  NMG.6.2.b
                                   einem bestimmten Thema beschaffen (z.B.                                        RZG.4.2.b

                                   Buch,                                           Zeitschrift,  Lernspiel,

                                   Spielgeschichte, Webseite).

                                   können Medien und Daten auswählen,                                             D.2.B.1.f
                                                                                                                  D.4.C.1.e
                                   auswerten und als Informationsquelle für                                       FS1GR.5.B.2.b
                                                                                                                  FS2GR.5.B.2.b
                                   ihr Lernen nutzen (z.B. Lexikon,                                               MI.1.2.e
                                                                                                                  NMG.2.5.d
                                   Suchmaschine,                                                 Schulfernsehen,  NMG.4.4.1f
                                                                                                                  NMG.5.3.g
                                   Wetterkarte, geografische Daten,                                               NMG.7.3.e
                                                                                                                  NMG.8.5.h
                                   technische Anleitungen).                                                       NMG.8.5.i
                                                                                                                  RZG.4.3.b
                                                                                                                  TTG.3.B.4.b
                                                                                                                  TTG.3.B.4.c
                                                                                                                  WAH.1.1.b

MI

                                   Lehrplan 21                                                                                          15.3.2016
Modullehrplan | Medien und Informatik | Strukturelle und inhaltliche Hinweise                                                  465

                             2-3     können Sachtexte im Rahmen einer                                    D.2.B.1.g
                             3       Recherche beschaffen (z.B. im Internet, in
                                     der Bibliothek) und die darin enthaltenen
                                     Informationen mithilfe von Leitfragen für
                                     weitere Arbeiten nutzen (z.B. Referat).

                                     können Medien für den eigenen                                       FS1GR.4.B.1.d
                                     Lernprozess selbstständig auswählen und                             FS2GR.4.B.1.d
                                     einsetzen (z.B. Sachbuch, Zeitschrift, RSS-                         MA.1.B.3.g
                                     Feed, soziale Netzwerke, E-Book,                                    MA.2.B.1.i
                                     fachbezogene Software).                                             MA.2.B.1.j
                                                                                                         MU.4.B.1.2f
                                                                                                         NT.1.3.c
                                                                                                         NT.3.3.d
                                                                                                         NT.9.1.c
                                                                                                         NT.9.2.c
                                                                                                         RZG.4.1.a
                                                                                                         RZG.4.2.b
                                                                                                         RZG.4.3.b
                                                                                                         RZG.5.3.d
                                                                                                         RZG.6.2.b
                                                                                                         RZG.6.2.d
                                                                                                         WAH.3.2.a
                                                                                                         WAH.3.3.c

Produktion und Präsentation  Zyklus  Kompetenz                                                           Ort der Einarbeitung
                             1-2
                             2-3     Die Schülerinnen und Schüler ...
                             2-3
                             3       können Medien zum gegenseitigen                                     MI.1.3.b
                                                                                                         MI.1.3.c
                                     Austausch sowie zum Erstellen und                                   MI.1.4.a
                                                                                                         TTG.1.B.2.a
                                     Präsentieren ihrer Arbeiten einsetzen (z.B.

                                     Brief,                                    E-Mail,  Klassenzeitung,

                                     Klassenblog, gestalten von Text-, Bild-,

                                     Video- und Tondokumenten).

                                     können die Grundfunktionen von Geräten                              D.4.D.1.c
                                     und Programmen zur Erstellung,                                      D.4.D.1.d
                                     Bearbeitung und Gestaltung von Texten,                              MA.1.B.3.e
                                     Tabellen, Präsentationen, Diagrammen,                               MA.1.B.3.f
                                     Bildern, Tönen, Videos und Algorithmen                              MA.3.C.1.g
                                     anwenden.                                                           NMG.4.4.1e

                                     können aktuelle Medien nutzen um sich                               BG.2.C.1.3d
                                     auszutauschen, und um ihre Gedanken                                 D.4.B.1.h
                                     und ihr Wissen vor Publikum zu                                      MI.1.3.f
                                     präsentieren oder einer Öffentlichkeit                              MI.1.4.c
                                     verfügbar zu machen.

                                     können Geräte und Programme zur                                     BG.2.C.1.6d
                                     Erstellung, Bearbeitung und Gestaltung                              BG.2.C.1.6e
                                     von Texten, Tabellen, Präsentationen,                               D.4.B.1.h
                                     Diagrammen, Bildern, Tönen, Videos und                              D.4.E.1.g
                                     Algorithmen einsetzen.                                              FS1GR.4.B.1.c
                                                                                                         FS2GR.4.B.1.c
                                                                                                         MA.1.B.3.h
                                                                                                         MA.2.A.3.h
                                                                                                         MA.3.A.3.i
                                                                                                         MA.3.B.1.h
                                                                                                         MI.2.2.f
                                                                                                         MU.4.B.1.2d
                                                                                                         MU.4.B.1.2e
                                                                                                         RZG.4.1.a

                                                                                                                               MI

15.3.2016                            Lehrplan 21
466 Modullehrplan | Medien und Informatik | Strukturelle und inhaltliche Hinweise

    3  können Medien und Programmfunktionen D.4.E.1.g
       zur inhaltlichen und formellen D.4.F.1.e

                                                                                 D.4.F.1.f

       Überarbeitung von Texten nutzen (z.B. D.4.F.1.g

       Wörterbuch,                                                                 Korrektur-  und FS1GR.5.E.2.c

       Überarbeitungsfunktionen, Internet).                                                               FS2GR.5.E.2.c

    3  können in Programmen Vorlagen D.3.B.1.i
       anwenden (z.B. Textverarbeitung, D.4.D.1.f

                                                                                 MA.1.B.3.g

       Präsentationen, Tabellenkalkulation).

    3  können aktuelle Medien ziel- und D.3.B.1.h
       zielgruppengerecht nutzen um ihre D.3.B.1.i
                                                                                                          MI.1.3.f
       Gedanken und ihr Wissen vor Publikum zu                                                            MU.5.A.1.f

       präsentieren oder einer Öffentlichkeit MU.5.A.1.g

       verfügbar zu machen (z.B. Präsentationen, NT.1.3.c
       Foto-, Video-, Audiobeitrag, Blog und NT.3.3.a

       Wiki).

    3  können Plattformen gestalten und D.4.B.1.h
       anpassen und diese interaktiv für MI.1.4.f

       gemeinsames                                                                             Arbeiten,

       Meinungsaustausch, Kommunikation

       sowie zum Publizieren einsetzen (z.B.

       Datenablage und -austausch, Blog,

       Cloudcomputing).

MI

       Lehrplan 21                                                                                                       15.3.2016
Modullehrplan | Medien und Informatik | Kompetenzaufbau                                                               467

MI.1       Medien

                                                                                                        Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können sich in der physischen Umwelt

           sowie in medialen und virtuellen Lebensräumen orientieren und sich

           darin entsprechend den Gesetzen, Regeln und Wertesystemen verhalten.

MI.1.1     Leben in der Mediengesellschaft
           Die Schülerinnen und Schüler ...
1
2          a können sich über Erfahrungen in ihrer unmittelbaren Umwelt, über Medienerfahrungen D.4.C.1.a
                  sowie Erfahrungen in virtuellen Lebensräumen austauschen und über ihre
3                 Mediennutzung sprechen (z.B. Naturerlebnis, Spielplatz, Film, Fernsehen, Bilderbuch,
                  Hörspiel, Lernprogramm).

           b können Vor- und Nachteile direkter Erfahrungen, durch Medien oder virtuell
                  vermittelter Erfahrungen benennen und die persönliche Mediennutzung begründen.

           c können Folgen medialer und virtueller Handlungen erkennen und benennen (z.B.               NMG.7.1.e
                  Identitätsbildung, Beziehungspflege, Cybermobbing).

           d können Regeln und Wertesysteme verschiedener Lebenswelten unterscheiden,
                  reflektieren und entsprechend handeln (z.B. Netiquette, Werte in virtuellen Welten).

           e können Chancen und Risiken der Mediennutzung benennen und Konsequenzen für das
                  eigene Verhalten ziehen (z.B. Vernetzung, Kommunikation, Cybermobbing,
                  Schuldenfalle, Suchtpotential).
                  können Verflechtungen und Wechselwirkungen zwischen physischer Umwelt, medialen
                  und virtuellen Lebensräumen erkennen und für das eigene Verhalten einbeziehen (z.B.
                  soziale Netzwerke und ihre Konsequenzen im realen Leben).

           f können Chancen und Risiken der zunehmenden Durchdringung des Alltags durch
                  Medien und Informatik beschreiben (z.B. Globalisierung, Automatisierung, veränderte
                  Berufswelt, ungleiche Möglichkeiten zum Zugang zu Information und Technologie).

           g können Funktion und Bedeutung der Medien für Kultur, Wirtschaft und Politik
                  beschreiben und darlegen, wie gut einzelne Medien diese Funktion erfüllen (z.B.
                  Manipulation, technische Abhängigkeit, Medien als vierte Gewalt).

                                                                                                                      MI

15.3.2016                                                Lehrplan 21                                                  1
468 Modullehrplan | Medien und Informatik | Kompetenzaufbau

                                                                                                     Querverweise

            2. Die Schülerinnen und Schüler können Medien und Medienbeiträge
                    entschlüsseln, reflektieren und nutzen.

    MI.1.2  Medien und Medienbeiträge verstehen
            Die Schülerinnen und Schüler ...
    1
            a verstehen einfache Beiträge in verschiedenen Mediensprachen und können darüber         D.2.B.1.a
    2              sprechen (Text, Bild, alltägliches Symbol, Ton, Film).                            D.2.C.1.b
                                                                                                     NMG.2.5.a

            können Werbung erkennen und über die Zielsetzung der Werbebotschaften sprechen. NMG.7.4.a

            b können benennen, welche unmittelbaren Emotionen die Mediennutzung auslösen kann NMG.9.4.b
                   (z.B. Freude, Wut, Trauer).

            c können mithilfe von vorgegebenen Medien lernen und Informationen zu einem              MI - Recherche und
                   bestimmten Thema beschaffen (z.B. Buch, Zeitschrift, Lernspiel, Spielgeschichte,  Lernunterstützung
                   Website).                                                                         NMG.9.3.d

            d können die Grundfunktionen der Medien benennen (Information, Bildung,
                   Meinungsbildung, Unterhaltung, Kommunikation).
                   kennen Mischformen und können typische Beispiele aufzählen (Infotainment,
                   Edutainment).

            e können Informationen aus verschiedenen Quellen gezielt beschaffen, auswählen und       MI - Recherche und
                   hinsichtlich Qualität und Nutzen beurteilen.                                      Lernunterstützung
                                                                                                     D.3.B.1.g
                                                                                                     NMG.1.5.g
                                                                                                     NMG.1.6.d
                                                                                                     NMG.2.5.d
                                                                                                     NMG.3.3.e
                                                                                                     NMG.7.1.e
                                                                                                     NMG.7.2.e
                                                                                                     NMG.8.2.e
                                                                                                     NMG.9.3.e

    3       f erkennen, dass Medien und Medienbeiträge auf Individuen unterschiedlich wirken.

            g kennen grundlegende Elemente der Bild-, Film- und Fernsehsprache und können ihre BG.3.B.1.1c
                   Funktion und Bedeutung in einem Medienbeitrag reflektieren.

            h können die Absicht hinter Medienbeiträgen einschätzen (z.B. Werbung, Zeitschrift,      NT.3.3.c
                   Parteizeitung).                                                                   RZG.3.3.a
                                                                                                     ERG.3.1.d
            i kennen Organisations- und Finanzierungsformen von Medienangeboten und deren            ERG.5.2.b
                   Konsequenzen.                                                                     ERG.5.5.d
                                                                                                     BG.3.B.1.1c
                                                                                                     BG.3.B.1.2c

MI

1                                                            Lehrplan 21                                                 15.3.2016
Modullehrplan | Medien und Informatik | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                                  469

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           3. Die Schülerinnen und Schüler können Gedanken, Meinungen, Erfahrungen
                   und Wissen in Medienbeiträge umsetzen und unter Einbezug der Gesetze,
                   Regeln und Wertesysteme auch veröffentlichen.

MI.1.3            Medien und Medienbeiträge produzieren                                        MI - Produktion und
                  Die Schülerinnen und Schüler ...                                             Präsentation
1          a können spielerisch und kreativ mit Medien experimentieren.                        NMG.2.1.a
           b können einfache Bild-, Text-, Tondokumente gestalten und präsentieren.
2                                                                                              MI - Produktion und
           c können Medien zum Erstellen und Präsentieren ihrer Arbeiten einsetzen (z.B.       Präsentation
                  Klassenzeitung, Klassenblog, Hörspiel, Videoclip).                           D.3.B.1.d
                                                                                               MU.4.B.1.2a
           d können in ihren Medienbeiträgen die Sicherheitsregeln im Umgang mit persönlichen  MU.4.B.1.2b
                  Daten einbeziehen (z.B. Angaben zur Person, Passwort, Nickname).

           e können Medieninhalte weiterverwenden und unter Angabe der Quelle in               NMG.2.5.c
                  Eigenproduktionen integrieren (z.B. Vortrag, Blog/Klassenblog).              NMG.5.3.d
                                                                                               NMG.7.2.f
                                                                                               NMG.12.1.c

           f können Medien nutzen, um ihre Gedanken und ihr Wissen vor Publikum zu präsentieren MI - Produktion und
                                                                                               Präsentation
           und/oder zu veröffentlichen.
                                                                                               MI - Produktion und

           können Wirkungen eigener Medienbeiträge einschätzen und bei der Produktion          Präsentation
           entsprechend berücksichtigen.                                                       D.3.B.1.f
                                                                                               NMG.4.5.f

                                                                                               RZG.5.1.d

3          g können mit eigenen und fremden Inhalten Medienbeiträge herstellen und

           berücksichtigen dabei die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie Sicherheits- und

           Verhaltensregeln.

           h können allein und in Arbeitsteams mit medialen Möglichkeiten experimentieren und  MU.4.B.1.2e
                  sich darüber austauschen.                                                    MU.5.A.1.g
                                                                                               MU.5.B.1.g

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           4. Die Schülerinnen und Schüler können Medien interaktiv nutzen sowie mit

                   anderen kommunizieren und kooperieren.

MI.1.4     Mit Medien kommunizieren und kooperieren
           Die Schülerinnen und Schüler ...
1
2          a können mittels Medien bestehende Kontakte pflegen und sich austauschen (z.B.      MI - Produktion und
                  Telefon, Brief).                                                             Präsentation
3                                                                                              D.3.C.1.c

           b können Medien für gemeinsames Arbeiten und für Meinungsaustausch einsetzen und
                  dabei die Sicherheitsregeln befolgen.

           c können mittels Medien kommunizieren und dabei die Sicherheits- und Verhaltensregeln MI - Produktion und

                                                                                                                                                                                                         Präsentation

                  befolgen.

           d können Medien gezielt für kooperatives Lernen nutzen.                             D.4.D.1.f

                                                                                                                                                                                                                         MI

15.3.2016                                                Lehrplan 21                                                                                                                                                     1
470 Modullehrplan | Medien und Informatik | Kompetenzaufbau

                                                                                         Querverweise

    e können Medien zur Veröffentlichung eigener Ideen und Meinungen nutzen und das
           Zielpublikum zu Rückmeldungen motivieren.

    f können kooperative Werkzeuge anpassen und für gemeinsames Arbeiten,                MI - Produktion und

    Meinungsaustausch, Kommunikation sowie zum Publizieren einsetzen (z.B. Blog, Wiki).  Präsentation

MI

1                                                            Lehrplan 21                                      15.3.2016
Modullehrplan | Medien und Informatik | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                                  471

MI.2       Informatik

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Daten aus ihrer Umwelt darstellen,

                   strukturieren und auswerten.

MI.2.1            Datenstrukturen
                  Die Schülerinnen und Schüler ...
1
2          a können Dinge nach selbst gewählten Eigenschaften ordnen, damit sie ein Objekt mit
                  einer bestimmten Eigenschaft schneller finden (z.B. Farbe, Form, Grösse).

           b können unterschiedliche Darstellungsformen für Daten verwenden (z.B. Symbole,
                  Tabellen, Grafiken).

           c können Daten mittels selbstentwickelten Geheimschriften verschlüsseln.

           d kennen analoge und digitale Darstellungen von Daten (Text, Zahl, Bild und Ton) und
                  können die entsprechenden Dateitypen zuordnen.

           e kennen die Bezeichnungen der von ihnen genutzten Dokumententypen.

           f erkennen und verwenden Baum- und Netzstrukturen (z.B. Ordnerstruktur auf dem
                 Computer, Stammbaum, Mindmap, Website).

           g verstehen die Funktionsweise von fehlererkennenden und -korrigierenden Codes.

3          h können Dokumente so ablegen, dass auch andere sie wieder finden.                    MI - Handhabung

           i können logische Operatoren verwenden (und, oder, nicht).

           j können Daten in einer Datenbank strukturieren, erfassen, suchen und automatisiert
                 auswerten.

           k können Methoden zur Datenreplikation unterscheiden und anwenden (Backup,
                  Synchronisation, Versionierung).

                                                                                                                                                                                                                         MI

15.3.2016                                                Lehrplan 21                                                                                                                                                     2
472 Modullehrplan | Medien und Informatik | Kompetenzaufbau

                                                                                                           Querverweise

            2. Die Schülerinnen und Schüler können einfache Problemstellungen

            analysieren, mögliche Lösungsverfahren beschreiben und in Programmen

            umsetzen.

    MI.2.2         Algorithmen
                   Die Schülerinnen und Schüler ...
    1
    2       a können formale Anleitungen erkennen und ihnen folgen (z.B. Koch- und Backrezepte,
                   Spiel- und Bastelanleitungen, Tanzchoreographien).

            b können durch Probieren Lösungwege für einfache Problemstellungen suchen und auf
                   Korrektheit prüfen (z.B. einen Weg suchen, eine Spielstrategie entwickeln). Sie können
                   verschiedene Lösungswege vergleichen.

            c können Abläufe mit Schleifen und Verzweigungen aus ihrer Umwelt erkennen,
                   beschreiben und strukturiert darstellen (z.B. mittels Flussdiagrammen).

            d können einfache Abläufe mit Schleifen, bedingten Anweisungen und Parametern lesen
                   und manuell ausführen.

            e verstehen, dass ein Computer nur vordefinierte Anweisungen ausführen kann und dass
                   ein Programm eine Abfolge von solchen Anweisungen ist.

            f können Programme mit Schleifen, bedingten Anweisungen und Parametern schreiben MI - Produktion und
                                                                                                           Präsentation
            und testen.
                                                                                                           MA.2.C.2.g

    3       g können selbstentdeckte Lösungswege für einfache Probleme in Form von lauffähigen

            und korrekten Computerprogrammen mit Schleifen, bedingten Anweisungen und

            Parametern formulieren.

            h können selbstentwickelte Algorithmen in Form von lauffähigen und korrekten
                   Computerprogrammen mit Variablen und Unterprogrammen formulieren.

            i können verschiedene Algorithmen zur Lösung desselben Problems vergleichen und
                  beurteilen (z.B. lineare und binäre Suche, Sortierverfahren).

MI

2                                                            Lehrplan 21                                                 15.3.2016
Modullehrplan | Medien und Informatik | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                                  473

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           3. Die Schülerinnen und Schüler verstehen Aufbau und Funktionsweise von
                   informationsverarbeitenden Systemen und können Konzepte der sicheren
                   Datenverarbeitung anwenden.

MI.2.3     Informatiksysteme
           Die Schülerinnen und Schüler ...
1
           a können Geräte ein- und ausschalten, Programme starten, bedienen und beenden sowie MI - Handhabung
2                 einfache Funktionen nutzen.

           b können sich mit eigenem Login in einem lokalen Netzwerk oder einer Lernumgebung MI - Handhabung
                  anmelden.

           c können Dokumente selbstständig ablegen und wieder finden.                              MI - Handhabung

           d können mit grundlegenden Elementen der Bedienoberfläche umgehen (Fenster, Menu, MI - Handhabung
                  mehrere geöffnete Programme).

           e können Betriebssystem und Anwendungssoftware unterscheiden.

           f kennen verschiedene Speicherarten (z.B. Festplatten, Flashspeicher, Hauptspeicher)     MA.3.A.1.h
                 und deren Vor- und Nachteile und verstehen Grösseneinheiten für Daten.

           g können bei Problemen mit Geräten und Programmen Lösungsstrategien anwenden
                  (z.B. Hilfe-Funktion, Recherche).

           h können erklären, wie Daten verloren gehen können und kennen die wichtigsten
                  Massnahmen, sich davor zu schützen.

           i verstehen die grundsätzliche Funktionsweise von Suchmaschinen.

           j können lokale Geräte, lokales Netzwerk und das Internet als Speicherorte für private
                 und öffentliche Daten unterscheiden.

           k haben eine Vorstellung von den Leistungseinheiten informationsverarbeitender Systeme
                  und können deren Relevanz für konkrete Anwendungen einschätzen (z.B.
                  Speicherkapazität, Bildauflösung, Rechenkapazität, Datenübertragungsrate).

3          l kennen die wesentlichen Eingabe-, Verarbeitungs- und Ausgabeelemente von

           Informatiksystemen und können diese mit den entsprechenden Funktionen von

           Lebewesen vergleichen (Sensor, Prozessor, Aktor und Speicher).

           m können das Internet als Infrastruktur von seinen Diensten unterscheiden (z.B. WWW, E-
                   Mail, Internettelefonie, Soziale Netzwerke).

           n können die Risiken unverschlüsselter Datenübermittlung und -speicherung abschätzen.

                                                                                                                                                                                                                         MI

15.3.2016                                                Lehrplan 21                                                                                                                                                     2
Berufliche Orientierung
Elemente des Kompetenzaufbaus

Impressum            Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement Graubünden
                     Lehrplan 21 Graubünden
Herausgeber:         Fassung vom 15.03.2016
Zu diesem Dokument:  Iwan Raschle
                     Alle Rechte liegen beim Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement des Kantons Graubünden.
Titelbild:           gr-d.lehrplan.ch
Copyright:
Internet:
Modullehrplan | Berufliche Orientierung | Inhalt

Inhalt

Zum Modul                                                      478

Bedeutung und Zielsetzungen                                    479

Didaktische Hinweise                                           480

Strukturelle und inhaltliche Hinweise                          482

BO.1       Persönlichkeitsprofil                               481

BO.2       Bildungswege, Berufs- und Arbeitswelt               482

BO.3       Entscheidung und Umgang mit Schwierigkeiten         483

BO.4       Planung, Umsetzung und Dokumentation                484

                                                                    BO

15.3.2016                                         Lehrplan 21
478 Modullehrplan | Berufliche Orientierung | Zum Modul

    Zum Modul

               Im Lehrplan 21 dienen Modullehrpläne dazu, fächerübergreifende Aufgaben der
               Schule zu beschreiben und für einen Kern dieser Aufgaben einen systematischen
               Aufbau von Kompetenzen zu gewährleisten. Module verfügen über ein begrenztes,
               nicht durchgehendes Zeitbudget.

               Die Modullehrpläne gliedern sich wie die Fachbereichslehrpläne in einleitende
               Kapitel (Bedeutung und Zielsetzungen, Didaktische Hinweise, Strukturelle und
               inhaltliche Hinweise) und die Darstellung des Kompetenzaufbaus.

               Der Modullehrplan Berufliche Orientierung unterscheidet vier Kompetenzbereiche:

                        Persönlichkeitsprofil,
                        Bildungswege, Berufs- und Arbeitswelt,
                        Entscheidung und Umgang mit Schwierigkeiten,
                        Planung, Umsetzung und Dokumentation.

               Zu diesen beinhaltet der Modullehrplan die Kompetenzaufbauten. Zwei
               Kompetenzen sind in den Fachbereichslehrplänen Deutsch sowie Wirtschaft, Arbeit,
               Haushalt beschrieben. Hierzu enthält der Modullehrplan keinen Kompetenzaufbau,
               sondern eine Übersicht mit Hinweisen auf die Fachbereiche, in denen diese
               Kompetenzen unterrichtet werden.

               Der Kanton legt die Zeitgefässe und die schulorganisatorischen Bestimmungen des
               Unterrichts in Beruflicher Orientierung fest.

BO

                                                         Lehrplan 21  15.3.2016
Modullehrplan | Berufliche Orientierung | Bedeutung und Zielsetzungen                                                479

Bedeutung und Zielsetzungen

Zentrales Thema der            Die Berufliche Orientierung stellt auf der Sekundarstufe I ein zentrales Thema dar:
Sekundarstufe I                Parallel zur schulischen Vorbereitung des Übergangs in eine nachobligatorische
                               Ausbildung erarbeiten die Jugendlichen die Voraussetzungen für die Wahl ihres
                               zukünftigen Bildungs- und Berufszieles.

Gleichwertigkeit der           Der Unterricht in der Beruflichen Orientierung begleitet die Jugendlichen in ihren
Bildungswege                   Schritten Richtung Anschlusslösung auf der Sekundarstufe II. Er vermittelt die
                               Gleichwertigkeit der beruflichen und rein schulischen Bildung und die
                               Durchlässigkeit des gesamten Bildungssystems.

                               Alle Schülerinnen und Schüler auf der Sekundarstufe I sollen im Bereich Berufliche
                               Orientierung unterrichtet werden. Ziel ist, dass alle Jugendlichen fähig sind, einen
                               bewussten Entscheid für ihre Anschlusslösung auf der Sekundarstufe II zu fällen.
                               Der Unterricht in der Beruflichen Orientierung berücksichtigt dabei die individuelle
                               Situation der Schülerinnen und Schüler und passt das Angebot entsprechend an.

Verbundaufgabe                 Auf dem Weg zu dieser Weichenstellung sind die Jugendlichen auf Unterstützung
                               angewiesen. Diese Unterstützung ist eine Verbundaufgabe für Eltern,
                               Bildungsinstitutionen, Berufs- und Studienberatung sowie der Wirtschaft, wobei der
                               Volksschule eine wichtige koordinierende Aufgabe zukommt.

Komplexer Prozess              Die Bildungs- und Berufswahl ist ein komplexer Prozess, in welchem die
                               bestmöglich realisierbare Lösung zwischen dem individuellen Interessens- und
                               Fähigkeitsprofil der Jugendlichen und dem Angebots- und Anforderungsprofil der
                               Bildungs-, Berufs- und Arbeitswelt angestrebt wird. Die Wahl der Erstausbildung
                               muss dabei als Teil einer langfristig angelegten Laufbahnplanung gesehen werden,
                               im Bewusstsein, dass Alternativen und Wechsel möglich und wahrscheinlich sind.

Auseinandersetzung mit Normen  Unterricht in Beruflicher Orientierung fördert bei den Jugendlichen die
und Prägungen                  Auseinandersetzung mit sich selbst, der Arbeitswelt, geschlechtsspezifischen,
                               sozialen und kulturellen Normen und Prägungen sowie gesellschaftlichen
                               Diskriminierungen.

Entscheid im Spannungsfeld     Trotz durchlässigem Bildungssystem ist die Wahl für eine Anschlusslösung
                               wegweisend für den beruflichen Werdegang. Der Entscheid wird in einer Phase
                               starker physischer und psychischer Veränderungen gefällt. Dies sowohl in der
                               Wahrnehmung der Jugendlichen als auch derjenigen ihres sozialen Umfeldes.

                               Der individuelle Entscheid der Jugendlichen findet im Spannungsfeld zwischen dem
                               einzelnen Menschen, seinem sozialen Umfeld und der Gesellschaft statt. Eine
                               gelingende Berufliche Orientierung hilft dem jungen Menschen, eine seinen
                               persönlichen Wünschen und Möglichkeiten bestmöglich entsprechende Bildungs-
                               und Berufswahl zu treffen, die mit den Erwartungen und Bedürfnissen des sozialen
                               Umfeldes und der Gesellschaft korrespondieren.

                                                                                                                     BO

15.3.2016                      Lehrplan 21
480 Modullehrplan | Berufliche Orientierung | Didaktische Hinweise

    Didaktische Hinweise

                                Die Berufliche Orientierung wird schwerpunktmässig im 3. Zyklus unterrichtet.
                                Vorentscheidungen fallen aber schon im 2. Zyklus (z.B. Gymnasium). An
                                Kompetenzen für die Berufliche Orientierung und Themen aus der Berufs- und
                                Arbeitswelt wird bereits ab dem 1. Zyklus im Fachbereich Natur, Mensch,
                                Gesellschaft gearbeitet (siehe auch Fachbereich Natur, Mensch, Gesellschaft, z.B.
                                Kompetenzbereich 6).

    Rolle der Lehrperson und    Die Kompetenzen des Moduls Berufliche Orientierung werden von derjenigen
    Zuständigkeit               Lehrperson aufgenommen, die die Jugendlichen in der Schule im Bildungs- und
                                Berufswahlprozess begleitet. Die Lehrperson koordiniert den Bildungs- und
                                Berufswahlprozess und ergreift die Initiative zur Zusammenarbeit mit
                                Erziehungsberechtigten sowie inner- und ausserschulischen Fachpersonen,
                                insbesondere der Berufs- und Laufbahnberatung. Die Lehrperson nimmt eine
                                begleitende und unterstützende Haltung ein. Dies bedeutet, dass sie

                                         Jugendliche in ihrem individuellen Prozess berät;
                                         die Selbstentwicklung fördert, so dass autonome Entscheidungen möglich
                                         werden;
                                         Erfahrungssituationen und Entscheidungshilfen anbietet;
                                         Unklarheiten anspricht;
                                         Alternativen aufzeigt;
                                         die unterschiedlichen Anforderungen der Sekundarstufe II berücksichtigt;
                                         und die Jugendlichen allenfalls an Fachpersonen weiterleitet (z. B. Case
                                         Management Berufsbildung).

                                Es ist zu empfehlen, dass die Verantwortung für die Berufliche Orientierung in der
                                Schule bei der Klassenlehrerin oder beim Klassenlehrer liegt. Sie oder er kennt die
                                Schülerinnen und Schüler in der Regel am besten und kann sie darum in dieser
                                anspruchsvollen Phase individuell und professionell betreuen

    Anschauung und Kooperation  Der Unterricht wird für die Jugendlichen umso gewinnbringender, je besser es
                                gelingt, sie Erfahrungen machen zu lassen, die sowohl den Intellekt als auch die
                                Gefühle und Sinne ansprechen (Besichtigungen, Gespräche mit Berufsleuten,
                                Schnupperlehre usw.). In Kooperation mit inner- und ausserschulischen Partnern
                                erfahren sie dabei Unterstützung für die ersten Schritte ihrer beruflichen Laufbahn.

    Selbsttätigkeit und         Berufliche Orientierung setzt den realitätsbezogenen Willen zur Selbstbestimmung
    Arbeitshaltungen            voraus. Schulische und ausserschulische Aktivitäten der Jugendlichen, die die
                                Berufswahlkompetenz fördern, sind zu unterstützen. Die Berufliche Orientierung
                                leistet damit einen Beitrag dazu, dass sich die Jugendlichen Arbeitshaltungen und
                                Fähigkeiten aneignen, damit sie den jeweiligen Anforderungen der Bildungs-,
                                Berufs- und Arbeitswelt wie Belastbarkeit, Leistungsbereitschaft, Flexibilität,
                                Pünktlichkeit, Sorgfalt und Kreativität gewachsen sind.

    Innere Differenzierung und  In der Beruflichen Orientierung muss vom aktuellen, persönlichen
    Individualisierung          Entwicklungsstand der Schülerinnen und Schüler ausgegangen werden. Die
                                Lehrperson berücksichtigt Lernstil, Lerntempo, Lernbereitschaft und Lerninteresse
                                der Schülerinnen und Schüler. Sie setzt individualisierende Methoden wie
                                beispielsweise Portfolio, Förderpläne oder Lernverträge ein.

    Kompetenzaufbau             Der Kompetenzaufbau in der Beruflichen Orientierung verläuft, wie auch in den
                                Fachbereichen, komplex: Die Lernschritte sind unterschiedlich gross und der
                                Lernprozess verläuft häufig nicht linear.

    Schwerpunkte überfachliche  Überfachliche Kompetenzen werden über die gesamte Volksschulzeit und in allen
    Kompetenzen                 Fachbereichen erworben. Diese Kompetenzen sind für einen erfolgreichen
                                Übergang in die Sekundarstufe II von grosser Bedeutung und auch in der
                                Beruflichen Orientierung entsprechend zu fördern. Dazu gehören Kompetenzen, wie
                                das eigene Persönlichkeitsprofil zu erkennen und zu nutzen oder Schwierigkeiten im

BO

                                                                    Lehrplan 21  15.3.2016
Modullehrplan | Berufliche Orientierung | Didaktische Hinweise                                                   481

Beurteilung und Dokumentation  Bildungs- und Berufswahlprozess zu erkennen und mit ihnen umgehen zu können.
                               (Siehe auch Grundlagen Kapitel Überfachliche Kompetenzen.)
Erfolgssicherung und
Erfolgsbestätigung             Im Bildungs- und Berufswahlprozess sollen die Schülerinnen und Schüler formativ
                               beurteilt werden.
                               Das Führen einer Dokumentation (z.B. Portfolio) durch die Schülerinnen und
                               Schüler während dem Prozess sowie eine Evaluation zum Schluss sind unerlässlich.
                               Erstens weil diverse Aufgaben zu bewältigen und verschiedenste Institutionen am
                               Prozess beteiligt sind und zweitens als Orientierungshilfe für die Jugendlichen
                               selber und die Berufswahlbegleiterinnen und -begleiter.

                               Im mehrjährigen Bildungs- und Berufswahlprozess sind Erfolgssicherung und
                               -bestätigung besonders zu beachten. Dies ermöglicht Erreichtes und individuelle
                               Fortschritte der Schülerinnen und Schüler aufzuzeigen. Damit unterstützen die
                               Lehrpersonen eine konstruktive Entwicklung und helfen den Schülerinnen und
                               Schülern, besser mit belastenden Lebensumständen und Rückschlägen in der
                               Berufsfindung umzugehen (Resilienz).

                                                                                                                 BO

15.3.2016                                                       Lehrplan 21
482 Modullehrplan | Berufliche Orientierung | Strukturelle und inhaltliche Hinweise

    Strukturelle und inhaltliche Hinweise

    Kompetenzbereiche            Der Modullehrplan Berufliche Orientierung ist in Kompetenzbereiche gegliedert.
                                 Folgend sind die Inhalte des Unterrichts in Beruflicher Orientierung beschrieben.
                                 Sie sind strukturiert nach den Kompetenzbereichen des Modullehrplans.

    Persönlichkeitsprofil        Der Unterricht fusst auf den bisher entwickelten persönlichen (kognitiven und
                                 affektiven) wie auch den sozialen Kompetenzen der Jugendlichen. Er unterstützt die
                                 Weiterentwicklung der Identität und die Persönlichkeitsbildung. Er bietet
                                 Gelegenheiten zu kritischer Selbst- und Fremdeinschätzung und fördert die
                                 Bereitschaft, sich mit der persönlichen (beruflichen) Zukunftsgestaltung zu
                                 beschäftigen.

    Bildungswege, Berufs- und    Der Unterricht vermittelt Orientierungswissen zur Bildungs-, Berufs- und
    Arbeitswelt                  Arbeitswelt. Die Jugendlichen werden für einen selbstbewussten Umgang mit
                                 unterschiedlichen Erwartungen des Umfelds an die Bildungs- respektive
                                 Berufswahl gestärkt. Sie setzen sich mit den eigenen biografischen Prägungen
                                 auseinander, insbesondere in Bezug auf geschlechtsspezifische, soziale und
                                 kulturelle Normen.

    Entscheidung und Umgang mit  Der Unterricht baut auf den persönlichen Ressourcen der Jugendlichen auf, stärkt
    Schwierigkeiten              sie im Umgang mit Frustrationen und unterstützt ihre Entscheidungsfähigkeit.

    Planung, Umsetzung und       Der Unterricht aktiviert die Auseinandersetzung und ermöglicht Erfahrungen der
    Dokumentation                Jugendlichen mit sich selber und den Angeboten der Bildungs-, Berufs- und
                                 Arbeitswelt. Im Unterricht Berufliche Orientierung dokumentieren die Jugendlichen
                                 den Berufswahlprozess nachvollziehbar und erstellen Bewerbungsunterlagen.

    Einarbeitung in die          Die in der Tabelle aufgeführten Kompetenzen gehören zur Beruflichen Orientierung.
    Fachbereichslehrpläne        Sie werden in den Fachbereichen Wirtschaft, Arbeit, Haushalt respektive Deutsch
                                 aufgebaut und erreicht. Die in die Fachbereichslehrpläne eingearbeiteten
                                 Kompetenzen der Beruflichen Orientierung sind mit Querverweisen gekennzeichnet.
                                 Der Querverweis führt in der elektronischen Version vom einleitenden Kapitel zum
                                 Fachbereichslehrplan und umgekehrt.

                                 Tabelle 1: In die Fachbereichslehrpläne eingearbeitete Kompetenzen

                                 Kompetenz                                           Ort der Einarbeitung (Fachbereich)

                                 Die Schülerinnen und Schüler können ein             Wirtschaft, Arbeit, Haushalt:
                                 Verständnis für die gesellschaftliche               WAH.1.1
                                 Bedeutung von Arbeit und deren verschie-            WAH.1.2
                                 denen Formen entwickeln sowie geschlechts-
                                 spezifische, soziale und kulturelle Prägungen
                                 bei der Bildungs- und Berufswahl verstehen.

                                 Die Schülerinnen und Schüler können sich            Deutsch:
                                 und ihre Kompetenzen sowohl mit formal              D.3.C.1.f
                                 korrekten Bewerbungsunterlagen als auch             D.3.C.1.g
                                 im persönlichen Kontakt überzeugend                 D.4.B.1.f
                                 präsentieren.                                       D.4.B.1.g
                                                                                     D.4.E.1.f
                                                                                     D.4.F.1.f

BO

                                            Lehrplan 21                                                             15.3.2016
Modullehrplan | Berufliche Orientierung | Kompetenzaufbau                                                      483

BO.1       Persönlichkeitsprofil

                                                                                                 Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können ihr Persönlichkeitsprofil
                   beschreiben und nutzen.

BO.1.1     Die Schülerinnen und Schüler ...

3          a können Elemente ihres Persönlichkeitsprofils wahrnehmen und beschreiben

           (Fähigkeiten, Voraussetzungen, Interessen, Einstellungen, Werte).

           b können das Selbstbild mit dem Fremdbild respektive der Aussensicht vergleichen und
                  festhalten.

           c können aus ihrem Selbst- und Fremdbild Schlüsse für ihre Bildungs- und Berufswahl
                  ziehen.

                                                                                                               BO

15.3.2016                                                  Lehrplan 21                                         1
484 Modullehrplan | Berufliche Orientierung | Kompetenzaufbau

    BO.2    Bildungswege, Berufs- und Arbeitswelt

                                                                                                             Querverweise

            1. Die Schülerinnen und Schüler können sich mit Hilfe von Informations-
                    und Beratungsquellen einen Überblick über das schweizerische
                    Bildungssystem verschaffen.

    BO.2.1  Die Schülerinnen und Schüler ...

    3       a können die Grundzüge der schweizerischen Aus- und Weiterbildung sowie seine

            Durchlässigkeit anhand einer einfachen Grafik erklären.

            b können sich selbstständig Informationen zu mindestens drei ausgewählten Berufen
                   bzw. Ausbildungswegen in verschiedenen Berufsfeldern beschaffen (z.B. im
                   Berufsinformationszentrum (BIZ), im Internet, an Berufsmessen, an
                   Informationsveranstaltungen).

            c können Anforderungen und Tätigkeiten anhand von mindestens zwei ausgewählten
                   Berufs- bzw. Ausbildungswegen aufzeigen und gegenüberstellen.
                   können in ihre Überlegungen und Abklärungen auch Anforderungen und Tätigkeiten von
                   geschlechtsuntypischen Ausbildungen und Berufen mit einbeziehen.

                                                                                                             Querverweise

            2. Die Schülerinnen und Schüler können einen persönlichen Bezug zur

            Arbeitswelt herstellen und Schlüsse für ihre Bildungs- und Berufswahl

            ziehen.

    BO.2.2  Die Schülerinnen und Schüler ...

    3       a können Berufe aus ihrem familiären und weiteren Umfeld in Bezug zu ihrem aktuellen

            Bildungs- und Berufswunsch setzen.

            b können eigene biografische Prägungen und Erwartungen ihres Umfeldes zum Beruf
                   reflektieren und geschlechtsspezifische, soziale und kulturelle Stereotypen hinterfragen
                   und dazu eine eigenständige Position vertreten.

            c können Konsequenzen für die eigene Bildungs- und Berufswahl ziehen.

BO

2                                                              Lehrplan 21                                                 15.3.2016
Modullehrplan | Berufliche Orientierung | Kompetenzaufbau                                                                                                                                                                485

BO.3       Entscheidung und Umgang mit Schwierigkeiten

                                                                                                                                                                                                           Querverweise

           1. Die Schülerinnen und Schüler können Prioritäten setzen, sich entscheiden

                   und zugleich gegenüber Alternativen offen bleiben.

BO.3.1     Die Schülerinnen und Schüler ...

3          a können verschiedene Methoden der Entscheidungsfindung an einfachen

           Alltagssituationen anwenden (z.B. Entscheidungsbaum, Pro/Contra, Gefühl/Vernunft).

           b können aus dem Vergleich von Persönlichkeitsprofil und Überblick über Bildungswege,
                  Berufs- und Arbeitswelt ihren Standort bestimmen und erste passende
                  Ausbildungsziele festlegen.

           c können nach vorgegebenen Kriterien mindestens drei mögliche Berufe auswählen, die
                  Auswahl begründen, gewichten und konsequent weiterverfolgen.

           d können sich für eine Ausbildung oder einen Beruf entscheiden und zugleich gegenüber
                  Alternativen offen bleiben (z.B. verwandte Berufe, eine andere Ausbildung,
                  Übergangslösung).

                                                                                                     Querverweise

           2. Die Schülerinnen und Schüler können mögliche Herausforderungen im

           Bildungs- und Berufswahlprozess erkennen, Frustrationen benennen,

           eigene Ressourcen miteinbeziehen und Lösungsmöglichkeiten entwickeln.

BO.3.2     Die Schülerinnen und Schüler ...

3          a können Schwierigkeiten, belastende Gefühle und Gründe für Frustration im Bildungs-

           und Berufswahlprozess benennen, sich damit auseinandersetzen und sich ihrer

           Ressourcen bewusst bleiben (z.B. Fähigkeiten, Unterstützung im Umfeld).

           b können mit Erziehungsberechtigten und/oder Fachpersonen Schwierigkeiten im
                  Bildungs- und Berufswahlprozess analysieren (z.B. persönliche Voraussetzungen,
                  Wirtschaftslage, Arbeitsmarkt).

           c können bei Schwierigkeiten ressourcenorientiert Lösungen entwickeln (z.B. alleine, mit
                  Erziehungsberechtigten und/oder Fachpersonen).

                                                                                                                                                                                                                         BO

15.3.2016                                                  Lehrplan 21                                                                                                                                                   3
486 Modullehrplan | Berufliche Orientierung | Kompetenzaufbau

    BO.4    Planung, Umsetzung und Dokumentation

                                                                                                      Querverweise

            1. Die Schülerinnen und Schüler können im Rahmen des Bildungs- und
                    Berufswahlentscheids Ziele setzen, den konkreten Bewerbungsprozess
                    planen und nach Bedarf neue Ziele setzen sowie Alternativen planen.

    BO.4.1  Die Schülerinnen und Schüler ...

    3       a können bei einfachen (Lern-)Vorhaben im Bildungs- und Berufswahlprozess Ziele

            setzen und Planungsschritte festlegen.

            b können in ihrem Bildungs- bzw. Berufswahlentscheid den konkreten
                   Bewerbungsprozess planen (z.B. Aufnahmeprüfungen, Tests, Anmeldeverfahren).

            c können nach Bedarf neue Ziele setzen und Alternativen planen (z.B. Brückenangebote,
                   weitere Anschlusslösungen).

                                                                                                                                                                                                            Querverweise

            2. Die Schülerinnen und Schüler können ihre geplanten Schritte im Hinblick

                    auf ihre Ausbildungsziele umsetzen und den Übergang vorbereiten.

    BO.4.2  Die Schülerinnen und Schüler ...

    3       a können selbstständige Einblicke in Berufe und Ausbildungen vorbereiten und

            organisieren respektive sich Unterstützung holen (z.B. Schnupperlehren).

            b können Ergebnisse aus den praktischen Erfahrungen und Rückmeldungen der
                   Berufsbildenden reflektieren und Konsequenzen ziehen.

            c können den Übergang planen und sich spezifisch auf die neuen Anforderungen der
                   Lehre, der weiterführenden Schule oder der Anschlusslösung vorbereiten respektive
                   weitere Alternativen suchen.

BO

4                                                              Lehrplan 21                                                                                                                                                15.3.2016
Modullehrplan | Berufliche Orientierung | Kompetenzaufbau                                                       487

                                                                                                  Querverweise

           3. Die Schülerinnen und Schüler können ihren Berufswahlprozess
                   nachvollziehbar dokumentieren und daraus ihre Bewerbungsunterlagen
                   zusammenstellen.

BO.4.3     Die Schülerinnen und Schüler ...

3          a können ihre spezifischen Ressourcen dokumentieren (Fähigkeiten, Erfahrungen,

           Aktivitäten in Schule und Freizeit, Sprachkenntnisse).

           b können wichtige Informationen und Erfahrungen aus der Praxis sammeln und
                  dokumentieren (Berufsinformationen, Schnupperlehrbeurteilungen).

           c können den persönlichen Entscheidungsprozess dokumentieren und die Berufs- oder
                  Ausbildungswahl nachvollziehbar begründen, insbesondere die eigene Motivation.

           d können mit Hilfe der gesammelten Dokumente (z.B. Portfolio, Berufswahlordner)
                  wichtige Informationen für ihre Bewerbungsunterlagen zusammenstellen.

                                                                                                                BO

15.3.2016                                                  Lehrplan 21                                          4
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